Informationen
Strassen
Einrichtungen
Malchow
Navigation
Stadt Malchow
Der Bürgermeister
Alter Markt 1
17213 Malchow

http://www.stadt-malchow.de/

Malchow (Mecklenburg)

160pxAbb. 1 Wappen von Malchow (Mecklenburg)
Basisdaten
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Höhe 75 m
Fläche 44.60 km2
PLZ 17213
Vorwahl 039932
Gliederung 4 Stadtteile
Adresse der Verwaltung Alter Markt 1
17213 Malchow
Website stadt-malchow.de
Bürgermeister René Putzar (parteilos/FDP)

Malchow ist eine Kleinstadt im Süden von Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (Deutschland). Seit 2005 trägt sie den Titel Luftkurort und seit 2011 den offiziellen Namenszusatz „Inselstadt“. Sie ist außerdem Verwaltungssitz des Amtes Malchow, dem weitere acht Gemeinden angehören. Zudem bildet sie für ihre Umgebung ein Grundzentrum.

Geografie

Die Stadt liegt in der Mecklenburgischen Seenplatte, nicht weit entfernt von der Müritz am Malchower See.

Stadtgliederung

  • Kloster
  • Laschendorf
  • Biestorf
  • Lenz
  • Westsiedlung (umgangssprachlich: Lager)
  • Sandfeld
  • Trostfeld
  • Birkholz
  • Altstadt

Geschichte

Auf einer Insel im Malchower See erbaut, wurde Malchow 1147 erstmals schriftlich erwähnt und erhielt am 14. März 1235 von Fürst Nikolaus I. von Werle das Schwerinsche Stadtrecht. Bereits im Jahre 955 soll Otto der Große hier eine entscheidende Schlacht gegen die Wenden geführt haben. 1298 wurde Alt-Malchow Standort des Nonnenklosters von Röbel.

Nachdem die Häuser der Insel innerhalb von nur 30 Jahren zweimal abgebrannt waren, wurde die Stadt ab 1721 auf das Festland hin erweitert. Die Stadt war mit dem östlichen Ufer bis zu ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg mit einer Holzbrücke verbunden. Für die Wiederherstellung fehlte das Geld. Zwischen 1724 und 1846 gab es einen Fährdienst. Dieser wurde zwischen 1844 und 1846 durch einen Erddamm ersetzt.Die Westseite war bis 1845 durch eine Holzbrücke mit dem Festland verbunden. Zwischen 1845 und 1863 wurde diese durch eine Hubbrücke ersetzt. 1863 errichteten die Einwohner eine hölzerne Drehbrücke. Dadurch besteht die heutige Stadt aus drei Teilen: der Insel, dem östlichen Teil der Stadt, geprägt durch eine Klosteranlage, dem Stift der adligen Damen (1572 bis 1923) und dem westlichen Teil. Hier liegt heute der größte Teil der Stadt, wobei die Mühlenstraße und die Kirchenstraße die ältesten Straßen auf dem Festland sind.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1938 eine Munitionsfabrik der Dynamit-AG Alfred Nobel & Co errichtet, in der 10.000 Personen Rüstungsgüter herstellten. Während des Zweiten Weltkrieges mussten hier Hunderte Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten. Im Jahre 1943 wurde zudem ein KZ-Außenlager des KZ Ravensbrück gebaut, in dem hunderte Frauen, unter ihnen viele ungarische Jüdinnen unter grausamen Bedingungen arbeiten mussten, wobei viele ihr Leben verloren. Auch beim Todesmarsch nach der Räumung des Lagers 1945 fanden viele den Tod. Die 375 aufgefundenen Toten wurden auf dem Lagergelände verscharrt.

Vor der Villa Gartenstraße 19 wurde im Mai 1945 die sowjetische Ortskommandantur eingerichtet. Zur Jahreswende 1945/1946 verhaftete die sowjetische Geheimpolizei NKWD über 30 Jugendliche (ab 13 und 14 Jahren), darunter drei Mädchen, wegen angeblicher antisowjetischer Tätigkeit und Werwolf-Zugehörigkeit. Zwei nahmen sich aufgrund von Folterungen durch Selbsttötung das Leben, zwei wurden vor Verurteilung getötet, einer erschossen, zwei starben im Gefängnis in Waren. Viele von ihnen kamen in das sowjetische Speziallager Nr. 7 Sachsenhausen, fünf starben dort an den Lagerbedingungen. Die Überlebenden wurden zwischen 1950 und 1954 entlassen. In der Villa erinnert ein Gedenkstein mit einer Kupfertafel von Sieghard Dittner seit 1998 an die Geschehnisse.

Zu DDR-Zeiten bestand im Ortsteil Lenz das Pionier-Ferienlager „Fritz Heckert“.

Nach der politischen Wende wurden ab 1991 der historische Stadtkern mit seiner einmaligen Altstadtinsel und der Klosterbereich im Rahmen der Städtebauförderung gründlich saniert. Seit dem 20. April 2011 trägt Malchow die offizielle Bezeichnung „Inselstadt“. Das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern genehmigte diesen Namenszusatz aufgrund der in dem Bundesland einzigartigen baulichen Insellage der historischen Altstadt.

Politik

Bürgermeister

Bei der Stichwahl zur Wahl des Bürgermeisters wurde René Putzar (FDP) zum Nachfolger des zuvor aus Altersgründen zurückgetretenen Joachim Stein (Grüne) gewählt.

Stadtvertretung

Die 19 Sitze in der Stadtvertretung sind nach der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wie folgt aufgeteilt:

CDU Linke SPD FDP Grüne BfM* OWM** Gesamt
2014 4 3 2 1 4 2 3 19
*Bündnis für Malchow     **Offene Wählerliste Malchow

Auf der konstituierenden Sitzung am 24. Juni 2014 wurde Elke-Annette Schmidt (Die Linke) erneut zur Stadtvertretervorsteherin gewählt. Ihr Stellvertreter ist André Zimmermann (CDU).

Wappen

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 76 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Blau eine goldene Mauer mit zwei Türmen mit bogenförmigen Stützen, Zinnenkränzen, Spitzdächern und Knäufen; zwischen den Türmen oben ein goldenes Herz, darunter ein silberner Vogelkopf, der im Schnabel einen goldenen Ring mit silbernem Stein hält.“

Städtepartnerschaften

  • Stadt Quickborn in Schleswig-Holstein
  • Gemeinde Moormerland in Niedersachsen
  • Amt Langballig im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein
  • Gniewino (Gnewin) im Powiat Wejherowski (Kreis Neustadt in Westpreußen) in Polen

Verkehr

Malchow liegt an der Bundesstraße 192. Westlich des Ortes verläuft die Bundesautobahn 19, welche über die Anschlüsse Malchow und Waren/Müritz zu erreichen ist.

In direkter Nähe zum Stadtzentrum befindet sich der Haltepunkt "Inselstadt Malchow" an der Mecklenburgischen Südbahn. Von dort verkehren Regionalzüge der Linie RB15 nach Waren (Müritz), mit direktem Anschluss in Richtung Neustrelitz / Berlin. Bis April 2015 bestand ebenfalls eine Zugverbindung Richtung Parchim / Hamburg (eingestellt).

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Malchow (Mecklenburg)

Bauwerke

  • Die Klosterkirche des Klosters Malchow bestand als Feldsteinkirche nachweislich ab 1235. Von 1844 bis 1846 wurde zunächst ein 52 m hoher Backsteinturm angefügt, aus optischen Gründen wurde danach von 1847 bis 1849 auch das Kirchenschiff nach Plänen Friedrich Wilhelm Buttels erneuert. Nach einem Brand 1888 wurde die Kirche bis 1890 nach Entwürfen von Georg Daniel im Stil der Neogotik wieder aufgebaut und dient heute als Ausstellungsraum des Orgelmuseums sowie als Ort für Konzerte und Trauungen.
  • Die Stadtkirche Malchow wurde von 1870 bis 1873 in Form einer Kreuzkirche erbaut. Für ihren Bau soll sich der Pastor Ferdinand Stolzenburg (1811 bis 1887) gegen den Widerstand des Bürgermeisters und des Magistrats und mit Unterstützung des Großherzogs erfolgreich eingesetzt haben. Eine Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus Stolzenburgs, gegenüber dem Rathaus gelegen, weist darauf hin. Der neugotische Backsteinbau der Kirche verfügt über einen quadratischen Westturm. Im Inneren der Kirche, das von einem Holztonnengewölbe überspannt wird, herrscht bauzeitliche Ausstattung vor. Sehenswert der Altaraufsatz sowie eine Vielzahl von Figuren.
  • Die Malchower Stadtmühle ist etwa 130 Jahre alt.
  • Die Drehbrücke Malchow von 1863 wird aktuell von jährlich etwa 18.000 Booten passiert und verbindet die Altstadtinsel mit der Neustadt. Sie stellt die Querung der Müritz-Elde-Wasserstraße als Bundeswasserstraße zwischen Müritz und Hamburg als auch Berlin dar. Sie war bis zur Eröffnung der Autobahn Berlin-Rostock 1978 der einzige Übergang über die Oberseen der Mecklenburger Seenplatte im Zuge der Fernstraße F 192 (heute B 192). 1980 war sie dann defekt, sie konnte nicht mehr geöffnet werden. Der Schiffsverkehr zwischen der Müritz und dem Plauer See kam damit zum Erliegen. 1991 wurde die heutige Brücke in Betrieb genommen, die aber bis Frühjahr 2006, insbesondere in heißen Sommern, immer wieder große technische Schwierigkeiten hatte.
  • Im Ortsteil Laschendorf findet sich der Burgwall Laschendorf: Reste einer slawischen Niederungsburg aus dem 10./11. Jahrhundert.

Kultur, Museen

  • Das 1997 gegründete Mecklenburgische Orgelmuseum befindet sich in der ehemaligen Klosterkirche. Hier werden Instrumente aus Mecklenburg aufbewahrt und die zweitausendjährige Geschichte des Orgelbaus unter besonderer Berücksichtigung der romantischen Orgeln Mecklenburgs gezeigt und beschrieben. Der Besucher hat die Möglichkeit, Orgel zu spielen und an bestimmten Tagen Konzerte in der Kirche mit mehreren Orgeln zu erleben. Die angeschlossene orgelwissenschaftliche Bibliothek ist in einem benachbarten Gebäude untergebracht.
  • In einem ehemaligen Kino von 1956 werden im DDR-Museum Ausstellungsstücke aus dem Alltagsleben der Bürger gezeigt. Dies reicht von Utensilien der Hochzeit, der Jugendweihe und der FDJ bis zur Geschichte der Rundfunktechnik.
  • Im Stadt- und Heimatmuseum Malchows (Kloster 47) findet man Gegenstände, teilweise auch zum Ausprobieren, die einen Einblick in die Lebens- und Arbeitsweise der Bevölkerung dieses Landstrichs geben. Eine komplette Druckerei, eine Schulstube von 1930, eine Schusterwerkstatt und eine Küche aus den 1920er Jahren sind sehenswert.
  • In der Rostocker Straße 42 hat sich eine Sammlung zur Radtechnik etabliert. Hier kann man sowohl Kuriositäten aus der DDR-Motorrad-Geschichte als auch Fahrräder aus den 1920er Jahren besichtigen (zur Zeit geschlossen).
  • Das Kino Malchow ist ein Programmkino als Teil und örtliche Vertretung des Landesverbandes Filmkommunikation Mecklenburg-Vorpommern. Neben dem regelmäßigen Programm finden auch Sonderveranstaltungen, auch für Kindergärten und Schulen, statt. Kino Malchow hat 165 Sitze und wird seit 2003 von der Wohnungsbaugesellschaft der Stadt betrieben.

Geschichtsdenkmale

  • Denkmal 1870/71 (geweiht 1876) an der Stadtkirche (in schlechtem Zustand)
  • Denkmal 1914/18 (geweiht 1920) an der Stadtkirche (die Figur eines sterbenden Kriegers von Bildhauer Wilhelm Wandschneider 1945 entfernt und später eingeschmolzen)
  • Denkmal 1914/18 Kloster Malchow (Adler nach 1945 entfernt)
  • Denkmal 1914/18 (geweiht 1920) des Turnvereins
  • Gedenkstätte An der Lagerstraße für 375 KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter(innen), die Opfer des Faschismus wurden
  • Denkmal 1939/45 für die Opfer des Zweiten Weltkrieges auf dem Stadtfriedhof
  • Denkmal gefallener sowjetischer Soldaten (errichtet 1945) an der Rostocker Straße
  • Gedenkstätte auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof Teterower Straße
  • Gedenktafel für Jugendliche, die nach Kriegsende 1945 als angebliche Angehörige der Werwolf-Organisation verschleppt und teilweise ermordet worden sind (1998 angebracht)
  • Jüdischer Friedhof

Blütengarten

Der ein Hektar große Blütengarten gibt dem Besucher anschauliche Anregung, wie ein Blühen die ganze Saison hindurch mit Stauden organisiert werden kann („Durchblühgarten“).

Bildungseinrichtungen

In der Strandstraße befindet sich die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz Mecklenburg-Vorpommerns.

Wirtschaft

Heute ist Malchow einer der touristischen Hauptorte der Seenplatte. Aufgrund der mittigen Lage am Wasser entwickelte sich im 19. Jahrhundert die Tuchmacherei und Färberei im Ort. Zeitweise wurde Malchow daher als das Manchester Mecklenburgs bezeichnet. Dieser Industriezweig ist jedoch verschwunden.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Joachim Trumpf (1687–1769), Organist, Astronom und Instrumentenbauer
  • Christian Engel (1788–1871), Advokat, Bürgermeister und Parlamentarier
  • Friedrich Wilhelm Virck (1882–1926), Architekt
  • Otto Becker (1885–1955), Historiker
  • Wilhelm Müller (1886–1969), Lehrer und langjähriger Briefpartner von Uwe Johnson
  • Dietrich von Müller (1891–1961), Generalleutnant der Wehrmacht
  • Otto Rasenack (1899–1976), Tierarzt und Schlachthofexperte
  • Henning Schleiff (* 1937), Ingenieurökonom und Politiker (SED)

Personen, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Wertislaw, Sohn Fürst Niklots und Bruder von Pribislaw wurde von Heinrich dem Löwen gefangengenommen und 1164 in Malchow auf dem Trostberg öffentlich hingerichtet.
  • Friedrich Johann Meyer (1814–1882), deutscher Jurist, Bürgermeister in Malchow 1841–1849, Parlamentarier und Minister
  • Friedrich Ludwig Theodor Friese (1827–1896), Orgelbauer, baute 1873 die Orgel der Stadtkirche und 1890 der Klosterkirche Malchow
  • Georg Daniel (1829–1913), Baumeister, schuf 1870–1873 den Neubau der Stadtkirche
  • Friedrich Zelck (1860–1945), Rechtsanwalt, Bürgermeister, Syndikus und Ehrenbürger
  • Katrin Rutschow-Stomporowski (* 1975), Olympiasiegerin im Rudern

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Malchow (Mecklenburg)

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.

Deutschlandkarte
Stadtplan Malchow