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Landstuhl
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Landstuhl

160pxAbb. 1 Wappen von Landstuhl
Basisdaten
Bundesland Rheinland-Pfalz
Höhe 248 m
PLZ 66849
Vorwahl 06371
Gliederung Kernstadt und 8 Ortsbezirke/Stadtteile
Website www.landstuhl.de
Stadtbürgermeister Ralf Hersina (SPD)
Die Kleinstadt Landstuhl liegt im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Mit gut 8000 Einwohnern bildet die auch als Sickingenstadt bezeichnete Kleinstadt die bevölkerungsreichste Stadt im Landkreis Kaiserslautern. Landstuhl ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.

Geographie

Lage

Landstuhl grenzt im Norden an die Westpfälzische Moorniederung. Südlich und östlich liegt es am Rande des Pfälzerwaldes. Wenige Kilometer östlich beginnt die Sickinger Höhe. Viele Wanderwege führen durch den Ort oder nahe vorbei, darunter auch die Nordroute der Pfälzer Jakobswege.

Stadtgliederung

Zu Landstuhl gehören folgende Stadtteile:

Stadtteil Einwohner
Zentrum 3.610
Kirchberg 3.038
Melkerei 1.313
Atzel 312
Breitenwald 232
Am Rothenborn 158
Bildschacherhof 93
Kahlenberg 85
Harzofen 15
Summe 8.849

(Einwohnerstand: 30. Juli 2017)

Klima

Jährlich fallen 886 mm Niederschlag. Das ist viel und liegt im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 76 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, der feuchteste der Dezember. Im Dezember fallen 1,5-mal mehr Niederschläge als im April. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 6 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte

Früheste Spuren ständiger Besiedlung auf der Gemarkung Landstuhls sind die Steinkranzgräber aus der La-Tène-Zeit (500 v. Chr. bis Christi Geburt). Aus der Zeit der Kelten stammt der Heidenfels, ein Quellheiligtum zwischen Landstuhl und Kindsbach, das noch bis in die römische Zeit von der gallorömischen Provinzbevölkerung aufgesucht wurde.Nachgewiesen und erforscht wurde ein Gräberfeld auf dem Gebiet der Römersiedlung, dessen Nutzung vom 1. bis gegen Ende des 4. Jahrhunderts Münzfunde belegen.

Der Ort Landstuhl wurde Mitte des 12. Jahrhunderts Zentrum der gleichnamigen Herrschaft; um 1160 ließ Kaiser Barbarossa auf dem Berg südlich der Stadt die Burg Nanstein errichten. Die gesamte Ortschaft wurde mit einer Stadtmauer umbaut, in welche die Burg Nanstein sowie später auch die Burg Landstuhl im Osten integriert wurden. Im Jahr 1326 wurde Landstuhl erstmals in einer Urkunde als Stadt genannt.

Nach verschiedenen Inhabern kam Landstuhl Ende des 15. Jahrhunderts an das Geschlecht der von Sickingen. Das bekannteste Mitglied dieser Familie war Franz von Sickingen. Er musste sich nach seiner Niederlage beim Pfälzischen Ritteraufstand auf die Burg Nanstein zurückziehen, wo er bei der Belagerung durch den Erzbischof von Trier, den Pfalzgrafen bei Rhein sowie den Landgrafen von Hessen beim Beschuss der Wehrbauten schwer verwundet wurde und am 7. Mai 1523 seinen Verletzungen erlag.

Die Burg Nanstein wurde 1689 durch die Franzosen zerstört; 1732 wurde die Burg Landstuhl abgebrochen. Die Herrschaft fiel 1816 an das Königreich Bayern. Im Jahr 1849 wurde die durch die Stadt führende Ludwigsbahn fertiggestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebiet 1946 Teil von Rheinland-Pfalz. Den Namensbestandteil „Sickingenstadt“ trägt die Stadt seit dem 14. Juli 1995.

Unter anderem hat die Stadt einen Fanfarenzug Fanfarenzug „Sickinger Herolde“ Landstuhl e. V.

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Landstuhl, die Werte von 1871 bis 2017 beruhen auf Volkszählungen:

Jahr Einwohner
1815 950
1835 1.907
1871 3.032
1905 4.444
1939 7.411
1950 6.903
Jahr Einwohner
1961 9.210
1970 9.104
1987 8.177
2005 8.997
2015 8.819
2016 8.815
2017 8.849

Religion

2012 waren 45,1 Prozent der Einwohner katholisch und 27,8 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos. Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat in Landstuhl besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Stadtrat:

Wahl SPD CDU FDP FWG Gesamt
2014 11 13 24 Sitze
2009 6 13 3 2 24 Sitze
2004 5 15 1 3 24 Sitze

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold eine schwarze Zinnentoranlage mit offenem roten Fallgitter und zwei Türmen, die oben ein schwarzes Schildchen mit fünf silbernen Bollen 2:1:2 flankieren.“

Es wurde 1962 vom Mainzer Innenministerium genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel von 1637.

Partnerstädte

Landstuhl pflegt zwei Städtepartnerschaften:

  • , Frankreich, seit 1967
  • (Ortsbezirk von Bad Kreuznach), seit 1998

Sehenswürdigkeiten

Mit einer Höhe von mehr als 41 Metern und einem Stammdurchmesser von mehr als 2 Metern gehören die Mammutbäume zwischen Landstuhl und Langwieden zu den höchsten Bäumen in Rheinland-Pfalz. Sie wurden im Jahr 1868 von dem „Freiherrlich von Stummschen“ Oberförster Schütz angepflanzt.

Aus römischer Zeit stammen die Sickinger Würfel, Reste eines Säulengrabmals aus dem 2. Jahrhundert. Die Alte Kapelle ist der noch erhaltene Chor der ehemaligen mittelalterlichen Kirche St. Andreas.

Auf dem Kirchberg westlich der Stadt steht der Bismarckturm, der 1900 von dem Industriellen Carl Ferdinand von Stumm-Halberg (1836–1901) gestiftet wurde und eine Höhe von 19 Metern hat.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert. In Landstuhl zweigt die Bahnstrecke nach Kusel von der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken ab. Im Bahnhof Landstuhl halten keine Intercity mehr, diese wurde im Fahrplanwechsel 2014 durch den Regional-Express RE 1 (Mannheim–Koblenz) ersetzt. Am Bahnhof halten unter anderem die Linien S1 und S2 der S-Bahn RheinNeckar.

Landstuhl ist durch die A6 (Saarbrücken – Waidhaus) und A62 an das überregionale Straßennetz angebunden. In unmittelbarer Nähe des Ortes liegt das Autobahnkreuz Landstuhl-West.

In der Stadt verkehrt der sogenannte Sickingen-Bus, der alle Stadtteile sowie die Innenstadt bedient.

Unternehmen

In Landstuhl befindet sich ein Zustellstützpunkt der Deutschen Post, der den gesamten Landkreis Kaiserslautern abdeckt. Außerhalb der Stadt gibt es einen Unternehmenssitz der Unternehmensgruppe Liebherr. Des Weiteren befindet sich in Landstuhl ein Standort der BMW Euler Group, der Marktführer im Bereich Verkauf von Kraftfahrzeugen der BMW in der Region Südwestpfalz.

Im Industriegebiet hat die Hornbach Baustoff Union eine Niederlassung. Auch die Haber - Textile Dienste GmbH, Torpedo-Gruppe (Torpedo Garage) und die Vergölst betreiben einzelne Standorte in Landstuhl.

Teils an der Stadtgrenze liegt das Broadway-Kino. Auch McDonald’s betreibt eine Filiale an der Stadtgrenze zu Ramstein.

Gerichte

In Landstuhl gibt es ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Zweibrücken gehört.

Behörden

In der Kleinstadt Landstuhl gibt es eine Polizeiinspektion, die dem Polizeipräsidium Westpfalz angehört. Des Weiteren, teils außerhalb gelegen, gibt es Behördensitze der Agentur für Arbeit und des TÜV Rheinland, zudem auch eine KFZ-Zulassungsbehörde, die für den gesamten Landkreis zuständig ist. Im Zentrum ist das Finanzamt-Kusel-Landstuhl gelegen.

Militär

Die Streitkräfte der USA betreiben in Landstuhl oberhalb des eigentlichen Stadtkerns – auf dem Kirchberg – den Militärkrankenhaus-Komplex Landstuhl Regional Medical Center (LRMC) mit Fachkliniken für Verwundungen aller Art. Es ist die größte Einrichtung ihrer Art außerhalb der USA.

Das Medizinzentrum dient u.a. als Einrichtung zur Gesundheitsversorgung der vielen tausend Angehörigen der weitgefächerten Kaiserslautern Military Community. Seit etwa 1991 hat dieses strategische Bedeutung: Bei fast allen militärischen Konflikten außerhalb der USA, beispielsweise in Südosteuropa, dem Nahen und dem Mittleren Osten, ist das Militärkrankenhaus Landstuhl in jüngster Zeit für verwundete Militärangehörige die erste Station auf dem Weg zurück in die Vereinigten Staaten. Bereits im Golfkrieg 1991 sowie während der Einsätze im ehemaligen Jugoslawien (Jugoslawienkriege) wurden Verwundete in Landstuhl stabilisiert, behandelt und gepflegt, bevor sie zur Weiterbehandlung bzw. Nachsorge in die USA geflogen wurden.

Derzeit werden hier auch Verwundete aus dem Irak (siehe Irakkrieg) und Afghanistan (siehe ISAF) behandelt. Das LRMC und die im Umkreis stationierten Streitkräfte sind Arbeitgeber für viele deutsche Zivilbeschäftigte in einer relativ strukturschwachen Region.

Neben dem Landstuhl Regional Medical Center gibt es in Landstuhl noch die Satellitenkommunikationseinrichtung der US Army auf dem Breitenwald (Sat Comm Site Breitenwald) sowie einen Hubschrauber-Landeplatz (Heliport) ebendort.

Bildung

Landstuhl verfügt über folgende zehn Schulen mit über 2000 Schülerinnen und Schülern:

Allgemeinbildende Schulen

  • Grundschule In der Au
  • Theodor-Heuss-Grundschule
  • Integrierte Gesamtschule Am Nanstein und Realschule plus (Schulzweckverband IGS Landstuhl)
  • St. Katharina Realschule
  • Sickingen-Gymnasium

Berufsbildende Schulen

  • Berufsfachschule Landkreis Kaiserslautern
  • Private Berufsbildende Schule Haus Nazareth
  • Nikolaus-von-Weis-Schule

Sonderschulen

  • Jakob-Weber-Schule
  • Reha-Westpfalz

Im Jahr 2008 konnte die Sozialpädagogische Fachschule der Diözese Speyer ihr 75-jähriges Jubiläum feiern. Hier werden die beruflichen Ausbildungsbereiche Sozialassistenz, Erziehung, Heilpädagogik und Altenpflege angeboten. Organisatorisch eng verbunden ist die private berufsbildendene Schule Haus Nazareth mit hauswirtschaftlich-sozialpflegerischen und wirtschaftskundlichen Ausbildungsgängen. Im wirtschaftlichen Bereich ist auch der Erwerb des schulischen Teils der Fachhochschulreife möglich. Auf fast 50 Jahre kann die katholisch geführte Realschule St. Katharina zurückblicken.Am Sickingen-Gymnasium, früher noch Lateinschule Landstuhl genannt, wurde schon Ludwig Thoma unterrichtet. Weiterhin befindet sich in Landstuhl ein Außenzweig der Berufsschule Kaiserslautern (u.a. mit dem Fachbereich Pädagogik), die Integrierte Gesamtschule Am Nanstein und Realschule (hervorgegangen aus der staatlichen Konrad-Adenauer-Realschule (KARLA) und der staatlichen Friedrich-Ebert-Hauptschule) sowie dieJakob-Weber-Sonderschule.

Persönlichkeiten

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landstuhl

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