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Pasewalk
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Stadt Pasewalk
Der Bürgermeister
Haußmannstr.85
17309 Pasewalk

http://www.pasewalk.de

Pasewalk

160pxAbb. 1 Wappen von Pasewalk
Basisdaten
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Höhe 19 m
Fläche 54.99 km2
PLZ 17309
Vorwahl 03973
Adresse der Verwaltung Haußmannstraße 85
17309 Pasewalk
Website www.pasewalk.de
Bürgermeister Sandra Nachtweih (parteilos)

Pasewalk ist eine Stadt im Landkreis Vorpommern-Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern und Verwaltungssitz des Amtes Uecker-Randow-Tal für 15 umliegende Gemeinden, selbst aber nicht amtsangehörig. Die Stadt ist eines der 18 Mittelzentren des Landes und gehört zur Agglomeration Stettin.

Geografie

Pasewalk liegt am Ostufer der mittleren Uecker zwischen Ueckermünder Heide im Norden und Uckermark im Süden. 20 Kilometer östlich von Pasewalk befinden sich Bahn- und Straßengrenzübergänge nach Polen. Vor etwa 10.000 bis 15.000 Jahren mündete an dieser Stelle das Urstromtal, in dem die Uecker heute fließt, in den Haffstausee ein.

Zu Pasewalk gehören der Stadtteil Pasewalk-Ost und der Ortsteil Friedberg.

Südlich Pasewalks liegt die fruchtbare kuppige uckermärkische Grundmoränenlandschaft, nördlich von Pasewalk ist auf den Sanden, die von den Schmelzwassern des Ueckerurstromtales abgelagert worden sind, die Ueckermünder Heide entstanden. An der Uecker befinden sich ausgedehnte Wiesengebiete.

Nachbargemeinden

Im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend): Viereck, Krugsdorf, Zerrenthin, Polzow, Fahrenwalde, Rollwitz, Papendorf, Schönwalde und Jatznick.

Geschichte

Der Ort ist bei Archäologen bekannt durch die Pferdeopferstelle bei Pasewalk.

Zeit von Stadtgründung bis zum Dreißigjährigen Krieg

Der Verfasser des Jahrbuchs des Klosters Pegau („Pegauer Annalen“) berichtet in der Familiensage des Grafen Wiprecht des Älteren von Groitzsch von einer „Burg Posduwlc im Pommernlande“, die dem Zusammenhang nach offenbar bereits im 11. Jahrhundert bestanden hat. In den Urkunden des Mittelalters lautet die Schreibweise des Namens u. a. „Pozdewolk“ (1177, 1178, 1216), „Posduwolc“ (1195), „Pozwolc“ (1241), „Poswalc“ (1260, 1322) und „Poswalk“ (1260, 1276, 1355).

Der Name der Stadt setzt sich zusammen aus den Silben „Poz“ (slaw. für Ringwall im Sinne einer Landschaftsbezeichnung) und „wolc“ (Wolf) und steht demnach für „Stadt des Wolfes“, offenbar Bezug nehmend auf den dänischen Fürsten Jarl Wolf, der um 1000 in diesem Gebiet eine Herrschaft gegründet haben, später aber vertrieben worden sein soll. Die Schreibweise „Pasewalk“ taucht in den Urkunden erstmals 1240 auf. Die erste urkundliche Erwähnung als Stadt („civitas“) stammt aus dem Jahre 1276, allerdings gilt als sicher, dass Pasewalk das Stadtrecht schon früher, vermutlich kurz nach 1250 erhalten hat.

Pasewalk gehörte von jeher zu Pommern, war aber stets ein Spielball der territorialen Interessen der pommerschen Herzöge und der brandenburgischen Markgrafen, so dass die Herrschaft mehrmals wechselte. Im Jahr 1250, nach dem Vertrag von Landin kam Pasewalk unter brandenburgische Herrschaft und wurde 1354 von den Pommern zurück erworben.

Der mittelalterliche Stadtkern bildete eine Ellipse und bestand aus der von Wenden gegründeten Unterstadt mit der Nikolaikirche (1176 erwähnt) sowie einer sich daran anschließenden neueren, von deutschen Siedlern gegründeten Oberstadt mit der Marienkirche.

Bereits 1192 wurden ihr durch den brandenburgischen Markgrafen Otto II. weitreichende Handelsrechte verliehen.

Mit der Schaffung einer Stadtbefestigung erreichte die bauliche Entwicklung der Stadt im 14. Jahrhundert vorläufig ihren Abschluss, da die ständigen Kriege eine Ansiedlung außerhalb der Stadtmauer nicht gestatteten. Die Einwohner lebten im Mittelalter in erster Linie von Landwirtschaft und Brauerei (Herstellung von Bier unter dem Namen Pasenelle, schon 1385 weithin bekannt) sowie dem Handel mit diesen Erzeugnissen. Als einzige einst uckermärkische Stadt war sie Mitglied der Hanse und trat nach schweren inneren Unruhen 1535 zur lutherischen Lehre über.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Pasewalk, das sich schon bald nach der Landung der schwedischen Eingreifarmee in Deutschland unter deren Schutz gestellt hatte, im September 1630 von kaiserlichen Truppen unter dem Befehl von Hans Götze drei Tage lang gebrandschatzt und nahezu komplett zerstört („Pasewalker Blutbad“). Die schwedische Garnison, nur zwischen 150 und 300 Mann stark, hatte sich als zahlenmäßig viel zu schwach erwiesen, um die weitläufige mittelalterliche Stadtbefestigung ausreichend zu bemannen und wurde von den rund 3000 Mann zählenden Angreifern bis auf den letzten Mann niedergemacht. Mit dem Westfälischen Frieden 1648 wurde die Stadt Schwedisch-Pommern zugeordnet.

Pasewalk unter preußischer Herrschaft (ab 1720)

Nach dem Nordischen Krieg kam die Stadt 1720 zu Preußen und gehörte bis 1945 zur Provinz Pommern.

Der preußische König Friedrich Wilhelm I. förderte nach 1720 den Wiederaufbau der nach dem Dreißigjährigen Krieg und mehreren Stadtbränden noch teilzerstörten Stadt, indem er z. B. Bauholz aus den königlichen Forsten zur Verfügung stellte. Außerdem verlegte er das Ansbach-Bayreuth-Dragonerregiment in die Stadt (1721), aus dem später das Kürassier-Regiment „Königin“ (Pommersches) Nr. 2, hervorging. Das Regiment diente nicht nur dem Schutz des im westfälischen Frieden zugesprochenen neuen Territoriums, sondern bildete fortan auch einen nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Das Regiment genoss in Preußen ein hohes Ansehen, nachdem es 1745 während des zweiten Schlesischen Krieges bei Hohenfriedberg (Schlesien) einen vorentscheidenden Sieg gegen Österreich errang. Die hohe Wertschätzung kam dadurch zum Ausdruck, dass die jeweilige preußische Königin Chefin des Regiments war. Von 1795 bis 1806 diente Ferdinand von Schill, der in der Grünstraße 17 wohnte, als junger Leutnant in diesem Regiment. Ab 1882 wurde am Stadtrand eine großzügige Kasernenanlage im Backsteinbau errichtet (heute Landratsamt), so dass die bis dahin bestehende „Einquartierung“ von Soldaten in die Wohnungen der Einwohner aufhörte.

Ebenfalls um 1720 kam es auf Betreiben des preußischen Königs zur Ansiedlung von Hugenotten, die zahlreiche neue Gewerbe einführten und damit für eine Belebung des noch vom Dreißigjährigen Krieg zerstörten Landstrichs sorgten. Besondere Bedeutung hatte der bis dahin in der Region noch unbekannte Tabakanbau. Pasewalk entwickelte sich im 18. Jahrhundert zum Hauptumschlagplatz für uckermärkischen Rohtabak.

Seit 1812 setzte eine jüdische Zuwanderung aus dem Osten ein, bis etwa 1855 waren es mehr als 300. 1834 erbaute die jüdische Gemeinde auf dem Hof ihres Grundstücks in der Grabenstraße eine Synagoge (Einweihung 23. Oktober 1834). Die Gemeinde zählte zu dieser Zeit 135 Personen. Hinzu kam ein jüdischer Friedhof, der heute noch mit einigen Grabsteinen existiert. Ein bedeutender jüdischer Unternehmer war Paul Behrendt († 1939), der in Pasewalk eine große Eisengießerei betrieb (z. B. Kanaldeckel).

18. und 19. Jahrhundert

Begünstigt durch die vorangegangenen Reformen des preußischen Staates setzte im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ein allmählicher wirtschaftlicher Aufschwung ein, der mit einem deutlichen Bevölkerungsanstieg einher ging.

Ein wesentlicher Impuls für die wirtschaftliche Belebung ging von dem Umstand aus, dass ab 1825 die Postlinie Berlin – Stralsund in Pasewalk nach Stettin abzweigte (bis dahin von dem nördlicher gelegenen Ueckermünde aus), so dass es zu einem Verkehrsknotenpunkt wurde. Erhebliche Erleichterungen für den Handelsverkehr brachte der Ausbau der Landstraßen Pasewalk – Stettin ab 1829, Pasewalk – Anklam – Demmin – Greifswald – Stralsund ab 1832 und Pasewalk – Prenzlau ab 1834.

Auf Betreiben der pommerschen Provinzialregierung kam es 1835 zur Gründung der Städtischen Sparkasse. 1838 wurde aus sozial- und ordnungspolitischen Erwägungen eine Armen- und Beschäftigungsanstalt gegründet, aus der später das städtische Krankenhaus hervorging.

Die bürgerliche Revolution 1848 begleiteten die Einwohner mit Volksversammlungen und Vereinsgründungen. Es bildeten sich der konservative „Konstitutionelle Verein“, der in treuer Gesinnung für König und Vaterland nur geringfügige Korrekturen zulassen wollte und vornehmlich aus Handwerkern, Ackerbürgern, Geistlichen sowie ehemaligen Soldaten bestand. Die Befürworter der Bewegung gründeten den liberal-demokratischen „Politischen Verein“, der seine Anhänger vor allem unter Kaufleuten und Beamten fand.

1863 erhielt Pasewalk Anschluss an die Strecke Angermünde–Anklam der Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft. Nach Schaffung der Bahnverbindung Stettin–Neubrandenburg 1863/67 stieg der Ort zu einem Eisenbahnknotenpunkt auf, wodurch die einheimische Wirtschaft weitere Impulse erhielt. 1853 wurde die Straßenbeleuchtung eingeführt, um 1855 erhielt Pasewalk eine Telegraphenanstalt, 1864 erteilte die Stadt die Konzession zur Errichtung einer privaten Gasanstalt, die 1904 vertragsgemäß in städtisches Eigentum überging.

Im Jahre 1870 erfolgte die Gründung des Vaterländischen Frauenvereins, eines der ersten von einer Vielzahl gleichnamiger Vereine in ganz Deutschland und der älteste in Pommern, in dem sich in erster Linie die Ehefrauen und Töchter der gutsituierten Offiziers- und Beamtenfamilien um soziale Belange kümmerten (Vorläufer des Deutschen Roten Kreuzes).

Zum Ende des 19. Jahrhunderts veränderte sich die Stadt nicht nur optisch durch eine Vielzahl von Neubauten außerhalb der historischen Stadtbegrenzung, sondern auch in ihrem sozialen Gefüge. War Pasewalk bis dahin vor allem eine Stadt der Ackerbürger, gaben nun das Handwerk und Gewerbe, die Beamten und die Kaufleute der Stadt das Gepräge. Tabak-, Stärke- und Kartoffelflockenfabriken sowie der Holzhandel prägten das Bild. Auch der Bahnhof mit einem bedeutenden Güterumschlag bildete einen Wirtschaftsfaktor. Vorübergehend hatte auch die Ueckerschiffahrt Bedeutung, wo vor allem Mauersteine aus den Ziegeleien im nördlichen Kreis Ueckermünde verschifft und am Bahnhof Pasewalk umgeschlagen wurden.

Entwicklung 1900 bis 1945

Um 1900 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt erstmals die Grenze von 10.000 (1827: 4.869) und stieg bis 1939 auf rund 12.500 an. Im Jahr 1905 wurde sowohl das Gebäude des heutigen Amtsgerichts Pasewalk als auch der heutigen Europaschule Oskar-Picht-Gymnasium Pasewalk in der Grünstraße fertiggestellt und ihrer jeweiligen, bis heute noch bestehenden, Nutzung übergeben. Im Ersten Weltkrieg blieb die Stadt selbst zwar von Zerstörungen verschont, es verloren aber 310 Pasewalker ihr Leben auf den Schlachtfeldern. Nach einer Senfgasverletzung mit kurzzeitiger Erblindung wurde 1918 Adolf Hitler als 29-jähriger Gefreiter in ein Reservelazarett in Pasewalk verlegt, wo er die Kapitulation Deutschlands im Ersten Weltkrieg erlebte. Auf der Grundlage eines auf unsicherer Beweislage basierenden amerikanischen Geheimdienstberichtes von 1943 entstand die These, dass Hitlers Sehstörung mit auffälligen psychischen Reaktionen einhergegangen sei, sodass er in Pasewalk dem Chefpsychiater Edmund Forster vorgestellt worden sei (siehe dazu den Artikel Adolf Hitlers Psychopathographie). Hitler selbst sponn in seinem Buch Mein Kampf die Legende, die Nachricht von der Revolution habe ihn bewogen, eine Rolle in der Politik zu übernehmen („Ich aber beschloß, Politiker zu werden“). Neueren Forschungen zufolge wollte Hitler die Tage in Pasewalk eher nachträglich zu einer Art „pseudoreligiösem Erweckungserlebnis“ stilisieren.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges verlor Pasewalk einen Teil seiner Garnison, anstelle der Kürassiere beherbergte es seitdem drei Schwadronen des Reichswehr-Reiterregiments Nr. 6.

Elektrizität hielt in Pasewalk erst nach 1918 Einzug. Kanalisation und Wasserleitung wurden 1926 geschaffen. Vor den Toren der Stadt ließ der später zum Ehrenbürger ernannte Kommerzienrat Emil Krüger einen Stadtpark anlegen.

Zwischen den Weltkriegen bildete Pasewalk einen Umschlagplatz im Handel mit landwirtschaftlichen Produkten aus den benachbarten Dörfern des Kreises Ueckermünde und der Uckermark. Fabriken für landwirtschaftliche Maschinen, Eisengießereien und eine leistungsfähige, modern eingerichtete Mühle prägten das Gesicht der Stadt.

Horst Wessel beschrieb in seiner Autobiographie eine „Propagandafahrt“ der Sturmabteilung nach Pasewalk im Sommer 1928, die in ein Gefecht ausartete, mehrere Polizisten verwundete und wofür er seinen ersten Eintrag ins Polizeiregister bekam.

1933 fasste der Nationalsozialismus in Pasewalk offiziell Fuß. Während der Novemberpogrome 1938 kam es zum Brand der Synagoge und Verwüstung des jüdischen Friedhofes. Die meisten Juden verließen Pasewalk unter diesem Druck. 1938 wurde das Reservelazarett zu einer „Führerweihestätte“ ausgestaltet. Am 12. Februar 1940 wurden die letzten verbliebenen Juden des gesamten Regierungsbezirks Stettin in das besetzte Polen deportiert.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt infolge der Offensive der Roten Armee am 25./26. April 1945 schwere Zerstörungen. Das Stadtzentrum wurde dabei weitgehend vernichtet, die mittelalterliche Stadtbefestigung blieb jedoch – soweit noch vorhanden – erhalten.

Entwicklung 1945 bis 1990

Die ersten Nachkriegsjahre dienten fast nur der Enttrümmerung. Der Neuaufbau begann 1948. Bis 1955 entstanden 160 und von 1955 bis 1961 weitere 278 Neubauwohnungen. Ab 1961 begann auch in Pasewalk die Großblockbauweise (1962–1966: 803 Neubauwohnungen). Am Südrand entstand 1957–1965 mit einem Kostenaufwand von 18 Millionen MDN ein neues Kreiskrankenhaus (heute Asklepios-Klinik)

Pasewalk kam nach Kriegsende zum Land Mecklenburg-Vorpommern und wurde 1950 Verwaltungssitz des neu geschaffenen gleichnamigen Kreises. Im Zuge der Auflösung der Länder in der DDR 1952 wurde er Teil des Bezirkes Neubrandenburg.

Am 1. November 1989 erlebte Pasewalk erstmals eine Demonstration mit anschließender Kundgebung, in deren Mittelpunkt Kritik an den gesellschaftlichen Zuständen stand. Die Kundgebung war unter der Regie der Kirche und des Neuen Forums organisiert worden. Danach fanden anfangs mehrmals wöchentlich Rathausgespräche statt, in denen sich die Parteikader sowie die Mitarbeiter der städtischen Verwaltung den Fragen und der Kritik der Einwohner stellen mussten.

1990 bis heute

Seit 1990 wieder zum neukonstituierten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gehörig, war die Stadt 1994–2011 Verwaltungssitz des Landkreises Uecker-Randow. Die Innenstadt wurde im Rahmen der Städtebauförderung seit 1991 gründlich saniert. Die Arbeitslosenquote war 2013 in manchen Stadtteilen bis zu 29 % hoch.

Vorpommern ist als Neonazi-Hochburg bezeichnet worden, mit vielen Freien Kameradschaften und hohem NPD-Stimmenanteil; bei der Landtagswahl 2011 stimmte jeder Dritte in Pasewalks Nachbarort Koblentz für die NPD. Um rechtsradikalen Strömungen entgegenzutreten, war im Juli 2012 vom damaligen Bürgermeister Dambach ein „Aktionsbündnis gegen Rechts“ namens “Vorpommern: weltoffen – demokratisch – bunt!” mitgegründet worden. Die NPD klagte gegen Dambach und das Verwaltungsgericht Greifswald erinnerte den Bürgermeister an seine Neutralitätspflicht, die ihm gegenüber politischen Parteien „jegliche Bewertung“ verbiete. Nach einer Neonazi-Veranstaltung im August 2012, die die NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ als „Pressefest“ bezeichnete, machte Pasewalk bundesweit Schlagzeilen wegen einer „Menschenkette gegen Rechts“.

Am 29. Dezember 2013 trat in Rossow bei Pasewalk die Neonazi-Band „Sonderkommando Dirlewanger“ auf, die den Verkaufserlös dem im NSU-Prozess Angeklagten Ralf Wohlleben zukommen lassen wollte.

Die Wahl zur Nachfolge des im November verstorbenen Bürgermeisters Dambach am 23. März 2014 sorgte im Vorfeld wegen der Kandidatur eines NPD-Mitglieds bundesweit für Aufsehen. Kristian Belz’ Kandidatur, die bereits bei der Wahl 2010 und erneut 2014 aus „verfassungsrechtlichen Gründen“ vom Gemeindewahlausschuss abgelehnt worden war, wurde am 13. Februar 2014 durch den Kreiswahlausschuss zugelassen. Die parteilose, von SPD und Linke unterstützte Kandidatin Sandra Nachtweih gewann die Wahl zum Bürgermeister mit 60,6 Prozent der abgegebenen Stimmen vor dem ebenfalls parteilosen Andreas Fabian, der 31,7 Prozent erhielt. Der NPD-Kandidat kam auf 7,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,5 Prozent.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1618 ca. 2.000
1648 ca. 250
1740 2.401
1760 2.528
1782 3.110
1794 2.976
1812 3.888
1816 3.969
1827 4.869
1831 5.331
1843 5.814
1848 ca. 6.500
1852 6.586
1861 6.880
1863 6.746
1871 8.049
1875 8.538
1880 9.469
1885 9.514
1895 9.788
1898 10.190
Jahr Einwohner Quelle
1900 10.299
1905 10.520
1907 10.788
1910 10.916
1919 11.041
1920 11.743
1925 11.768
1933 12.582
1939 12.568
1942 13.026
1944 12.089
1950 11.260
1955 12.597
1960 12.350
1965 14.086
1970 14.533
1975 15.214
1980 15.366
1985 15.881
1990 15.516
1995 13.932
Jahr Einwohner Quelle
2000 12.873
2005 11.961
2010 11.319
2014 10.442

Politik

Bürgermeister

  • seit Mai 2014 Sandra Nachtweih (parteilos)Siehe: Liste der Bürgermeister von Pasewalk vom 15. Jahrhundert bis heute

; Bürgermeisterwahlen 2014Nach dem Tod von Bürgermeister Rainer Dambach im November 2013 fanden am 23. März 2014 Neuwahlen statt. Das Ergebnis der Bürgermeisterwahlen der Stadt Pasewalk stellt sich wie folgt dar:

Kandidat Partei erhaltene Stimmen %
Sandra Nachtweih parteilos (unterstützt von SPD, DIE LINKE) 3.185 60,6
Andreas Fabian parteilos (unterstützt von CDU) 1.667 31,7
Kristian Belz NPD 408 7,8

Sandra Nachtweih wurde mit 60,6 Prozent und 3.185 Stimmen im ersten Wahlgang zur neuen Bürgermeisterin von Pasewalk gewählt.

Stadtvertretung

Die Stadtvertretung Pasewalk hat 25 Mitglieder und setzt sich seit den Kommunalwahlen vom 25. Mai 2014 wie folgt zusammen:

Partei erhaltene Stimmen % Sitze
CDU 3.760 39,5 10
SPD 1.345 14,1 3
DIE LINKE 1.276 13,4 3
„Miteinander für Pasewalk“ (MfP) 1.267 13,3 3
„Wir in Pasewalk“ (WIP) 1.049 11,0 3
NPD 602 6,3 2
Einzelbewerberin Heidrun Petruschke 231 2,4 1

Wahlen

Bei den Kommunalwahlen vom 25. Mai 2014 stellte sich die Wahlbeteiligung wie folgt dar:

Wahlberechtigte Wähler Wahlbeteiligung in % gültige Stimmen ungültige Stimmen
9.363 3.277 35,06 9.461 189

Nach dem Landes- und Kommunalwahlgesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern (LKWG M-V) wird nach dem System einer Kombination von Verhältniswahl mit Persönlichkeitselementen gewählt. Jeder Wahlberechtigte hat drei Stimmen, die er nur einer oder auf bis zu drei Parteien/Personen verteilen kann (§ 60 Abs. 1 LKWG M-V). Er kann seine Stimmen auf einen einzigen Bewerber „häufen“ (kumulieren) oder beliebig auf mehrere Bewerber desselben Wahlvorschlages oder verschiedener Wahlvorschläge verteilen (panaschieren). Aus diesem Grund gibt es auch immer wesentlich mehr abgegebene Stimmen als Wähler.

Die Stadt Pasewalk gehört zu den folgenden Wahlkreisen:

  • Bundestagswahlkreis Mecklenburgische Seenplatte I – Vorpommern-Greifswald II. Bei der Bundestagswahlen 2013 wurde Matthias Lietz (CDU) mit 45,9 % der Stimmen gewählt.
  • Landtagswahlkreis 36: Uecker-Randow II: Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2011 wurde Beate Schlupp (CDU) mit 29,5 % der Stimmen gewählt.
  • Kreistagswahlbereich 9: Amt Torgelow-Ferdinandshof – Stadt Pasewalk. Bei der Kreistagswahl in Vorpommern-Greifswald 2014 wurde gewählt:Die nächsten Kommunalwahlen finden 2019 statt.

Wappen

Blasonierung: „In Blau drei (2:1) rote Greifenköpfe mit geöffnetem goldenem Schnabel und ausgeschlagener roter Zunge.“

Das Wappen wurde nach dem Ersten Weltkrieg von Prof. A. Hildebrandt aus Berlin gezeichnet. Es wurde nach 1990 unter der Nr. 63 in die „Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern“ beim Mecklenburgischen Landeshauptarchiv Schwerin eingetragen.

Das Wappen Pasewalks besteht aus drei roten Greifenköpfen, die dreiecksförmig auf blauem Hintergrund angeordnet sind. Die Greifen stellen möglicherweise eine Huldigung gegenüber den Pommernherzögen Bogislaw V., Barnim V. und Wartislaw V. dar.

Partnerstädte

  • Norden in Niedersachsen
  • Police (Pölitz), Polen
  • Halen, Belgien

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Sankt-Nikolai-Kirche, evangelisch, älteste Kirche der Stadt, schon 1176 erwähnt. Kreuzkirche ursprünglich aus regelmäßig geschichteten Granitquadern (im Unterbau noch teilweise erhalten), nach Zerstörungen als gotischer Backsteinbau unter Hinzufügung der beiden Kreuzflügel wiederhergestellt. Nord- und Südgiebel des Querschiffs durch Rautenmuster und Spitzbogen gestaltet. Früherer achteckiger Turmaufbau im April 1945 zerstört und durch ein einfaches Spitzdach ersetzt.
  • Sankt-Marien-Kirche, evangelisch, dreischiffige Hallenkirche aus dem 13. Jahrhundert. Mit dem Kunsthistoriker Franz Theodor Kugler „als eins der schönsten Denkmäler des pommerschen Mittelalters zu erachten“. Teileinsturz und Sprengung des alten Kirchturms am 3. Dezember 1984, Wiederaufbau im Betonkernverfahren mit vereinfachter Kirchturmspitze vor 1989 begonnen und nach der Wende beendet (1994).
  • Sankt-Otto-Kirche (katholisch), 1885 im neugotischen Stil erbaut.
  • Mittelalterliche Stadtbefestigung, noch bestehend aus Stadtmauer sowie zwei Mauertoren (Mühlentor, Prenzlauer Tor) und zwei Türmen (Pulverturm, Kiek in de Mark als Wahrzeichen der Stadt). Frühere Gesamtlänge der Stadtmauer 2.488 Meter, ehemals mit vielen Wiekhäusern besetzt (letztes 1898 abgerissen). Erhalten sind einige Teilstücke, z. B. nahe der Marienkirche und am Mühlentor. Im Prenzlauer Tor ist das städtische Museum untergebracht.
  • Die denkmalgeschützte Villa Knobelsdorff diente im 19.  und 20. Jahrhundert dem Standortältesten des Kürassier-Regiments „Königin“ (Pommersches) Nr. 2 als Wohnsitz. Seinen Namen erhielt das als Kommandeurshaus errichtete Gebäude vom letzten Offizier von Knobelsdorff, der in dem Haus bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges wohnte. Es wird seit 1996 als Hotel und Restaurant genutzt. An die Villa grenzt das Offizierskasino an, das zwischen 1867 und 1869 für das Kürassier-Regiment entstand. Das Gebäude wurde 1951 und 1952 erweitert, ein Teil in den 1990er Jahren als Diskothek genutzt und steht im 21. Jahrhundert leer.
  • Das Jagdschlösschen ist ein Renaissancegebäude aus dem 16. Jahrhundert, welches den Pommerschen Herzögen als Jagdhaus diente. Vor dem Bau der Villa Knobelsdorff war es zeitweise Sitz des Kommandeurs. Es wird im 21. Jahrhundert vom Superintendenten genutzt.
  • Hospital St. Spiritus, wohl um 1300 begründet, rekonstruiertes Gebäude vom Anfang des 16. Jahrhunderts derzeit als Altersheim genutzt. Die Stiftung errichtete 1851 einen Erweiterungsbau vor dem Prenzlauer Tor, das Rote Hospital im neuromanischen Stil.
  • Elendenhaus, nahe der Marienkirche, gewährte mittellosen Fremden kurzen Aufenthalt und Verpflegung, 1563 als Spital aufgehoben.
  • Eisenbahnerlebniszentrum Lokschuppen Pomerania e. V., ehemaliger Lokschuppen, wird heute als Konferenz- und Erlebniszentrum genutzt, mit einem Museum und Ausstellungen zur Geschichte der Eisenbahn in Pasewalk und der Entwicklung der Lokomotiv- und Eisenbahntechnik. Zudem verfügt der Lokschuppen über verschiedene Dampf- und Rangierlokomotiven sowie mehreren Eisenbahnreisezug- und salonwagen aus dem ehemaligen DDR-Regierungszug.
  • ''Kürassier-Denkmal'' von 1922 an der Ecke Prenzlauer Straße/Oskar-Picht-Straße, in Erinnerung an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten der Königin-Kürassiere des Kürassier-Regiments „Königin“ (Pommersches) Nr. 2 aus Pasewalk.
  • Gedenkstein für den Pasewalker Kaufmann und Ehrenbürger Emil Krüger (* 1861 † 1924), ursprünglich von 1929, neu aufgestellt 2005, im von ihm 1913 initiierten und finanzierten und nach ihm benannten „Krügerpark“, beim Pasewalker Krankenhaus, der den Bürgerpark von 1898 an der Prenzlauer Chaussee erweiterte.
  • Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Form eines frühgeschichtlichen Hünengrabes von 1932 auf einer Anhöhe in den Anlagen bei den Sportplätzen beim Krankenhaus.
  • Grabanlage mit einem großen Holzkreuz, zahlreichen symbolischen Grabkreuzen und einzelnen Namenstafeln auf dem Neuen Friedhof an der Löcknitzer Straße für 325 deutsche Soldaten der Wehrmacht sowie für eine unbekannte Anzahl ziviler Opfer, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangener unbekannter Nationalität, an die jedoch kein Zeichen des Gedenkens erinnert.
  • Gedenkstätte „Leninhain“ von 1971 zwischen Fischer- und Haußmannstraße sowie zwischen Mühlen- und Bahnhofstraße. Der Ehrenhain, dessen Grundsteinlegung zum 100. Geburtstag Lenins im April 1970 erfolgte, umfasst eine Grabanlage für 21 Sowjetsoldaten die in 13 Gräbern beigesetzt wurden sowie eine Friedenssäule verbunden mit einer roten Gedenkwand mit Häftlingswinkel für die Opfer des Faschismus und einem Sowjetstern für die sowjetischen Befreier und die deutsch-sowjetische Freundschaft. Eine ursprünglich im Zentrum der im Oktober 1971 eingeweihten Anlage stehende Pyramide mit einem Sowjetstern auf der Spitze wurde nach 1990 entfernt. Die vor den Gräbern der Sowjetsoldaten ursprünglich stehenden kleinen Obelisken mit Sowjetstern waren 1999 beschädigt worden und wurden dann ebenfalls entfernt.
  • Gedenkstein um 1950 gegenüber dem Eingang zum zerstörten Jüdischen Friedhof östlich der Löcknitzer Straße zur Erinnerung an den beim Novemberpogrom 1938 geschändeten Jüdischen Friedhof.
  • Gedenkstein von 1956 für den verfolgten jüdischen Stadtrat Paul Behrendt (* 1860 † 1939) und seine Familie in der Haußmannstraße, auf dem ehemaligen Gelände seiner bereits 1872 gegründeten Maschinenfabrik.
  • Gedenktafel von 1988 in der Marktstraße für die beim Novemberpogrom 1938 zerstörte Synagoge von 1859 der Jüdischen Gemeinde.
  • Künstlergedenkstätte Paul Holz von 1996 im Museumsgarten beim Prenzlauer Tor, in Erinnerung an den pommerschen Zeichner Paul Holz (1883–1938).
  • Die Trümmerkugel Pasewalk–Police–Phoenix von 2009 ist ein Kunstwerk des schweizerisch-kanadischen Installationskünstlers Ernest Daetwyler. Er barg rund 30 Tonnen Trümmer aus Gebäuden, die im Zweiten Weltkrieg in Pasewalk und Police zerstört wurden und schuf daraus eine begehbare Kugel mit einem Durchmesser von rund 5,5 Metern.
  • Gedenkstele von 2011 vor dem Krankenhaus in Pasewalk in Erinnerung an den in Pasewalk geborenen Marinearzt Erich Paulun, der 1899 das „Tongji Hospital für Chinesen“ in Shanghai/China gründete.

Parkanlagen

  • Der Park Mecklenburg’s Ruhe entstand zwischen 1865 und 1867 an der Stettiner Chaussee als erste Grünanlage der Stadt in Form einer Promenade. 1934 wurde am östlichen Ende des Parks der „Mecklenburg-Stein“ errichtet.
  • Der ''Bürgerpark'' entstand 1898 als erster Park der Stadt an der Prenzlauer Chaussee und wurde 1913 durch den Krügerpark erweitert. Die Parkanlage wird heute für Veranstaltungen genutzt.
  • Die Ueckerpromenade entstand auf Initiative des Pasewalker Bürgermeisters Eberhard Schmidt während seiner Amtszeit zwischen 1961 und 1974 als Grünanlage entlang der Uecker zwischen Bahnhof- und Mühlenstraße.
  • Der ''KunstgARTen'' ist eine fünf Hektar große Parkanlage, an der Brücke der Umgehungsstraße über die Uecker im Osten von Pasewalk, die 2005 im Zuge der landschaftlichen Gestaltung der Auenlandschaft entlang der Uecker entstand. Mit Hilfe von Pflanzen und Blumen schaffen nationale und internationale Künstler wie beispielsweise Ping Qiu, Jolanta Wagner oder Ines Diederich zeitgenössische, vergängliche Kunst.

Baudenkmale

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Pasewalk

Kulturelle Institutionen

  • Kulturforum „Historisches U“, Veranstaltungsstätte für Konzerte, Theater, Tanzvorführungen, Kabarett, Lesungen, Ausstellungen, Tagungen und Messen.
  • Das Pasewalker Stadtmuseum im Prenzlauer Tor bietet vier thematische Schwerpunkte in seiner ständigen Ausstellung: die Ur- und Frühgeschichte zwischen Uecker und Randow, die Stadtgeschichte, die Garnisonsgeschichte und die größte ausgestellte Sammlung zum pommerschen Zeichner Paul Holz.
  • ein kleines Programmkino des Dachverbandes der kulturellen Kinos und Filmclubs, Filmkommunikation Mecklenburg-Vorpommern und des mobilen Kinos zur Förderung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in der Region.

Öffentliche Einrichtungen

; Allgemein

  • Das Rathaus liegt an der Haußmannstraße 85. Hier ist auch die Stadtinformation untergebracht.
  • Die Stadtbibliothek an der Grünstraße 59 bietet aktuelle Medien sowie Lokal- und Regionalliteratur an.
  • Das Kulturforum Historisches U an der Kürassierkaserne 9 ist eine kulturelle Stätte für Konzerte, Tanz und Theater, Kabarett, Lesungen, Ausstellungen, Tagungen, Workshops und Messen. Das Gebäude war einst Marstall der Pasewalker Königin-Kürassier des Kürassier-Regiment „Königin“ (Pommersches) Nr. 2.
  • Das Museum der Stadt Pasewalk im Prenzlauer Tor wurde 1996 mit einem Neubau eröffnet. Es hat eine Dauerausstellung mit vier thematischen Schwerpunkten zur Ur- und Frühgeschichte, zur Stadtgeschichte, zur Garnisonsgeschichte und die Ausstellung zum pommerschen Künstler Paul Holz.
  • Die Freiwillige Feuerwehr Pasewalk befindet sich in der Pestalozzistraße 24 in der Oststadt. Sie unterhält ein Feuerwehrmuseum in der Torgelower Straße 33.
  • Das Lindenbad befindet sich an der nach diesem benannten gleichnamigen Straße, Am Lindenbad 1.

; Bildung

  • Grundschule Pasewalk
  • Evangelische Grundschule Pasewalk
  • Europaschule Arnold Zweig in Pasewalk
  • Oskar-Picht Gymnasium Pasewalk

; Soziales

  • Kindertagesstätte an der Fröbelstraße

; Sportvereine

  • Pasewalker Fußballverein
  • SV Pommern Pasewalk (Fußball)
  • Pasewalker Handballverein
  • Pasewalker Judosportverein
  • Tanzclub Pasewalk-Strasburg
  • Tischtennisverein Rotation Pasewalk
  • Pasewalker Badmintonclub e. V.
  • Pasewalker Pferdesportverein
  • Einradfreunde
  • Pasewalker Luftsportclub „Die Ueckerfalken“
  • Ziergeflügel- und Exotenzüchter Verein Pasewalk/Strasburg

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Die Sparkasse Uecker-Randow hat ihren Sitz in Pasewalk.

In der Stadt gibt es mit dem Kompetenzzentrum für Flugzeugentwicklung und Flugzeugbau und dem Flugzeugbauer REMOS AG eine mittelständische Umgebung für Technologien im Bereich der Luftfahrt.

Die in Pasewalk ansässige Neue Pommersche Fleisch- und Wurstwaren GmbH ist eines der größten produzierenden Unternehmen in der Region.

Das seit dem Jahr 2000 in Pasewalk ansässige Call-Center Sykes Enterprises Pasewalk GmbH & Co. KG ist mit etwa 750 Mitarbeitern (Stand: 2010) das zurzeit größte Unternehmen der Region im Dienstleistungsbereich.

Verkehr

Im Bahnhof Pasewalk kreuzen sich im Fernverkehr der Deutschen Bahn die Eisenbahnstrecken Stralsund–Berlin und Lübeck–Szczecin. Pasewalk ist Zwischenhaltepunkt für IC/EC- und ICE-Züge, die die Bahnhöfe Berlin, Leipzig, Prag, München, Köln und Frankfurt anfahren. Im Regionalverkehr der DB Regio Nordost verkehren Züge des Regionalexpress (RE 3) auf der Strecke Stralsund – Pasewalk – Eberswalde – Berlin – Elsterwerda, sowie Züge der RE 4 einmal auf der Strecke Stettin – Pasewalk – Neubrandenburg – Güstrow – Bützow – Bad Kleinen – Lübeck sowie auf der Strecke Ueckermünde – Eggesin – Torgelow – Pasewalk.

Pasewalk ist über die 8 und 6 Kilometer entfernten Anschlussstellen Pasewalk-Nord und Pasewalk-Süd mit der Bundesautobahn 20 verbunden. Zudem kreuzen sich in der Stadt die aus dem Norden aus der Hansestadt Greifswald kommende und über Anklam verlaufende Bundesstraße 109, die nach Süden weiter bis Berlin führt, sowie die Bundesstraße 104, die im Westen von der Hansestadt Lübeck kommend über Neubrandenburg bis nach Osten zum Grenzübergang Linken nach Polen verläuft. Ebenfalls führt von der B 109 in Heinrichsruh über Torgelow und Viereck die L 321 als Landesstraßen 2. Ordnung bis nach Pasewalk zur B 104.

Auch der für den Radfahrtourismus wichtige Radfernweg Berlin–Usedom verläuft entlang der L 321 und der B 109 durch Pasewalk. Als Fernradwanderweg gehört er zum D-Routen-Netz, einem System von zwölf deutschlandweiten Radfernwegen, die im Rahmen des nationalen Radverkehrsplans das Radnetz Deutschlands bilden.

Darüber hinaus befindet sich etwa 3 Kilometer westlich von Pasewalk im Ortsteil Franzfelde der Flugplatz Pasewalk, der der einzige Flugplatz in der Uecker-Randow-Region ist.

Regelmäßige Veranstaltungen (Auswahl)

  • Neujahrskonzert im Kulturforum „Historisches U“
  • Lindenbadtriathlon, Seifenkistenrennen und Maifeier sowie Schützenfest am 1. Mai
  • Leistungsschau der Uecker-Randow-Region und Stadtfest im September
  • Kürassierjagd im Oktober

Persönlichkeiten

In Pasewalk geboren

  • Petrus Edeling (1522–1602), lutherischer Theologe
  • Daniel Lüdemann (1621–1677), lutherischer Theologe
  • Johann Friedrich Tiede (1732–1796), evangelischer Theologe
  • Moritz Friedrich Wilhelm von Schwerin (1745–1829), preußischer Offizier und Landrat
  • Gotthilf Benjamin Keibel (1770–1835), preußischer Generalmajor
  • Johann August Christian Dittmar (1778–1861), Uhrmacher in Sankt-Petersburg
  • Georg von Stülpnagel (1785–1862), preußischer Generalleutnant
  • Wilhelm Hiller von Gärtringen (1809–1866), preußischer Generalleutnant
  • Gustav Wilhelm Scharlau (1809–1861), deutscher Arzt, Leiter einer Wasserheilanstalt in Stettin
  • Wilhelm von Tümpling (1809–1884), preußischer General der Kavallerie
  • Gustav Witte († 1888), Branddirektor der Berliner Feuerwehr 1875–1887
  • Georg von Kameke (1817–1893), preußischer General der Infanterie und Kriegsminister
  • Hermann Friedrich Wilhelm von Kameke (1819–1889), preußischer General
  • Wilhelm Pökel (1819–1897), deutscher Klassischer Philologe und Gymnasiallehrer
  • Hugo Lemcke (1835–1925), deutscher Historiker
  • Emil Mannkopff (1836–1918), Internist und Hochschullehrer in Marburg
  • Bogislav von Bonin (1842–1929), preußischer Politiker
  • Claus von Heydebreck (1859–1935), königlich preußischer Oberst und Politiker
  • Erich Paulun (1862–1909), ehemaliger Marinearzt
  • Heinrich August Emil von Albedyll (1865–1942), preußischer Offizier
  • Georg Mohnike (1868–1945), Tischlermeister, entwickelte die Schulwandtafel
  • Oskar Picht (1871–1945), Erfinder einer Blindenschreibmaschine
  • Joachim von Blücher (1888–1980), Politiker (NSDAP) und SA-Führer
  • Ernst Friedrich Weidner (1891–1976), deutscher Assyriologe und Archäologe
  • Paul Jahnke (1893–1951), deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Walter von Soosten (1895–1945), deutscher SS-Obersturmführer
  • Bruno Müller-Linow (1909–1997), deutscher Maler und Graphiker
  • Gerd von Bonin (1911–1979), deutscher Kameramann, Dokumentarfilmregisseur und Filmproduzent
  • Kurt Radeke (* 1924), deutscher Schauspieler und Synchronsprecher
  • Hans-Georg Krage (1928–2005), deutscher Motorbootrennfahrer
  • Karl Heinz Deickert (1931–2007), deutscher Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor
  • Karl-Heinz Rotte (* 1933), deutscher Radiologe
  • Erich Hamann (* 1944), deutscher Fußballspieler und ehemaliger Spieler der DDR-Fußball-Nationalmannschaft
  • Kuno Winn (* 1945), deutscher Politiker (FDP, CDU)
  • Rainer Knaak (* 1953), deutscher Schachspieler
  • Sabine Zimmermann (* 1960), deutsche Politikerin (Die Linke)
  • Chris Gueffroy (1968–1989), vorletztes Todesopfer an der Berliner Mauer
  • Gerd Walther (* 1970), deutscher Politiker (Die Linke)
  • Reiner Holznagel (* 1976), deutscher Politikwissenschaftler und Präsident des Bundes der Steuerzahler
  • Hanka Kliese (* 1980), deutsche Politikerin (SPD)
  • Patrick Dahlemann (* 1988), deutscher Politiker (SPD)

Ehrenbürger

  • Otto Borchardt (Lebensdaten unbekannt), Stifter, Ehrenbürgerschaft 1849
  • Carl von Stülpnagel-Dargitz (1788–1875), Landrat des Kreises Prenzlau, für seine Verdienste um den Ausbau der Landstraßen im nördlichen Kreis Uckermark und die daraus resultierenden wirtschaftliche Impulse für die Stadt Pasewalk; Ehrenbürgerschaft 1854
  • Dr. med. Moritz Engel (1806–1898), Arzt, für seine Verdienste als Armenarzt der Stadt Pasewalk 1838–1892; Ehrenbürgerschaft 1887
  • Theodor Bernhard Haußmann (1817–1909), Kaufmann, für seine Verdienste als Wohltäter (umfangreiche Spenden und Vermächtnisse für seine Geburtsstadt); Ehrenbürgerschaft 1894, Verleihung eines Straßennamens
  • Carl Kujack (1825–1897), Bürgermeister der Stadt von 1876 bis 1895; Ehrenbürgerschaft 1895
  • Emil Krüger (1861–1924), Kaufmann (Teilhaber der Zigarrenhandelskette Krüger & Oberdiek), für seine Verdienste als Wohltäter, u. a. Schaffung des am Südrand der Stadt gelegenen Stadtparks; Ehrenbürgerschaft 1913
  • Paul von Hindenburg (1847–1934), Reichspräsident; Ehrenbürgerschaft 1933
  • Eberhard Schmidt (1924–2010), Bürgermeister der Stadt von 1961 bis 1974, für seine Verdienste um die Stadt Pasewalk, u. a. die Errichtung des Lindenbades, der Ueckerpromenade, des Platzes der Aufbauhelfer, des Leninhains, der ersten Gestaltung des Marktplatzes in den 1960er Jahren sowie der Organisation der Veranstaltungen „Tanz der 1000 Paare“ und des „Mach-mit-Wettbewerbs“; Ehrenbürgerschaft 2009

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Pasewalk

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