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Grafing
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Stadtplan Grafing
Stadt
Grafing
Marktplatz 28
85567 Grafing

http://www.grafing.de

Grafing bei München

160pxAbb. 1 Wappen von Grafing bei München
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 522 m
PLZ 85567
Vorwahl 08092
Adresse der Verwaltung Marktplatz 28
85567 Grafing
Website www.grafing.de
Erste Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Bündnis 90/Die Grünen Bayern)

Grafing bei München (amtlich: Grafing b.München, früher auch: Grafing am Gries) ist die drittgrößte Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Ebersberg und liegt in einem der wirtschaftlich stärksten Landkreise des Münchener Umlands.

Geographie

Lage

Grafing liegt in der Region München am Zusammenfluss von Urtelbach und Wieshamer Bach zur Attel im Alpenvorland rund 32 km südlich von Erding, 25 km westlich von Wasserburg, 28 km nordwestlich von Rosenheim, 33 km östlich der Landeshauptstadt München und nur 4 km südlich der Kreisstadt Ebersberg. Zum Flughafen München sind es etwa 43 km. Grafing verfügt über einen Anschluss zur S-Bahn, die eine Verbindung mit der Innenstadt Münchens bietet.

Grafing übernimmt gemeinsam mit der Stadt Ebersberg die zentralörtliche Funktion eines Mittelzentrums. Neben dem geschlossenen Siedlungskörper setzt sich die Gemeinde aus fünf weiteren Ortsteilen zusammen. Die nächstgelegenen Oberzentren sind München (30 km Luftlinie) und Rosenheim (25 km Luftlinie).

Nachbargemeinden

  • Aßling
  • Bruck
  • Ebersberg
  • Frauenneuharting

Es existieren folgende Gemarkungen: Elkofen, Grafing b.München, Nettelkofen, Öxing, Straußdorf.

Geschichte

Bis zur Gemeindegründung

Der 960 als Gisling gegründete Ort gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Schwaben des Kurfürstentums Bayern. Unmittelbar benachbart zu Grafing bestand lange Zeit die Gemeinde Oexing, welche am 1. August 1933 nach Grafing eingemeindet wurde. Die Grafinger Pfarrkirche St. Aegidius befand sich auf dem Gemeindegebiet von Oexing. Nach mehreren Abstimmungen übernahm der zusammengewachsene Ort den Namen Grafing.

Ferner besaß Grafing ein Marktgericht mit weitgehenden magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Markt Grafing

Von 1923 bis zum 15. Juni 1953 lautete die offizielle Bezeichnung der Gemeinde „Markt Grafing“. Die Stadterhebung erfolgte 1953.

Zweiter Weltkrieg

Erst in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs, Ende April 1945, kam es zu Bombenangriffen auf Grafinger Gemeindegebiet. In mehreren Angriffswellen wurde der strategisch wichtige Bahnhof in Grafing Bahnhof bombardiert und die Bahnanlagen weitgehend zerstört.

Am 1. Mai 1945 rückten die ersten Amerikaner in Grafing Stadt kampflos ein, obwohl es in den Tagen zuvor immer wieder zu Zwischenfällen zwischen der Bevölkerung, die weiß beflaggen wollte, und versprengten SS-Resten, die Panzersperren errichten und weiße Beflaggung mit vorgehaltener Waffe verhindern wollte, kam. In den Tagen danach wurden auch Elkofen und Straußdorf von den Amerikanern kampflos übernommen.

Beschlagnahmung der Kirchenglocken

1942 wurden die Kirchenglocken Grafings vom Turm geholt, um sie für den Krieg einzuschmelzen. Doch in der Nacht zum 4. März versuchten die Jugendlichen Franz Lettl, Anton Lettl und Stefan Neumaier mit einem Schlitten die Glocken wegzubringen und zu verstecken. Wenige Meter weiter mussten sie aber die kleinere Glocke im Schnee vergraben. Die 360 Kilogramm schwere große Glocke schafften sie zum Reitbergeranwesen, wo die Mutter der Lettls wohnte. Von da wollten die Jugendlichen die Glocke in der nächsten Nacht zur Feldmann-Kiesgrube bringen, doch blieben sie mit ihrem Schlitten am Hang stecken. Sie mussten sich Hilfe von Michael Wieser und seinem Sohn Josef und vom 14-jährigen Josef Stürzer holen. Die kleine Glocke brachten sie bei Feldmanns unter das Heu. Vier Wochen später flogen die auf. Die Glocken wurden von der Polizei entdeckt und Beteiligte verhaftet. Anfang Februar 1944 wurden die strafmündigen Glockendiebe wegen der „unerlaubten Entfernung beschlagnahmter Kirchenglocken“ zu Geldstrafen und kürzeren Jugendarrest verurteilt. Eigentlich hatte auch die Todesstrafe gedroht. Josef Feldmann, der bei der Urteilsverkündung bereits an der Front war, wurden die drei Wochen Jugendarrest bis nach dem Endsieg ausgesetzt.

Plünderung eines Getränke-Lagers

Nach dem Fund eines eingemauerten, sehr großen Lagers an Weinen und Schnäpsen beim heutigen Kegelkeller am 4. Mai 1945, kam es zu einem schnell ausufernden und unkontrollierten Massenbesäufnis von Grafingern, einquartierten Zwangsarbeitern und Amerikanern. Die Rede ist von bis zu 40.000 Flaschen Wein.

Eisenbahnunfall

Am 16. Juli 1945 kam es in der Nähe zum Eisenbahnunfall von Aßling, bei dem ein amerikanischer Transportzug mit 50 Panzern auf einen stehenden Eisenbahnzug mit gerade entlassenen deutschen Kriegsgefangenen auffuhr. Bei dem Unglück kamen 105 deutsche Kriegsgefangene ums Leben. 95 von ihnen ruhen auf dem Soldatenfriedhof in Oberelkofen.

Eingemeindungen

Öxing

In einer Sitzung des Öxinger Gemeinderats am 11. Mai 1933 stimmten 6 von 9 Gemeinderäten für eine Aufhebung der Eigenständigkeit und die Aufnahme in die Gemeinde Grafing. Mit Wirkung vom 1. August 1933 wurde die Gemeinde Öxing mit damals ca. 800 Einwohnern und 155 Wohngebäuden in die Gemeinde Markt Grafing aufgenommen.Vorausgegangen waren Bemühungen in den Jahren 1877 und 1926, in denen ebenfalls mit großer Mehrheit auf Öxinger und Grafinger Seite ein Zusammenschluss beschlossen wurde, der aber beide Male aufgrund von Formfehlern in den Beschlüssen nicht zustande kam.

Elkofen, Straußdorf, Nettelkofen

Am 1. Mai 1978 wurden im Zuge der von der Bayerischen Staatsregierung durchgesetzten Gebietsreform die bis dahin selbständigen Gemeinden Elkofen, Straußdorf und der Hauptteil der aufgelösten Gemeinde Nettelkofen mit etwas weniger als 1000 Einwohnern eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

Die Stadt Grafing ist von einer stabilen Bevölkerungsentwicklung geprägt und konnte über die letzten zehn Jahre eine Bevölkerungszunahme von 5,3 % verzeichnen. Grafing stellt mit einem Wanderungssaldo von 14,4 % im Jahr 2012 eine eindeutige Zuzugsregion im so genannten Münchner „Speckgürtel“ dar. Nach Prognosen des Bayerischen Landesamts für Statistik ist bis 2030 mit einem weiteren Anstieg der Einwohnerzahl um 6,5 % zu rechnen.

Grafing liegt mit einer Arbeitslosenquote von 3,3 % unter dem Durchschnitt des Regierungsbezirks Oberbayern. Die Anzahl der Auspendler in Höhe von 3848 ist auf die Nähe zu München zurückzuführen. Allerdings übernimmt Grafing mit 1623 Einpendlern für die umliegenden Gemeinden die Funktion eines wichtigen Arbeitsplatzstandortes.

Bevölkerungsentwicklung

Politik

Gemeinderat und Bürgermeister

Der Grafinger Stadtrat setzt sich aus 24 Ratsmitgliedern und der Bürgermeisterin zusammen.Die Gemeinderatswahl am 16. März 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 58,8 % zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CSU 32,0 % 8
SPD 14,8 % 3
Grüne 20,0 % 5
FDP 2,1 % 0
Freie Wähler 19,1 % 5
Bündnis für Grafing (BfG) 12,0 % 3
Gesamt 100 % 24

Bürgermeisterin ist Angelika Obermayr (Bündnis 90/Die Grünen). Sie wurde in der Stichwahl am 30. März 2014 mit 60,3 % der gültigen Stimmen gewählt und setzte sich damit durch gegen Susanne Linhart (CSU), die 39,7 % erhielt.

Wappen

Blasonierung

Die Wappenbeschreibung lautet: In Gold ein rechtsgewendeter steigender schwarzer Bär.

Wappengeschichte

Der Ursprung des Bären als Wappentier für Grafing ist nicht dokumentiert.Die spätmittelalterliche Marktgemeinde führte frühere Versionen des Wappens in Form von Siegeln seit dem späten 14. Jahrhundert. Das erste Siegel mit linksgewendeten Bären im Halbrundschild ist seit 1430 bekannt.Ab dem zweiten Siegel (um 1500) wird der Bär rechtsgewendet dargestellt. Die Tingierung ist in verschiedenen Varianten seit dem 16. Jahrhundert überliefertVermutlich war die ursprüngliche Feldfarbe Silber.Im 19. Jahrhundert wurde erst Rot, dann stets Gold als Feldfarbe angegeben.

Sagen

Der Sage nach soll Kaiser Ludwig der Bayer 1325 Grafing dieses Wappen verliehen haben. Die Grafinger nahmen an der großen Schlacht bei Ampfing zwischen Kaiser Ludwig und dem Herzog Friedrich dem Schönen von Österreich 1322 mit dem Fähnlein auf der Seite des Kaisers teil und kämpften in dieser Schlacht angeblich „wie die Bären“.

Städtepartnerschaften

Seit 1993 unterhält Grafing eine Städtepartnerschaft mit Saint-Marcellin (Isère).

Wirtschaft und Infrastruktur

Gemeindefinanzen

Gewerbesteuereinnahmen (netto) Gemeindesteuereinnahmen
2012 3.518.000 € 12.149.000 €
2013 3.119.500 € 13.122.000 €
2014 3.379.300 € 14.131.200 €
(netto: Gewerbesteuereinnahme nach Abzug der Gewerbesteuerumlage.)

Gewerberelevante Daten

1.443
Gewerbeanmeldungen 179 152 138
Gewerbeabmeldungen 140 169 133
Gewerbesteuerhebesatz (%) 330
Grundsteuerhebesatz B (%) 300
Einwohner 13.373 13.790 13.785
Wohnungen 5.577
in Grafing sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 2.603
Arbeitnehmer am Wohnort 4844
Einpendler 1.623
Auspendler 3.848

Gewerbegebiete in Grafing

  • Gewerbepark Schammach 1 (Restflächen über private Investoren verfügbar)
  • Gewerbepark Schammach 2 (teilweise verkauft)
  • Gewerbepark Haidling (Gewerbeflächen über private Investoren verfügbar)

Das Gewerbegebiet Schammach liegt im Südwesten von Grafing. Es besteht aus dem ursprünglichen Standort Schammach 1 mit 12,5 ha, der seit 1999 besteht, und dem neu auszuweisenden Schammach 2 mit einer Gesamtgröße von 19 ha.

Die verkehrsinfrastrukturelle Erschließung erfolgt über die Kreisstraße EBE 13, die eine der Hauptverbindungsstraßen zu den umliegenden Nachbarortschaften darstellt, sowie über den einen Kilometer entfernten Regionalbahnhof „Grafing Bahnhof“. Dieser bietet Anschluss an die Regionalbahnverbindungen München–Rosenheim und München–Wasserburg sowie an die S4 München–Ebersberg. Die überregionale Anbindung erfolgt zudem über die rd. 3,5 km entfernte B304 im Norden des Stadtkerns. Per Bus ist das Gewerbegebiet aus Richtung Glonn bzw. Grafing erreichbar.

Durch die exponierte Lage an der vielbefahrenen Ausfallstraße Richtung Glonn besteht eine optimale Sichtanbindung. Als größtes Unternehmen ist die Firma Schönreiter Baustoffe GmbH im Gewerbegebiet angesiedelt. Auch die Firma RUFF GmbH und die Firma Hampel + Eckstein GmbH stellen langjährige Nutzer des Gewerbeparks dar. Die lockere Bauweise und die gelungene Eingrünung führen zu einer hohen Akzeptanz des etablierten Gewerbestandorts in der Grafinger Bevölkerung.

Die Fläche Schammach 2 ist noch nicht untergliedert und kann mittels eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans weitgehend individuell parzelliert werden. Schammach 2 wird sowohl über eine eigene Zufahrt erschlossen als auch an das Straßennetz im Gewerbepark angeschlossen werden. Ein Breitband-Anschluss von mindestens 25 Mbit/s ist vorhanden.

Verkehr

Grafing verfügt über zwei S-Bahn-Haltestellen im Netz des Münchner Verkehrsverbundes sowie über einen Anschluss an die Zugstrecken München-Rosenheim-Rom, München-Rosenheim-Salzburg und München-Wasserburg. Die gute verkehrliche Anbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wird ergänzt durch die unmittelbare Lage des Gemeindegebietes an der Bundesstraße B304, die München mit Wasserburg und Salzburg verbindet. Die Autobahnanschlussstelle an die A99 in Haar ist über die Bundesstraße mit dem Auto in rund 20 Minuten zu erreichen.

Straßenverkehr

Die Stadt Grafing bei München verfügt über die Münchner Straße beziehungsweise über die Wasserburger Straße einen Anschluss an die Bundesstraße 304. Über diese besteht ein schneller Anschluss in Richtung München beziehungsweise Wasserburg. Im Herbst 2017 wurde die 2,7 Kilometer lange Ostumfahrung fertiggestellt, die Grafing von dem Durchgangsverkehr nach Rosenheim entlastet.

Die Bundesautobahn 99 liegt etwa 18 Kilometer nordwestlich von Grafing. Die Bundesautobahn 8, die bis Freilassing an die österreichische Grenze führt, liegt etwa 30 km südlich.

Eisenbahn

Durch den Ortsteil Grafing Bahnhof verläuft die Bahnstrecke München–Rosenheim. Die Bahnstrecke wurde am 15. Oktober 1871 eröffnet, gleichzeitig ging der Bahnhof Grafing in Betrieb. Aufgrund der großen Bedeutung als Fernverkehrslinie in Richtung Süden und Südosten wurde die Bahnstrecke nach Rosenheim schon 1892 zweigleisig ausgebaut. Zwei Jahre später, am 26. Mai 1894, wurde die Bahnstrecke Grafing–Glonn in Betrieb genommen, diese erschloss aber keine weiteren Ortsteile innerhalb von Grafing. 1897 wurde das östliche Vorortbahnnetz der Stadt München ausgebaut, sodass Grafing bessere Zugverbindungen nach München erhielt. Am 6. November 1899 wurde durch die Bahnstrecke Grafing–Wasserburg eine Eisenbahn zur Ortsmitte von Grafing eingerichtet. Die Strecke wurde 1903 von Ebersberg nach Wasserburg verlängert. Der neu entstandene Bahnhof in der Ortsmitte wurde vorerst Grafing Markt, später Grafing Stadt, genannt. Im Jahr 1927 folgte die Elektrifizierung der Strecke München-Rosenheim, der Bahnhof Grafing war trotz den zahlreichen Schnellzügen auf der Strecke nur durch einfache Personenzüge sowie durch einige Eilzüge an München und Rosenheim angeschlossen. Seit der Inbetriebnahme des Münchner S-Bahn-Netzes besteht von Grafing Bahnhof aus ein 20-Minutentakt nach München. Der Bahnhof Grafing Stadt wird bis heute neben den Regionalbahnen auf der Bahnstrecke nach Wasserburg nur von S-Bahnen im 20/40-Minutentakt bedient. In Grafing Bahnhof besteht bis heute durch Meridian-Züge eine schnelle Zugverbindung nach München. In Grafing Bahnhof ist zudem noch ein Empfangsgebäude vorhanden. In Grafing Stadt gibt es einen Bahnsteig, in Grafing Bahnhof drei Bahnsteige.

Grafing Bahnhof wird heute im 20-Minutentakt von Zügen der S-Bahn-Linie S6, die von Tutzing über Starnberg, München, Vaterstetten, Zorneding, Kirchseeon, Grafing nach Ebersberg führt (Stand Dezember 2017), bedient. Der Haltepunkt Grafing Stadt wird nur im 20/40-Minutentakt bedient, da in Grafing Bahnhof stündlich eine S-Bahn endet. In der Hauptverkehrszeit wird der Takt in Grafing Bahnhof durch einzelne Fahrten der S-Bahn-Linie S4 von Geltendorf über München, Zorneding und Kirchseeon nach Grafing Bahnhof und teilweise weiter nach Ebersberg verstärkt. Außerdem halten in Grafing Bahnhof stündlich Züge des Meridian von Kufstein nach München. Die Bahnhöfe Grafing Bahnhof und Grafing Stadt werden zusätzlich noch von der Regionalbahnlinie nach Wasserburg bedient.

Öffentlicher Nahverkehr

Die Stadt Grafing liegt im Verbundgebiet des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV). Die Stadt ist neben den S-Bahn- und Regionalverkehrszügen mit fünf Buslinien an den Verkehrsverbund angeschlossen. Im Stadtgebiet und im Umkreis der Stadt Grafing verkehren fünf Buslinien des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds, eine der Regionalverkehr Oberbayern (RVO), einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG und der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft (RoVG). Davon bedienen drei Linien das Stadtzentrum von Grafing. Im Stadtgebiet von Grafing fahren folgende Buslinien (Stand Januar 2015):

  • 45: Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Oberelkofen – Hohenthann – Maxlrain – Bad Aibling Bahnhof (– Bad Aibling Berufsschule) (nur Montag bis Samstag, einzelne Fahrten; kein MVV-Tarif)
  • 440: Grafing Bahnhof – Taglaching – Bruck – Moosach – Glonn (– Piusheim)
  • 442: Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Ebersberg – Kirchseeon – Eglharting – Buch (nur Montag bis Freitag)
  • 444: Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Aßling – Schalldorf (nur Montag bis Samstag)
  • 447: Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Oberelkofen – Aßling (nur Montag bis Freitag)
  • 9421: Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Ebersberg – Tulling – Forsting – Brandstätt – Reitmehring – Wasserburg (nur Montag bis Samstag, einzelne Fahrten; nur bis Tulling mit Fahrscheinen des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds nutzbar)

Bildungseinrichtungen

Schulen

  • Grundschule Grafing
  • Georg-Huber-Mittelschule
  • Gymnasium Grafing
  • Johann-Comenius-Schule (Sonderpädagogisches Förderzentrum)
  • Internat „Landschulheim Elkofen“ in Oberelkofen (ehem. Gymnasium, seit 2009 Realschule)

Weitere Bildungseinrichtungen

  • Volkshochschule Grafing
  • Musikschule
  • Kreisbildungswerk Ebersberg
  • Evangelisches Bildungswerk

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Leonhardifahrt

Seit über 300 Jahren und jeweils am letzten Sonntag im Oktober findet die Grafinger Leonhardifahrt statt. Wägen und Gespanne aus ganz Oberbayern umfahren drei Mal die Leonhardikirche und den Marktplatz und erbitten den Segen des heiligen Leonhard. Die Grafinger Leonhardifahrt wurde bereits 1708 zum ersten Mal erwähnt und ist eine der ältesten und größten dieser Wallfahrten.

Pfarrkirche St. Ägidius

Vorläufer-Bau aus dem 9. Jahrhundert (nichts erhalten); Reste der romanischen Kirche aus dem 11./12. Jahrhundert als Fundamente des Turms erhalten; gotische Kirche aus dem 15. Jh., im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt, aber in Resten erhalten; heutiger Bau von 1692 durch den Grafinger Maurermeister Thomas Mayr; Erweiterung 1902; Renovierung 1963; Instandsetzung des Inneren 2009.

Leonhardikirche

St. Leonhard auf dem Felde ist das Gebäude mit der ältesten Bausubstanz in Grafing. Zwar wurde die kleine Kirche im Dreißigjährigen Krieg teilweise zerstört, doch blieben Mauerreste und Fresken aus dem Jahre 1408 erhalten. Die Kirche wurde ursprünglich um 1300 im gotischen Stil errichtet und um 1700 nach der Zerstörung wieder aufgebaut. 1802 drohte der Abriss, der durch den Kaufmann Peter Vazanini verhindert wurde.

Marktkirche

Zur Allerheiligsten Dreifaltigkeit, 1672 nach Plänen von Gallus Mayr errichtet; 1743/84 mit Unterstützung des München Bankiers Joh. Georg Nockher mit Stuckarbeiten von Johann Baptist Zimmermann und Heiligenfiguren von Johann Baptist Straub ausgestattet

Dobelkapelle

Ursprünglich in den 1860er Jahren errichteter kleiner Sakralbau am Rande des Grafinger Dobel, der seither mehrfach nach Zerstörung oder Brand wieder aufgebaut wurde; so zuletzt 1985 und am 12. Mai 2018. Es handelt sich um einen Holzbau im Eigentum der Stadt Grafing, nach alten Plänen ausgeführt von der ortsansässigen Zimmerei Fritz, ausgestattet mit Figuren aus Spenden Grafinger Bürger.

Museum der Stadt Grafing

Heimatmuseum im Rieperdinger-Haus (von 1871), aus einer Privatsammlung seit den 1930er Jahren hervorgegangen. Gewährt in Dauerausstellung und Sonderausstellungen Einblicke in Kunstgeschichte des Grafinger Umlandes, insbesondere des bedeutenden Malers Max Josef Wagenbauer (1775 – 1829), eines Sohnes der Stadt, sowie in Lebens-, Arbeits- und Fest-Welt der Bewohner aus der Region rund um Grafing.

Weitere Sehenswürdigkeiten

  • Rathaus, Barockbau mit Giebelgestaltung von 1889
  • Pfarrkirche St. Ägidius, heutiger Bau von 1692, im Jahr 1902 erweitert
  • Wildbräugebäude, sog. "Gefreites Haus", ursprüngliches Gebäude von 973, heutiger Bau aus dem Jahr 1745
  • Schloss Elkofen, einzige erhaltene und bewohnte Burganlage im Landkreis Ebersberg
  • Mariensäule
  • Wagner-Haus: Das älteste Haus, welches den Schwedenkrieg (1633) überstand, befindet sich im Stadtteil Öxing und steht heute unter Denkmalschutz.
  • Ehemalige Hammerschmiede
  • Soldatenfriedhof in Oberelkofen (Verstorbene des Eisenbahnunfalls von Aßling am 16. Juli 1945)

Sportvereine

EHC Klostersee

Der bekannteste Sportverein der Stadt Grafing ist der EHC Klostersee. Er ist nach dem in der Nachbarstadt Ebersberg gelegenen Klostersee benannt, wo in den 50er Jahren die ersten Eishockeyspiele ausgetragen wurden. Bereits früh übersiedelte der Verein nach Grafing, behielt aber seinen Namen bei. Heute wird in einem halboffenen Kunsteisstadion gespielt.Das Aushängeschild des Vereins ist die erste Herrenmannschaft.Auch in den Sparten Eisschnelllauf und Shorttrack konnte der Verein bereits nationale Titel gewinnen. Shorttrackerin Susanne Rudolph aus Grafing nahm an den Olympischen Winterspielen 2002 und 2006 teil.

TSV Grafing

Der mitgliederstärkste Sportverein der Stadt ist der TSV Grafing von 1864. Neben der Fußballabteilung mit 2 Herren-, einer Damen- und zahlreichen Nachwuchsmannschaften gibt es noch zahlreiche kleinere Abteilungen innerhalb des Vereins. Erfolgreich sind hierbei die männlichen Volleyballer, die in der 2. Bundesliga spielen und in der Saison 2017/18 Meister wurden, sowie das Damen-Judo-Team, das in der Bayernliga erfolgreich ist.

Im Lauf der letzten Jahre konnte sich auch die Handballabteilung durch eine nachhaltige und starke Jugendarbeit, vor allem im weiblichen Bereich, auszeichnen. Die Grafinger Handballerinnen sind regelmäßig in der Landesliga/Bayernliga vertreten. Im männlichen Bereich ist man mit dem Nachbarverein TSV Ebersberg eine Kooperation in der Nachwuchsarbeit eingegangen.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Max Joseph Wagenbauer (* 28. Juli 1775; † 12. Mai 1829 in München), Landschafts- und Tiermaler / -lithograph, königlicher Hofmaler und Galerieinspektor
  • Hans Deuschl (* 21. Juli 1891; † 27. April 1953 in Starnberg), Mediziner, SS-Führer und Ärztefunktionär
  • Josef Schuster (* 13. Dezember 1906 in Oberölkofen; † 1996), Gewichtheber
  • Fritz Hintermayer (* 28. Oktober 1911; † 29. Mai 1946 (hingerichtet)), SS-Obersturmbannführer, Lagerarzt im KZ Dachau
  • Christian Sebald (* 17. April 1961; † 1. Oktober 2016 (Bergunfall (Absturz)), Dolomiten, Italien), Judo-Sportler, Mitglied des Judo-Nationalkaders, Wegbereiter des Judo- und Kletter-Sports in Grafing
  • Florian Keller (* 30. Januar 1976), ehemaliger Eishockeyspieler

Weitere Persönlichkeiten mit Bezug zur Stadt

  • Josef Vogl (* 22. Juni 1848 in Emmering; † 22. Juni 1886 in Baiernrain); 1870–1876 Lehrer in Grafing; gilt als einer der Väter der Trachtenbewegung in Bayern.
  • Hans Schnetzer (* 28. April 1894 in Ludwigshafen am Rhein; † 10. Januar 1994 in München), Architekt und Baubeamter der Postbauschule; erbaute 1927 das Postamt in Grafing.
  • Leo Scheffczyk (* 21. Februar 1920 in Beuthen, Oberschlesien; † 8. Dezember 2005 in München), römisch-katholischer Kardinal, deutscher Theologe und Professor für Dogmatik; 1947 bis 1948 als Kaplan in Grafing.
  • Alfred Schöpffe (* 20. September 1917 in Kassel; † 17. Dezember 1992 in Grafing), Bildender Künstler und Kunstlehrer (Grafik, der Malerei, der Email-, Glas-, Mosaik- oder der Textilkunst), Ausstatter zahlreicher Kirchen (z. B. St. Klara, St. Elisabeth, St. Anton, St. Wolfgang u. Albertinum in München; St. Elisabeth u. St. Michael in Kassel; Dom in Freising; Augustinerkonvent in Zwiesel, St. Pankratius in Emmering) und kommunaler Gebäude (z. B. Rathaus u. Stadthalle Grafing) im öffentlichen Auftrag
  • Adalbert Mischlewski (* 22. November 1919 in Berlin), Theologe, Historiker, Gymnasiallehrer, Initiator der Städtepartnerschaft Grafing – Saint Marcellin, Gründer und Ehrenvorsitzender des Antoniter-Forums, Gesellschaft zur Pflege des Erbes der Antoniter e.V., Ehrenbürger der Stadt Grafing
  • Hermann Huber (* 29. Januar 1930 in München; † 4. Mai 2018 in Grafing), Jurist, Diplomat, deutscher Botschafter in Prag von Dezember 1988 bis August 1992; seit März 2015 Ehrenbürger der Stadt Grafing. Huber war Botschafter in Prag, als ab August 1989 tausende DDR-Bürger auf das Gelände der westdeutschen Vertretung in der tschechoslowakischen Hauptstadt flüchteten und organisierte zunächst deren vorübergehende Unterbringung vor Ort und schließlich deren letztlich am Abend des 30. September 1989 genehmigte Ausreise in die Bundesrepublik Deutschland.
  • Hellmuth Karasek (* 4. Januar 1934 in Brünn, Tschechoslowakei; † 29. September 2015 in Hamburg), Journalist, Buchautor, Film- und Literaturkritiker und Professor für Theaterwissenschaft; unterrichtete 1959 neun Monate lang am Grafinger Goethe-Institut
  • Otto Weiß (* 15. September 1934 in Ulm; † 3. August 2017 in Klagenfurt am Wörthersee), Historiker
  • Franz Wörle (* 1952 in München), Bildhauer; lebt und arbeitet in Grafing
  • Angelika Obermayr (* 1. Mai 1959 in Ulm), Diplom-Biologin, bayerische Politikerin der Grünen und Erste Bürgermeisterin der Stadt Grafing
  • Robert Papst (* 10. Dezember 1960 in Ebersberg), Musiker, Komponist und Musikproduzent, Gründer der Band Dominoe, lebt und arbeitet in Grafing
  • Martin Max (* 7. August 1968 in Tarnowskie Góry, Polen), ehemaliger Fußballspieler und -trainer
  • Oliver Oetke (* 18. August 1968 in Stuttgart), Volleyball- und Beachvolleyballspieler

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Grafing bei München

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