Stadtverwaltung
Neustadt in Sachsen
Markt 1
01844 Neustadt

http://www.neustadt-sachsen.de

Neustadt in Sachsen

160pxAbb. 1 Wappen von Neustadt in Sachsen
Basisdaten
Bundesland Sachsen
Höhe 340 m
PLZ 01841–01844
Vorwahl 03596
Gliederung 9 Stadtteile
Adresse der Verwaltung Markt 1
01844 Neustadt in Sachsen
Website www.neustadt-sachsen.de
Bürgermeister Peter Mühle (NfN) ()
Neustadt in Sachsen ist eine Stadt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen.

Geografie

Lage

Neustadt liegt eingebettet im Neustädter Tal zwischen den Bergrücken des Hohwalds und des Ungerbergs nahe der Grenze zu Tschechien.

Das Neustädter Tal liegt an der Grenze zwischen Lausitzer Bergland und Elbsandsteingebirge nahe der Lausitzer Überschiebung. Wer sich aus westlicher Richtung aus Dresden oder Stolpen kommend dem Ort nähert, überquert als erstes den Karrenberg (mundartlich Kornberg gesprochen). Obwohl der Berg inzwischen unbewaldet ist und manchmal Getreide darauf angebaut wird, hat er seine Bezeichnung nicht vom Korn sondern von den Schubkarren, mit denen die Handelsleute im Mittelalter diesen Berg auf der alten Salzstraße überquerten. Von hier bietet sich ein Blick über die Stadt und ihre Umgebung.

Südwestlich befindet sich der Ortsteil Polenz. Das gleichnamige Flüsschen bahnt sich seinen Weg erst durch Granit und dann durch Sandstein bis zum Zusammenfluss mit dem Sebnitzbach, um dann nach einigen Kilometern als Lachsbach in der Nähe von Bad Schandau in die Elbe zu münden. Das Tal ist bekannt für die Märzenbecherwiesen im Polenztal, eines der größten natürlichen Vorkommen wildwachsender Märzenbecher in Deutschland.

Weiter südlich steigt der Bergrücken des Ungers (538 Meter) mit dem Fernsehturm und dem Aussichtsturm an. Ein Vorberg des Ungers ist die Götzingerhöhe – ein Aussichtspunkt mit Turm und Gaststätte in 425 m Höhe südlich von Neustadt. Diese ist ein beliebtes Ausflugsziel der Neustädter. Man erreicht sie vom Neubaugebiet „Bruno-Dietze-Ring“ aus über den Promenadenweg, wo es einen Picknickplatz mit kleiner Kneippanlage gibt. Vom Turm, der aus einer Eisenkonstruktion besteht, hat man einen Rundblick ins Elbsandsteingebirge, Erzgebirge, Lausitzer Bergland und bei guter Sicht auch bis ins Isergebirge und Riesengebirge. Im Winter ist die Abfahrt von der Götzingerhöhe als Rodelbahn beliebt. Nach Osten hin geht der Blick über das Langburkersdorfer Tal, wo die Polenz entspringt. Dahinter befinden sich die Berge Nordböhmens. Im Nordosten befindet sich der Hohwald mit seiner höchsten Erhebung, dem Valtenberg (588 m).

Stadtgliederung

Die Stadt gliedert sich in den Hauptort und weitere acht amtliche Gemeindeteile. Mit Stand vom 31. Dezember 2014 hatten neben der Kernstadt zwei weitere Stadtteile (Polenz und Langburkersdorf) über 1000 Einwohner sowie einer (Berthelsdorf) über 500.

Name Stadtteil seit Einwohner
Berthelsdorf 1. August 2007 650
Krumhermsdorf 1. Januar 1974 481
Langburkersdorf 1. August 2007 2066
Neustadt in Sachsen 6921
Niederottendorf 1. August 2007 383
Oberottendorf 1. August 2007 497
Polenz 1. Januar 1994 1291
Rückersdorf 1. August 2007 330
Rugiswalde 1. August 2007 271

Geschichte

Erste Erwähnung im 14. Jahrhundert

Im Jahr 1333 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Neustadts als Goldbergbaustadt. Die Gründer waren Freiberger Bergleute und nannten die Siedlung Nuwenstad bzw. Niwenstad. Anfangs gehörte die Stadt zum Königreich Böhmen unter der Herrschaft der Berka von der Dubá. Obwohl es bis in jüngste Zeit immer wieder Versuche zum Goldbergbau in der Gegend gab und auch die Begleitminerale die Existenz von Goldadern bei Neustadt und im Hohwald vermuten ließen, wurde nie etwas gefunden. Dass die Stadt trotzdem nicht an Bedeutung verlor liegt daran, dass sich hier eine damals wichtige Kreuzung zweier Handelsstraßen, der Salzstraße von Halle (Saale) nach Prag und der Pilgerstraße von Bautzen zum böhmischen Wallfahrtsort Mariaschein, befand. An der damaligen Pilgerstraße stand wahrscheinlich schon vor der Stadtgründung die erste Kirche, die Hospitalkirche, an der später nach der Einrichtung benannten Hospitalstraße. Bald nach der Stadtgründung wurde die Jakobikirche gebaut, entweder benannt nach dem gleichnamigen Kirchenpatron Jakobus wie in Freiberg oder nach dem hier vorbeiführenden mittelalterlichen Jakobsweg.

Im Jahr 1451 kam die Stadt durch Kauf in den Besitz des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Sanftmütigen und blieb von da an in sächsischem Eigentum.

Im Jahr 1768 schlossen die Meister der Schmiede-, Schlosser- und Wagnerinnung in Neustadt eine Wette ab, wer wohl in kürzester Zeit ein hölzernes Wagenrad fertigen könne. Das Rad wurde dann innerhalb von sieben Stunden gefertigt und noch vor Sonnenuntergang bis in die Residenzstadt Dresden gerollt. Eine Kopie ist heute im Heimatmuseum zu sehen. Das Original befindet sich im Schloss Moritzburg.

Von 1938 bis 1945 wurden im größten Industriebetrieb am Ort, den Heringwerken, Flak-Geschütze des Kalibers 8,8 gefertigt.

Anfang Mai 1945 beschlossen Einwohner Neustadts, ihre Stadt, in der sich keine deutschen Truppen befanden, kampflos an die heranrückende Rote Armee und 2. Polnische Armee zu übergeben. Die Kapitulation sollte durch das Hissen weißer Fahnen angezeigt werden. Ein fanatischer HJ-Führer, der sich mit einigen Hitlerjungen in der Schule verschanzt hatte und das Feuer auf die heranrückenden Rotarmisten eröffnete, machte dieses Vorhaben zunichte. Dies hatte auf beiden Seiten Opfer zur Folge. Auch großkalibrige Waffen kamen zum Einsatz. Durch das russische Artilleriefeuer kam es zu Zerstörungen und Bränden. Sowjets und Polen begannen, die noch verbliebenen Bewohner aus ihren Häusern zu vertreiben und diese in Brand zu stecken. Die Hälfte der Gebäude rund um den Markt brannte auf diese Weise ab. Nur das Eingreifen des katholischen und evangelischen Pfarrers sorgte für den Erhalt der übrigen Gebäude: Beide suchten unter Lebensgefahr den sowjetischen Kommandeur auf und flehten ihn an, den Rest der Stadt zu verschonen. Hilfreich war dabei, dass der katholische Pfarrer Sorbe war und somit eine dem Russischen und Polnischen verwandte Muttersprache sprach.

Eingemeindungen

Krumhermsdorf wurde am 1. Januar 1974 eingemeindet. Polenz kam am 1. Januar 1994 hinzu. Am 1. August 2007 erfolgte nach einem Bürgerentscheid die Eingliederung von Berthelsdorf, Ober- und Niederottendorf, Rückersdorf, Langburkersdorf und Rugiswalde. Sie hatten bis dahin die Gemeinde Hohwald gebildet.

Politik

Stadtrat

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 22 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

  • Freie Wählervereinigung „Neustädter für Neustadt“ (NfN): 9 Sitze
  • CDU: 7 Sitze
  • LINKE: 2 Sitze
  • FDP: 2 Sitze
  • AfD: 1 Sitz
  • NPD: 1 Sitz

Städtepartnerschaften

Die Stadt pflegt partnerschaftliche Beziehungen mit den Orten

  • Günzburg,
  • Titisee-Neustadt und
  • Weilheim an der Teck sowie zu den Gemeinden
  • Meckenbeuren,
  • Frittlingen in Deutschland sowie
  • Kehlen in Luxemburg.

Außerdem ist die Stadt Mitglied in der größten Städtefreundschaft Europas:

  • 37 Städte und Gemeinden aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Polen, der Slowakei, Tschechien und den Niederlanden, die den Namen Neustadt tragen, haben sich in der Arbeitsgemeinschaft Neustadt in Europa zusammengeschlossen.

Zur DDR-Zeit war

  • Krnov (Jägerndorf) in der heutigen Tschechischen Republik Partnerstadt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Das Rathaus in der Mitte des Marktplatzes wurde um 1700 erbaut. Über dem Rathausportal befinden sich das Meißner und das Neustädter Wappen. Interessant ist der kupferbeplankte Rathausturm mit der Uhr. Das Gebäude ähnelt einem Huthaus, was sich vielleicht mit der Gründungsgeschichte der Stadt durch Freiberger Bergleute erklären lässt.Unweit des Rathauses, auf dem Markt, befindet sich die Kursächsische Postmeilensäule Neustadt in Sachsen aus dem Jahre 1729 von der kurfürstlich-sächsischen Post, die einst vor dem Rathaus stand, u.a. mit Entfernungsangaben zu vielen umliegenden Städten in Wegstunden (1 St. = 7,531 km).

Das höchste Gebäude ist der Turm der 1884 im neogotischen Stil umgebauten evangelischen St.-Jacobi-Kirche. Das erste Mal erwähnt wurde die Jakobikirche 1346. Seitdem gab es an dieser Stelle mehrere Kirchenbauten aus Holz und später auch aus Stein, die zum Teil baufällig wurden, oder den Anforderungen der wachsenden Stadt nicht mehr genügten. Der älteste erhaltene Teil der Kirche ist der Altarraum aus dem 16. Jh. in seinem gotischen Bruchsteingewölbe entdeckt man zwei Schlusssteine, die schon in sehr alten Dokumenten erwähnt werden. Die Darstellungen auf den 3 Schlusssteinen symbolisieren die Dreifaltigkeit Gottes:Vater = schlicht als Punkt bzw Kreis dargestelltSohn = ChristuskopfHeiliger Geist = Taube.Den schönen, geschnitzten Altar sollte man sich bei einem Besuch in Neustadt unbedingt ansehen. Ebenso die Renaissance-Epitaphien im Altarraum.Der Turm mit seinen vier Zifferblättern ist weithin von den umliegenden Hügeln zu sehen und wer gute Augen hatte konnte daher auch zu Zeiten, als Armbanduhren noch nicht selbstverständlich waren, beispielsweise bei der Feldarbeit, immer die genaue Zeit ablesen. Das Schlagen der Glocken zu jeder 1/4, 1/2, 3/4 und vollen Stunde und das Festgeläut ist in der Stadt und je nach Wind auch bis in die umliegenden Dörfer zu hören.

Im Sommer ist die St.-Jacobi-Kirche meist an den Dienstagen zur Besichtigung geöffnet, nach Absprache mit dem Pfarramt sind andere Zeiten möglich. Neben den Gottesdiensten finden jährlich zahlreiche Konzerte in der Jakobikirche statt.

Das älteste Wohnhaus Neustadts ist das 1616 erbaute Pfarrhaus mit seinem Eingangsportal im Renaissancestil und seinem offengelegten fränkischen Fachwerk. Hier wohnte auch der bekannte Erforscher der Sächsischen Schweiz, W. L. Götzinger.

Die katholische St.-Gertrudis-Kirche in der Nähe des Stadtparkes wurde 1927–1928 erbaut.

Gedenkstätten und Sehenswürdigkeiten

  • Gedenktafel aus dem Jahre 1983 im Schlosspark des Ortsteiles Langburkersdorf zur Erinnerung an drei namentlich bekannte sowie zwei unbekannte französische KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch vom KZ-Außenlager Schwarzheide des KZ Sachsenhausen im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden
  • Eine ähnliche Gedenktafel an der Außenmauer des Friedhofs von Neustadt erinnert an weitere sechs von SS-Männern ermordete Häftlinge, Juden und Tschechen: Robert Küffler, Alfred Weinstein, Egon Bellak, Milan Mahra, Franz König und Hans Lustig.
  • Eine weitere Gedenktafel an der Bushaltestelle des Ortsteiles Rugiswalde erinnert ebenfalls an die Schrecken des TodesmarschesEine Sehenswürdigkeit ist die aus Bronze gegossene Ziege auf der Götzingerhöhe. Sie wurde 1969 für die Kindertagesstätte in der Götzingerstraße geschaffen und dort im Garten aufgestellt, wo sie von den Kindern als Klettergerät benutzt wurde. Später wurde sie wegen der Verletzungsgefahr entfernt und fand ihren Platz auf der Götzingerhöhe. Nachdem sie zwischenzeitlich für etwa zehn Jahre vor dem Museum in der Malzgasse gestanden hatte, wurde die Ziege 2008 wieder dort aufgestellt.

Sehenswert ist des Weiteren eine Sandsteinfigur, die an der Ecke Böhmische Straße/ Markt in 4,50 Meter Höhe ein Blumenmädchen darstellt und 1956 von dem Dresdner Bildhauer Albert Braun geschaffen wurde. Die Figur soll an die hier bis 1989 florierende Kunstblumenindustrie erinnern.

An der Fassade des Gebäudes Dresdner Straße 3, dem ehemaligen Schokoladenladen, erinnert ein Relief an die „Pfeng-Pauline“, eine Handelsfrau, die um 1900 eine stadtbekannte Persönlichkeit war. In ihrem Korb hatte sie stets Süßigkeiten, die sie für Pfennigbeträge auf Volksfesten der Umgebung verkaufte. Sie war stets ärmlich gekleidet, mit Holzpantinen und Kopftuch, hinterließ jedoch der Legende nach bei ihrem Tod ein stattliches Vermögen.

Museen

Das Heimatmuseum im alten Malzhaus der ehemaligen Brauerei Schmole informiert über die umliegenden Rittergüter, die Entwicklung der Kunstblumenindustrie und die Stadtgeschichte.

Seit dem 19. Oktober 2007 gibt es im Ortsteil Berthelsdorf die Erlebnisstätte „Hohwald – Gold – Mineralien und Steine“. Dieses Museum entstand im Rahmen des Projektes „Gold in der Oberlausitz – ein Tourismusangebot“. Es ist ein Informationszentrum über Geologie, Geschichte und Gewinnung von Gold, Mineralien und Gestein in der Region.

Anlässlich der Götzinger-Tage zum 250. Geburtstag Wilhelm Leberecht Götzingers vom 5. bis 7. September 2008 wurde ein Gastraum des Berggasthofes Götzingerhöhe als Götzinger-Stube eingerichtet.

Musik

Vocalharmonie neustadt und der Hohwald-Chor sind zwei in Neustadt in Sachsen tätige Chöre.

Wirtschaft und Infrastruktur

Metallindustrie

Bis 1989 war Neustadt ein Zentrum des Landmaschinenbaus. Das nach dem Zweiten Weltkrieg gegründete VEB Kombinat Fortschritt Landmaschinen trug wesentlich zum Wachstum der Stadt bei. Die Einwohnerzahl verdoppelte sich von 1948 bis 1984.

Das Fortschrittwerk, hervorgegangen aus den ehemaligen Heringwerken (Zweigwerk der Hering AG Nürnberg), war zu dieser Zeit der größte Arbeitgeber in der Region. Im Werk Neustadt wurden Ballenpressen und Schwadmäher gefertigt. Zum Kombinat gehörten auch andere Werke, wie in Singwitz, wo Mähdrescher der Reihen E 512 und später E 516 gefertigt wurden, oder Kirschau (Getriebeherstellung). Die Entwicklung und der Musterbau für alle diese Maschinen, die in den typischen Firmenfarben Blau und Weiß weltweit exportiert wurden, befand sich in Neustadt. Ab den 1960er Jahren wurden kleinere Betriebe am Ort wie eine Messerfabrik oder das Emaillierwerk in das Fortschrittwerk eingegliedert.

Kunstblumenindustrie

Es gab kleine Blumenfabriken, die später verstaatlicht und zusammengefasst zum VEB Kunstblume Sebnitz Kunstblumen herstellten. Die Anfertigung der Blumen war häufig Frauenarbeit. Beim „Blumen machen“ oder „Laub auflegen“ wurden die ausgestanzten Blätter auf die Stiele geklebt oder Blüten aus fertig gestanzten Teilen zusammengefügt. Diese Arbeiten erfolgten oft in Heimarbeit, für die Abrechnung bedienten sich die Arbeiterinnen der alten Zählweise mit Gros und Dutzend. Die bei der Heimarbeit eingesetzten teilweise gefährlichen Substanzen wie Klebstoffen oder Glasgrieß gearbeitet wurde, entstanden dabei auch Gefahren speziell für die oft anwesenden Kinder. Das Ausstanzen und andere Arbeiten, die nicht zu Hause erfolgen konnten, erledigten sogenannte Blumenmädchen in den Fabriken. Nach der Wende war dieser Industriezweig der Billigkonkurrenz aus anderen Ländern nicht mehr gewachsen.

Situation seit den 1990er Jahren

Die wirtschaftliche Situation in Neustadt wird von klein- und mittelständischen Unternehmen, dem lokalen Handwerk und Dienstleistern bestimmt.

In der Stadt waren 2013 insgesamt 3734 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte erfasst, davon entfielen 963 auf den Wirtschaftsbereich Bergbau und verarbeitendes Gewerbe. Zu den wichtigsten ansässigen Unternehmen zählen der Ortsverband des Arbeiter-Samariter-Bundes mit über 400 Beschäftigten (2013), die Capron GmbH, die im Gelände des ehemaligen VEB Fortschritt Landmaschinen Kombinat seit 2006 Wohnmobile fertigt (2015: 340 Mitarbeiter) und die Gerodur MPM Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG (2012: 180 Mitarbeiter), einer der führenden Hersteller von Polyethylenrohren in Europa.

Im Ortsteil Berthelsdorf befindet sich die zu den Asklepios Kliniken gehörende Orthopädische Klinik Hohwald. Die Klinik verfügt über 105 Betten und beschäftigte 2012 etwa 240 Mitarbeiter.

Im Ortsteil Polenz ist die Ostsächsische Gummiwerke Polenz GmbH ansässig, die mit ca. 70 Mitarbeitern (2012) technische Formteile aus Gummi sowie Gummi-Metall- und Gummi-Kunststoff-Verbindungen produziert. Die Firma ist seit 2010 Bestandteil der Veritas AG.

Der Automobilzulieferer Veritas AG nahm im Juni 2012 im Ortsteil Langburkersdorf ein neues Zweigwerk in Betrieb. Bis 2015 wurden hier 240 Arbeitsplätze geschaffen.

Die wirtschaftliche Situation Neustadts war bis 2009 von einer vergleichsweise hohen Arbeitslosigkeit bestimmt. Zwischen 2009 und 2011 konnte jedoch der Arbeitslosenbestand im Raum Neustadt/Sebnitz um 28 Prozent reduziert werden. Im Jahresdurchschnitt 2011 wurde hier eine Arbeitslosenquote von 10,5 Prozent registriert.

Verkehr

Umgehungsstraßen

Neustadt verfügt über gut ausgebaute und instandgehaltene Umgehungsstraßen. Die Wohngebiete sind meist durch Ringstraßen erschlossen.

  • Ost-West-Umgehung: Dresden – Löbau / Sebnitz über Dr.-Wilhelm-Kaulisch-Straße
  • Nord-Süd-Umgehung: Bischofswerda – Hohnstein über Bischofswerdaer Straße – Dr.-Wilhelm-Kaulisch-Straße – F.-Mildner-Straße – Berghausstraße

Eisenbahn- und Omnibusverbindungen

Im Jahr 1877 erhielt Neustadt einen Bahnhof und wurde damit an die Eisenbahn angeschlossen. Der Bahnhof liegt an den Nebenstrecken Bautzen–Bad Schandau und Neustadt–Dürrröhrsdorf. Derzeit besteht eine Regionalbahnverbindung nach Pirna und Bad Schandau. Diese Linie wird seit dem 12. Dezember 2010 von der Städtebahn Sachsen betrieben.

Linie Linienverlauf Taktfrequenz
Neustadt in Sachsen – Stolpen – Dürrröhrsdorf-Dittersbach – Pirna Stundentakt (Mo–Fr)
Neustadt in Sachsen – Sebnitz – Bad Schandau Zweistundentakt

Außerdem verbindet eine Regionalbuslinie Neustadt mit Dresden und Sebnitz.

Linie Linienverlauf Taktfrequenz
Neustadt in Sachsen – Stolpen – Rossendorf – Dresden Stundentakt (Mo–Fr) / Zweistundentakt (Sa & So)
Neustadt in Sachsen – Sebnitz Stundentakt (Mo–Fr) / Zweistundentakt (Sa & So)

Bildung

Vorhandene Schulen

  • Allgemeinbildung Grundschule Oberottendorf Friedrich-Schiller-Oberschule Julius-Mißbach-Grundschule Evangelische Grundschule Hohwald Förderschule Neustadt, OT Polenz
  • Allgemein- und sprachliche Bildung Volkshochschule Sächsische Schweiz, Außenstelle Neustadt
  • Berufsvorbereitung und -ausbildung Unterrichts-Studio Pirna (USP) GmbH, Ausbildungsstätte Langburkersdorf Internationaler Bund (IB), Außenstelle Neustadt

Ehemalige Schulen

  • Allgemeinbildung Götzinger Gymnasium Mittelschule Langburkersdorf

Freizeit- und Sportanlagen

  • Sportforum Neustadt
  • Volksbank-Stadion-Neustadt
  • Reiterhof Mariengut
  • Tennisplätze des 1.TC Neustadt
  • Freizeitbad „Mariba Freizeitwelt“ mit Fitnesscenter (Betreiber Mariba Freizeitwelt)
  • Freibadesee Neustadt, Rugiswalder Weg
  • Waldbad Polenz (Betreiber Mariba Freizeitwelt)
  • Grenzlandlichtspiele (Kino)
  • Skilift in Rugiswalde
  • PSV „Schusterhof“ Polenz e. V.
  • Radweg „Rund um Neustadt“, je nach Route zwischen 20 und 35 Kilometer lang.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Wilhelm Michael Schaffrath (1814–1893), Vorsitzender des 1848 gegründeten Vaterlandvereins Neustadt und Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, des Reichstags und des Sächsischen Landtags
  • Günter Mews, Apotheker im Ruhestand; erhielt 2010 die Ehrenbürgerwürde für sein zwanzigjähriges Wirken als Stadtverordneter

Söhne und Töchter der Stadt

  • Friedrich Adolph Struve (1781–1840), Erfinder des künstlichen Mineralwassers, gründete 1818 in Dresden die erste Mineralwasseranstalt
  • Wilhelm Leberecht Götzinger (1758–1818), von 1787 an wirkte er als Diakon, später als Pfarrer an der St.-Jakobi-Kirche. Durch seine Bücher, in denen er die Sächsische Schweiz beschreibt, gilt er als Erschließer dieser Landschaft. Nach ihm ist die „Götzingerhöhe“ benannt.
  • Carl Julius Fritzsche (1808–1871), Pharmazeut und Chemiker.
  • Julius Mißbach (1831–1896), Riemergeselle; später Verleger und Buchhändler; Vater vieler im 19. Jahrhundert gegründeter Vereine; Vorkämpfer für den Eisenbahnbau (sächsische Semmeringbahn) sowie den Bau der Volksschule, des Amtsgerichtes, des Götzinger- und Ungerturmes
  • Karl Hanns Taeger (1856–1937), Kunstmaler und Lehrer an der Kunstakademie Dresden
  • Paul Lehmann (1883–1961), Sozialdemokrat und SED-Mitglied (Parteiausschluss 1955 wegen DDR-Flucht), war 1929–1933 Abgeordneter des Provinzial-Landtags Niederschlesien in Breslau und 1947–1948 Erster Bürgermeister von Wurzen
  • Bruno Dietze – sozialdemokratischer Bürgermeister in den ersten Jahren nach 1945
  • „Pfeng-Pauline“ – Neustädter Original um 1900

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Neustadt in Sachsen

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