Kreisverwaltung
Mansfeld-Südharz
Rudolf-Breitscheid-Str. 20
06526 Sangerhausen

http://www.mansfeldsuedharz.de/

Landkreis Mansfeld-Südharz

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Mansfeld-Südharz
Basisdaten
Bundesland Sachsen-Anhalt
Fläche 1448.82 km2
Verwaltungssitz Sangerhausen
Fläche 1448.82 km2
Adresse des Landkreises Rudolf-Breitscheid-Straße 20/22
06526 Sangerhausen
Website www.mansfeldsuedharz.de
Landrat Angelika Klein (Linke)

Der Landkreis Mansfeld-Südharz ist eine Gebietskörperschaft im Südwesten des Landes Sachsen-Anhalt. Er wurde im Zuge der Kreisgebietsreform vom 1. Juli 2007 durch die Zusammenlegung der ehemaligen Landkreise Mansfelder Land und Sangerhausen gebildet.

Historische Entwicklung

Im Laufe des Mittelalters hatten sich auf dem Gebiet des Landkreises mehrere Herrschaftssysteme etabliert. Der größten Anteil hatte die Grafschaft Mansfeld, in deren Bereich auch die Städte Hettstedt, Lutherstadt Eisleben und Gerbstedt lagen. Die Grafschaft bestand bis zum Aussterben des Geschlechts 1780 und kam danach zu Kursachsen bzw. Preußen, 1807/1808 zum überwiegenden Teil an das Königreich Westphalen (Saale-Departement) und 1815 an Preußen. Ein weiteres Grafengeschlecht übte seit 1210 die Herrschaft über den Westen des Kreisgebietes aus, die Grafen zu Stolberg. Zur Grafschaft Stolberg gehörte etwa der Bereich der heutigen Gemeinde Südharz, sowie weiter südlich zeitweise gemeinsam mit den Grafen von Schwarzburg die Orte Kelbra und Tilleda. 1738/1740 kam die Grafschaft Stolberg unter kursächsische Herrschaft, die 1815 von Preußen abgelöst wurde.

Ganz im Norden gehörte Sandersleben zu den anhaltischen Fürstentümern, von 1918 bis 1945 zum Freistaat Anhalt. Wechselnden Herrschaftsverhältnissen unterlagen die Städte Sangerhausen und Allstedt. Sangerhausen gehörte seit 1291 der brandenburgischen Markgrafen, ging 1340 in den Besitz des Herzogtum Braunschweig und kam 1372 unter wettinisch-sächsische Herrschaft. Die sächsische Periode, zwischenzeitlich 1656 bis 1748 Herzogtum Sachsen-Weißenfels, endete 1815 mit der Übernahme durch Preußen.

Allstedt wurde 1299 als Vogtei der Grafschaft Beichlingen erwähnt. 1320 wurde Allstedt als Reichslehen an verschiedene Herrschaftshäuser vergeben, unter anderem Mansfeld, Anhalt und Sachsen. Erst 1575 übten die Ernestiner uneingeschränkt die Herrschaft über das Amt Allstedt aus. Von 1815 bis 1945 war das Gebiet um Allstedt eine thüringische Exklave in Preußen (1815–1920: Sachsen-Weimar-Eisenach). Das übrige heutige Kreisgebiet mit Ausnahme von Sandersleben und Tilkerode war bereits seit 1815 infolge des Wiener Kongresses in preußischer Hand.

Von den bis 1818 neu eingerichteten preußischen Kreisen bildeten der Mansfelder Gebirgskreis, der Mansfelder Seekreis und der Landkreis Sangerhausen das heutige Kreisgebiet. Diese Einteilung blieb im Wesentlichen bis 1994 bestehen, wobei aus wesentlichen Teilen der Mansfelder Kreise und des seit 1908 bestehenden Stadtkreises Eisleben 1950 der Landkreis Eisleben gebildet wurde, der 1952 in die Kreise Hettstedt und Eisleben geteilt wurde. Bei der ersten Kreisgebietsreform in Sachsen-Anhalt wurden 1994 die Landkreise Hettstedt und Eisleben zum Landkreis Mansfelder Land zusammengelegt.

Geografie

Der Norden des Landkreises wird vom Mansfelder Bergland, dem östlichsten Teil des Harzes bestimmt. Bei Ulzigerode erreicht das Gebiet mit dem 291 Meter hohen Mahnberg seinen höchsten Punkt. Nach Osten schließt sich das Harzvorland mit seiner fast waldlosen, flachwelligen und abwechslungsarmen Landschaft an. Im Westen gehören Teile des Südharzes zum Landkreis, und hier liegt mit dem 580 Meter hohen Großen Auerberg der höchste Punkt des Kreises. Im Südwesten schließt der Landkreis mit der Goldene Auen ab.

In jenem fruchtbaren Niederungsgebiet liegt auch der sechs Quadratkilometer große Stausee Kelbra. In entgegengesetzter Richtung an der Ostgrenze des Kreises, sieben Kilometer östlich von Eisleben befindet sich mit dem drei Quadratkilometer großen Süßen See das zweitgrößte Gewässer des Kreises. Zwei Flüsse durchqueren den Kreis von West nach Ost, im Norden die Wipper und im Süden die Helme. Im äußersten Osten des Landkreises berührt die Saale das Kreisgebiet.

Einwohnerstärkste Städte und Gemeinden

  • Sangerhausen ()
  • Lutherstadt Eisleben ()
  • Mansfelder Grund-Helbra ()
  • Hettstedt ()
  • Südharz ()
  • Goldene Aue ()
  • Mansfeld ()
  • Seegebiet Mansfelder Land ()

Ökologie

Die Südharzer Karstlandschaft ist weltweit einmalig und für den Naturschutz und die nachhaltige Regionalentwicklung von großer Bedeutung. Sie ist daher in Teilen als Biosphärenreservat ausgewiesen.

Wirtschaft und Verkehr

Der Landkreis Mansfeld-Südharz gehört zu den wirtschaftsschwächeren Regionen des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Trotz positiver Entwicklungen im Landkreis liegt die Arbeitslosenquote noch über dem Landesdurchschnitt. Nach dem Niedergang des Kupferbergbaus und der Aluminiumverhüttung im Mansfelder Raum entwickelten sich neue Wirtschaftszweige. In der Lutherstadt Eisleben mit der Klemme AG oder in Sangerhausen mit der Mifa AG und Hettstedt mit der MKM (Mansfelder Kupfer und Messing Werke) entstanden Arbeitsplätze im größeren Umfang. Bei Amsdorf gibt es außerdem den Tagebau Amsdorf, die dortige Montanwachsfabrik der Romonta GmbH deckt nach eigenen Angaben 80 % des weltweiten Montanwachsbedarfs. In der waldreichen Westregion wird Forstwirtschaft und in der Osthälfte überwiegend Landwirtschaft betrieben. Die Harzgebiete und die Lutherstädte Eisleben und Mansfeld profitieren von der Tourismusbranche. Die Standortmarketing Mansfeld-Südharz GmbH fungiert als Ansprechpartner für Investoren und Ansiedlungen im Landkreis Mansfeld-Südharz.

Übersicht Verkehrswege

Folgende wichtige Verkehrswege verlaufen im/durch den Landkreis Mansfeld-Südharz:

  • Fernverkehrsstraßen:Autobahnen*A 38 auf ca. 46 km*A 71 auf ca. 4,9 kmBundesstraßen*B 80 auf ca. 13 km*B 85 auf ca. 6,3 km*B 86 auf ca. 36 km*B 180 auf ca. 40 km*B 242 (Harzhochstraße) auf ca. 25 km
  • Schienenwege:*Bahnstrecke Halle–Hann. Münden auf fast 65 km*Bahnstrecke Berlin–Blankenheim auf ca. 26 km*Bahnstrecke Sangerhausen–Erfurt auf knapp 5 km*Bahnstrecke Halle–Vienenburg auf knapp 4,5 kmtouristisch genutzt:*Mansfelder Bergwerksbahn*Bahnstrecke Klostermansfeld–Wippra*Bahnstrecke Berga-Kelbra–Stolberg (Harz)

Krankenhäuser

Im Landkreis Mansfeld-Südharz gibt es Helios-Kliniken in Hettstedt, Lutherstadt Eisleben und Sangerhausen. Alle drei Kliniken sind Basisversorger.

Politik

Landrat

Bei den ersten Landratswahlen setzte sich bei der Stichwahl am 6. Mai 2007 Dirk Schatz (CDU) mit 52,89 % zu 47,11 % der Stimmen gegen seinen Mitbewerber Frank Bayer (SPD) durch.Bei der Landratswahl am 15. Juni 2014 setzte sich Angelika Klein in der Stichwahl gegen den bisherigen Landrat Dirk Schatz (CDU) durch.

Kreistag

(Ergebnis der Kommunalwahlen vom 25. Mai 2014)

Parteien und Wählergemeinschaften Prozent
2014
Sitze
2014
Prozent
2007
Sitze
2007
Prozent
2004
Prozent
1999
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,3 14 30,7 17 35,9 37,1
Linke Die Linke 27,0 13 22,0 12 22,3 18,6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 16,6 8 21,3 12 19,0 26,5
FWG MSH Freie Wählergemeinschaft Mansfeld-Südharz 6,9 3
FDP Freie Demokratische Partei 6,0 3 9,8 5 10,5 5,9
FBM Freie Bürger Mitteldeutschland 5,2 3
Bauernverband Bauernverband Mansfeld-Südharz 3,5 2 2,6 1 2,0 2,0
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 2,9 1 1,6 1 1,0 1,8
Regionale Die Regionalen Mansfeld-Südharz 1,3 1
FFA Freie Fraktion Arnstein 1,0
WGF Wählergemeinschaft Feuerwehr Mansfeld-Südharz 0,8
HKV Heimat- und Kulturverein Hedersleben e. V. 0,6
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 4,2 2
FWJS Freie Wählerschaft Jugend und Sport 3,7 2 5,1 2,3
VS M-S Volkssolidarität Mansfeld-Südharz 1,2 1
VS Sgh Volkssolidarität Sangerhausen 0,9 1 1,0 1,2
WASG Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit 0,5
EB Einzelbewerber 1,6 0,3 0,8
Sonst. Sonstige 2,9 3,9
Gesamt 100 48 100 54 100 100
Wahlbeteiligung in Prozent 45,6 34,7 43,9 53,6
  • EB: Einzelbewerber 2007: Gerald Kästner (0,7 %), Horst Tetzel (0,5 %), Hartmut Reinicke (0,4 %); 2004: Hartmut Reinicke; 1999: k. A.
  • Die Ergebnisse von 1999 und 2004 wurden auf den Gebietsstand von 2007 umgerechnet.

Im Kreistag wurden folgende Fraktionen gebildet: CDU (14 Mitglieder), DIE LINKE./GRÜNE (14 Mitglieder), SPD (8 Mitglieder), FBM/Bauernverband/Regionale (6 Mitglieder), FDP (3 Mitglieder), FWG MSH (3 Mitglieder).

Wappen

Das Wappen wurde am 17. März 2008 durch das Ministerium des Innern von Sachsen-Anhalt genehmigt.

Blasonierung: „Halbgespalten und geteilt; vorn oben geviert, Feld 1 und 4: sechsfach Silber über Rot geteilt; Feld 2 und 3: in Silber sechs (3:3) rote Rauten; hinten oben in Silber eine stilisierte natürliche rote Rose; unten in Grün ein silbernes Dreieck, belegt mit einem schräggekreuzten schwarzen Bergmannsgezähe.“

Die Wappen der Verwaltungsgemeinschaften, Städte und Gemeinden des Landkreises befinden sich in der Liste der Wappen im Landkreis Mansfeld-Südharz.

Flagge

Die Flagge ist grün-weiß (1:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Landkreiswappen belegt.

Trivia

Am 25. Mai 2009 erhielt der Landkreis den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Städte und Gemeinden

(in Klammern: Einwohner am )

Einheitsgemeinden
(Städte sind fett hervorgehoben)

Wappen Gemeinde Einwohner Fläche
in km²
Allstedt 149,81
Arnstein 121,69
Gerbstedt 102,31
Hettstedt 36,93
Lutherstadt Eisleben 143,86
Mansfeld 143,79
Sangerhausen 207,66
Seegebiet Mansfelder Land 107,92
Südharz 236,37
Verbandsgemeinden mit ihren Mitgliedsgemeinden
(* Sitz der Verbandsgemeinde)
Verbandsgemeinde Goldene Aue
  • Berga ()
  • Brücken-Hackpfüffel ()
  • Edersleben ()
  • Kelbra (Kyffhäuser), Stadt * ()
  • Wallhausen ()
Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra
  • Ahlsdorf ()
  • Benndorf ()
  • Blankenheim ()
  • Bornstedt ()
  • Helbra * ()
  • Hergisdorf ()
  • Klostermansfeld ()
  • Wimmelburg ()

Gebietsänderungen

Veränderungen auf Gemeindeebene

Gemeindeneugründungen

  • Auflösung der Gemeinden Brücken (Helme) und Hackpfüffel - Neugründung der Gemeinde Brücken-Hackpfüffel (1. Januar 2009)
  • Auflösung der Gemeinden Amsdorf, Aseleben, Erdeborn, Hornburg, Lüttchendorf, Neehausen, Röblingen am See, Seeburg, Stedten und Wansleben am See – Neugründung der Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinden Stadt Gerbstedt, Augsdorf, Friedeburgerhütte, Hübitz, Ihlewitz, Rottelsdorf, Siersleben, Welfesholz und Zabenstedt – Neugründung der Stadt Gerbstedt (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinden Stadt Sandersleben (Anhalt), Alterode, Bräunrode, Greifenhagen, Harkerode, Quenstedt, Stangerode, Sylda, Ulzigerode und Welbsleben – Neugründung der Stadt Arnstein (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinden Bennungen, Breitenstein, Breitungen, Dietersdorf, Drebsdorf, Hainrode, Hayn (Harz), Kleinleinungen, Questenberg, Roßla, Rottleberode, Schwenda und Uftrungen – Neugründung der Gemeinde Südharz (1. Januar 2010)

Eingemeindungen

  • Auflösung der Gemeinde Wippra - Eingemeindung nach Sangerhausen (1. Januar 2008)
  • Auflösung der Gemeinden Bischofrode, Osterhausen und Schmalzerode – Eingemeindung nach Lutherstadt Eisleben (1. Januar 2009)
  • Auflösung der Gemeinden Abberode, Braunschwende, Friesdorf, Hermerode, Molmerswende und Ritzgerode - Eingemeindung nach Mansfeld (6. März 2009)
  • Auflösung der Gemeinde Tilleda – Eingemeindung nach Kelbra (1. Juli 2009)
  • Auflösung der Gemeinden Martinsrieth und Riethnordhausen – Eingemeindung nach Wallhausen (1. Juli 2009)
  • Auflösung der Gemeinden Burgsdorf und Hedersleben – Eingemeindung in die Stadt Lutherstadt Eisleben (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinden Beyernaumburg, Emseloh, Holdenstedt, Katharinenrieth, Liedersdorf, Mittelhausen, Niederröblingen (Helme), Nienstedt, Pölsfeld, Sotterhausen und Wolferstedt – Eingemeindung in die Stadt Allstedt (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinden Freist, Friedeburg (Saale) und Heiligenthal – Eingemeindung nach Gerbstedt (24. Januar 2010)
  • Auflösung der Gemeinden Arnstedt und Wiederstedt – Eingemeindung nach Arnstein (1. September 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Dederstedt – Eingemeindung nach Seegebiet Mansfelder Land (1. September 2010)
  • Auflösung der Gemeinden Ritterode und Walbeck – Eingemeindung nach Hettstedt (1. September 2010)
  • Auflösung der Stadt Stolberg (Harz) und der Gemeinde Wickerode – Eingemeindung nach Südharz (1. September 2010)
  • Auflösung der Gemeinde Winkel – Eingemeindung nach Allstedt (1. September 2010)

Änderungen bei Verwaltungsgemeinschaften und Verbandsgemeinden

  • Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Allstedt-Kaltenborn (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Mansfelder Grund-Helbra (1. Januar 2010)
  • Neugründung der Verbandsgemeinde Mansfelder Grund-Helbra (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Goldene Aue
  • Neugründung der Verbandsgemeinde Goldene Aue (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Seegebiet Mansfelder Land (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Gerbstedt (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Wipper-Eine (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Roßla-Südharz (1. Januar 2010)
  • Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Hettstedt (1. September 2010)

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Oktober 2007 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen MSH zugewiesen. Bis dahin wurden die Kennungen ML (Mansfelder Land) und SGH (Sangerhausen) genutzt. Diese sowie die Unterscheidungszeichen EIL (Eisleben) und HET (Hettstedt) sind seit dem 29. November 2012 (wieder) erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Mansfeld-Südharz

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