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Coswig (Sachsen)
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Stadtplan Coswig
Stadtverwaltung Coswig
Der Bürgermeister
Karrasstr. 2
1640 Coswig

http://www.coswig.de

Coswig (Sachsen)

160pxAbb. 1 Wappen von Coswig (Sachsen)
Basisdaten
Bundesland Sachsen
Höhe 118 m
PLZ 01640
Vorwahl 03523
Gliederung 5 Stadtteile/Stadtbezirke
Adresse der Verwaltung Karrasstraße 2
01640 Coswig
Website www.coswig.de
Oberbürgermeister Thomas Schubert (parteilos)

Coswig (auch Coswig bei Dresden) ist eine Große Kreisstadt im sächsischen Landkreis Meißen. Sie liegt an der Elbe, nordwestlich von Dresden und ist mit selbigem über Radebeul nahtlos zusammengewachsen. Der Name wird vom altsorbischen Wort kos – Amsel – abgeleitet, Kosovik bedeutet danach Amselgegend.

Geographie

Coswig liegt im dicht besiedelten Elbtal zwischen Meißen im Nordwesten und Radebeul bzw. Dresden im Südosten.

Angrenzende Gemeinden im Landkreis Meißen sind Klipphausen, die Stadt Meißen, Moritzburg, die Stadt Radebeul und Weinböhla.

Stadtgliederung

Zu Coswig gehören neben der Kernstadt die Ortsteile Kötitz (an der Elbe gelegen), Neucoswig (im Norden in Richtung Friedewald), Brockwitz (mit Ortsteil Clieben), Sörnewitz und Neusörnewitz (alle westlich von Coswig-Mitte).

Geschichte

Coswig war ursprünglich ein Kirchdorf, in dem im 15. Jahrhundert Weinbau betrieben wurde. Nach dem Anschluss an die Leipzig-Dresdner Eisenbahn 1839 wuchs der Ort zunehmend, so dass er genau 100 Jahre später zur Stadt erklärt wurde.

Bereits 1013 erfährt Brockwitz erstmals Erwähnung in einer Übereignungsurkunde König Heinrichs II. an das Domstift zu Meißen, als „Brochotinacethla“.

Im Jahr 1203 wird Kötitz im Zusammenhang einer Schenkung des Markgrafen Dietrich an das Kloster Altzella unter der Bezeichnung „villa Chottenwiz“ erstmals erwähnt.

Sörnewitz wurde 1205 als Mühlenort „Villa Sornuitz“ erstmals urkundlich erwähnt. Im September 2005 feierte das Dorf sein 800-jähriges Bestehen.

1350 ist die erste nachweisliche Erwähnung Coswigs als „Koczwicz“ im Lehnbuch Friedrich des Strengen zu finden.

Nach 1556 fiel das Dorf Kreyern wüst, dessen Flur heute zu Coswig gehört.

Am Beginn der Zeit des Nationalsozialismus im April 1933 wurden 70 bis 80 Mitglieder von Arbeiterorganisationen in der Schulturnhalle interniert und misshandelt, von denen 20 in Haftanstalten nach Dresden überführt wurden.

Auch Coswig mit seinen Stadtteilen Kötitz, Brockwitz und Sörnewitz wurde im August 2002 von der Jahrhundertflut der Elbe überrascht. Bereits das Elbhochwasser 1845 hatte weite Teile des Stadtgebiets überflutet.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

In den Jahren 2016 bis 2017 wurde Coswig von einer verheerenden Brandserie heimgesucht, bei welcher Schäden im zweistelligen Millionenbereich entstanden sind. Nach der Bildung einer Sonderkommission durch die Polizeidirektion Dresden konnte im Herbst 2017 ein mutmaßlicher Täter, dem mindestens einer der acht Brände zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, gefasst und angeklagt werden.

Industriegeschichte

Um 1884 gründete Emil Nacke die Strohstoff-Fabrik Tännicht, die 1885 Bestandteil der Vereinigte Strohstoff-Fabriken AG wurde. Nacke gilt aber auch als erster sächsischer Automobilbauer (noch vor August Horch). Er entwickelte Feuerwehrfahrzeuge, Omnibusse und Personenkraftwagen unter der Marke Coswiga. Ein Automobil mit Phaeton-Aufbau wurde als Staatskarosse an einen Prinzen in Äthiopien geliefert.

Von Brockwitz aus nahm 1898 die Entwicklung der Dresdner Schnellpressenfabrik ihren Anfang. Zu DDR-zeiten gehörte dieses Unternehmen zum VEB Planeta (Erfinder des Planetengetriebes, der Wendungstrommel für beidseitigen Druck in einem Durchgang und der Aggregatbauweise von Druckmaschinen), einem Zweigwerk der grafischen Großbetriebe in Leipzig an. Nach der Wende erfolgte die Übernahme durch Koenig & Bauer, den ältesten Druckmaschinenhersteller der Welt. Heute ist es der Stammbetrieb für die Produktion von Bogenoffset-Druckmaschinen des Konzerns. KBA ist nach Heidelberg der zweitgrößte Druckmaschinenhersteller.

Eingemeindungen

Neucoswig (auch Weinberggemeinde) wurde am 1. April 1920 mit damals 1150 Einwohnern eingemeindet.Am 1. April 1935 kam das Dorf Kötitz mit damals 2.096 Einwohnern als Stadtteil hinzu. Die Dörfer Brockwitz und Sörnewitz wurden am 1. Juli 1950 im Rahmen einer Verwaltungsreform der Stadt Coswig angeschlossen, sind vom städtebaulichen Charakter aber heute noch selbstständige Dörfer.

Bevölkerungsentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

  • 1834 – 399
  • 1933 – 8.245
  • 1939 – 9.858
  • 1946 – 11.705 1
  • 1950 – 17.401 2
  • 1960 – 17.649
  • 1981 – 28.795
  • 1984 – 28.310
  • 1995 – 24.955
  • 1997 – 25.260
  • 1998 – 25.040
  • 1999 – 24.673
  • 2000 – 24.035
  • 2001 – 23.435
  • 2004 – 22.449
  • 2007 – 22.057
  • 2009 – 21.600
  • 2010 – 20.977
  • 2012 – 20.629
  • 2013 – 20.560
  • 2015 – 20.831
  • 2016 – 20.841
  • 2017 – 20.899
  • 2018 – 20.817
Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen
1 29. Oktober
2 31. August

Im Jahr 2015 konnte die Stadt erstmals seit 1997 wieder ein leichtes Bevölkerungswachstum verzeichnen. Dieses betrug etwa 1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2013.

Politik

Stadtrat

Der Stadtrat der Stadt Coswig setzt sich in der Wahlperiode 2019–2024 aus 26 Ratsmitgliedern zusammen; die Sitzverteilung zeigt das nebenstehende Diagramm.

Bürgermeister

Seit dem 1. Januar 2020 bekleidet Thomas Schubert (parteilos) das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Coswig.

Seine Vorgänger im Amt waren von 1990 bis 2008 Michael Reichenbach (CDU) und von 2008 bis 2019 Frank Neupold (parteilos).

Vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister war Thomas Schubert bereits seit Oktober 2007 als Bürgermeister im Rathaus Coswig tätig. Am 3. November 2019 fand die Wahl zum Oberbürgermeister statt. Es kandidierten Thomas Schubert sowie David Steinmann als Kandidat der AfD. Dabei erreichte Thomas Schubert bei einer Wahlbeteiligung von 52,8 % laut amtlichen Endergebnis 77,4 % der Wählerstimmen. Mit seiner Wahl zum Oberbürgermeister wird die Bürgermeisterstelle vakant und muss im Jahr 2020 neu besetzt werden.

Wappen

Das Wappen ist dem früheren Gemeindesiegel entnommen, das seit 1899 nachweisbar ist. Das Stadtwappen wird wie folgt beschrieben: „In Blau schwebend eine goldene Weintraube mit grünem Weinblatt an der linken Seite am braunen gestümmelten Reis, zwischen zwei aus natürlichem grünen Rasen und natürlichem blauen Wasser aufwachsenden goldenen Getreideähren.“ Neben der Weintradition versinnbildlicht das Wappen auch den einstigen Anbau von Brau-Gerste. Das Wasser symbolisiert die Elbe, an deren Ufer die Stadt erbaut wurde.

Städtepartnerschaften

Coswig unterhält seit 1990 eine Städtepartnerschaft mit Ravensburg und seit 1995 mit dem tschechischen Ort Lovosice nad Labem (deutsch Lobositz).

Finanzen

Coswig ist seit dem 30. Dezember 2019 schuldenfrei und gehört somit zu den wenigen Gemeinden im Freistaat Sachsen, welche eine Pro-Kopf-Verschuldung von 0 Euro aufweisen können (Landesdurchschnitt: 557 EUR je Einwohner). Im Jahr 2004 lag die Verschuldung noch bei knapp 22,5 Mio. Euro.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Alte Kirche (errichtet 1497, damit Coswigs ältestes erhaltenes Gebäude, größere Umbauten 1611/12, ~1740)
  • Barockkirche Brockwitz
  • Peter-Pauls-Kirche (Neo-Renaissance, Architekt Woldemar Kandler, geweiht 1903)
  • Katholische Kirche „Heilig Kreuz“ (Architekt Hermann Korneli, Berlin, geweiht 20. November 1994)
  • Herrensitz „Rote Presse“
  • Karrasburg
  • Villa Teresa (1891–1895 Wohnsitz des Komponisten Eugen d’Albert und seiner Frau, der Pianistin Teresa Carreño)

Natur und Landschaft

Coswig liegt am nordwestlichen Ausgang der Dresdner Elbtalweitung. Westlich von Coswig, neben dem Ortsteil Sörnewitz, liegt das Spaargebirge mit dem Aussichtspunkt an der Boselspitze.

  • Friedewald
  • Hoher Stein (Aussichtspunkt im Friedewald)
  • Boselspitze (Aussichtspunkt im Spaargebirge)
  • Lockwitzbach
  • Verlorenes Wasser

Gedenkstätten

  • Gedenkstätte für die Opfer des Ersten Weltkrieges vor der Alten Kirche am Ravensburger Platz
  • Gedenkstein in der Dresdner Straße/Ecke Bahnhofstraße an die Opfer des Faschismus
  • Gedenkstein an der Dresdner Straße 207 im Ortsteil Brockwitz an Opfer des NS-Terrors
  • Gedenkstein am Geschwister Scholl Platz im Ortsteil Neucoswig an die Geschwister Scholl
  • Denkmal von 1975 an der Kötitzer Straße im Ortsteil Kötitz zur Erinnerung an den Bergsteiger und Widerstandskämpfer Kurt Schlosser

Vereine

  • Coswiger Kanuverein e.V.
  • SV Elbland Coswig-Meißen
  • Coswiger FV
  • TuS Coswig 1920
  • SV Stahl Coswig
  • BSV Coswig
  • Coswiger Angelfreunde e. V.
  • SV Motor Sörnewitz e. V.
  • Coswiger Karneval Club e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Bahnhof Coswig (b Dresden) liegt an den Bahnstrecken Berlin–Dresden und Leipzig–Dresden. Von Letzterer zweigt im Stadtgebiet die Bahnstrecke Borsdorf–Coswig ab, die über Meißen-Triebischtal verläuft. Coswig ist außerdem als Endpunkt der S-Bahn-Strecke Pirna–Coswig vorgesehen.

Durch Coswig verläuft die Straßenbahnlinie 4 der Dresdner Verkehrsbetriebe, die sechs Haltestellen in der Stadt betreiben. Die Fahrtzeit von Coswig ins Dresdner Stadtzentrum beträgt mit der Straßenbahn rund 45 Minuten.

Eine Elbbrücke gibt es in Coswig nicht. Die nächsten Straßenbrücken sind die Alte Elbebrücke Meißen elbabwärts sowie die im Jahr 2012 fertiggestellte Elbbrücke zwischen Radebeul-Naundorf und Dresden-Niederwartha elbaufwärts.

Im Ortsteil Kötitz existiert eine Fährverbindung über die Elbe nach Gauernitz. Betreiber der Fähre ist die Verkehrsgesellschaft Meißen. Die Fähre verkehrt zu einem festen Fahrplan und kann Fußgänger, Radfahrer und motorisierte Zweiräder transportieren.

Bundesstraßen verlaufen nicht durch Coswiger Stadtgebiet, jedoch zwei Staatsstraßen. Die sächsische Staatsstraße 82 führt unter der Bezeichnung Dresdner Straße von Meißen kommend durch Sörnewitz und Brockwitz nach Coswig und weiter bis zur Radebeuler Stadtgrenze, wo sie in die Meißner Straße übergeht. Von ihr zweigt in der Nähe des Bahnhofs die S 84 ab, die zunächst als Hauptstraße durch das Stadtzentrum und danach als Weinböhlaer Straße in die nördliche Nachbargemeinde führt, wo sie in die Dresdner Straße übergeht. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist derzeit Dresden-Neustadt an der Bundesautobahn 4 im Dresdner Stadtteil Kaditz

Gesundheitswesen

Das Fachkrankenhaus Coswig ist ein Zentrum für Pneumologie, Allergologie, Beatmungsmedizin sowie Thorax- und Gefäßchirurgie mit den Recura-Kliniken als Träger. Es ist als akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Dresden in die Ausbildung der Studenten einbezogen. Der Chefarzt der Abteilung Innere Medizin / Pneumologie hat gleichzeitig eine Professur für Innere Medizin / Pneumologie am Universitätsklinikum Dresden inne. 2013 wurde die Klinik von der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie als Thoraxzentrum zertifiziert.

Bildung

Coswig verfügt über insgesamt drei Grundschulen, zwei Oberschulen, ein Gymnasium sowie eine evangelische Schule, an der auf Primar- und Sekundarstufenniveau unterrichtet wird.Das Förderzentrum Coswig "Peter Rosseger" verfügt über zwei Schulstandorte, welche sich mit den Schwerpunkten Lernen und Sprache beschäftigen.

Wirtschaft

Die Stadt Coswig stellt einen wichtigen regionalen Wirtschaftsstandort für teils auch international agierende Unternehmen dar. So unter anderem für den Autozulieferer TMD Friction, den zur ALHO Gruppe gehörenden Modulbauer ProContain oder aber auch den weltweit produzierenden Betonschwellenhersteller Rail One, sowie zahlreiche weitere Firmen.

Die ländlich geprägten Ausläufer Coswigs beherbergen eine Vielzahl an landwirtschaftliche Unternehmen. Ansässige Betriebe konzentrieren sich seit einigen Jahren auf den Anbau der Aroniabeere. Mit einer Fläche von 63 Hektar stellt Coswig das größte zusammenhängende Anbaugebiet der Aroniabeere in Deutschland dar. Aber auch der Anbau von Wein und Getreide prägt seit jeher das Gesamtbild von Coswig.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Lothar Toller (1891–1956), Maler und Radierer
  • Walter Birnbaum (1893–1987), Theologe
  • Carl Schröder (1904–1997), Puppenspieler, Puppengestalter, Regisseur
  • Elisabeth Reichelt (1910–2001), Kammersängerin und Koloratursopranistin
  • Gottfried Brendel (1913–1965), Bauingenieur
  • Heinz Werner (1928–2019), Porzellankünstler
  • Claus Weidensdorfer (1931–2020), Maler und Grafiker
  • Monika Mrklas (* 1942), Skilangläuferin und Radrennfahrerin
  • Hans-Ulrich Thomale (* 1944), Fußballspieler und -trainer
  • Gerhard Schöne (* 1952), Liedermacher

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

  • Nickel von Karras, Lehnsherr und Stifter der ersten Coswiger Kirche (aus der Adelsfamilie Karras)
  • Emil Nacke (1843–1933), erster sächsischer Autobauer
  • Reginald Pierson (1846–1906), Sanitätsrat
  • Teresa Carreño (1853–1917), Pianistin, Komponistin
  • Eugen d’Albert (1864–1932), Komponist
  • Carl Romer (1872–1949), Gartenbau-Pionier
  • Renate Koch (* 1943), Politikerin

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Coswig (Sachsen)

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