Deutschlandkarte
Stadtplan Lübbenau / Spreewald
Stadt Lübbenau
Kirchplatz 1
3222 Lübbenau

http://www.luebbenau-spreewald.de

Lübbenau/Spreewald

160pxAbb. 1 Wappen von Lübbenau/Spreewald
Basisdaten
Bundesland Brandenburg
Höhe 52 m
PLZ 03222
Vorwahl 03542, 03541 (Bischdorf), 035456 (Hindenberg, Klein Radden)
Adresse der Verwaltung Kirchplatz 1
03222 Lübbenau/Spreewald
Website www.luebbenau-spreewald.de
Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) ()

Lübbenau/Spreewald (seit dem 1. Januar 1998, vorher Lübbenau), , ist eine Stadt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg, etwa 80 km südöstlich von Berlin. Aufgrund ihrer Lage am südöstlichen Rand des Biosphärenreservates Spreewald sowie ihres Stadttores wird die Stadt Lübbenau auch als Tor zum Spreewald bezeichnet. Seit der Eingemeindung von Hindenberg am 26. Oktober 2003 liegt auch ein Teil des Naturparks Niederlausitzer Landrücken innerhalb des Lübbenauer Stadtgebietes.

Lübbenau zählt zur Niederlausitz und ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg. Lübbenau war Hauptort der historischen Standesherrschaft Lübbenau, blieb jedoch mit seiner Einwohnerstruktur lange Zeit eine landwirtschaftlich geprägte Kleinstadt. Mit der Öffnung des Braunkohletagebaus Seese-West und der Inbetriebnahme des Kraftwerks Lübbenau Ende der 1950er- und Anfang der 1960er-Jahre entwickelte sich Lübbenau schließlich zu einer Industriestadt und zum wirtschaftlichen Zentrum des Kreises Calau, sodass sich die Einwohnerzahl zwischen 1950 und 1970 vervierfachte. Der dazu benötigte Wohnraum wurde durch den Bau der Lübbenauer Neustadt geschaffen.

Seit der Wiedervereinigung und der Stilllegung des Kraftwerkes Lübbenau im Jahr 1996 hat die Stadt mit einem Rückgang der Bevölkerung zu kämpfen. Zwischen 1989 und 2002 ging die Einwohnerzahl von rund 21.000 auf etwa 15.000 zurück. Im Jahr 2003 stieg die Einwohnerzahl von Lübbenau durch die Eingemeindung der Gemeinden des Amtes Lübbenau/Spreewald wieder auf 18.000 an, seitdem ist die Einwohnerzahl wieder rückläufig. Im Jahr 2019 fiel die Bevölkerungszahl unter die 16.000-Einwohner-Marke. Heute leben die Einwohner überwiegend vom Tourismus.

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt Lübbenau liegt im nördlichen Teil des südbrandenburgischen Landkreises Oberspreewald-Lausitz etwa 35 Kilometer westlich von Cottbus und etwa 50 Kilometer nördlich der Kreisstadt Senftenberg. Im Nordosten grenzt Lübbenau an den Landkreis Spree-Neiße, im Westen und Norden an den Landkreis Dahme-Spreewald. Nachbarstädte und Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Lübben (Spreewald), Alt Zauche-Wußwerk und Straupitz (Spreewald) (alle im Landkreis Dahme-Spreewald), Burg (Spreewald) (im Landkreis Spree-Neiße), Vetschau/Spreewald und Calau (im Landkreis Oberspreewald-Lausitz) sowie Luckau (wiederum im Landkreis Dahme-Spreewald).

Lübbenau wird als Tor zum Spreewald bezeichnet. Der nordöstliche Teil des Stadtgebiets mit der Lübbenauer Altstadt, die Ortsteile Lehde und Leipe sowie Teile der Ortsteile Boblitz, Krimnitz, Ragow und Zerkwitz liegen im Biosphärenreservat Spreewald. Die Nordostgrenze der Stadt bildet das Große Fließ. Der Ortsteile Hindenberg und Lichtenau liegt im Naturpark Niederlausitzer Landrücken.

Stadtgliederung

Die Stadt Lübbenau besteht aus folgenden Ortsteilen und Wohnplätzen (sorbische Bezeichnungen in Klammern):

  • Lübbenau/Spreewald (Lubnjow/Błota) mit den Wohnplätzen Kaupen (Kupy), Neustadt (Nowe Město), Stennewitz (Sćenojce), Stottoff (Štotup) und Wotschofska (Wótšowska)
  • Bischdorf (Wótšowc)
  • Boblitz (Bobolce)
  • Groß Beuchow (Buchow) mit GT Klein Beuchow (Buchojc)
  • Groß Klessow (Klěšow) mit GT Klein Klessow (Klěšojc) und dem Wohnplatz Redlitz (Rědłojce)
  • Groß Lübbenau (Lubń) mit dem Wohnplatz Scheddis (Pśedejs)
  • Hindenberg (Želnjojce)
  • Klein Radden (Radyńc) mit GT Groß Radden (Radyń)
  • Kittlitz (Dłopje) mit den GT Eisdorf (Stańšojce), Lichtenau (Lichtnow) und Schönfeld (Tłukom)
  • Krimnitz (Kśimnice)
  • Lehde (Lědy) mit dem Wohnplatz Dolzke (Dolck)
  • Leipe (Lipje) mit den Wohnplätzen Dubkowmühle (Dubkowy Młyn), Eiche (Duby), Konzaks Horst (Kóńcakojc Wótšow) und Pohlenzschänke (Póleńcowa Kjarcma)
  • Ragow (Rogow)
  • Zerkwitz (Cerkwica)

In der Gemarkung von Zerkwitz ist zudem die ehemalige Gemeinde Kleeden (Kłodna) enthalten, die am 1. Januar 1926 eingemeindet wurde und inzwischen nicht mehr als Wohnplatz ausgewiesen wird. Der frühere zu Groß Lübbenau gehörende Wohnplatz Berg (Gora) wurde im Juni 2014 aus dem brandenburgischen Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis gestrichen. Des Weiteren liegen die Ortsfluren der durch den Braunkohlebergbau devastierten Siedlungen Boschwitz, Kückebusch, Schönfeld, Seese, Tornow und Vorberg im Stadtgebiet.

Flächennutzung

Flächennutzung 2013 Fläche in ha
Gebäude- und Freiflächen 801
davon Wohnflächen 257
davon Gewerbe- und Industrieflächen 415
Verkehrsflächen 605
darunter Straßen, Wege, Plätze 458
Wasserflächen 352
Landwirtschaftsflächen 6605
Waldflächen 3031
Betriebsflächen 1627
darunter Abbauland 1573
Erholungsflächen 141
darunter Grünanlagen 106
Flächen anderer Nutzung 770
darunter Friedhöfe 21
darunter Unland 749
Gesamtfläche 13.932

Der größte Teil des Stadtgebietes – nämlich rund 69 Prozent – sind Waldflächen und Ackerland, wobei das Ackerland mit 47 Prozent Anteil an der Gesamtfläche den größten Anteil ausmacht. Dies ist unter anderem auch darauf zurückzuführen, das zum Teil innerhalb der Stadt, beispielsweise zwischen der Lübbenauer Altstadt und dem ehemaligen Recklin Fläche landwirtschaftlich genutzt wird. Der Anteil an Wasserfläche ist mit 2,4 Prozent im Vergleich zum Rest Brandenburgs (3,4 Prozent) trotz der Lage im Spreewald relativ gering. Etwa 853 Hektar und damit rund 6 Prozent des Stadtgebietes sind Gebäude und Freiflächen. Erholungs- und Grünflächen wie beispielsweise Parks machen einen Anteil von etwas unter einem Prozent an der Gesamtfläche aus.

Gewässer

Schon durch die Lage im Spreewald wird das Stadtgebiet von Lübbenau durch eine Vielzahl von Gewässern geprägt. Die Spree durchquert in Fließrichtung von Osten kommend zunächst den Ortsteil Leipe und danach die Stadt Lübbenau, wo sie den Großen Spreewaldhafen passiert. In Leipe und Lehde zweigen eine Vielzahl von kleinen Kanälen von der Spree ab oder münden in diese. Zur Unterscheidung von diesen Fließen wird die Spree im Bereich der Stadt Lübbenau auch als Hauptspree bezeichnet. Als Nebenarme der Spree erwähnenswert sind unter anderem das Lehder Fließ und das Bürgerfließ sowie der Südumfluter, der südlich des Schlossbezirkes im Wohnplatz Kaupen in die Spree mündet. Im äußersten Norden von Lübbenau an der Grenze zum Landkreis Dahme-Spreewald fließt die Malxe.

Im südlichen Stadtgebiet von Lübbenau liegen vor allem Seen, die durch die Flutung und Rekultivierung der Restlöcher der früheren Braunkohletagebaue entstanden sind. Diese sind (von Westen nach Osten) der Lichtenauer See, der Schönfelder See und der Bischdorfer See, wobei ersterer größtenteils auf dem Gebiet des Calauer Ortsteils Zinnitz liegt und letzterer größtenteils zum Vetschauer Ortsteil Koßwig gehört. Der Schönfelder See wird durch die Dobra entwässert, die bei Boblitz in den Südumfluter mündet. Weitere Seen, die unter anderem durch die Flutung ehemaliger Kiesgruben entstanden sind, sind der Hindenberger See im Ortsteil Hindenberg und der Redlitzer See im Ortsteil Groß Klessow.

Klima

In der Stadt Lübbenau/Spreewald herrscht gemäßigtes Klima, beeinflusst vom Kontinentalklima im Osten und vom atlantischen Seeklima im Westen. Die Niederschlagsmenge ist vergleichsweise hoch, trockene Monate gibt es nicht. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag in Lübbenau/Spreewald liegt bei 555 mm. Trockenster Monat ist der Februar mit einer Niederschlagsmenge von 32 mm, der meiste Niederschlag fällt durchschnittlich im Juni mit 66 mm.

Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 9,3 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlichen 18,9 °C. Im Januar, dem kältesten Monat, beträgt die Durchschnittstemperatur –0,8 °C.

Geschichte

Ortsname

Der Name „Lübbenau“ stammt aus der niedersorbischen Sprache und kann von dem Personennamen Lubin, einer Kurzform von Lubomir abgeleitet werden, was wiederum „der Friedliebende“ bedeutet. Bezogen auf die Stadt kann der Ortsname als „Ort/Stadt des Friedliebenden“ gedeutet werden. Das im Unterspreewald gelegene Dorf Neu Lübbenau wurde nach der Stadt benannt.

Zum Zeitpunkt der Ersterwähnung der Burg im Jahr 1301 lautete der Ortsname Lubbenowe, bei der Ersterwähnung der Stadt vierzehn Jahre später Lubenaw. In den Kirchenartikeln des Bistums Meißen, die nur noch als Kopie aus dem Jahr 1495 erhalten sind, wird der Ortsname Lobenaw genannt. 1557 lautete der deutsche Ortsname Lübenaw. Im Schmettauschen Kartenwerk von 1767/87 taucht dann die heutige Bezeichnung Lübbenau auf. Der sorbische Ortsname lautete 1761 Lůbnow und 1843 Lubnjow.

Gründung und Frühe Neuzeit

Durch die Lage in einem eiszeitlichen Talsandsporn wurde das Gebiet um Lübbenau bereits früh besiedelt. Dies beweisen archäologische Funde aus der Spätmittelsteinzeit und der Jungsteinzeit. Im 10. Jahrhundert soll sich der Markgraf Gero in der Region aufgehalten und von dem Ort Besitz ergriffen haben. Um 950 wurde bei einer Bärenjagd an der Stelle der heutigen Stadt Lübbenau eine aus wenigen Blockhäusern bestehende Fischersiedlung entdeckt, die nur über Wasserwege zu erreichen war. Lübbenau erscheint erstmals 3. August 1301 als Burg (castrum) Lubbenowe, am 29. September 1315 bezeichnet Lubenaw die Burg mit dem Flecken (castrum cum opido). Die Anlage einer Siedlung im südlichen Spreewald wurde durch die Lage an der Spree und somit eine gute Handelsverbindung nach Lübben und Cottbus begünstigt. Jedoch war Lübbenau aufgrund seiner Lage von der Außenwelt nahezu abgeschottet, da es keine sonstigen Verkehrswege nach Lübbenau gab. Nach Luckau und Calau führten zwei Landstraßen, die jedoch häufig überschwemmt und nicht nutzbar waren. Zum Zeitpunkt der Ersterwähnung gehörte Lübbenau zur Mark Brandenburg.

Ab 1364 gehörte Lübbenau zu den Ländern der Böhmischen Krone. 1429 wurde das damals noch kleine Dorf von Hussiten überfallen. Zur selben Zeit entstanden Gebietsstreitigkeiten zwischen Lübbenau und der Nachbarstadt Lübben. Beide Städte hatten sich zur Erweiterung ihres Gebietes mit umliegenden Dörfern zusammengeschlossen, es kam zu mehreren Kämpfen, bei denen die Stadt Lübbenau ihr Gebiet nach Nordwesten hin ausbreiten konnte. 1448 wurde die Niederlausitz an den Kurfürsten Friedrich II. von Brandenburg verpfändet, wodurch Lübbenau wieder brandenburgisch wurde. Daraufhin kam es zu kämpferischen Auseinandersetzungen zwischen Brandenburg und Böhmen, sodass die Lübbenau mit der gesamten Niederlausitz nach dem Frieden von Guben im Jahr 1462 wieder böhmisch wurde. Im Jahr 1476 wurde Lübbenau als Städtlein bezeichnet und bekam 1496 das Stadtrecht verliehen. Für das Jahr 1483 ist der erste offiziell eingesetzte Bürgermeister der Stadt, Albinus Dorhalcz überliefert. In diesem Jahr wurden zudem das Amt des Bürgermeisters und des Stadtrichters getrennt.

Im 16. Jahrhundert war Lübbenau ein recht unbedeutendes Städtchen. Es gab neben der Stadtkirche noch zwei Kapellen, allerdings kein Rathaus. Außerdem verfügte die Stadt außer dem Torbogen über keine Befestigungsanlagen, da sich die Bewohner auf den Kaupen um Lübbenau schnell in Sicherheit bringen konnten. Die Bewohner Lübbenaus betrieben überwiegend Viehzucht, Obst- und Gemüseanbau, Fischfang sowie Sammelwirtschaft im Spreewald. Handwerksberufe waren nur wenig vertreten. Im 16. Jahrhundert kamen die Leineweberei und die Brauerei als Erwerbszweige hinzu. Für die Leineweber wurde ab 1565 die vor der Stadt gelegene Siedlung Recklin errichtet. Ende des 18. Jahrhunderts waren in Lübbenau 61 Braugüter vorhanden.

Lübbenau im Kurfürstentum Sachsen

Als Folge der Reformation wurde in Lübbenau 1574 eine neue Kirchenordnung eingeführt. Im Jahr 1616 trockneten aufgrund einer lang anhaltenden Dürre fast alle Fließe in Lübbenau aus. Nach dem Frieden von Prag im Jahr 1635 wurde die Stadt Teil des Kurfürstentums Sachsen. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Lübbenau im Jahr 1637 von Truppen des Feldherren Hatzfeldt sowie zwischen 1641 und 1644 mehrfach von verschiedenen Kriegsparteien überfallen. Im Juli 1644 kam es bei Bolschwitz zu einem Gefecht, bei dem das Dorf zerstört wurde. Die überlebenden Einwohner bauten den Ort zunächst nicht wieder auf. Die meisten Bewohner Lübbenaus konnten sich durch einen Rückzug in den Spreewald retten, jedoch wurden große Teile der Stadt zerstört, die Nachbarstadt Calau wurde vollständig verwüstet. 1656 wurde das im Krieg zerstörte Schulhaus von Lübbenau neu gebaut. Im Jahr 1675 gab es in Lübbenau einen Großbrand, bei dem beinahe die gesamte Stadt zerstört wurde. Am 14. Mai 1688 wurden die vor dem Stadttor gelegenen Gebiete Recklin, Kampe, Berge und Haag in das Stadtgebiet Lübbenaus aufgenommen. Dabei handelte es sich weitgehend um Einzelsiedlungen, deren Besitzer Abgaben an die Lübbenauer Standesherren bezahlen mussten.

1694 wurde wieder ein neues Schulhaus gebaut, das am 12. April 1696 eingeweiht werden konnte. Im Jahr 1703 wurde auf Anweisung der Gräfin zu Lynar erstmals eine feste Verkehrsverbindung im Form eines Knüppeldamms in den Nachbarort Boblitz geschaffen, indem mehrere starke Holzstämme vor- und übereinander gelegt und diese mit Kies überschüttet wurden. Am 15. Mai 1708 kam es zu einem weiteren Brand, bei dem 27 Gebäude der Stadt zerstört wurden. Zwischen 1738 und 1740 wurde die heutige Sankt-Nikolai-Kirche anstelle des gleichnamigen Vorgängerbaus errichtet. Am 12. Februar 1741 wurde in der neuen Kirche die erste Predigt gehalten. Von 1744 bis 1746 entstand das Cavaliershaus, das über eine lange Zeit als Wohnhaus der gräflichen Familie diente. Etwa in derselben Zeit, von 1745 bis 1748 entstand die Gerichtskanzlei. Das im Stil des Barock errichtete Gebäude war Standort des gräflichen Hofrichters. Später wurde sie als Bibliothek und Museum genutzt. Am 3. Oktober 1745 brach in Lübbenau erneut ein Stadtbrand aus. Nach dem Siebenjährigen Krieg musste die Stadt Lübbenau 11.515 Taler als Kontribution an Preußen zahlen. 1780 wurde das Torhaus, in dem sich heute das Spreewaldmuseum befindet, fertig gestellt. Im Jahr 1791 kam es zu einer weiteren verheerenden Dürre in und um Lübbenau. Diese führte unter anderem dazu, dass in der Lübbenauer Umgebung die Erlen abstarben und das Dorf Leipe durch einen Brand zerstört wurde.

Lübbenau als preußische Stadt

Durch die Lage an der Spree gab es im Geschichtsverlauf vier Hochwasser. 1804 wurde der Ortsteil Ragow so hoch überflutet, dass die Bewohner ihre Häuser nur mit Kähnen erreichen konnten. Durch die Vereinbarungen des Wiener Kongresses war Lübbenau seit 1815 eine preußische Stadt. Bei der Gebietsreform im folgenden Jahr wurde Lübbenau dem Landkreis Calau im Regierungsbezirk Frankfurt der Provinz Brandenburg zugeordnet. Nach einer längeren Übergangsphase wurde dann 1830 das preußische Landrecht eingeführt. In den Jahren 1817 bis 1820 errichtete der Baumeister Siegel das Schloss Lübbenau. 1820 kam die Orangerie hinzu, um die frostempfindlichen Pflanzen des Schlosses im Winter zu schützen. Die Landschaftsarchitekten Freschke legten nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné weiterhin einen neun Hektar großen Park im englischen Stil an. Dort befindet sich neben dem Schlossteich mit Entenhaus und Eiskeller auch der Lehder Teich, der gleichzeitig den östlichen Endpunkt der Anlage darstellt. Während der Revolutionen im Jahr 1848 wurde das Schloss gestürmt. 1844 wurde die Straße von Berlin nach Cottbus durch Lübbenau gebaut, im September 1866 wurde die heutige Bahnstrecke Berlin–Görlitz auf dem Abschnitt zwischen Berlin und Cottbus eröffnet. Bis zum Tod des Pfarrers Christian Friedrich Stempel im Jahr 1867 wurde in Lübbenau für die sorbischsprachigen Einwohner der Stadt sowie der eingepfarrten Orte Leipe, Lehde und Boblitz Gottesdienst auch in niedersorbischer (wendischer) Sprache gehalten.

Bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1871 setzte sich die Bevölkerung der Stadt Lübbenau wie folgt zusammen: Es gab 441 Wohngebäude und 761 Haushalte. Insgesamt hatte die Stadt 3330 Einwohner, was Lübbenau zur größten Stadt des Kreises Calau machte. Von den Einwohnern waren 1549 männlich und 1781 weiblich. Der Großteil der Einwohner (3310) waren evangelisch-lutherischer Konfession, zudem lebten 19 katholische und ein jüdischer Bürger in der Stadt. 735 Einwohner waren Kinder unter dem Alter von zehn Jahren. Zusätzlich gab es im Schlossbezirk Lübbenau 17 Familien und 105 Einwohner, davon waren 41 männlich und 64 weiblich. 104 Einwohner waren evangelisch-lutherisch und einer katholisch, 19 Einwohner waren jünger als zehn Jahre alt. Am 12. Mai 1873 schlug der Blitz in den Turm der Sankt-Nikolai-Kirche ein, wodurch der Turm in Brand geriet. Arnošt Muka ermittelte 1884 für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Lausitz von 3805 Einwohnern 150 Sorben, also einen Anteil von rund 4 %. Die sorbische Sprache ist in der Lübbenauer Umgebung im 21. Jahrhundert noch durch Gewässer-, Flur-, Familien- und Pflanzennamen zu finden.

Am 15. April 1894 wurde das nördlich von Lübbenau gelegene Gasthaus auf der Insel Wotschofska eröffnet. Diese war zunächst nur über den Wasserweg zugänglich, bevor am 20. September 1911 ein Fußweg zu diesem Lokal freigegeben wurde. Im Jahr 1898 erfolge der Bau einer Mädchenschule, die am 10. April 1898 eingeweiht wurde. Am 25. November 1905 wurde Lübbenau an das Stromnetz angeschlossen, das dazugehörige Elektrizitätswerk wurde in Recklin gebaut. 1908 gründete sich der erste Fährmannsverein des Spreewaldes. Mit der Volkszählung vom 1. Dezember 1910, die Stadt hatte damals 4123 Einwohner, erhielten die Gebäude der Stadt Lübbenau erstmals Hausnummern. Bis 1921 wurden die vorstädtischen Straßen, die die Stadt mit dem Bahnhof verbinden sollten, fertig gestellt. Am 8. November 1921 folgte der Anschluss von Lübbenau an das Telefonnetz. 1929 wurde die erste Landverbindung zwischen Lübbenau und dem Spreewalddorf Lehde für den Verkehr freigegeben, vorher war der Ort nur über Wasserwege zu erreichen.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Menschen auch in Lübbenau politisch und rassisch verfolgt. Der jüdische Tierarzt Max Plessner wurde während des Novemberpogrome 1938 im KZ Sachsenhausen inhaftiert und beging August 1942 in Lübbenau Suizid. Die ebenfalls jüdische Lübbenauerin Beatrice Ledermann beging drei Monaten später Suizid, kurz vor der bevorstehenden Deportation. Am 23. Januar 1944 wurde das Schloss Lübbenau durch einen Brand stark beschädigt. Mit dem nahenden Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Lübbenau am 20. April 1945 von der vorrückenden Roten Armee eingenommen.

Zeit der DDR und Bau der Neustadt

In der Sowjetischen Besatzungszone gehörte Lübbenau weiterhin zum Landkreis Calau. Am 7. Oktober 1949 wurde aus der SBZ die Deutsche Demokratische Republik gebildet. Am 1. Juli 1950 wechselte die Stadt Lübbenau mit einigen umliegenden Gemeinden aus dem Landkreis Calau in den Landkreis Lübben. Mit der DDR-Kreisreform am 25. Juli 1952 wurde die Stadt wieder dem neu gebildeten Kreis Calau im Bezirk Cottbus zugeordnet.

Während der DDR wurde in der damaligen Maxim-Gorki-Straße (heutige Dammstraße) eine Zweigstelle des VEB Trikotagenwerke Lübben eröffnet. Trotzdem blieb Lübbenau zunächst eine Kleinstadt mit sich schwach entwickelnder Textil- und Lebensmittelindustrie sowie Fremdenverkehrsgewerbe. Mit dem Bau des Kraftwerkes Lübbenau sowie der Eröffnung der Braunkohletagebaue Seese-West und -Ost änderte sich die wirtschaftliche und soziale Struktur in der Stadt erheblich. Durch arbeitsbedingten Zuzug, insbesondere aus den DDR-Bezirken Karl-Marx-Stadt, Magdeburg, Halle und Erfurt stieg die Einwohnerzahl zwischen 1946 und 1976 von 5.626 auf etwa 22.000 Einwohner an. Dazu kamen noch die Bewohner der wegen des Tagebaus aufgegebenen Ortschaften. Zu dieser Zeit wies Lübbenau einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Kindern sowie Personen im erwerbsfähigen Alter auf. Zwischen 1946 und 1975 wurden in Lübbenau etwa 6.000 ferngeheizte Wohnungen in Plattenbauweise mit der entsprechenden Infrastruktur (Schulen, Kindergärten, Poliklinik, Kaufhaus) in der heutigen Neustadt errichtet. Die Zahl der Schulen erhöhte sich im gleichen Zeitraum auf sieben. Während 1956 in Lübbenau nur 255 Beschäftigte in der Industrie arbeiteten, waren 1971 beinahe 7.000 Beschäftigte in der Industrie tätig. 1954 wurde aus dem Fährmannsverein die noch im 21. Jahrhundert bestehende Kahnfährgenossenschaft. Das Kraftwerk Lübbenau, ein Braunkohlekraftwerk mit einer installierten Leistung von 1,3 GW, war vom 17. Dezember 1959 bis zum 30. Juni 1996 in Betrieb. Es war zu seiner Zeit das größte Dampfkraftwerk Europas. Es wurde 1996 stillgelegt und bis 2010 abgerissen. Bereits 1971 schloss auch ein Sägewerk Am Holzgraben in der Dammstraße. Der Fließ trägt seinen Namen nach den Holzstämmen, die dort angeflößt wurden. Im Jahr 2019 ist dort ein naturbelassener Hafen.

Die in Plattenbauweise errichtete Neustadt wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren durch Gaststätten, Geschäfte, Sportplätze und Grünanlagen weiter ergänzt und wächst heute im Südwesten bis an den Ortsteil Zerkwitz und den Gemeindeteil Kleeden und im Norden bis an die Landesstraße 49 heran. Die ersten Plattenbauten entstanden im Mai 1958, für Lübbenau wurde ein eigener Plattenbautyp entworfen, dessen Konzept später auch in anderen Städten Anwendung fand. Nach Planungen aus den 1960er-Jahren sollte die Neustadt bis zum Jahr 2000 rund 30.000 Einwohner aufnehmen können. 1960 wurde bereits die zweite Polytechnische Oberschule eingeweiht, sodass im Schuljahr 1960/61 427 Kinder in 23 Schulklassen eingeschult werden konnten. Die Einwohnerzahl hatte sich zwischen 1950 und 1960 bereits verdoppelt. Die am 11. November 1960 eröffnete Kaufhalle der Handelsorganisation war damals die größte Kaufhalle des Bezirks Cottbus. Anfang 1965 wurde das Punkthochhaus am Roten Platz mit 155 Apartmentwohnungen eingeweiht.

Im Jahr 1966 führte ein Team der Technischen Universität Dresden in der Lübbenauer Neustadt Messungen durch, bei denen eine erhöhte Luftverunreinigung durch Flugasche und Schwefeldioxid festgestellt wurde. Des Weiteren wurden bei den Einwohnern der Neustadt vermehrt Lungenerkrankungen und verschiedene Blutkrankheiten festgestellt, die Einwohner hatten eine im Vergleich zum Rest der DDR um fünf bis zehn Jahre gesenkte Lebenserwartung. Daraufhin wurde überlegt, den Bau weiterer Wohnblöcke in der Neustadt vollständig einzustellen. Da dies jedoch einen industriellen Zusammenbruch zur Folge gehabt hätte und der Wohnraum für die umgesiedelten Einwohner der devastierten Ortschaften Seese und Tornow benötigt wurde, wurde die Erweiterung der Neustadt fortgeführt.

Am 28. Oktober 1970 wurde mit der Schulsporthalle der Polytechnischen Oberschule „Werner Seelenbinder“ die zu dem Zeitpunkt größte Turnhalle des Kreises Calau eingeweiht. Die Wohnblöcke der Neustadt werden heute teilweise saniert und von der WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH verwaltet.

Seit der Wiedervereinigung

Nach der Wiedervereinigung gehörte die Stadt Lübbenau verwaltungstechnisch zunächst zum Landkreis Calau in Brandenburg, der am 6. Dezember 1993 durch Fusion mit dem Landkreis Senftenberg im neuen Landkreis Oberspreewald-Lausitz aufging. Noch im Landkreis Calau schloss sich die Stadt am 21. Juli 1992 mit zehn weiteren Gemeinden zum Amt Lübbenau/Spreewald zusammen. Im Januar 1998 erfolgte die amtliche Umbenennung der Stadt in Lübbenau/Spreewald. Zudem hat die Stadt seit 1998 die Berechtigung, in Verbindung mit dem Gemeindenamen die Bezeichnung „Staatlich anerkannter Erholungsort“ zu führen. Im Zuge dieser Entwicklung ließ die Stadt den Landungsplatz am Großen Spreewaldhafen in den Jahren 1999 und 2005 um- und ausbauen. Mitte der 1990er Jahre eröffnete der Hafen am Mühlenwehr. 1999 wurde das neue Lübbenauer Rathaus am Altmarkt eingeweiht. Aufgrund des Einwohnerrückgangs in der Neustadt wurden zwischen 2002 und 2014 etwa 1300 Wohnungen in dem Stadtteil zurückgebaut.

2006 wurde die Stadt Lübbenau in die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ aufgenommen. In diese werden nur Städte aufgenommen, die ein geschlossenes historisches Stadtbild aufweisen und dem Denkmalschutz Priorität einräumen. Im Mai 2007 wurde der sogenannte Sagenbrunnen neben der Sankt-Nikolai-Kirche eingeweiht. Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“. Ende 2009 wurde Lübbenau als Siegerstadt des bundesweiten Städtewettbewerbs Mission Olympic ausgezeichnet. Im selben Jahr wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen am Schloss und im Park beendet. Am 1. und 2. September 2012 fand der 13. Brandenburg-Tag in Lübbenau statt.

Eingemeindungen

Die ersten Eingemeindungen in die Stadt Lübbenau erfolgten am 26. Dezember 1929 mit der Angliederung der Gemeinden Stottoff und Stennewitz. Am 1. Mai 1974 wurden die Gemeinden Krimnitz und Lehde, zum 1. Januar 1978 die Gemeinde Zerkwitz nach Lübbenau eingemeindet. Bei der Gemeindegebietsreform am 26. Oktober 2003 wurden die Gemeinden Bischdorf, Boblitz, Groß Beuchow, Groß Klessow, Groß Lübbenau, Hindenberg, Kittlitz, Klein Radden, Leipe und Ragow in die Stadt Lübbenau/Spreewald eingegliedert.

Bevölkerungsentwicklung

Anfang des 19. Jahrhunderts hatte die Stadt Lübbenau rund 2300 Einwohner. Danach stieg die Einwohnerzahl kontinuierlich leicht an. 1871 sind 3330 Einwohner verzeichnet und 1910 lebten in Lübbenau 4123 Einwohner. Danach veränderte sich die Einwohnerzahl bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges nicht wesentlich. 1946 wurden in Lübbenau 5626 Einwohner gezählt, wobei der Einwohnerzuwachs überwiegend aus dem Zuzug von Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten resultierte.

Ab den 1950er-Jahren kam es schließlich zu einem starken Bevölkerungswachstum, das durch die Inbetriebnahme des Kraftwerkes Lübbenau und den damit verbundenen Zuzug von Arbeitskräften ausgelöst wurde. Ende 1959 zählte die Stadt 10.669 Einwohner und somit fast doppelt so viele wie noch zehn Jahre zuvor. Bis 1971 verdoppelte sich die Einwohnerzahl nochmals auf nun 21.198. Nach der deutschen Wiedervereinigung verlor die Braunkohle jedoch langsam ihre Bedeutung als Energieträger. 1996 wurde mit dem Tagebau Seese-Ost der letzte Braunkohletagebau in der Region um Lübbenau stillgelegt, das Kraftwerk stellte im selben Jahr den Betrieb ein. Viele Bewohner verließen die Stadt daraufhin, insbesondere Jugendliche, die Lübbenau nach dem Ende ihrer Schulausbildung zum Studieren in Richtung Berlin oder Westdeutschland verließen. 2003 stieg die Einwohnerzahl durch die Eingemeindung der Gemeinden des Amtes Lübbenau/Spreewald wieder um etwa 3000 Einwohner an, seitdem ist sie wieder rückläufig.

Jahr Einwohner
1875 3 660
1890 3 847
1910 4 123
1925 4 047
1933 4 275
1939 4 010
1946 5 626
1950 5 626
Jahr Einwohner
1964 16 287
1971 21 198
1981 21 750
1985 20 979
1989 20 972
1990 20 668
1991 19 867
1992 19 856
1993 19 568
1994 19 311
Jahr Einwohner
1995 18 896
1996 18 402
1997 17 919
1998 17 377
1999 16 798
2000 16 190
2001 15 690
2002 15 363
2003 18 272
2004 17 995
Jahr Einwohner
2005 17 808
2006 17 560
2007 17 290
2008 17 098
2009 16 936
2010 16 820
2011 16 438
2012 16 276
2013 16 086
2014 16 082
Jahr Einwohner
2015 16 237
2016 16 109
2017 16 090
2018 16 021
2019 15 977

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung von Lübbenau besteht aus 28 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 ergab folgende Sitzverteilung:

Partei / Wählergruppe Sitze
SPD 7
AfD 6
CDU 5
Alternative Wählergemeinschaft 4
Die Linke 4
Bündnis 90/Die Grünen 1
FDP 1

Bürgermeister

Bürgermeister seit 1907:

  • 1907–1913: Otto Weidner
  • 1913–1935: Hans Beling
  • 1935: Herr Schade
  • 1935: Regierungsreferendar Laraß
  • 1935: Regierungsreferendar von Roeder
  • 1935–1942: Heinrich Henke
  • 1944–1945: Willi Kalz
  • 1945: Karl Fuhrmann
  • 1945: Kurt Ortloff
  • 1945: Ernst Lehmann
  • 1945–1951: Walter Resag
  • 1951–1952: Walter Stein
  • 1952–1954: Gerhard Kschiwan
  • 1954–1955: Heinz Menasse
  • 1956: Hermann Günther
  • 1956–1960: Paul Fischer
  • 1960–1982: Paul Hentschker
  • 1982–1990: Heinz Koschwitz
  • 1990–2000: Wolfgang Seeliger
  • seit 2000: Helmut Wenzel

Helmut Wenzel (parteilos) ist seit 2000 Bürgermeister von Lübbenau. Er wurde in der Bürgermeisterwahl am 16. März 2008 mit 78,9 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt (Wahlbeteiligung 29,1 %). Am 20. März 2016 wurde er für weitere acht Jahre gewählt. Er setzte sich mit 65,6 % der gültigen Stimmen gegen den Kandidaten der AfD Marian von Stürmer durch (34,4 %). Die Wahlbeteiligung lag mit 61,4 % mehr als doppelt so hoch wie 2008.

Wappen

Im Laufe der Zeit traten nur Veränderungen im Detail bei der Darstellung der Symbole auf: eine spitzere oder gedrungenere Form der drei Sterne sowie eine unterschiedliche Anzahl von Flossen des Fisches, weshalb dieser der Schmerle oder der Barbe zugeordnet wird.

Auf dem einzigen im Brandenburgischen Landeshauptarchiv vorhandenen Siegel (an einer Urkunde von 1726) wird der Fisch ohne Bauch- und Rückenflossen wiedergegeben. Auch bei der Tingierung (Farbgebung) lassen sich Abweichungen feststellen. So erscheinen im Standardwerk von Otto Hupp „Deutsche Ortswappen“ (Bremen ca. 1935) die Flossen des Fisches vergoldet. Und in Siemachers großem und allgemeinem Wappenbuch (Städtewappen Bd. II, Nürnberg 1885, S. 154/155) werden die Sterne in Gold beschrieben.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar neu gestaltet und am 13. September 2001 genehmigt.

Städtepartnerschaften

Lübbenau unterhält Städtepartnerschaften zu folgenden Orten:

  • Oer-Erkenschwick, Nordrhein-Westfalen, seit 15. September 1990
  • Halluin, Frankreich, seit 1. April 2000
  • Nowogród Bobrzański (Naumburg am Bober) in Niederschlesien, Polen, seit 1. April 2000
  • Pniewy (Pinne), Polen, seit 1. April 2000
  • Świdnica (Schweidnitz) in Niederschlesien, Polen, seit 21. Oktober 2005
  • Kočevje, Slowenien, seit 8. Januar 2018

Sehenswürdigkeiten und Kultur

In der Liste der Baudenkmale in Lübbenau/Spreewald und in der Liste der Bodendenkmale in Lübbenau/Spreewald stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmale.

Bauwerke

Schlösser und Herrenhäuser

Das Schloss Lübbenau ist der historische Sitz der Standesherrschaft Lübbenau und eine klassizistische Dreiflügelanlage. Ursprünglich befand sich an der Stelle eine mittelalterliche Wasserburg, die um 1600 zum Schloss umgebaut wurde. Das heutige Schloss wurde zwischen 1817 und 1820 unter Carl August Benjamin Siegel gebaut. Zwischen 1834 und 1839 erfolgte eine Veränderung des Außenbaus sowie die Ergänzung der beiden Türme. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Herren zu Lynar enteignet und das Schloss Lübbenau zu Volkseigentum. 1949 wurden in dem Schloss ein Landambulatorium und eine Entbindungsstation eingerichtet. 1963 wurde das Ambulatorium aufgelöst und das Schloss war fortan ungenutzt. Zuerst ab 1971 und ein weiteres Mal ab 1990 wurde das Gebäude umfassend saniert. Im Schlosspark entstand zu DDR-Zeiten ein Gebäude, das als Kindergarten genutzt werden sollte.

Das auch als Schloss bezeichnete Jagdhaus Groß Beuchow im Ortsteil Groß Beuchow wurde in den Jahren 1746 und 1747 anstelle des zuvor abgerissenen Herrenhauses an gleicher Stelle errichtet. Der im Hinterhof befindliche Anbau war bis 1574 die Dorfkirche von Groß Beuchow, die danach aufgegeben wurde. Wie auch alle anderen Herrenhäuser in der Standesherrschaft Lübbenau gehörte das Jagdhaus zu den Besitztümern der Grafen zu Lynar. Nach deren Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude ab 1952 als Kindergarten genutzt, bis dieser das Haus im Jahr 2003 aufgrund von Baumängeln verlassen musste. Seit der zwischen 2011 und 2016 erfolgten Sanierung ist das Gebäude ein Hotel.

Das Schloss Seese entstand im 15. Jahrhundert in dem heute auf Lübbenauer Gemarkung liegenden Dorf Seese. Es kam 1768 oder 1771 in den Besitz der Standesherrschaft Lübbenau und wurde ab den 1930er-Jahren von den Herren zu Lynar aus Kostengründen als Hauptwohnsitz genutzt. Das Schloss wurde 1969 abgerissen, bevor das Land durch den Braunkohletagebau in Anspruch genommen wurde.

Sakralbauten

Der größte und bedeutendste Sakralbau ist die Sankt-Nikolai-Kirche in der Altstadt von Lübbenau. Die Existenz einer Kirche an der Stelle ist seit 1463 belegt, am 4. April 1500 wurde die Kirche dem heiligen Nikolaus von Myra geweiht. Die Bauzeit dieser ersten Kirche ist nicht bekannt. Im Jahr 1640 brannte der Turm der ursprünglichen Kirche nach einem Blitzschlag ab. 1736 wurde die Kirche aufgrund von Baufälligkeit gesperrt und abgerissen, an ihrer Stelle entstand bis 1741 in dreijähriger Bauzeit die heutige Kirche. Am 6. März 1738 wurde der Grundstein gelegt. Der Kirchturm stammt noch aus dem Vorgängerbau. Am 25. September 1754 wurden im Kirchturm drei Glocken installiert. Diese wurden am 28. August 1895 aufgrund ihres Alters aus dem Kirchturm entfernt und durch Glocken aus der Gießerei Gustav Collier aus Zehlendorf ersetzt. Am 26. Juli 1917 wurden die Glocken aus dem Turm genommen, um sie für die Rüstungsindustrie zugunsten des Ersten Weltkrieges einzuschmelzen.

Die St.-Maria-Verkündigungskirche im Norden der Lübbenauer Neustadt ist die katholische Kirche der Stadt Lübbenau. Da der katholische Glauben seit der Reformation in Lübbenau keine besondere Rolle mehr spielte, wurde mit dem Bau der Kirche erst 1954 begonnen, als die Zahl katholischer Einwohner in Lübbenau – auch bedingt durch die Ankunft von Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg – anstieg. Im November 1956 wurde die Kirche geweiht.

Bereits 1869 entstand auf dem Gebiet der Lübbenauer Neustadt die Kirche Lübbenau-Neustadt, ursprünglich als Kapelle für den dort angelegten Friedhof. Erst nach der Grundsteinlegung der Neustadt im September 1958 wurde der Bau für Gottesdienste genutzt. Der Umbau zur Kirche Lübbenau-Neustadt erfolgte ab 1959. Dabei wurden die vermauerten Fenster wieder aufgebrochen und der Bau mit einer Zwischendecke versehen. Zum 4. Advent 1959 wurde der erste Gottesdienst nach dem Umbau gefeiert, im Jahr 1965 wurde eine eigenständige Kirchengemeinde gegründet, in die auch die Dörfer Kittlitz, Eisdorf und Lichtenau eingepfarrt wurden. Nach der Devastierung von Schönfeld im Jahr 1975 kam auch dessen Ortsteil Hänchen (jetzt Schönfeld) zu der Kirchengemeinde.

Neben den drei Kirchen im Kernstadtbereich existieren noch die Dorfkirchen in den Ortsteilen Bischdorf, Hindenberg und Zerkwitz. Die Dorfkirchen von Schönfeld, Seese, Tornow und Vorberg fielen dem Braunkohletagebau Seese-West, die Dorfkirche Groß Lübbenau dem Braunkohletagebau Seese-Ost zum Opfer.

Weitere Denkmäler

  • Gaststätte Wotschofska
  • Kursächsische Postmeilensäule aus dem Jahr 1740

Museen

  • Torhaus von 1850 mit Kieferknochen eines Grönlandwals und dem Spreewaldmuseum.
  • Freilichtmuseum Spreewaldmuseum Lehde im Ortsteil Lehde

Hafen und Bootsfahrten

Von der größten Hafenanlage im gesamten Spreewald aus, dem Großen Spreewaldhafen Lübbenau, werden Kahnfahrten in den Spreewald angeboten. Fontane nutzte diesen ehemaligen Verladepunkt für Gemüse und Gurken für eine Kahnfahrt. Abfahrten finden auch an anderen Stellen statt. Die Kähne bestehen traditionell aus Holz, seit den 1970er Jahren aber zunehmend aus Aluminium. Sie werden durch Staken mit Holzstangen (sog. Rudel) vorangetrieben und sind mit Tischen und Bänken für bis zu 36 Personen ausgestattet. Es finden auch themenbezogene Sonderfahrten wie zum Beispiel zu den Drehorten des Spreewaldkrimis statt. Viele Anbieter vermieten Kanus, Paddelboote und Canadier.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich am 1. Mai finden auf der Lübbenauer Sandbahn Motorrad-Sandbahnrennen statt. Am ersten Juliwochenende findet das alljährliche Spreewald- und Schützenfest statt. Anfang August jedes Jahres ist die Hansewoche der Veranstaltungshöhepunkt. Diese zieht mit dem Hafenfest, den Spreewälder Filmnächten und den Spreewälder Lichtnächten zahlreiche Besucher an. Kulinarisches rund um den Fisch ist Thema der Spreewälder Fischwochen im November.

Südlich des Bahnhofsgebäudes befindet sich das Kulturzentrum Lübbenaus, das GLEIS 3. In einem ehemaligen Bahnbetriebswerk finden unter der Leitung der Bunten Bühne, des Kulturhofs sowie der Lübbenaubrücke zahlreiche kulturelle Veranstaltungen statt. Neben Theater, Kabarett, Konzerten und Seminaren werden Kreativwerkstätten, Ferienangebote sowie Räumlichkeiten für private Feiern angeboten. Vom Kulturzentrum besteht über den sinusförmigen Energieweg eine Verbindung zwischen Neustadt und Altstadt. Den Weg säumen Isolatoren.

Wirtschaft und Infrastruktur

Der Anbau und die Verarbeitung von Gurken war bereits zur Mitte des 19. Jahrhunderts ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Mit dem Anschluss Lübbenaus an die Bahnlinie Berlin–Görlitz im Jahr 1866 konnte das Produkt auch in weiter entfernte Regionen, z. B. nach Berlin transportiert werden. Im 21. Jahrhundert existieren noch zahlreiche Betriebe, die Gurken einlegen. So befindet sich beispielsweise an der Straße nach Stottoff ein Betrieb, der in mittlerweile in der 5. Generation Gurken verarbeitet, die im Volksmund genannte Gurkenbude.

Ansässige Unternehmen

Das französische Baustoffunternehmen Lafarge betrieb bis Ende Dezember 2008 im Ortsteil Groß Klessow ein Gipsplattenwerk, diesen Standort gab das Unternehmen wegen zu geringer Auslastung auf. In dem von Lafarge genutzten Werk befindet sich heute ein Logistikzentrum des Speditionsunternehmens Reinert Logistic. Die Lebensmittel-Einzelhandelskette Kaufland hat im Industriegebiet Lübbenau ein Logistikzentrum, an dem etwa 1150 Mitarbeiter (Stand 2018) beschäftigt werden.

Ein weiteres bekanntes Unternehmen ist die Rabe Spreewälder Konserven GmbH und Co. KG mit Sitz im Ortsteil Boblitz

Verkehr

Straßenverkehr

Lübbenau selbst sowie die Ortsteile Boblitz, Zerkwitz, Krimnitz und Ragow liegen an der Landesstraße L 49 zwischen Lübben und Vetschau. Im Ortsteil Boblitz zweigt die Landesstraße L 55 über Bischdorf nach Calau ab; die Ortsteile Klein Beuchow, Groß Beuchow, Hindenberg und Zerkwitz liegen an der Landesstraße L 526 nach Luckau. Durch das Stadtgebiet von Lübbenau verlaufen die Bundesautobahnen A 13 und A 15 mit den Anschlussstellen Lübbenau und Kittlitz an der A 13 sowie Boblitz an der A 15. Die beiden Autobahnen treffen sich am Autobahndreieck Spreewald, das zwischen den Ortsteilen Klein Beuchow und Klein Klessow liegt.

Die ehemals durch die Stadt führende Bundesstraße 115 wurde zwischen Lübben und Döbern aufgrund der teilweise unmittelbar parallel verlaufenden Bundesautobahn 15 zur Landesstraße 49 herabgestuft. Sie soll mit Umsetzung eines innerstädtischen Verkehrskonzepts verlegt werden; die vier Bahnübergänge in der Stadt sollen höhenfrei ersetzt werden. Im Jahr 2007 wurde dazu eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen

Schienenverkehr

Lübbenau liegt an den Bahnstrecken Berlin–Cottbus und Lübbenau–Senftenberg. Der Bahnhof Lübbenau (Spreewald) wird neben Regional-Express- und Regionalbahnen auch durch ein Intercity-Zugpaar der Linie 56 bedient.

Linie Verlauf Takt (min) EVU
Emden – Leer – Oldenburg – Bremen – Hannover – Magdeburg – Berlin – Königs Wusterhausen – Lübbenau (Spreewald) – Cottbus ein Zugpaar am Tag DB Fernverkehr
Wismar – Schwerin – Wittenberge – Berlin-Spandau – Königs Wusterhausen – Lübbenau (Spreewald) – Cottbus 60 Ostdeutsche Eisenbahn
Eberswalde – Bernau – Berlin-Lichtenberg – Berlin Ostkreuz – Königs Wusterhausen – Lübbenau (Spreewald) – Calau – Senftenberg 60 DB Regio Nordost
Lübben – Lübbenau (Spreewald) – Raddusch – Vetschau – Kunersdorf – Kolkwitz – Cottbus 120 Ostdeutsche Eisenbahn

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs wurde von der Bahn an die örtliche Wohnungsbaugesellschaft verkauft und beherbergt seit 2006 ein Reisecenter mit Touristeninfo, Reisebüro, Fahrradverleih und einem Laden mit regionalen Produkten („Spreewald-Shop“) sowie einer Pension. Zudem befindet sich hier eine Erlebnisgastronomie. Das Konzept des Bahnhofs wurde mehrfach ausgezeichnet.

Bildung

In der Stadt Lübbenau gibt es drei Grundschulen (Jenaplanhaus, Traugott-Hirschberger-Grundschule, Werner-Seelenbinder-Grundschule), eine Oberschule (Ehm-Welk-Oberschule) und ein Gymnasium (Paul-Fahlisch-Gymnasium). Außerdem gibt es eine Förderschule mit den Schwerpunkten „Lernen“ und „Geistige Entwicklung“ und eine Außenstelle der Kreisvolkshochschule Oberspreewald-Lausitz und eine Berufliche Schule für Sozialwesen. Die Grundschulen und die Ehm-Welk-Oberschule sind in städtischer Trägerschaft, die anderen Schulen in Trägerschaft des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Des Weiteren gibt es in Lübbenau zehn Kindertagesstätten, sechs davon in städtischer und vier in privater Trägerschaft.

Im Dezember 1795 wurde die Lübbenauer Knabenschule am Kirchplatz eingeweiht und 1866 durch einen Anbau ergänzt. Des Weiteren gab es in Lehde, Stennewitz, Stottoff und Zerkwitz Dorfschulen. Am 10. April 1899 wurde die Mädchenschule in der heutigen Schulstraße eingeweiht. Ein Jahr zuvor wurde bereits in dem heutigen Gebäude Ehm-Welk-Straße 6 ein Lyzeum mit zwei Räumen eingerichtet. Die Dorfschulen in Stennewitz und Stottoff wurden nach der Eingemeindung der beiden Dörfer im Jahr 1929 geschlossen. Nach dessen Schließung des Lyzeums im Jahr 1933 wurde das Haus von der allgemeinen Berufsschule genutzt, diese zog 1936 in die heutige Karl-Marx-Straße 22 um. Dort bestand sie fortan bis zu ihrer Auflösung im Dezember 1971 als Niederlassung der Kreisstädtischen allgemeinen Berufsschule Calau.

Durch die wirtschaftlichen Entwicklungen in Lübbenau und das starke Bevölkerungswachstum ab den 1950er-Jahren wuchs auch die Zahl der Kinder insbesondere in der Neustadt. 1955 wurde in der damaligen Ernst-Thälmann-Straße (heute Poststraße) mit dem Bau des heutigen Jenaplanhauses begonnen. 1957 wurde die Mädchenschule zur ersten Polytechnischen Oberschule umgeformt. Am 15. April 1957 wurde das fertig gestellte Jenaplanhaus als POS „W. I. Lenin“ eingeweiht. In der Neustadt erfolgte 1960 die Einweihung der zweiten Polytechnischen Oberschule „Erich Weinert“. Da die Einwohnerzahl der Neustadt und somit der Bedarf nach Schulplätzen weiter anstieg, wurde daraufhin die dritte Polytechnische Oberschule „Gerhart Eisler“ gebaut und 1963 eingeweiht. 1966 entstanden in der Humboldtstraße die Erweiterte Oberschule „Rosa Luxemburg“ und die POS IV „Nadeschda Krupskaja“, die sich ein Gebäude teilten. In der folgenden Zeit wurden noch zwei weitere Polytechnische Oberschulen neu eröffnet, die POS V „Werner Seelenbinder“ im Jahr 1970 und die POS VI „Feliks Dzierzynski“ im Jahr 1975. Die Erweiterte Oberschule wurde 1982 in die siebte Polytechnische Oberschule umgewandelt.

Nach der Wende wurde die Lenin-Oberschule und die Nadeschda-Krupskaja-Oberschule in Realschulen, die Erich-Weinert-Oberschule in das Paul-Fahlisch-Gymnasium und die restlichen Polytechnischen Oberschulen in Grundschulen umgewandelt. Die erste Grundschule in der Schulstraße wurde am 31. Juli 1991 aufgrund baulicher und hygienischer Mängel geschlossen. Die frühere Nadeschda-Krupskaja-Oberschule ist heute die Ehm-Welk-Oberschule, im Jenaplanhaus (der ehemaligen Lenin-Oberschule) ist seit 2005 eine Grundschule untergebracht.

Sport

Am 17. Mai 1862 wurde mit dem Männerturnverein der erste Sportverein Lübbenaus gegründet, kurz danach gründete sich der Eisenbahnersportverein Lübbenau. Der erste Fußballverein war der 1912 gegründete Sportverein „Viktoria“. Der MTV hatte in den 1930er-Jahren unter anderem eine Turn-, Schwimmsport- und Handballabteilung; vermutlich vor 1945 wurde er aufgelöst. Der ESV Lübbenau und der SV Viktoria fusionierten am 1. Januar 1950 zur Betriebssportgemeinschaft Eisenbahn Lübbenau, diese wurde 1953 in BSG Lokomotive Lübbenau umbenannt. Seit der Wende heißt der Verein wieder ESV Lübbenau.

Der heute größte Sportverein von Lübbenau, die TSG Lübbenau 63, entstand im April 1963 durch die Fusion der wenige Jahre zuvor gegründeten Betriebssportgemeinschaften Aktivist und Turbine Lübbenau. Die Fußballabteilung des Vereins, die ihre Heimspiele im Spreewaldstadion austrägt, war in den Spielzeiten 1977/78 und 1980/81 in der DDR-Liga, der zweithöchsten Spielklasse im DDR-Fußball vertreten. In der Saison 2017/18 gehörte sie zur Kreisoberliga Südbrandenburg. Die TSG Lübbenau verfügt auch über eine Handballabteilung, deren erste Herrenmannschaft zu DDR-Zeiten fünf Bezirksmeistertitel gewann. Nach der Wende gehörte die Mannschaft sechs Jahre lang zur Handball-Regionalliga. Seit 2010 spielt die Mannschaft in der Handball-Oberliga Ostsee-Spree. Die Badminton-Abteilung der TSG spielte jahrelang in der DDR-Liga, der Betrieb dieser Abteilung kam nach der Wende beinahe zum Erliegen. Des Weiteren hat der Verein auch eine Tischtennisabteilung. Anfang der 2000er-Jahre war die TSG Lübbenau 63 mit 765 Mitgliedern die größte Sportgemeinschaft im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Im Vereinsraum befindet sich eine öffentlich zugängliche Ausstellung zur Geschichte des Lübbenauer Sports. So wurde Lübbenau im Jahr 2005 zur Sportstadt des Landes Brandenburg und 2009 zur Aktivsten Stadt gekürt.

Weitere Sportvereine sind die Fußballvereine Spreewälder SV Lübbenau sowie die Ortsteilvereine SG Grün-Weiß 72 Groß Beuchow und SV Schwarz-Gelb Boblitz. Der Polizeisportverein Lübbenau/Calau bietet Schwimmsport an. Im Ortsteil Zerkwitz gibt es den Tischtennisverein TTC Kleeden/Beuchow. Des Weiteren gibt es in Lübbenau und im Ortsteil Boblitz Schützenvereine.

In Lübbenau gibt es heute vier Sporthallen. Zudem existieren das bereits erwähnte Spreewaldstadion mit zwei Rasen- und einem Kunstrasenplatz, einer Kegelhalle sowie einer Trendsportanlage mit einem Skatepark in der Friedrich-Engels-Straße.

Das 2008 eröffnete Spreewelten-Bad bietet Schwimmen mit Pinguinen an; dabei ist das Becken der Humboldt-Pinguine nur durch eine Glasscheibe vom Wasserbereich der Besucher getrennt. 2018 wurde die Anlage auf das Dreifache erweitert. Darüber hinaus gibt es eine Saunawelt mit 14 Themensaunen. Neben dem Spreewelten-Bad verfügt Lübbenau auch über ein Sportbad.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Wolfgang Seeliger (* 1935), langjähriger Bürgermeister, seit 2010
  • Christoph Eigenwillig (1934–2019), Politiker, seit 2014
  • Martin Habermann (* 1943), Politiker, seit 2016

Söhne und Töchter der Stadt

  • Friedrich Casimir zu Lynar (1673–1716), Herr von Lübbenau
  • Moritz Karl zu Lynar (1702–1768), sächsischer Diplomat
  • Rochus Friedrich zu Lynar (1708–1781), Diplomat im Dienste der dänischen Krone
  • Hermann Albert zu Lynar (1827–1887), Generalleutnant und Besitzer von Schloss Vetschau
  • Max Carl Krüger (1834–1880), Maler
  • Julius Zimmermann (1834–1902), Gemeindevorsteher von Steglitz 1875–1901, geboren in Leipe
  • Hermann Boisly (1880–1947), Bürgermeister von Quedlinburg
  • Hermann Gullasch (1900–1969), Politiker (SPD), Oberbürgermeister von Bremerhaven 1948–1957
  • Erich Rinka (1902–1983), Fotograf und Kommunist
  • Hans Hoffmann (1915–2005), Politiker (SPD), Oberbürgermeister von Heilbronn 1967–1983
  • Jochen Jänicke (* 1923), Maler
  • Rudolf Knöner (1929–1990), Physiker, Rektor der Technischen Universität Dresden 1980–1986, geboren in Leipe
  • Dietrich Lusici (* 1942), Maler und Grafiker
  • Lothar Hause (* 1955), DDR-Fußballnationalspieler
  • Romy Müller (* 1958), Leichtathletin und Olympiasiegerin
  • Roswitha Schier (* 1962), Politikerin (CDU), seit 2004 Abgeordnete des brandenburgischen Landtags
  • Jens Riewa (* 1963), Moderator und Nachrichtensprecher

Mit Lübbenau verbundene Persönlichkeiten

  • Christoph Stymmel (1525–1588), lutherischer Theologe, Hofprediger in Lübbenau
  • Adam Bagge (1607–1663), Bürgermeister der Stadt von 1648 bis 1663
  • Johannes Choinan (1616–1664), sorbischer Sprachforscher und Theologe, Pfarrer in Zerkwitz (heute zu Lübbenau)
  • Johann Siegmund zu Lynar (1616–1665), Geheimrat, Obrist der Infanterie, Kommandant der Stadt Frankfurt an der Oder, Landrichter in der Niederlausitz, Landesältester des Kreises Kalau, Herr der Herrschaft Lübbenau und Glinicke
  • Johann Gottlieb Hauptmann (1703–1768), Sprachforscher und Theologe, Oberpfarrer in Lübbenau
  • Johann Christian Karl von Klinguth (1759–1829), Jurist und Schriftsteller, Justiziar der Herrschaft Lübbenau
  • Christian Friedrich Stempel (1787–1867), niedersorbischer Pfarrer und Dichter, Oberpfarrer in Lübbenau
  • Hermann Rochus zu Lynar (1797–1878), Politiker und Standesherr zu Lübbenau
  • Traugott Hirschberger (1811–1897), Müller, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und des Reichstages, Ehrenbürger der Stadt Lübbenau
  • Hermann Maximilian zu Lynar (1825–1914), Standesherr der Standesherrschaft Lübbenau und Mitglied des Preußischen Herrenhauses
  • Paul Fahlisch (1844–1930), Lehrer, Regionalhistoriker und Schriftsteller in Lübbenau
  • Martin Pfannschmidt (1861–1947), Theologe und Heimatforscher, Pfarrer in Lübbenau
  • Ehm Welk (1884–1966), Schriftsteller, lebte von 1935 bis 1940 in Lübbenau
  • Wilhelm Graf zu Lynar (1899–1944), Offizier der Wehrmacht, Beteiligter am Attentat auf Adolf Hitler, Schlossherr in Lübbenau
  • Erich Köhler (1928–2003), Schriftsteller, 1968 bis 1970 angestellter Autor eines Kraftwerks in Lübbenau
  • Uwe Kant (* 1936), Schriftsteller, 1961 bis 1964 Lehrer in Lübbenau
  • Nico (1938–1988), bürgerlich Christa Päffgen, Fotomodell und Sängerin, lebte als Kind in Lübbenau
  • Hubertus Zomack (1941–2019), katholischer Theologe und Priester, 1976 bis 1993 Pfarrer in Lübbenau
  • Michael Hirte (* 1964), Mundharmonikaspieler, wuchs in Lübbenau auf
  • Marc Huster (* 1970), Gewichtheber, wuchs in Lübbenau auf

Weblinks

Anmerkung

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Lübbenau/Spreewald

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