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Sangerhausen
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Stadtplan Sangerhausen
Stadt Sangerhausen
Der Oberbürgermeister
Markt 7A
06526 Sangerhausen

http://www.sangerhausen.de

Sangerhausen

160pxAbb. 1 Wappen von Sangerhausen
Basisdaten
Bundesland Sachsen-Anhalt
Höhe 154 m
PLZ 06526
Vorwahl 03464, 034656, 034658, 034775
Gliederung 17 Ortsteile
Website www.sangerhausen.de
Oberbürgermeister Sven Strauß (SPD)
Sangerhausen ist die Kreisstadt des Landkreises Mansfeld-Südharz im Land Sachsen-Anhalt. Sie befindet sich im Südwesten des Bundeslandes in der Nähe der Grenze zum Freistaat Thüringen.

Geografie

Geografische Lage

Die Berg- und Rosenstadt Sangerhausen liegt im südlichen Harzvorland, im Bundesland Sachsen-Anhalt. Nördlich von Sangerhausen erheben sich die sanften und weitestgehend bewaldeten Berge des östlichen Harzes. Südwestlich erstreckt sich die von der Helme durchflossene Goldene Aue, ein fruchtbares Tal zwischen Harz und Kyffhäusergebirge. Durch Sangerhausen fließt der kleine Fluss Gonna, welcher seinen Ursprung nördlich vom Ortsteil Grillenberg hat und südlich von Sangerhausen in die Helme mündet.

Die nächsten Großstädte sind Magdeburg nördlich der Stadt und Erfurt im Süden, sowie Göttingen im Westen und Halle (Saale) östlich von Sangerhausen.

Die Autobahn A38 ermöglicht eine schnelle Ost-West-Anbindung an die Städte Leipzig und Göttingen. Südwestlich des Stadtgebietes beginnt die Autobahn A71 am Dreieck Südharz.

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind Harzgerode (Landkreis Harz) im Norden, Südharz im Westen, Wallhausen und Edersleben im Süden und Allstedt und Mansfeld im Osten.

Stadtgliederung

Die 14 Ortschaften der Stadt sind:

Ortschaft Einwohner1 Eingemeindung Ortsteile 2 Die Ortschaften von Sangerhausen
(anklickbare Karte)
Breitenbach 215 1. Oktober 2005 Breitenbach (O)
Gonna 614 1. Oktober 2005 Gonna (O), Hüttenmühle (M) und Ölmühle (M)
Grillenberg 274 1. Oktober 2005 Grillenberg (O) und Klippmühle (M)
Großleinungen 431 1. Oktober 2005 Großleinungen (O)
Horla 105 1. Oktober 2005 Horla (O)
Lengefeld 624 1. Oktober 2005 Lengefeld (O), Meuserlengefeld (O) und Schlösschenkopf (W)
Morungen 148 1. Oktober 2005 Morungen (O)
Oberröblingen 1.537 1. Oktober 2005 Kloster Rohrbach (W) und Oberröblingen (O)
Obersdorf 468 1. Oktober 2005 Obersdorf (O)
Riestedt 1.294 1. Dezember 2005 Riestedt (O)
Rotha 275 1. Oktober 2005 Paßbruch (O) und Rotha (O),
Sangerhausen 18.819
Wettelrode 522 1. Oktober 2005 Wettelrode (O)
Wippra 1.351 1. Januar 2008 Bodenschwende (F), Hayda (O), Popperode (O), Schiefergraben (F), Talsperre (W), Wildenstall (F) und Wippra (O)
Wolfsberg 117 1. Oktober 2005 Wolfsberg (O)
1Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 1. Februar 2020.
2Zu den Ortsteilen:O = Ortsteil (Dorf)W = WohnplatzF = ForsthausM = Mühle

Pfeiffersheim bei Sangerhausen wird nicht mehr als Ortsteil geführt, sondern ist eine Straßenbezeichnung in der Stadt Sangerhausen.

Westlich von Sangerhausen liegt die Wüstung Kieselhausen.

Geschichte

Mittelalter

Sangerhausen ist vermutlich eine fränkische Gründung. Erstmals erwähnt wurde die Siedlung in einem zwischen 780 und 802 erstellten Urkundenbuch des Klosters Fulda. In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld wird Sangerhausen als zehntpflichtiger Ort Sangerhus im Friesenfeld genannt. 991 gehörte das Dorf zum Kloster Memleben. Ab dem 10. Jahrhundert gab es einen Fronhof im Bereich der heutigen Ulrichkirche. Nachdem Sangerhausen zwischen 1004 und 1017 das Marktrecht verliehen wurde, entstand im Bereich des heutigen Alten Marktes ein Marktflecken. Dieser wuchs infolge des Zuzugs von Kaufleuten mit dem Frohnhof im Norden zusammen. 1194 wurde dem Dorf das Stadtrecht verliehen. Im Jahre 1204 erhielt die nunmehrige Stadt Schutz durch einen Palisadenzaun, 1263 erhielt sie dann eine Stadtmauer und 1485 fiel sie an die albertinische Linie der Wettiner. Wichtiger Wirtschaftszweig war seit dem Mittelalter der Silber- und Kupfer-Bergbau. Im Jahre 1391 wurde zum ersten Mal in der meißnischen Groschengeschichte außerhalb der Landesmünzstätte Freiberg in der neu errichteten Münzstätte Sangerhausen Groschengeld geprägt. Die neue Münze war für Zahlungsverpflichtungen im Harzer Silberbergbau errichtet worden.

Da sich viele Bürger von Sangerhausen 1525 am Bauernkrieg beteiligten, wurde die Stadt mit 5.000 Gulden und sieben Hinrichtungen bestraft. Erst nach dem Tod Herzog Georgs des Bärtigen setzte sich 1539 die Reformation durch.

Neuzeit

In Sangerhausen fanden zwischen 1536 und 1710 Hexenverfolgungen statt. 22 Personen, 17 Frauen und fünf Männer, gerieten in Hexenprozesse. Mindestens drei Frauen wurden verbrannt, eine Frau und drei Männer enthauptet, zwei Frauen starben unter der Folter. Als erstes Opfer wurde 1536 Jutte Stulzingk verbrannt.Im Ortsteil Grillenberg kam es in den Jahren 1607 bis 1614 zu ähnlichen Prozessen: eine als Hexe angeklagte Frau wurde verbrannt, eine andere des Landes verwiesen.

Bis zum 19. Jahrhundert ging die Bedeutung des Bergbaus allmählich zurück.1815 wurde Sangerhausen preußisch und Verwaltungssitz des Landkreises Sangerhausen im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz erfolgte am 10. Juli 1866 durch die Bahnstrecke Halle–Hann. Münden. 1880 kam noch die Bahnstrecke nach Erfurt hinzu. Die Industrialisierung führte zur Ansiedlung von Fabriken, die Feilen, Fahrräder, Malz, Klaviere, Maschinen, Möbel, Leder, Käse und Zucker herstellten. Im Jahre 1903 wurde das Rosarium im Osten der Stadt gegründet.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt Sangerhausen mehrere US-amerikanische Luftangriffe, deren Hauptziel der Bahnhof war. Am 22. Februar 1945 erfolgte ein Angriff durch 11 schwere Bomber des Typs B-24 „Liberator“ mit 23,5 Tonnen Sprengbomben auf Bahnhof, Gaswerk und Stadt. Vom 7. bis 11. April 1945 war das Bahnhofsareal täglich das Ziel von Tiefangriffen durch Jagdbomber. Das Bahnhofshauptgebäude wurde am 7. April 1945 zerstört, als ein beladener Munitionszug zur Explosion gebracht wurde. Insgesamt verloren bei den Luftangriffen auf Sangerhausen 87 Menschen das Leben.

Am 12. April 1945 wurde die Stadt durch die US-Armee besetzt, am 3. Juli durch die Rote Armee. Damit wurde es Bestandteil der SBZ und ab 1949 der DDR.

Bereits während des Zweiten Weltkriegs wurden Sondierungen zur Wiederaufnahme des Bergbaus vorgenommen. 1951 begann mit dem VEB Thomas-Münzer-Schacht wieder die Förderung von Kupfererz, die jedoch nach der Wiedervereinigung eingestellt werden musste, da die Gestehungskosten den Weltmarktpreis um mehr als das Zehnfache übertrafen.Zeugen des einstigen Bergbaus sind der Röhrigschacht und die riesige Abraumhalde Hohe Linde im Norden der Stadt.

Zu DDR-Zeiten unterhielt das Ministerium für Staatssicherheit in der Mogkstraße eine Kreisdienststelle.

Während der Friedlichen Revolution 1989/90 wurde ein Runder Tisch gebildet und es kam zu Demonstrationen mit bis zu 25.000 Teilnehmern.

Eingemeindungen

Am 1. Oktober 2005 wurde die Verwaltungsgemeinschaft Sangerhausen aufgelöst, und deren Mitgliedsgemeinden Gonna, Grillenberg, Horla, Lengefeld, Morungen, Oberröblingen, Obersdorf, Rotha und Wettelrode sowie die Gemeinden Breitenbach, Großleinungen und Wolfsberg aus der Verwaltungsgemeinschaft Roßla-Südharz wurden in die Stadt Sangerhausen eingemeindet. Am 1. Dezember 2005 folgte die Gemeinde Riestedt aus der Verwaltungsgemeinschaft Allstedt-Kaltenborn und am 1. Januar 2008 wurde die Gemeinde Wippra aus der Verwaltungsgemeinschaft Wipper-Eine nach Sangerhausen eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl:

Sangerhausen 2011.png|mini|Bevölkerungspyramide für Sangerhausen (Datenquelle: Zensus 2011<ref>Zensusdatenbank</ref>)">Sangerhausen 2011.png|mini|Bevölkerungspyramide für Sangerhausen (Datenquelle: Zensus 2011<ref>Zensusdatenbank</ref>)

Jahr Einwohner
1824 4.419
1895 11.414
1946 16.220
1950 16.753
1960 23.778
1981 33.822
1984 33.466
1986 33.064
1995 29.734
1997 27.798
1998 26.917
1999 26.121
2000 25.399
Jahr Einwohner
2001 24.881
2002 24.337
2003 23.836
2004 23.435
2005 23.261
2006 30.382*
2009 30.063 (21.337)**
2011 29.240
2013 27.830
2015 27.752
2016 27.265
2017 26.798
2018 26.297
2020 28.138
  • Eingemeindung von umliegenden Ortschaften, ohne die am 1. Januar 2008 eingemeindete Gemeinde Wippra
    • Einwohnerzahl Sangerhausen (Stadt) in Klammern

Politik

Stadtrat

Der auf fünf Jahre gewählte Stadtrat setzt sich seit der Wahl vom 26. Mai 2019 aus 36 Mitgliedern und dem Oberbürgermeister (Sven Strauß, SPD) zusammen. Vorsitzender des Stadtrates ist Andreas Skrypek (CDU). Die aktuelle Wahlperiode dauert vom 1. Juli 2019 bis zum 30. Juni 2024.

Jahr CDU LINKE BOS B.I.S. SPD FDP Grüne AfD Weitere Sitze Gesamt
2019 8 5 3 4 4 2 1 7 1: BV, 1: EB 36
2014 9 9 6 5 3 2 1 0 1: FBM/WGF/SGH 36
2009 10 10 7 6 4 2 0 0 1: NPD 40
  • BOS: Bürgerinitiative Ortsteile Sangerhausen
  • B.I.S.: Bürgerinitiative Sangerhausen eV.
  • BV: Bauernverband

Wappen

Blasonierung: „In Blau zwei schräggekreuzte, von einem goldenen ‚S‘ durchschlungene silberne Doppelhaken; die Hakenspitzen seitlich einander zugekehrt.“

Die Farben der Stadt sind Blau-Weiß.

Städtepartnerschaften

Sangerhausen unterhält Städtepartnerschaften mit dem hessischen Baunatal, der slowakischen Stadt Trnava sowie mit dem polnischen Zabrze (auch bekannt als Hindenburg O.S.).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Stadt liegen drei mittelalterliche Kirchen: die Marktkirche St. Jakobi, Sankt Ulrici (eine im Kern romanische Pfeilerbasilika) und die Marienkirche. Auch einige Profanbauten wie das Alte Schloss (nur noch Reste), das Neue Schloss (Sitz des Amtsgerichts) oder das alte Rathaus stammen noch aus dem Mittelalter. Sehenswert ist des Weiteren der mittelalterliche Stadtkern mit seinen Bürgerhäusern aus der Zeit der Renaissance.

Seit 1907 gibt es eine Neuapostolische Kirche. Die neugotische, katholische Herz-Jesu-Kirche wurde 1894 geweiht.

In Sangerhausen befindet sich seit 1903 das Rosarium, seit 1993 Europa-Rosarium genannt, mit der größten Rosensammlung der Welt. Es gehört zum Netzwerk Gartenträume Sachsen-Anhalt. Im Spengler-Museum befindet sich das vollständige Skelett eines Alt-Mammuts.

→ Siehe auch Klosterruine St. Katharina

Sport

Bedeutende Sportvereine der Stadt sind der VfB Sangerhausen und der ASV 1902 Sangerhausen.2005 wurden Mike und Steve Pfaffenberger (RSV Sangerhausen) Weltmeister im Zweier-Radball.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Region um Sangerhausen zählt zu den wirtschaftsschwächsten in Deutschland. Mit dem Niedergang des Bergbaus fiel nach 1990 der Haupterwerbszweig für die Menschen der Gegend weg. Derzeit (Stand: März 2019) liegt die Arbeitslosenquote bei 10,0 Prozent. Dennoch konnten einige Traditionsbetriebe wie die MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke bestehen bleiben und sich am Markt behaupten. Seit 2019 besteht in Sangerhausen ein Produktionsstandort der badischen GMT Gummi-Metall-Technik GmbH.

Verkehrsanbindung

Südlich der Stadt verläuft als wichtigste Fernverbindung die neue A 38 (Leipzig/Halle–Göttingen/Kassel). Am Dreieck „Südharz“ bei Sangerhausen beginnt die A 71 über Erfurt nach Schweinfurt. An der A 38 befinden sich die Anschlussstellen Sangerhausen-West (15) und Sangerhausen-Süd (16).Die Weiterführung der A 71 in den Norden nach Plötzkau zur A 14 soll in den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen werden.

Durch Sangerhausen führte die im Jahre 2007 im Bereich von Sangerhausen zur Landesstraße herabgestufte B 80 von Halle nach Nordhausen. Auf einer Ortsumgehung verläuft zusätzlich die B 86 von Erfurt nach Hettstedt. Weitere Straßen verbinden die Stadt mit Bad Frankenhausen im Südwesten, Oberröblingen im Süden (alte B 86), Othal im Osten, Wippra im Norden sowie Lengefeld und Wettelrode im Nordwesten.

Im Bahnhof Sangerhausen kreuzen sich die Eisenbahnlinien Halle–Hann. Münden und Magdeburg–Erfurt, für letztere trifft sich hier die Bahnstrecke Sangerhausen–Erfurt von Süden mit dem Abschnitt der Bahnstrecke Berlin–Blankenheim von Norden, mit jeweils durchgehenden Verbindungen alle zwei Stunden. Mit dem sogenannten „Kupfer-Express“ bestehen darüber hinaus stündliche Verbindungen nach Halle und Nordhausen.

Gesundheit

Einer der größten Arbeitgeber der Stadt Sangerhausen ist das Helios-Klinikum. Es dient als Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Das Klinikum ist laut § 3 Landeskrankenhausgesetz für die Basisversorgung zuständig.

Persönlichkeiten

Sonstiges

Der durch das Palomar-Observatorium am 25. März 1971 erstmals entdeckte Asteroid „9819 Sangerhausen“ wurde nach der Stadt Sangerhausen benannt.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Sangerhausen

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