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Traunstein
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Stadtplan Traunstein
Stadt Traunstein
Stadtplatz 39
83278 Traunstein

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Traunstein

160pxAbb. 1 Wappen von Traunstein
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 591 m
PLZ 83278
Vorwahl 0861
Gliederung 63 Stadtteile
Website www.traunstein.de
Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD)

Traunstein ist eine Stadt im Regierungsbezirk Oberbayern mit über 20.000 Einwohnern. Sie ist eine Große Kreisstadt und Oberzentrum an der Traun. Die Stadt ist Hauptort des Chiemgaus und Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.

Traunstein ist als Behördenstadt mit dem Landgericht Traunstein für die Landkreise Traunstein, Rosenheim, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf zuständig. Sie bildet außerdem mit 25 Schulen und über 10.600 Schülern einen wichtigen Bildungsstandort in Südostbayern.

Geographie

Geographische Lage

Traunstein, der Hauptort des Chiemgaus, liegt etwa zehn Kilometer östlich des Chiemsees und 15 km nördlich der Chiemgauer Alpen. Die Stadt wird in ihren östlichen Teilen vom Fluss Traun durchflossen. Im Südosten liegt der Ortsteil Hochberg, der zugleich der Traunsteiner Hausberg ist. Südlich von Traunstein unterhalb des Hochbergs an der Traun liegt das Pfarrdorf Haslach. Im Westen liegt das Dorf Wolkersdorf. Beide wurden 1978 eingemeindet. Im Norden liegt, durch den Stadtwald und den Standortübungsplatz Kammer getrennt, das 1972 eingemeindete Pfarrdorf Kammer mit dem Ort Rettenbach.

Gemeindegliederung

Zu Traunstein gehören 63 Stadtteile in 6 Gemarkungen:

Gemarkung Einwohnerzahl * Fläche in km² Bevölkerungsdichte in Einwohner je km² Ortsteile
Au 877 0,39 2249 keine
Haslach 3.267 5,83 560

Axdorf, Büchling, Einham, Irlach, Haslach, Neuling, Oberhaid, Seiboldsdorf, Tinnerting, Wegscheid

Hochberg 306 10,24 30 Abstreit, Bach, Bergwiesen, Buchfelln, Daxerau, Eppenstatt, Graben, Hochberg, Hochöd, Höfen, Holzleiten, Hütt, Kirchleiten, Mitterbichl, Obersöln, Öd in der Pechschneid, Paulöd, Preising, Rutzöd, Schinagl, Schwaig, Schwober, Untersöln
Kammer 1.465 15,64 94 Alterfing, Gerating, Haunstätt, Kaltenbach, Kammer, Kronacker, Langmoos, Leiderting, Lüfteneck, Marberloh, Neuhausen, Reichsberg, Rettenbach, Roitwalchen, Siegelberg
Traunstein 11.468 9,78 1173 Baumgarten, Empfing, Gamm, Mayerhofen, Sparz, Traunstein
Wolkersdorf 2.488 6,70 371 Geißing, Guntramshügl, Höpperding, Kotzing, Riederting, Schmidham, Traunstorf, Unterhaid, Wolkersdorf
* Stand: 31. Dezember 2015

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1914 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Au eingegliedert. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern kamen am 1. Juli 1972 die bisherige Gemeinde Kammer und Teile der aufgelösten Gemeinde Hochberg (nördlicher Teil) hinzu, Wolkersdorf und der größte Teil der aufgelösten Gemeinde Haslach folgten am 1. Mai 1978.

Geschichte

Bis zum 19. Jahrhundert

Zwar nennen kirchliche Güterverzeichnisse schon um 790 Besitzungen ad Trun, und auch mittelalterliche Wehranlagen (Burgställe) sind ab dem 10. Jahrhundert in der näheren Umgebung nachweisbar (Burg Traunstein, Burgstall Traunstein, Burgstall Hochberg und Burgstall Lenzisburg). Trauwenstain selbst aber wird erstmals 1245 in einer Schrift des Klosters Baumburg erwähnt. Der Name bedeutet Burg an der Traun, und mit einiger Wahrscheinlichkeit befand sich hier der Sitz der Herren de Truna, umgeben von einer kleinen Ansiedlung. Erst die Wittelsbacher bauten diese planmäßig aus, befestigten sie und kontrollierten so den Traunübergang der wichtigen Salzstraße von Reichenhall nach München an der Grenze zum Erzstift Salzburg.

Im Jahr 1120 ließen sich die Edlen ‚von Truna‘, Ministerialen der Grafen von Kraiburg-Ortenburg, im heutigen Stadtgebiet nieder, wohl wegen der strategisch günstigen Lage: Sie erbauten nahe an der Handelsstraße die Burg am Rand des Stadtplateaus, das zum großen Teil vom Fluss umgeben wird. Die Herren „de Truna“ werden zum letzten Mal in Quellen aus dem Jahr 1242 genannt.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Traunstein im Jahr 1245. Im ersten Vertrag von Erharting (1254) verzichtete der Salzburger Erzbischof auf den Erwerb der Grafschaften und Gerichte im Chiemgau. Der Chiemgau mit Traunstein fiel an die Wittelsbacher, die in dem Ort einen wichtigen strategischen und wirtschaftlichen Knotenpunkt direkt an der Grenze zum Erzstift Salzburg sahen. Traunstein lag ideal auf einer Anhöhe direkt an der Traun und damit an der Handelsroute von Reichenhall nach München. Von hier aus ließ sich der gesamte Warenverkehr über die Traun kontrollieren. Die Wittelsbacher ließen Traunstein daher befestigen und ausbauen, und sie gaben ihr Handels- und Zollprivilegien-

Urkunden über die Erhebung des Orts zur Stadt sind verlorengegangen – historischen Quellen zufolge durch Brand. Die Stadtgründung dürfte um die Mitte des 13. Jahrhunderts erfolgt sein, denn 1255 wird Truna als Traunstein unter denjenigen Städten aufgelistet, die bei der von den Herzögen Ludwig dem Strengen und Heinrich XIII. vorgenommenen Bayerischen Landesteilung von 1255 an Herzog Heinrich kamen. Nach dem Verlust der Originalurkunde zur Stadtgründung erneuerte Herzog Friedrich von Bayern im Jahr 1375 Traunsteins Stadtprivilegien in einem Freyheitsbrief.

Die neue Rolle als "Wächter der Salzstraße" brachte Traunstein schon früh großen Wohlstand. Das Salz aus Bad Reichenhall wurde hier gelagert und umgeschlagen, um es weiter nach München oder Wasserburg zu transportieren. Den Händlern war es verboten, Umschlagplätze wie Traunstein zu umfahren, und so verdiente die Stadt bei jeder Lieferung über die Traun mit. Bereits 1493 waren die Straßen und Gassen gepflastert. Ab 1431 verfügte Traunstein über ein „Leprosenhaus“ (Leprosorium), dessen Standort jedoch unklar ist. 1526 wurde der Lindlbrunnen mit Rossschwemme als Endpunkt der städtischen Wasserversorgung errichtet.

1587 verstaatlichte Herzog Wilhelm schließlich die Salzproduktion, wodurch Traunstein für die reichen Salzsender plötzlich unrentabel wurde. Sie verließen daraufhin die Stadt, die bis dahin wirtschaftlich stark vom Salzhandel abhängig war. Aufgrund der guten Verkehrsanbindung und des Rufs als Handwerker- und Marktzentrum, überstand Traunstein diesen Umbruch wirtschaftlich aber weitestgehend unbeschadet. 1613 wurde in Reichenhall eine weitere, sehr ergiebige Solequelle entdeckt. Die dortige Saline arbeitete bereits an der Kapazitätsgrenze. Obwohl die Stadt bereits aus dem salzburgischen Pinzgau über die Triftanlagen mit erheblichen Mengen an Brennholz versorgt wurde, reichte dies nicht aus, die zusätzliche Sole vor Ort zu versieden. Herzog Maximilian I. beschloss daher 1616, die Sole über ein Rohrsystem nach Traunstein zu leiten. Mit dem Wasser der Traun konnte genügend Brennholz nach Traunstein gebracht werden, zudem befanden sich die Wälder im Besitz des Herzogs. Für die Soleleitung nach Traunstein musste eine Strecke vom 31 km und eine Höhendifferenz von insgesamt 340 m überwunden werden. Mit Wasserkraft betriebene Pumpen in sieben Brunnhäusern beförderten die Sole nach oben, die dann, das natürliche Gefälle nutzend, bis zum nächsten Brunnhaus floss. Als Rohre wurden etwa 9000 Deicheln verwendet. Erbaut wurde die Leitung durch den Hofbaumeister Hanns Reiffenstuel und seinem Sohn Simon. In Traunstein errichtete man währenddessen ein neues Stadtviertel in der Au – bestehend aus einer Saline, Sudstätten, Härtehäusern und Arbeiterwohnungen – für den neu gewonnenen Wirtschaftszweig. Nach drei Jahren Bauzeit wurde die Saline 1619 in Betrieb genommen.

Von den Gräueltaten des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) blieb Traunstein zwar weitgehend verschont, nicht aber von der darauf folgenden Pest an der zwischen 1631 und 1635 knapp ein Zehntel der Bevölkerung verstarb. Am 25. und 26. Juli 1704 besetzten österreichische Truppen im Zuge des Spanischen Erbfolgekriegs Traunstein. Dabei veränderte ein verheerender Stadtbrand das mittelalterliche Stadtbild erheblich (s. u.), das aber trotz langjähriger österreichischer Besatzung wieder aufgebaut werden konnte.

1782 beauftragte Kurfürst Karl Theodor die Sanierung der Saline in Traunstein. Dies hatte unter anderen den Neubau des kreuzförmigen Sudhauses 1787 zur Folge. Die jährliche Salzproduktion und die Effizienz der Herstellung stieg daraufhin rapide an. Die Fertigstellung der neuen Saline sicherte den Fortbestand der Salzproduktion in Traunstein für weitere 100 Jahre.

1808 verlor Traunstein in Folge der ersten bayerischen Verfassung nahezu alle Rechte. Trotzdem blieb die Stadt Verwaltungs- und Handelszentrale des Chiemgaus die vor allem mit Bayerns drittgrößtem Getreidemarkt überregionale Bedeutung besaß. In der Nacht vom 25. zum 26. April 1851 zerstörte abermals ein Großbrand nahezu die gesamte Stadt (s. u.).

20. Jahrhundert

Das städtebauliche Bild und Geschichte des bayerisch-katholischen Verwaltungsortes wurde wesentlich in den Jahren zwischen 1890 und 1914 geprägt, so dass die Stadt heute einen bedeutenden Bestand an Gründerzeit- und Jugendstilbauten aufweist. Im Jahr 1912 wurde die letzte Traunsteiner Saline in der Au aufgelassen.

Am 1. Januar 1914 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Au nach Traunstein eingemeindet, die Saline diente im Ersten Weltkrieg sowohl als Lager für mehr als 1000 Zivil- und Kriegsgefangene wie auch als Lazarett; Adolf Hitler war dort Anfang 1919 einige Wochen zur Bewachung der Gefangenen eingesetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1923 zu Hyperinflation und auch in Traunstein kursierte Notgeld mit Milliardenbeträgen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Traunsteiner Bahnhofsgelände viermal Ziel amerikanischer Bombenangriffe: am 11. November 1944, am 21. Januar 1945, am 18. April 1945 und schließlich am 25. April 1945. Die schweren Bombenangriffe im April 1945 zerstörten das Bahnhofsviertel, mehr als 100 Menschen starben. Wenig später, am 2. Mai 1945, durchquerten jüdische KZ-Häftlinge auf einem Todesmarsch Traunstein. 61 von ihnen wurden tags darauf bei Surberg erschossen (eine Gedenkstätte dort erinnert an sie). Die kampflose Übergabe der Stadt erfolgte am 3. Mai 1945.

Mit den Kommunalwahlen im Januar 1946 begann die Demokratisierung, die an Strukturen vor 1933 anknüpfte. Vertriebene mussten versorgt und integriert werden. Von 1948 bis 1972 (wie schon zwischen 1876 und 1935) war Traunstein kreisfreie Stadt. Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde Traunstein am 1. Juli 1972 in den Landkreis Traunstein eingegliedert und erhielt den Status einer Großen Kreisstadt.

Das Stadtbild änderte sich 1998 durch den Wiederaufbau des Jacklturms, der dem Stadtbrand 1851 zum Opfer gefallen war.

21. Jahrhundert

Im Dezember 2012 feiert Traunstein die Fertigstellung der von Peter Ramsauer als "Jahrhundertbauwerk" bezeichneten Nordumfahrung B304. Das 4,5 km lange Projekt nahm über 40 Jahre und Kosten von 77 Millionen € in Anspruch. Für die Umfahrung war der Bau einer 385 Meter langen Talbrücke über die Traun und des 725 Meter lange Ettendorfer Tunnels notwendig. Sie dient nun der Entlastung der Innenstadt die täglich von ca. 26.000 Fahrzeugen durchfahren wurde.

Zum 1. September 2013 wurde die Stadt Traunstein von der Landesplanung zum Oberzentrum eingestuft. Damit ist Traunstein nun als Behörden- und Bildungszentrum für die umliegenden Mittel- und Unterzentren zuständig. Der Einflussbereich umfasst die Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Altötting, Mühldorf und Teile von Rosenheim.

2017 überschritt die Stadt erstmals die Grenze von 20.000 Einwohnern und wurde damit von der Klein- zur Mittelstadt.

Stadtbrände

In ihrer über 750-jährigen Geschichte wurde die Stadt Traunstein mindestens zweimal von Stadtbränden heimgesucht: am 13. August 1704, als im Verlauf des spanischen Erbfolgekrieges ungarische Panduren die Stadt in Brand setzten, und 1851. Aus unbekannten Gründen soll im Jahr 1371 der erste große Stadtbrand stattgefunden haben, dem ein Stadtteil samt Kirche zum Opfer fielen. Zwar fehlen hierzu zeitgenössische Berichte, doch erneuerte Herzog Friedrich von Bayern im Jahr 1375 die Stadtprivilegien, weil die Originalurkunde verbrannt war – ein Brand kurz zuvor muss demnach stattgefunden haben. Es ist vermutet worden, dass dieser erste Brand von einer bei dem Stadtteil liegenden Ziegelei ausgegangen sein könnte. Kürzlich erfolgte archäologische Grabungen auf dem Gebiet der ehemaligen Veste (Burg) scheinen die mündliche Überlieferung zu bestätigen. 1586 brannten zehn Häuser in der unteren Zwerchzeile (Hofgasse) nieder. Im Jahr darauf wurde erstmals eine Feuerordnung für das Stadtgebiet erlassen, Diese besaß noch im 19. Jahrhundert Gültigkeit.

Nach dem Brand von 1704 wurde die Stadt weitgehend wieder hergestellt. Der von den Schaumburgern errichtete Edelsitz Neugereut mit dem gleichnamigen Schloss an der Nordseite der Stadt, der ebenfalls in Flammen aufgegangen war, wurde nicht wieder aufgebaut.

In der Nacht vom 25. auf den 26. April 1851 wurde Traunstein Opfer eines Brandes, der das frühneuzeitliche Stadtbild nahezu vollständig zerstörte. Wie schon nach 1704 gelang es auch diesmal, Traunstein innerhalb weniger Jahre neu aufzubauen. Insgesamt 90 Häuser und 30 Ökonomiegebäude im Bereich der Innenstadt fielen den Flammen zum Opfer, unter ihnen das Rathaus, das Landgericht, das Hauptsalzamt und das Rentamt, die Kirche und sämtliche Tore und Türme (mit Ausnahme des oberen). Lediglich das heutige Heimathaus, „Zieglerwirtschaft und Brothausturm“, die Schaumburgerstraße und fünf Häuser der Stadtplatz-Nordseite gegenüber der Kirche blieben verschont. Das Feuer brach in einem Stadel neben dem im Bau befindlichen Pfarrhof am Maxplatz aus und nahm, begünstigt durch starken Wind, mit rasender Geschwindigkeit seinen Weg über die mit Holzschindeln gedeckten Dächer. Sämtliche Bemühungen der heimischen und auswärtigen Lösch- und Spritzenmannschaften waren vergebens, denn: „Wenn das Feuer einmal eine gewisse Grenze überschritten, keine menschliche Gewalt mehr im Stande ist, ihm Einhalt zu Thun.“. Viele Bürger verloren all ihre Habe.

Als Brandursache vermutete man zunächst einen Racheakt erzürnter Haslacher, hervorgerufen durch die gerade erfolgte Verlegung des Pfarrsitzes von ihrem Dorf nach Traunstein. Später gab es Gerüchte, die Fahrlässigkeit eines Dienstboten habe den Brand verursacht. Beide Annahmen sind unbewiesen.

An die 700 Bürger waren obdachlos, doch unverzüglich wurde der Stadt geholfen. König Maximilian besuchte schon am 27. April Traunstein und wies mehrere tausend Gulden aus seiner Kabinettskasse an. In vielen Städten gründeten sich Hilfskomitees, die Geld- und Sachspenden sammelten. Auch dank der raschen Auszahlung der Brandversicherungsgelder konnten die Bewohner bald mit dem Wiederaufbau beginnen. Der mittelalterliche Grundriss des Stadtplatzes blieb dabei weitgehend erhalten, jedoch erhielten die Häuser historisierende Fassaden, dem Zeitgeschmack entsprechend. Mit der Errichtung eines neuen Rathauses in den Jahren 1855 bis 1857 – auf den Grundmauern der Stallechnerschen Brandruine – war der Wiederaufbau nach nur sechs Jahren weitgehend abgeschlossen.

Heutiges Stadtbild

Die Architektur der Stadt Traunstein wurde durch Stadtbrände und Kriege stark geprägt und brachte so eine Mischung verschiedener Epochen mit sich. So findet man rund um den Stadtplatz noch wenige Bauten aus dem Spätmittelalter. Ein Großteil der Gebäude der oberen Altstadt mussten nach Stadtbränden allerdings neu errichtet werden und stammen daher meist aus dem 19. Jahrhundert. Die untere Altstadt entstand im 17. Jahrhundert rund um die Saline. Zwar ist das Sudhaus selbst heute nicht mehr erhalten, zahlreiche Arbeiterhäuser befinden sich aber heute noch in einem guten Zustand. Eine weitere wichtige Epoche ist die Zeit zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert. Hier wuchs Traunstein in kurzer Zeit stark an und verdreifachte damit fast seine Einwohnerzahl. Die Stadt erreichte dieses Wachstum durch eine gezielte Anwerbung wohlhabender Pensionisten, um Traunstein zur Kurstadt zu machen. Das Ergebnis sind nun zahlreiche Vorstadtvillen unterschiedlichster Baustile, die bis heute das Traunsteiner Stadtbild prägen.

Demographie

Bevölkerungszahlen

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Stadt von 17.145 auf 20.520 um 3.375 Einwohner bzw. um 19,7 %.

Jahr Einwohnerzahl Anmerkungen
1840 3.931
1900 6.845 davon 327 Evangelische, 6.501 Katholiken
1905 7.447 meist katholische Einwohner, darunter 376 Evangelische und 33 Juden
1910 7.686 davon 466 Evangelische, 7.163 Katholiken
1925 9.028 davon 649 Evangelische, 8.310 Katholiken, acht sonstige Christen und neun Juden
1933 9.882 davon 608 Evangelische, 9.186 Katholiken, ein sonstiger Christ und sieben Juden
1939 10.962 davon 927 Evangelische, 9.798 Katholiken, zwölf sonstige Christen und ein Jude
1950 14.611
1960 14.900 davon 3.100 Vertriebene
1988 17.145
2010 18.707
2018 20.520 seit 1988 ein Zuwachs um 19,7 %

Die Einwohnerentwicklung Traunsteins wurde über die Jahre von unterschiedlichsten Wachstumsraten geprägt. Während sich die Bevölkerung von 1840 bis 1950 mehr als vervierfachte, begann danach eine über 50 Jahre andauernde Stagnation im Bereich um 18.000 Einwohner. Seit 2014 erlebt Traunstein wieder einen Wachstumsschub, der die Stadt 2017 erstmals über die 20.000-Einwohner-Grenze anhob und sie zur Mittelstadt machte. Die Prognosen gehen auch in den kommenden Jahren von einem anhaltend starken Wachstum aus. Die durchschnittliche Kaltmiete in Traunstein stieg 2018 auf ca. 10 €/m² und ist damit die höchste in der gesamten Region. {"version":2,"width":460,"height":207,"data":{"x":1840,"y":3931},{"x":1925,"y":10178},{"x":1950,"y":18003},{"x":2010,"y":18707},{"x":2018,"y":21523}}">{"name":"table","values":{"x":1840,"y":3931},{"x":1925,"y":10178},{"x":1950,"y":18003},{"x":2010,"y":18707},{"x":2018,"y":21523}},"scales":{"name":"x","type":"ordinal","range":"width","zero":false,"domain":{"data":"table","field":"x"}},{"name":"y","type":"linear","range":"height","nice":true,"domain":{"data":"table","field":"y"}},"axes":{"type":"x","scale":"x"},{"type":"y","scale":"y"},"marks":{"type":"rect","from":{"data":"table"},"properties":{"enter":{"x":{"scale":"x","field":"x"},"y":{"scale":"y","field":"y"},"y2":{"scale":"y","value":0},"fill":{"value":"steelblue"},"width":{"scale":"x","band":"true","offset":-1}}}}}

Bevölkerungsstruktur

Traunstein verzeichnet im Jahr 2018 einen Ausländeranteil von 12,61 % und eine Arbeitslosenquote von 2,7 %. 2011 waren 61,3 % der Bevölkerung römisch-katholisch und 13,7 % evangelisch.

Politik

Stadtrat

Die Kommunalwahlen am 2. März 2008 und 16. März 2014 ergaben folgende Sitzverteilungen:

Partei / Liste CSU SPD GRÜNE Unabhängige
Wähler
Traunsteiner
Liste
Gesamt
Sitze 2008 8 5 2 7 2 24
Sitze 2014 8 5 4 5 2 24

Bürgermeister

Der seit 1990 amtierende Oberbürgermeister Fritz Stahl (SPD) trat zu den Kommunalwahlen 2008 altersbedingt nicht mehr an. Der neu gewählte Oberbürgermeister von Traunstein, Wilfried Arsan (Unabhängige Wähler – UW), wurde am 7. April 2008 tot aufgefunden. Die staatliche Kommunalaufsicht hatte daher auf Vorschlag der Stadt für die Zeit vom 1. Mai 2008 bis zur konstituierenden Stadtratssitzung am 8. Mai den bisherigen 2. Bürgermeister Hans Zillner als Beauftragten für unaufschiebbare Amtsgeschäfte bestellt. Zillner wurde in der Sitzung vom Stadtrat erneut als 2. Bürgermeister gewählt; er leitete die Amtsgeschäfte bis zur Wahl eines neuen Oberbürgermeisters durch die Bevölkerung am 13. Juli 2008. Hier wurde abermals der Kandidat der Unabhängigen Wähler, Manfred Kösterke, mit 54,66 % der Stimmen zum neuen OB gewählt.

Bei den Kommunalwahlen 2014 traten insgesamt fünf Bewerber an; in der Stichwahl gewann der Bewerber der SPD, Christian Kegel, mit 50,76 % und löste Manfred Kösterke (49,24 %) ab.

Stadtwappen

Das heutige Stadtwappen existiert seit Jahrhunderten in der jetzigen Form (Drei Hügel und zwei Lilien). Im Mittelalter sah das Wappen jedoch anders aus: Über drei Toren befanden sich zwei Hellebarden. Daraus lässt sich schließen, dass die Niederlassung ursprünglich vor allem als eine befestigte Anlage und unter militärischen Gesichtspunkten geplant und errichtet wurde. Reste der ehemaligen Stadtbefestigung zeugen heute noch davon.Neben dem Wappen steht auch der Lindl als Wappenfigur symbolisch für die Stadt Traunstein. Der 1526 erbaute "märbelsteinerne Mann auf dem Brunnen" steht noch heute als Teil des Lindlbrunnens auf dem Stadtplatz. Er stellt einen Ritter in Maximiliansharnisch da und stand einst für die Stadtfreiheit Traunsteins.

Städtepartnerschaften

Traunstein hat vier Partnerstädte:

  • Das französische Gap (seit 1976)
  • Das deutsche Wesseling am Rhein (seit 1984)
  • Das italienische Pinerolo im Piemont (seit 1986)
  • Das englische Haywards Heath in Sussex (seit 1993)

Es finden immer wieder Schüleraustausch und gegenseitige Besuche zwischen Traunstein und seinen Partnerstädten statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kultureinrichtungen

  • das Heimatmuseum (Am Stadtplatz 2/3)
  • die Städtische Galerie (Ludwigstraße 12; Zeichnungen, Buchillustrationen, Holzschnitte usw.)
  • das Städtische Kulturzentrum im Stadtpark
  • der Salinenpark

Regelmäßige Kulturveranstaltungen sind unter anderem:

  • die Sinfonischen Konzerte Traunstein
  • die Traunsteiner Sommerkonzerte
  • der Musiksommer zwischen Inn und Salzach
  • der Chiemgauer Musikfrühling
  • das Traunsteiner Lindl-Singen und -Musizieren
  • die Traunsteiner Musikkulturnächte (je einmal im Frühjahr und im Herbst)

Regelmäßige Konzerte und Theatervorstellungen finden auch in Nuts – die Kulturfabrik statt.Ein Kulturträger ist das Trompe-Bläserensemble Die Bayerischen Jungwölfe

Von 1996 bis 2013 bestand am Ort das Katzenmuseum Traunstein, eine private Sammlung von Katzen-Figuren.

Sehenswürdigkeiten

  • Reste der Stadtbefestigung (Brothausturm, Löwentor, Teile der Stadtmauer)
  • Ehemalige Wohn- und Sudhäuser der Salinenanlage
  • die Salinenkapelle St. Rupertus im Stadtteil Au (bedeutende frühbarocke Fresken)
  • der „Traunstein“, ein großer, halb im Fluss liegender Sturzblock aus mindeleiszeitlicher Nagelfluh
  • der Lindl-Brunnen mit dem Wappner (auf dem Stadtplatz)
  • der Jacklturm (neu erbaut 1998, nachdem er dem Stadtbrand 1851 zum Opfer gefallen war)
  • die Pfarrkirche St. Oswald (barocke Gemälde, alte Fresken) die evangelische Auferstehungskirche (neugotisch)
  • der Viadukt von 1860 mit 105 Meter Länge und 25 Meter Höhe.
  • der Hochberg, einer der schönsten Aussichtspunkte des Chiemgaus
  • die Kapelleneiche bei Abstreit mit einem BHU von 6,55 m (2015).

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Traunstein

Bodendenkmäler

Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Traunstein

Religion

Traunstein ist aufgrund seiner geographischen Lage in Südostbayern traditionell römisch-katholisch geprägt und weist daher vor allem Gotteshäuser dieser Glaubensgemeinschaft auf. Die Geschichte der heutigen Traunsteiner Kirchengebäude reicht bis in das 12. Jahrhundert zurück und ist jeher ein wichtiger Teil des Stadtbildes gewesen. Die katholische Stadtkirche Traunstein setzt sich aus insgesamt 4 Stadtpfarrkirchen zusammen:

  • Die Stadtpfarrkirche St. Oswald am Traunsteiner Stadtplatz ist die Primizkirche des ehem. Papst Benedikt XVI und ein Wahrzeichen Traunsteins.
  • Die Mariä Verkündigung im Stadtteil Haslach aus dem 14. Jahrhundert ist die zweite von vier Stadtpfarrkirchen in Traunstein.
  • Die Stadtpfarrkirche Heilig Kreuz von 1954 ist die jüngste aller Kirchen in Traunstein und diente nach dem Krieg der Unterstützung Vertriebener.
  • Die Stadtpfarrkirche St. Johannes dem Täufer im Stadtteil Kammer gehörte ehemals zur im Rupertiwinkel liegenden Pfarrei Otting. Sie stammt aus dem Jahre 1452 und hat bis heute eine weitestgehend original erhaltene Bausubstanz.

Zusätzlich befinden sich in Traunstein weitere katholische Kirchen die nicht Teil der Stadtkirche sind aber zu unterschiedlichen Anlässen genutzt werden:

  • Die Salinenkapelle (Aukirche) wird in den Sommermonaten regelmäßig für Gottesdienste, Hochzeiten und Andachten benutzt.
  • In St. Georg und Katharina im Stadtpark findet neben röm.-kath. Gottesdiensten, Andachten und Vespern regelmäßig ein Gottesdienst der griechisch-katholischen Gemeinde statt. Während der Sommermonate steht das Portal der ehem. Friedhofskirche (bis 1908) jeden Samstagnachmittag offen.
  • Das „Ettendorfer Kircherl“ steht auf einem kleinen Hügel nordöstlich der Stadt über dem Trauntal; es liegt als Filialkirche der Stadtpfarrei St. Oswald Traunstein auf dem Gebiet der Gemeinde Surberg. Viele Jahrhunderte war Ettendorf bekannter Wallfahrtsort. Traditionell ist die Kirche am Ostermontag Zielort des „Traunsteiner Georgiritts“ (s. u.). In den Sommermonaten finden im Kirchlein von Zeit zu Zeit auch Gottesdienste statt, als Hochzeitskirche ist es sehr gefragt; der Verein Orgelfreunde St. Oswald Traunstein e. V. veranstaltet dort die Konzertreihe „Musik im Kircherl“.
  • Auf der Anhöhe östlich der Stadt und der ehem. Salinengemeinde Au erhebt sich neben dem Institut der Englischen Fräulein Sparz – die Schule wurde vom Orden mittlerweile in kirchliche Trägerschaft übergeben – die Kirche „St. Josef“ Sparz, das sogenannte Sparzer Kircherl.
  • Die Klosterkirche des ehemaligen Kapuzinerklosters Traunstein, seit einigen Jahrzehnten im Eigentum der Stadt, dient in der Trägerschaft der Kulturfördergemeinschaft ARTS als „Kunstraum Klosterkirche“ für Konzerte und Kunstausstellungen. Die Klosterkirche wird derzeit bis voraussichtlich 2019 für ca. 10,8 Millionen € von der Stadt Traunstein saniert und danach als Veranstaltungsgebäude genutzt.

Neben den katholischen Kirchen gibt es in Traunstein auch eine evangelisch-lutherische Gemeinde. Diese setzt sich aus den evangelischen Kirchen in Chieming und Waging sowie der neugotischen Auferstehungskirche in Traunstein zusammen. Seit 2012 existiert auch eine Freie evangelische Gemeinde.

Daneben haben auch andere Religionsgemeinschaften einen Sitz in Traunstein, so die Zeugen Jehovas und die Neuapostolische Kirche.

Georgiritt

Der Georgiritt in Traunstein, mit über 500 Pferden eine der größten Pferdewallfahrten in Bayern, findet ununterbrochen seit 1892 alljährlich am Ostermontag statt. Historische Belege gehen zurück bis in das Jahr 1762. Ein wichtiger Zielort ist dabei das Ettendorfer Kircherl auf einem Hügel im Nordosten der Stadt. Der Traunsteiner Georgiritt, welcher der Ehrung des Heiligen Georg dient, gilt seit 2016 als UNESCO Kulturerbe.

Sportvereine

Die am 9. Dezember 1869 gegründete Sektion Traunstein des Deutschen Alpenvereins ist mit knapp 7100 Mitgliedern der größte Sportverein in Traunstein. Sie besitzt zwei Hütten (die Neue Traunsteiner Hütte auf der Reiteralpe und die Traunsteiner Skihütte auf der Winklmoos-Alm) und betreibt ein DAV-Kletterzentrum.

Der SB Chiemgau Traunstein, beheimatet im Stadtteil Empfing, ist einer der größten und mit seiner Fußball- und Handballabteilung einer der erfolgreichsten Sportvereine in der Region. Er entstand aus den beiden Traditionsvereinen 1. FC Traunstein und ESV Traunstein.

Wirtschaft und Infrastruktur

Laut dem Landkreis-Ranking 2017 des Wirtschaftsmagazins „Focus-Money“ belegte der Kreis Traunstein Platz 10 unter allen Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland. So konnte sich der Landkreis im Vergleich zum Vorjahr um 3 Plätze verbessern und ist damit Spitzenreiter in der Region. Traunstein bildet dabei mit 14.000 Arbeitsplätzen den wichtigsten Wirtschaftsstandort des Landkreises.

Einzelhandel

Traunstein hat traditionell einen Ruf als Einkaufsstadt. Neben zahlreichen Boutiquen und traditionsreichen kleineren Geschäften im Stadtkern existiert das Gewerbegebiet Haslach, wo sich hauptsächlich überregionale Handelsketten angesiedelt haben. Auf dem Gelände der abgerissenen Prinz-Eugen-Kaserne liegt der Gewerbepark Kaserne.

Im Jahr 2017 lagen die Einzelhandelsumsätze bei 305,64 Mio. €, die einzelhandelsrelevante Kaufkraft bei 139,91 Mio. €. Die Kaufkraft lag bei 7.448 € je Einwohner und der Kaufkraftindex bei 107,6 %.

Überregional bedeutende Traunsteiner Unternehmen sind:

  • die Kliniken Südostbayern AG mit 3300 Mitarbeitern, davon 2000 in Traunstein.
  • die Pohlig GmbH auf dem Feld der Orthopädietechnik mit rund 300 Mitarbeitern im Stammsitz Traunstein.
  • die J.N. Kreiller AG als Großhändler und Hersteller von Baustoffen mit 300 Mitarbeitern.
  • die Spedition Eberl GmbH & Co KG mit 270 Mitarbeitern.
  • die Bäckerei Kotter GmbH mit 23 Filialen und 250 Mitarbeitern.
  • die Haumann + Fuchs Ingenieure AG mit 125 Mitarbeitern.
  • die Osenstätter Kraftfahrzeuge GmbH mit 3 Autohäusern und 170 Mitarbeitern.
  • die Gesellschaft für Wolfram Industrie GmbH, mit 120 Mitarbeitern als Hersteller für Hochleistungsmaterialien aus Wolfram und Molybdän.
  • die Leimer KG als deutscher Marktführer für Paniermehl mit über 90 Mitarbeitern.
  • das Gesundheitszentrum Chiemgau mit 66 Mitarbeitern.
  • die Murschhauser GmbH als Großhändler für Farben und Lacke mit 60 Mitarbeitern.

Brauereien

Das Brauwesen ist kulturell tief mit der Geschichte Traunsteins verankert und auch heute noch ein wichtiger wirtschaftlicher Bestandteil. Die Stadt gibt sich selbst den inoffiziellen Namen "Bierstadt Traunstein". Grund dafür ist die hohe Brauereidichte, die Traunstein seit Jahrhunderten prägt. Das Hofbräuhaus Traunstein von 1612 ist mit einem Ausstoß von rund 100.000 hl Bier und Limonade die größte und bekannteste Brauerei Traunsteins. Weitere Betriebe sind die älteste Brauerei Schnitzlbaumer von 1575 und die kleinste Brauerei, das Wochinger-Bräu von 1587 mit 8.000 hl Jahresausstoß. Die Betriebe Kiesel und Weißbräu haben ihre Produktion eingestellt.

Tourismus

Traunstein liegt in einer Erholungsregion rund um den Chiemsee und ist daher auch vom Tourismus geprägt. Im Jahr 2017 verzeichnete die Stadt mit ihren 278 Gästebetten insgesamt 34.515 Übernachtungen und 24.656 Gästeankünfte.

Bildungseinrichtungen

  • Kindergärten: Städtischer Kindergarten; St. Oswald-Kindergarten (katholisch); Hl.-Kreuz-Kindergarten (katholisch); Kindergarten St. Josef (im Kinderheim); Pfarrkindergarten Haslach; Waldkindergarten
  • Grund- und Hauptschulen: Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule; Ludwig-Thoma-Grundschule; Grundschule Haslach
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum in den Bereichen Lernen, Sprache und sozial-emotionale Entwicklung
  • Realschulen:
    • Maria-Ward-Mädchenrealschule Sparz (katholisch, Trägerschaft: Erzbistum München und Freising, früherer Schulträger: Englische Fräulein)
    • Reiffenstuel-Realschule;
    • Private Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer
  • Gymnasien: Annette-Kolb-Gymnasium, Chiemgau-Gymnasium
  • Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule
  • Kaufmännische, gewerbliche und hauswirtschaftliche Berufsschulen
  • Volkshochschule mit umfangreichem Programm
  • Montessori-Schule
  • Städtische Bibliothek
  • Städtische Musikschule
  • Handwerkskammer für München und Oberbayern – Bildungszentrum Traunstein
  • Katholisches Studienseminar St. Michael – Internat des Erzbistums München und Freising

Polizei

Die Stadt Traunstein verfügte früher über eine Stadtpolizei, die 1971 verstaatlicht wurde.1937 wurde in Traunstein eine Bereitschaft der motorisierten Gendarmerie stationiert. Sie erhielt 1938 eine Kaserne an der Eugen-Rosner-Straße. Das Areal wird heute von der bayerischen Polizei genutzt.

Justiz

Traunstein ist Sitz eines Amtsgerichts und eines Landgerichts.

Das Amtsgericht Traunstein verfügt neben dem Straf- und Zivilgericht über ein Registergericht, ein Nachlassgericht, ein Familiengericht, ein Vollstreckungsgericht sowie ein Vormundschaftsgericht.

Das Landgericht Traunstein ist zuständig für die Landkreise Traunstein, Rosenheim, Berchtesgadener Land, Altötting und Mühldorf am Inn sowie die Kreisfreie Stadt Rosenheim. Ihm unterstehen die Amtsgerichte in Altötting, Laufen, Mühldorf am Inn, Rosenheim und Traunstein.

Traunstein ist außerdem Sitz der Justizvollzugsanstalt Traunstein mit ca. 140 Insassen und 38 Beamten im Vollzugsdienst (Stand 2015). Die JVA Traunstein existiert bereits seit 1858 und wurde im Laufe ihrer Geschichte stetig erweitert und modernisiert. Die Anstalt ist für Untersuchungshaften und Strafhaften bis 12 Monate aus den Amtsgerichtbezirken Traunstein, Rosenheim, Mühldorf, Altötting und Laufen zuständig.

Fernmeldeturm Traunstein

Der Fernmeldeturm Traunstein () beim Stadtteil Einham ist ein 35 Meter hoher Stahlbetonturm der Deutschen Telekom AG in Fertigbetonbauweise, der neben dem Richtfunk und dem Mobilfunk auch zur Verbreitung der folgenden Radioprogramme im UKW-Bereich dient:

Programm Frequenz Sendeleistung (ERP) RDS PS
Deutschlandradio Kultur 88,3 MHz 0,1 kW DKULTUR
Bayernwelle SüdOst 99,4 MHz 0,3 kW BAYWELLE
Antenne Bayern 103,7 MHz 5 kW ANTENNE

Verkehr

Traunstein ist ein Verkehrsknotenpunkt im östlichen Oberbayern.Südlich von Traunstein besteht Anschluss an die Bundesautobahn 8 (E 52) von München nach Salzburg. In Traunstein zweigt die Bundesstraße 306 nach Inzell von der Bundesstraße 304 (Dachau-Freilassing) ab. Weitere überregionale Verbindungen führen unter anderem an den Chiemsee und den Waginger See.

Seit dem 7. Dezember 2012 ist mit der symbolischen Verkehrsfreigabe des „Ettendorfer Tunnels“ die sogenannte Nordostumgehung eingeweiht worden, wodurch die B304 nun an Traunstein vorbeiführt und nicht mehr durch die Innenstadt verläuft. Die neue, rund 4,5 Kilometer lange Nordostumgehung verbindet die Kreuzung der beiden Bundesstraßen B304/B306 direkt mit dem Stadtnorden.

Der Bahnhof Traunstein liegt an der Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg und ist Haltestelle von InterCity- bzw. EuroCity-Zügen. Eine Anbindung Traunsteins an die S-Bahn Salzburg wird in Betracht gezogen.Zudem beginnen hier die Nebenstrecken nach Waging, Mühldorf am Inn (die Traun-Alz-Bahn) und Ruhpolding. Weitere Bahnstationen im Stadtgebiet sind der Haltepunkt Traunstein-Klinikum an der Traun-Alz-Bahn und der Haltepunkt Seiboldsdorf an der Strecke Traunstein–Ruhpolding.

Internationale Flughäfen befinden sich in München (Flughafen Franz Josef Strauß, MUC, Entfernung circa 120 km) oder Salzburg (Salzburg Airport W. A. Mozart, SZG, Entfernung circa 35 km). 21 km nördlich von Traunstein und 2 km nordöstlich von Kienberg befindet sich der Flugplatz Schönberg der Fliegergruppe Traunstein e.V. Er ist als Sonderlandeplatz eingestuft und wird überwiegend für den Luftsport mit Motorflugzeugen, Segelflugzeugen und Ultraleicht-Flugzeugen genutzt.

Gesundheit

Traunstein ist Sitz des kommunalen Klinikverbundes Kliniken Südostbayern und dessen zentralen Klinikums Traunstein, das mit über 2000 Mitarbeitern und 500 Betten der größte Arbeitgeber der Stadt ist.

Ehemalige Garnison

Auch Traunstein war ab 1934 von der Aufrüstung der Wehrmacht betroffen. Das Gelände der neu erbauten Badenweiler-Kaserne hatte eine Größe von 15,789 ha und bot Platz für 2000 Soldaten. Im Oktober 1935 wurden Teile des Gebirgsjäger-Regiments 100 einquartiert. 1936 wurden sie vom III. Bataillon des Infanterie-Regiments 61 abgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte die Bundeswehr von 1956 bis 1997 die (1964 umbenannte) Prinz-Eugen-Kaserne. Es standen Stabsgebäude, zwei Wirtschaftsgebäude und vier Unterkunftsgebäude für bis zu 1200 Soldaten zur Verfügung. Bis zur Aufgabe des Areals war in der Prinz-Eugen-Kaserne das Gebirgsflugabwehrregiment 8 stationiert, das mit M16 Halbkettenfahrzeugen, Flakpanzern M42 und später Gepard ausgestattet war. 1997 beschloss das Bundesverteidigungsministerium die Schließung der Kaserne und die Versetzung der Soldaten nach Pocking. Die Stadt Traunstein hatte vergeblich versucht, diese Entscheidung abzuwenden, da ein gutes Verhältnis zwischen der Stadt und den Soldaten bestanden hatte. Trotzdem mussten am 14. Mai 1997 die letzten Soldaten die Prinz-Eugen-Kaserne verlassen. Die Gebäude blieben bis zum Beschluss der zukünftigen Nutzung im Jahr 2002 erhalten, woraufhin sie dann für den Gewerbepark Kaserne abgerissen wurden.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Weitere Persönlichkeiten

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Traunstein

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