Gross Gerau Stadtkirche 01.jpg|Die evangelische Stadtkirche
Gross Gerau St Walburga.jpg|Die katholische
St.-Walburga-Kirche
Bait ul-Shakoor in Groß-Gerau.JPG|Die Moschee
Bait ul-Schakur
Evangelische Gemeinde
Groß-Gerau hat vier Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau: In der Kernstadt die Stadtkirchengemeinde und die Kirchengemeinde Groß-Gerau Süd sowie Gemeinden in den Stadtteilen Dornheim und Wallerstädten.
Katholische Gemeinde
Die Römisch-katholische Kirche hat mit der St. Walburga-Kirche in der Walburgastraße ihr Gemeindezentrum. Der Pfarrei ist die Gemeinde Wallerstädten zugeordnet.
Muslimische Gemeinden
Die Türkisch-Islamische Gemeinde wurde am 14. Oktober 1986 in der Fabrikstraße 2 gegründet. Die Türkisch-Islamische Gemeinde ist rechtlich und wirtschaftlich ein selbstständig eingetragener Verein, der die gleichen Prinzipien und satzungsgemäßen Zwecke der DITIB verfolgt und die DITIB als Dachverband anerkennt.
Das Gebetshaus der Muslimischen Gemeinde der IGMG befindet sich in der Sudetenstraße.
Das Muslimische Zentrum, das Gebetshaus eines dem türkischen VIKZ nahestehenden Vereins, befindet sich in der Friedhofstraße.
Die Religionsgemeinschaft Ahmadiyya Muslim Jamaat kaufte im Jahr 1985 das ehemalige Gelände „Märchenland“ im Norden der Stadt und nennt es nun „Nasir Bagh“. Es befindet sich am Ortsausgang an der B 44 in Richtung Mörfelden. Bis 1994 fanden dort die jährlichen Versammlungen (Jalsa Salana) statt. Da der Platz nicht mehr ausreichend Kapazität bieten konnte, fanden sie von 1995 bis 2010 auf dem Mannheimer Maimarktgelände statt. Seit 2011 findet die Jalsa Salana Deutschland jährlich in der Messe Karlsruhe statt. Heute wird das Gelände „Nasir Bagh“ nur noch für regionale Veranstaltungen genutzt.
1992 wurde auf dem Areal die Moschee „Bait ul-Schakur“ („Haus des Würdigen“) gebaut. Sie bietet auf zwei Etagen etwa 850 Gläubigen Platz und ist mit 600 m² Gebetsfläche die größte Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Deutschland. Die Moschee besitzt ein kuppelhohes Minarett, das dem Weißen Minarett von Qadian nachempfunden ist.
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Groß-Gerau erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:
| Wahlvorschläge |
% 2026 |
Sitze 2026 |
% 2021 |
Sitze 2021 |
% 2016 |
Sitze 2016 |
% 2011 |
Sitze 2011 |
% 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
|
31,9 |
12 |
31,6 |
12 |
31,1 |
10 |
33,9 |
11 |
25,0 |
8 |
24,5 |
8 |
|
28,0 |
10 |
24,4 |
9 |
31,2 |
10 |
32,2 |
11 |
29,5 |
10 |
41,0 |
14 |
|
12,8 |
5 |
19,6 |
7 |
11,1 |
4 |
19,7 |
7 |
9,6 |
3 |
12,7 |
4 |
|
KOMBI |
Kommunale Bürgerinteressengemeinschaft |
4,8 |
2 |
4,6 |
2 |
9,4 |
3 |
9,5 |
3 |
31,7 |
11 |
21,7 |
7 |
|
5,5 |
2 |
4,1 |
1 |
5,4 |
2 |
3,8 |
1 |
4,2 |
1 |
— |
— |
|
2,8 |
1 |
5,2 |
2 |
4,6 |
2 |
1,0 |
0 |
— |
— |
— |
— |
|
13,2 |
5 |
8,8 |
3 |
– |
– |
— |
— |
— |
— |
— |
— |
|
— |
— |
– |
– |
7,3 |
2 |
— |
— |
— |
— |
— |
— |
|
— |
— |
1,6 |
1 |
– |
– |
— |
— |
— |
— |
— |
— |
| Gesamt |
100,0 |
37 |
100,0 |
37 |
100,0 |
33 |
100,0 |
33 |
100,0 |
33 |
100,0 |
33 |
| Wahlbeteiligung in % |
50,7 |
47,3 |
43,5 |
44,7 |
47,9 |
50,9 |
Bürgermeister
Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Kreisstadt Groß-Gerau neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und sieben weitere Stadträte angehören. Bürgermeister ist seit dem 19. März 2024 Jörg Rüddenklau (SPD). Er wurde am 29. Oktober 2023 in einer Stichwahl, die der Amtsinhaber Erhard Walther (CDU) verfehlte, bei 42,67 Prozent Wahlbeteiligung mit 52,28 Prozent der Stimmen gewählt.
;Amtszeiten der Bürgermeister
- 2024–2030 Jörg Rüddenklau (SPD)
- 2018–2024 Erhard Walther (CDU)
- 2007–2017 Stefan Sauer (CDU)
- 2001–2007 Karl Helmut Kinkel (KOMBI)
- 1983–2001 Manfred Hohl (SPD)
Wappen und Flagge
Wappen
Flagge
Die Flagge wurde der Stadt gemeinsam mit dem Wappen am 22. Januar 1996 genehmigt und wird wie folgt beschrieben:
„Auf blau, gold und rot gestreifter Flaggenbahn aufgelegt das Stadtwappen.“
Städtepartnerschaften
Groß-Gerau unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
- , Frankreich, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Département Var, seit 1959
- , Italien, Südtirol, seit 1959
- , Belgien, Provinz Westflandern, seit 1959
- , Polen, Woiwodschaft Großpolen, seit 2000
Alle fünf Städte sind über eine Ringpartnerschaft miteinander verschwistert, d. h. jede der Städte pflegt eine Partnerschaft mit jeder anderen. Es handelte sich dabei erst um die zweite Partnerschaft dieser Art überhaupt, die zwischen den vier erstgenannten Städten seit 1959 besteht. Die erste wurde ein Jahr zuvor, 1958, zwischen Köln, Lille (Frankreich), Esch-sur-Alzette (Luxemburg), Lüttich (Belgien), Rotterdam (Niederlande) und Turin (Italien) geschlossen. Szamotuły trat der Partnerschaft später, im Jahr 2000, bei.
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Bauwerke
Im Zentrum, speziell in der Mainzer Straße, der Schulstraße und deren Verlängerung Am Sandböhl und dem vorderen Teil der Frankfurter Straße, hat Groß-Gerau eine Reihe liebevoll restaurierter Fachwerkhäuser. Auf dem Areal der Fasanerie Groß-Gerau, einem großen Park im Stile eines englischen Landschaftsgartens, befindet sich ein seit 2022 geschlossener privat geführter Tiergarten.
Gross Gerau Fachwerk 01.jpg|Fachwerkhaus in der Schulstraße
Gross Gerau Fachwerk 02.jpg|Fachwerkhäuser Am Sandböhl
Gross Gerau Fachwerk 03.jpg|Fachwerkhaus in der Schulstraße
Groß-Gerau Scharfrichterhaus 20110420.jpg|Scharfrichterei (Scharfrichterhaus) in der Mainzer Straße
Gross Gerau Fachwerk 05.jpg|Fachwerkhaus in der Mainzer Straße
Groß-Gerau Fachwerkhaus Mainzer Straße 20110505.jpg|Fachwerkhaus in der Mainzer Straße
Wasserturm-GG.jpg|Wasserturm Groß-Gerau
2008.02.16 170040 Am Marktplatz in Groß-Gerau.jpg|Am Marktplatz
Museen
Das Stadtmuseum Groß-Gerau besteht seit 1929.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Kreisstadt Groß-Gerau verzeichnete im Jahr 2024 als dynamischer Wirtschaftsstandort 11.900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Es finden sich fünf der deutschen Top-Unternehmen in Groß-Gerau, das bedeutet Rang 950 im Unternehmensranking. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl verfügt Groß-Gerau damit über 18,79 Top-Unternehmen pro 100.000 Einwohner. Aus der Liste der Unternehmen in Auslandsbesitz finden sich fünf ausländische Investoren am Standort. Rund 500 Mitarbeiter produzieren im Procter & Gamble Werk Groß-Gerau Zahnpflege- und Erkältungsprodukte für 45 Länder weltweit. Das WICK-Werk in Groß-Gerau wurde im August 1963 von der Firma Richardson-Vicks gegründet, wobei die Produktion von WICK VapoRub begann; später kamen auch die beliebten Hustenbonbons hinzu. Heute werden in der hochtechnisierten und digitalisierten Anlage pro Tag u. a. zwei Millionen Tuben Zahnpasta produziert. Erlenbacher Backwaren ist einer der größten deutschen Hersteller und produziert jährlich über 22 Millionen tiefgekühlte Backwaren auf höchstem Niveau. Mit 400 Mitarbeitern und einer Produktvielfalt, die 450 verschiedene Artikel umfasst, und einem Umsatz von 31 Millionen Euro beliefert das Traditionsunternehmen Kunden in rund 45 Ländern. Die 264 Mitarbeiter von Cummins Deutschland GmbH, ein weltweit agierendes Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Motoren und Generatoren spezialisiert hat, erwirtschaftet einen Umsatz von 259 Mio. Euro. Die Unternehmensgruppe Bondioli & Pavesi hat im Bereich der Kraftantriebe am Standort in Groß-Gerau mit vierzig Mitarbeitern einen Jahresumsatz von rund 64 Millionen Euro. Die Niederlassung von Bombardier Aerospace mit 300 Mitarbeitern und einem geschätzten Umsatz von 54 Millionen Euro in Groß-Gerau ist auf die Herstellung von Flugzeugen und Zügen spezialisiert. Die Icefresh GmbH als Industriedienstleister in Sachen Lieferung frischer Fische, Verpackung und Logistik sowie technische Beratung für Fischfabriken verfügt über modernste Anlagen und Technologien, die sechzehn Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von vier Millionen Euro. In Groß-Gerau stehen 9.114 Einpendler 8.427 Auspendlern gegenüber (2024). Für die 380 Hotelbetten wurden 23.107 Ankünfte mit 42.365 Übernachtungen gezählt (2023). Mehrere Traditionsbetriebe wie beispielsweise das Fagro Press- und Stanzwerk, die Helvetia Konservenfabrik oder das Werk der Südzucker AG wurden geschlossen.
Flächennutzung
Das Gemeindegebiet umfasst eine Gesamtfläche von 5448 Hektar, davon entfallen in ha auf:
| Nutzungsart |
2011 |
2015 |
| Gebäude- und Freifläche |
594 |
605 |
| davon |
Wohnen |
300 |
299 |
|
Gewerbe |
82 |
83 |
| Betriebsfläche |
59 |
49 |
| davon |
Abbauland |
0 |
0 |
| Erholungsfläche |
80 |
79 |
| davon |
Grünanlage |
56 |
56 |
| Verkehrsfläche |
374 |
375 |
| Landwirtschaftsfläche |
2878 |
2875 |
| davon |
Moor |
0 |
0 |
|
Heide |
0 |
0 |
| Waldfläche |
1346 |
1345 |
| Wasserfläche |
92 |
92 |
| Sonstige Nutzung |
26 |
26 |
Bildung
Der Kreis Groß-Gerau ist bekannt für die zahlreichen Bildungseinrichtungen. Neben Grund- und Realschulen gehören auch eine gymnasiale Oberstufe und mehrere Förderschulen zum Angebot des Kreises dazu.
Grundschulen:
- Grundschule Dornheim
- Grundschule Wallerstädten
- Nordschule
- Schillerschule (Jahnstraße)
- Schillerschule (Auf Esch)
Weiterführende und sonstige Schulen:
- Astrid-Lindgren-Schule (Sprachheilschule)
- Berufliche Schulen Groß-Gerau
- Goetheschule (Schule für Lernhilfe)
- Luise-Büchner-Schule (Gymnasiale Mittelstufenschule)
- Martin-Buber-Schule (Integrierte Gesamtschule)
- Prälat-Diehl-Schule (Gymnasium)
Verkehr
In Groß-Gerau kreuzen sich die B 42/L 3482 und B 44. Die Autobahnanschlussstellen Nord und Süd schaffen über die A 67 Verbindungen in alle Richtungen. Auch die umliegenden Großstädte sind nahebei (Darmstadt 11 km, Wiesbaden 23 km, Mainz 18 km und Frankfurt am Main 28 km). Der Flughafen Frankfurt Main ist über die Autobahn in etwa 15 Minuten zu erreichen.
Darüber hinaus ist Groß-Gerau an zwei Eisenbahnstrecken angeschlossen, die sich am östlichen Stadtrand in etwa in rechtem Winkel kreuzen. Es sind die Rhein-Main-Bahn Mainz–Darmstadt–Aschaffenburg (RB75) und die Riedbahn Mannheim–Frankfurt (S7). Beide Strecken sind zweigleisig und elektrifiziert. Aktuell wird die Strecke Mainz-Darmstadt-Aschaffenburg (RB75) von der Hessischen Landesbahn (HLB) betrieben.
Im Stadtgebiet gibt es drei Bahnstationen:
- Bahnhof Groß Gerau an der Rhein-Main-Bahn unmittelbar nördlich des Stadtkerns,
- Bahnhof Groß Gerau-Dornberg an der Riedbahn, ein Stück südöstlich von der Kernstadt abgesetzt in einem Gewerbegebiet,
- Haltepunkt Groß Gerau-Dornheim, ebenfalls an der Riedbahn, etwa vier Kilometer weiter südlich in der gleichnamigen Ortschaft.
Zwischen den Bahnstrecken existieren zwei Verbindungskurven in den Relationen Mannheim-Mainz und Mannheim-Darmstadt. Beide spielen vorwiegend im Güterverkehr eine Rolle. Zwischen den Bahnhöfen Groß Gerau und Groß Gerau-Dornberg besteht kein Personenverkehr.
Die Schreibung der Bahnhofsnamen ohne Bindestrich gründet auf den unterschiedlichen Rechtschreibregeln des Großherzogtums Hessen und des Königreichs Preußen. Die Königlich Preußische und Großherzoglich Hessische Staatseisenbahnen (K.P.u.G.H.StE) benannten die Bahnhöfe nach den preußischen Rechtschreibregeln.
Medien
Als Tageszeitungen erscheinen das „Groß-Gerauer Echo“ (früher „Heimatzeitung“), das zur Zeitungsfamilie der VRM-Verlagsgruppe gehört, sowie Frankfurter Zeitungen mit Regionalseiten, auch für Groß-Gerau. Zusätzlich erscheint das lokale Monatsmagazin „Wir“. In Groß-Gerau ansässig ist außerdem der „Christian Gallus Verlag“, Herausgeber des bundesweit erscheinenden Geocaching Magazins.
Stromnetz und -versorgung
Das Stromnetz wird von den Stadtwerken Groß-Gerau betrieben. Diese treten auch als lokaler Energieversorger auf. Sie befinden sich im Mehrheitsbesitz der Stadt Groß-Gerau.
Ehemalige Unternehmen
Bis zum Jahr 2007 war die Zuckerfabrik in Groß-Gerau der größte Zuckerproduzent Hessens. Gegründet wurde das Werk bereits 1883 durch den Rübenzuckerfachmann Bergsträßer und den Landwirt Anton Schudt, schon im Folgejahr verarbeitete der Betrieb rund 32.500 Tonnen Zuckerrüben. Als Teil der 1926 entstandenen Südzucker AG gehörte der Standort zum heute europaweit größten Zuckererzeuger mit über fünfzig Niederlassungen. Im Februar 2008 erfolgte die Schließung des Werks sowie des Standorts Regensburg. Grund hierfür war die Reform der EU-Zuckermarktordnung, die eine Drosselung der Produktion sowie eine Senkung der Garantiepreise für Landwirte um etwa ein Drittel vorsah. Für die 110 betroffenen Mitarbeiter am Standort Groß-Gerau wurde ein Sozialplan zur beruflichen Absicherung erstellt. Ein wesentlicher Teil der Belegschaft, etwa fünfzig Personen, erhält die Möglichkeit, in das Südzucker-Werk Offstein zu wechseln. Für die betroffenen Landwirte aus der Wetterau, dem Hessischen Ried, Rheinhessen und Unterfranken konnten entweder ein Prämiensystem für den Verzicht auf den Rübenanbau in Anspruch nehmen oder ihre Ernte fortan an die Standorte Wabern in Nordhessen bzw. Offstein in Rheinland-Pfalz liefern. Den Rückbau und die vollständige Demontage der Werke in Groß-Gerau und Regensburg fördert die Europäische Union mit einer Entschädigungssumme von insgesamt rund 150 Millionen Euro für die Südzucker AG.
Während der jährlichen Erntesaison, der sogenannten Kampagne von Ende September bis Dezember, lief die Zuckerfabrik Groß-Gerau im 24-Stunden-Hochbetrieb. Täglich wurden rund 9.200 Tonnen Zuckerrüben verarbeitet, wobei die Anlieferungsmenge mit etwa 12.000 Tonnen sogar noch darüber lag. Um Lieferengpässe abzufangen, hielt das Werk stets einen Vorrat für drei bis vier Tage bereit. Mit einer Belegschaft von 160 Mitarbeitern während der Saison (130 im restlichen Jahr) wurde eine jährliche Gesamtmenge von ca. 826.000 Tonnen Rüben bewältigt. Dies resultierte in einer täglichen Zuckerproduktion von 1.400 Tonnen, die in den werkseigenen Silos mit einer Gesamtkapazität von 93.000 Tonnen gelagert werden konnten. Hinter der Zuckerfabrik stand ein Netzwerk aus etwa 2.000 Anbaubetrieben, die zwischen Lahn und Landesgrenze sowie dem Rhein-Main-Gebiet und dem bayerischen Untermain eine Fläche von 14.000 Hektar bewirtschafteten. Mit einem Hektarertrag von rund 65 Tonnen war die Koordination der Rübenströme eine logistische Meisterleistung. Zum Schutz der Anwohner und zur Einhaltung der Ruhezeiten blieb das Werk an Sonn- und Feiertagen lieferfrei. Am 20. Oktober 2009 ereignete sich während der Abbrucharbeiten eine Staubexplosion. Ursache war vermutlich feiner Zuckerstaub, der bei der Entfernung der Silo-Isolierung und durch die Erschütterungen der Abrissbirne aufgewirbelt worden war. Trotz der Heftigkeit der Explosion kamen keine Personen zu Schaden.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Christoph Eschenfelder (1470–1547), Zollbeamter und Humanist
- Friedrich Wolff (1792–1854), Rentamtmann, Politiker, Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen
- Franz Staudinger (1849–1921), Gymnasial-Professor, Philosoph und Lehrer in der Konsumgenossenschaftsbewegung
- Ludwig Münch (1852–1922), Lehrer und Landtagsabgeordneter
- Wilhelm Diehl (1871–1944), Theologe, Kirchenhistoriker und Landtagsabgeordneter (DNVP)
- Heinrich Walther (1866–1950), Gynäkologe
- Adam Herbert (1887–1976), Apotheker, Unternehmer und Mäzen
- Karl Spreng (1904–1982), Jurist, Richter am Bundesgerichtshof von 1956 bis 1972
- Martin Schlappner (1931–2008), Politiker (SPD)
- Walter Sperling (1932–2016), Geograph und Hochschullehrer
- Claus Rolshausen (1941–2021), Soziologe und Professor
- Bernd Hamm (1945–2015), Soziologe und Hochschullehrer
- Herbert Friedmann (1951–2019), Schriftsteller
- Gerd Winter (* 1951), Maler
- Lothar Skala (1952–2008), ehemaliger Fußball-Bundesliga-Spieler aus dem Groß-Gerauer Stadtteil Dornheim
- Holger Schulz (* 1954), Zoologe
- Carina Gödecke (* 1958), Politikerin (SPD)
- Dieter Georg Adlmaier-Herbst (* 1960), Kommunikationswissenschaftler
- Ralf Schwob (* 1966), Schriftsteller
- Carola Vogel (* 1966), Ägyptologin
- Dirk Hamm (* 1968), Filmproduzent
- Silke Heimes (* 1968), Autorin
- Johannes Berg (* 1969), Jurist
- Oliver Leicht (* 1969), Jazzmusiker
- Markus Becht (* 1971), Bodybuilder
- Ingo Hahn (* 1971), MdL des Bayerischen Landtags
- Joachim Lösch (* 1971), Jazzmusiker
- Tobias Reinhardt (* 1971), Altphilologe
- Thorsten Schmid (* 1971), Handballtrainer
- Nikolai Setzer (* 1971), Manager in der Automobilindustrie
- Dirk Auer (* 1972), Extremsportler und Ingenieur
- Heike Hofmann (* 1973), Politikerin (SPD)
- Stefanie Hiß (* 1974), Soziologin und Hochschullehrerin
- Maike Wetzel (* 1974), Schriftstellerin und Drehbuchautorin
- Stephan Weinberg (* 1975), Verwaltungsjurist und Politiker (SPD)
- Antje Dammel (* 1976), Sprachwissenschaftlerin
- Oliver Möller (* 1976), Schauspieler
- Dominik Burkhardt (* 1977), Leichtathlet
- Nadine Hahl (* 1978), Schauspielerin
- Indira Weis (* 1979), Popsängerin
- Fabio De Masi (* 1980), deutsch-italienischer Politiker (Bündnis Sahra Wagenknecht)
- Julia Wolf (* 1980), Schriftstellerin
- Oliver Sequenz (* 1981), Journalist und Fernsehmoderator
- Daniel Zschätzsch (* 1982), Speedskater und Eisschnellläufer
- Christina Dietrich (* 1984), Fernsehmoderatorin und -journalistin
- Kevin Klier (* 1984), Handballspieler
- Pia Lamberty (* 1984), deutsche Sozialpsychologin
- Thorsten Schulz (* 1984), Fußballspieler
- Sascha Herröder (* 1988), Fußballspieler
- Andreas Heinz (* 1991), Badmintonspieler
- Faisal Kawusi (* 1991), Komiker
- Suena (* 1992), Musikproduzentin
- Fabian Dudek (* 1995), Jazzmusiker
Persönlichkeiten, die in Groß-Gerau wirken oder wirkten
- Johannes Angelus (1542–1608), lutherischer Theologe und Pfarrer
- Wilhelm Hammann (1897–1955), Landtagsabgeordneter und Kommunalpolitiker (KPD)
- Walter Buss (1920–2017), Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht a. D.
- Georg Sturmowski (1923–2017), Politiker (CDU)
- Ralf Raps (* 1960), ehemaliger Fußball-Bundesliga-Spieler aus dem Groß-Gerauer Stadtteil Dornheim
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen
Einzelnachweise
Hinweis
Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Groß-Gerau.
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