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Stadt Meißen
Markt 1
01662 Meißen

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Meißen

160pxAbb. 1 Wappen von Meißen
Basisdaten
Bundesland Sachsen
Höhe 106 m
PLZ 01662
Vorwahl 03521
Gliederung 12 Stadtteile/Stadtbezirke
Adresse der Verwaltung Markt 1
01662 Meißen
Website www.stadt-meissen.de
Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos)

Meißen (, lateinisch Misena) ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Freistaat Sachsen, hat knapp 28.000 Einwohner und trägt den Status Große Kreisstadt.

International berühmt ist die Stadt Meißen für die Herstellung des Meißner Porzellans, das als erstes europäisches Porzellan seit 1708 hergestellt wird. Der Name der Stadt mit Doppel-s („Meissen“) ist ein eingetragenes Markenzeichen der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen.

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt Meißen – 25 km nordwestlich von Dresden, 75 km östlich von Leipzig und 30 km nördlich von Freiberg – liegt am Ausgang des Elbtalkessels an der Elbe und ihrem Nebenfluss, der Triebisch. Südöstlich von Meißen liegen Coswig und Radebeul. Niedrigster Punkt der Stadt ist der mittlere Wasserspiegel der Elbe bei . Südlich von Meißen liegt das Meißner Hochland, nordwestlich der Stadt die Lommatzscher Pflege.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Coswig, Diera-Zehren, Käbschütztal, Klipphausen, Niederau und Weinböhla im Landkreis Meißen.

Stadtgliederung

  • Altstadt
  • Bohnitzsch
  • Cölln
  • Dobritz mit Buschbad
  • Fischergasse
  • Görnische Vorstadt
  • Hintermauer
  • Klostergut
  • Klostergasse
  • Klosterhäuser
  • Korbitz
  • Kynastsiedlung
  • Lercha
  • Nassau
  • Neudörfchen
  • Niederfähre
  • Niedermeisa
  • Niederspaar
  • Obermeisa
  • Oberspaar
  • Proschwitz
  • Questenberg
  • Rauenthal
  • Rottewitz
  • Siebeneichen
  • Triebischtal
  • Triebischvorstadt
  • Vorbrücke
  • Winkwitz
  • Zaschendorf
  • Zscheila

Geschichte

Unterhalb der um das Jahr 929 von König Heinrich I., dem Burgenbauer, gegründeten Burg „Misnia“ entwickelte sich Meißen aus dem slawischen Dorf Meisa am gleichnamigen Bach zur Marktsiedlung und schließlich Ende des 12. Jahrhunderts zu einer Stadt, deren Stadtrechte für das Jahr 1332 urkundlich bezeugt sind.Wegen der hier residierenden Bischöfe (Bistum Meißen, gegründet 968) war die Stadt für die kulturelle Entwicklung Sachsens von herausragender Bedeutung.

Im Zuge der erst 1539 in Meißen eingeführten Reformation wurden die drei Klöster aufgelöst und im ehemaligen Franziskanerkloster eine Stadtschule eingerichtet. Seit 1543 befindet sich die Fürstenschule im ehemaligen Kloster St. Afra. Wirtschaftlich wurde Meißen lange Zeit durch die Tuchmacherei bestimmt, die durch den Dreißigjährigen Krieg aber nahezu zum Erliegen kam. 1710 wurde unter August dem Starken die Porzellanmanufaktur eröffnet, die neue Impulse setzte.

Bis 1423 existierte die Markgrafschaft Meißen. Bekannte Markgrafen von Meißen waren die Wettiner Konrad der Große, Otto der Reiche, Dietrich der Bedrängte, Heinrich der Erlauchte und Friedrich der Streitbare, der Kurfürst von Sachsen wurde.

Der Meißner Dom und die Albrechtsburg auf dem linkselbischen Burgberg prägen die Silhouette von Meißen. Um 1250 wurde mit dem Bau des Doms begonnen, die beiden markanten Domtürme wurden erst 1909 fertiggestellt, nachdem die Westfront mit ihren beiden ab 1315 gebauten Türmen bereits 1547 durch Blitzschlag zerstört worden war. Ab 1470 wurde unter Arnold von Westfalen die Albrechtsburg als erstes deutsches Schloss errichtet. Zunächst als Residenz der beiden regierenden Fürsten vorgesehen, kam es jedoch nie zu einer solchen Nutzung, sondern sie stand leer. Von 1710 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts diente die Albrechtsburg als Sitz der Meißner Porzellanmanufaktur.

In Meißen kam es in den Jahren 1540 bis 1696 zu Hexenverfolgungen: Elf Personen gerieten in Hexenprozesse, 1620 wurde eine Frau verbrannt.

Die Stadt Meißen gehörte der 1874 eingerichteten Amtshauptmannschaft Meißen an, war dann von 1915 bis 1946 bezirksfei und kam dann zum Landkreis Meißen.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden auch in Meißen politische Gegner des NS-Regimes verfolgt. So wurde der sozialdemokratische Arbeiter Max Dietel als Widerstandskämpfer 1943 in Görden ermordet. Die in der Stadt lebenden jüdischen Familien wurden aus dem Land getrieben oder in Vernichtungslager deportiert. Zu ihnen gehörte das Ehepaar Alex und Else Loewenthal, die in der Elbstraße 8 ein Kaufhaus betrieben hatten und 1942 ermordet wurden. Ihre überlebenden Kinder ließen 1968 eine Gedenktafel für die Eltern anbringen. Der damalige Superintendent von Meißen, Herbert Böhme, wollte verhindern, dass Meißen in den letzten Kriegstagen zur Festung erklärt und mit allen Mitteln verteidigt werden sollte, wurde für seinen mutigen Einspruch bei Gauleiter Mutschmann und dem damaligen Bürgermeister zum Tode verurteilt. Die schnell einmarschierende Rote Armee verhinderte mit ihrem Einmarsch am 7. Mai 1945 die Ausführung des Todesurteils. Der entsprechende Gefängnistrakt im damaligen Landgericht in Dresden wurde später als Gedenkstätte Münchner Platz Dresden eingeweiht.

Das in der Elbstraße 19 befindliche Kaufhaus der Schocken-Kette wurde 1938 arisiert; das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Insgesamt erlitt die Stadt jedoch nur geringe kriegsbedingte Verluste ihrer historischen Bausubstanz. Die Elbbrücke (Altstadtbrücke) sowie die Eisenbahnbrücke wurden allerdings beide am 26. April 1945 durch eine Teilsprengung der Wehrmacht unbrauchbar und einige Häuser in der angrenzenden Elbstraße stark beschädigt.

Für das 2. Parlament der Freien Deutschen Jugend (FDJ) im Jahr 1947 ließ die Stadtverwaltung ein Zeltlager der Kinderlandbewegung an der „Rehbockschänke“ errichten.

Die DDR legte angesichts der stetig steigenden Bevölkerungszahl den Schwerpunkt der Bautätigkeit auf der Schaffung neuer Wohnungen vor allem in den Außenbezirken. Dagegen verfiel die historische Innenstadt zunehmend.

Am 3. Oktober 1990 gründete sich in der Albrechtsburg der Freistaat Sachsen neu. Nach der Wiedervereinigung wurde besonders das Stadtzentrum umfassend saniert.

Das Elbe-Nebenflüsschen Triebisch beschädigte Teile der historischen Innenstadt im August 2002 durch Hochwasser schwer. In der Nacht zum 13. August überflutete sie ihr Tal und die Altstadt. Vier Tage später erreichte der Pegel des Elbhochwassers seinen höchsten Stand, sodass Altstadt und weitere Stadtteile teilweise bis zu drei Meter in den Fluten versanken. In Dresden lag der Pegel mit 9,40 Meter fast 8 Meter über dem Normalpegel dieser Jahreszeit. Kino, Theater, der Heinrichsbrunnen und weitere Sehenswürdigkeiten Meißens standen zeitweilig unter Wasser. Der erhöht liegende Marktplatz mit der Frauenkirche und dem Rathaus blieb hingegen verschont.

Im Juni 2013 traf ein weiteres Hochwasser die Stadt Meißen. Am 6. Juni zeigte der Pegel in Dresden einen Wert von 8,76 m, 64 cm unter dem Niveau von 2002. Teile der Meißner Altstadt wurden wieder überflutet, darunter das Theater, das Kino, der Heinrichsplatz, die Neugasse, die Gerbergasse, der Neumarkt und das Buschbad, da das Hochwasser die neu erbauten Flutmauern am Elbufer überstieg.

In der Nacht zum 29. Juni 2015 kam es zu einem Brandanschlag auf eine geplante, noch unbewohnte Asylbewerberunterkunft. Nach der Tat erhielt der Besitzer der Immobilie Morddrohungen. Die Täter sind laut Polizei in der rechten Szene zu vermuten.

Eingemeindungen

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Bohnitzsch (mit Nassau)
Cölln
Dobritz (mit Buschbad)
Fischergasse Zusammenschluss mit Hintermauer, Niedermeisa und Obermeisa zu Meisatal
Hintermauer Zusammenschluss mit Fischergasse, Niedermeisa und Obermeisa zu Meisatal
Klosterhäuser
Korbitz
Lercha
Meisatal
Neudörfchen
Niederfähre Zusammenschluss mit Vorbrücke zu Niederfähre-Vorbrücke
Niederfähre-Vorbrücke Eingemeindung nach Cölln
Niedermeisa Zusammenschluss mit Fischergasse, Hintermauer und Obermeisa zu Meisatal
Niederspaar
Obermeisa Zusammenschluss mit Fischergasse, Hintermauer und Niedermeisa zu Meisatal
Oberspaar
Proschwitz Eingemeindung nach Winkwitz
Siebeneichen Umgemeindung von Bockwen
Vorbrücke Zusammenschluss mit Niederfähre zu Niederfähre-Vorbrücke
Winkwitz
Zaschendorf
Zscheila

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl ab 1834:

; 1834 bis 1960

  • 1834: 7.738
  • 1875: 13.002
  • 1880: 14.166
  • 1885: 15.474
  • 1933: 46.992
  • 1939: 48.342
  • 1946: 48.348 1)
  • 1950: 49.455 2)
  • 1960: 48.289
; 1970 bis 2001
  • 1970: 45.175
  • 1981: 39.276
  • 1984: 38.214
  • 1995: 32.200
  • 1997: 30.486
  • 1998: 30.038
  • 1999: 29.604
  • 2000: 29.398
  • 2001: 28.982
; 2002 bis 2010
  • 2002: 28.780
  • 2003: 28.640
  • 2004: 28.543
  • 2005: 28.435
  • 2006: 28.081 3)
  • 2007: 27.856
  • 2008: 27.736
  • 2009: 27.693
  • 2010: 27.545
; 2011 bis 2013
  • 2011: 27.112
  • 2012: 27.098
  • 2013: 27.135
Datenquelle ab 1994: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsens
1) 29. Oktober
2) 31. August
3) 30. November

Dialekt und Sprachgebrauch

In Meißen wird eine spezielle Form des sächsischen Dialektes gesprochen: das Südostmeißnische, einer der fünf meißnischen Dialekte.

Freiwillige Feuerwehr

Die Feuerwehr Meißen ist eine Freiwillige Feuerwehr und wurde 1841 auf eine entsprechende Anwerbung von Personal durch den Stadtrat Meißens gegründet. Als im Juli 1841 die erste Mannschaft verpflichtet wurde, war diese bereits 132 Mann stark. Zuvor bestand in Meißen seit dem Mittelalter ein organisiertes Löschwesen. Die Stadt stattete die Männer mit einfachen Feuerlöschgeräten aus und verpflichtete die Löschtrupps zur Hilfeleistung bei Bränden. Obwohl per Gesetz jeder Bürger zur Hilfeleistung bei Bränden verpflichtet war, wurde ab 1475 das Mitwirken bei der Brandbekämpfung mit finanziellen Anreizen verbunden. Ein Widersetzen führte zu Haftstrafen oder dem Stadtbann. Im Jahr 1570 erließ die Stadtverwaltung die erste offizielle Feuerordnung.

1794 wurde in Anbetracht der beginnenden Industrialisierung die Löschordnung Meißens überarbeitet, sodass sie sich nun auch mit Fragen des Brandschutzes, zusätzlich zu den Rechten und Pflichten der Bürger bei und nach einem Brand beschäftigte.

Die Freiwillige Feuerwehr Meißen zählt 44 ehrenamtlich aktive Mitglieder (Stand 2016). Die Fahrzeuge sind auf die zwei Ausrückestandorte Wache Teichmühle in Meißen-Cölln und Wache Rote Schule in der Altstadt verteilt.

Politik

Oberbürgermeister

Oberbürgermeister ist seit 2004 Olaf Raschke, der am 19. September 2004 gewählt wurde und am 18. September 2011 mit 81,1 % wiedergewählt wurde.

Stadtrat

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 42,7 Prozent (vorherige Wahl: 40,4) zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste 2014 2009
Stimmenanteil Sitze Stimmenanteil Sitze
CDU 24,1 % 7 25,9 % 7
U.L.M1 22,2 % 6 21,0 % 6
Linke 19,0 % 5 20,6 % 6
FDP 6,0 % 1 9,4 % 2
FBBM2 10,5 % 3 9,0 % 2
SPD 6,7 % 2 7,3 % 2
Grüne 4,3 % 1
pro Deutschland 4,6 % 1
Piraten 2,7 % 0
NPD 4,1 % 1
1 Unabhängige Liste Meißen         2 Freie Bürger-Bewegung Meißen

In Meißen unterhält die SPD-Bundestagsabgeordnete Susann Rüthrich ein Bürgerbüro.

Wappen

Blasonierung: Das Wappen der Stadt Meißen zeigt im Wappenschild in Gold rechts einen über Eck stehenden gezinnten, vierfenstrigen und mit Tor versehenen roten Turm mit Spitzdach und Knauf, links einen nach rechts hingewendeten rotbewehrten schwarzen Löwen mit rotausschlagender Zunge, welcher den Turm mit seinen Vorderpranken berührt. Im Oberwappen einen Stechhelm mit silber-roter Helmdecke und den Rumpf eines bärtigen Mannes mit spitziger, pfauenfedernbesteckter Mütze.

Die Verwaltung der Stadt Meißen verwendet für ihre Zwecke ein vereinfachtes Wappen, das nur den Wappenschild enthält (siehe Wappen in der Infobox).

Der sogenannte Meißner Löwe ist der Löwe der einstigen Markgrafen von Meißen, welche die Stadt seit vielen Jahrhunderten regierten und ihn ab dem im 12. Jahrhundert verliehenen Stadtrecht verwendeten. Der rote Turm symbolisiert vermutlich die durch Mauer und Türme verteidigungsfähige Stadt. Das älteste Siegel der Stadt zeigt einen wehrfähigen, Schwert tragenden Bürger, der die Wappen der Mark- und Burggrafen von Meißen trägt. Er steht vor einer symbolisierten Kathedralfassade. So sind die drei Grundherrschaften der Stadt, zu denen auch der Bischof von Meißen zählt, vergegenwärtigt. Das obige kleine Wappen erscheint zunächst in Siegeln des frühen 16. Jahrhunderts und hat sich seither kaum verändert.

Städtepartnerschaft

Meißen ist mit insgesamt sechs Städten weltweit verbunden. Diese sind

  • Vitry-sur-Seine, Frankreich, seit 1964
  • Arita-chō in Japan
  • Fellbach bei Stuttgart
  • Korfu in Griechenland
  • Leitmeritz in Tschechien
  • Provo im Bundesstaat Utah, USA, seit 2001

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Profanbauten

  • Albrechtsburg
  • Bahnhof Meißen
  • Bahnhofsgebäude Meißen Triebischtal
  • Porzellan-Manufaktur (Meißner Porzellan), alte Werkstätten und eine Schauwerkstatt in dem Neubau Meissen ART
  • Altstadt mit spätgotischem Rathaus und Bürgerhäusern aus der Zeit der Gotik, Renaissance und des Barock
  • Stadttheater, hervorgegangen aus dem ehemaligen Gewandhaus auf dem alten Jahrmarkt
  • Schloss Siebeneichen
  • Domherrenhof, seit dem 12. Jahrhundert Teil der Stadtmauer, bis 2008 Sitz des Kreistages
  • Feierhalle des Krematoriums Meißen. An der Fassade eine Pieta von Professor Emil Paul Börner nebst Phönix-Medaillon
  • Nachbildung der kursächsischen Postmeilensäule vom ehem. Elbtor auf dem Brückenkopf der Altstadtbrücke im Stadtteil Cölln (Originalwappenstück in der Postmeilensäule Berggießhübel)

Sakralbauten

  • Meißner Dom
  • Frauenkirche
  • Kirche St. Afra
  • Nikolaikirche im Triebischtal, um 1220 erstmals erwähnt, 1923–1929 zur Kriegergedächtniskirche umgestaltet
  • Martinskapelle auf dem Plossen
  • Jakobskapelle, Leipziger Straße, spätgotische Kapelle
  • katholische St.-Benno-Kirche im neugotischen Stil, geweiht 1887, durch Brandanschlag (2000) und Flut (2002) geschädigt, Erneuerung abgeschlossen im Oktober 2003
  • evangelische Lutherkirche im Triebischtal, im neugotischen Stil, geweiht 1904
  • Wolfgangskirche, spätgotischer Kirchenbau an der Jahnastraße im Meisatal, erbaut ab 1471
  • ehemalige Franziskanerklosterkirche (Stadtmuseum Meißen)
  • evangelische Johanneskirche, 1895–1898 nach Entwurf von Theodor Quentin, Fresko Der Triumph des Kreuzes im Weltgericht von Sascha Schneider, Ausstattung teilweise in Keramik (Altar von der Sächsischen Ofenfabrik, Kanzel von der Ofen- und Porzellanfabrik Ernst Teichert – für beide vergleiche Ernst Teichert)
  • Urbankirche, Nebenkirche der Johanneskirche auf dem Alten Johanneskirchhof an der Dresdner Straße
  • Trinitatiskirche
  • Kapelle auf dem ursprünglichen Gebäudekomplex der Huttenburg, Huttenburgweg, Kapelle im neugotischen Stil
  • Ruine des Klosters Heilig Kreuz, seit dem Ende des 20. Jahrhunderts Meißner Hahnemann-Zentrum
  • Begräbniskapelle auf dem neuen Stadtfriedhof an der Nossener Straße, Weihe 1875

Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus

  • Denkmal des Bildhauers Werner Hempel von 1958 an der Kerstingstraße/Käthe-Kollwitz-Park zur Erinnerung an 26 Meißner Bürger, die in der NS-Diktatur aus unterschiedlichen Gründen verfolgt und ermordet wurden, sowie an 224 Personen aus mehreren Ländern, die während des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Ehrenmal und Grabstätten auf dem Soldatenfriedhof Meißen-Bohnitzsch für sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter sowie weitere Kriegsgräber von gefallenen deutschen Soldaten
  • Ehrenmal auf der Südseite des Neuen Johannesfriedhofs in Meißen-Zaschendorf für 63 umgekommene Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion, Polen und Italien
  • Gedenkstein an der Nikolaikirche Hirschbergstraße/Ecke Neumarkt für alle Opfer von Diktatur und Gewalt. Den Opfern des Zweiten Weltkriegs ist auch ein Altartuch dieser Kirche gewidmet, angefertigt von Klaus Urbach
  • Gedenktafel an der Mauer vom Stadtfriedhof (Krematorium) an der Nossener Straße für 16 kriegsgefangene Zwangsarbeiter aus Frankreich, Italien, Polen und der Sowjetunion. Sie wurden an dieser Mauer, im März und April 1945, noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, im Auftrag des nationalsozialistischen Staates widerrechtlich erschossen.
  • Skulptur im Verwaltungsgebäude der Meißen Keramik GmbH, zur Erinnerung an den ermordeten Widerstandskämpfer Max Dietel; das Gebäude trug zu DDR-Zeiten seinen Namen.

Naturdenkmäler

  • Götterfelsen
  • Spaargebirge mit den Aussichtspunkten Deutsche Bosel und Juchhöh

Regelmäßige Veranstaltungen

Im Frühjahr gibt es das Kunstfest Meißen Cölln (rechtselbig), einen Töpfer- und Grafikermarkt sowie das Literaturfest. Vor Beginn der Sommerferien laden die Kultureinrichtungen zur Langen Nacht.

Zwischen 2009 und 2012 fand jährlich im August der Meißner City Downhill statt, bei dem auch eine Anzahl überregionaler Radsportler teilnahm.

An einem Wochenende Ende September findet das Weinfest statt, das einem Stadtfest gleicht und seinen Höhepunkt im Umzug am Sonntag findet.

Mit Beginn der Adventszeit öffnet die Meißner Weihnacht ihre Tore und lädt bis zum 24. Dezember mit einem breiten Kulturangebot und einem Weihnachtsmarkt Groß und Klein ein. Gleichzeitig verwandeln sich die 24 Fenster des Meißner Rathauses in Adventskalendertürchen. Verbunden damit ist eine Tombola für gemeinnützige Zwecke.

Für Motorsport-Freunde gibt es jährlich Motorrad-Speedwayrennen im Speedway-Stadion des MC Meissen.

Tierpark

Am Fuß von Schloss Siebeneichen befindet sich der Heimattierpark Siebeneichen. Der Bergtierpark beherbergt über 400 Tiere in 85 verschiedenen Arten. Gehalten werden viele Haus- und Heimtierarten, aber auch ungewöhnlichere Tiere wie Polarfüchse und verschiedene Streifenhörnchen.

Kulinarische Spezialitäten

Das Weinanbaugebiet um Meißen gilt als das nordöstlichste Weinanbaugebiet Europas. Es bringt besonders bei Kennern geschätzte trockene Weine hervor.

Die Meißner Fummel ist ein aufgeblasenes und sehr zerbrechliches Gebäck. Dies wurde angeblich erfunden, um einen der Trunkenheit zugetanen Boten des sächsischen Königs zu erziehen: Dieser musste die Fummel nach der Reise unversehrt vorweisen, was bei den damaligen Straßenverhältnissen im trunkenen Zustand unmöglich war.

Die Gegend um Meißen ist ein Obstanbaugebiet, in dem sich noch einige ältere Apfelsorten, wie der Borsdorfer Apfel, finden.

Wirtschaft

Das wohl bekannteste Unternehmen Meißens ist die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH, die handgefertigtes und kostbares Meißner Porzellan herstellt. Es erzielt traditionell hohe Marktpreise.Folgende Unternehmen sind u. a. in Meißen ansässig:

  • Elblandklinikum Meißen
  • Weingut Vincenz Richter
  • UKM Meissen, ehemals Kfz Zubehörwerk Meißen
  • Bienenwirtschaft Meissen
  • Meißner Schwerter Privatbrauerei
  • Silgan Metal Packaging Meißen GmbH (ehem. Vogel & Noot), ein Hersteller für Konservendosen, Kronkorken und Stollenkästen
  • Balzer Kabelwerk Meißen, ehemals eine Filiale des VEB Kabelwerks Oberspree Berlin
  • Verkehrsgesellschaft Meißen mbH
  • Meißen Keramik GmbH (ehem. VEB Plattenwerke „Max Dietel“ Meißen)
  • Bidtelia Meißen GmbH
  • Meißener Stadtwerke GmbH (MSW)
  • Duravit Sanitärporzellan Meißen GmbHferner die Medien
  • tvM – Meißen Fernsehen
  • Sächsische Zeitung, Lokalredaktion Meißen

Gesundheitswesen

Die Geschichte des Elblandklinikums Meißen geht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. In Meißen wurde bereits 1863 ein „Arbeits- und Versorgehaus“ erbaut. Aus der dort befindlichen Krankenstube für akut erkrankte Insassen entstand das Krankenhaus in der Hospitalstraße mit angeschlossener Poliklinik. Dazu gehörte auch das Stadtkrankenhaus an der Zscheilaer Straße, die Frauenklinik am Ratsweinberg und die Außenstelle Domprobstberg. 1998 wurden diese Standorte vom Krankenhausneubau am Nassauweg in Meißen-Bohnitzsch abgelöst. Seit 1992 gehört zum Meißner Krankenhaus eine Medizinische Berufsfachschule. Im Jahr 2002 schloss sich Meißen mit dem Kreiskrankenhaus Radebeul zu den Elblandkliniken Meißen-Radebeul zusammen. Beide Häuser sind seit 2008 Teil der kommunalen Klinikengruppe Elblandkliniken.

Das Elblandklinikum Meißen verfügt über 350 vollstationäre Betten.

Infrastruktur

Verkehr

Meißen liegt an der Hauptbahnstrecke Borsdorf–Coswig, an der die Bahnhöfe Meißen Hauptbahnhof, Meißen Altstadt und Meißen-Triebischtal liegen. Meißen-Triebischtal ist der Endpunkt der Dresdner S-Bahn-Linie S1, welche im Halbstundentakt die Relation Meißen-Triebischtal–Dresden–Schöna bedient. In der Gegenrichtung bestanden Direktverbindungen nach Leipzig über Döbeln. Am 12. Dezember 2015 endete der fahrplanmäßige Nahverkehr auf dem Abschnitt Meißen Triebischtal–Döbeln. Bis 1966 fuhren Schmalspurbahnen nach Wilsdruff und Lommatzsch.

Meißen ist über die Elbe durch die Sächsische Dampfschiffahrt unter anderem mit Dresden verbunden. Die B 6 und B 101 führen durch Meißen.

Im Jahr 1899 wurde in der Stadt die elektrische Straßenbahn Meißen eröffnet, die bis 2. März 1936 Personen und bis 2. Januar 1968 Güter beförderte. Im 21. Jahrhundert wird der regionale Busverkehr durch die Verkehrsgesellschaft Meißen organisiert, die ein Teil des Verkehrsverbundes Oberelbe ist.

Durch die Stadt verläuft an beiden Elbufern der Elberadweg.

Brücken und Tunnel

In Meißen gibt es drei Elbquerungen. Das sind eine kombinierte Eisenbahn- und Fußgängerbrücke, erbaut 1866, die Altstadtbrücke und die Elbtalbrücke (B 101). Seit 2007 führt die B 101 nach Nossen durch den 720 Meter langen Schottenbergtunnel, der sich direkt an die Elbtalbrücke anschließt.Am 31. Dezember 1885 „Schlag 10 Uhr“ entfiel auch in Meißen, wie im gesamten Königreich Sachsen, der bis dahin noch obligatorische Brückenzoll. Ein armer Mann mit Schiebebock und Besen, musste das letzte Brückengeld mit 3 Pfennigen entrichten., schrieb das Meissner Tageblatt am 1. Januar 1886. Die Altstadtbrücke hatte bis 1866 hölzerne Bögen. Im Juni desselben Jahres wurde sie wegen des Einmarschs der Preußen von der sächsischen Armee gesprengt (Deutscher Krieg). Bei der Wiederherstellung kamen eiserne Joche zur Anwendung.

Den Wasserlauf der Triebisch kann man auf der linkselbischen Seite auf zahlreichen Brücken queren. Einige Brücken sind dabei nur für Fußgänger und Radfahrer bestimmt. Weiterhin gibt es noch Brücken und Stege, welche über den heute größtenteils stillgelegten und verfüllten Mühlgraben führen.

Bildung

  • Fachhochschule der Sächsischen Verwaltung (nutzt Gebäude der ehemaligen Ingenieurschule für Kraft- und Arbeitsmaschinenbau)
  • Sächsisches Landesgymnasium Sankt Afra (ehemalige fürstliche Landesschule, heute Hochbegabtenförderung)
  • Gymnasium Franziskaneum Meißen
  • Berufsschulzentrum Meißen
  • Bildungszentrum der Bundesagentur für Arbeit
  • Freie Werkschule Meißen
  • Triebischtal Oberschule Meißen, Hauptgebäude 1877 erbaut
  • Musikschule des Landkreises Meißen
  • Pestalozzi-Oberschule Meißen
  • Schule zur Lernförderung Kalkberg Meißen
  • Volkshochschule Meißen

Persönlichkeiten

Zu den bekanntesten Söhnen der Stadt Meißen gehört Samuel Hahnemann, Begründer der Homöopathie. Als Musikgruppe wurde die Stern-Combo Meißen bekannt.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Meißen

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