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Nersingen
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Stadtplan Nersingen
Gemeinde
Nersingen
Rathausplatz 1
89278 Nersingen

http://www.nersingen.de

Nersingen

160pxAbb. 1 Wappen von Nersingen
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 465 m
PLZ 89278
Vorwahl 07308
Gliederung 6 Gemeindeteile
Website www.nersingen.de
Erster Bürgermeister Erich Winkler (CSU)
Nersingen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Neu-Ulm in Mittelschwaben, Bayern. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Geografie

Geografische Lage

Der Hauptort liegt etwa 10 km ostnordöstlich der Kreisstadt Neu-Ulm weniger als einen Kilometer von der Donau im Norden entfernt, die ungefähr die nördliche Gemeindegrenze bildet; zwei kleinere Gemarkungsstücke von zusammen etwa einem halben Quadratkilometer liegen in der waldreichen Flussaue am Nordufer des Stroms. Der Donau fließen zwei von Süden kommende Nebenflüsse durch die Gemarkung zu, die Leibi nahe der westlichen Gemeindegrenze entlang, die Roth durch ihre Mitte; in derselben Richtung mündet die Biber nach ihrem letzten Laufstück an der Ostgrenze. Daneben gibt es in der Gemeinde einige Wassergräben und mehrere durch Kiesabbau entstandene Baggerseen meist in der oder nahe der Donauaue.

Der niedrigste Punkt der Gemarkung liegt auf etwa am Ausfluss der Donau, die zwei mit wenig über höchsten Stellen liegen auf dem Buchberg an der westlichen und am Hang des Bergholzes an der östlichen Grenze.

Gemeindegliederung

Es gibt 6 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Ortstyp angegeben):

  • Glassenhart (Weiler)
  • Leibi (Kirchdorf)
  • Nersingen (Pfarrdorf)
  • Oberfahlheim (Pfarrdorf)
  • Straß (Pfarrdorf)
  • Unterfahlheim (Kirchdorf)

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt an die Gemeinde Elchingen im Nordwesten und Norden, die Stadt Leipheim im Nordosten, die Gemeinde Bibertal im Osten, den Markt Pfaffenhofen an der Roth im Süden und die Stadt Neu-Ulm im Westen.

Geschichte

Altertum

Frühe Funde um Nersingen wurden vielfach in verlandeten Altarmen der Donau gemacht. Die dort geborgenen Gegenstände sind im Laufe der Jahrtausende aus unterschiedlichen Gründen in den Fluss gekommen. So wurde ein spätbronzezeitliches Vollgriffschwert vom Typ Rixheim bei Nersingen-Leibi geborgen, weitere, aus derselben Fundregion stammende Schwerter gehören zu den urnenfelderzeitlichen Griffzungenschwertern. Zahlreiche Hügelgräber und ein elitäres Wagengrab mit zwei Pferden aus der Hallstattzeit belegen die Besiedelung und weisen auf die Existenz einer Oberschicht hin. Um 40 n. Chr. erbauten die Römer im Zuge der tiberisch-claudischen Donaugrenzsicherung ein Kleinkastell westlich von Nersingen an einer alten Donaufurt. Gleichzeitig wurde entlang der Donau die wetterfeste weiträumige Donausüdstraße bis zum Donaudurchbruch Weltenburger Enge gebaut. Der Name des Ortsteils Straß ist – wie die Bezeichnung Straße – dem lateinischen strata entlehnt. Mit dem Vorverlegen der römischen Reichsgrenze über die Donau nach Norden wurde das Kastell um 80 n. Chr. wieder aufgegeben. Grabbeigaben aus den römischen Friedhöfen in den Ortsteilen Unterfahlheim und Straß sind in Neu-Ulm bei den Archäologiefreunden Neu-Ulm ausgestellt. Der Unterfahlheimer Friedhof deutet durch seine Größe, die Existenz eines Grabmonuments und die gefundenen Grabbeigaben, u. a. vier silberne Schreibstifte, sogenannte stili, auf eine örtliche rätische Oberschicht hin. In Straß stand ein gallo-römischer Umgangstempel.

Neuzeit

1525 kam es an der Grenze zwischen dem heutigen Ortsteil Unterfahlheim und der Stadt Leipheim am Biberhaken zur Schlacht bei Leipheim. Das Heer des Schwäbischen Bundes unter seinem Anführer von Waldburg-Zeil rückte entlang der heutigen B 10 gegen rund 5000 aufständische Bauern des sogenannten Leipheimer Haufens vor, in dem auch aufständische Bauern der Nersinger Gemeinden standen, und schlug diese vernichtend.

Im Dreißigjährigen Krieg litt die Nersinger Bevölkerung unter Einquartierungen, Requirierungen, Plünderungen, Brandschatzung und Gewalttaten durch die Landsknechte ganz besonders, da im protestantischen Ulm eine schwedische Garnison lag, die wiederholt von kaiserlichen katholischen Truppen belagert wurde. Hinzu kam noch die Pest. 1635 lebten in den vier Dörfern Oberfahlheim, Unterfahlheim, Nersingen und Straß nur noch 10 Einwohner, alle anderen waren nach Österreich geflohen, verschleppt worden oder umgekommen. Die Fluren waren verödet.

Zum Auftakt der Schlacht bei Elchingen stürmten und reparierten die napoleonischen Truppen im Jahr 1805 die beschädigte Donaubrücke von Nersingen nach Elchingen und schlugen das österreichische Korps unter General Riesch.

Von 1943 bis 1945 befand sich das das Außenkommando Fischereischule Unterfahlheim des KZ Dachau in einem Fischzuchtbetrieb.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Leibi eingegliedert. Am 1. Mai 1978 kamen Straß, Oberfahlheim und Unterfahlheim hinzu.

Einwohnerentwicklung und -verteilung

Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 8.029 auf 9.512 um 1.483 Einwohner bzw. um 18,5 %.

Jahr Einwohner
1961 5016
1970 6068
1987 7910
1991 8437
1995 8609
2001 9070
2005 9233
2010 9162
2015 9288

Die Einwohner teilen sich wie folgt auf die Ortsteile auf:

Ortsteil Einwohner
Leibi 1998
Nersingen 3290
Oberfahlheim 822
Straß 2675
Unterfahlheim 911
(Stand 31. Dezember 2014 – Angaben mit Haupt- und Nebenwohnsitz)

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 20 Mitglieder zuzüglich des Ersten Bürgermeisters.

CSU SPD Freie Wähler Umweltliste Gesamt
2002 9 6 4 1 20 Sitze
2008 11 5 4 20 Sitze
2014 10 5 5 20 Sitze
2020 9 4 7 20 Sitze
(Stand: Kommunalwahl am 15. März 2020)

Bürgermeister

Seit Juli 2004 ist Erich Winkler (CSU) Erster Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 wurde er ohne Mitbewerber mit 90,2 % der Stimmen für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.

Städtepartnerschaften

Seit dem Jahr 2009 besteht zwischen der Gemeinde Nersingen und der österreichischen Gemeinde Reichenau in Kärnten, nach der Idee von Bürgermeister Winkler, eine Partnerschaft, die bei einem Partnerschaftsfest im Sommer 2009 beurkundet wurde.

Partnerschaft mit dem Gebirgsfernmeldebataillon 210

Die Gemeinde Nersingen unterhielt eine Partnerschaft mit dem in Ulm stationierten Gebirgsfernmeldebataillon 210, das 2014 aufgelöst wurde.

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

  • Bräuhaus Seybold, denkmalgeschütztes Brauereigebäude im Backsteinstil in Nersingen
  • Museum für bildende Kunst in Oberfahlheim
  • St. Johann Baptist Rokokokirche von 1748 mit Ölbergkapelle in Straß
  • St. Dionysius, gotische Kirche in Oberfahlheim
  • Filialkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit, Kapelle erbaut 1754 in Unterfahlheim
  • St. Nikolaus in Nersingen
  • St. Leonhard in Leibi

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

  • Hilti Kunststoff GmbH in Straß
  • MAKA, die Max Mayer Maschinenbau GmbH
  • Tente, Hersteller von Rädern und Rollen

Verkehr

Nersingen liegt an der Bundesautobahn 7, die Bundesstraße 10 führt durch die Gemeindeteile Unterfahlheim, Oberfahlheim und Nersingen. Durch die Gemeinde verläuft die Bahnstrecke Augsburg–Ulm, an der es auf der Gemeindegemarkung früher zwei Bahnhöfe gab. Der dreigleisige Bahnhof Nersingen wird jeweils im Stundentakt durch die Regional-Express-Linie Fugger-Express zwischen Ulm und München sowie durch die Züge der agilis zwischen Ulm und Ingolstadt oder Regensburg bedient. Am Wochenende verkehren die Züge der agilis nur im Zweistundentakt. Der Bahnhof im Ortsteil Unterfahlheim wird nicht mehr bedient. Buslinien verbinden Nersingen mit Ulm, Neu-Ulm, Günzburg und Ichenhausen.

Bildung

Grundschulen gibt es in den Ortsteilen Nersingen, Straß und Oberfahlheim. Im Ortsteil Straß gibt es eine Mittelschule.

Persönlichkeiten

  • Ludwig Baumgartner (1906–1953 für tot erklärt), SS-Obersturmführer
  • Ulrich-Arthur Birk (* 1949), Arbeits- und Sozialrechtler
  • Manfred Enderle (* 1947), Amateur-Mykologe
  • Georg Graf (1906–1977), Jurist und Richter am Bundesgerichtshof

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Nersingen

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