Stadt Waren (Müritz)
Zum Amtsbrink 1
17192 Waren (Müritz)

http://www.waren-mueritz.de/

Waren (Müritz)

160pxAbb. 1 Wappen von Waren (Müritz)
Basisdaten
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Höhe 73 m
PLZ 17192
Vorwahl 03991
Adresse der Verwaltung Zum Amtsbrink 1
17192 Waren (Müritz)
Website www.waren-mueritz.de
Bürgermeister Norbert Möller (SPD)

Waren (Müritz) ist mit über 21.380 Einwohnern eine Mittelstadt und ein Kurort im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist Sitz des Amtes Seenlandschaft Waren, dem 19 Gemeinden angehören, die Stadt selbst ist amtsfrei. Waren ist eines der 18 Mittelzentren, hinsichtlich der Bevölkerung die achtgrößte und der Fläche nach die zweitgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern.

Waren, das im frühen 13. Jahrhundert aus einer slawischen Siedlung hervorging, wurde durch westfälische Siedler im Rahmen der Ostsiedlung ausgebaut und war acht Jahrzehnte Residenzstadt der Fürsten von Werle. Es gehörte jahrhundertelang zu Mecklenburg-Schwerin. Die Stadt erholte sich nur langsam von zahlreichen Stadtbränden, Epidemien und den Folgen des Dreißigjährigen Krieges.

Heute ist Waren der Hauptort an der Müritz und ein Zentrum der Urlaubsregion Mecklenburgische Seenplatte. Die weitgehend gut erhaltene Altstadt mit vielen historischen Bauwerken, das NaturErlebnisZentrum Müritzeum, die Festspiele der Müritz-Saga, der Stadthafen und die regionale Natur sind bedeutende Sehenswürdigkeiten. Neben dem Tourismus bedeutende Wirtschaftszweige sind auch die Lebensmittelwirtschaft und der Maschinenbau, der Weltmarktführer für große Schiffspropeller Mecklenburger Metallguss hat seinen Sitz in Waren. Zudem ist die Stadt ein regional bedeutsamer Verkehrsknotenpunkt sowie Ausbildungs- und Berufsschulstandort.

Name

Die Überlieferung von Waren beginnt mit dem Land (terra) Warne 1218, 1298; der Stadtname hat jedoch anfangs die gleiche Form: 1230, 1273, 1278, 1288, 1292, 1399 Warne. Erst seit 16. Jh. treten die Formen Waaren, Wahren, waren auf. - Der Name ist am ehesten aus altpolab. Varin(a) `Stelle mit siededendem, wallendem Wasser, einer Quelle`, zu variti ´kochen`, abzuleiten. Er könnte aber auch auf den germanischen Stamm der Warnen (Variner bzw. „Varinnae“) zurückgehen, zumal der Name früher auch Wahren, Warne oder lateinisch Warnae geschrieben wurde. Dies postulierte etwa Georg Waitz. Erst 1914 erhielt der Ort den Namen „Waren (Müritz)“ (Müritz stammt von dem wendischen Wort ‚Morcze‘ = ‚kleines Meer‘ oder ‚am Meer gelegener Ort‘).

Geographie

Waren liegt an der Müritz, dem größten vollständig in Deutschland liegenden Binnensee mit einer Fläche von 117 km², am Kölpinsee, am Tiefwarensee, am Feisnecksee, am Melzer See und am Waupacksee. Mitten in der Stadt liegt der Herrensee.

Stadtgliederung

Zum Stadtgebiet gehören die Stadt Waren (Müritz) sowie die Ortsteile Warenshof, Alt Falkenhagen, Neu Falkenhagen, Jägerhof, Rügeband, Schwenzin, Eldenholz und Eldenburg.

Die Stadt selbst kann man in die Viertel Altstadt, Ecktannen und Kamerun gliedern, dann Nesselberg und Papenberg sowie Waren-Nord, -Ost und -West und schließlich Werdersiedlung. Hinzu kommt die Siedlung jenseits der Bahngleise.

Klima

Waren liegt im klimatischen Übergangsbereich zwischen dem ozeanischen Meeresklima und dem kontinentalen Klima. Das Mikroklima wird im Wesentlichen durch die Müritz beeinflusst. Dadurch wird der Jahresgang der Temperatur sowohl bei der Erwärmung im Frühjahr als auch bei der Abkühlung im Herbst abgeschwächt. In Waren wird im langjährigen Mittel mit -4 °C die niedrigste Februartemperatur in Mecklenburg-Vorpommern registriert (Jeschke et al. 1980). Die Gebiete östlich der Müritz liegen im Regenschatten der mecklenburgischen Großseen und zeichnen sich durch geringere Niederschlagsmengen aus.

Geschichte

Vorschriftliche Geschichte

In der Mittelsteinzeit hielten sich Jäger und Sammler in der Nähe der Stinthorst auf, wie archäologische Spuren erwiesen.

Neolithische, damit bäuerliche Besiedlung lässt sich bei Eldenburg mit seiner „Feuersteinmanufaktur“ belegen. Erste Fundstücke, so eine „Streitaxt aus Hornblende“, „ein Keil aus Feuerstein“ sowie ein „Schmalmeißel“ aus demselben Material, wurden bereits 1841/44 öffentlich bekannt gemacht. 2007 wurde bei archäologischen Untersuchungen im Vorfeld einer Baumaßnahme in Vietzen bei Rechlin am Südende der Müritz ein Schädel aus der Zeit um 2900 v. Chr. entdeckt, der zwei Löcher einer Trepanation aufwies.

Um 1800 v. Chr. bestand eine frühbronzezeitliche Siedlung auf dem Nesselberg (unweit des Wasserturms auf dem Nesselberg), wo sich Hausgruben, ein „Feuersteinbeilchen von 8,5 cm Länge“ und ein Teil der Wege 2009 nachweisen ließen. Die parallel verlaufenden Wagenspuren gehören zu den frühesten Belegen für den Gebrauch von Karren oder Wagen in Mecklenburg. Aus der Zeit um 900 v. Chr. stammt ein Opferplatz am Melzer See.

Um Christi Geburt siedelten Langobarden und Semnonen am Müritzsee. Sie verließen im 2. Jahrhundert partiell dieses Gebiet.

Die Verbliebenen vermischten sich mit zuwandernden Slawen, die später als Müritzer, einer Stammesgruppe der Obodriten, um Siedlungszentren wie die Burgen von Vipperow - nach diesem Ort wurde die Vipperower Keramik des 10. bis 13. Jahrhunderts benannt - oder Malchow lebten. Aus dieser Zeit stammt ein gut erhaltener Burgwall auf einer Insel im Feisnecksee. Dazu gehörte auch eine größere Siedlung, ebenso wie westlich der Stadt auf dem heutigen Flurstück Alt-Waren eine slawische Siedlung bestand. Siedlungsfunde in der Warener Altstadt legen ebenso eine weitere slawische Siedlung nahe, wie ein mutmaßlicher Kietz, eine Dienstsiedlung, vor dem späteren Wassertor am Müritzufer. Überreste eines Hauses in der Langen Straße ließen sich auf die Zeit um 1220 datieren. Auf eine slawische Siedlung dieser Zeit deuten auch Keramikfunde hin, die in einem Gang zwischen Georgenkirche und Mühlenstraße sowie in der Straße selbst gefunden wurden. Dort müssen mehrere Häuser gestanden haben. Offenbar gab es einen fließenden Übergang zwischen der slawischen Siedlung und der entstehenden Stadt, zu der westfälische Siedler beitrugen, und die ursprüngliche Bevölkerung wurde in nicht mehr erkennbarer Art und Weise dabei integriert.

Erste Erwähnung

Waren wird (neben Gnoien, Bützow und einigen weiteren, nicht sicher zuzuordnenden Siedlungsplätzen) um 150 n. Chr. vom alexandrinischen Geografen Claudius Ptolemäus erwähnt (als „Virunum“) und gilt deshalb, sofern die Zuordnung zutrifft, einer der ersten in den Quellen erwähnten Orte auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns.

Stadtrechte (um 1225?), Residenzstadt (1347–1436)

Die Stadt wurde vor 1273 an der Handelsstraße vom Land Stargard nach Wismar bei einer Burg und einem slawischen Dorf von Siedlern aus Westfalen gegründet. In diesem Jahr wurde die Georgenkirche erwähnt: Nikolaus, Fürst von Werle, bestätigte am 23. April 1273 die Besitzungen des Klosters Broda in seinem Land, darunter das Patronatsrecht über die „ecclesia Warne“, die Kirche von Waren. Wahrscheinlich erfolgte die Gründung der Stadt jedoch früher, denn bereits 1243 erscheint ein „Johannes von Warne“ in einem Vertrag. Die ursprüngliche Stadt, die vielleicht um 1225 privilegiert wurde, lag jedenfalls im Bereich um die Georgenkirche am Alten Markt (Altstadt). Umstritten ist hingegen die Erwähnung einer „terra (so hießen die slawischen Bezirke in den deutschen Urkunden lateinischer Sprache) Warne“ und ihrer Zehntabgaben in einer Urkunde vom 15. März 1218. Mit der auf den 24. April 1230 vordatierten Urkunde versuchten die Klostervorsteher von Broda, sich Patronatsrechte über mehrere Dörfer zu erstreiten, um sich damit Einfluss, Dienste und Abgaben zu sichern. Ein Feldsteinchor an der Marienkirche dürfte aus dieser frühen Zeit stammen.

Doch Nikolaus Herrschaft Werla wurde nach seinem Tod im Jahr 1277 geteilt, wobei Waren an Werle-Güstrow kam. Nach einem in Form von langwierigen Fehden ausgetragenen Erbstreit wurde Waren mit dem Vertrag vom 31. Oktober 1294 Nikolaus II. zugeschlagen, der das geteilte Haus nach 17 Jahren wieder vereinigte.

Seit 1292 wurde Waren als civitas bezeichnet, was als Hinweis auf Stadtrechte gelten darf, und ab 1331 als oppidum (kleinere Stadt). 1306 erhielt die Stadt das Fischereirecht auf der Müritz, wobei ein Magister Arnold „Scholemester tho Warne“ die Urkunde aufgesetzt hatte. Am 13. April 1292 hatte Nikolaus II. der Siedlung das Eigentum über den „Wahrenschen Wold“ östlich der Müritz zugesprochen. Ende des 13. Jahrhunderts hatte Waren vielleicht 600 Einwohner.Am 2. Dezember 1316 kam es zu einer erneuten Erbteilung der Werleschen Herrschaft in Werle-Parchim, -Güstrow und Goldberg. Waren kam an den Güstrower Landesteil. In dieser Zeit entstand das Wappen, das in das heutige Wappen eingeflossen ist.

Am Alten Markt (heute: Alter Markt 14) befand sich das erste Rathaus. Wenig später entstand die Neustadt (Marienkirche), die um 1325 mit der Altstadt vereint wurde. Dabei verschmolzen die Handwerkersiedlung um die Georgskirche und die Burgsiedlung. Mittelpunkt war nun der Neue Markt, der Altstadt und Neustadt verband. Um die Stadt wurde eine Stadtmauer errichtet, zudem entstand eine kommunale Wassermühle.

Mit dem Erbteilungsvertrag von 1347 zwischen Nikolaus III. und seinem Bruder Bernhard II. von Werle-Güstrow wurde Waren zur Residenzstadt des Hauses Werle-Waren. Röbel, Wredenhagen und Penzlin wurden die bedeutendsten Orte des Kleinstaates. Bernhard II. residierte in Waren von 1347 bis zu seinem Tod im Jahr 1382. Die Werlesche Burg soll südlich der Marienkirche gestanden haben (Burgstraße). Mit dem Tod Christophs in einem Gefecht gegen die Brandenburger bei Pritzwalk erlosch die Herrschaft Werle. Mit dem Ende der nachfolgenden Linie Werle-Güstrow durch den Tod Wilhelms fiel das Land 1436 an die Herzöge von Mecklenburg. Damit verlor die Stadt nach fast einem Jahrhundert den Status einer Residenzstadt. Da die Werler dem Markgrafen von Brandenburg ihr Gebiet 1415 zu Lehen angetragen hatten, die werlischen Güter jedoch 1426 an Güstrow kamen, zehn Jahre später dann an Mecklenburg, mussten die Brandenburger 1442 durch Geldleistungen, Pfandrückgabe und Einräumen eines Eventualerbrechts in Mecklenburg abgefunden werden.

Am Stadtregiment, das neben Adligen von Stadtbürgern geführt wurde, änderte sich zunächst wenig. Der Handwerkerschaft war es gelungen, zu partizipieren, insbesondere den neun privilegierten Handwerken der Schuhmacher, Wollenweber und Schneider, der Bäcker und Knochenhauer, der Krämer, Schmiede, Kürschner und Fischer. Je zwei ihrer Älterleute saßen im Rat, und sie hatten Mitspracherechte bei der Wahl des Bürgermeisters, der gegen ihren Willen nicht ins Amt gelangen konnte.

Reformation und Dreißigjähriger Krieg, Epidemien und Stadtbrände (1524–1699)

Im Mai 1524 wurde in Waren erstmals im Sinne der Reformation gepredigt. Doch war dies nicht unumstritten. 1533 ersuchte der Rat den Herzog von Mecklenburg, keine Prediger mehr zu entsenden, da man neues „Blutvergießen, Schaden und Bitterkeit“ fürchte. Auch gebe es genügend Prediger der alten Lehre, die ein unanstößiges Leben führten. Bei einer Kirchenvisitation im Januar 1542 wurde jedoch festgestellt, dass die Reformation in lobenswerter Weise durchgeführt worden sei. Ab 1547 setzte Herzog Johann Albrecht I. die Reformation in ganz Mecklenburg durch.Mitte des 16. Jahrhunderts begann Waren abzusteigen. Durch die großen Stadtbrände von 1568, 1656, 1671, 1678, 1692 und gleich zwei Mal 1694, und vor allem durch den Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt etwa zehn Mal schwer verwüstet, was diesen Prozess dauerhaft und unumkehrbar machte.

Der Brand von 1568 zerstörte die Stadt fast vollständig, so dass selbst von den beiden Kirchen nur die Umfassungsmauern standhielten. 1580 traf die Stadt das Flussfieber, auch Spanischer Schnupfen genannt, 1583 die Pest. Gleichzeitig wuchsen die Belastungen, etwa durch die Türkensteuer, die im Burg-, Fischer-, Altentor- und Neuentorviertel erhoben wurden.

1625 wütete erneut die Pest. Der Dreißigjährige Krieg traf Waren erst in seinem neunten Jahr. Nachdem sich 1627 Neubrandenburg den kaiserlichen Truppen unter Oberst Arnim kampflos ergeben hatte, wurde auch Waren besetzt. Die Stadt musste monatlich 500 Taler aufbringen. Ganz Mecklenburg wurde zum Kriegsschauplatz und im März 1631 wurde Waren von Truppen Tillys, die auf dem Marsch von Neubrandenburg nach Magdeburg waren, geplündert. Als die Schweden sich 1637 nach Vorpommern zurückzogen, folgten ihnen kaiserliche Truppen unter General Gallas sowie brandenburgische und sächsische Einheiten. Kroatische Söldner, die auf dem Weg von Parchim nach Neubrandenburg waren, brannten im Juli 1637 72 der rund 200 Häuser in Waren nieder. Zum dritten Mal wurde die Stadt von der Pest getroffen. Dennoch lebten dort am Ende des Krieges etwa 1000 Menschen.

Bis 1699 zerstörten Stadtbrände Waren allein sechs Mal; nach dem Feuer von 1699 musste die Stadt praktisch neu aufgebaut werden. Nun wurde eine städtische Ziegelei errichtet, um die strohgedeckten Fachwerkhäuser durch Ziegelhäuser ersetzen zu können. Scheunen durften innerhalb des Stadtgebietes nicht mehr unterhalten werden. Jeder Bürger hatte Mittel zur Feuerbekämpfung bereitzuhalten.

Wiederaufbau, wirtschaftlicher Aufschwung (18. Jahrhundert bis 1918)

Ein gewisser Wiederaufschwung zeichnete sich nicht nur in der Wiederherstellung der Stadt, die beinahe ein Jahrhundert in Anspruch nahm, sondern auch in der Bildung ab. Pfarrer Hermann, der 1764 sein Amt antrat, förderte die Schule ungemein. Er hatte zuvor im Halleschen Waisenhaus unterrichtet und verfocht eine pietistische Richtung. Latein verlor seine Bedeutung zugunsten des Deutschen, neue Lehrmethoden wurden eingeführt, 1775 entstand eine Armenfreischule. Für die Mädchenschule wurde ein zweiter Lehrer eingestellt. Immerhin hatte sich bereits 1599 ein Krautkrämer, eine Art Apotheker in Waren niedergelassen, später folgte eine zweite Apotheke. 1725 eröffnete als erster Arzt Lewin Andreas Warnecke eine Praxis.Die Ruine der 1637 ausgebrannten Marienkirche erhielt 1739 ein neues Dach. Doch erst 1792 konnte sie wieder geweiht werden. Auch entstand ein neues Rathaus. Das erste Rathaus stand am Alten Markt und danach mitten auf dem Neuen Markt. Das heutige Rathaus am Neuen Markt wurde 1791 bis 1797 gebaut und 1857 ausgebaut.

Diese baulichen Maßnahmen ließen sich erst durchführen, als sich die Stadt vom Nordischen Krieg (1700–1721), in dem Warener Bürger Schanzarbeiten für die Belagerung von Wismar leisten mussten, und vom Siebenjährigen Krieg (1756–1763) erholt hatten, der mit seinen Einquartierungen und der Jagd preußischer Werber potentielle Rekruten, erhebliche Schäden anrichtete.

Seit 1736 sind jüdische Einwohner in Waren belegt (nach dem „Sternberger Hostienschänderprozess“ waren alle Juden aus Mecklenburg vertrieben worden). 1752 wird vom Rabbiner Lebh Peiser aus Waren berichtet. 1785 lebten zehn jüdische Familien in Waren, 1811 sind 31 Familien namentlich erwähnt. Die Warener Synagoge wurde 1795/96 erbaut. Von 1855 bis 1857 war der Rabbiner Dr. Moses Engelbert (1830–1891) in Waren tätig.

1806 fanden in der Stadt und in ihrer Umgebung Kämpfe zwischen Preußen (unter Führung von Blücher) und den eindringenden Franzosen unter Napoleon statt. Am 31. Oktober 1806 zogen die 20.000 Mann der mit York vereinigten Truppen durch Waren. Yorks Truppen lieferten sich Rückzugsgefechte mit französischen Einheiten unter Bernadotte westlich von Waren und bei Nossentin. Die Franzosen hoben die rechtlichen Unterschiede zwischen den Bürgern und den übrigen Einwohnern der Stadt auf, so dass nun alle gleichermaßen mit „Bürger“ (citoyen) anzureden waren. Am 22. Februar 1813 erhielten durch herzogliche Verfügung auch die Juden von Waren alle Bürgerrechte, doch nach dem Abzug der Franzosen wurden die meisten Rechteveränderungen wieder rückgängig gemacht.Die Kanalisierungen der Elde (1798–1803 und 1831–1837) und der Bau des Bolter Kanals (1831–1837) bewirkten einen wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt, deren Einwohnerzahl zwischen 1810 und 1850 von 3.022 auf 5.258 anstieg. 1839 entstand eine Gewerbeschule. 1845 eröffnete die erste Badeanstalt an der Müritz. 1862 wurde in der heutigen Müritzstraße am Stadthafen die Brauerei Birkenstädt gegründet, die ihren Betrieb allerdings 1920 wieder einstellte. 1869 wurde das Gymnasium, zunächst als Progymnasium, gegründet (heute: Richard-Wossidlo-Gymnasium). 1848/49 wurde die Chaussee Malchow–Waren–Neubrandenburg gebaut und mit dem Anschluss an die Bahnstrecke Waren–Malchin ab 1879 entwickelte sich Waren zu einem Verkehrsknotenpunkt. 1885 wurde die Mecklenburgische Südbahn von Parchim über Waren nach Neubrandenburg, 1886 die Lloydbahn von Neustrelitz über Waren nach Rostock eröffnet. Doch all diese Maßnahmen kamen im Vergleich zu den entwickelten Regionen des Reiches sehr spät, so dass Mecklenburg insgesamt als „rückständig“ galt.

Revolution von 1848, Bürgermeister Schlaaff (1866–1899), Dominanz des Tourismus (um 1900–1937)

1848 kam es in Waren und seiner Umgebung zu schweren Unruhen. 800 bis 1000 Aufständische aus 18 Gemeinden und aus Waren zogen in zwei Gruppen nach Torgelow, um den verhassten Gutsbesitzer Behr dazu zu zwingen, ihre Lebensverhältnisse zu verbessern. In Waren selbst richteten sich Demonstrationen gegen Rat und Bürgermeister. Reguläre Truppen wurden dorthin verlegt, so dass es zu keinerlei weiteren Reformen kam.

Doch Bürgermeister Wilhelm Christian Ludwig Schlaaff, der das Amt von 1866 bis 1899 führte, konnte auf der Grundlage des Beitritts von Mecklenburg-Vorpommern zum Zollverein im Jahr 1867, der Gewerbefreiheit, und vor allem der Übernahme von Gesetzen des Reiches ab 1871 eine Reihe von Reformen durchführen. 1856 war der Anschluss an das Telegrafennetz erfolgt, 1863 hatte das Gaswerk seinen Betrieb aufgenommen. 1871 wurde das erste städtische Krankenhaus eröffnet. Waren wurde nach Schwerin die erste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, die ein Wasserwerk in Betrieb setzte (1898).War bis in die Zeit um 1900 eine aufholende industrielle Entwicklung zu beobachten, wenn diese sich auch weitgehend auf den Agrarbereich beschränkte, so nahm die Bedeutung des Tourismus um diese Zeit stark zu. Dieser wurde bis in die mittleren 1930er Jahre zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Dazu trugen einerseits Schriftsteller wie Theodor Fontane bei, aber auch die Tatsache, dass die Eisenbahnverbindung nach Berlin das Reisen ungemein beschleunigte und vereinfachte.

Zwischenkriegszeit, Kapp-Putsch, Aufstieg zur Kreisstadt

Der Rittmeister Stephan von le Fort (1884–1953) vom Gut Boek sammelte 1920 eine Reihe von Freikorps-Kämpfern um sich und verhängte während des Kapp-Putsches am 17. März 1920 über die Stadt Waren den Belagerungszustand. Am 18. März 1920 ließ er mit seinem Vetter, dem Reichswehrleutnant Peter Alexander von le Fort, die Stadt mit einem Geschütz und drei Maschinengewehren vom Galgenberg aus beschießen, wobei es fünf Tote und elf Schwerverletzte zu beklagen gab. Nach der Niederschlagung des Putsches flohen beide nach München und Österreich, und der Familienbesitz wurde vom Freistaat Mecklenburg-Strelitz liquidiert. An der Rückfront des Warener Rathauses ist heute noch ein Einschussloch zur Erinnerung an die Beschießung zu sehen.

Seit 1920 erhebt die Stadt eine Kurtaxe. Am 3. Dezember 1920 wurde Waren Kreisstadt des Landkreises Waren. Am 11. November 1925 wurde das Amt Röbel dem Amt Waren zugeschlagen. 1925 erhielt die Stadt elektrisches Licht und der Hafen erreichte seinen wirtschaftlichen Höhepunkt: 188 ankommende und 208 auslaufende Schiffe schlugen insgesamt 22.330 Tonnen Güter um.

1927 waren in der Stadt folgende größere Betriebe tätig: Molkerei Naschkatze, Maschinenfabrik und Eisengießerei Piechatzek (heute Mecklenburger Metallguss), Dampfsägerei Steinborn, Mühle Thiele und Buggisch, Milchexportgesellschaft Natura, eine Kartoffelflockenfabrik, Dampfsägerei Strubelt, Gasanstalt und ein Unternehmen zur Fischverwertung.Es gab 14 Baugeschäfte, eine Dachpappenfabrik, fünf Mühlen, zwei Zementsteinfabriken und die Großfischerei Rosengarten.

Zeit des Nationalsozialismus, Vernichtung der jüdischen Gemeinde, Krieg

Bei den Amtsvertreterwahlen am 1. November 1931 wurde die NSDAP stärkste Partei. Sie stellte ab dem 1. April 1932 den Amtshauptmann (Landrat) und ab Dezember 1932 den Bürgermeister.In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die in Waren ansässigen jüdischen Bürger verfolgt, vertrieben und in Konzentrationslagern ermordet. Die jüdische Gemeinde, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts 150 Mitglieder gehabt hatte, schrumpfte bis April 1938 auf neun Mitglieder. Die alte Synagoge war schon 1936 an einen Tischler verkauft worden, so dass sie von den Nationalsozialisten nicht zerstört wurde (dies geschah erst 1950 bei Sanierungsarbeiten). Jedoch wurden beim Novemberpogrom 1938 die beiden verbliebenen jüdischen Geschäfte samt ihrer Waren zerstört. Auch der Jüdische Friedhof wurde geschändet und zerstört. Seit 1961 erinnert dort eine Gedenkstätte an ihn. 1942 lebten keine Juden mehr in Waren.

Ab 1936 errichteten die Dürener Metallwerke (Zulieferer für die militärische Flugzeugindustrie) ein Werk in Waren, die Mecklenburgische Metallwarenfabrik m. b. H. Waren (Memefa), die zum Quandt-Konzern gehörte. Dort mussten mehrere Tausend Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern unter menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten. Zur Schaffung von Werkswohnungen für die deutschen Beschäftigten entstand von 1936 bis 1941 die Westsiedlung, für die der Berliner Architekt Günther Paulus (1898–1976) Mehrfamilienhäuser (in der Thomas-Mann-Straße, Friedrich-Engels-Platz, Clara Zetkin-Straße), Doppelhäuser und die sogenannten Werkmeisterwohnhäuser entwarf. In der Folge wuchs die Einwohnerzahl um über 4000. In Warenshof entstand das „Marinelager“ als Barackensiedlung (Ausbildung für den Nachrichtendienst der Marine). Bereits 1937 war der Tourismus an der Müritz unterbunden, da der Raum der Kriegswirtschaft vorbehalten war.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde im Kurhaus „Müritzhöhe“ ein Marinelazarett eingerichtet. In den letzten Kriegsmonaten wurden zusätzlich die Volksschule an der Denkmalstraße, das Gymnasium und das Hotel „Warener Hof“ zu Notlazaretten. Am 1. Mai 1945 besetzte die Rote Armee kampflos die Stadt. Der Krieg hatte 1450 Warener das Leben gekostet; obwohl es keine Kämpfe gab, kamen im April und im Mai weitere 300 Warener hinzu, die sich umgebracht hatten.

Sowjetische Besatzungszone, Reparationen, Vertriebene (1945–1949)

Im Oktober setzte der sowjetische Militärkommandant per Befehl Friedrich Dethloff (KPD) als Bürgermeister ein. Die sowjetische NKWD-Dienststelle in der Kietzstraße 10, dem „Haus des Schreckens“, war für harte Verhöre und Folter bekannt. Ende des Jahres waren über 6000 Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in der Stadt, so dass 19.872 Menschen in der Stadt gezählt wurden, von denen dort vor dem Krieg nur 13.779 gelebt hatten. 30,6 % der Bevölkerung waren Flüchtlinge. Bis zum Frühjahr 1946 gab es eine Typhusepidemie, der viele Menschen zum Opfer fielen. Die Einrichtungen der „Memefa“ und der Dampfmühle Thiele und Buggisch wurden als Reparationsleistungen demontiert und in die Sowjetunion gebracht. Die Bahnlinie Rostock-Neustrelitz sowie die Teilstrecken Malchow-Karow und Möllenhagen-Neubrandenburg wurden stillgelegt und die Gleise abtransportiert.

DDR (1945–1990)

Zu DDR-Zeiten gelang es, unter völlig veränderten „Produktionsverhältnissen“, einen gewissen Wohlstand zu erreichen. 1952 wurde die DDR in 14 Bezirke und Kreise eingeteilt, was unter Auflösung der alten Ländergrenzen zu einer verstärkten Zentralisierung führte. Waren gehörte als einer der vierzehn Kreise zum Bezirk Neubrandenburg, dessen Hauptstadt den Stadtkreis Neubrandenburg bildete.

1963 beging die Stadt ihr (angeblich) 700-jähriges Bestehen, doch gibt es keinen Quellenbeleg für das Gründungsjahr 1263. Die Stadt versprach sich wirtschaftliche Hilfen davon, wie sie offenbar allen Städten zustanden, die 600 oder 700 Jahre und älter waren.In den 1970er Jahren wurden größere Teile der historischen Altstadt einer großflächigen Verkehrsplanung geopfert und abgerissen. Dieser Verlust bewirkte in Waren eine Sensibilisierung besonders vieler Einwohner für die Erhaltung der verbliebenen, oft jahrhundertealten Bauten der Altstadt. Lange vor Öffnung der innerdeutschen Grenzen entstand in Waren eine Bürgerbewegung „Rettet die Altstadt“, deren Wirken maßgeblichen Anteil an der Erhaltung des heutigen Stadtkerns hat. Den Anstoß für die von den Einwohnern abgelehnten Eingriffe hatte die Vorstellung von einer Rückständigkeit der Region gegeben, die man nur glaubte, durch Industrialisierung überwinden zu können. Das „Eisenwerk“ und das Teigwarenwerk in Waren wurden dementsprechend modernisiert, und es entstanden Werke für Wellpappe, für Fleischverarbeitung und eine Großbäckerei sowie der Müritzmilchhof. Um die neuen Arbeiter für diese Fabriken aufnehmen zu können, wurde der Stadtteil Waren-West errichtet.

Bereits 1954 tat sich ein Konflikt zwischen industrieller Nutzung und Tourismus auf, denn in diesem Jahr wurde Waren zum Luftkurort erhoben. Dort erholten sich zahlreiche Kinder des Landes im Zentralen Pionierferienlager La Pasionaria. Bereits 1955 existierte eine Kurverwaltung. Dennoch blieb die Landwirtschaft, dann die Industrie in den Planungen vorrangig, so dass touristische Infrastrukturen nur bedingt entstanden.

Auf Drängen Gerhard Grünenbergs, Sekretär für Land- und Forstwirtschaft im Zentralkomitee der SED, erfolgte 1962 die Einrichtung des Staatsjagdgebietes Nossentiner Heide (Rothirsche), in das die Staatlichen Forstwirtschaftsbetriebe Güstrow, Parchim, Malchow und Waren (Müritz) eingebunden wurden.

Bei Waren befand sich eines der vier zentralen Atomraketendepots der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.

Am 8. Oktober 1989 entstand die Warener Gruppe des Neuen Forums, am 16. Oktober kam es, nach einer Reihe von Demonstrationen, erstmals auch in Waren zu einer Kundgebung, als 300 Bürger mit Kerzen von der Georgenkirche in die Marienkirche zogen. Ihr Motto lautete: „Eine Hoffnung lernt laufen“.

Wiederherstellung des Stadtkerns, Luftkurort, erneute Dominanz des Tourismus (seit 1990)

Nach der Wende wurde ab 1991 der historische Stadtkern zwischen der Müritz und dem Tiefwarensee im Rahmen der Städtebauförderung saniert und damit das Stadtbild mit den drei Kirchen, Rathaus, Altem und Neuem Markt und den Speichern verbessert. Seit 1. Mai 1999 ist Waren ein „staatlich anerkannter Luftkurort“, seit Juni 2012 trägt die Stadt zusätzlich das Kurortprädikat „Heilbad“. Es wird Sole gefördert und als Solesalz verkauft.

Die Sperrung des Specker Horstes als Staatsjagdgebiet und Domizil des Ministerratsvorsitzenden Willi Stoph wurde aufgehoben. Zur wirtschaftlichen Entwicklung trug aber vor allem der Nationalpark bei, der mit Hilfe entsprechender Strukturen den Tourismus wieder zur wesentlichen Grundlage der lokalen Ökonomie machte. Der Nationalpark geht auf die Initiative des stellvertretenden Umweltministers der DDR, Michael Succow, zurück, der auf der letzten Sitzung des Ministerrats vor seiner Auflösung, am 12. September 1990 erreichte, dass mit dem Nationalparkprogramm der DDR fast 5000 km² des Staatsgebiets unter Schutz gestellt wurden.

Einwohnerentwicklung (1900–2015)

Jahr Einwohner
1900 8.848
1910 9.182
1919 9.203
1925 10.363
1933 11.622
1937 14.236
1939 15.538
1945* 19.218
Jahr Einwohner
1950 20.594
1970 21.332
1977 23.057
1983 24.101
1987 24.300
2004 21.637
2006 21.236
2012 21.074
2015 21.354

(jeweils am 31. Dezember)

  • 1. Dezember

Politik

Stadtvertretung

Die Stadtvertretung Warens setzt sich seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wie folgt zusammen:

Partei / Liste Sitze Stimmanteile
CDU 9 32,3 %
SPD 6 22,0 %
Die Linke 6 21,0 %
FDP 2 5,5 %
GRÜNE 1 3,9 %
NPD 1 1,9 %
Müritzer Unternehmensgruppe (MUG) 2 8,2 %
Einzelbewerberin 1 5,0 %
Gesamt 28 100 %

Städtepartnerschaften

Die Stadt Waren pflegt zum Erfahrungsaustausch Städtepartnerschaften. Es werden gemeinsame Projekte entwickelt, Gäste aus einigen Partnerstädten beteiligen sich an der Gestaltung des Müritzfestes mit Informationsständen und kulturellen Beiträgen. Im Gegenzug ist Waren bei ähnlichen Veranstaltungen der Partner präsent. 2005 wurde in der Stadtvertretung eine Arbeitsgruppe Städtepartnerschaften gegründet, die Gästebetreuung vor Ort organisiert und für Konzeptarbeit, Projektplanung und Haushaltsplanung zuständig ist.

Städtepartnerschaften bestehen zu den Städten Springe in Niedersachsen und Schleswig in Schleswig-Holstein. Internationale Partnerstädte sind Rokkasho im Norden von Japans Insel Honshū, Magione im italienischen Umbrien, Suwałki in der nordostpolnischen Woiwodschaft Podlachien und Gorna Orjachowiza in Nordbulgarien.

Wappen

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 44 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Gold die Front einer gezinnten roten Rundmauer mit offenem Tor und zwei großen, spitzbedachten Zinnentürmen auf grünem Anger, bespült von blauen Wellen; zwischen den Türmen auf der Mauer die vordere Hälfte eines herschauenden, nach rechts schreitenden schwarzen Stiers mit silbernen Hörnern und goldener Krone; über dem Haupt des Stieres ein schwebender blauer Topfhelm mit zwei an gekreuzten grünen Stangen befestigten Pfauenfederrosetten in natürlichen Farben.“

Das Wappen wurde 1993 von dem Barsbütteler Hans-Frieder Kühne neu gezeichnet.

Flagge

Die Flagge der Stadt ist gleichmäßig längsgestreift in Blau, Gold (Gelb) und Rot. Auf dem goldenen (gelben) Streifen liegt in der Mitte, zu jeweils zwei Dritteln in den blauen und roten Streifen übergehend, das Stadtwappen.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Um Waren herum befinden sich Naturparks wie die Nossentiner-Schwinzer Heide oder der Müritz-Nationalpark. Auf dem Damerower Werder, der zur Gemeinde Jabel gehört, befindet sich auch ein Schaugehege für Wisente.

Im historischen Stadtkern von Waren (Müritz) befinden sich viele Restaurants, Cafés und Bars und mehrere Einkaufsstraßen.

Müritzeum

Das Müritzeum zeigt das größte Süßwasseraquarium für heimische Fische in Deutschland - dazu gehören die im Hause befindlichen etwa 40 Fischarten - und eine interaktive, multimediale Ausstellung zur Müritzregion und zum Müritz-Nationalpark, wie zur Mecklenburgischen Seenplatte insgesamt.

Kirchen

  • Kirche St. Georgen vom Anfang des 14. Jahrhunderts: Dreischiffige Basilika mit vierjochigem Langhaus als Bauwerk der Backsteingotik, gedeckt von einem Kreuzrippengewölbe. Der quadratische Westturm stammt von 1414. 1699 wütete ein Brand, die Herrichtung des Gebäudes fand aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts statt. Altar, Kanzel und Doppelempore wurden im neugotischen Stil geschaffen.
  • Kirche St. Marien: Rechteckiger, einschiffiger Backsteinbau im Osten der Altstadt. Um sie herum gründete sich die sogenannte Neustadt. Der Westturm mit seinem sehr auffälligen Turmaufbau wurde am Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet; der Aufbau stammt von 1790/92. Der rechteckige Feldsteinchor geht auf die Überreste der dort errichteten Burgkapelle der nicht mehr existierenden Warener Burg (Große Burgstraße) zurück, datiert zum Beginn des 13. Jahrhunderts. Die Fenster der Sakristei sind im romanischen Stil gehalten. Auf dem Altar steht eine 1909 aufgestellte Kreuzigungsgruppe mit Maria, Maria Magdalena und Johannes. Sie wurde vom Tiroler Bildhauer Ingenuin Demetz geschnitzt.
  • Katholische Heilig-Kreuz-Kirche

Weitere Gebäude

  • Alte Feuerwache (Eingeschossiger Backsteinbau 19. Jahrhundert) und Alter Markt
  • Altes Rathaus (Zweigeschossiger Backsteinbau mit Arkaden – ehemalige Gerichtslaube – am Ostgiebel, 15. Jahrhundert) und Alter Markt
  • Brauhaus Müritz
  • Bürger- und Verwaltungszentrum
  • Haupthaus Richard-Wossidlo-Gymnasium
  • Kietzspeicher
  • Löwenapotheke (zweigeschossiger Fachwerkbau, um 1800, mit dem „Haus des Gastes“), Neuer Markt 21
  • Müritzeum
  • Neues Rathaus (Tudorgotik, Mitte 19. Jahrhundert) mit Einschussloch vom Kapp-Putsch 1920 und Neuer Markt
  • Schloss Weinberg
  • Stadthafen mit den alten Hafenspeichern

Geschichtsdenkmale

  • Gedenkanlage mit Holzskulptur von 1994 von dem Bildhauer Sven Domann an der Geschwister-Scholl-Straße/Ecke Dietrich-Bonhoeffer-Straße zur Erinnerung an den christlichen Widerstand der „Weißen Rose“
  • Gedenkstätte von 1947 und 1950 Am Kietz für 224 weibliche KZ-Häftlinge, die Opfer der Zwangsarbeit wurden
  • Gedenkstein am Friedhof (an der B 192) für die Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten
  • Gedenkstein am südlichen Ufer des Tiefwarensees zur Erinnerung an die Warener Synagoge
  • Gedenkstein von 1945 auf dem Friedhof an den Gräbern sowjetischer Soldaten und Zwangsarbeiter
  • Gedenktafel an der heutigen Volksbank (Kiezstraße) für die Folterungen durch die Sowjets nach 1945
  • Gedenktafel von 1994 am Sitz der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus acht europäischen Ländern, die in der Rüstungsproduktion der Memefa Zwangsarbeit verrichten mussten
  • Gedenktafel aus den 1960er Jahren am Haus Feldstraße 19 für den kommunistischen Widerstandskämpfer Hermann Gatzke, der wegen seines Widerstands zu hoher Zuchthausstrafe verurteilt wurde
  • Gedenktafel aus den 1960er Jahren in der Papenbergstraße 12 für den kommunistischen Stadtverordneten Paul Rachow, der 1945 im KZ Neuengamme ermordet wurde
  • Gedenkstätte mit Tafel am Papenberg an der Straße nach Neubrandenburg für den 1938 von den Nazis geschändeten Jüdischen Friedhof. An der Umfriedungsmauer eine Travertinstele des Bildhauers Walter Preik für die jüdischen Opfer des Faschismus

Müritz-Saga

Die Müritz-Saga ist ein Zyklus von Theaterstücken, deren fiktive Handlungen in der Müritz-Region spielen. Ergänzt werden die Stoffe durch Sagen, Geschichten und Legenden der Region. Jeder Teil hat eine in sich abgeschlossene Handlung. Allerdings bauen die Teile lose aufeinander auf. Die Stücke sind eigens für die Freilichtbühne in Waren konzipiert, die sich auf dem Areal rund um das romantische Amphitheater auf dem Mühlenberg befindet und nach 2006 umgebaut und neu gestaltet wurde. Die Naturbühne wurde dazu restauriert, die Besucherränge erneuert und ein Haus für die Tontechnik und Regie errichtet. Im Sommer 2009 entstand ein Cateringhäuschen in mittelalterlicher Ansicht. Das Theater verfügt nunmehr über 1200 Sitzplätze.

Autor der Müritz-Saga war von 2006 bis 2013 der Film- und Fernsehregisseur Roland Oehme. Seit 2014 ist Wolf R. Kuhl Autor der Müritz-Saga. Der erste Teil Zeit der Hoffnung erlebte 2006 auf der Freilichtbühne seine Premiere. Seither folgte jährlich ein weiterer Teil. Regie führt der Schauspieler und Regisseur Nils Düwell. Außer ausgebildeten Schauspielern nehmen Einwohner der Müritzregion auf der Bühne teil.

Kultur

Kino Haus Acht: 2014 nach 20-jähriger Pause wieder ein kleines Programmkino mit Hilfe des Landesverbandes Filmkommunikation Mecklenburg-Vorpommern eingerichtet. Es befindet sich im Soziokulturellen Zentrum des Kultur- und Kunstvereins. Der Betreiber Kulturverein Waren dient der Förderung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in der Region.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Seit 2002 findet jährlich im Mai die Müritz Sail statt, an der Binnensegler und auch Hochseesegler teilnehmen und mehr als 50.000 Besucher in die Stadt strömen.
  • Am letzten Juliwochenende findet jedes Jahr in Waren der Triathlon in Mecklenburg-Vorpommern statt.
  • Das Müritzschwimmen findet seit 1969 über eine Strecke von 1950 Metern im nördlichen Teil der Müritz statt, an dem mehrere hundert Schwimmer jährlich teilnehmen.
  • Seit 2001 ist der Müritz-Lauf Bestandteil des sportlichen Geschehens. Jedes Jahr im August treffen sich nationale und internationale Sportler, um an den verschiedenen Wettbewerben rund um die Müritz teilzunehmen. Der Müritz-Lauf ist die teilnehmerstärkste Veranstaltung der Region (2013 mit 1103 Teilnehmer).

Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur

Wirtschaft und Unternehmen

  • Heinrich Nölke GmbH & Co. KG Betrieb Waren/Müritz
  • Mecklenburger Metallguss GmbH (MMG), die im Februar 2006 den weltweit größten jemals hergestellten Schiffspropeller auslieferte
  • Möwe Teigwarenwerk GmbH
  • Fischerei Müritz Plau GmbH - Müritzfischer und Fischkaufhaus

Verkehr

Straßen

Die Bundesautobahn 19 führt in 30 Kilometern Entfernung an der Stadt vorbei. Waren ist über die Bundesstraßen 192 und 108 an die Autobahn angebunden.

Im September 2013 wurde über eine Ortsumgehung abgestimmt. Hierbei stand zur Diskussion, ob eine Brücke über den Tiefwarensee gebaut werden sollte. Die Kritiker dieses Projektes gewannen die Volksabstimmung mit fast 60 Prozent. Im März 2014 ließ die Stadtverwaltung nach einer nichtöffentlichen Sitzung verlauten, dass die Pläne zur Brücke über den Tiefwarensee trotz der Ablehnung noch nicht vom Tisch seien.

EisenbahnWaren (Müritz) liegt an der Eisenbahnstrecke Berlin–Rostock (Lloydbahn). Eine Nebenbahnstrecke (Mecklenburgische Südbahn) führt ferner in die Inselstadt Malchow. Seit 2007 gibt es einen ICE-Halt der Linie Rostock–Berlin–München in Waren.

Öffentlicher Personennahverkehr

Der Öffentliche Personennahverkehr der Stadt erfolgt durch die Personenverkehr GmbH Müritz. Diese betreibt zwei Stadtbuslinien (Linien 2 und 3). Das Umland im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist mit Regionalbussen erreichbar. Von Bedeutung sind dabei insbesondere eine Regionalbuslinie im Taktverkehr nach Neubrandenburg bzw. Röbel/Müritz (datBus), sowie die touristische Buslinie in den Müritz-Nationalpark.

Energieversorgung

Am Papenberg befindet sich seit 1984 Deutschlands erstes Geothermiekraftwerk im Megawatt-Leistungsbereich zur Wärmeversorgung.

Staatliche Einrichtungen

  • Amt Seenlandschaft Waren
  • Amtsgericht und Grundbuchamt Waren (Müritz)
  • Finanzamt Waren
  • Stadtverwaltung
  • Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg, Außenstelle Waren
  • Wasserschutzpolizeiinspektion

Bildungseinrichtungen

  • Berufsschule mit Fachgymnasium
  • Grundschulen
    • Grundschule am Papenberg
    • Käthe-Kollwitz-Grundschule
  • Grundschulen mit Orientierungsstufe
    • Arche-Schule, Evangelische Grundschule mit Orientierungsstufe
  • Regionalschulen
    • Friedrich-Dethloff-Schule
    • Regionale Schule Waren/West
  • Richard-Wossidlo-Gymnasium als Campus-Gymnasium
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum „Pestalozzi“ Waren
  • Überregionales Ausbildungszentrum Waren/Grevesmühlen (ÜAZ)

Freizeit- und Sport

Die Müritz bietet zahlreiche Möglichkeiten wie Schwimmen, Segeln, Windsurfen. Es gibt vier Strandbäder und ein gut ausgebautes Wegenetz.

Die Stadt weist ein Drei-Säle-Kino, eine Bundeskegelbahn und eine Bowlingbahn auf.

Am nordöstlichen Stadtrand von Waren verläuft einmal rund um den Tiefwarensee der Eiszeitlehrpfad Tiefwarensee.

Der Warener Luftsportverein unterhält den Flugplatz Waren/Vielist im benachbarten Vielist.

Persönlichkeiten

s. Liste der Persönlichkeiten der Stadt Waren (Müritz)

Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten, die in Waren geboren wurden, zählt wohl Johann Albrecht II. (1590–1636), Herzog zu Mecklenburg, ebenso wie Heinrich Christian Pries (1798–1866), Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt und Parlamentarier. Auch Johann Carl Heinrich Dreyer (1723–1802), der Rechtswissenschaftler und Politiker, aber auch der Botaniker Johann Friedrich Peter Dreves (1772–1816) sowie die Schriftstellerin Henriette von Bissing (1798–1879) erreichten auch außerhalb Warens eine erhebliche Bedeutung oder wurden Ehrenbürger der Stadt.

An Persönlichkeiten, die in Waren gewirkt haben, ragt das Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung Carl Bandelow (1804–1869) heraus, er soll ab 1835 Gutsbesitzer in Waren gewesen sein. Überregionale Bedeutung haben auch die Dichter, wie auch Martha Fritsch (1860–1917), Theodor Fontanes einzige Tochter und Herausgeberin. Sie verbrachte die letzten Jahre ihres Lebens in Waren; ebenso Ernst Hamann (1862–1952), ein Heimatdichter, der seine Jugend- und Schuljahre in Waren verbrachte. Ehrenbürger und Volkskundler war Richard Wossidlo (1859–1939). Er war von 1886 bis 1922 Lehrer am Gymnasium der Stadt.

Panoramabild

Weblinks

    Hinweis

    Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Waren (Müritz)

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    Stadtplan Waren (Müritz)