Stadt Fürstenwalde
Der Bürgermeister
Am Markt 4-6
15517 Fürstenwalde

http://www.fuerstenwalde-spree.de

Fürstenwalde/Spree

160pxAbb. 1 Wappen von Fürstenwalde/Spree
Basisdaten
Bundesland Brandenburg
Höhe 43 m
Fläche 70.68 km2
PLZ 15517
Vorwahl 03361
Gliederung Kernstadt und 2 Ortsteile
Website www.fuerstenwalde-spree.de
Bürgermeister Hans-Ulrich Hengst (parteilos)
Fürstenwalde/Spree () ist die bevölkerungsreichste Stadt im Landkreis Oder-Spree im Osten des Landes Brandenburg. Sie ist ein wichtiges Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum.

Die Stadt wurde im 13. Jahrhundert gegründet und war ein wichtiger Umschlagplatz für Warentransporte zwischen Spree/Havel und Oder. Der Dom St. Marien als letzte Kathedralkirche des früheren Bistums Lebus ist das stadtbildprägende Wahrzeichen im Zentrum. Zu seiner Ehrung führt die Stadt seit Ende 2013 den inoffiziellen Namenszusatz Domstadt. Eine andere traditionsreiche Bezeichnung ist Grüne Stadt an der Spree, die auf den Waldreichtum ringsum und den Baumreichtum innerhalb der Stadt verweist.

Geographie

Lage

Fürstenwalde liegt etwa 60 Kilometer ostsüdöstlich Berlins und zirka 30 Kilometer westlich der Stadt Frankfurt (Oder). Zur Stadt Müncheberg im Norden sind es knapp 20 Kilometer, zur Kreisstadt Beeskow im Südsüdosten etwa 25 Kilometer. Die nächstgelegene Stadt ist Storkow (Mark), etwa 14 km südwestlich von Fürstenwalde.

Durch das Stadtgebiet führen jeweils in Ost-West-Richtung die Bahnstrecke Berlin-Frankfurt (Oder), die (Fürstenwalder) Spree, als Teil der Spree-Oder-Wasserstraße sowie die Bundesautobahn 12.

Geologie

Fürstenwalde liegt innerhalb des Berliner Urstromtales, welches in diesem Abschnitt von der Spree durchflossen wird. Typisch für eine Stadtgründung in einem Urstromtal entstand Fürstenwalde an einer Engstelle des Tales, an der es im Mittelalter vergleichsweise bequem zu durchqueren war.

Südlich der Stadt erheben sich recht markant die Rauener Berge; nördlich schließt sich die Grundmoränenfläche des Landes Lebus an.

Nachbargemeinden

Fürstenwalde grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Die Ortsteile Jänickendorf, Beerfelde, Buchholz und Neuendorf im Sande der Gemeinde Steinhöfel, Berkenbrück, Langewahl, der Bad Saarower Ortsteil Petersdorf, Rauen, die Ortsteile Markgrafpieske und Braunsdorf der Gemeinde Spreenhagen sowie der Grünheider Ortsteil Hangelsberg.

Stadtgliederung

Die Stadt Fürstenwalde gliedert sich in die drei Stadtteile Mitte, Nord und Süd. Dabei stellen die Eisenbahntrasse Berlin-Frankfurt (Oder) die Grenze zwischen den Stadtteilen Mitte und Nord und die Spree die Grenze zwischen den Stadtteilen Mitte und Süd dar.

Des Weiteren gehören die Ortsteile Trebus und Molkenberg, beide etwa fünf Kilometer nord-nordwestlich bzw. nördlich des Zentrums, zur Stadt.

Weitere außerhalb der Kernstadt liegende Ortsteile ohne eigenständigen Status sind Buschgarten im Osten sowie Rauensche Ziegelei (Fürstenwalde Südwest), Heideland (Ausbau West) und Große Tränke westlich der Stadt.

Geschichte

Namensgebung

Der Name Fürstenwalde leitet sich von einer fürstlichen Gründung in einem Waldgebiet ab, der zu DDR-Zeiten gebräuchliche Ansatz der Herleitung des Namens über die Lage der Stadt an einer Furt im Walde ist historisch nicht belegbar.

In den ersten Jahren der DDR, 1950/51, wurde im Rahmen der Beseitigung „feudalistischer“ Traditionen eine Umbenennung der Stadt in Spreestadt oder Spreewalde diskutiert, die aber vom Innenministerium der DDR nicht genehmigt wurde.

Vorgeschichte und Stadtgründung

Bereits im ersten Jahrhundert nach Christus soll es auf dem Gebiet des heutigen Fürstenwaldes eine Siedlung namens Susudata gegeben haben.

Die erste urkundliche Erwähnung Fürstenwaldes war im Jahr 1272 (als Furstenwalde), die Stadt dürfte jedoch bereits zwischen 1225 und 1250 gegründet worden sein. Begünstigt wurde die Stadtgründung durch die Lage an einer Furt durch die Spree.Die Stadt wurde mit einem geregelten Straßennetz angelegt, welches sich in großen Teilen bis heute erhalten hat.Wenige hundert Meter spreeabwärts gibt es die sogenannte Alte Stadt, deren Name auf eine (wahrscheinlich slawische) Vorgängersiedlung deutet. Die Bezeichnung hat sich bis heute in einigen Straßennamen erhalten.

Den Aufstieg der Stadt zu einer der wohlhabendsten der Mark Brandenburg verdankt sie aber der Tatsache, dass die Spree ab hier nicht mehr schiffbar war. Die Waren von und zur nächsten Wasserstraße, der Oder, wurden auf dem Landweg verbracht. Da Fürstenwalde das Niederlagsrecht besaß, waren die Händler verpflichtet, die Waren vor Ort anzubieten, bevor sie umgeschlagen und weitertransportiert wurden.

Der falsche Waldemar

In den Auseinandersetzungen um den Falschen Waldemar spielte Fürstenwalde eine wichtige Rolle.Im Jahre 1348 zog der Falsche Waldemar in die Mark und versuchte die Städte für sich zu gewinnen.Der Bischof von Lebus sprach sich für Waldemar aus. Mehrere Städte, darunter Fürstenwalde, widersetzten sich dem Bischof und hielten weiter zu dem Markgrafen Ludwig. In den folgenden Auseinandersetzungen zogen die Anhänger Ludwigs den Kürzeren. Fürstenwalde musste daraufhin Waldemar „ansehnliche Lieferungen“ leisten.Ende Oktober 1348 eroberte Ludwig aber Fürstenwalde wieder zurück und bestätigte Fürstenwalde daraufhin seine alten Rechte und Privilegien.

Die Stadt wird Bischofssitz

Im Jahre 1373 erwirbt Kaiser Karl IV. im Vertrag von Fürstenwalde Brandenburg von den Wittelsbachern gegen eine Entschädigung von 500.000 Gulden.Bei seinem Einzug in die Mark hatten seine Truppen auch die bischöfliche Residenz und die Stiftskirche von Lebus zerstört. Die eilends einberufene Kapitelversammlung beschloss, die gut befestige und reiche Stadt Fürstenwalde nun zum Sitz des Lebuser Domkapitels zu machen. Fürstenwalde gehörte damit ab 1385 (nach Bestätigung durch den Papst) neben Brandenburg an der Havel und Havelberg zu den drei historischen märkischen Domstädten und Bischofssitzen.

Nach einer Brandschatzung durch die Hussiten begann 1446 der Neuaufbau des St.-Marien-Doms in seiner heutigen Gestalt. Mit seinem 68 Meter hohen Turm gehört er zu den markantesten Wahrzeichen Fürstenwaldes. Aus dieser Zeit stammt auch das Alte Rathaus. Infolge der Reformation der Mark Brandenburg wurde das Bistum Ende des 16. Jahrhunderts säkularisiert. 1557 wurde die Domkirche der lutherischen Gemeinde übergeben.

Entwicklung nach 1600

Im Jahre 1624 wurde der Rathausturm ergänzt und die Stadtbefestigung erneuert. Seit dem Mittelalter genoss Fürstenwalde auch als Schulstadt einen guten Ruf. So wurde in den Pestjahren 1613, 1625 und 1656 die Universität Viadrina aus dem nahen Frankfurt (Oder) hierher verlegt.

Durch den Bau des Friedrich-Wilhelm-Kanals in den Jahren 1662 bis 1669, der die Oder mit der Spree verband, sank die Bedeutung Fürstenwaldes als Handels- und Warenumschlagplatz. Dennoch war die Wasseranbindung der Stadt nach Berlin und zur Nord- und Ostsee ein Ansiedlungsargument.

Industrialisierung und Stadtwachstum

Mit dem Bau der Spreemühlen 1837 und der dadurch anfallenden Gütermengen erlebte die Stadt erneut einen wirtschaftlichen Aufschwung. Auch deshalb wurde die Stadt 1842 an eine der ersten deutschen Eisenbahnstrecken von Berlin nach Frankfurt (Oder) angeschlossen. Das Bahnhofsgebäude ist bis heute erhalten und damit eines der ältesten in Deutschland.

Im 19. Jahrhundert erblühte das örtliche Handwerk und war die Wiege der noch heute bestehenden industriellen Strukturen in einem vielfältigen Branchenmix (zum Beispiel Henry Hall). Zur Industriestadt wurde Fürstenwalde endgültig, als die Berliner Firma Pintsch im Jahre 1872 einen großen Teil der Produktionsanlagen nach Fürstenwalde verlegte.Während des Zweiten Weltkriegs expandierte das Unternehmen zu einem Rüstungsbetrieb mit etwa 12.000 Beschäftigten (darunter viele Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene).

Aufgrund des starken Bevölkerungsanstiegs wuchs die Stadt zunächst bis zur nördlich der Stadt verlaufenden Eisenbahnstrecke und im 20. Jahrhundert darüber hinaus. Südlich der Stadt, jenseits der Spree befand sich Ketschendorf. Aufgrund administrativer Gegebenheiten, Ketschendorf lag sowohl in einem anderen Kreis als auch in einem anderen Regierungsbezirk, fand hier eine eigenständige Entwicklung statt. Größtes Unternehmen hier waren die Deutschen Kabelwerke, aus denen sich später das Reifenwerk Pneumant entwickeln sollte. Beide Orte verwuchsen mit der Zeit, sodass die ehemalige Stadtgrenze an der Rauener Straße heute nicht mehr wahrnehmbar ist.

Zeit des Nationalsozialismus und Nachkriegszeit

Bei Beginn der Zeit des Nationalsozialismus wurden die politischen Gegner der Nazis im Fürstenwalder Hof in der Gartenstraße 41, dem heutigen Kulturhaus, inhaftiert und gefoltert, bis sie in das frühe KZ Oranienburg überstellt wurden. Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Synagoge der Jüdischen Gemeinde in der Frankfurter Straße 96 zerstört.Auch der Friedhof fiel dem Pogrom zum Opfer. Während des Zweiten Weltkrieges wurde 1943 in der Lindenstraße 31 ein erstes Außenlager des KZ Buchenwald für bis zu 90 Häftlinge eingerichtet.1944 wurden die Häftlinge nach Ketschendorf überstellt, wo seit 1942 ein Außenlager des KZ Sachsenhausen für 900 Häftlinge errichtet worden war, die für die Deutschen Ausrüstungswerke (DAW) der SS zum Bau von Befestigungsanlagen und Bunkern eingesetzt wurden. Ihr Lager war von Stacheldraht umgeben, der mit Hochspannung geladen war. Grausamkeiten und Erschießungen waren an der Tagesordnung.Noch kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Fürstenwalde zur Festung erklärt und durch Bombardierung in Schutt und Asche gelegt. Auch Dom und Rathaus wurden stark beschädigt und 80 Prozent der Wohnhäuser im Stadtzentrum dem Erdboden gleichgemacht.

Das sowjetische NKWD richtete 1945 in einer Arbeitersiedlung der Deutschen Kabelwerke in Ketschendorf das Speziallager Nr. 5 ein, das mit bis zu 10.000 Häftlingen belegt war, darunter vielen des Werwolfs verdächtigten Jugendlichen, von denen zwischen 4.500 und 6.000 nicht überlebt haben.

Neugestaltung des Stadtzentrums

Die starken Zerstörungen im Zuge des Zweiten Weltkriegs betrafen vor allem die zentralen Bereiche der Stadt, während die gründerzeitlichen Erweiterungsbereiche westlich und nördlich des mittelalterlichen Stadtgebietes zu einem großen Teil erhalten blieben. Neben Wiederaufbauten und Lückenschlüssen entstanden im Stadtkern seit den 1950er Jahren mehrere großflächige Neubauareale. Sie sind ein Abbild der jeweils vorherrschenden Vorstellungen von moderner Stadtgestaltung. Östlich der Mühlenstraße wurden in den späten 1980er Jahren viele Gebäude in Plattenbauweise neu errichtet, wofür diverse noch erhalten gebliebene Gebäude abgerissen wurden.

In Teilen wurde die Stadtgestalt durch Straßenneubauten oder -verbreiterungen überformt. So verschwand das erhalten gebliebene Rosenviertel mit dem sogenannten Fürstenwalder Hosenbein für einen Straßendurchbruch (heute südliches Ende der Eisenbahnstraße). Das Hosenbein war eine Verzweigung mehrerer Gassen und ein Wahrzeichen der Stadt. Weiterhin wurden die Wassergasse und das östliche Ende der Schloßstraße stark verbreitert und zu einem durchgehenden dreispurigen Straßenzug ausgebaut. Bis heute bestehen ungestaltete und brach gefallene Bereiche im historischen Stadtzentrum.

Seit den 1990er Jahren entstanden im Zentrum verschiedene prägende Neubauten. Als erster größerer Nachwendebau wurde das Verwaltungsgebäude der Kreissparkasse neben dem Bullenturm am Goetheplatz errichtet. Durch die politische Entscheidung den Sitz der 1994 durch Fusion neu geschaffenen Sparkasse Oder-Spree nach Eisenhüttenstadt zu legen, blieb jedoch ein Teil des Gebäudes dauerhaft ungenutzt.

1996 wurde auf einer großen Freifläche am Fuße des Domes, welche vorher als Parkplatz genutzt wurde, das Rathaus-Center errichtet. Das Gebäude, welches einen kompletten Straßenblock umfasst, beinhaltet neben einem Einkaufszentrum, Büros und Wohnungen auch die Stadtverwaltung Fürstenwaldes. Diese war vorher in verschiedenen Gebäuden im Stadtgebiet verteilt untergebracht. Im selben Jahr entstand das neue Kaisereck am Ottomar-Geschke-Platz. Das Haus, welches im Erdgeschoss Geschäfte und gastronomische Einrichtungen beherbergt, ist vor allem für das Hotel Kaiserhof bekannt.

Als weiterer Baustein entstand im Jahr 2001 die Fürstengalerie neben dem Alten Rathaus. Dieser Gebäudekomplex schließt Geschäfte, Wohnungen, Büros und das Amtsgericht ein. Damit und durch die Errichtung weiterer Gebäude, wurde die bauliche Verbindung zwischen der Eisenbahnstraße als Haupteinkaufsstraße der Stadt und dem historischen Zentrum rund um den Marktplatz wieder hergestellt.

Seit 1998 beteiligt sich Fürstenwalde an der Erarbeitung eines Programms zur nachhaltigen Stadtentwicklung und engagiert sich im Netzwerk Lokale Agenda 21. Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Herstellung neuer Strukturen

In einer Reihe von Verwaltungsreformen in der frühen DDR wurde der Gemeindezuschnitt geändert.Nach Fürstenwalde eingemeindet wurden die Rauensche Ziegelei als Fürstenwalde-Südwest und Ketschendorf. Aus Ketschendorf und der Fürstenwalder Spreevorstadt und Westend wurde der Stadtteil Süd.Der Ortsteil Fürstenwalde-West wurde wiederum nach Hangelsberg eingemeindet.Fürstenwalde wurde Kreisstadt des gleichnamigen Kreises.

In den 1950er und 1960er Jahren wurden viele Gebäude wiederhergestellt und neue Wohngebiete entstanden. Fürstenwalde entwickelte sich zu einem bedeutenden Industriestandort der Region mit dem Pneumant-Reifenwerk und dem VEB Chemie- und Tankanlagenbau „Ottomar Geschke“ als den wichtigsten Betrieben.

Die letzten großen Veränderungen fanden im Jahr 1993 statt. In diesem Jahr wurde der nördlich gelegene Ort Trebus eingemeindet. Weiterhin kam Fürstenwalde durch eine Kreisgebietsreform zum neu gebildeten Landkreis Oder-Spree. Die Neugliederung war verbunden mit dem Verlust des Kreisstadtstatus. Seit 2008 ist Fürstenwalde die einwohnerreichste Stadt im Landkreis. Sie ist Mittelzentrum und ein wichtiger Verwaltungs- und Wirtschaftsstandort.

In der Gemeindegebietsreform von 2003 wurden keine Orte nach Fürstenwalde eingemeindet. 2015 wurde Molkenberg zum zweiten Ortsteil der Stadt. Die im Norden der Stadt gelegene Siedlung rund um das ehemalige Gut hatte vorher keinen eigenständigen Status. Für die im Westen der Stadt gelegene Splittersiedlung im Heideland wird im Jahr 2016 ebenfalls die Bildung eines Ortsteils angestrebt.

Das Militär in Fürstenwalde

Lange Zeit prägte Militär das Stadtbild. Waren es früher die Truppen Napoleons und die Ulanenregimenter der deutschen Kaiser, so waren bis 1994 Truppen der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (ab 1991:Westgruppe der Truppen) in und um Fürstenwalde stationiert.Die NVA baute die Bunkeranlage Fuchsbau südlich der Stadt. Heute gibt es in Fürstenwalde keine militärischen Standorte mehr.

Aufgrund der Vielzahl der Kasernen gibt es im Zuge der Konversion vielfältige neue Nutzungen: Die Kasernenkomplexe Neue Gartenstraße, Rudolf-Breitscheid-Straße und Altstadt wurden zu Wohnquartieren umgebaut. Die Standorte Berkenbrücker Chaussee, Külzstraße und Waldfrieden wurden zu Wald- bzw. Grünflächen. Andere Gelände werden als Gewerbe- und Industriestandorte genutzt, u. a. Langewahler Straße und Pionierpark.Nicht alle Gebäude konnten bis heute einer neuen Nutzung zugeführt werden, sodass sie sich derzeit in teilweise ruinösen Zustand befinden.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1875 10 829
1890 14 376
1910 22 718
1925 23 278
1933 25 490
1939 28 088
1946 21 782
1950 30 388
1964 30 458
1971 30 841
Jahr Einwohner
1981 35 132
1985 35 014
1989 35 658
1990 34 802
1991 34 163
1992 33 941
1993 33 984
1994 33 539
1995 33 628
1996 33 823
Jahr Einwohner
1997 34 085
1998 34 157
1999 34 167
2000 34 044
2001 33 981
2002 33 726
2003 33 639
2004 33 374
2005 33 336
2006 33 121
Jahr Einwohner
2007 33 104
2008 32 867
2009 32 576
2010 32 468
2011 30 910
2012 30 885
2013 30 967
2014 31 236
2015 31 741

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Fürstenwalde besteht aus 32 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

  • Linke: 7 Sitze (-4)
  • CDU: 6 Sitze (+1)
  • SPD: 6 Sitze (-2)
  • BFZ: 6 Sitze (+6)
  • FDP: 3 Sitze (-3)
  • AfD: 2 Sitze (+2)
  • Grüne: 2 Sitze (±0)
  • Piraten: 1 Sitz (+1)
Das Mitglied der Piraten ist auch Mitglied des BFZ (Bündnis Fürstenwalder Zukunft).

Bürgermeister

Bürgermeister der Stadt Fürstenwalde ist seit 2010 der parteilose Hans-Ulrich Hengst. Er wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 14. März 2010 mit 59,1 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt.

Siehe auch: Liste der Bürgermeister von Fürstenwalde/Spree

Landtagsabgeordnete

Im sechsten Brandenburger Landtag ist der Landtagswahlkreis Oder-Spree III, zu dem Fürstenwalde gehört, durch die direkt gewählte Abgeordnete Elisabeth Alter (SPD) vertreten.

Wappen

Das Wappen wurde am 11. Februar 1998 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein bewurzelter grüner Laubbaum mit einem linkshin auffliegenden schwarzen Raben in der Krone; der Stamm beseitet von zwei Schilden, vorn in Gold ein rot-bewehrter und rot-gezungter widersehender schwarzer Adler, belegt mit einem steigenden silbernen Halbmond, dessen Höhlung mit einem Kreuzchen besteckt ist; hinten in Silber ein gold-bewehrter roter Adler mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln.“

Der Grundtypus des Wappens hat sich dabei über Jahrhunderte erhalten. Der Baum steht als Symbol für den Waldreichtum der Gegend. Die beiden am Stamm angeordneten Schilde, welche den schlesischen und den brandenburgischen Adler zeigen, deuten auf die wechselvolle Geschichte der Stadt hin. Dies könnte auch als Verweis auf die jahrhundertelange Grenzlage der Stadt gesehen werden. Der auffliegende Vogel wurde zuletzt als Rabe interpretiert. Der Rabe ist heute zum Stadtmaskottchen geworden.

Städtepartnerschaften

Fürstenwalde unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

  • Reinheim, Deutschland (seit 1989)
  • Choszczno, Polen (seit 1992)
  • Sulechów, Polen (seit 2014)
Weiterhin wurden Freundschaftsabkommen unterzeichnet mit:
  • Cestas, Frankreich
  • Licata, Italien
  • Sanok, Polen

Namenszusatz

Auf Initiative des Dompfarrers Martin Haupt wurde im Jahr 2013 der Namenszusatz Domstadt für die Stadt in der Fürstenwalder Stadtverordnetenversammlung diskutiert. Als nicht mehrheitsfähiger Gegenvorschlag stand auch die Bezeichnung '''Goßmannstadt''' im Raum. Weil keine Mehrheit gefunden werden konnte, wurde beschlossen die Fürstenwalder Bevölkerung parallel zur Bundestagswahl 2013 über den Zusatz Domstadt abstimmen zu lassen.An der Abstimmung beteiligten sich 51,8 % der Fürstenwalder Wahlberechtigten (13284 gültige Stimmen). Davon votierten 65,1 % (8647) dafür und 34,9 % (4637) dagegen. Damit stimmten 33,2 % von 26067 wahlberechtigten Fürstenwaldern für den Namenszusatz „Domstadt“. Diesem Votum folgend, beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Namenszusatz einstimmig. Dieser ist jedoch nicht amtlich und muss daher nicht zwingend verwendet werden.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Bedeutende Bauwerke

mit den in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmalen.

Evangelischer Dom St. Marien

Nach Zerstörung der Vorgängerkirche wurde 1446 als spätgotischer Backsteinbau der Dom St. Marien errichtet, der später Turm und Anbauten in barockem Stil erhielt. Das Innere beherrscht ein 12,5 Meter hohes spätgotisches Sakramentenhäuschen von 1517. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Dom fast vollständig zerstört. Den Neubau konnte die Gemeinde 1995 weihen lassen.

Weitere Sakralbauten

Die Evangelisch-Lutherische Kirche ist ein turmloser neugotischer Backsteinbau von 1883. Sie ist die einzige im Zweiten Weltkrieg unzerstörte Kirche der Stadt. Das aus der Kirche und dem Pfarrhaus bestehende Gebäudeensemble an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße steht unter Denkmalschutz.

Die Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist auf dem Seilerplatz ist ein neugotischer Backsteinbau. Er wurde 1906 geweiht.

Die Martin-Luther-Kirche im Stadtteil Süd wurde 1910 als Ketschendorfer Dorfkirche in neogotischem Stil errichtet. Sie befindet sich in der Schillerstraße

Die Kirche der Samariteranstalten an der August-Bebel-Straße wurde als neugotischer Backsteinbau 1925 errichtet.

Die Dorfkirche im Ortsteil Trebus, ursprünglich ein mittelalterlicher Feldsteinbau mit Turm, wurde im 18. Jahrhundert durch ein Barockgebäude ersetzt. 1945 brannte sie aus und wurde 1953–1955 wiederaufgebaut.

Profanbauten

Das gotische Alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert wurde nach 1945 erlittenen Kriegszerstörungen wiederaufgebaut. Die erhaltenen Bürgerhäuser im historischen Zentrum – oftmals barockisierte Fachwerkhäuser – sind sehenswert, darunter das Schmalste Haus aus dem 17. Jahrhundert sowie die Weberhäuser aus dem 18. Jahrhundert.

An der Ecke Mühlen-/Schloßstraße befand sich 1777–1936 eine Brauerei. Bemerkenswert ist der hölzerne Umgang im Hof, der letzte seiner Art in der Stadt. In diesem Gebäude aus dem 18. Jahrhundert betreiben heute die Nachfahren Ludwig Mords ein Privatmuseum zur Geschichte des Getränkehauses Ludwig Mord sowie eine beliebte Gaststätte mit Biergarten.

Das Bischofsschloss wurde im 14. Jahrhundert für die Lebuser Bischöfe errichtet. Nach einem Brand im 16. Jahrhundert blieb nur ein burgartiger Teil erhalten, wodurch es volkstümlich auch als Bischofsburg bezeichnet wurde. Seine heutige Gestalt erhielt es in den Jahren 1891 bzw. 1905. Zwischen 2011 und 2013 wurde es restauriert und für Wohn- und Gewerbenutzung hergerichtet.

Weitere Reste des Bischofsschlosses wurden abgerissen und 1850 mit einem Backsteinbau neu bebaut. Dieser wurde gewerblich genutzt (Brauerei, Margarinefabrik, Kaufhaus). Die Anlage erlitt im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden. Bis 1990 wurde sie als Lager und Verwaltungssitz genutzt. Mit der Gründung des Kulturvereins wurde eine neue Nutzung als Kulturfabrik gefunden. Sie bietet vielen Vereinen Raum.

Das Jagdschloss, 1699/1700 unter Kurfürst Friedrich III. von Hofbaumeister Martin Grünberg in schlichten barocken Formen errichtet, wurde ab 1750 unter König Friedrich II. in einen Getreidespeicher für das Militär umgebaut. 1795 erhielt es direkt daneben einen weiteren Speicher. Mit dem Zweiten Weltkrieg endete die militärische Nutzung, bis 1993 diente das Schloss als Lager. Seitdem steht es leer und verfällt. Im September 2013 wurde das Schloss von der Stadt Fürstenwalde ersteigert, die sich um eine neue Nutzung bemühen will.

Weitere sehenswerte Gebäude bzw. Gebäudeensembles sind die Domschule aus dem 19. Jahrhundert, die Ulanenkaserne des 3. Ulanen-Regiments, von 1894, die jetzt als Wohngebäude dient, die Knabenschule von 1891, Villa Lässig, ein Bau aus der Gründerzeit, Reste der Stadtbefestigung mit Bullenturm und Niederlagetor sowie der Grasnick-Brunnen in der Eisenbahnstraße.

Museen

Im Museum Fürstenwalde am Domplatz 7 werden 10.000 Jahre Erd-, Ur- und Frühgeschichte dargestellt. Es beherbergt mit der „Bennholdschen Geschiebesammlung“ eine der größten Geschiebesammlungen Europas. Zudem werden über 700 Jahre Stadtgeschichte als Bischofs-, Grenz-, Handels- und Industriestadt veranschaulicht. Außerdem befindet sich im Bürgerpark am Dom ein 2011 eröffneter Gesteinsgarten, der nach einer Idee des Geologen Dr. Harro Hess 17 ausgewählte Findlinge aus den Rauenschen Bergen und dem Tagebau Welzow-Süd zeigt. Die aufgestellte Informationstafel beschreibt nicht nur die verschiedenartigen Findlinge, sondern informiert auch über Walter Bennhold (1876−1952) und den Eiszeitweg.

Um die Wende 20./21. Jahrhundert gab es am Flugplatz Fürstenwalde eine ABM-Gesellschaft „Historischer Flugzeugbau“, der ein Flugzeugmuseum angegliedert war. Stolz der Gesellschaft war ein flugfähiger Nachbau der Etrich Taube, welcher u. a. auf der ILA 2004 zu sehen war.

Zwischen 2011 und 2014 fanden umfangreiche Renovierungs- und Umbauarbeiten am Alten Rathaus (Am Markt 1) statt. Dabei wurde im Kellergeschoss ein Brauereimuseum mit einer modernen Schaubrauerei eingerichtet, das an die lange Brautradition in Fürstenwalde erinnert.

Ein privat geführtes Museum ähnlichen Themas befindet sich in „Mord’s Eck“ (Mühlenstraße 17/Ecke Schloßstraße). Hier werden in einem traditionsreichen Gebäude Ausstellungsstücke des Böttcherhandwerks, der Schnapserzeugung und der Getränkeabfüllung präsentiert.

Erinnerungsstätten

Ehemalige jüdische Gemeinde

Der Synagoge, die 1938 zerstört wurde, gedenkt eine Tafel an der Front des Wohnhauses Frankfurter Straße 96. Einige Schritte weiter an der Ecke Frankfurter Straße/Grünstraße, erinnert eine Gedenktafel an den ebenfalls 1938 zerstörten Jüdischen Friedhof mit seiner Trauerhalle, die 1928 erbaut wurde.

Opfer von Faschismus und Stalinismus

Den Opfern des Faschismus wurde 1977/78 am Ottomar-Geschke-Platz ein Mahnmal errichtet. Den antifaschistischen Widerstandskämpfern ist das Mahnmal in der August-Bebel-Straße 62 gewidmet.

1995 wurde ein Ehrenhain mit Gedenkstein für die Opfer des NKWD-Internierungslagers Ketschendorf südwestlich der Beeskower Chaussee errichtet.

Parks und Grünflächen

Die Stadt Fürstenwalde ist fast vollständig von Wäldern umgeben, lediglich im Norden befinden sich größere Ackerflächen. Über den Stadtpark und das Spreeufergelände zieht sich das Grün bis unmittelbar an das historische Zentrum heran. Wegen ihres hohen Baumbestand, vieler kleinerer und größerer Grünflächen hat die Stadt seit den 1920er Jahren den inoffiziellen Beinamen „Grüne Stadt an der Spree“.

Stadtpark

Im Westen befindet sich der Stadtpark. Er wurde ab 1836 durch den Heideherren Friedrich Schulze angelegt. Zunächst nur im Bereich des Spreeufers gelegen, wurde er bis zur 1842 eröffneten Eisenbahntrasse erweitert. Die heutige Dr.-Wilhelm-Külz-Straße durchquert den Park und teilt ihn in den südlich gelegenen älteren Teil und den deutlich größeren neueren Teil im Norden. Im Uferbereich wurden Kleingartenanlagen errichtet, wodurch der Spreebezug verloren ging. Im östlichen Teil des Parks gibt es eine größere Freifläche, der ehemalige Wilhelmplatz. Hier wurden nach den Einigungskriegen mehrere Friedenseichen gepflanzt, welche heute noch existieren. Am westlichen Ende des Platzes wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ein Gedenkhain für gefallene Offiziere der Roten Armee angelegt. Zentraler Punkt des Stadtparks ist der 1939 errichtete Springbrunnen am Großen Stern.

An der Külzstraße liegt die 1955 eröffnete Freilichtbühne, welche im Sommer für Freilichtkinoveranstaltungen genutzt wird. Im Nordwesten wurde 1975 ein Bereich des Stadtparks zum Heimattiergarten Fürstenwalde umgewandelt. Heute leben hier über 300 Tiere aus etwa 70, vorwiegend europäischen Arten. Unmittelbar angrenzend liegt der Festplatz der Stadt, der für Rummel- und Zirkusveranstaltungen genutzt wird.

Spreeufer

Das Spreeufergelände zwischen Stadtpark und Spreebrücke wurde im Zuge der Bewerbung zur Landesgartenschau 2004/06 unter dem Motto Alte Stadt an neuen Ufern beplant. Nach Vergabe der Schau nach Rathenow wurde ein beträchtlicher Teil der Planungen dennoch umgesetzt und am 1. Juni 2007 feierlich eröffnet.Zentraler Baustein ist die durchgehende Uferpromenade als Bestandteil des Spreeradwegs. Das landschaftlich sehr reizvolle Ufergelände mit Ruhebereichen, Themengärten und Liegewiesen wird auch für Feste genutzt. Nahe der großen Spreewiese befindet sich der Goetheplatz, ein ehemaliger Schützenplatz, der durch seinen sehr alten Baumbestand auffällt. Der 2012 fertiggestellte Martinigarten, benannt nach einem früheren Fürstenwalder Stadtrat, stellt die Verbindung des Uferbereichs über die Karl-Marx-Straße zum Bahnhof her.

Park der Jahreszeiten

Der etwa 30.000 m² große Park der Jahreszeiten entstand auf der Fläche des ehemaligen Kirchhofs. Das Areal wurde nach Abräumung der Grabanlagen in den 1980er Jahren mit einigen Altenheimen bebaut, danach aber nicht weiter gestaltet. Zwischen Sommer 2009 und Frühjahr 2010 wurde der gesamte Bereich neu angelegt, wobei das Leitthema in Analogie zum Lauf des Lebens eines Menschen gewählt wurde.

Weitere Anlagen

Östlich des Doms wurde der Bürgergarten, einschließlich der Außenanlagen der Kulturfabrik und des Museums sowie verbliebener Reste der alten Stadtbefestigung angelegt.Erhalten geblieben ist der Dorfanger von Ketschendorf an der August-Bebel-Straße.

Im Stadtteil Nord befindet sich der Mühlenberg, eine als Spielplatz gestaltete Erhebung. Im Bereich des ehemaligen Krankenhauses entstand in den Jahren 2012/13 der Quartierspark Kleine Freizeit.

Friedhöfe

Der Neue Friedhof wurde Anfang des 20. Jahrhunderts im südlich der Spree gelegenen Westend angelegt. Er ist der größte der Stadt und beherbergt eine Kriegsgräberstätte. Eine weitere Kriegsgräberstätte ist der Waldfriedhof an der Hegelstraße, der am 5. Mai 1945 für an Seuchen gestorbene deutsche Soldaten angelegt wurde.

Der Ketschendorfer Friedhof oder Südfriedhof befindet sich an der Friedenstraße südlich der Autobahn.

Der Jüdische Friedhof befindet sich nahe dem Park der Jahreszeiten. Er wurde in der Pogromnacht zerstört und lag danach brach. Inzwischen ist er aufgeräumt und kann nach Anmeldung besichtigt werden.

Die Ortsteile Rauensche Ziegelei (Südwest), Molkenberg und Trebus haben eigene Friedhöfe.

Im Jahre 2006 wurde ein 45 ha großes Areal im nordwestlichen Bereich des Fürstenwalder Stadtwalds als Friedwald für Naturbestattungen freigegeben.

Sport- und Freizeiteinrichtungen

Die Kulturfabrik, das soziokulturelle Zentrum der Stadt, bietet in ihren Räumen im Bischofsschloss-Brauerei-Komplex vielen Vereinen und Initiativen ein Zuhause. Gegründet von vier Vereinen, mit Unterstützung der Stadtverwaltung, entwickelte sich eine gemeinnützige GmbH als Träger. Auch die Stadtbibliothek ist hier zu finden. Jährlich 60.000 Besucher nutzen u. a. die Gedenkbibliothek der IG Internierungslager Ketschendorf e. V.

Daneben laden die DomGalerie am Dom und das Filmtheater Union zum Besuch ein. Im Kino finden neben Filmvorführungen auch Lesungen statt.

Im Norden der Stadt konzentrieren sich eine Reihe von Freizeiteinrichtungen, die bekannteste ist das Freizeitbad Schwapp mit Sport- und Spaßbad und einer Saunalandschaft. Hier befindet sich auch das Rudolf-Harbig-Stadion.

Westlich der Stadt befindet sich das Friedrich-Friesen-Stadion, ein Sportkomplex bestehend aus mehreren Sportplätzen und -anlagen. Auf dem Hauptplatz, der S-OS-Arena, trägt Fürstenwaldes höchstklassiger Fußballverein FSV Union Fürstenwalde seine Heimspiele aus.

Am südlichen Stadtrand befindet sich zudem die Ganzjahresrodelbahn Scharmützelbob.

Musik

Die Musik- und Kunstschule bietet Ausbildungen in musischen und bildenden Künsten.Das 1. Brandenburgische Garde-Blasmusikkorps Fürstenwalde, 1990 durch Fusion zweier Orchester entstanden, widmet sich besonders den Werken brandenburgischer Komponisten.Geistliche Musik pflegen sowohl die Mitglieder der Kantorei und Kinder- und Jugendkantorei der evangelischen St. Marien-Domgemeinde als auch der Chor der Katholischen Pfarrkirche St. Johannes Baptist.

Unter dem Dach des Fürstenwalder Kulturvereins e. V. agieren der Con-brio-Chor (1963 aus einem Jugendchor hervorgegangen, pflegt er deutsches und europäisches Liedgut verschiedener Epochen), Kammerchor und Kammerorchester Fürstenwalde e. V. sowie der Jazzclub. Weitere musikalische Initiativen sind der Club im Park, Joes BigBand sowie der Popchor „The Golden Voices“.

Regelmäßige Veranstaltungen

Ende Mai lädt das Fürstenwalder Stadtfest im Zentrum der Stadt ein. Der Juni steht im Zeichen von Tierparkfest, Drachenbootregatta und den zweitägigen Highland Games, organisiert vom Fürstenwalder Highlandsportverein Stone Walker e. V. Ende August lädt der Stadtforst gemeinsam mit dem Club im Park ein zu Rock für den Wald. Der September bietet Samariterfest, Handwerker- und Bauernmarkt, das herbstliche Tierparkfest und den Fahrrad-Erlebnistag Rad-Scharmützel. Im Oktober besuchen die Fürstenwalder den Mittelaltermarkt. Seit 2002 präsentieren die Fürstenwalder Jazztage internationale und hochkarätige Künstler diese Genres. Den Abschluss des Veranstaltungsjahres bildet der traditionellen Weihnachtsmarkt am Dom in der Adventszeit.

Wirtschaft und Infrastruktur

Industrie

Fürstenwalde ist einer von 15 regionalen Wachstumskernen des Landes Brandenburg. Im produzierende Gewerbe sind Unternehmen aus den Branchen Autozuliefer (u. a. Reifenwerk von Dunlop, ehemals Pneumant), Energie (u. a. E.DIS), Kunststoffe & Farben (u. a. Deutsche Amphibolin-Werke, Baser Kunststoffe GmbH, SEDO Chemicals Neoprene GmbH) und Metallverarbeitung (u. a. Reuther STC, Duktil Guss GmbH, RST Gesellschaft für Wasserspartechnik mbH) vertreten.Das Wohnungsbauunternehmen NCC Deutschland (ehemals Industriebau Fürstenwalde) und der Hersteller für Energiespeichertechnik deematrix Energiesysteme GmbH haben ihren Sitz in Fürstenwalde.

Verkehr

Der Bahnhof Fürstenwalde liegt an der Strecke Berlin–Frankfurt (Oder) mit Halt von Regionalexpresszügen der Linie RE 1, der Haltepunkt Fürstenwalde Süd an der von der Niederbarnimer Eisenbahn betriebenen Strecke Fürstenwalde–Bad Saarow Klinikum (RB 35).

Die Stadt liegt an der Autobahn A 12 und hat zwei Anschlussstellen (Fürstenwalde West und Fürstenwalde Ost). Die Berliner Ring (A 10) ist über die Anschlussstelle Freienbrink zu erreichen.

Im Norden und Osten der Stadt befindet sich eine Umgehungsstraße. Sie verbindet alle drei Stadtteile und führt weiter zur A 12-Anschlussstelle Fürstenwalde Ost sowie zur Kreisstadt Beeskow. Bisher fehlt eine Verlängerung im Westen der Stadt. Ein großer Teil gehört zur Bundesstraße 168 von Eberswalde nach Cottbus. Die Stadt hat zwei verkehrliche Engpässe: zum einen die Spreebrücke, die die Stadtteile Mitte und Süd verbindet; zum anderen die Brücke über die Bahngleise.

Den innerstädtischen Nahverkehr betreibt der Busverkehr Oder-Spree mit derzeit vier Linien. Dabei gelten die Tarife des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB). Die Fahrzeiten der Busse sind auf die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Züge von und nach Berlin abgestimmt.

Die Linie 1 (im VBB 411) fährt vom Einkaufszentrum Nord über den Bahnhof, die Innenstadt, die Spreebrücke und den Bahnhof Süd zum Platz der Solidarität. Die Linie 2 (im VBB 412) verbindet den Bahnhof mit dem Gewerbegebiet Ost. Die Linie 3 (im VBB 413) verstärkt die Linie 1 zwischen dem Bahnhof und dem Platz der Solidarität. Die Linie 4 (im VBB 414) schließlich verkehrt vom Bahnhof zum Einkaufszentrum Nord.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.) 15 311 15 253 15 410 15 527 15 615 15 768 15 771
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 463 464 473 478 505 511 509

Im Norden der Stadt befand sich der Verkehrslandeplatz Fürstenwalde (EDAL). Dieser wurde 2011 zugunsten eines großflächigen Solarkraftwerkfeldes aufgegeben.

Bildung

Fürstenwalde ist ein traditionsreicher Bildungsstandort. So war die Stadt in den Jahren 1613, 1624, 1625 und 1656 Ausweichquartier der Universität Viadrina aus dem nahegelegenen Frankfurt (Oder) als dort die Pest wütete.

Heute existieren in der Stadt sechs Grundschulen, vier Oberschulen und zwei Gymnasien. Weiterhin gibt es ein Oberstufenzentrum mit angeschlossenem beruflichem Gymnasium, drei berufliche Schulen und Fachoberschulen, drei Förderschulen und acht weitere Weiterbildungseinrichtungen. Träger der Schulen sind die Stadt Fürstenwalde, der Landkreis Oder-Spree, das Erzbistum Berlin und private Träger. Ein bedeutender freier Träger ist die Rahn-Dittrich-Gruppe, die eine Grundschule, eine Oberschule und eine Fachoberschule mit den Schwerpunkten Sozialwesen, Wirtschaft und Technik in Fürstenwalde betreibt.

Geschwister-Scholl-Gymnasium

Die Ursprünge des heutigen Geschwister-Scholl-Gymnasiums reichen auf die 1865 gegründete höhere Bürgerschule zurück. Die Schule wechselte mehrfach die Form (Progymnasium, Vollgymnasium, Oberschule) und ihren Standort. Die Gebäude des jetzigen Standorts an der Frankfurter Straße 70 wurden Ende der 1950er Jahre errichtet und durch die damalige Oberschule im Jahr 1960 bezogen.

1991 entstand das durch den Kreis Fürstenwalde getragene Gymnasium, dem 1992 der Name der Geschwister Scholl verliehen wurde. Mit Neubildung des Landkreises Oder-Spree wechselte 1993 die Trägerschaft. Zuletzt wurden in den Jahren 2014 und 2015 die Außenanlagen neu gestaltet, unter anderem entstand ein kleiner Sportplatz. Weitere Erneuerungen sind für die Jahre 2016 und 2017 geplant.

2007 wurde das ebenfalls 1991 entstandene und von der Stadt Fürstenwalde getragene Werner-Seelenbinder-Gymnasium an der Holzstraße 1A integriert. Der Schulstandort in der Holzstraße reicht ins Jahr 1893 zurück. Das Gebäude wurde ursprünglich als Kaserne geplant, aber vor dem Einzug der Soldaten zur Schule umgenutzt. Es wurde mehrfach erweitert, zuletzt in den 1980er Jahren. Im Schulumfeld wurde im September 2006 der Freizeit- und Lernbereich „After-school-paradise“ eingeweiht. Die Schule pflegte viele Jahre eine Partnerschaft mit einer Schule in Gorzow (Polen) und hatte partnerschaftliche Beziehungen zu zwei indonesischen Schulen.

Katholisches Schulzentrum

Das einzige katholische Schulzentrum im Land Brandenburg ist das Bernhardinum (Katholische Schule Bernhardinum) in der Trebuser Straße 45. Das Bernhardinum ist in freier Trägerschaft des Erzbistums Berlin und besteht aus Grundschule, Realschule und Gymnasium. Die Schule pflegt Partnerschaften mit Schulen in Polen, Frankreich, Italien und Sri Lanka.

Oberstufenzentrum Palmnicken

Die Europaschule Oberstufenzentrum Palmnicken mit über 3500 Auszubildenden und Schülern ist die größte Bildungseinrichtung im Landkreis Oder-Spree. Die Einrichtung vereint Bildungsgänge der Berufsschule, der Berufsfachschule, der Fachoberschule und des beruflichen Gymnasiums. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Bildungs- und Erziehungsarbeit ist die Pflege vielfältiger internationaler Beziehungen mit Partnerschulen unter anderem in Japan, Schweden, Frankreich, Holland, Dänemark und Polen.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Wolfgang Kahl (* 1928), Domorganist, für Verdienste beim Aufbau der Domkantorei am Dom St. Marien, verliehen 1993
  • Günter Kuhn (* 1928), Superintendent, für Verdienste beim Wiederaufbau des Doms St. Marien, verliehen 1995
  • Friedrich Stachat (* 1938), Leiter des sozio-kulturellen Zentrums, für Verdienste beim Aufbau der Fürstenwalder Kulturfabrik, verliehen 2003
  • Eckhard Fichtmüller (* 1940), Pfarrer, für Verdienste um die historische Aufarbeitung der Geschichte des Internierungslagers Ketschendorf, verliehen 2015

Söhne und Töchter der Stadt

  • Christian Mentzel (1622–1701), Mediziner, Botaniker und Sinologe
  • Theodor Jacobs (1824–1893), Reichstagsabgeordneter
  • Ernst Laas (1837–1885), Pädagoge und Philosoph
  • Paul Rehbach (1874–1934), Politiker, Landtagsabgeordneter in Württemberg
  • Max Valentin (1875–1920), Bildhauer und Architekt
  • Paul Henze (1880–1966), Maschinenbauingenieur und Automobilpionier
  • Ottomar Geschke (1882–1957), deutscher Politiker
  • Wilhelm Burgdorf (1895–1945), General der Infanterie
  • Wolfgang Köpp (* 1933), Schriftsteller
  • Wolfgang Götze (* 1937), theoretischer Physiker
  • Hans-Joachim Jentsch (* 1937), Politiker (CDU), Richter des Bundesverfassungsgerichts
  • Klaus Kunowsky (* 1937), Schriftsteller
  • Hans-Michael Rehberg (* 1938), Schauspieler und Regisseur
  • Pit Kroke (* 1940), bildender Künstler
  • Ludolf von Wartenberg (* 1941), Politiker (CDU)
  • Claus Schreiner (* 1943), Musikpublizist und -produzent, Preisträger des Jazz-Echo 2010
  • Helmut Panke (* 1946), Manager
  • Christine Grabe (* 1948), Politikerin (GRÜNE), Landtagsabgeordnete in Thüringen
  • Heinz Geisler (* 1950), Rockmusiker und Komponist
  • Lothar Bölck (* 1953), Kabarettist
  • Burkhard Reich (* 1964), ehemaliger Fußballspieler

Mit der Stadt verbunden

  • Friedrich Sesselmann (1410–1483), Bischof des Bistums Lebus und Kanzler des Kurfürstentums Brandenburg
  • Dietrich von Bülow (1460–1523), Bischof des Bistums Lebus, Stifter des Sakramentshauses im Fürstenwalder Dom
  • Carl Arnold, Maurermeister, Erfinder des Ringofens, Ehrenbürger der Stadt Fürstenwalde
  • Karl Friedrich Schulz (1784–1850), evangelischer Kirchenliedkomponist und Musiklehrer
  • Julius Pintsch (1815–1884), Gründer der vormals größten Industriefirma von Fürstenwalde, der Julius Pintsch AG Berlin-Fürstenwalde, verstorben dahier
  • Richard Pintsch (1840–1919), Miteigentümer der vormals größten Industriefirma Julius Pintsch AG Berlin-Fürstenwalde, Ehrenbürger der Stadt Fürstenwalde, einer der Söhne des Julius Pintsch
  • Walter Dudek (1890–1976), Politiker (SPD), Bürgermeister der Stadt (1919–1922)
  • Kurt Nadelmann (1900–1984), Rechtswissenschaftler und Fakultätsmitglied der Harvard Law School, Richter am Amtsgericht Fürstenwalde (1926–1928)
  • Gerhard Goßmann (1912–1994), Grafiker, Buchillustrator und Maler
  • Axel Schulz (* 1968), ehemaliger Boxer
  • Mathias Stumpf (* 1986), Radsportler

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Fürstenwalde/Spree

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