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Pirmasens
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Stadtverwaltung
Pirmasens
Rathaus am Exerzierplatz
66953 Pirmasens

http://www.pirmasens.de

Pirmasens

160pxAbb. 1 Wappen von Pirmasens
Basisdaten
Bundesland Rheinland-Pfalz
Höhe 387 m
PLZ 66953–66955
Vorwahl 06331
Gliederung 8 Stadtbezirke
Adresse der Verwaltung Exerzierplatzstraße 17
66953 Pirmasens
Website www.pirmasens.de
Oberbürgermeister Bernhard Matheis (CDU)
Pirmasens, im örtlichen Dialekt Bärmesens, ist eine kreisfreie Stadt in Rheinland-Pfalz, Deutschland. Sie liegt am Westrand des Pfälzerwaldes und ist Verwaltungssitz des Landkreises Südwestpfalz, von dem sie auch umschlossen ist.

Pirmasens erlangte wirtschaftliche Blüte als die deutsche Schuhmetropole, gehört heute aber zu den strukturschwachen Regionen Deutschlands. Der Name geht wahrscheinlich auf den heiligen Pirminius zurück, der das Kloster in der nahen Kleinstadt Hornbach gründete (siehe auch Pirminius und das Kloster Hornbach).

Geographie

Pirmasens liegt am südwestlichen Rand des Pfälzerwaldes. Im Westen liegen die Stadt Zweibrücken und der Saar-Pfalz-Kreis, im Norden die Kreise Kusel und Kaiserslautern, im Nordosten der Kreis Bad Dürkheim, im Osten der Kreis Südliche Weinstraße und im Süden die Staatsgrenze zu Frankreich mit den Départements Moselle und Bas-Rhin.

Stadtgliederung

Die Kernstadt ist in acht Teile gegliedert: Historischer Kern ist der Horeb, an ihn schließen sich der Kirchberg, das Winzler Viertel, der Schachen und die Husterhöhe an. An der Peripherie gelegen sind im Norden der Sommerwald (ehemals Maler-Bürkel-Siedlung), im Südosten die Ruhbank und im Westen der Erlenteich.

Bei den sieben Ortsbezirken (Erlenbrunn, Fehrbach, Gersbach, Hengsberg, Niedersimten, Windsberg, Winzeln) handelt es sich um ehemals selbständige, später eingemeindete Dörfer; seither ist der Bürgermeister durch einen Ortsvorsteher ersetzt. Die Befugnisse des früheren Gemeinderats sind überwiegend auf den Stadtrat, in geringerem Ausmaß auch auf den neuen Ortsbeirat übergegangen.

Klima

Die Niederschlagsmenge ist hoch, sie liegt im oberen Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 77 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der April, die größte Niederschlagsmenge verzeichnet man im Dezember; dann fällt 1,4 mal mehr Niederschlag an als im April. Die Niederschlagsmenge ändert sich nur wenig, sie ist recht gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 8 % der Messstationen werden geringere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte

Bis 1900

Die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung von Pirmasens stammt aus der Zeit um 860 als „pirminiseusna“. Der Name geht auf den Hl. Pirminius zurück, den Gründer des Klosters Hornbach, dem die Siedlung gehörte.

Der Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt fühlte sich im Jagdschloss seines Großvaters in Pirmasens so wohl, dass er der Siedlung 1763 die Stadtrechte verlieh und seine Residenz hierher verlegte. Er baute in Pirmasens eine Garnison auf. Die Stadt bekam eine Stadtmauer, ein Schloss, einen Exerzierplatz und die nach der im russischen Sankt Petersburg größte Exerzierhalle Europas. Mit dem Tod des Landgrafen 1790 wurde die Garnison aufgelöst, und die kurze Blütezeit der Stadt war zu Ende. 1793 schlugen Preußen und Braunschweig die französische Moselarmee in der Schlacht bei Pirmasens. Dies konnte aber den Sieg der Franzosen insgesamt nicht verhindern. Pirmasens fiel, wie das gesamte linksrheinische Gebiet, 1793 an Frankreich. 1815 wurde die Stadt Teil des bayerischen Rheinkreises, der Bayerischen Pfalz.

Seit 1900

Die Encyclopædia Britannica aus dem Jahr 1911 vermerkt unter dem Stichwort Pirmasens:

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Pirmasens zum französischen Teil der Alliierten Rheinlandbesetzung.

1923/24 versuchten pfälzische Separatisten, in Pirmasens dauerhaft Fuß zu fassen, scheiterten damit aber am 12. Februar 1924: Das Bezirksamt, Sitz der Stadtregierung, wurde von Bürgern gestürmt. Dabei gab es mehrere Tote auf beiden Seiten.

Am 9. November 1938 wurde die Synagoge während der „Novemberpogrome“ zerstört; heute erinnert eine Gedenktafel in der Synagogengasse an den Standort des Gebäudes. Schon bei einem ersten alliierten Bombenangriff am 9. August 1944 gab es zahlreiche Todesopfer unter der Bevölkerung. Am 15. März 1945 folgte eine weitere Bombardierung, bei der die Innenstadt vollständig zerstört wurde. Am 22. März 1945 marschierten schließlich amerikanische Truppen in die Stadt ein, für die Bevölkerung bedeutete dies das Ende des Zweiten Weltkriegs.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Pirmasens innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurden am 7. Juni 1969 Erlenbrunn, Fehrbach, Hengsberg, Niedersimten und Winzeln nach Pirmasens eingemeindet. Am 22. April 1972 folgten Gersbach und Windsberg. 1989 wurde der Standort Pirmasens der FH Kaiserslautern eröffnet. Die US-Truppen räumten 1997 ihren Standort Husterhöhe fast vollständig.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1620 235
1657 40
1661 87
1667 74
1681 56
1722 245
1741 225
1790 9.000
1801 3.921
1863 7.097
Jahr Einwohner
1875 10.136
1890 21.041
1896 30.194
1925 42.996
1933 47.221
1939 58.848
1950 49.676
1970 57.773
1987 47.997
31. Dezember 1998 46.425
Jahr Einwohner
31. Dezember 1999 45.773
31. Dezember 2000 45.212
31. Dezember 2001 44.822
31. Dezember 2002 44.367
31. Dezember 2003 43.971
31. Dezember 2004 43.637
31. Dezember 2005 44.137
31. Dezember 2006 43.456
31. Dezember 2007 41.875
31. Dezember 2008 41.358
Jahr Einwohner
31. Dezember 2009 40.808
31. Dezember 2010 40.384
31. Dezember 2011 40.005

Mit ein Grund für den Rückgang der Einwohnerzahl seit 1970 war der Abzug der amerikanischen Streitkräfte. Die ungünstige Altersstruktur, der Mangel an Arbeitsplätzen und eine ungünstige infrastrukturelle Anbindung tragen ebenfalls dazu bei. Seit 2011 bis 2015 stabilisiert sich die Einwohnerzahl auf etwa 40.000 Einwohner. Durch zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen der Verwaltung, Privatinvestitionen und innovative Unternehmer hat sich die Arbeitsplatzsituation in den letzten Jahren sehr verbessert, so dass Pirmasens heute mit etwa 20.000 Arbeitsplätzen auf 40.000 Einwohnern einen Spitzenplatz in Deutschland belegt. Viele Bewohner der umliegenden Gemeinden pendeln nach Pirmasens zum Arbeiten und Einkaufen.

Politik

Bürgermeister

Sechs Jahre nach der Erhebung der Gemeinde zur Stadt 1763 ernannte Ludwig IX. den ersten Bürgermeister, den damaligen Stadtschultheiß. Seit 1905 gab es den ersten hauptberuflichen Bürgermeister und seit 1920 einen Oberbürgermeister.

Bürgermeister Amtszeit
Johann Heinrich Schneider 1769–1788
Samuel Kull 1788–1793
Christian Diehl 1793–1795
Karl Friedrich Rink 1795–1796
Johann Karl Gäckler 1796–1799
Gottfried Wilhelm Faul 1799–1819
Nikolaus Kleinkopf 1819–1832
Christian Bruch 1832–1850
Gustav L. Diehl 1851–1868
Friedrich Greiner 1868–1874
Franz Breith 1874–1884
Bürgermeister Amtszeit
Christian König 1885–1896
Ludwig König sen. 1897–1905
Otto Strobel 1905–1934
Rudolf Ramm 1934–1937
Emil Gauer 1937–1945
Jakob Schunk 1945–1966
Karl Rheinwalt 1967–1993
Robert Schelp 1994–1998
Joseph Krekeler 1999–2003
Bernhard Matheis seit 2003

derzeit im Amt:

  • Bernhard Matheis (CDU), Oberbürgermeister
  • Peter Scheidel (CDU), Bürgermeister
  • Michael Schieler (parteilos), hauptamtlicher Beigeordneter
  • Helga Knerr (FWG), ehrenamtliche Beigeordnete

Stadtrat

Der Stadtrat von Pirmasens besteht aus 44 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 zuletzt gewählt wurden, sowie dem hauptamtlichen Oberbürgermeister als Vorsitzendem.

Wappen

Beschreibung: In Silber ein von zwei roten Zinnentürmen flankierter roter Turm mit blauer Kuppel, darauf über zwei beiderseits ausstrahlenden goldenen Blitzen stehend ein schwertschwingender goldener Löwe.

Partnerstädte

Mit dem französischen Poissy wird seit dem 25. September 1965 eine Städtepartnerschaft gepflegt. Daraus entstanden mittlerweile auch Partnerschaften von Kirchengemeinden und Vereinen, etwa von DRK mit dem Croix Rouge Francaise und viele andere.

Städtische Finanzen

Die Stadt Pirmasens ist eine der am höchsten verschuldeten Städte in Deutschland. Zum Stichtag 31. Dezember 2012 betrug der Schuldenstand der Stadt Pirmasens insgesamt 394,7 Mio. Euro. Gemessen an der Pro-Kopf-Verschuldung ist sie damit die am fünfthöchsten verschuldete kreisfreie Stadt in Deutschland.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Überregional bekannt ist das Dynamikum im Rheinberger, das erste Science Center in Rheinland-Pfalz. Das Alte Rathaus ist Sitz eines Heimat- & Schuhmuseums sowie eines Scherenschnittkabinetts mit Werken von Elisabeth Emmler. In der Stadtbücherei ist eine Hugo-Ball-Sammlung untergebracht. Im Stadtteil Niedersimten befindet sich das Westwallmuseum.

Der wichtigste Ort für kulturelle Veranstaltungen in der Stadt ist die Festhalle. Das Forum Alte Post dient als Kultur- & Veranstaltungszentrum mit Wechselausstellungen; die Dauerausstellung präsentiert die große städtische Sammlung des aus Pirmasens stammenden Genre- & Landschaftsmalers Heinrich Bürkel.

Bauwerke

Königlich Bayerisches PostamtDas wohl repräsentativste Gebäude der Stadt ist das aufwändig restaurierte ehemalige "Königlich bayerische Postamt" in der Nähe des Bahnhofs. Es stellt ein in dieser Region herausragendes Beispiel für einen prachtvollen Verwaltungsbau der Gründerzeit dar. Heute beherbergt es das Forum Alte Post.

Alte Post Pirmasens-02-Nov-15.JPG|Ehemaliges Königlich bayerisches Postamt in PirmasensPirmasens-Alte Post-15-Portalfiguren-gje.jpg|HauptportalPirmasens-Alte Post-21-bayerische Loewen-gje.jpg|Bayerische LöwenPS-Altes Rathaus edit.JPG|Altes RathausCarolinensaal Pirmasens Februar 2012.jpg|Der Carolinensaal am Alten FriedhofPS-Wapp.JPG|Wappenfeld im Giebel des
„Alten Rathauses“Pirmasens Exerzierplatz.jpg|ExerzierplatzDatei:Pirmasens-Schuetzenstrasse 13-Ecke Bahnhofstrasse-01-gje.jpg|Gründerzeitarchitektur am Postdreieck

Landgrafenzeit

Die meisten Bauten der Landgrafenzeit wurden im Laufe der Zeit überbaut oder im Krieg zerstört. Einige ließ man in der Nachkriegszeit wiederaufbauen, darunter das Alte Rathaus am unteren Schlossplatz, die Johanneskirche am Exerzierplatz und die Lutherkirche in der Hauptstraße, die ehemalige Hof- und Garnisonskirche, in der Landgraf Ludwig IX. bestattet wurde. Direkt neben der Kirche befinden sich der Schusterbrunnen und das ehemalige Garnisonsschulhaus, heute Standort des protestantischen Pfarramts. In der Kaffeegasse existiert noch ein renoviertes altes Grenadierhaus, eines der früher zahlreichen Gebäude, die Ludwig für seine Soldaten errichten ließ. Weit vor der damaligen Stadtgrenze stehen noch zwei große Obelisken, die einst als Wegweiser dienten. Sie befinden sich vor den ehemaligen Stadttoren, einer im Norden an der Zweibrücker, der andere im Süden an der Lemberger Straße.

Der Schlossplatz war der einstige Standort des landgräflichen Schlosses, es befand sich direkt gegenüber dem Alten Rathaus, das von etwa 1770 bis zur Zerstörung 1945 der Sitz der Stadtregierung war. Ebenfalls unter dem Landgrafen entstand der Exerzierplatz, der sich ursprünglich von der südlichen bis zur nördlichen Ringstraße erstreckte. Später wurde der Platz teilweise bebaut, unter anderem mit einem Schulgebäude, das heute als Rathaus benutzt wird.

Gründerzeit

Wegen der verhältnismäßig späten Stadtgründung und dem Brachliegen des Städtebaus nach dem Ende der Landgrafenzeit entstand ein Großteil der Stadt erst während der wirtschaftlichen Hochphase von 1870 bis 1914, so dass das Stadtbild bis zu seiner großflächigen Zerstörung fast ausschließlich aus Bauten der Gründerzeit bestand. Trotz der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg und einigen Abrisswellen der Nachkriegszeit haben sich noch zahlreiche Bauten dieser Zeit erhalten, davon allerdings nur wenige im Zentrum, sondern vor allem in den damals angelegten Vorstädten wie dem Bahnhofsviertel und dem Viertel am Landauer Tor.

In der Innenstadt gibt es vereinzelte Altbauten aus der Gründerzeit, dazu zählt allen voran das spätklassizistische Neue Rathaus auf dem Exerzierplatz, das 1879 als Schulhaus erbaut wurde. Am Rande des Platzes liegt das Gebäude der ehemaligen Bayrischen Staatsbank aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Pfarrkirche St. Pirmin (1897-1900) am oberen Schlossplatz ist mit ihrer markanten Doppelturmfassade von fast überall in der Stadt aus einsehbar. Sie wurde nach Kriegszerstörung vereinfacht wiederaufgebaut, vom Ursprungsbau erhalten haben sich im Wesentlichen das Portal und die beiden Türme, deren Spitzdächer nach dem Krieg jedoch nicht in ihrer ursprünglichen Höhe wiederhergestellt wurden. In größerer Häufung finden sich Gründerzeitbauten hier nur noch in der Allee- & der Bahnhofstraße. In letzterer liegen das historisch bedeutsame ehemalige Bezirksamt und direkt gegenüber das spätklassizistische Amtsgericht, zu dem noch ein weiterer Altbau sowie ein moderner Erweiterungsbau gehören.

Besonders prächtige Gebäude der Gründerzeit entstanden im Bahnhofsviertel, das im Gegensatz zum Zentrum den Krieg weitestgehend überstand. Zu den schönsten Profanbauten in Pirmasens zählt die Alte Post von 1893 unweit des Bahnhofs mit ihrer prachtvollen Neorenaissance-Fassade. Ein Beispiel für besonders beeindruckende Wohnbauten dieser Zeit stellt das sogenannte Postdreieck zwischen Bahnhof-, Schützen- und Gärtnerstraße dar, in unmittelbarer Nähe besteht eine weitere Denkmalzone in der Turnstraße.

Das zweite große erhaltene Gründerzeitviertel stellt die Gegend am Landauer Tor dar. Sie beginnt am einstigen südlichen Stadttor, das eigentlich Buchsweiler Tor hieß. Das Viertel erstreckt sich hauptsächlich um die Landauer und die Lemberger Straße herum, an denen auch die aufwändigsten Bauten stehen. In der Landauer Straße besteht z. B. das Walhalla-Kino seit 1913 im ein und demselben Gebäude. Es dominiert die Architektur des Späthistorismus neben einzelnen Jugendstilgebäuden. Begrenzt wird das Viertel im Westen durch die Bitscher, die Schiller- und die Simter Straße, im Osten geht es bis zum alten Krankenhausbau (1914) in der Pettenkoferstraße, der heute ein Altersheim beherbergt. Das südliche Ende bildet ein kleines Villenviertel um die Villa Loeser, die nach langem Verfall vor dem Abriss bewahrt und saniert wurde.

Sehenswert sind auch die erhaltenen imposanten Schulgebäude der Kaiserzeit, dazu zählen die Matzenbergschule (1886/87) an der Winzler Straße, die Horebschule (1904/05) an der Herzogstraße, die ehemalige Höhere Schule für Mädchen (1906) in der Alleestraße und die Wittelsbachschule (1910) an der Maler-Bürkel-Straße. Sie entstanden in kurzer Abfolge, um dem damals rasanten Bevölkerungswachstum gerecht zu werden.

Gut erhaltene Gründerzeitstraßenzüge findet man auch noch im nördlichen Winzler Viertel zwischen Goethe- und Fröhnstraße, auf der Husterhöhe mit der nördlich stadtauswärts führenden Zweibrücker Straße, auf dem Horeb mit der Luisenstraße sowie um den Kaiserplatz im Süden der Stadt.

Schuhfabriken

Besonders prägend für das Stadtbild sind die noch erhaltenen ehemaligen Schuhfabriken, die meisten davon entstammen der Gründerzeit. Dazu zählen der Rheinberger-Komplex (1905/06) oberhalb des Strecktals und Neuffer auf dem Horeb, die beide mittlerweile vollständig saniert und einer neuen Nutzung zugeführt wurden. Weitere denkmalgeschützte Fabrikkomplexe sind Kopp (1907–1911) am Rande der Innenstadt und Ohr (ca. 1925) in der Hügelstraße, die bisher jedoch nicht renoviert wurden. Zusätzliche Beispiele für erfolgreiche Umnutzungen sind zwei ehemalige Fabriken von Salamander auf der Husterhöhe; während im Gebäude in der Schwanenstraße Wohnlofts entstanden, zog in der oberhalb gelegenen Glockenstraße die JugendKulturWerkstatt ein, eine Einrichtung des Internationalen Bundes.

Moderne

Mitte der 20er errichtete man im Winzler Viertel im romanisierenden Stil die Kirche St. Anton. Es gibt in Pirmasens auch einige größere Bauten der frühen Moderne wie die ehemalige Hauptpost (1926 ff.) oder das bis heute bestehende Stadtbad (1934) in der Lemberger Straße. In den 30er Jahren entstanden auf der Husterhöhe die später lange von den Amerikanern genutzten Kasernen, darunter das heute als Dienstleistungszentrum genutzte sogenannte Banana Building.

Ende des letzten Jahrhunderts wurden der Exerzierplatz und die Schlosstreppe zwischen unterem und oberem Schlossplatz neu gestaltet, letztere bildet heute mit dem Stierbrunnen eine eindrucksvolle Gesamtanlage.

Naturdenkmäler und Parks

Es gibt in Pirmasens drei größere Parks nahe der Innenstadt. Dazu gehört der Alte Friedhof, der nach der Fertigstellung des Waldfriedhofes zum Park umgewidmet wurde. Er enthält Grabdenkmäler aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert sowie einen modernen Skulpturenpark. Die ehemalige Einsegnungshalle wird mittlerweile als Carolinensaal für kulturelle Veranstaltungen genutzt.Der Neuffer-Park wurde von Emil Neuffer neben der gleichnamigen Schuhfabrik angelegt und weist einen großen Anteil sehr alter Bäume auf. Der Strecktalpark ist eine im Zuge der gescheiterten Bewerbung um die Landesgartenschau 2000 renaturierte Industriebrache. Auf dem Gelände einer ehemaligen Gerberei wurde ein großzügiger Park mit zahlreichen Erholungsmöglichkeiten geschaffen.

Am Stadtrand liegt nicht weit entfernt von Stadtbad und Krankenhaus das Naherholungsgebiet Eisweiher um den gleichnamigen, künstlich angelegten See herum, der früher den Brauereien der Stadt zur Kühleisgewinnung diente. Zum Naherholungsgebiet gehört auch die Sportanlage Spesbach. Nach Osten hin geht das Naherholungsgebiet unmittelbar in den Pfälzerwald über.

Sport

Aushängeschild des lokalen Sports ist der Fußballklub FK Pirmasens, der in der Nachkriegszeit lange Zeit eine führende Rolle in der Oberliga Südwest und später in der Zweiten Bundesliga spielte. Nach zwischenzeitlichen Abstiegen bis in die Landesliga spielt der Verein mittlerweile in der Regionalliga Südwest.

Der Turnverein Pirmasens 1863 ist mit über 1000 Mitgliedern der größte Sportverein der Stadt.

Nach 2008 fand vom 25.-29. Mai 2016 zum zweiten Mal in Pirmasens das Rheinland-Pfalz-Turnfest statt.

Bildung

Pirmasens besitzt als Mittelzentrum des Landkreises Südwestpfalz die drei Gymnasien Hugo-Ball-Gymnasium (ehemals Neusprachliches Gymnasium), Immanuel-Kant-Gymnasium (ehemals Altsprachliches Gymnasium, gegründet 1836 als Lateinschule Pirmasens) und Leibniz-Gymnasium (ehemals Naturwissenschaftliches Gymnasium). Als Bestandteile der Berufsbildenden Schule Pirmasens gibt es die Deutsche Schuhfachschule sowie ein Technisches und ein Wirtschaftsgymnasium, die beide jedoch nur die Oberstufe anbieten. Seit dem Schuljahr 2014/15 gibt es auch eine Fachoberschule in der Fachrichtung Technik/ Metalltechnik. Ferner hat die Stadt acht Grundschulen (davon drei in den eingemeindeten Vororten), zwei Realschulen plus (Landgraf-Ludwig-Realschule plus mit den Standorten Alleestr, Horeb und Husterhöh sowie Realschule plus Kirchberg) und eine Förderschule (Förderschule Matzenberg). Außerdem gibt es die Nardini-Schule (Grund- und Realschule) in kath. Trägerschaft. 1989 eröffnete die Fachhochschule Kaiserslautern eine Zweigstelle. In privater Trägerschaft wurde 2009 die Montessori-Schule Pirmasens als private Grundschule ins Leben gerufen und ist seither im Gebäude der ehemaligen Rheinberger-Schuhfabrik untergebracht.

Vereine

  • Stadtfeuerwehrverband Pirmasens e. V.
  • FK Pirmasens
  • SG 05 Pirmasens
  • VfB 1934 Pirmasens
  • MTV 1873 Pirmasens
  • Tus/DJK Pirmasens
  • Blau-Weiss Pirmasens
  • PSV Pirmasens
  • Naturfreunde Pirmasens
  • Ringer-Sport-Club Pirmasens-Fehrbach
  • Fanfaren- und Spielmannszug Niedersimten 2004 e. V.
  • Schachclub Pirmasens 1912

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Landgrafen-Tage, zweites Wochenende im April
  • Open-Air-Highlights auf dem Exerzierplatz (wechselnde Musikveranstaltungen Oper, Musical, Rock, Pop, Hip Hop)
  • Schlabbeflicker-Fest, erstes Wochenende im August
  • Exe-Fest, zweites Wochenende im September
  • Festival Euroclassic (Festival der Städte Pirmasens, Bitche, Zweibrücken, Blieskastel und der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land)
  • Maimarkt, Ende April
  • Grenadiermarkt, im Herbst
  • Novembermarkt, letztes Wochenende im Oktober oder erstes Wochenende im November
  • Belznickelmarkt, weihnachtlicher Markt in der Adventszeit
  • Fototage alle 2 Jahre

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftstrends

Pirmasens war seit dem 19. Jahrhundert das Zentrum der deutschen Schuhindustrie. Die fehlende Konkurrenzfähigkeit, speziell gegenüber Ware aus dem Ausland, erschwerte den Unternehmen jedoch ab etwa 1970 in zunehmendem Maße die Massenproduktion. Ein Großteil der ansässigen Schuhfabriken wurde aufgegeben, andere konnten durch Auslagerung der Produktion ins Ausland sowie Spezialisierung auf Nischensegmente überleben. Da sich die Lage auch im Lederhandel, dem Maschinenbau und in der Chemiebranche verschlechterte, gingen so etwa 15.000 Arbeitsplätze verloren. Mit dem Abzug des amerikanischen Militärs verließen rund 10.000 Menschen – Soldaten und deren Angehörige – die Stadt. So gingen weitere 4.000 Arbeitsplätze mittelbar verloren. 2002 lag die Arbeitslosenquote bei 14,9 %, im April 2013 bei 13,6 %. Das durchschnittliche Einkommen entspricht 88 % des Landesmittels von Rheinland-Pfalz. Der Schuldenstand der Stadt Pirmasens betrug zum 31. Dezember 2009 149,1 Mio. Euro; durch Teilnahme am Kommunalen Entschuldungsfonds Rheinland-Pfalz (KEF-RP) ab 2012 soll er innerhalb von 15 Jahren deutlich reduziert werden.

Durch die Konversion des ehemaligen Kasernengeländes und leer stehender Fabrikgebäude für Unternehmensgründungen soll ein Ausgleich geschaffen werden. Auf diese Art und Weise sind zum Teil bereits neue Gewerbeflächen entstanden. Ein Beispiel hierfür ist der Neuffer-Komplex (Neuffer am Park), der Ärzte, Unternehmen und einen Radiosender beherbergt sowie der erfolgreiche Gewerbepark Husterhöhe (ehemalige Husterhoeh-Kaserne), der etwa 1.200 Arbeitsplätze geschaffen hat. Auch die ehemals größte Schuhfabrik Europas Rheinberger wurde 2007–2008 zu einem Gewerbepark ähnlich dem Neuffer-Komplex umgebaut. Eine Verbesserung der Infrastruktur, zum Beispiel der vierspurige Ausbau der B 10 zwischen der A 8 und der A 65 in Landau, soll den Standort attraktiver machen. Am Messestandort Pirmasens veranstaltet die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Pirmasens mbH dort Messen wie die hageha, plw (Pfälzer Lederwoche) und Kulinaria.

Messestandort Pirmasens

Pirmasens bot lange als einzige Stadt in Rheinland-Pfalz die Voraussetzungen für die Durchführung internationaler Messen. Erst mit der Eröffnung des Messegeländes Idar-Oberstein und der Gründung einer dortigen Messegesellschaft im Jahr 2009 hat sich dies geändert. Das Gelände wurde ab 1949 von Ludwig Kieffer hauptsächlich für die damals noch florierende Schuhindustrie, speziell die Pirmasenser Schuh- und Lederwarenmesse aufgebaut, hat aber auch nach deren schleichendem Ende überlebt. Die gesamte Anlage bietet in 7 Hallen 20.000 m² überdachte Fläche, 48.000 m² Freiflächen inklusive Parkplätzen, einen Kongressbereich mit 5 Konferenzräumen und einen Sitzungssaal sowie 1700 PKW- und 100 Busparkplätze.

Neben den Messen wird das Gelände auch für Ausstellungen, Tagesveranstaltungen genutzt.

Nachdem früher vor Allem die Pirmasenser Schuhmusterung (psm) und die plw (Internationale Messe für Leder, Schuh-Komponenten und mehr) den Ton angaben, sind neuere Messen wie die hageha (Verbrauchermesse für Handwerk, Gewerbe und Handel, von 1954 bis 2014), Gesundheitswelt oder die Kulinaria hinzugekommen. Ab dem Jahr 2004 wurde der Messestandort für 8,4 Mio. € im Rahmen der sogenannten Messe Vision 2007 erweitert. Diesen Umbau trug zu 80 % das Land Rheinland-Pfalz. In einer kleinen Anfrage an den Landtag in Rheinland-Pfalz wurde im Jahr 2005 über die Verluste der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Pirmasens GmbH in Höhe von 1,4 Mio. € seit 2000 diskutiert. Seit 2001 findet jährlich im Februar/März die internationale Anjana, Messe für Angler, Jäger und Naturfreunde statt, die sich zur größten Verbrauchermesse für Natursportarten in Rheinland-Pfalz entwickelt hat.

Ein ebenfalls seit 2005 angewandtes Konzept sieht die Einbindung von sogenannten Außenmessen in Worms, Simmern, Bad Neuenahr-Ahrweiler (Ahrtalschau) und Wachenheim vor. Die renommierte Edelsteinmesse Intergem hingegen wurde 2007 ausgegliedert und wird in Zukunft von der Stadt Idar-Oberstein selbst verwaltet.

Seit Januar 2008 übernahm die Stadt Pirmasens die Hallen, während die Messe Pirmasens als reine Veranstaltungsgesellschaft mit einem Stammkapital von 457.000 € nur noch für die Veranstaltung der Messen zuständig war. Im ersten Jahr 2008 wurde ein Defizit von 177.000 € erwirtschaftet. Daraufhin wurden Ende Juli 2009 alle 14 hauptamtlichen Mitarbeiter der Messe Pirmasens entlassen. Die Zukunft der Messe war ungewiss, die wichtigen Veranstaltungen wie plw und hageha sollten aber weiterhin in Pirmasens stattfinden. Von 2010 bis April 2012 übernahm die Mattfeldt & Sänger Marketing und Messe AG die Betreuung; seit 2012 wird die Messe von Das AgenturHaus GmbH ausgerichtet, die auch weitere Messen in Pirmasens wie Anja – die Messe für Angeln und Jagen und Kulinaria & Lifestyle betreut. Im Januar 2016 erklärten die Stadt Pirmasens sowie Das AgenturHaus gemeinsam, dass die hageha im Herbst 2016 abgesagt sei.

Verkehr

Über die A 8 besteht Anschluss an das Saarland, mit dem einspurigen Streckenabschnitt der A 62 ist der Anschluss nach Kaiserslautern und Trier gewährleistet. Die B 10 ist die Anbindung an die Rheinschiene.

Über die 6,97 Kilometer lange Stichstrecke Pirmasens Nord – Pirmasens Hauptbahnhof wird die Stadt Pirmasens an das regionale Schienennetz angebunden. Vom Verteilerbahnhof Pirmasens-Nord führt in die Ost-West-Richtung die Bahnstrecke Landau–Rohrbach (Kursbuchstrecken 674 und 675) und in nördlicher Richtung die Biebermühlbahn (Kursbuchstrecke 672) nach Kaiserslautern. Alle Verbindungen gehören zum Nahverkehr der DB, Fernverkehrszüge fahren auf den Strecken von und nach Pirmasens heute nicht mehr. Der ehemalige Güterbahnhof in Pirmasens wurde Ende der 1990er-Jahre aufgelassen und wird heute als Diskothek genutzt.

Der städtische Nahverkehr wurde von 1905 bis 1943 von der elektrisch betriebenen Straßenbahn Pirmasens bedient. Diese wurde wiederum vom zwischen 1941 und 1967 verkehrenden Oberleitungsbus Pirmasens abgelöst. Für den heutigen Omnibusverkehr ist die Stadtwerke Pirmasens Verkehr GmbH zuständig.

Etwa 10 km nordwestlich der Stadt befindet sich der Flugplatz Pirmasens-Pottschütthöhe und 15 km westlich von Pirmasens der Flughafen Zweibrücken, der jedoch zum 3. November 2014 seinen Betrieb für Passagierflüge eingestellt hat.

Ansässige Unternehmen

Mit Peter Kaiser (gegründet 1838) ist in Pirmasens die älteste Schuhfabrik Deutschlands zu finden. Die Firma Framas Kunststofftechnik produziert Leisten und Sohlen unter anderem für Adidas und Nike. In direkter Nachbarschaft finden sich die Firmen profine GmbH und Kömmerling (ehemals ein Unternehmen), sowie die Firma Keck, die auch Industriefarben für die Herstellung von Fußbällen liefert. Die Park & Bellheimer AG (hervorgegangen aus der Parkbrauerei Pirmasens & Zweibrücken AG) ist seit einem Management-Buyouts der Actris AG im Jahr 2010 an Roald Pauli derzeit in ihrem Bestand nicht mehr gefährdet. Seit 1957 ist der Süßwarenhersteller WAWI Schokolade AG, Hersteller von Nappo, Moritz und WAWI, in Pirmasens ansässig. Ein noch relativ junges Unternehmen ist Convar, ein Spezialist für Datenrettung, der schon Datenträger aus den Trümmern des World Trade Center wiederherstellte.

Freizeit- und Sportanlagen

Der Pirmasenser Luft- und Badepark (Plub) ist das städtische Schwimmbad von Pirmasens, welches nach einer Sanierung und Erweiterung 1988 neu eröffnet wurde. Neben einer Reihe von Sportanlagen lokaler Vereine befindet sich auf der Husterhöhe das städtische Stadion des Fußballvereins FK Pirmasens. Um den gleichnamigen Weiher herum angelegt ist die Sport- und Freizeitanlage Eisweiher im Osten der Stadt mit Spielplatz, Liegewiese, Bolzplätzen, Minigolfplatz und Spielfeldern für Badminton und Volleyball. Der Strecktalpark im Zentrum der Stadt bietet einen Wasserspielplatz, einen Parcours für Skateboardfahrer, Liegewiese, Barfußpfad, Kneippanlage, sowie Spielfelder für Streetball und Beachvolleyball.

Persönlichkeiten

Sonstiges

Pirmasens ist …

  • der einzige internationale Messestandort in Rheinland-Pfalz
  • ähnlich wie Rom auf sieben Hügeln erbaut
  • die Stadt mit der höchsten Anzahl von Privatinsolvenzen in Deutschland (Vergleichszeitraum: Januar bis Oktober 2007)
  • der Sitz des US-Senders „Pirmasens-Husterhöhe“, der 1969 die Signale von Apollo 11 nach Houston/Texas übertrug
  • deutscher Sitz der Firma Convar, die nach den Anschlägen des 11. Septembers die Festplatten der Computer aus den Türmen und die Blackbox der Flugzeuge untersuchte
  • die Stadt mit der geringsten Lebenserwartung in Deutschland
  • Deutschlands nachhaltigste Stadt mittlerer Größe des Jahres 2013 (Gewinner Deutscher Nachhaltigkeitspreis)

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Pirmasens

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