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Ueckermünde
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Stadtplan Ueckermünde
Stadt Ueckermünde
Der Bürgermeister
Am Rathaus 3
17373 Ueckermünde

http://www.ueckermuende.de

Ueckermünde

160pxAbb. 1 Wappen von Ueckermünde
Basisdaten
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Höhe 4 m
PLZ 17373
Vorwahl 039771
Gliederung 2 Ortsteile
Adresse der Verwaltung Am Rathaus 3
17373 Ueckermünde
Website www.ueckermuende.de
Bürgermeister Jürgen Kliewe (kommissarisch) ()

Das Seebad Ueckermünde ist eine amtsfreie Hafenstadt im Landkreis Vorpommern-Greifswald im Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern. Die Stadt ist das bevölkerungsmäßig kleinste der 18 Mittelzentren des Landes.

Die Stadt ist für ihren Tierpark, ihre gut erhaltene Altstadt mit vielen Baudenkmalen, den Stadthafen und das pommersche Residenzschloss und für ihr Strandbad am Stettiner Haff bekannt.

Geographie

Ueckermünde liegt an der Mündung der Uecker in das Stettiner Haff. Die Umgebung Ueckermündes ist – von einigen kaum 20 Meter Höhe erreichenden Erhebungen abgesehen – fast eben. Der Naturraum wird durch den Naturpark am Stettiner Haff geschützt. Südöstlich der Stadt erstreckt sich mit der Ueckermünder Heide das größte Waldgebiet Vorpommerns über 50 Kilometer bis zum polnischen Police (Pölitz). Zwischen 1936 und 1945 befanden sich hier auch zwei Sprengstofffabriken, bezeichnet mit den Tarnnamen See I und See II, landläufig Muna (Munitionsanstalten) genannt.

Stadtgliederung

Zu Ueckermünde gehören die Ortsteile

  • Bellin
  • Berndshof

Das eigentliche Stadtgebiet gliedert sich in:

  • Ueckermünde Ost (Gartenstadt)
  • Ueckermünde West
  • Ueckermünde Altstadt
  • Neuendorf (Haffbad)
  • Rochow

Nachbargemeinden

Im Uhrzeigersinn (von Osten beginnend): Vogelsang-Warsin, Eggesin, Liepgarten, Lübs, Mönkebude und Grambin.

Geschichte

Name

Der Name leitet sich aus dem wendischen Ukrer her, einer slawischen Völkerschaft, die das Einzugsgebiet der Uecker vor 1200 bewohnte. 934 erwähnt Widukind von Corvey den slawischen Stamm der Uchri. Andere Quellen schrieben auch vom Stamm der Vucrani oder Ucrani und 1178 von der Provinz Ucra. 1178 erscheint der Name Ucramund in den Urkunden. Der Name des Stammes, der Landschaft und des Flusse wandelte sich dann unter anderem über Ukeremund, Ukeremunde zum Ukermunde (1284).

Mittelalter

In der altslawischen Zeit war Ueckermünde auf Grund seiner Lage eine Siedlung der Fischer.

1178 (andere Quellen 1223) wurde Ucramund erstmals urkundlich erwähnt und 1243 dem Kloster Grobe auf Usedom unterstellt. Um 1260 stiftete Herzog Barnim I. ein Kloster und dem ursprünglichen Handelsplatz wurde das Stadtrecht nach lübischem Recht verliehen. 1276 wurde der Ort als civitas genannt und 1284 das castrum ukermunde, das zunächst als Burg errichtete Schloss der Herzöge von Pommern aus dem Greifenhaus.

Im 13. Jahrhundert erfolgte auch eine Stadtbefestigung mit Stadtmauer und zwei Toren, die bei der Belagerung durch brandenburgische Truppen standhalten. Bei dem großen Stadtbrand von 1473 fielen viele der mittelalterlichen Häuser und die Kirche den Flammen zum Opfer. Danach entstand die spätgotische Stadtkirche St. Marien, die 1753 dann für einen Neubau völlig niedergelegt wurde.

1540 wurde mit dem Bau der vier Flügel des Schlosses durch den pommerschen Herzog Philipp I. begonnen. Der Bau wurde entsprechend einer Inschrift am Schlossturm 1546 fertiggestellt. Die gesamte Anlage mit Schloss, Marstall, Kapelle und Wirtschaftsgebäuden wurde 1551 beendet.

16. bis 19. Jahrhundert

Viele Belagerungen und wechselseitige Eroberungen der Stadt kennzeichneten die folgenden Jahrhunderte. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt fast vollständig zerstört, von 1600 Einwohnern überlebten nur 15. Die Stadt kam danach immer wieder in wechselnden Besitz. 1631 wurden bei einem Stadtbrand etwa 40 Häuser vernichtet, darunter auch das Rathaus, 1639 gab es nur noch zehn bewohnbare Häuser in der Stadt. 1648 wurde es entsprechend dem Westfälischen Frieden schwedisch. Königin Christina von Schweden beschloss, die Orte dieser Gegend mit Finnen und Livländern zu besiedeln.

Im Verlauf des Großen Nordischen Krieges, nachdem russische und sächsische Truppen Stettin und Vorpommern besetzt hatten, übernahm Preußen gegen eine Zahlung von vierhunderttausend Talern die vorläufige Verwaltung des Gebiets. Mit dem Frieden von Stockholm, wurde am 21. Januar (bzw. 1. Februar) 1720 der Erwerb Vorpommerns mit Stettin, Usedom und Wollin gegen eine Zahlung von zwei Millionen Talern beschlossen. Ueckermünde war damit preußisch geworden. Im selben Jahr wurde das baufällige Schloss bis auf den Südflügel und den Rest des Bergfrieds abgerissen.

Anfang des 18. Jahrhunderts sollen in Ueckermünde immer wieder namhafte Fürsten der damaligen Zeit gewesen sein: Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I., August III., König von Polen und Kurfürst von Sachsen, der König von Polen Stanislaus I. Leszczyński, und der russische Zar Peter der Große.

Die schwedische Armee eroberte 1761 die Stadt und richtete im Schloss ihr Kommandantenquartier ein. 1766 wurde die gotische Kirche durch einen Neubau ersetzt. 1806 wurde Ueckermünde von französischen Truppen besetzt. Schon wie in der Zeit der Slawen lebten die Einwohner immer noch hauptsächlich vom Fischfang.

Erst Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts begann die Stadt aufzublühen. Ähnlich wie in Torgelow wurden nach der Entdeckung des Raseneisenerzes mehrere Eisengießereien errichtet. Die Ziegelindustrie mit rund 50 Ziegeleien entstand im 19. Jahrhundert Ueckermünde wurde zu einem bedeutenden Umschlagplatz und auch der Schiffbau entwickelte sich. Von 1781 bis 1795 liefen in Ueckermünde 102 Schiffe vom Stapel. Nach preußischer Verwaltungsreform entsteht 1818 der Kreis Ueckermünde (mit 832 Quadratkilometern und 24.000 Einwohnern).

Von 1819 bis 1994 war Ueckermünde Kreisstadt. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts verfügten die in Ueckermünde vertretenen Reeder über 27 Handelsschiffe.

Neuere Geschichte

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden viele neue Gebäude, die auch heute noch die Altstadt um Markt und St.-Marien-Kirche prägen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die damals als fortschrittlich geltende Provinzial-Irrenanstalt Ueckermünde (heute AMEOS Klinikum Ueckermünde) eingerichtet.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die zehn bis zwölf noch in der Stadt befindlichen jüdischen Familien verfolgt, in die Emigration getrieben oder ermordet. Ein 1821 angelegter jüdischer Friedhof überstand den nationalsozialistischen Terror, verfiel aber später, wurde geschändet, kam aber 1961 durch die Einrichtung einer Gedenkstätte unter staatlichen Schutz. Während des Zweiten Weltkriegs wurde unter dem Tarnnamen See I in der Sprengstofffabrik Ueckermünde, gelegen im Wald Richtung Eggesin, Sprengstoff produziert.
1945 wurde die Stadt kampflos und damit ohne große Kriegszerstörungen den sowjetischen Truppen übergeben.

1950 wurde das heute im Schloss untergebrachte Haffmuseum eröffnet und mehrfach erweitert. 1962 wurde mit dem Bau des 18 Hektar großen Tierparks Ueckermünde begonnen. Über 400 Tiere in fast 120 Arten können die jährlich über 150.000 Besucher sehen. Ende der 1960er Jahre entstand mit einem Neubaugebiet im Osten der Stadt ein neuer Stadtteil, in dem bis zu 6000 Menschen wohnten.

Größter Betrieb der DDR-Zeit war eine Gießerei mit 1100 Beschäftigten. 1997 wurde das letzte Ziegelwerk von den einstmals 50 in Ueckermünde geschlossen.

Die Altstadt ist zu DDR-Zeiten intakt geblieben, wenn auch an vielen Gebäuden aufgrund jahrzehntelangen Instandhaltungsrückstands große Bauschäden aufgetreten sind. 1991 wurde mit der Sanierung des historischen Stadtkerns mit dem erhaltenen Südflügel des Schlosses (Museum, Stadtverwaltung) im Rahmen der Städtebauförderung begonnen. Das Alte Bollwerk, ein wesentlicher Teil des alten Hafens wurde saniert. Der Ortsteil Ueckermünde Ost (Gartenstadt), wurde im Zuge des Stadtumbau-Ost grundsaniert. Das Gebiet ist von Plattenbauten mit hohem Wohnungsleerstand gekennzeichnet gewesen, was zu teilweisen Rückbaumaßnahmen und Umstrukturierungsprozessen führte.

Anfang der 1990er Jahre entstanden zudem viele Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen, Geschäfte wurden im Stadtzentrum saniert und ein Jachthafen mit 400 Liegeplätzen und 200 Ferienwohnungen in der Nähe des Stettiner Haffs errichtet.
2001 erhielt Ueckermünde den Titel Staatlich anerkannter Erholungsort. Für seine vorbildliche stadtplanerische Zusammenarbeit mit den Städten Eggesin und Torgelow wurde Ueckermünde 2002 in einem Bundeswettbewerb ausgezeichnet. Seit 2013 darf sich Ueckermünde Seebad nennen.

Geschichte des Ueckermünder Haffbades

1889 wurde die Flussbadeanstalt an der Uecker eröffnet. 1924 wurde das Strandbad in Ueckermünde eingeweiht und 1927 das Haffbad mit der Strandhalle und dem Umkleidehäuschen. 1935 wurde der Städtische Bade- und Fremdenverkehrsverein gegründet. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Postkarten von Ueckermünde, auf denen „Haffbad Ueckermünde, der billige Badeort für erholungssuchende Arbeitsmenschen“ zu lesen war. Nach dem Krieg waren große Teile des Strandes zu Schützengräben aufgewühlt, der Anlegesteg, an dem Passagierschiffe und auch Wasserflugzeuge anlegten, war zerstört.

In den 1950er Jahren entstand eine Schiffsanlegestelle am Ueckerkopf (1959), der Strandpark wurde gestaltet und die Strandhalle wieder hergerichtet. In den 1960er Jahren wurde um die Stadt herum ein zehn Kilometer langer Gürtel zum Landschaftsschutzgebiet erklärt. 1969 kam es zur Bildung des Kommunalen Zweckverbandes Erholungswesen Haffküste Ueckermünde unter Verantwortung der Stadt Ueckermünde. Im Jahr darauf entstand unter der Bezeichnung Hafftourist ein wirtschaftliches Kommunalprojekt der Gemeinden Ueckermünde, Mönkebude, Grambin und Vogelsang zu Förderung der gemeinsamen touristischen Interessen. Nach der Wende wurde der gesamte Strand saniert und barrierefrei ausgebaut.

Ueckermünder Heilanstalt

Ueckermünde hat seit vielen Jahren eine große psychiatrische Klinik. Die Heilanstalt, heute das „Christophorus-Krankenhaus“, galt gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts als ausgesprochen fortschrittlich. Neuartige Behandlungsmethoden und Therapieformen zogen ein. Geistig Kranke und Behinderte wurden nicht mehr nur verwahrt, sondern nach damaligen Maßstäben – soweit möglich – beschäftigt und gefördert.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten änderten sich die politischen Rahmenbedingungen für den Umgang mit psychisch Kranken und Behinderten. Die Ueckermünder Heilanstalt errang traurige Berühmtheit im Zuge der „Vernichtung lebensunwerten Lebens“, als in der so genannten Aktion T4 zehntausende wehrlose Patienten ermordet wurden und zahlreiche Kinder der Kinder-„Euthanasie“ zum Opfer fielen.

Ueckermünde war dabei ganz offenbar ein wichtiges Zentrum dieser Aktion in Vorpommern. Während ein großer Teil der Heilanstalten in der Umgebung aufgelöst und zum Teil in SS-Kasernen umgewandelt wurde, blieb die dortige Einrichtung bestehen. Die Zahl der neu zugeführten Patienten aus aufgelösten Krankenhäusern stieg an, im gleichen Maße explodierte die Sterblichkeit. Hunderte von NS-Krankenmorden wurden mit Hilfe des NS-Sonderstandesamtes vertuscht und als „normale“ krankheitsbedingte Todesfälle in der Statistik des Krankenhauses beurkundet.

Die menschenunwürdige Unterbringung und Behandlung von Behinderten in der Psychiatrie zur Zeit der DDR bis kurz nach der Wende wurden 1993 durch die ARD-Reportage „Die Hölle von Ueckermünde“ des Journalisten Ernst Klee dokumentiert.

Geschichte der Ortsteile

Bellin

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Bellin eingemeindet.

Berndshof

Politik

Von 1819 bis 1994 war Ueckermünde Kreisstadt des Kreises Ueckermünde und musste diesen Titel nach der Kreisgebietsreform am 12. Juni 1994 an die Kreisstadt des neuen entstandenen Landkreis Uecker-Randow, Pasewalk, abgeben.

Stadtvertretung

Die Stadtvertretung besteht seit 2014 aus 21 gewählten Stadtvertretern. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

Partei / Liste CDU Die Linke SPD Wir von Hier Linke offene Liste
Sitze 8 4 3 3 3
Die NPD als bis dato drittstärkste Partei trat zur Kommunalwahl 2014 nicht mehr an. Stattdessen trat unter dem Namen „Wir von Hier“ eine Wählergruppe um den damaligen NPD-Landesvorstand Marko Müller an.

Bürgermeister

Sitz des Stadtoberhauptes ist seit 1999 das Schloss. In der Rathausgasse befindet sich die Stadtverwaltung. Bürgermeister war zuletzt Gerd Walther (DFP), der 2012 für sieben Jahre gewählt worden war. Nach Berichten über Drogenkonsum wurde er im März 2018 von der Stadtvertretung suspendiert und im Dezember 2018 aus gesundheitlichen Gründen zur Ruhe gesetzt (Rechtskraft Januar 2019). Die Bürgermeisterwahl findet nun gemeinsam mit der Europawahl und der Wahl der Stadtvertretung am 26. Mai 2019 statt.

Wappen

Das Wappen wurde unter der Nr. 41 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

; Kleines WappenBlasonierung: „In Silber ein aufgerichteter roter Greif mit goldener Bewehrung“.

; Großes WappenBlasonierung: „In Silber ein aufgerichteter goldbewehrter roter Greif. Auf dem Schild ein rot-silbern bewulsteter blauer Helm mit goldenen Spangen, goldenen Beschlägen, goldenem Halskleinod, silbern-roten Decken und zwei goldenen Großbuchstaben „V“ nebeneinander.“

In dem nach dem Siegelbild eines 1284 erwähnten Siegels gestalteten Wappenschild verweist der Greif als Symbol der pommerschen Herzöge auf den Stadtgründer und Stadtherrn. Die Großbuchstaben in lateinischer Schreibweise in dem wohl aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts stammenden Vollwappen sind als „UU“ zu lesen und bedeuten „URBS UCRA“ = Stadt an der Uecker.

Städtepartnerschaften

Es bestehen Städtepartnerschaften zur Gemeinde Pyrzyce in Polen (seit 2017) sowie zu Sande (Friesland) (seit 2007). Außerdem bestand von 1993 bis 2015 eine Partnerschaft zu Neuwarp (Nowe Warpno) in Polen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Ueckermünde

Bauwerke

  • Die barocke Marienkirche von 1766 ist ein flachgedeckter Langbau mit einer inneren Empore. Sie hat einen sehenswerten Kanzelaltar von 1775. Der neugotische Westturm stammt von 1863.
  • Das Fachwerkhaus Rathausgasse 2 (heute Sozialamt) stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Es wurde 1992 totalsaniert.
  • Stadthafen mit dem Alten Bollwerk
  • Die Ueckermünder Altstadt ist größtenteils restauriert. Sehenswerte Fachwerk- und Giebelbauten befinden sich unter anderem am Marktplatz und am Ackerhof. Der ehemalige ellipsenförmige Verlauf der Stadtmauer ist im Stadtgrundriss erkennbar.
  • Über der Altstadt erhebt sich der Südflügel des ehemaligen pommerschen Herzogsschlosses, errichtet 1546 unter Einbeziehung des Turmes des Vorgängerbaus; heute Museum und Stadtverwaltung.

Kultur

  • Das Haffmuseum im Schloss beherbergt eine Ausstellung zur Stadt- und Regionalgeschichte mit Funden und Gegenständen aus
    • der Ur- und Frühgeschichte
    • der Stadtgeschichte
    • der Haupterwerbszweige (Gießereiwesen, Ziegelei, Fischerei und Schifffahrt) des Gebietes Ueckermünde
    • den Häusern und dem Gewerbe der unterschiedlichsten Zeitepochen

; Gedenkstätten

  • Gedenktafel aus den 1950er Jahren an seinem Geburtshaus an der Dorfstraße des Ortsteils Berndshof für den Antifaschisten Max Matern, der 1935 in Berlin-Plötzensee ermordet wurde
  • Mahnmal von 1991 auf dem Gelände des Ameos-Klinikum Ueckermünde für die zwischen 1939 und 1945 durch die NS-"Euthanasie" und der sogenannten T4-Aktion ermordeten Patienten der Provinzial Heil- und Pflegeanstalt
  • Grabanlage mit 35 Einzelgräbern von Frauen und Männern aus der Sowjetunion, Polen und Albanien, die Opfer der Zwangsarbeit wurden
  • Gedenkstätte von 1959 am Platz des Sportlers (früher am Alten Landratsamt) für den Arbeiterpolitiker Ernst Thälmann, der 1944 im KZ Buchenwald ermordet wurde
  • Gedenkstätte mit Gedenkstein von 1961 an der Wiesenstraße zur Erinnerung an den jüdischen Friedhof und die jüdischen Opfer des Faschismus
  • Stolpersteine zur Erinnerung an Ueckermünder Opfer des Nationalsozialismus, unter anderem in der „Ueckerstraße“.

Natur

  • Im Tierpark Ueckermünde leben über 400 Tiere von 100 Arten. Dazu gehören neben heimischen Haus- und Wildtieren auch verschiedene Affenarten, Löwen, Papageien, Lamas und Kängurus.
  • Naturlehrpfad August Bartelt, benannt nach dem Natur- und Heimatforscher der Stadt, erreichbar über den Tierpark, oder über Liepgarten, oder die Chausseestraße stadtauswärts.
  • Badestrand Ueckermünder Haff am Stettiner Haff mit über 800 Meter Länge und einer sehr breiten Uferzone.
  • Naturpark Am Stettiner Haff, der die gesamte Stadt landseitig umschließt, mit den Fluss- Wald- und Wiesenlandschaften der Ueckermünder Heide.

Veranstaltungen

Jedes Jahr im Frühling findet am Stettiner Haff die Haff Sail statt, nach der Hanse Sail und der Müritz Sail die drittgrößte Segelveranstaltung Mecklenburg-Vorpommerns. Ueckermünde ist weiterhin Veranstaltungsort der Hafftage, dem größten Volksfest in M-V, das 2018 bereits seine 55. Auflage feiert und regelmäßig am 4. Juliwochenende stattfindet. Seit 1982 veranstaltet der örtliche Sportverein SV „Einheit“ Ueckermünde jährlich im Frühjahr den als Volkslauf ausgelegten Haffmarathon.

Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft

Die Wirtschaft in Ueckermünde ist heute überwiegend durch den Tourismus geprägt. Die Beherbergungsstätten reichen von kleinen Zimmern in privater Vermietung über 3- bis 4-Sterne-Hotels bis hin zu Ferienwohnungen mit eigenen Bootsliegeplätzen. Seit den späten 1990er Jahren wird neben dem Wassersporttourismus zunehmend der Natur- und Radtourismus ausgebaut. Durch die Stadt verlaufen mehrere europäische Radfernwege.

Mit rund 200 Arbeitsplätzen in der Ueckermünder Gießerei, und weiteren Mittelständischen Unternehmen u. a. im Bootsbau, der Chemieindustrie und der Holzverarbeitung, ist die Stadt auch ein wichtiger Produktionsstandort für die Region.

Neben dem Stadt- und Yachthafen besitzt Ueckermünde einen Industriehafen, der auch großen Frachtern die Möglichkeit des Warenumschlags bietet. 2013 wurden im Hafen 145.000 Tonnen Güter umgeschlagen (2012: 110.000 t).

Am Rand der Stadt befindet sich das Diakonie-Klinikum Ueckermünde, das Mitte der 1990er Jahre zu einem modernen Krankenhaus ausgebaut wurde.

Verkehr

Ueckermünde erreicht man über die Anschlussstellen Pasewalk-Nord oder Pasewalk-Süd der A 20. 13 Kilometer westlich von Ueckermünde verläuft die Bundesstraße 109 von Anklam nach Prenzlau.

Die Stadt ist Endpunkt der Bahnstrecke Jatznick–Ueckermünde. Mit einer der wenigen Neubaustrecken der letzten Jahre wurde die Eisenbahnlinie vom damaligen Bahnhof Ueckermünde bis direkt in den Stadthafen verlängert. Von dort bestehen Anschlussverbindungen nach Berlin oder Stralsund. Fahrgastschiffe verkehren regelmäßig nach Stettin, Swinemünde und Kamminke auf der Insel Usedom.

Durch die Stadt führt der Radfernweg Berlin–Usedom und der Oder-Neiße-Radfernweg. Der Altstadtkern ist verkehrsberuhigt, was ihn für Kraftfahrer zu einem Nadelöhr werden lässt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1836: Johann Gottfried Ravenstein, Prediger und Diakonus
  • 1849: Friedrich Wilhelm Wenzel, Jurist
  • 1875: Otto Friedrich Weber, Jurist
  • 1888: Graf von Rittberg, Landrat
  • 1917: Ludwig von Schröder, Admiral
  • 1918: Max Münter, Industrieller
  • 1924: Ernst Albrecht, Politiker
  • 1929: Karl Leitzke, Kaufmann
  • 1939: August Bartelt, Lehrer und Organist
  • 1975: Machmud Gafarow, Stadtkommandant
  • 1985: Ernst Decker, Widerstandskämpfer
  • 1999: Marianne Buggenhagen, Behindertensportlerin

In Ueckermünde geborene Personen

  • Bogislaw von Schwerin (1622–1678), brandenburgischer Kammerherr, Geheimer Kriegsrat und General
  • Friedrich VII. Magnus (1647–1709), Markgraf von Baden-Durlach
  • Giulio Perotti, eigentlich Julius Prott (1841–1901), Opernsänger
  • Heinrich Fischer (1861–1924), Geograph und Pädagoge
  • Georg Thiele (1866–1917), klassischer Philologe
  • Robert Kutner (1867–1913), Urologe und Publizist
  • August Kobus (1900–1946), Politiker (NSDAP), Kriegsverbrecher, geboren im Ortsteil Neuendorf
  • Max Matern (1902–1935), Antifaschist und Kommunist, geboren im Ortsteil Berndshof
  • Georg Schewe (1909–1989), Marineoffizier
  • Gerhard Krause (1912–1982), evangelischer Theologe
  • Achim Felz (* 1933), Architekt
  • Gregor Laschen (1941–2018), Schriftsteller und Herausgeber
  • Uwe Saeger (* 1948), Schriftsteller
  • Michael Droese (* 1952), Leichtathlet
  • Marianne Buggenhagen (* 1953), sechsfache Olympiasiegerin, siebenfache Weltmeisterin im Behindertensport (Leichtathletik)
  • Ulrich van der Heyden (* 1954), Historiker und Politikwissenschaftler
  • Andreas Texter (* 1960), Landtagsabgeordneter (CDU)
  • Peter Thiede (* 1968), Ruderer, seit 1993 Steuermann des Deutschlandachters
  • Kerstin Fiedler-Wilhelm (* 1968), Politikerin und ehemaliges Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern (CDU)
  • Lutz Hecker (* 1969), Politiker und Mitglied des Landtages des Saarlandes (AfD)
  • Katja Piesker (* 1977), Bauforscherin
  • Tino Müller (* 1978), Politiker und ehemaliges Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern (NPD) sowie Neonazi
  • Ben Zucker (* 1983), Sänger
  • Philipp Amthor (* 1992), Politiker (CDU)

Sonstiges

Das Segelschiff Wappen von Ueckermünde wurde am 5. Mai 2007 von Eva Luise Köhler nach der Stadt Ueckermünde getauft.

Die Seenotrettungsboote Gerhard ten Doornkaat und Dora der DGzRS sind in Ueckermünde stationiert.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ueckermünde

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