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Remshalden

160pxAbb. 1 Wappen von Remshalden
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Höhe 271 m
PLZ 73630
Vorwahl 07151, 07181
Gliederung 5 Ortsteile
Adresse der Verwaltung Marktplatz 1
73630 Remshalden
Website www.remshalden.de
Bürgermeister Reinhard Molt ()

Remshalden ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Geographie

Geographische Lage

Remshalden liegt rund 20 Kilometer nordöstlich von Stuttgart im Remstal entlang der Bundesstraße 29. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhenlage von 237 bis 519 Meter.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde Remshalden wird von folgenden Gemeinden und Städten umschlossen (beginnend im Norden, im Uhrzeigersinn):
Breuningsweiler (Winnenden), Berglen, Schorndorf, Winterbach, Weinstadt und einer zu Waiblingen gehörenden Waldexklave.

Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Remshalden gehören die Ortsteile Buoch, Geradstetten, Grunbach, Hebsack und Rohrbronn, die identisch mit den gleichnamigen zuvor selbstständigen Gemeinden sind. Zu den Ortsteilen Buoch, Hebsack und Rohrbronn gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zum Ortsteil Geradstetten gehört das Dorf Geradstetten, die Weiler Bauersberger Hof und Kernershof und das Gehöft Rollhof. Zum Ortsteil Grunbach gehört das Dorf Grunbach und der Weiler Osterhof. Die Ortsteile sind offiziell benannt durch vorangestellten Gemeindenamen und, nachgestellt, durch Bindestrich getrennt, den Namen des Ortsteils.

Auf dem Gebiet des Ortsteils Geradstetten liegt der abgegangene Weiler Seldeneck (auch Selneck) mit der ehemaligen Burg Seldeneck. Auf dem Gebiet des Ortsteils Grunbach liegt die abgegangene Ortschaft Erlachhöfe. In beiden Ortsteilen liegen die abgegangenen Ortschaften Ober-Vehrenbach und Unter-Vehrenbach.

Flächenaufteilung

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Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.

Ortsteile

Buoch

Buoch ist der mit 519 m über dem Meeresspiegel am höchsten gelegene Ortsteil, in dem etwa 700 Menschen leben. Im Jahr 1270 wurde Buoch erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort war ursprünglich in Besitz der Herren von Winnenden und kam über die Herren von Neuffen an das Kloster Lorch und mit diesem infolge der Reformation an Württemberg und an das Amt, später Oberamt Winnenden, ab 1808 an das Oberamt Waiblingen, seit 1938 Landkreis Waiblingen. Die spätgotische Pfarrkirche St. Sebastian weist im Turmchor romanische Bauteile auf. Im Gebäude des früher weithin bekannten Buocher Gasthofes Hirsch wurde im April 1987 das Museum im Hirsch eingerichtet. Es zeigt die Keramikproduktion in Buoch im 12. bis 14. Jahrhundert sowie Dichter und Maler in Buoch vom Anfang des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Geradstetten

Geradstetten hat rund 4.700 Einwohner und liegt 255 m ü. NN. Der Ort Geradstetten entstand in der älteren Ausbauzeit, wahrscheinlich schon im 9. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er in einer Urkunde, die am 8. Januar 1291 ausgestellt wurde. In ihr wird ein Rufoni de Gerhartstetin genannt. Mehrere Adelsfamilien hatten Teile des Ortes als württembergisches Lehen inne. 1687 war das gesamte Dorf wieder in Besitz Württembergs und kam dann zum Amt, später Oberamt Schorndorf und 1938 zum Landkreis Waiblingen. Die evangelische Konradskirche in Geradstetten wurde im 14. Jahrhundert als Kapelle errichtet und ab dem Jahre 1491 spätgotisch umgebaut. Eine eigene Pfarrei wurde im Jahre 1414 eingerichtet.

Grunbach

Grunbach wurde 1142 erstmals urkundlich erwähnt und ist der älteste und größte Ortsteil mit rund 6.000 Einwohnern. Dort ist bereits 1328 eine Kelter bezeugt, die Weinbautradition kann durch eine Vielzahl von Urkunden nachgewiesen werden. Sie lässt sich auch an den drei ehemaligen Keltern in der Schillerstraße ablesen. Das Wahrzeichen Grunbachs ist die 1481 fertiggestellte evangelische Pfarrkirche, eine einst den Heiligen Dionysius und Veranus geweihte Wehrkirche.

Hebsack

Hebsack zählt rund 1.500 Einwohner. Dieser Ortsteil wurde 1299 erstmals urkundlich erwähnt. Die spätgotische Wendelinskirche wurde 1938/39 wegen einer Straßenbaumaßnahme abgebrochen. Der Marienaltar von 1512/13 sowie der Taufstein und die Kanzel befinden sich in der 1947 erbauten Kreuzkirche. Schon 1920 hatte dort eine Hemdenfabrik große Bedeutung, in der jährlich rund 10.000 blaue Fuhrmannshemden gefertigt wurden.

Rohrbronn

In Rohrbronn, dem kleinsten Ortsteil Remshaldens leben rund 700 Menschen. Erstmals erwähnt wurde Rohrbronn, als dieses im Jahr 1400 vermutlich zusammen mit Winterbach aus staufischem Besitz zu Württemberg kam. Zu dieser Zeit gab es nur sieben Häuser. Das Dorf Rohrbronn gehörte zum Stabsamt Winterbach und wurde 1809 Teilgemeinde von Hebsack und nach kurzzeitiger Eingemeindung in Winterbach 1828 selbständige Gemeinde im Oberamt Schorndorf das 1938 als Kreis Schorndorf im Landkreis Waiblingen aufging. Über die Jahrhunderte hinweg bestand der Haupterwerb im Wein- und Obstbau, vor allem im Kirschenanbau, was sich im Ortswappen Rohrbronns niedergeschlagen hat. 1965 wurde die evangelische Christuskirche Rohrbronn fertiggestellt.

Einwohnerstatistiken

Die Einwohnerzahlen wurden jeweils zum 30. Juni durch die Gemeindeverwaltung Remshalden festgestellt. Die Zahlen weichen von den amtlichen Zahlen des Statistischen Landesamtes ab. Die Zahlen von 1961 und 1970 sind Volkszählungsergebnisse.

Jahr Buoch Geradstetten Grunbach Hebsack Rohrbronn Insgesamt
1961 432 3.127 3.232 768 353 7.912
1970 512 4.461 4.715 1.282 503 11.473
1980 620 4.374 5.310 1.573 668 12.545
1985 665 4.298 5.422 1.625 613 12.623
1997 686 4.697 5.808 1.607 709 13.507
2000 713 4.751 5.843 1.578 708 13.593
2005 673 4.739 5.966 1.564 686 13.628
2010 647 4.672 6.057 1.481 658 13.483
2013 647 4.697 6.154 1.443 647 13.588
2014 654 4.733 6.220 1.453 650 13.710

Flächenverteilung

Die Markungsflächen der fünf Ortsteile weisen zum 22. November 2004 folgende Flächen aus:

Ortsteil ha
Grunbach 473
Geradstetten 631
Hebsack 110
Rohrbronn 141
Buoch 158
Insgesamt 1513

Geschichte

Gemeindefusion

Remshalden entstand im Rahmen der Gemeindereform in Baden-Württemberg durch folgende Schritte:

  • 1. Januar 1972: Eingemeindung von Rohrbronn und Hebsack nach Geradstetten und von Buoch nach Grunbach
  • 1. Oktober 1974: Vereinigung von Geradstetten und Grunbach zur neuen Gemeinde Remshalden

Einwohnerentwicklung

Die Angaben beziehen sich auf den heutigen Gebietsstand der Gemeinde.

Jahr Einwohner
1961 7.912
1970 11.473
1980 12.545
1985 12.632
1991 13.234
1995 13.283
1997 13.507
2000 13.593
2005 13.628
2007 13.533
Jahr Einwohner
2008 13.461
2009 13.396
2010 13.386
2011 13.455
2012 13.527
2013 13.494
2014 13.630
2015 14.076
2016 14.054
2017 14.098

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Remshalden hat 22 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
BWV Bürgerliche Wählervereinigung 31,16 7 31,37 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,43 6 24,95 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,34 4 24,43 5
FW-FDP Freie Wähler/Freie Demokratische Partei 14,23 3 19,24 4
ALi Alternative Liste Remshalden 9,83 2
gesamt 100,0 22 100,0 22
Wahlbeteiligung 55,28 % 54,47 %

Bürgermeister

Jahr Bürgermeister
1974–1975 Amtsverweser: Helmuth Kuhnle
1975–1990 Winfried Kübler
1990–1991 Bernd Friedmann (Erster Beigeordneter)
1991–1999 Andreas Spätgens
1999–2013 Norbert Zeidler
2013 - Februar 2018 Stefan Breiter
ab Juli 2018 Reinhard Molt

Partner in Europa

Gournay-en-Bray (Frankreich)

Gournay-en-Bray liegt ca. 90 km nordwestlich von Paris und damit auf halbem Weg von der französischen Metropole zur Hafenstadt Dieppe an der Kanalküste. Die Stadtgeschichte geht zurück bis in das 10. Jahrhundert. Gournay ist Handels- und Dienstleistungszentrum der gleichnamigen Region mit einer Anzahl kleiner Ortschaften und zählt etwa 6500 Einwohner. Ein Baudenkmal ist die Stiftskirche St. Hildevert aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Offiziell besiegelt wurde die Partnerschaft im Oktober 1989 in Gournay und im Juli 1990 in Remshalden.

Etyek (Ungarn)

Etyek liegt im Ofner Bergland, 28 km westlich von Budapest auf einer Meereshöhe von ca. 176 m. Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1326. Nachdem durch die Türkenkriege und Seuchen die Gemeinde Etyek und die umliegenden Gebiete fast völlig entvölkert worden waren, siedelten sich ab 1720 unter der Herrschaft Kaiserin Maria Theresias Schwaben aus dem süddeutschen Raum an. Etyek zählt etwa 4400 Einwohner, davon sind etwa 17 % Deutsche. Besonders verbinden die Gemeinden der Weinbau und die Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg Etyek verlassen mussten und in Remshalden eine neue Heimat fanden. Offiziell besiegelt wurde die Partnerschaft im August 1994 in Remshalden und im Oktober 1995 in Etyek.

Elterlein (Deutschland)

Die Bergstadt Elterlein mit ca. 3000 Einwohnern ist eine erzgebirgische Kleinstadt mit wechselvoller Geschichte und traditionellen Wurzeln. Interessant an dieser Stadt ist die Besiedelung entlang der historischen Salzstraße von Halle nach Prag. 1406 erstmals urkundlich erwähnt, wurde Elterlein im Laufe der Jahrhunderte mehrmals fast vollständig zerstört. Um das Jahr 1500 verwaltete ein eigenes Bergamt fünf Silberzechen. 1763 wurde der letzte Silberstollen geschlossen. Feldwirtschaft, Viehzucht und Klöppeln wurden neben Nagel- und Hufschmieden wichtigste Erwerbszweige.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Remshalden liegt im Remstal an der Bundesstraße 29 (Stuttgart–Aalen) zwischen Stuttgart und Schorndorf. Remshalden ist mit der S-Bahn-Linie S 2 (Schorndorf–Stuttgart–Flughafen–Filderstadt) an das Stuttgarter S-Bahn-Netz angeschlossen. Die Stationen Grunbach und Geradstetten befinden sich im Ortsgebiet von Remshalden.

Ansässige Unternehmen

In Remshalden gibt es zahlreiche Unternehmen.Überregional bekannt sind:

  • Arnold Glaswerke
  • Brawa Modellspielwaren
  • Frigeo, das seit 2002 zu Katjes gehört, produziert am Standort Remshalden die Ahoj-Brause
  • Klingele Papierwerke
  • Schnaithmann Maschinenbau

Weitere bekannte Unternehmen, die ehemals in Remshalden ansässig waren oder ihren Ursprung in Remshalden hatten, sind:

  • Max Holder GmbH (1949 bis 1986) Werk in Grunbach zur Kleinschlepperproduktion
  • Irmscher Automobilbau (Werk bis 2013)

Vereine

  • Die Ortsgruppe Remshalden des Schwäbischen Albvereins wurde 2007 mit der Eichendorff-Plakette ausgezeichnet.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • David Wolleber (um 1555–1597), geboren in Grunbach, Chronist
  • Friedrich Retter (1816–1891), geboren in Geradstetten, Gastwirt, Landtags- und Reichstagsabgeordneter
  • Ernst Heinkel (1888–1958), geboren in Grunbach, Ingenieur und Luftfahrtpionier
  • Hannel Nitschke-Illg (* 1923), geboren in Grunbach, Künstlerin

Personen, die in Remshalden gewirkt haben

  • Eduard Hiller (* 1818 in Stuttgart; † 1902 in Buoch), Dichter, Agrarwissenschaftler
  • Andreas Stihl (* 1896 in Zürich; † 1973 in Rohrbronn), Gründer des in Waiblingen ansässigen Herstellers von Motorgeräten
  • Hans Gottfried von Stockhausen (* 12. Mai 1920 auf der Trendelburg; † 8. Januar 2010 in Buoch), Glasmaler und -künstler
  • Helmut Palmer (* 1930 in Stuttgart-Untertürkheim; † 2004 in Tübingen), als „Remstalrebell“ bekannter Bürgerrechtler und Pomologe, Vater von Boris Palmer, lebte in Geradstetten
  • Ulrich Mack (* 1951 in Heidenheim an der Brenz), von 1984 bis 1989 Pfarrer in Remshalden-Geradstetten
  • Boris Palmer (* 1972), aufgewachsen in Geradstetten, Politiker der Grünen, seit 2007 Oberbürgermeister der Stadt Tübingen

Ehrenbürger

Zum Ehrenbürger der Gemeinde wurden u. a. Ernst Heinkel und Max Holder ernannt. Eine Ehrenbürgerschaft erlischt mit dem Tod des Geehrten.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Remshalden

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