Straßen
Einrichtungen
Höchberg
Navigation
Jobs
Europakarte
Stadtplan Markt Höchberg
Gemeinde Höchberg
Hauptstr. 58
97204 Höchberg

http://www.hoechberg.de
Wappen
Basisdaten
ArtMarkt
BundeslandBayern
RegierungsbezirkUnterfranken
LandkreisWürzburg
Höhe280
PLZ97204
Vorwahl0931
Gemeindeschlüssel09679147
Gliederung1 Gemeindeteil
Websitehoechberg.de
BürgermeisterAlexander Knahn
AmtErster Bürgermeister
Parteiparteilos

Höchberg ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg.

Geographie

Lage

Höchberg grenzt im Osten direkt an Würzburg, im Westen an Waldbüttelbrunn. Höchberg besteht aus zwei Siedlungen, dem Altort und dem sogenannten "Hexenbruch". Darüber hinaus sind Neubaugebiete, z. B. Mehle und Mehle II entstanden.

Gemeindegliederung

Außer dem Hauptort Höchberg gibt es keine weiteren Gemeindeteile.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet nur die Gemarkung Höchberg. Sie hat eine Fläche von 7,546 km² und ist in 6342 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1189,86 m² haben.

Name

Etymologie

Der Name „Höchberg“ wird volksetymologisch auf die Lage des Ortes, eine „Ansiedlung auf einem hohen Berg“, zurückgeführt.

Die Schreibweise „huegbur“ des Ortsnamens im Jahr 748 ist zeitgenössisch nicht überliefert; sie basiert auf der Chronik des Lorenz Fries (1498–1550). Die erste schriftliche Erwähnung von Häusern auf heutiger Höchberger Gemarkung findet sich in der zweiten Würzburger Markbeschreibung aus dem Jahr 779/780. Der Germanist Norbert Wagner erläuterte huohhobura als Kompositum aus ahd. huohh (Haken) und bura (kleine Häuser, wohl Wachhäuser). Unter „Haken“ sind vermutlich die Wachleute zu verstehen. Demnach bedeutet huohhobura „kleine Häuser für die Wachhabenden“.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts sind die beiden Schreibweisen „Höchberg“ und „Hüchberg“ gängig. Die Einheimischen nennen ihren Ort bis heute „Hüchberch“.

Frühere Schreibweisen des Ortsnamens

  • 1303/1304 Hoechbur
  • 1340 Hoechebuer
  • 1356 Huchbur
  • ca. 1497 Hochbur
  • 1547 Hüchberg
  • 1547 Höchberg

Geschichte

Ortsgeschichte bis zum 20. Jahrhundert

Seine Existenz verdankt Höchberg vermutlich der strategisch bedeutenden Lage an der Grenze des Hochstifts Würzburg. Bis zur Säkularisation 1803 bestimmte das Ritterstift St. Burkard in Würzburg als Grundherr und damit oberste Verwaltungsbehörde die Geschicke des Ortes. Im Frieden von Preßburg 1805 fiel das Hochstift Würzburg an Erzherzog Ferdinand von Toskana (Großherzogtums Würzburg), 1814 ging es an das Königreich Bayern über.

Aufgrund seiner topographischen Lage versorgte Höchberg jahrhundertelang die Würzburger Festung Marienberg mit Trinkwasser. Bis 1670 leitete das natürliche Gefälle über einen Höhenunterschied von 26 Metern das Wasser in den Innenhof der Festung.

Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert behauptete die Pfarrkirche „Mariä Geburt“ ihre Stellung als bedeutende Wallfahrtstätte im Umkreis von Würzburg.

Die jüdische Gemeinde

Einen wesentlichen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens bildete seit ca. 1660 die jüdische Gemeinde. Zu nennen ist vor allem Leopold Sonnemann, der Begründer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der 1831 in Höchberg geboren wurde. 1828 wurde die Stelle eines bezahlten Ortsrabbiners eingerichtet, der erste Amtsinhaber war Lazarus Ottensoser. Zeugnisse der jüdischen Vergangenheit sind die Synagoge, errichtet 1721, ein barocker Gartenpavillon sowie der jüdische Friedhof, angelegt 1821. Die stattlichen Barockhäuser einiger jüdischer Einwohner prägen bis heute das Höchberger Ortsbild. Eines dieser Wohnhäuser, Sonnemannstraße 15, beherbergte von 1865 bis 1931 die 1861 begründete Israelitische Präparandenschule. Sie bereitete jüdische Schüler aus ganz Bayern auf den Lehrerberuf vor. Beim Novemberpogrom am 10. November 1938 brachen SA-Männer die Synagoge auf, zertrümmerten die Inneneinrichtung und zerrissen die Torarollen; nur eine Torarolle und einige zuvor versteckte Ritualien konnten gerettet werden. Ein Hinweisstein am Eingang des jüdischen Friedhofs nennt als Belegungszeit die Jahre 1821 bis 1942. Das Synagogengebäude wurde 1951 von der evangelischen Kirchengemeinde erworben und dient seither als evangelische Kirche. Hinweistafeln an der ehemaligen Synagoge und am jüdischen Friedhof sowie ein Gedenkstein an der ehemaligen Präparandenschule erinnern heute an die jüdische Geschichte des Ortes.

Markt

Am 27. Juli 1990 verlieh das Bayerische Staatsministerium des Inneren der Gemeinde die Bezeichnung Markt.

Hexenbruch

Im heutigen Ortsteil Hexenbruch wurde am 21. Juni 1749 der enthauptete Leichnam von Maria Renata Singer von Mossau, der letzten vermeintlichen Hexe Frankens, in einem aufgelassenen Steinbruch nahe dem Höchberger Wald an der Stadtgrenze von Würzburg verbrannt (Vgl. auch Hexenprozesse in Würzburg). Sie war eines der letzten Opfer der Hexenverfolgung auf deutschem Boden. In den 1950er Jahren begann die Bebauung des Ortsteils. Vorher wurde das Gebiet militärisch genutzt. Außerdem wurde in mehreren mittlerweile zugeschütteten Steinbrüchen bis Anfang des 20. Jahrhunderts Muschelkalk abgebaut. Der Name Hexenbruch wird erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts verwendet.

Ausgliederung

Am 1. Mai 1978 wurde ein Gebiet von etwa 155 ha Größe im hinteren Steinbachtal an die Stadt Würzburg abgetreten. Die dort befindliche Roßbergsiedlung hatte zu dem Zeitpunkt 470 Einwohner. In den amtlichen Ortsverzeichnissen wird dieses Gebiet als Gemeindeteil Steinbachtal geführt.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1595 28 Grundbesitzer
1698 ca. 300
1723 90 Familien
1811 711
1861 1259
1874 1327
1898 1.608
1904 2780
1939 3.093
1945 4.281
1946 4480
1950 4.545
1961 4.935
Jahr Einwohner
1970 5.437
1987 8.761
1991 9.224
1995 9.393
2000 10.029
2005 9.370
2010 9.440
2015 9.329
2018 9.361

Politik

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 15. März 2020 führte zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Marktgemeinderates von Höchberg:

Parteien und Wählergemeinschaften 2020
Anteil Sitze
CSU Christlich-Soziale Union in Bayern 26,21 5
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 25,77 5
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 23,21 5
UWG UWG Höchberg 12,34 2
FW Höchberger Mitte – Die Freien Wähler 8,58 2
FDP Freie Demokratische Partei 3,89 1
Gesamt 100,0 20
Wahlbeteiligung in % 69,0

Aktuelle Bürgermeister

Seit 2020 ist Alexander Knahn (* 23. Juli 1975; parteilos) Erster Bürgermeister. Bei der Bürgermeisterwahl am 15. März 2020 wurde er mit 58,48 % der gültigen Stimmen gewählt. Das Amt des Zweiten Bürgermeisters hat seit 2020 Sven Winzenhörlein (Bündnis 90/Die Grünen) inne. Dritter Bürgermeister ist seit 2008 Bernhard Hupp (SPD).

Amt Name Partei
1. Bürgermeister Alexander Knahn Parteilos
2. Bürgermeister Sven Winzenhörlein Die Grünen
3. Bürgermeister Bernhard Hupp SPD

Ehemalige Erste Bürgermeister

Amtszeit Name Partei
1912 – 1933 Andreas Seubert SPD
1945 – 1964 Ernst Keil SPD
1964 – 1970 Alois Medon SPD
1970 – 1994 Werner Hillecke SPD
1994 – 2020 Peter Stichler SPD

Weitere Wahlen

In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse von Bundestags-, Landtags- und Europawahlen in Höchberg dargestellt.

Jahr Wahl Wahl­beteiligung Sonst.
2025 Bundestagswahl 89,7 |35,20 20,00 15,50 5,40 10,20 13,70
2024 Europawahl 75,9 |36,50 18,20 12,20 6,00 7,70 19,40
2023 Landtagswahl 79,7 |37,60 24,70 12,10 3,60 8,50 13,50
2021 Bundestagswahl 85,8 |30,10 21,60 22,00 10,70 4,80 10,80
2020 Kreistagswahl 68,8 29,90 | 31,59 16,41 4,69 3,95 13,46

Wappen

Partnergemeinden

Höchberg unterhält Partnerschaften mit der französischen Gemeinde Luz-Saint-Sauveur (seit 1977) und mit der italienischen Gemeinde Bastia Umbra (seit 1990).

Kulturdenkmale

Die Gestaltung der Brunnengasse macht den Verlauf der früheren mittelalterlichen Wasserleitung zur Festung sichtbar. Die unterirdischen Quelle sind als Verbindung von oberem und unterem Brunnen oberirdisch geführt.

Katholische Pfarrkirche Mariä Geburt.

Im oberen Bereich des Wasserlaufs der Brunnengasse befindet sich ein stattliches barockes Wohnhaus, das viele Jahre lang als israelitische Präparandenschule genutzt wurde.

Neben der Präparandenschule und dem Geburtshaus von Leopold Sonnemann (Begründer der Frankfurter Zeitung, dem Vorläufer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) gibt es als weiteres Zeugnis der früheren jüdischen Bevölkerung Höchbergs den jüdischen Friedhof Am Trieb.

Kirchen

  • Katholische Pfarrei Mariä Geburt
  • Kath. Pfarrgemeinde St. Norbert
  • Evangelische Kirchengemeinde „St. Matthäus“; gleichzeitig die ehemalige Synagoge. Das Synagogengebäude wurde 1951 von der evangelischen Gemeinde Höchberg übernommen.

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Arbeitsplätze

2017 gab es in der Gemeinde 2156 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 3251 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 1095 Personen größer als die der Einpendler. 81 Einwohner waren arbeitslos.

Verkehr

Durch Höchberg führen die Bundesstraßen 8 und 27, teilweise als ortsumgehende Ausbaustrecke. Nächste Autobahnanschlussstelle ist Würzburg-Kist an der A 3.

Außerdem ist Höchberg von Würzburg aus gesehen der zweite Ort an der Romantischen Straße. Durch Höchberg führen der Fränkische Marienweg, der Radweg Romantische Straße sowie der Aalbach-Radweg, der Würzburg mit Wertheim verbindet.

An der Haltestelle Karwinkel, die an der Hauptstraße liegt, halten viele Buslinien, die in den westlichen und südlichen Landkreis Würzburg fahren. Nach Höchberg selbst fahren vom Würzburger Busbahnhof die Buslinien 17 und 18, die im Taktverkehr von 20 bzw. 30 Minuten verkehren.

Schulen

  • Höchberger Volksschule
  • Leopold-Sonnemann Realschule am Rudolf-Harbig-Platz
  • Mittelschule Höchberg am Rudolf-Harbig-Platz
  • Förderschule des Landkreises Würzburg „Drei-Linden-Schule“

Kindergärten

  • Katholische Kindertagesstätte Mariä Geburt
  • St. Norbert
  • St. Matthäus
  • Kindergarten im Wiesengrund
  • Kinderkrippe im Wiesengrund
  • Kinderkrippe Pusteblume
  • Kindertagesstätte auf der Frankenwarte

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 2014: Adolf Ullmann (1942–2014), Verbandsfunktionär

Sonstige Persönlichkeiten

  • Lazarus Ottensoser (* 1798 in Weimarschmieden/Lkr. Rhön-Grabfeld; † 1876 in Höchberg) war der erste Ortsrabbiner in der Marktgemeinde Höchberg.
  • Joseph Georg Ziegler (* 15. März 1902 in Tauberrettersheim bei Ochsenfurt; † 1. Oktober 1988 in Würzburg), römisch-katholischer Geistlicher und Alttestamentler. Er war Rektor der Universität Würzburg (1961–1962) und wohnte in der Albrecht-Dürer-Straße in Höchberg.
  • Horst Hagedorn (* 29. Oktober 1933 in Blomberg/Lippe; † 11. Mai 2018), Geograph und Hochschullehrer in Würzburg, lebte in Höchberg im Allerseeweg und wurde in Höchberg beerdigt.

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Leopold Sonnemann (1831–1909), Kaufmann, Politiker und Mäzen. Gründer (1856) der Frankfurter Zeitung und Reichstagsabgeordneter der Deutschen Volkspartei, geboren in der Sonnemannstraße.
  • Leon Oppenheimer (1841–1912), Arzt, Hochschullehrer, königlich-bayerischer Hofrat, geboren in der Brunnengasse.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Höchberg.

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.