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Pattensen
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Pattensen
Auf der Burg 1-2
30982 Pattensen

http://www.pattensen.de/

Pattensen

160pxAbb. 1 Wappen von Pattensen
Basisdaten
Bundesland Niedersachsen
Höhe 63 m
PLZ 30982
Vorwahl 05066, 05069, 05101, 05102
Adresse der Verwaltung Auf der Burg 1–2
30982 Pattensen
Website www.pattensen.de
Bürgermeister Ramona Schumann (SPD)
Pattensen ist eine Kleinstadt in der Region Hannover südlich der Stadt Hannover in Niedersachsen. Sie ist mit etwa 15.000 Einwohnern nach Wennigsen die zweitkleinste Gemeinde in der Region und landwirtschaftlich geprägt. Viele der Bewohner sind Pendler in den Wirtschaftsraum Hannover.

Geografie

Pattensen grenzt im Uhrzeigersinn, beginnend im Südwesten, an Springe, Hemmingen und Laatzen, alle in der Region Hannover, sowie an Sarstedt und Nordstemmen aus dem Landkreis Hildesheim. Der Ort liegt in der historischen Landschaft des Calenberger Landes und innerhalb der Calenberger Lössbörde mit fruchtbaren Ackerböden.

Stadtgliederung

Zu Pattensen gehören die Stadtteile Hüpede, Jeinsen, Koldingen, Oerie, Pattensen-Mitte, Reden, Schulenburg und Vardegötzen und die Ortslagen Thiedenwiese und Lauenstadt.

Geschichte

Das Gebiet um Pattensen wurde in frühen Zeiten von Cheruskern und später Sachsen bewohnt. Aus dieser Zeit stammt noch die Stammeseinrichtung des Gaugrafen, den Pattensen schon recht früh bekam. Auf dem Schulenburger Berg im Süden des heutigen Stadtgebietes findet sich noch der Wall eines alten Befestigungswerks, das von Cheruskern und Sachsen als Fluchtburg vor den Römern bzw. Franken genutzt worden sein könnte. Im 9. Jahrhundert wurde in Pattensen bereits eine Urpfarrei gegründet. In Jeinsen haben Ausschachtungen ergeben, dass sich zu der Zeit bereits ein Gebäude dort befand, wo heute die St.-Georgs-Kirche aus dem 12. bis 13. Jahrhundert steht. Anfang des 11. Jahrhunderts findet man bereits urkundliche Erwähnungen der heutigen Stadtteile Hüpede (Hupida), Oerie (Oride), Thiedenwiese (Tiadikashem) und Vardegötzen (Fritegotessin).

Doch erst im ausgehenden 12. Jahrhundert erhielt die Bürgerschaft die ersten Stadtrechte, als die Grafen von Hallermund eine Burg zur Überwachung der Handelswege erbauten. An dieser Stelle befindet sich heute das Rathaus. Mit den Welfenherzögen bekam Pattensen im 13. Jahrhundert dann schließlich vollwertige Stadtrechte, woraufhin stadtübliche Wehranlagen errichtet werden. 1928 wurde eine Münze gefunden, die belegt, dass Pattensen schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts ein wichtiger Handelsplatz war. 1227 wird das Rittergut Reden erstmals erwähnt. Nur wenige Jahrzehnte später errichtet Otto der Strenge in Schulenburg die Feste Calenberg, von der das Umland seinen Namen hat. Die Feste wurde gegen die Bischöfe von Hildesheim errichtet und diente lange Zeit als Residenz und Verwaltungssitz der welfischen Herzöge.

1353 wird erstmals das Schloss Coldingen erwähnt, das zum Ende des 14. Jahrhunderts an die Bischöfe von Hildesheim fällt, die es schließlich zum Amtsschloss umbauen. Coldingen lag im Grenzgebiet zwischen dem Hochstift Hildesheim und den Welfischen Territorien und war somit stets Anlass für Querelen.

Pattensen stieg zum Archidiakonat auf und erreichte schließlich seinen religiösen Höhepunkt zur Zeit der Reformation, als Antonius Corvinus als Landessuperintendent (auch Jeinsen war Sitz einer Superintendentur) hier seinen Amtssitz hatte. Die erste große Kirchensynode des Landes fand hier statt, bis Corvinus Mitte des 16. Jahrhunderts für drei Jahre in der Feste Calenberg eingekerkert wurde, als die Gegenreformation Einzug erhielt.

Auf Betreiben von Herzog Erich II. wurden in den Hexenprozessen in der Stadt Eldagsen und der Hexenverfolgung in Neustadt am Rübenberge von 1568 bis 1574 Frauen aus Pattensen vor Gericht gestellt, darunter Annecke Rotschroeder, Annecke Voss und Margarethe Knigge.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde Pattensen gleich drei Mal in der Hildesheimer Stiftsfehde erobert und niedergerissen. Dabei ging eine ältere Wasserburg auf dem Gelände des Gutshofes in Hüpede verloren. 1523 wurde Coldingen wieder welfisch, blieb Amtssitz und erhielt einen neuen Bezirk. Er wurde Mitte des 17. Jahrhunderts auf Kosten des Amts Calenberg vergrößert und hatte bis 1852 Bestand. Noch verheerender waren die Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges, während dem das Calenberger Land viermal geplündert und unter anderem die Feste Calenberg zerstört wurde. Während dieser Zeit galt Pattensen noch als wichtiger Versammlungsort vieler Landtage und verlor erst an Bedeutung, als der Sitz des Herzogs Georg von Calenberg nach Hannover verlegt wurde.

In Pattensen kam es zu mehreren großen Bränden. Die verheerendsten ereigneten sich 1655 und 1733. Dabei wurden über 100 Wohnhäuser, 200 beziehungsweise 144 Scheunen und Ställe zerstört. Beim letzten Brand fanden 16 Menschen den Tod.

Zwischen 1857 und 1866 wurde das Schloss Marienburg auf dem Schulenburger Berg im Süden des heutigen Stadtgebietes errichtet. Es diente der Ehefrau des Königs Georg V. von Hannover, Marie, als Sommerresidenz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren zeitweise über 30 Prozent der Einwohner Pattensens Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Für die Katholiken unter ihnen wurde 1953 die Kirche St. Maria gebaut.

Pattensen gehörte zum Regierungsbezirk Hannover, bis dieser wie alle niedersächsischen Regierungsbezirke am 31. Dezember 2004 aufgelöst wurde.

Eingemeindungen

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Hüpede, Jeinsen, Koldingen, Oerie, Reden, Schulenburg (Leine) und Vardegötzen eingegliedert.

Politik

Rat der Stadt

Seit dem Januar 2016 setzt sich der Rat der Stadt wie folgt zusammen:

Partei/Liste Sitze
CDU 10
SPD 11
UWG/UWJ-Gruppe 4
Grüne 2
Freie Wähler 2

Zusätzlich gehört dem Rat die Bürgermeisterin Ramona Schumann (SPD) an. Sie wurde im Jahr 2014 in einer Direktwahl zur hauptamtlichen Repräsentation der Stadt gewählt.

Am 31. Dezember 2015 hat sich die nach der Kommunalwahl am 11. September 2011 mit einem Sitz im Rat vertretene Wählergemeinschaft „Bündnis für Bürger“ aufgelöst. Das Einzel-Ratsmitglied des Bündnisses wurde Mitglied der SPD und wechselte in die SPD-Fraktion. Damit verändert sich die Sitzverteilung. Die SPD, nun mit 11 Sitzen vertreten, verzichtete auf eine Neuorganisation der Ausschüsse.

Städtepartnerschaften

Pattensen unterhält eine Städtepartnerschaft mit Saint-Aubin-lès-Elbeuf in der Normandie. Zudem gibt es patenschaftliche Verbindungen nach Wilkszyn-Pisarzowice/Wilxen-Schreibersdorf und Karpniki/Fischbach in Schlesien, beide in Schlesien in Polen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Teile der Pattenser Altstadt wurden nach dem großen Brand von 1733 einheitlich neu aufgebaut. Statt der bis dahin vorherrschenden Giebelhäuser gibt es nun bis heute vor allem zweigeschossige traufständige Fachwerkhäuser. Besonders gut erhalten sind diese in der Dammstraße und am Marktplatz.

Pattensen ist Sitz der Superintendentur im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Laatzen-Springe des Sprengels Hannover. Dazu gehört in Pattensen die Stadtkirche St. Lucas am Corvinusplatz. Sie wurde um 1400 von einer dreischiffigen Basilika in eine Hallenkirche umgewandelt. Seit eines erneuten Umbaus 1801/1802 ist sie nun ein großer Saalraum, nur die Umfassungswände sind von der Hallenkirche erhalten geblieben.

Die katholische Kirche St. Maria am Ostlandplatz wurde 1953 erbaut. Seit 2006 gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Augustinus in Hannover-Oberricklingen.

Eine neuapostolische Kirche befindet sich an der Straße „Lange Heese“, ihre Gemeinde gehört zum Kirchenbezirk Hannover-Südwest.

1838 wurde die Alte Wache anstelle der alten Steintorwache errichtet.

Auch die Leinebrücke „Zum Calenberg“ von 1751, das Schloss Marienburg, das Koldinger Amtshaus von 1593 und die Ruine der Feste Calenberg zählen zu Pattensens Sehenswürdigkeiten.

Baudenkmäler

  • Liste der Baudenkmale in Pattensen

Vereine

Sport

  • TSV Pattensen
  • TSV Schulenburg
  • TV Pattensen/Leine
  • KKSV Ernst-August Schulenburg-Calenberg von 1928
  • MSC Pattensen 1928 im ADAC
  • Small Town Line Dancer
  • Koldinger Sportverein von 1946
  • Radsportverein Pattensen von 1990
  • Schießclub Pattensen von 1913
  • SCC Segel Club Calenberg

Musik und Kultur

  • Musikverein Pattensen von 1890
  • Liedertafel Pattensen 1862
  • MGV von 1870-Chorgemeinschaft Schulenburg Leine
  • Spielmann- & Fanfarencorps Pattensen von 1958
  • Alt Calenberger Fanfarenzug Pattensen von 1980

Fördervereine und Brauchtum

  • Rettungsring, Verein zur Förderung des örtlichen Hallen- und Freibades
  • Opel Club Pattensen seit 1997
  • Uniformiertes Jägercorps von 1851 der Stadt Pattensen
  • Modellflugklub Pattensen (MFK)

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

  • In Pattensen ist das Briefzentrum 30 der Deutschen Post angesiedelt.
  • Im Ortsteil Schulenburg betreibt die Firma J. Rettenmaier & Söhne die Niederlassung Calenberg mit einer historischen Mühle auf der sogenannten Leineinsel.
  • Die vormalige Volksbank Pattensen-Ronnenberg-Lehrte mit Sitz in Pattensen fusionierte 2015 mit der Volksbank Hildesheim zur Volksbank Hildesheim-Lehrte-Pattensen.
  • Carnehl Fahrzeugbau, Spezialfahrzeugbauer für Logistik
  • Kagema Industrieausrüstung, Pumpenhersteller und Brandschutzanlagen
  • Grahmann Ahrberg Hannöversche Landschlachterei, Fleischproduzent
  • Media-Manufaktur, Spezialverlag für Automobile und Digitales, Herausgeber von AutomotiveIT

Wirtschaftsstruktur

Pattensen verfügt über eine der höchsten Gastronomiedichten in der Region Hannover und über viele weitere mittelständische Unternehmen mit überregionaler Bedeutung. Trotz des Status eines Grundzentrums, verfügt Pattensen mit dem Calenberg-Center und einem Möbelgeschäft im Ortsteil Schulenburg über mit Mittelzentren vergleichbare Einzelhandelsstrukturen.Die Kaufkraft lag 2015 bei mehr als 111 Prozent des Bundesschnitts

Verkehr

Buslinien des Großraum-Verkehrs Hannover bedienen in den Ortsteilen Pattensens 30 Haltestellen. Sie stellen die Binnenerschließung Pattensens sicher und bieten Fahrmöglichkeiten zu umliegenden Gemeinden und ins Zentrum Hannovers. Zwar fehlt Schienenverkehr in Pattensen, doch bereits in benachbarten Laatzener und Springer Stadtteilen und südlichen Stadtteilen Hannovers erreichen die genannten Busse verschiedene Bahnhöfe, Haltepunkte und Haltestellen mehrerer Linien der S-Bahn Hannover und der Stadtbahn Hannover sowie das Messegelände. Die Bahnstrecken der Umgebung sind so nach weitaus kürzeren Busfahrten, als der zum Hauptbahnhof Hannover, nutzbar. Der S-Bahn-Haltepunkt Rethen ist nur etwa zwei Kilometer von der Ortschaft Koldingen entfernt. Die Bundesstraße 3 führt in Nord-Süd-Richtung durch Pattensen. Von der Ortsumgehung der B3 führt die Bundesstraße 443 in den Osten der Region Hannover und bindet dort mehrere Bundesfernstraßen an.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Heinrich Hoppe, seit 1956
  • August Birnbaum, seit 1956
  • Karl Schlemm, seit 1969
  • André Gantois, seit 1977
  • August Bötger, seit 1983
  • René Heroux, von 1977 bis 1995 Bürgermeister der Partnergemeinde Saint-Aubin-lès-Elbeuf, seit 1986
  • Horst Morawitzky, Politiker (CDU) und Bürgermeister von Pattensen, seit 1991
  • Jean-Pierre Blanquet, von 1995 bis 2009 Bürgermeister der Partnergemeinde Saint-Aubin-lès-Elbeuf, seit 2002
  • Per Mertesacker, Fußballspieler, Nationalspieler, Weltmeister 2014, seit 2014

Söhne und Töchter der Stadt

  • Anton Bocatius, evangelischer Geistlicher
  • Johann Lüders, Jurist und Hochschullehrer
  • Erich Melchior Lunde, lutherischer Theologe und Generalsuperintendent
  • Georg Christoph Dahme, lutherischer Theologe und Generalsuperintendent
  • Carl Bernhard Garve, evangelischer Theologe und Kirchenlieddichter
  • Ludwig Hellner, Architekt
  • Heinrich Langwost, Politiker und Mitglied der Deutsch-Hannoverschen Partei
  • Gunna Wendt, Schriftstellerin
  • Margarethe Knigge, eine Stattliche vom Adel, Angeklagte in einem Hexenprozess

Persönlichkeiten

  • Ritter Heinrich Hysce, (12. Jhd.), Urahn des Adelsgeschlecht von Reden im Ortsteil Reden
  • Ludolf Knigge (14. Jhd.), Ritter und Inhaber der Vogtei zu Pattensen; Urahn des Adelsgeschlecht von Knigge
  • Anton Corvinus, (1542–1553), Reformator und Pfarrer in Pattensen und General-Superintendent des Fürstentums Braunschweig-Calenberg
  • Albert Lüders, (17. Jhd.), evangelischer Pfarrer, Superintendent und Lieddichter
  • Johann Georg Conrad Oberdieck, (1794-1880), evangelischer Pfarrer in Jeinsen und einer der bedeutendsten deutschen Pomologen des 19. Jahrhunderts
  • Ernst August von Hannover, (1914–1987), Oberhaupt des Hauses von Hannover, lebte mit der Familie nach dem Krieg bis zum Tod im Hausgut Calenberg im Ortsteil Schulenburg/Leine
  • Ortrud von Hannover, Ehefrau von Herzog Ernst-August von Hannover und für den Aufbau des Museums im Schloss Marienburg im Ortsteil Schulenburg verantwortlich
  • Ernst August von Hannover, (* 1954) derzeitiges Familienoberhaupt der Welfen
  • Erbprinz Ernst August von Hannover, betreibt gemeinsam mit seinem Bruder Christian Schloss Marienburg
  • Klaus Heuermann, (* 1970), Jazzmusiker, wohnt in Pattensen
  • Lutz Krajenski, (* 1972), Komponist, Jazzmusiker und Pianist
  • Christopher Frank (* 1994), Pokerspieler

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Pattensen

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