Stadt Lübbenau
Kirchplatz 1
3222 Lübbenau

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Informationsbroschüre Lübbenau / Spreewald

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Lübbenau/Spreewald

160pxAbb. 1 Wappen von Lübbenau/Spreewald
Basisdaten
Bundesland Brandenburg
Höhe 52 m
PLZ 03222
Vorwahl 03542, 03541 (Bischdorf), 035456 (Hindenberg, Klein Radden)
Adresse der Verwaltung Kirchplatz 1
03222 Lübbenau/Spreewald
Website www.luebbenau-spreewald.de
Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) ()

Lübbenau/Spreewald (seit dem 1. Januar 1998, vorher Lübbenau), , ist eine Stadt im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg, etwa 80 km südöstlich von Berlin. Lübbenau ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg.

Geografie

Lübbenau wird als Tor zum Spreewald bezeichnet. Der nordöstliche Teil des Stadtgebiets liegt im Spreewald. Die Nordostgrenze der Stadt bildet das Große Fließ.

Stadtgliederung

Die Stadt Lübbenau besteht aus folgenden Ortsteilen (sorbische Bezeichnungen in Klammern):

  • Lübbenau/Spreewald (Lubnjow/Błota)
  • Bischdorf (Wótšowc)
  • Boblitz (Bobolce)
  • Groß Beuchow (Buchow) mit GT Klein Beuchow (Buchojc)
  • Groß Klessow (Klěšow) mit GT Klein Klessow (Klěšojc) und
    Redlitz (Rědłojce)
  • Groß Lübbenau (Lubń)
  • Hindenberg (Želnojce)
  • Klein Radden (Radync) mit GT Groß Radden (Radyn)
  • Kittlitz (Dłopje) mit den GT Eisdorf (Stańšojce), Lichtenau (Lichtnow),
    Schönfeld (Tłukom)
  • Krimnitz (Kśimnice)
  • Lehde (Lědy)
  • Leipe (Lipje)
  • Ragow (Rogow)
  • Zerkwitz (Cerkwica)

Geschichte

Lübbenau erscheint erstmals 1301 als Burg (castrum) Lubenowe, 1315 bezeichnet Lubenaw die Burg mit dem Flecken (castrum cum opido). Menschen siedelten dort jedoch schon viel früher, was Funde aus dem 8./9. Jahrhundert unterhalb des Schlosses zeigen.

Bis zum Tod des Pfarrers Christian Friedrich Stempel im Jahr 1867 wurde in Lübbenau für die sorbischsprachigen Einwohner der Stadt sowie der eingepfarrten Orte Leipe, Lehde und Boblitz Gottesdienst auch in niedersorbischer (wendischer) Sprache gehalten.

Das Kraftwerk Lübbenau, ein Braunkohlekraftwerk mit einer installierten Leistung von 1,3 GW, war 1959 bis 1996 in Betrieb. Es war zu seiner Zeit das größte Dampfkraftwerk Europas. Es wurde 1996 stillgelegt und bis 2010 abgerissen.

Die Stadt Lübbenau/Spreewald hat seit 1998 die Berechtigung, in Verbindung mit dem Gemeindenamen die Bezeichnung „Staatlich anerkannter Erholungsort“ zu führen. Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“. Ende 2009 wurde Lübbenau als Siegerstadt des bundesweiten Städtewettbewerbs Mission Olympic ausgezeichnet.

Am 1. und 2. September 2012 fand der 13. Brandenburg-Tag in Lübbenau statt.

;EingemeindungenAm 26. Oktober 2003 wurden die Orte Bischdorf, Boblitz, Groß Beuchow, Groß-Klessow, Groß Lübbenau, Hindenberg, Kittlitz, Klein Radden, Leipe und Ragow eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1875 3 660
1890 3 847
1910 4 123
1925 4 047
1933 4 275
1939 4 010
1946 5 626
1950 5 626
1964 16 287
1971 21 198
Jahr Einwohner
1981 21 750
1985 20 979
1989 20 972
1990 20 668
1991 19 867
1992 19 856
1993 19 568
1994 19 311
1995 18 896
1996 18 402
Jahr Einwohner
1997 17 919
1998 17 377
1999 16 798
2000 16 190
2001 15 690
2002 15 363
2003 18 272
2004 17 995
2005 17 808
2006 17 560
Jahr Einwohner
2007 17 290
2008 17 098
2009 16 936
2010 16 820
2011 16 438
2012 16 276
2013 16 086
2014 16 082
2015 16 237

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung von Lübbenau besteht aus 28 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

  • CDU: 8 Sitze
  • SPD: 8 Sitze
  • Alternative Wählergemeinschaft: 5 Sitze
  • Die Linke: 5 Sitze
  • Bündnis 90/Die Grünen: 1 Sitz
  • Einzelbewerber Jens Teichert: 1 Sitz

Bürgermeister

Helmut Wenzel (parteilos) ist seit 2000 Bürgermeister von Lübbenau. Er wurde in der Bürgermeisterwahl vom 16. März 2008 mit 78,9 % der gültigen Stimmen in seinem Amt betätigt (Wahlbeteiligung 29,1 %). Am 20. März 2016 wurde er für weitere acht Jahre gewählt. Er setzte sich mit 65,6 % der gültigen Stimmen gegen den Kandidaten der AfD Marian von Stürmer durch (34,4 %). Die Wahlbeteiligung lag mit 61,4 % mehr als doppelt so hoch wie 2008.

Wappen

Das Wappen wurde am 13. September 2001 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau ein schwimmender silberner Fisch zwischen drei (1:2 gestellten), sechsstrahligen, silbernen Sternen.“

Die Wappensymbolik der Stadt Lübbenau/Spreewald in Form eines von drei Sternen umgebenen Fisches ist siegelmäßig seit dem 16. Jahrhundert durchgängig nachweisbar.

Das älteste Siegel (aus dem 16. Jahrhundert) ist in von Mülverstedts „Diplomatarium Ileburgense“ (Magdeburg 1877) zu finden. Es zeigt noch die von den früheren Stadtherren, „den Edlen Herren von Ileburg“, übernommenen Sterne in der ursprünglichen Anordnung, nämlich zwei über und einer unter dem Fisch. Demgegenüber ergab die langjährige Zugehörigkeit der Stadt zur Standesherrschaft Lübbenau als Besitztum der Grafen zu Lynar (von 1621 bis ins 19. Jahrhundert) keinen heraldischen Niederschlag auf das Stadtwappen. Auf anderen Siegeln (auch schon aus dem 16. Jh.) wird die heutige Stellung der Sterne überliefert.

Im Laufe der Zeit traten nur Veränderungen im Detail bei der Darstellung der Symbole auf: eine spitzere oder gedrungenere Form der drei Sterne sowie eine unterschiedliche Anzahl von Flossen des Fisches, weshalb dieser der Schmerle oder der Barbe zugeordnet wird.

Auf dem einzigen im Brandenburgischen Landeshauptarchiv vorhandenen Siegel (an einer Urkunde von 1726) wird der Fisch ohne Bauch- und Rückenflossen wiedergegeben. Auch bei der Tingierung (Farbgebung) lassen sich Abweichungen feststellen. So erscheinen im Standardwerk von Otto Hupp „Deutsche Ortswappen“ (Bremen ca. 1935) die Flossen des Fisches vergoldet. Und in Siemachers großem und allgemeinem Wappenbuch (Städtewappen Bd. II, Nürnberg 1885, S. 154/155) werden die Sterne in Gold beschrieben.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar neu gestaltet.

Städtepartnerschaften

Lübbenau unterhält Städtepartnerschaften zu folgenden Orten:

  • Oer-Erkenschwick, Nordrhein-Westfalen
  • Halluin, Frankreich
  • Pniewy (Pinne), Polen
  • Nowogród Bobrzański (Naumburg am Bober) in Niederschlesien, Polen
  • Świdnica (Schweidnitz) in Niederschlesien, Polen

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmale in Lübbenau/Spreewald und in der Liste der Bodendenkmale in Lübbenau/Spreewald stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmale.

Bauwerke

  • Schloss Lübbenau (beherbergt ein Hotel) mit Orangerie und Schlosspark
  • Evangelische St. Nicolaikirche (barocke Kirche von 1738 bis 1741 erbaut)
  • Kirche Lübbenau-Neustadt
  • Sankt-Maria-Verkündigung-Kirche
  • Klassizistische Bürgerhäuser
  • Dorfkirche Hindenberg im Ortsteil Hindenberg
  • Dorfkirche Zerkwitz im Ortsteil Zerkwitz
  • Gaststätte Wotschofska
  • Kursächsische Postmeilensäule

Museen

  • Torhaus von 1850 mit Kieferknochen eines Grönlandwals und dem Spreewaldmuseum.
  • Freilichtmuseum Spreewaldmuseum Lehde im Ortsteil Lehde

Hafen und Bootsfahrten

Von der größten Hafenanlage im gesamten Spreewald aus, dem Großen Spreewaldhafen Lübbenau, werden Kahnfahrten in den Spreewald angeboten. Abfahrten finden auch an anderen Stellen statt. Die Kähne bestehen traditionell aus Holz, seit den 1970er Jahren aber zunehmend aus Aluminium. Sie werden durch Staken mit Holzstangen vorangetrieben und sind mit Tischen und Bänken für maximal 20 Personen ausgestattet. Viele Anbieter vermieten Kanus, Paddelboote und Canadier.

Regelmäßige Veranstaltungen

Jährlich am 1. Mai finden auf der Sandbahn von Lübbenau Motorrad-Sandbahnrennen statt. Am ersten Juliwochenende findet das alljährliche Spreewald- und Schützenfest statt. Anfang August jedes Jahres ist die Hansewoche ein beliebter Veranstaltungshöhepunkt. Diese zieht mit dem Hafenfest, den Spreewälder Filmnächten und den Spreewälder Lichtnächten zahlreiche Besucher an. Kulinarisches rund um den Fisch ist Thema der Spreewälder Fischwochen im November.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Lübbenau liegt an der Landesstraße L 49 zwischen Lübben und Vetschau. Die Stadt liegt in unmittelbarer Nähe des Autobahndreiecks Spreewald an der A 13 und A 15 mit den Anschlussstellen Lübbenu und Kittlitz an der A 13 sowie Boblitz an der A 15.

Die ehemals durch die Stadt führende Bundesstraße 115 wurde zwischen Lübben und Forst zur Landesstraße 49 herabgestuft. Sie soll mit Umsetzung eines innerstädtischen Verkehrskonzepts verlegt werden; die vier Bahnübergänge in der Stadt sollen höhenfrei ersetzt werden.

Lübbenau liegt an den Bahnstrecken Berlin–Cottbus und Lübbenau–Senftenberg. Am Bahnhof Lübbenau (Spreewald) halten neben Regional-Express- und Regionalbahn-Zügen auch InterCity-Züge.

Linie Verlauf Takt (min) EVU
Emden – Leer – Oldenburg – Bremen – Hannover – Magdeburg – Berlin – Königs Wusterhausen – Lübbenau (Spreewald) – Cottbus ein Zugpaar am Tag DB Fernverkehr
Wismar – Schwerin – Wittenberge – Berlin-Spandau – Königs Wusterhausen – Lübbenau (Spreewald) – Cottbus 60 Ostdeutsche Eisenbahn
Eberswalde – Bernau – Berlin-Lichtenberg – Berlin Ostkreuz – Königs Wusterhausen – Lübbenau (Spreewald) – Calau – Senftenberg 60 DB Regio Nordost

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs wurde von der Bahn an die örtliche Wohnungsbaugesellschaft verkauft und beherbergt heute ein Reisecenter mit Touristeninfo, Reisebüro, Fahrradverleih und einem Laden mit regionalen Produkten („Spreewald-Shop“). Zudem befindet sich hier eine Erlebnisgastronomie. Das Konzept des Bahnhofs wurde mehrfach ausgezeichnet.

Spreewelten-Bad

Das 2008 eröffnete Spreewelten-Bad bietet Schwimmen mit Pinguinen an, eine europaweit einzigartige Attraktion. Darüber hinaus gibt es eine Saunawelt mit 14 Themensaunen.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Wolfgang Seeliger (* 1935), langjähriger Bürgermeister, seit 2010
  • Christoph Eigenwillig (* 1934), seit 2014
  • Martin Habermann (* 1943), seit 2016

Söhne und Töchter der Stadt

  • Friedrich Casimir zu Lynar (1673–1716), Herr von Lübbenau
  • Moritz Karl zu Lynar (1702–1768), sächsischer Diplomat
  • Rochus Friedrich zu Lynar (1708–1781), Diplomat im Dienste der dänischen Krone
  • Max Carl Krüger (1834–1880), Maler
  • Julius Zimmermann (1834–1902), Gemeindevorsteher von Steglitz 1875–1901, geboren in Leipe
  • Hermann Gullasch (1900–1969), Politiker (SPD), Oberbürgermeister von Bremerhaven 1948–1957
  • Hans Hoffmann (1915–2005), Politiker (SPD), Oberbürgermeister von Heilbronn 1967–1983
  • Rudolf Knöner (1929–1990), Physiker, Rektor der Technischen Universität Dresden 1980–1986, geboren in Leipe
  • Dietrich Lusici (* 1942), Maler und Grafiker
  • Lothar Hause (* 1954), DDR-Fußballnationalspieler
  • Romy Müller (* 1958), Leichtathletin und Olympiasiegerin
  • Roswitha Schier (* 1962), Politikerin (CDU), seit 2004 Abgeordnete des brandenburgischen Landtags
  • Jens Riewa (* 1963), Moderator und Nachrichtensprecher

Mit Lübbenau verbundene Persönlichkeiten

  • Christoph Stymmel (1525–1588), lutherischer Theologe, Hofprediger in Lübbenau
  • Adam Bagge (1607–1663), Bürgermeister der Stadt von 1648 bis 1663
  • Johannes Choinan (1616–1664), sorbischer Sprachforscher und Theologe, Pfarrer in Zerkwitz (heute zu Lübbenau)
  • Johann Gottlieb Hauptmann (1703–1768), Sprachforscher und Theologe, Oberpfarrer in Lübbenau
  • Johann Christian Karl von Klinguth (1759–1829), Jurist und Schriftsteller, Justiziar der Herrschaft Lübbenau
  • Christian Friedrich Stempel (1787–1867), niedersorbischer Pfarrer und Dichter, Oberpfarrer in Lübbenau
  • Traugott Hirschberger (1811–1897), Müller, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und des Reichstages, Ehrenbürger der Stadt Lübbenau
  • Paul Fahlisch (1844–1930), Lehrer, Regionalhistoriker und Schriftsteller in Lübbenau
  • Martin Pfannschmidt (1861–1947), Theologe und Heimatforscher, Pfarrer in Lübbenau
  • Ehm Welk (1884–1966), Schriftsteller, lebte von 1935 bis 1940 in Lübbenau
  • Wilhelm Graf zu Lynar (1899–1944), Offizier der Wehrmacht, Beteiligter am Attentat auf Adolf Hitler, Schlossherr in Lübbenau
  • Erich Köhler (1928–2003), Schriftsteller, 1968 bis 1970 angestellter Autor eines Kraftwerks in Lübbenau
  • Uwe Kant (* 1936), Schriftsteller, 1961 bis 1964 Lehrer in Lübbenau
  • Nico (1938–1988), bürgerlich Christa Päffgen, Fotomodell und Sängerin, lebte als Kind in Lübbenau
  • Michael Hirte (* 1964), Mundharmonikaspieler, wuchs in Lübbenau auf
  • Marc Huster (* 1970), Gewichtheber, wuchs in Lübbenau auf

Weblinks

Anmerkung

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Lübbenau/Spreewald

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