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Schlüchtern
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Stadtplan Schlüchtern
Stadt
Schlüchtern
Krämerstr. 2
36381 Schlüchtern

http://www.schluechtern.de/

Schlüchtern

160pxAbb. 1 Wappen von Schlüchtern
Basisdaten
Bundesland Hessen
Höhe 207 m
PLZ 36381
Vorwahl 06661, 06664 (Gundhelm, Vollmerz)
Gliederung 13 Stadtteile
Website www.schluechtern.de
Bürgermeister Matthias Möller (parteilos)

Schlüchtern ist eine deutsche Stadt im Main-Kinzig-Kreis im Südosten Hessens.

Geographie

Lage

Schlüchtern liegt im östlichen Main-Kinzig-Kreis auf einer Höhe von 207 m über NN, ungefähr 30 km südwestlich von Fulda am Südwestende des zur Vorder- und Kuppenrhön gehörenden Landrückens. Die engere Region wird Bergwinkel genannt, weil hier die Ausläufer der Brückenauer Kuppenrhön im Osten, des Sandsteinspessarts im Süden und des Südlich Unteren Vogelsbergs im Westen zusammentreffen. Das Tal in dem Schlüchtern liegt, wird als Schlüchterner Becken bezeichnet. Durch die Stadt hindurch fließt die Kinzig, die in Sinntal-Sterbfritz entspringt und in Hanau in den Main mündet. Schlüchtern und die Region liegen daher im Kinzigtal.

Nachbargemeinden

Schlüchtern grenzt im Norden an die Gemeinden Flieden und Kalbach des Landkreises Fulda. Im Osten und Süden liegt die Gemeinde Sinntal und im Westen die Stadt Steinau an der Straße. Der Südzipfel von Schlüchtern grenzt an den gemeindefreien Gutsbezirk Spessart und hat dort im Gegensatz zu einigen Nachbargemeinden keine Exklaven.

Stadtgliederung

Schlüchtern besteht aus den Stadtteilen

  • Ahlersbach
  • Breitenbach
  • Elm
  • Gundhelm
  • Herolz
  • Hohenzell
  • Hutten
  • Klosterhöfe mit Röhrigs, Gomfritz und Drasenberg
  • Kressenbach
  • Niederzell
  • Schlüchtern (Innenstadt)
  • Vollmerz mit Hinkelhof und Ramholz
  • Wallroth

Grenzverlauf

Am Stadtgebiet Schlüchtern verläuft unmittelbar nördlich des Fabrikgrundstücks der Firma Engelbert Strauss in dem zur Gemarkung Klosterhöfe gehörenden Weilers Röhrigs die Grenze zur Fliedener Gemarkung Höf und Haid, die zur gleichen Zeit die Kreisgrenze zwischen dem Main-Kinzig-Kreis und dem Landkreis Fulda sowie die Regierungsbezirksgrenze der hessischen Regierungsbezirke Darmstadt und Kassel darstellt. An der zu Steinau gehörenden Gemarkung von Uerzell liegenden Siedlung Schmidtmühle bildet der am Ortsausgang in Richtung des etwa 750 Meter entfernten Schlüchterner Stadtteils Kressenbach fließende Steinaubach die Grenze zwischen der Stadtgemarkung Schlüchtern und Steinau. Die Kommunalgrenze des Schlüchterner Stadtteils Vollmerz und dem Sinntaler Ortsteils Sannerz verläuft innerhalb einer Handwerkersiedlung mit einer Bäckerei und einer Malerei. Bei der Schlüchterner Kläranlage bildet der linke Seitenzufluss Ahlersbach (Kinzig, Schlüchtern-Niederzell) der Kinzig die Stadtgrenze zwischen dem Schlüchterner Stadtteil Niederzell und der Kernstadt von Steinau an der Straße.

Geschichte

Vor- und Frühgeschichte/Antike

Die Vermutung, dass eine keltische Siedlung im Raum Schlüchtern existierte, kam auf, als bei Bodenaushebungen für neue Gebäude verschiedene Ausgrabungen entdeckt wurden. Zu diesen Funden gehören unter anderem Skelette, Mauerreste, die auf einen Schutzwall einer früheren Siedlung schließen lassen, Reliefs einiger Grabmonumente und verschiedene Scherben. Die Funde wurden in die Humboldt-Universität zu Berlin gebracht, in der sie untersucht werden.

Nicht nur in Schlüchtern, auch in anderen Städten im Bergwinkelraum gab es schon sehr früh erste Besiedlungsspuren. Vor allem in den Mittelgebirgen Spessart, Vogelsberg und Rhön, die den Bergwinkel umschließen, konnte frühe Ansiedlung durch Funde von Grabstätten nachgewiesen werden. In einigen Städten dieses Raums wie Dirlammen und Hosenfeld wurden viele sogenannter Hügelgräber gefunden, welche hauptsächlich aus der Bronzezeit stammen. Auch in Fulda ist die Besiedlung des Domhügels im ersten Jahrhundert n. Chr. durch Germanen bewiesen. Diese Funde lassen darauf schließen, dass die bereits frühe Ansiedlung der Germanen und Kelten im Bergwinkel keine Seltenheit war.Auch im etwa eine Stunde entfernten Lahnau wurde ein sogenannter „Sensationsfund“ getätigt. Beim Bau eines einst geplanten 3,6 Hektar großen Gewerbegebietes wurden Scherben gefunden, die auf die Römerzeit zurückzuführen sind.

Vor der Zeitenwende siedelten sich mehrere keltisch-germanische Bevölkerungsgruppen hauptsächlich im heutigen Nord- und Mittelhessen an. Darauf weisen Hinterlassenschaften menschlichen Geschehens im Erdboden hin. Um dieses Gebiet fand man Werkzeuge, Schmuckgegenstände, Siedlungsreste und Gräber, die auf keltisch-germanisches Handwerk hindeuten.

Aus diesen Ethnien entwickelten sich später die germanischen Chatten, die Vorfahren der heutigen Hessen.

Mittelalter

Nach Auffassung des Sprachwissenschaftlers und Historikers Ernst Erich Metzner geht der Name Schlüchtern auf den Ereignis- bzw. Walstatt-Namen „Sluhti“ bzw. „Sluht-warim“ (sinngemäß in etwa „Bewohner/Anwohner/Hüter der Schlacht bzw. des Schlachtfeldes“) zurück. Es gibt Hinweise auf eine schon um 750 bestehende Klostersiedlung, also wenige Jahre nach Gründung des Klosters Fulda durch Bonifatius 744. Die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung enthält eine Urkunde aus dem Jahr 993. Mittelpunkt des Ortes war das Kloster Schlüchtern. Westlich der Altstadt liegt ein dreigeschossiges Gebäude mit Buckel-Eckquadern, vermutlich letztes Zeugnis einer an dieser Stelle gelegenen Wasserburg. Das Gebäude wurde in der Frühen Neuzeit mehrfach verändert. Ursprünglich außerhalb der Stadtmauer gelegen, wurde es später in diese einbezogen.

Der Ort war ursprünglich Reichsbesitz, der an das Kloster vergeben war. Später war er ein Lehen des Bistums Würzburg an die Grafen von Rieneck, die ihn 1316 an Hanau abtraten. Grundherr war der Abt des Klosters Schlüchtern. Die Stadt war der Vorort des gleichnamigen Amtes Schlüchtern, des nordöstlichsten Amtes der Herrschaft und – seit 1429 – Grafschaft Hanau, seit 1458: Grafschaft Hanau-Münzenberg. Schlüchtern lag an der in Mittelalter und Früher Neuzeit wichtigen Handelsstraße „Via Regia“, von Frankfurt am Main nach Leipzig. Das Kloster Schlüchtern war im Spätmittelalter zunehmend unter den Einfluss der Herren und späteren Grafen von Hanau gekommen. 1457 begab es sich endgültig in die Schutzherrschaft Hanaus.

Zur Pfarrkirche von Schlüchtern, die in der Diözese Würzburg lag und unter dem Patrozinium von Maria stand, gehörten 1167 die Kirchen von Elm, Kressenbach und Hintersteinau. Hier wie im weiteren Umkreis stand das Patronatsrecht dem Kloster Schlüchtern zu.

Historische Namensformen

In erhaltenen Urkunden wurde Schlüchtern unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):

  • Sluohderin (993)
  • Sluohcterin (993) – nach neueren Forschungen berichtigte Schreibweise
  • Sluohterin (999)
  • Sluderin (1003)
  • Solitariensis (1099)
  • Schluchter (1509)

Frühe Neuzeit

Die Grafschaft Hanau-Münzenberg schloss sich in der Reformation zunächst der lutherischen Konfession an. Eine entscheidende Rolle spielte hier, dass der seit 1534 regierende Abt des Klosters Schlüchtern, Petrus Lotichius, dem Humanismus und der Reformation zugewandt war. Ab 1540 wandelte er das Kloster in eine Bildungsstätte für kirchlichen Nachwuchs um. Daraus entwickelte sich in der Folge eine Lateinschule, die wiederum der Vorgänger des heutigen Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums ist. Philipp Melanchthon beriet ihn hinsichtlich der Schule und besuchte ihn auch. In einem ersten Schritt entsandte er sieben seiner besten Schüler 1544 zum Studium der Theologie an die Philipps-Universität Marburg. Damit standen ihm gut ausgebildete, der lutherischen Lehre verpflichtete Pfarrer für die Gemeinden in und um Schlüchtern zur Verfügung. Die Reformation brachte das Kloster aber auch in eine prekäre Situation gegenüber dem zuständigen Bischof von Würzburg. Das nutzte die Landesherrschaft, das war damals die Vormundschaft für den noch minderjährigen Grafen Philipp III. von Hanau-Münzenberg, die selbst die Reformation unterstützte. Sie gewährte dem Kloster Schutz gegen Würzburg und dehnte dabei zugleich ihre Landesherrschaft in und um Schlüchtern aus.

Graf Philipp Ludwig II. verfolgte ab 1597 eine entschieden reformierte Kirchenpolitik und machte von seinem Recht als Landesherr Gebrauch, die Konfession seiner Untertanen zu bestimmen, dem Jus reformandi. Er setzte diese Version der Reformation als verbindlich für die Grafschaft Hanau-Münzenberg durch.

Zur Pfarrei Schlüchtern eingepfarrt waren Niederzell und die Klosterhöfe Drasenberg, Gomfritz (früher Gumberts), Reith und Röhrigs.

Im Bereich der Stadtgemarkung befanden sich die Hutzelmühle vor dem Krämertor, die Hildebrandmühle, die Klostermühle im Hofbereich des Klosters, die Klöbersmühle am Untertor sowie die Riedscheider Mühle am südlichen Ortsausgang. Sie lagen alle an von der Kinzig abgeleiteten Mühlgräben.

Mit dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., fiel Schlüchtern 1736 mit der ganzen Grafschaft Hanau-Münzenberg an die Landgrafschaft Hessen-Kassel, aus der 1803 das Kurfürstentum Hessen entstand.

Neuzeit

Während der napoleonischen Zeit stand Schlüchtern ab 1806 unter französischer Militärverwaltung, gehörte 1807–1810 zum Fürstentum Hanau und dann von 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt, Departement Hanau. Anschließend fiel es wieder an das Kurfürstentum Hessen zurück. Nach der Verwaltungsreform des Kurfürstentums Hessen von 1821, die Kurhessen in vier Provinzen und 22 Kreise einteilte, wurde Schlüchtern Verwaltungssitz des gleichnamigen Kreises Schlüchtern. 1866 wurde das Kurfürstentum nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg von Preußen annektiert.

Die nach den Nürnberger Gesetzen als jüdisch eingestuften Eigentümer der Schlüchterner und Steinauer Seifenfabriken wurden im Nationalsozialismus ihrer Fabriken und ihrer Heimat beraubt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum Land Hessen. Schlüchtern wechselte entsprechend die Verwaltungen, denen es zugehörte.

Am 10. Juni 1949 wurde im Schlüchterner Schlösschen die Arbeitsgruppe „Europäisches Gesundheitswesen“ als Sektion innerhalb einer „Europäischen Akademie“ (Generalsekretär der die „Schaffung der Grundlagen für eine Vereinigung der Völker Europas auf föderativer Basis“ erstrebenden Akademie war der Jurist Maximilian Karl Graf zu Trauttmansdorff, Präsident war Karl Geiler) gegründet.

Seit 1966 ist Schlüchtern ein anerkannter Luftkurort. Mit der Gebietsreform in Hessen wurde der Landkreis Schlüchtern zum 1. Juli 1974 Teil des neu entstandenen Main-Kinzig-Kreises. Schlüchtern verlor damit die Funktion als Sitz einer eigenständigen Kreisverwaltung.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Dezember 1969 die bis dahin selbständigen Gemeinden Ahlersbach, Breitenbach, Elm, Gundhelm, Herolz, Hohenzell, Hutten, Klosterhöfe und Vollmerz auf freiwilliger Basis eingegliedert. Am 31. Dezember 1971 kamen Kressenbach und Wallroth hinzu. Niederzell folgte kraft Landesgesetz am 1. Juli 1974.

Einwohnerentwicklung

 Quelle: Historisches Ortslexikon

  • 1538: 153 Steuernde
  • 1633: 169 Haushaltungen und 31 Gefreite
  • 1668: 9 Herdstätten mit 52 Personen
  • 1961: 5462 Einwohner mit den Orten Bellings, Marborn und Seidenroth.

Religionszugehörigkeit

  • 1885: 2137 evangelische (= 81,10 %). 124 katholische (= 4,71 %). ein anderer christliche-konfessioneller (= 0,04 %). 372 jüdische (= 14,12 %). ein andersgläubiger (= 0,04 %) Einwohner
  • 1961: 4118 evangelische (= 71,48 %). 1515 katholisch (= 26,30 %) Einwohner

Religion

Evangelische Kirche

Zur evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehören:

  • die Evangelische Kirchengemeinde Schlüchtern (Pfarramt I und II) (Michaelskirche) mit Niederzell (Pfarramt III) und Elm (Pfarramt IV),
  • die Evangelische Kirchengemeinde Gundhelm-Hutten,
  • die Evangelische Kirchengemeinde Hohenzell-Bellings-Ahlersbach,
  • die Evangelische Kirchengemeinde Ramholz und
  • die Evangelische Kirchengemeinde Wallroth-Breitenbach-Kressenbach.Die Evangelischen Kirchengemeinden gehören zum Kirchenkreis Schlüchtern im Sprengel Hanau. Geleitet wird der Kirchenkreis Schlüchtern von Dekan Wilhelm Hammann.

Katholische Kirche

In Schlüchtern bestehen zwei römisch-katholische Kirchengemeinden, die zum Pastoralverbund St. Maximilian Maria Kolbe Schlüchtern-Sinntal des Dekanats Kinzigtal im Bistum Fulda gehören:

  • die Pfarrei St. Bonifatius Schlüchtern und
  • die Pfarrei St. Jakobus Herolz.

Ökumenischer Jakobsweg

Durch Schlüchtern führt der 125 km lange Ökumenische Jakobsweg von Fulda an den Main. Der Pilgerweg gehört zum Verbindungssystem der Via Regia, deren Wegenetz von der Ukraine bis nach Spanien führt.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2021
Sitze
2021
%
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 31,5 11 34,0 11 41,1 15 39,7 15 32,7 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,3 8 29,0 10 35,8 13 39,8 15 35,0 13
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,5 5 10,6 3 12,3 5 9,1 3
FDP Freie Demokratische Partei 9,7 3 7,6 3 7,5 3 6,7 2 6,0 2
BBB BürgerBewegung Bergwinkel 18,9 6 18,7 6
LINKE Die Linke 3,3 1
BISS Bürgerinitiativen und Grüne im Schlüchterner Stadtparlament 4,7 2 19,1 7
REP Die Republikaner– 7,2 3
gesamt 100,0 33 100,0 33 100,0 37 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 49,8 57,1 46,4 44,3 58,0

Bürgermeister

Nach der hessischen Kommunalverfassung ist der Bürgermeister Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Schlüchtern neben dem Bürgermeister sechs ehrenamtliche Stadträte angehören. Bürgermeister ist seit 1. Oktober 2016 der parteilose Matthias Möller. Er wurde in einer Stichwahl am 21. März 2016 gewählt; zwei Wochen zuvor war der bisherige Amtsinhaber Falko Fritzsch (SPD) im ersten Wahlgang ausgeschieden. Seine Amtsvorgänger waren

Name von bis
Justus Rollmann 1834 1845
Konrad Georg Hafner 1845 1882
Adolf Sturmfeder 1883 1891
Rudolf Salomon 1891 1905
Otto Albrecht 1906 1915
Stückrath 1916 1924
Eduard Gaenßlen 1924 1933
Johannes Puth (NSDAP) 1933 1945
Otto Vitense (CDU) 1. Juli 1945 31. Dez. 1945
Hans Bertram 1946 1952
Max Eckert 1952 1958
Friedrich Langerwisch 1958 1965
Reinhold Anderlitschek (SPD) 1965 1980
Hans Schott (SPD) 1980 1992
Falko Fritzsch (SPD) 1992 2016
Matthias Möller 2016 jetzt

Städtepartnerschaften

  • Jarocin, Polen, seit 24. Oktober 2003
  • Fameck, Frankreich, seit 15. September 2012

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Lauter'sches Schlösschen
  • Burg Brandenstein im Ortsteil Elm mit Holzgeräte- und Sieboldmuseum
  • Kloster Schlüchtern – heute Gebäude des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums und der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte (KMF) –, mit ehemals bedeutendem und 1992/93 teilweise wieder hergestellten Klostergarten
  • Michaelskirche
  • „Alte Synagoge“, im neoromanischen Stil erbaut. Sie diente längere Zeit als Kulturhaus mit Kino, Kabarett, Theater, Autorenlesungen und Jazzkonzerten. Im Jahr 2019 hat die Stadt Schlüchtern das Gebäude erworben und plant die Nutzung als Stadtarchiv.
  • Kriegsgräberstätte
  • Ruine Burg Steckelberg – die Geburtsstätte von Ulrich von Hutten
  • Schloss Ramholz mit Schlossgarten

Museen

  • Bergwinkelmuseum – das Stadtmuseum von Schlüchtern

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Der „Kalte Markt“, der seit dem 12. Jahrhundert existiert, findet in der Regel jährlich am ersten Novemberwochenende statt. Wenn jedoch Allerheiligen auf den ersten Freitag im November fällt, so wie beispielsweise 2013, findet der Markt am zweiten Novemberwochenende statt
  • Der „Helle Markt“ findet seit 1996 jährlich am letzten April- bzw. ersten Maiwochenende statt
  • Das „Weitzelfest“ wird am ersten Augustwochenende veranstaltet
  • Der Weihnachtsmarkt wird jährlich am zweiten Adventwochenende gefeiert
  • Jeden Dienstag wird ein Wochenmarkt auf dem Stadtplatz veranstaltet
  • Ramholzer Musiktage (seit 2005 eingestellt)
  • Kinzigtal total

Sonstiges

  • Schlüchtern liegt an der Deutschen Märchenstraße, die von Hanau nach Bremen führt

Wirtschaft und Infrastruktur

Öffentliche Einrichtungen

  • Agentur für Arbeit Hanau, Außenstelle Schlüchtern
  • Forstamt Schlüchtern (Hessen-Forst)
  • Polizeistation Schlüchtern (Außenstelle des Polizeipräsidiums Südosthessen in Offenbach am Main)
  • Kreiskrankenhaus Schlüchtern
  • Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern – Verwaltungsstelle Schlüchtern
  • Rathaus (Magistrat der Stadt Schlüchtern)

Ehemalige Behörden

  • Amtsgericht Schlüchtern bis 2011
  • Finanzamt Schlüchtern (jetzt Finanzamt in Gelnhausen)
  • Staatliches Schulamt (jetzt in Hanau)
  • Amt für Bodenmanagement Büdingen – Außenstelle Schlüchtern (Katasteramt)
  • Landratsamt (Kreisausschuss Schlüchtern und später Außenstelle des Main-Kinzig-Kreises) bis 1974 bzw. 2005
  • Gesundheitsamt (jetzt in Gelnhausen) bis 2005
  • Jugendamt (jetzt in Gelnhausen) bis 2005

Gewerbebetriebe (Auswahl)

  • Bien-Zenker (Fertighausbau)
  • Eckart (Hydraulik und Pneumatik)
  • Engelbert Strauss (Bekleidung)
  • Immergut (Molkerei)
  • Jökel Bau (Hoch- und Tiefbau)

Energie

Auf dem Gebiet der Stadt Schlüchtern wurden zwischen 1997 und 2019 in mehreren Windparks insgesamt 42 Windkraftanlagen unterschiedlicher Dimensionen errichtet. Es gehört damit heute zu den am dichtesten genutzten Windenergie-Bereichen in Hessen.

Zwei weitere Windkraftanlagen sind geplant. Anders als der bei den bisherigen Projekten eher verhaltene Protest regt sich hier jedoch erheblicher Widerstand. Der im März 2016 neugewählte Bürgermeister Matthias Möller (parteilos) hat erklärt, dass er gegen eine weitere Bebauung der Schlüchterner Gemarkung mit Windkraftanlagen ist. „Wir haben unseren Teil an der Energiewende mehr als geleistet.“

Bildung

Die Stadt Schlüchtern verfügt über drei allgemeinbildende Schulen und fünf berufsbildende Schulen.

Zu den allgemeinbildenden Schulen zählen die Bergwinkel-Grundschule, die Stadtschule Schlüchtern (Haupt- und Realschule) und das Ulrich-von-Hutten-Gymnasium. Auf dem Gebiet der Stadt Schlüchtern gibt es zudem noch eine Grundschule in Elm (Elmerland-Grundschule) sowie Zwergschulen in Herolz, Vollmerz und Wallroth (Landrückenschule).

Zu den berufsbildenden Schulen zählen die Kinzig-Schule (Berufliches Schulzentrum Schlüchtern), die Lehrbaustelle des Verbandes baugewerblicher Unternehmer Hessens e. V. Im Förderschulsektor gibt es die Bergwinkelschule – Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) sowie die Heinrich-Hermann-Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Außerdem sind die Volkshochschule Regionalstelle Schlüchtern und die Kirchenmusikalische Fortbildungsstätte zu nennen.

Verkehr

Straßen

Schlüchtern liegt an der Bundesautobahn 66 zwischen Frankfurt am Main und Fulda mit den Anschlussstellen Schlüchtern-Süd (48) und Schlüchtern-Nord (49).

Eisenbahn

Schlüchtern wird von der Kinzigtalbahn von Frankfurt nach Fulda und der Bahnstrecke Flieden–Gemünden berührt. Der Bahnhof Schlüchtern liegt an der Kinzigtalbahn und ist über eine Verbindungskurve auch an die Bahnstrecke Flieden–Gemünden angeschlossen. Im Bahnhof Schlüchtern halten alle Regionalbahnen und Regionalexpress-Züge sowie vereinzelte Intercity. An der Bahnstrecke Flieden–Gemünden liegt auf Schlüchterner Gemarkung der Betriebsbahnhof in Elm. Dieser war bis 1914 von hoher Bedeutung im Fernverkehr. Er bildete den Kopf einer Spitzkehre, mit der die Züge zwischen (Berlin-) Fulda und Frankfurt den Höhenzug des Distelrasens überwanden. Da dieser Betrieb bei zunehmendem Verkehr sehr hinderlich war, wurde ab 1909 unter dem Distelrasen der Schlüchterner Tunnel angelegt und am 1. Mai 1914 eingeweiht. Mit seiner Eröffnung verlor der Bahnhof Elm schlagartig an Bedeutung. Der Personenverkehr wurde dort 1963 eingestellt. Um den steigenden Verkehr bewältigen zu können, wurde 2007 mit dem Bau einer parallel laufenden zweiten Tunnelröhre begonnen, die 2011 vorläufig und -nach Sanierung der alten Tunnelröhre- 2014 endgültig in Betrieb genommen werden konnte. Durch die beiden Tunnelröhren wird der Zugverkehr jetzt jeweils eingleisig geleitet.

Ein weiterer ehemaliger Bahnhof in der Gemarkung Schlüchtern liegt in Vollmerz, ebenfalls an der Bahnstrecke Flieden–Gemünden.

Buslinien

Die Buslinien in Schlüchtern (ab 15. Dezember 2019) sind:

  • MKK-90: Schlüchtern – Hohenzell/Niederzell – Steinau – Bad Soden/Salmünster
  • MKK-91: Schlüchtern – Herolz – Vollmerz – Weiperz/Sannerz – Sterbfritz
  • MKK-92: Schlüchtern – Elm – Vollmerz – Gundhelm – Hutten – Elm – Schlüchtern
  • MKK-93: Schlüchtern – Elm – Hutten – Gundhelm – Vollmerz – Elm – Schlüchtern
  • MKK-95: Schlüchtern – Freiensteinau – Bad Soden/Salmünster
  • MKK-98: Schlüchtern – Klosterhöfe – Wallroth – Hintersteinau – Reinhards – Freiensteinau

Wander- und Radwanderwege

Durch Schlüchtern führt der 258 km lange Hessische Radfernweg R3, der in Rüdesheim am Rhein beginnt und über Fulda nach Tann in der Rhön führt. Schlüchtern wird von zahlreichen weiteren Wander- und Radwanderwegen berührt. Nähere Informationen sind bei WikiVoyage aufgeführt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Ulrich von Hutten (1488–1523), Ritter, Humanist und Rebell
  • Petrus Lotichius (1501–1567), Abt und Reformator des Klosters Schlüchtern
  • Petrus Lotichius Secundus (1528–1560), bedeutender neulateinischer Dichter
  • Christian Lotichius (1530–1568), Stellvertretender Abt des Klosters Schlüchtern
  • Johann Joachim Weitzel (1761–1840), Wohltäter der Stadt (Weitzel-Stiftung, Weitzelfest)
  • Bernhard Eberhard (1795–1860), Oberbürgermeister von Hanau, kurhessischer Minister, Ehrenbürger der Stadt Kassel
  • Henry Nicholas Bolander (1831–1897), Botaniker
  • Adam Heilmann (1860–1930), in Hohenzell geborener reformierter Theologe
  • Friedrich Blume (1893–1975), Musikwissenschaftler
  • Theodore Levitt (1925–2006), deutsch-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Professor an der Harvard Business School
  • Gustav Hildebrand (1925–2017), freischaffender Fotograf, Journalist und Autor
  • Hans Dorn (1928–2018), Landschaftsarchitekt und Aktivist der Landschaftsarchitektenverbände
  • Gerhard Kiesow (1934–2014), Apotheker und Historiker
  • Reinhold Heil (* 1954), Komponist, Tonmeister, Musikproduzent, Pianist, Keyboarder und Sänger, Mitglied der Nina Hagen Band und von Spliff
  • Jochem Hendricks (* 1959), Konzeptkünstler
  • Katharina Krause (* 1960), Kunsthistorikerin, Präsidentin der Philipps-Universität Marburg
  • Rainer Bomba (* 1964), Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
  • Stephan Lauber (* 1970), katholischer Theologe
  • Anna Cavazzini (* 1982), Politikerin, Bündnis 90/Grüne, Mitglied des neunten Europäischen Parlaments
  • Jonas Engel (* 1990), Jazzmusiker
  • Bastian Weinig (* 1992), Jazzmusiker

Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben oder mit der Stadt verbunden sind

  • Johann Peter Lotichius (1598–1669), Kaiserlicher Leibarzt, Rat und Geschichtsschreiber, Poet, Verfasser wissenschaftlicher Bücher
  • Gottfried Baist (1853–1920), Professor für romanische Sprach- und Literaturwissenschaft
  • Karl Leipold (1864–1943), Landschafts- und Marinemaler
  • Alfons Maria Lins (1888–1967), römisch-katholischer Theologe und Priester; Kurat in Schlüchtern
  • Elisabeth Schwarzhaupt (1901–1986), Bundesministerin
  • Georg-Wilhelm Hanna (* 1939), Historiker, Denkmalpfleger und Heimatforscher, 2019 mit dem Stadtsiegel der Stadt Schlüchtern ausgezeichnet
  • Markus Koch (* 1971), Börsenreporter
  • Dietrich Mattausch (* 1940), Schauspieler
  • Carsten Sostmeier (* 1960), Sportkommentator
  • Hugo Rudolf von Stumm (1845–1910), Industrieller, Erbauer von Schloss Ramholz
  • Richard von Kühlmann (1873–1948), Staatssekretär im Auswärtigen Amt und Ehemann von Margarete von Stumm, der Tochter von Hugo und Ludovica von Stumm
  • Walter Blankenburg (1903–1986), von 1947 bis 1968 Direktor der Kirchenmusikschule der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck in Schlüchtern, gestorben in Schlüchtern
  • Otto Vitense (1912–1962), Bürgermeister von Schlüchtern
  • Reinhold Anderlitschek (1915–2004), Bürgermeister von Schlüchtern und Sportfunktionär
  • Knut von Kühlmann-Stumm (1916–1977), Bundestagsabgeordneter und Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion und Sohn von Richard von Kühlmann und Margarete von Stumm; Wohnsitz unter anderem auf Schloss Ramholz
  • Ulrike Edschmid (* 1940), Schriftstellerin, die das Ulrich-von-Hutten-Gymnasium in Schlüchtern besuchte
  • Enver Şimşek (1961–2000), Blumenhändler und erstes Opfer der NSU

Ehrenbürger

  • Georg Flemmig (1874–1950)
  • Wilhelm Praesent (1896–1976)
  • Adolf Grammann (1911–2017)

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Schlüchtern

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