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Höchberg
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Ortsplan Markt Höchberg
Gemeinde Höchberg
Hauptstr. 58
97204 Höchberg

http://www.hoechberg.de

Höchberg

160pxAbb. 1 Wappen von Höchberg
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 280 m
PLZ 97204
Vorwahl 0931
Gliederung 1 Ortsteil
Website www.hoechberg.de
Bürgermeister Alexander Knahn (parteilos)

Höchberg ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg.

Geographie

Höchberg grenzt im Osten direkt an Würzburg. Es besteht aus zwei Ortsbereichen, dem Altort und dem Ortsteil Hexenbruch. Darüber hinaus sind Neubaugebiete, z. B. Mehle und Mehle II entstanden.

Name

Etymologie

Der Name „Höchberg“ leitet sich von der Lage des Ortes ab und bedeutet „Ansiedlung auf einem hohen Berg“. Die älteste Schreibweise des Ortsnamens findet sich im Jahr 748: Bischof Burkard von Würzburg schenkt die Siedlung hugbur dem Andreaskloster in Würzburg.

Eine weitere Ansiedlung auf heutiger Höchberger Markung nennt eine Würzburger Grenzbeschreibung aus dem Jahr 779: huohhobura, althochdeutsch für „kleine Häuser an den Ecken“. Gemeint ist damit ein Knick im Grenzverlauf.

Gemäß von Reitzenstein (2013) geht jedoch auch der Ortsname „Höchberg“ auf althochdeutsch būr zurück, was „(kleines) Haus“ oder „Vorratshaus“ bedeutet.

Frühere Schreibweisen des Ortsnamens

hugbur (748)

Huchbur, Huchberg (14. Jahrhundert)

Höchberg (1547)

Hüchberg (16. bis 19. Jahrhundert).

Weitere frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Schriftstücken:

  • 779 Huohhobura
  • 1230 Hochebur
  • 1303 Hoͤchbur
  • 1318 Hoͤwechgebuer
  • 1337 Hochbuͤr
  • 1341 Hoͤchgebuͤr
  • 1360 Hoͤchbuͤr
  • 1383 Huchbůer
  • 1450 Huchbawr
  • 1497 Huchbur
  • 1525 Hugburg
  • 1 Hochberg
  • 1819 Höchberg

Bis zur Gemeindegründung

Höchberg wurde erstmals im Jahr 748 urkundlich erwähnt.

Mindestens seit Ende des 17./Anfang des 18. Jahrhunderts waren jüdische Familien im Ort ansässig. Sie legten einen Jüdischen Friedhof an und errichteten 1721 eine Synagoge, die beim Novemberpogrom 1938 von SA-Männern ausgeraubt wurde und seit 1951 als evangelische Kirche dient. Eine Gedenktafel am Kircheneingang und ein Gedenkstein am Jüdischen Friedhof erinnern heute an diese Vorgänge.

Als Teil des Hochstiftes Würzburg (Stift Burkard), das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde Höchberg 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Preßburg (1805) Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern fiel.

Markt

Am 27. Juli 1990 verlieh das Bayerische Staatsministerium des Inneren der Gemeinde das Prädikat Markt.

Hexenbruch

Im heutigen Ortsteil Hexenbruch wurde am 21. Juni 1749 der enthauptete Leichnam von Maria Renata Singer von Mossau, der letzten vermeintlichen Hexe Frankens, nahe dem Höchberger Wald („wo ein großer Umbruch geführt wurde“) in der Nähe der Zeller Waldspitze verbrannt (Vgl. auch Hexenprozesse in Würzburg). Sie war eines der letzten Opfer der Hexenverfolgung auf deutschem Boden. In den 1950er Jahren begann die Bebauung des Ortsteils. Vorher wurde das Gebiet militärisch genutzt. Außerdem wurde im alten, mittlerweile zugeschütteten Steinbruch bis weit ins 19. Jahrhundert Muschelkalk abgebaut. Seitdem trägt dieser Teil des Ortes den Namen Hexenbruch.

Ausgliederung

Am 1. Mai 1978 wurde ein Gebiet von etwa 155 ha Größe im hinteren Steinbachtal an die Stadt Würzburg abgetreten. Die dort befindliche Roßbergsiedlung hatte zu dem Zeitpunkt 470 Einwohner. In den amtlichen Ortsverzeichnissen wird dieses Gebiet als Gemeindeteil Steinbachtal geführt.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1598 ca. 300
1723 90 Familien
1811 710
1865 1332
1898 1608
1939 3093
1945 4281
1950 4545
1961 4935
Jahr Einwohner
1970 5437
1987 8761
1991 9224
1995 9393
2000 10029
2005 9370
2010 9440
2015 9329
2018 9361

Politik

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 15. März 2020 führte zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Marktgemeinderates von Höchberg:

Partei %Anteil Sitze im Gemeinderat
CSU 26,21 5
Bündnis 90/ Die Grünen 25,77 5
SPD 23,21 5
FDP 3,89 1
Höchberger Mitte 8,58 2
UWG 12,34 2

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist seit 2020 Alexander Knahn (überparteilich). Bei der Bürgermeisterwahl am 15. März 2020 wurde er mit 58,48 % der gültigen Stimmen gewählt.

Zweiter Bürgermeister ist seit 2020 Sven Winzenhörlein (Bündnis 90/Die Grünen)

Dritter Bürgermeister ist seit 2008 Bernhard Hupp (Sozialdemokratische Partei Deutschlands)

Ehemalige 1. Bürgermeister

Amtszeit Name Partei
1933 - 1933 Andreas Seubert SPD
1945 – 1964 Ernst Keil SPD
1964 – 1970 Alois Medon SPD
1970 – 1994 Werner Hillecke SPD
1994 – 2020 Peter Stichler SPD

Wappen

Die Beschreibung des 1952 eingeführten Gemeindewappens lautet: „In Blau über einer heraldischen goldenen Lilie schräg gekreuzt ein goldener Karst und ein goldener Dreschflegel“.

Partnergemeinden

Höchberg unterhält Partnerschaften mit der französischen Gemeinde Luz-Saint-Sauveur (seit 1977) und mit der italienischen Gemeinde Bastia Umbra (seit 1990).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswert sind der Ortskern mit einem künstlich angelegten Wasserlauf und einer Brunnenanlage im Altort und die historische katholische Pfarrkirche Mariä Geburt.

Im oberen Bereich des künstlichen Wasserlaufs der Brunnengasse befindet sich eine (Stand 2005) renovierte ehemalige jüdische Präparandenschule.

Ein Mischwaldgebiet grenzt an die Nachbargemeinden Waldbüttelbrunn, Kist und Zell am Main an. Einmal im Jahr findet der Höchberger Grenzweg-Wandertag statt.

Die Bibliothek hat im Ranking der Bibliotheksorte mit weniger als 15.000 Einwohnern einen sechsten Platz belegt. Seit kurzem kann das Angebot auch online eingesehen werden.

An der alten Würzburger Straße nach Höchberg befindet sich ein Kreuzweg, der sich über mehrere Kilometer erstreckt und aus sieben in Sandsteinen gehauenen, altarähnlichen Bildstöcken besteht. Die ersten drei Stationen befinden sich noch auf dem Stadtgebiet Würzburgs, die Stationen vier bis sieben auf dem Gebiet des Marktes Höchberg.

Ein Teil der Wasserversorgung der Festung Marienberg in Würzburg erfolgte früher von einer Quelle am oberen Ende der Brunnengasse (bzw. im Bereich der Sonnemannstraße schräg gegenüber der ehemaligen Präparandenschule).

Neben der Präparandenschule und dem Geburtshaus von Leopold Sonnemann (Begründer der Frankfurter Zeitung, dem Vorläufer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) gibt es als weiteres Zeugnis einen ehemaligen jüdischen Friedhof in Höchberg.

Freizeitgestaltung

Höchberg bietet verschiedene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Im Ortsteil Hexenbruch befindet sich z. B. das Mainlandbad (Hallen- und Freibad mit Saunaanlage), daneben eine 18-Loch-Minigolfbahn. Des Weiteren gibt es einen Sportplatz mit Tartanbahn und für Hobbyfußballspieler einen Waldsportplatz. Für nicht vereinsgebundene Fußballspieler bietet sich der sogenannte Bolzplatz auf der Scheckertswiese an. Auf dem Sportplatzgelände befinden sich auch vier Tennisplätze.

Der bekannteste Wanderweg auf Höchberger Gemarkung ist der Naturpfad. Er führt vom Kloster Oberzell durch den Staats- und Gemeindewald bis zum Erbachshof im Nachbarort Eisingen. Man kommt an sechs kleinen Seen vorbei.

Wanderwege sind auch die Wege zur Frankenwarte und in das Steinbachtal. Ausgangspunkt ist das Kreuzle, das am Ende der Straße Weg zum Kreuz steht.

Nicht nur für Weinkenner ist der Weinwanderweg interessant, der am Parkplatz Waldstraße beginnt und über den Alleeweg und den Hexenbruchweg durch die Weinberge unterhalb der Festung Marienberg bis zur Burkarder Kirche führt.

Ein Steinbruch bietet für Mountainbike-Fans mit kleinen bis mittleren Ansprüchen kleine Trails und Swingin-Ramps.

In den Sommerferien gibt es jährlich auf einem Feld in der Nähe der Scheckertswiese für Kinder und Jugendliche ein Hüttendorf. Aus Paletten und Brettern wird der sogenannte Ferienspielplatz meist unter einem Motto eingerichtet. Betreut werden die jugendlichen Bastler mitunter von Freiwilligen aus dem Höchberger Jugendzentrum.

Neben der Mainlandhalle existiert die TGH-Halle der Turngemeinde Höchberg als weitere Sporthalle. Sie befindet sich in der Jahnstraße im Altort und wird im Volksmund auch Jahnsporthalle genannt.

Maskottchen

Das Maskottchen des Marktes Höchberg ist ein Rabe, der den Namen „Krack“ trägt. Die Höchberger Bürger werden im mainfränkischen Sprachgebrauch auch als „Höchberger Krack’n“ bezeichnet.

Kirchen

  • Katholische Pfarrei Mariä Geburt
  • Kath. Pfarrgemeinde St. Norbert
  • Evangelische Kirchengemeinde „St. Matthäus“; gleichzeitig die ehemalige Synagoge. Das Synagogengebäude wurde 1951 von der evangelischen Gemeinde Höchberg übernommen.

Baudenkmäler

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Arbeitsplätze

2017 gab es in der Gemeinde 2156 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 3251 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 1095 Personen größer als die der Einpendler. 81 Einwohner waren arbeitslos.

Verkehr

Durch Höchberg führen die Bundesstraßen 8 und 27, teilweise als ortsumgehende Ausbaustrecke. Nächste Autobahnanschlussstelle ist Würzburg-Kist an der A 3.

Außerdem ist Höchberg von Würzburg aus gesehen der zweite Ort an der Romantischen Straße. Durch Höchberg führen der Fränkische Marienweg, der Radweg Romantische Straße sowie der Aalbach-Radweg, der Würzburg mit Wertheim verbindet.

An der Haltestelle Karwinkel, die an der Hauptstraße liegt, halten viele Buslinien, die in den westlichen und südlichen Landkreis Würzburg fahren. Nach Höchberg selbst fahren vom Würzburger Busbahnhof die Buslinien 17 und 18, die im Taktverkehr von 20 bzw. 30 Minuten verkehren.

Schulen

  • Höchberger Volksschule
  • Leopold-Sonnemann Realschule am Rudolf-Harbig-Platz
  • Sonderschule des Landkreises Würzburg „Rupert-Egenberger-Schule“

Kindergärten

  • Katholische Kindertagesstätte Mariä Geburt
  • St. Norbert
  • St. Matthäus
  • Kindergarten im Wiesengrund
  • Kinderkrippe im Wiesengrund
  • Kinderkrippe Pusteblume

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Leopold Sonnemann (1831–1909), Journalist, Gründer (1856) der Frankfurter Zeitung und Reichstagsabgeordneter

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Höchberg

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