Stadt Herzberg am Harz
Marktplatz 30
37412 Herzberg

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Herzberg am Harz

160pxAbb. 1 Wappen von Herzberg am Harz
Basisdaten
Bundesland Niedersachsen
Höhe 240 m
PLZ 37412, 37434
Vorwahl 05521, 05585
Gliederung 5 Stadtteile
Adresse der Verwaltung Marktplatz 30/32
37412 Herzberg am Harz
Website www.herzberg.de
Bürgermeister Lutz Peters (CDU)
Herzberg am Harz ist eine Stadt im Landkreis Göttingen in Südniedersachsen (Deutschland), die am Südrand des Oberharzes liegt.

Seit Juli 2006 führt die Stadt Herzberg am Harz auf ihren touristischen, kulturellen und städtepartnerschaftlichen Schreiben den Beinamen „die Esperanto-Stadt“.

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt Herzberg am Harz liegt am Austritt der kleinen Flüsse Sieber und Lonau aus dem Mittelgebirge Harz. Von Göttingen liegt Herzberg 32 km in nordöstlicher Richtung, von Hannover 90 km in südöstlicher Richtung. Oberhalb des Ortskerns liegt das Schloss Herzberg.

Nachbargemeinden

Herzberg grenzt beginnend im Norden dem Uhrzeigersinn folgend an folgende Städte, Gemeinden und gemeindefreie Gebiete:

  • Landkreis Göttingen:
    • Gemeindefreies Gebiet Harz
    • Bad Lauterberg im Harz
  • Landkreis Eichsfeld:
    • Sonnenstein
  • Landkreis Göttingen:
    • Duderstadt
    • Rüdershausen (Samtgemeinde Gieboldehausen)
    • Rhumspringe (Samtgemeinde Gieboldehausen)
    • Wollershausen (Samtgemeinde Gieboldehausen)
    • Hattorf am Harz (Samtgemeinde Hattorf am Harz)
    • Elbingerode am Harz (Samtgemeinde Hattorf am Harz)
    • Hörden am Harz (Samtgemeinde Hattorf am Harz)

Stadtgliederung

  • Herzberg (8946 Einwohner)
  • Lonau (293 Einwohner)
    • mit Mühlenberg
  • Pöhlde (1987 Einwohner)
    • mit Rhumasprung (PLZ: 37434)
  • Scharzfeld (1620 Einwohner)
  • Sieber (469 Einwohner)

Stand: 1. Januar 2017 (ohne Nebenwohnsitz)

Zudem lässt sich die Kernstadt von Herzberg in nichtamtliche Stadtteile gliedern (in Klammern die Namen der wichtigsten Straßen):

  • Zentrum (Hauptstraße, Marktplatz)
  • Kleebleek (Lonauer Straße, Dr.-Frössel-Allee)
  • Langfast (Am Langfast)
  • ehem. Lonauerhammerhütte (Liethweg)
  • Juesheide (Juesholzstraße, Amtmann-Lueder-Straße)
  • Bahnhofsviertel (Duderstädter Straße)
  • Kastanienplatz (Kastanienplatz)
  • Aue (Northeimer Straße, Kornstraße, Siemensstraße)
  • Pfingstanger (Am Pfinstanger)
  • Eichholz (Am Sportplatz, Am Eichholz)

Geschichte

Das Schloss Herzberg wird erstmals in einer Schenkungsurkunde Heinrichs des Löwen aus dem Jahre 1154 erwähnt und blieb zunächst im Besitz der Welfen. Der Ort selbst erschien erstmals 1337 urkundlich als landesherrliches Gut unterhalb des Schlosses. Von einem wesentlich früheren Siedlungsbeginn ist auszugehen. Der Ortsname lautete im Mittelalter Hircesberg, Hirzberch, Hertsberg. Das Grundwort -berg weist auf eine Entstehungszeit in der hochmittelalterlichen Ausbauperiode zwischen 800 und 1350 hin. Der Ortsnamensteil Herz- könnte von Hirsch stammen, da im 12. Jahrhundert der Stammvokal -i- zu -e- abgeschwächt wurde. Verwaltungsmäßig bestand seit 1315 das Amt Herzberg, das 1859 mit dem Amt Scharzfels vereinigt wurde. 1598 wurde Herzberg als Flecken bezeichnet. Stadtrechte erhielt der durch Verordnung des Preußischen Staatsministeriums am 25. Oktober 1929.

Seit dem Zusammenschluss der Landkreise Osterode am Harz und Göttingen am 1. November 2016 gehört Herzberg am Harz zum Landkreis Göttingen.

In der näheren Umgebung von Herzberg gibt es einige mittelalterliche Wüstungen, unter anderem Barkevelde, Hage, Hermelingerode, die Kalkburg, Koyhagen, Oy, Runigerodt, Smerbeke und Steynowe.

Wirtschaftswesen

Wegen seiner Wirtschaftskraft war Herzberg schon früh ein regionales Zentrum für sein Umland. Die Tuch- und Leinenproduktion war einst ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Herzberg. Im 18. und 19. Jahrhundert übten ständig rund 50 Personen das Leinewebergewerbe aus. Bedeutend war auch das Brauwesen. Das Brauprivileg erhielt der Ort 1569, ein größeres Brauhaus entstand 1581. Der Ort hatte schon früh städtische Merkmale, dominierend war aber die Land- und Forstwirtschaft. 1614 zählte Herzberg etwa 180 Hofstellen, 1766 waren es rund 300. Mehrere Mühlen, darunter Säge-, Papier-, Getreide- und Ölmühlen, nutzen die Wasserkraft des Mühlengrabens als Energiequelle. Am Mühlengraben gab es eine Wasserkunst, die das oberhalb gelegene Schloss mit Wasser versorgte. Die industrielle Produktion im 20. Jahrhundert beinhaltete die Herstellung von Eisen, Papier, Sprengstoff und Faserplatten sowie die Verarbeitung von Metall, Margarine und Kunstseide.

Waffenproduktion

Der bedeutendste Wirtschaftsfaktor war im 18. und 19. Jahrhundert die Waffenproduktion. Das Kurfürstentum Hannover beschaffte sich vorher Waffen aus anderen Herrschaftsgebieten (wie Thüringen) und wollte nicht mehr davon abhängig sein. Dazu etablierte es in Herzberg 1732 eine Gewehrfabrik für die hannoversche Infanterie. Es wurden aber auch Jagdgewehre und Blankwaffen sowie Waffenzubehör hergestellt. Da es diese spezialisierten Arbeitskräfte vor Ort nicht gab, mussten die Arbeiter anfangs weitgehend von außerhalb angeworben werden. Das Material in Form von Roheisen stammte aus den Hüttenwerken im Harz. Die Fabrik entstand zunächst im Ortsteil Lonau an der Lonau, deren Wasser sie für Antriebsmühlen nutzte. 1740 wurde die Fabrik nach Herzberg verlegt. Eine Gewehrfabrik des Königreichs Hannover in Hannover-Linden wurde bereits 1738 nach Herzberg verlegt. Im 19. Jahrhundert hatte die Fabrik etwa 200 Beschäftigte. Ab 1866, nach der Annexion des Königreichs durch Preußen, nahm die Bedeutung der Waffenfabrik ab, da die preußischen Waffenunternehmen eine starke Konkurrenz waren.

Sprengstoffherstellung

Die Sprengstofffabrik entstand 1940 zur Produktion von Minen und Bomben. Die Dynamit AG Alfred Nobel errichtete die Fabrik nahe dem Ort und dem Schloss. Sie hatte sogar einen Bahnanschluss, der bis heute nicht abgebaut wurde. Wegen der Gefährdung der Bevölkerung durften nicht mehr als 7.500 kg Sprengstoff gelagert werden. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in der Nacht zum 4. April 1945 zu einem schweren Unglück. Zu diesem Zeitpunkt lagerten auf dem Grundstück etwa 40.000 kg Sprengstoff und 8.000 Minen. Durch kleinere Detonationen entstand ein Brand, der während der Löscharbeiten zu einer gewaltigen Explosion führte. Neun Menschen wurden getötet. Sachschäden waren abgedeckte Dächer im Ort und auf dem Schloss. Die Ursache wurde nicht ermittelt, vermutet wurden Sabotage oder Fahrlässigkeit.

Eingemeindungen

Im Jahre 1937 wurde die Gemeinde Lonauerhammerhütte, die zuvor zum Landkreis Zellerfeld gehörte, in die Stadt Herzberg eingemeindet. Am 1. Juli 1972 kamen Lonau, Pöhlde, Scharzfeld und Sieber hinzu.

Einwohnerzahlentwicklung

Jahr Einwohnerzahl
1957 10.704
1961 16.962
1970 17.887
1987 15.899
1990 16.638
1995 16.325
2000 15.374
2005 14.697
2010 13.802
2011 13.573

Die Zahlen von 1961 (6. Juni) und 1970 (27. Mai) sind Volkszählungsergebnisse einschließlich der später eingemeindeten Orte.

Religion

Herzberg war bis zum 31. Dezember 2012 Sitz des gleichnamigen Kirchenkreises der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Er ist zum 1. Januar 2013 mit den Kirchenkreisen Osterode und dem Clausthal zum Kirchenkreis Harzer Land fusioniert.

Zu den evangelisch-lutherischen Gemeinden gehören in Herzberg die 1841–45 erbaute Nicolai-Kirche in der Junkernstraße 21 (siehe auch: Abschnitt „Kultur und Sehenswürdigkeiten“) und die 1963/64 erbaute Christus-Kirche in der Margeritenstraße 3.

Die katholische Kirche St. Josef, benannt nach Josef von Nazaret, befindet sich am Magisterberg. Sie wurde 1893–95 erbaut. Ihre Pfarrgemeinde gehört zum Dekanat Nörten-Osterode. Seit 2006 gehört zur Pfarrgemeinde auch die katholische Kirche in Hattorf. Zur Pfarrgemeinde gehören auch die Kindertagesstätte neben der Kirche und der Friedhof an der Lönsstraße.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Herzberg (Baptisten) wurde 1957 gegründet und gehört zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Sie verfügt über die Kreuzkirche in der Nelkenstraße 1 sowie ein Gemeindehaus in Osterode.

Die Evangelische Gemeinschaft Herzberg verfügt über eine Kirche in der Junkernstraße 16. Die Gemeinde gehört über den Ohofer Gemeinschaftsverband zum Bund evangelischer Gemeinschaften.

Die Neuapostolische Kirche wurde 2007 geschlossen. 1901 wurde die Gemeinde Herzberg gegründet, sie gehörte zum Kirchenbezirk Göttingen. Erst 1971 jedoch erhielt die Gemeinde in der Peimannsgasse 3 eine eigene Kirche. Am 11. November 2007 fand dort der letzte Gottesdienst statt. Das Kirchengebäude wurde verkauft, es wird heute als Physiotherapiepraxis genutzt. Die nächstgelegene neuapostolische Kirche befindet sich heute im 9 km entfernten Osterode.

Die Zeugen Jehovas haben eine Versammlung an der Lönsstraße.

Politik

Stadtrat

Der Rat der Stadt Herzberg am Harz besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern. Die 30 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit beginnt am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Stimmberechtigt im Rat der Gemeinde ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Lutz Peters (CDU).

Seit der Kommunalwahl am 11. September 2016 setzt sich der Stadtrat folgendermaßen zusammen (Veränderungen zu 2011):

  • SPD: 12 Sitze (−1)
  • CDU: 10 Sitze (–2)
  • AfD: 3 Sitze (+3)
  • FDP: 2 Sitze (+1)
  • GRÜNE: 2 Sitze (±0)
  • LINKE: 1 Sitz (±0)
  • NPD: 0 Sitz (−1)

Bürgermeister

Hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt ist Lutz Peters (CDU). Bei der letzten Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde er mit 64,4 % der Stimmen gewählt. Sein Gegenkandidat Michael Dietrich (SPD) erhielt 35,6 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 49,9 %. Peters trat seine Amtszeit am 1. November 2014 an und übernahm damit den Posten vom langjährigen Bürgermeister Gerhard Walter (ebenfalls CDU).

Wappen

Beschreibung: „Das von Blau und Gold gespaltene Wappen der Stadt zeigt im vorderen (blauen) Feld einen rot bewehrten, goldenen Löwen und im hinteren (goldenen) Feld einen aufgerichteten roten Hirsch“.

Das Wappen wurde 1953 vom Minister des Innern genehmigt und enthält Anlehnungen an Amtssiegel aus dem 18. Jahrhundert. Der Löwe zeigt die, seit 1157 währende, Verbundenheit zum welfischen Adelsgeschlecht. Der Hirsch steht für das, bis 1885 bestandene, Amt Herzberg, welches damals in den Landkreis Osterode eingegliedert wurde. Rot und Gold in der rechten Schildhälfte waren die Wappenfarben der Grafen von Lutterberg, die um 1029 einen festen Sitz errichteten, dessen einstiger Name Hirschberg eine frühere Bezeichnung Herzbergs war.

Flagge

Die Farben der Flagge der Stadt Herzberg am Harz sind gelb-blau.

Städtepartnerschaften

  • Góra (Polen, deutsch: Guhrau), seit 1993

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Schloss Herzberg

Das Schloss Herzberg, das auf einer Bergkuppe über dem Ort liegt, ist eines der wenigen Schlösser in Niedersachsen in Fachwerkbauweise. Es entstand auf einer mittelalterlichen Burganlage und wurde nach einem Brand von 1510 neu erbaut. Zwischen 1158 und 1866 befand es sich ununterbrochen im Besitz der Welfen und wird daher auch Welfenschloss genannt. Seit 1882 hat das Amtsgericht Herzberg seinen Sitz im Schloss. Heute beherbergt es außerdem ein Zinnfigurenmuseum sowie Ausstellungen zur Geschichte der lokalen Forstwirtschaft und der Geschichte des Schlosses selbst.Außerdem finden regelmäßig Sonderausstellungen zu den verschiedensten Themen statt.

Burgruine Scharzfels

Die Burgruine Scharzfels liegt östlich des Ortsteils Scharzfeld auf einem steilen Gebirgsrand. Die als uneinnehmbar geltende Festung wurde im Siebenjährigen Krieg 1761 größtenteils zerstört und nicht wieder aufgebaut. Heute ist sie ein beliebtes Wanderziel.

Nicolaikirche

Die Nicolaikirche Herzberg wurde an Stelle der wegen Baufälligkeit abgetragenen ersten Nicolaikirche errichtet und 1845 geweiht. Die Orgel der Kirche wurde durch den Herzberger Orgelbauer Johann Andreas Engelhardt gebaut (ebenfalls 1845), durch Verfügung des Landeskirchenamts vom 25. April 1960 als bedeutendes Werk des Klassizismus unter Denkmalschutz gestellt und 1975 durch Rudolf Janke (Bovenden) restauriert. Sie hat folgende Disposition:

I Hauptwerk C–f3----
Principal 16′
Octave 8′
Gemshorn 8′
Viola da Gamba 8′
Hohlflöte 8′
Doppelgedackt 8′
Octave 4′
Gemshorn 4′
Fugara 4′
Quintflöte 3′
Octave 2′
Tertia 13/5
Mixtur IV 2′
Trompete 8
Tremulant
II Oberwerk C–f3----
Quintatön 16′
Principal 8′
Salicional 8′
Doppelflöte 8′
Traversflöte 8′
Octave 4′
Rohrflöte 4′
Fernflöte 4′
Octave 2′
Mixtur IV 11/3
Cornett IV 8′
Trompete 8′
Tremulant
Pedal C–f1----
Untersatz 32′
Principalbass 16′
Subbass 16′
Violon 16′
Octavbass 8′
Bordun 8′
Violon 8′
Octavbass 4′
Posaune 16′
Trompete 8′
  • Koppeln: I/II, I/P
  • Forte/Pianio-Pedal (Sperrventil)
  • Sperrventile I und II

Naturdenkmäler

  • Die Einhornhöhle bei Scharzfeld ist ein natürlicher Hohlraum in Dolomitgestein. Gesamtlänge von 557 m. Funde aus der Steinzeit.
  • Bei der Steinkirche Scharzfeld handelt es sich um eine 28 m lange und 6-8 m hohe Höhle in einem Dolomitfelsen, die altsteinzeitlichen Jägern als Lagerplatz diente. Im Mittelalter wurde sie zum Kirchenraum umfunktioniert.
  • Der Karstwanderweg führt in Herzberg unter anderem am zentral gelegenen Juessee und am Lonauer Wasserfall vorbei.
  • Der Ochsenpfuhl ist ein kleiner See, der etwa 350 m südlich unterhalb des Schlosses an der B 243 liegt.
  • Die Rhumequelle ist die drittgrößte Quelle Europas und liegt bei Rhumspringe, gehört jedoch zu Pöhlde (und Herzberg).

Naturschutz und Nationalpark

Herzberg liegt am Rand des Nationalparks Harz; der Ortsteil Lonau ist vollständig vom Nationalpark umgeben. Weiterhin liegt Herzberg am Naturschutzgebiet „Siebertal“.

Sport

  • Herzberger Schützengesellschaft e. V. v. 1538
  • Bogensportverein "Goldener Pfeil" Herzberg e.V.
  • MTV Herzberg
  • VfL Herzberg 1908 e. V.
  • TanzSportClub(TSC) Herzberg e. V.
  • Turnverein Pöhlde Einigkeit Germania 1896 e. V.
  • Tennisclub TC Grün-Weiß Herzberg
  • TV GutsMuths Scharzfeld
  • SV Scharzfeld 1950 e. V.
  • SV Pöhlde
  • DLRG OG Herzberg

Weitere Vereine

  • Heimat- und Geschichtsverein Herzberg am Harz e.V.
  • Förderverein Schloss Herzberg am Harz e.V.
  • Esperanto-Gesellschaft Südharz

Radfernwege

Herzberg liegt am Weser-Harz-Heide-Radfernweg und am Harzrundweg.

Herzberg – die Esperanto-Stadt

Seit einem Beschluss des Stadtrates vom 11. Juli 2006 trägt Herzberg den Namenszusatz Esperanto-Stadt, in Esperanto: Herzberg – la Esperanto-urbo. Dieser ungewöhnliche Namenszusatz ergibt sich daraus, dass in Herzberg zu dieser Sprache seit vielen Jahren internationale Jugendtreffen, Kongresse und andere Veranstaltungen stattfinden. Das führt dazu, dass die Stadt entsprechend viele Esperanto sprechende Gäste beherbergt.Es gibt in Herzberg ein weltoffenes Esperanto-Zentrum, in dem schon Gäste aus über 50 Ländern zu Besuch waren.

Esperanto-Unterricht wird an allen städtischen Schulen sowie vom Interkulturellen Zentrum Herzberg angeboten. Dieses ist ein Bildungszentrum des Deutschen Esperanto-Bunds, an dem unter anderem auch Sprachlehrer ausgebildet werden.

Aufgrund von Esperanto wird ein intensives Verhältnis zur polnischen Partnerstadt Góra geführt, mit der auch ein Schüleraustausch stattfindet. Durch diese Form der Kontakte soll die Städtepartnerschaft stärker als durch die üblichen offiziellen Beziehungen gefördert werden. Góra (deutsch: Guhrau) befindet sich in Schlesien. In Herzberg gibt es eine Guhrauer Heimatstube, die auf Anfrage besichtigt werden kann.

Im Jahr 2017 wurde anlässlich des 100. Todestages von Ludwik Lejzer Zamenhof (1859–1917) ein Platz in Herzberg am Harz nach dem Esperanto-Erfinder benannt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

  • Pleissner Guss GmbH
  • Smurfit Kappa Herzberger Papierfabrik GmbH
  • Smurfit Kappa Herzberger Wellpappe GmbH
  • Jungfer Druckerei und Verlag GmbH
  • PEMA GmbH, LKW Vermietung, gegründet 1975
  • Kliniken Herzberg und Osterode GmbH
  • ANDIA International GmbH
  • VDS Versand- und Datenservice

Bildung

In Herzberg gibt es vier Grundschulen:

  • Mahnte-Grundschule
  • Nicolai-Grundschule
  • Einhornschule (in Scharzfeld)
  • Grundschule am Rotenberg (in Pöhlde)

Weiterführende Schulen sind:

  • Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium
  • Oberschule Herzberg am Harz

Verkehr

Herzberg liegt an den Bundesstraßen 27 (Göttingen–Braunlage) und 243 (Seesen–Nordhausen).

Die Deutsche Bahn unterhält den Bahnhof Herzberg (Harz) an der zweigleisigen Südharzstrecke, an dem Züge Richtung Northeim bzw. Göttingen, Richtung Nordhausen und Richtung Braunschweig halten. Außerdem existiert der Haltepunkt Herzberg am Harz Schloss, der sich unterhalb des Welfenschlosses an der eingleisigen Bahnstrecke Herzberg–Seesen und damit näher am Stadtzentrum befindet. Die ehemalige Bahnstrecke Bleicherode Ost–Herzberg ist seit 1982, die Bahnstrecke Herzberg–Siebertal seit 1994 außer Betrieb.

Die RBB unterhält Busrouten nach Bad-Lauterberg, St. Andreasberg, Lonau, Sieber, Hattorf, Wulften, Pöhlde, Rhumspringe; die seit 8. August 2013 bestehende Stadtbuslinie wird hingegen von einem örtlichen Taxiunternehmen betrieben. Alle Linien sind im Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Christian Ludwig Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1622–1665), Herzog des Fürstentums Calenberg und Herzog des Fürstentums Lüneburg
  • Georg Wilhelm Herzog zu Braunschweig-Lüneburg (1624–1705), Herzog des Fürstentums Calenberg und Herzog des Fürstentums Lüneburg
  • Johann Friedrich Herzog zu Braunschweig und Lüneburg (1625–1679), Herzog des Fürstentums Calenberg
  • Sophie Amalie von Braunschweig-Calenberg (1628–1685), Königin von Dänemark, verheiratet mit Friedrich III. von Dänemark und Norwegen
  • Ernst August (1629–1698), erster Kurfürst von Hannover
  • Louis Sichart von Sichartshoff (1797–1882), hannoverischer Generalleutnant
  • Karl von Einem, (1853–1934), preußischer Generaloberst
  • Wolf Spillner (* 1936), deutscher Naturfotograf und Schriftsteller
  • Otto Koch (1937–2010, emigriert 1959), Inhaber von Chicken Delight Canada
  • Lutz Bandekow (* 1948), Mediziner und Offizier, Generalarzt der Bundeswehr 2003-2007
  • Peter Zilvar (* 1950), Leiter des Interkulturellen Zentrums und Esperantist des Jahres 2007
  • Wilfried Ließmann (* 1958), Mineraloge und Montanhistoriker
  • Tatjana Steinhauer (* 1991), Wasserball-Nationalspielerin und EM-Teilnehmerin.
  • Steffen Brinkmann (* 1994), Komponist für digitale Filmmusik

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

  • Johann Andreas Engelhardt (1804–1866), Orgelbauer des 19. Jahrhunderts, hatte seine Werkstatt in der Fabrikstraße
  • Zofia Słaboszowska (1933−2004), polnische Schauspielerin, starb hier
  • Wolfgang Lampe (1953–2015), Ingenieur, Sachbuchautor, Montanhistoriker und Archivar
  • Eva Herman (* 1958 in Emden), Autorin und ehemalige Fernsehmoderatorin, verbrachte den größten Teil ihrer Kindheit in Herzberg und besuchte das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Herzberg am Harz

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