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Stadt Flensburg
Rathaus Am Pferdewasser
24937 Flensburg

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Flensburg

160pxAbb. 1 Wappen von Flensburg
Basisdaten
Bundesland Schleswig-Holstein
Kreis
Höhe 12 m
PLZ 24937–24944
Vorwahl 0461
Gliederung 13 Stadtteile,
38 statistische Bezirke
Adresse der Verwaltung Rathausplatz 1
24937 Flensburg
Website www.flensburg.de
Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD)

Flensburg (dänisch und niederdeutsch: Flensborg, nordfriesisch: Flansborj, Flensborag, südjütisch: Flensborre) ist eine kreisfreie Stadt im Norden Schleswig-Holsteins. Nach Kiel und Lübeck ist Flensburg mit rund 88.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt des Landes, die größte im Landesteil Schleswig und die nördlichste kreisfreie Stadt Deutschlands. Flensburg liegt am Beginn der Flensburger Förde und an der nördlichen Grenze der Halbinsel Angeln.

Als Zentrum der dänischen Minderheit in Südschleswig nahm Flensburg nach der Volksabstimmung in Schleswig 1920 und den Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955 eine Vorreiterrolle für die Anerkennung nationaler Minderheiten ein, abgedeckt durch eine Vielzahl dänischer Institutionen. Von einem nicht geringen Teil der nach eigenen Angaben rund 93.800 Einwohner (Stand: September 2016) werden außer Deutsch und Dänisch noch Plattdeutsch und Petuh gesprochen.

Bundesweit Bekanntheit erlangte die Stadt durch die vom Kraftfahrt-Bundesamt gespeicherten „Punkte in Flensburg“, den Erotikversandhandel von Beate Uhse, das Flensburger Bier und den Handballverein SG Flensburg-Handewitt, international durch den Sitz der letzten Reichsregierung 1945 unter der Leitung von Karl Dönitz im Stadtteil Mürwik. Faktoren wie der Rumhandel und militärische Einrichtungen, etwa der Marinestützpunkt Flensburg-Mürwik, die das Wachstum der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert prägten, spielen heute nur noch eine unwesentliche Rolle. Von größerer Bedeutung für das Oberzentrum sind der ausgeprägte Grenztourismus, der Flensburger Hafen mit dem Historischen Hafen und der Werft von der FSG sowie mit rund 9200 Studierenden (WS 2014/2015) die Hochschule und Europa-Universität Flensburg.

Geographie

Flensburg befindet sich im äußersten Norden des Landes Schleswig-Holstein, jedoch nicht direkt an der deutsch-dänischen Grenze, da die Gemeinde Harrislee zwischen Flensburg und dem Königreich Dänemark liegt. Nach der Flensburger Nachbarstadt Glücksburg ist sie die zweitnördlichste Stadt in Deutschland, wobei die Wegstrecke von Flensburg an die dänische Grenze kürzer ist und die Glücksburger über Flensburg fahren müssen, um den kürzesten Weg nach Dänemark zu nehmen, weshalb häufig Flensburg geographisch unzutreffend als nördlichste Stadt genannt wird. Flensburg liegt im inneren Winkel der Flensburger Förde, einer Ausbuchtung der Ostsee, teils in einem Tal, teils auf umliegenden Höhen wie dem Friesischen Berg und dem Marienberg. Das Ostufer Flensburgs wird bereits zur Halbinsel Angeln gerechnet.

Die Stadt liegt etwa . Die sich in einem Tal befindende Altstadt liegt bei 12 m und der höchste Punkt der Stadt bei . Die Stadtgrenze ist 32,0 km lang. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt von Norden nach Süden 7,6 km und von Osten nach Westen 9,6 km.

Stadtteile

Die Stadt Flensburg teilt sich in 13 Stadtteile, die sich wiederum in insgesamt 38 statistische Bezirke gliedern, wobei die Grenzen der Stadtteile und Stadtbezirke dabei nur selten den Grenzen der früheren Landgemeinden beziehungsweise den historischen Kirchspielgrenzen auf dem alten Stadtfeld genau entsprechen. Die Stadtteile Flensburgs sind Altstadt (beziehungsweise Flensburger Innenstadt), Engelsby, Friesischer Berg, Fruerlund, Jürgensby, Mürwik, Neustadt, Nordstadt, Sandberg, Südstadt, Tarup, Weiche und Westliche Höhe.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden des Kreises Schleswig-Flensburg und der Region Syddanmark grenzen an die Stadt Flensburg – im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten: Glücksburg (Amtsfreie Stadt), Wees (Amt Langballig), Maasbüll, Hürup, Tastrup und Freienwill (alle Amt Hürup), Handewitt (Amtsfreie Gemeinde), Harrislee (Amtsfreie Gemeinde) und die Kommune Aabenraa (dt. Apenrade) auf dänischer Seite der Flensburger Förde.

Dabei gelten vor allem das größere Harrislee mit dem zugehörigen Wassersleben und Kupfermühle sowie Wees und Tastrup als Vororte von Flensburg, da die Orte dicht mit der Stadt verwachsen sind und teilweise die Infrastruktur der Stadt in Anspruch nehmen. Dennoch beharrt die Gemeinde seit den 1970er-Jahren auf ihre Eigenständigkeit – trotz wiederholten Vorschlags der Stadt Flensburg, Harrislee einzugemeinden.

Tastrup wiederum ist ein Rest der ehemaligen Gemeinde Adelby, welche schrittweise eingemeindet wurde. Durch den stetigen Ausbau des Ortsteils Sünderup wächst Flensburg immer deutlicher an Tastrup heran. Ähnlich verhält es sich mit Wees, wo in den an der Nordstraße (Bundesstraße 199) gelegenen Flensburger Ortsteilen Wasserloos und Kauslund Neubaugebiete erschlossen werden. Eine weitere Siedlung, die schon seit vielen Jahren nahtlos mit Flensburg verwachsen ist, ist Meierwik, die aber dennoch zu Glücksburg gehört. Ebenfalls recht stark an Flensburg herangewachsen ist Handewitt, das an den Flugplatz Schäferhaus grenzt und nicht weit entfernt vom Flensburger Stadtteil Weiche liegt. Die Zusammengehörigkeit wird durch die seit 1990 bestehende Spielgemeinschaft Flensburg-Handewitt bestärkt. Des Weiteren gilt zuweilen Maasbüll als ein ländlicher Vorort von Flensburg, wobei das Dorf nicht mit Flensburg verwachsen ist. Das von Naherholung und Landwirtschaft geprägte Maasbüll liegt nahe dem kaum bebauten Gebiet Vogelsang.

Nachbarstädte

Mit Flensburgs Nachbarstädten findet neben einer Verwaltungsgemeinschaft mit der Kleinstadt Glücksburg (rund 5700 Einwohner) auch eine Zusammenarbeit innerhalb der 1997 gegründeten Region Sønderjylland-Schleswig statt. Innerhalb dieser 7714 km² großen Euroregion mit mehr als 700.000 Einwohnern kooperiert Flensburg auf deutscher Seite mit den Kreisstädten Husum (22.000 Einwohner) im Kreis Nordfriesland und Schleswig (23.600 Einwohner) im Kreis Schleswig-Flensburg, ehemalige Hauptstadt des Herzogtums Schleswig, sowie auf dänischer Seite mit den Verwaltungssitzen Tønder (deutsch Tondern, 7500 Einwohner) in der Tønder Kommune, Aabenraa (Apenrade, 15.700 Einwohner) in der Aabenraa Kommune, Haderslev (Hadersleben, 21.400 Einwohner) in der Haderslev Kommune und Sønderborg (Sonderburg, 27.300 Einwohner) in der Sønderborg Kommune.

Nach einigen dieser Städte sind historische Ausfallstraßen benannt, ebenso wie nach Leck (7600 Einwohner), Kappeln (8700 Einwohner) und Eckernförde (21.700 Einwohner). Im Rahmen des INTERREG-geförderten Projektes Grenzdreieck (dänisch: Grænsetrekanten), ein 1.494,2 km² großes Gebiet mit rund 240.000 Einwohnern, kooperiert die Stadt Flensburg zudem mit den Kommunen Aabenraa und Sønderborg. Die Zusammenarbeit umfasst die Bereiche Infrastruktur, Tourismus, Beschäftigung, Regionalplanung und Kultur.

Klima

Geschichte

Vor- und frühgeschichtliche menschliche Spuren

Auf dem Stadtgebiet wurden verschiedene Spuren menschlichen Lebens und Wirkens aus der Zeit der Vor- und Frühgeschichte entdeckt. Stätten, die von diesen Zeiten zeugen, sind unter anderem die Grabhügel Friedenshügel, Nonnenberg und Weinberg.

Ursprung des Namens

Die Herkunft des erstmals 1248 erwähnten Stadtnamens Flensburg konnte noch nicht geklärt werden. Einer Sage nach gab Herzog Knud Lavard einem Ritter Fleno den Auftrag, am Ende der Förde eine Burg zu errichten. Diese Fleno-Burg solle der Stadt ihren Namen gegeben haben. Eine neuere Theorie besagt, dass sich der Name von einer kleinen Turmfestung ableite, deren Fundamente in der Nähe der Marienkirche gefunden wurden und die auf etwas wie einer Art kleinen Insel, Halbinsel oder Landzunge lag.

Neben dem Gründungsmythos um den Ritter Fleno besitzt Flensburg einen apokalyptischen Mythos zu seinem Untergang, dessen Ausgangspunkt sich beim Hafermarkt befinden soll und in dem das Schwarze Schwein eine entscheidende Rolle spielt.

Anfänge Flensburgs

Spätestens Mitte des 12. Jahrhunderts entstand am inneren Teil, wo die Flensburger Förde ihren Anfang hat, eine Handels- und Fischersiedlung mit der Kirche Sankt Johannis. Die St. Johannis-Siedlung war mit ihrer Lage ein jüngerer Teil der Husbyharde in Angeln. Im Jahr 1170 entstand zudem das Kirchspiel Sankt Marien, um 1200 das Kirchspiel Sankt Nikolai und zuletzt im Jahr 1290 Sankt Gertrud. Diese westlich der Förde und des hier einmündenden Baches Scherrebek gelegenen Kirchen Sankt Nikolai, Sankt Marien und Sankt Gertrud lagen in der Wiesharde. Das gesamte Gebiet gehörte damals zum Königreich Dänemark. Historiker nehmen an, dass es mehrere Gründe für die Wahl dieses Standortes gab. Nach der Vernichtung der wendischen Land- und Seeherrschaft durch die Dänen unter Waldemar I. und die Sachsen unter Heinrich dem Löwen war das Leben direkt am Wasser sicherer geworden. Der Ort galt als sicherer Hafen an der Förde mit Schutz vor heftigen Winden. Zudem kreuzen sich in Flensburg zwei bedeutende Handelsstraßen: der durch Jütland führende Ochsenweg als auch die Handelsstraße zwischen Nordfriesland und Angeln (Angelbowege). Ein weiterer Grund war das große Vorkommen von Heringen.

Im Laufe der Zeit gewannen die kleinen Handelsniederlassungen an Bedeutung und wuchsen immer mehr zusammen. Zu dieser Zeit existierte bereits die Knudsgilde, eine bestimmende Macht in Flensburg, die aus wohlhabenden Kaufleuten bestand und schon damals mit Vorrechten ausgestattet war. Mit ihr konnte auf das Stadtregiment Einfluss ausgeübt werden. Nach Kämpfen zwischen dem dänischen König Erik Plovpenning und seinem Bruder und Nachfolger Abel war der im Dammhofareal aufkeimende Ortskern 1248 zerstört worden. Abel förderte den Wiederaufbau des Ortes. Vermutlich 1263 oder früher wurde das Minoritenkloster erbaut. 1284 verlieh der dänische König Erik Glipping dem neuen Ort das Stadtrecht, dessen Inhalt auf einen sehr regen Handelsverkehr schließen lässt. Herzog Waldemar IV. von Schleswig bestätigte das Stadtrecht. Flensburg wurde rasch die bedeutendste Stadt des Herzogtums Schleswig, eines dänisches Lehen mit dem dänischen König als Lehnsherrn, das im Gegensatz zum südlich angrenzenden Holstein nicht zum Heiligen Römischen Reich gehörte. Wie andere schleswigsche Städte war Flensburg nicht Mitglied der Hanse. Dennoch bestanden enge Handelskontakte zu deutschen und europäischen Hansestädten. Ein bedeutendes Handelsgut zu jener Zeit waren in Salz eingelegte Heringe, die europaweit verschickt wurden.

Die Handelsstadt im Mittelalter und in der frühen Neuzeit

Ab 1409 begannen die Auseinandersetzungen zwischen Holsteinern und Dänen um die Vormacht in Schleswig (siehe auch Sønderjylland). 1411 erreichte Königin Margarethe I. im Vertrag von Kolding die Abtretung großer Teile des Herzogtums Schleswig an Dänemark. Im selben Jahr wurde die Duburg auf dem Marienberg errichtet.

Am 28. Oktober 1412 starb Margarethe I. an Bord eines Schiffes im Hafen von Flensburg an der Pest. Die Pest und andere infektiöse Krankheiten waren für mittelalterliche Städte ein großes Problem. In gewissen Abständen rafften Pocken, die vom Rattenfloh (Xenopsylla cheopis) verursachte Beulenpest, die Rote Ruhr oder andere Seuchen große Teile der Flensburger Bevölkerung dahin. Leprakranke wurden im St.-Jürgen-Hospital (vor 1290 errichtet) isoliert, das vor den Toren der Stadt (heute: St.-Jürgen-Kirche) lag. Um 1500 wurde die Syphilis eingeschleppt. Das kirchliche Hospital Zum Heiligen Geist (heute: Heiliggeistkirche) steht in der Großen Straße (heute Flensburger Fußgängerzone).

Der Alltag der Flensburger war hart, die Verkehrswege waren schlecht. Die Hauptstraßen waren nicht gepflastert und unbeleuchtet. Teilweise waren die Bürger verpflichtet, die von Viehdung durchtränkten Wege mit Holzstegen passierbar zu machen. Fenster hatten nur wenige Patrizierhäuser. Jeder Bürgerhaushalt hielt Vieh in Haus und Hof. Bürger hatten zudem eigene Kuh- und Schweinehirten, die das Vieh tagsüber außerhalb der Stadt hüteten.

Während des Kriegs Dänemarks gegen die Hanse und Holstein eroberten und plünderten 1426 zunächst dänische Söldner die Stadt, im Anschluss 1431 holsteinische und hanseatische Söldner. 1485 kam es in Flensburg zu einem Großbrand. Auch von Sturmfluten blieb die Stadt nicht verschont. Am Kompagnietor lassen sich heute noch die Wasserstände früherer Sturmfluten ablesen.

Ab 1526 fasste die lutherische Lehre in Flensburg Fuß. Damals predigte der Husumer Reformator Hermann Tast in der Stadt. Unterstützt vom jungen Herzog Christian trieb der ehemalige Dominikaner Gerd Slewert die Reformation voran. Am 8. April 1529 kam es zur Flensburger Disputation, ein Religionsgespräch, das im Flensburger St. Katharinenkloster zwischen Melchior Hofmann und Vertretern der lutherischen Geistlichkeit stattfand. In der Folge der Disputation erfolgte die Einführung der lutherischen Reformation in Dänemark und den Herzogtümern Schleswig und Holstein.

Nach dem Niedergang der Hanse im 16. Jahrhundert galt Flensburg als eine der bedeutendsten Handelsstädte im skandinavischen Raum. Selbst bis ins Mittelmeer, nach Grönland und in die Karibik reichten die Handelsbeziehungen der Flensburger Kaufleute. Die wichtigsten Handelswaren waren neben den Heringen zunächst Zucker und Tran, der auf der so genannten Grönlandfahrt durch Walfang gewonnen wurde. Erst der Dreißigjährige Krieg beendete die Blütezeit. Der Einfall der Kaiserlichen unter Wallenstein 1627 und 1628 wie auch die Dänisch-Schwedischen Kriege 1643–1645 und 1657–1660 schlugen dem Wohlstand der Stadt erhebliche Wunden.

Wiederaufschwung als Rumstadt im 18./19. Jahrhundert

Im 18. Jahrhundert erlebte Flensburg dank des Rumhandels eine zweite Blüte. Der Rohrzucker wurde aus Dänisch-Westindien importiert und in Flensburg raffiniert, vermutlich im Rahmen des Dreieckshandels. Im 19. Jahrhundert, im Zuge der Industrialisierung, konnten sich die Flensburger Zuckerraffinerien nicht mehr gegen die Konkurrenz der benachbarten Metropolen Kopenhagen und Hamburg behaupten.

Der in Flensburg verschnittene Rum war ein Ausweichgeschäft im Westindienhandel, von wo er eingeführt und als Rum-Verschnitt in ganz Europa vertrieben wurde. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wurde das Zuckerrohr statt aus Dänisch-Westindien aus dem damals britischen Jamaika bezogen. Von einst weit über 20 Rumhäusern (unter anderem Hansen, Pott, Sonnberg, Asmussen und Detleffsen), die die Stadt geprägt haben, besteht heute noch das Rumhaus A. H. Johannsen in der Marienstraße.

Die Stadt begann im 18. Jahrhundert zudem über die Stadtmauer hinauszuwachsen. Es entstand der Stadtteil Neustadt und mit dem Hafermarkt zudem ein weiter Marktplatz nahe St. Johannis. Zwischen 1460 und 1864 war Flensburg nach Kopenhagen der zweitgrößte Hafen im Dänischen Gesamtstaat und außerhalb des Königreiches Dänemark sogar der größte. 1848 kam es im Zuge der Schlacht von Bau zu Kampfhandlungen in der Flensburger Neustadt. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg (1864) kam die Stadt zu Preußen, und die hochdeutsche Sprache, die bereits seit der Reformation zunehmend Fuß im Flensburger Bürgertum gefasst hatte, prägte immer stärker das Leben der Stadt. Dennoch zählt sich bis heute eine beachtliche Minderheit der Flensburger zur dänischen Volksgruppe.

Der Arzt Peter Henningsen gründete 1875 mit Kaufleuten zusammen die Ostseebadgesellschaft und versuchte ein Freibad mit Kurbetrieb an der Flensburger Förde zu etablieren. Von den Plänen verblieb das Strandbad Ostseebad.

Am 1. April 1889 bildete Flensburg einen eigenständigen Stadtkreis (kreisfreie Stadt) innerhalb der Provinz Schleswig-Holstein, blieb aber Sitz des Landkreises Flensburg.

Volksabstimmung in Schleswig

1920 wurde nach Beschluss des Völkerbundes über den Grenzverlauf in Schleswig (Südjütland) abgestimmt. In Nordschleswig wurde en bloc abgestimmt. Es entschieden sich dort 75 % der gesamten Bevölkerung für Dänemark, wohingegen die zahlenmäßig unterlegene Bevölkerung der südlich gelegenen Städte in diesem Gebiet für Deutschland stimmte und so von der nördlichen Landbevölkerung überstimmt wurden. So gingen die Städte Tondern (mit 76 % Stimmen für Deutschland), Hoyer (mit 73 % Stimmen für Deutschland), Tingleff (mit 64 % Stimmen für Deutschland), das östlicher gelegene Sonderburg (mit 55 % Stimmen für Deutschland) und das schon etwas nördlicher gelegene Apenrade (mit 54 % Stimmen für Deutschland) sowie die südlichen Gebiete des Abstimmungsgebietes, in welchen ungefähr 40–59 %, teilweise sogar mehr der Befragten für Deutschland stimmten, an Dänemark. Das gemeindeweise abstimmende Südschleswig mitsamt Flensburg votierte mit großer Mehrheit für den Verbleib bei Deutschland. Die Hoffnung der dänischen Seite, die eine oder andere Gemeinde auf Grund des kleineren Zuschnittes in diesem Bereich zu gewinnen, erfüllte sich somit nicht. Nur in drei Gemeinden der ansonsten mehrheitlich für Deutschland votierenden Inseln Sylt und Föhr ergab sich eine schwache dänische Mehrheit. Infolge der im Versailler Vertrag definierten Zuschnitte der Abstimmungszonen und Abstimmungsmodalitäten fielen somit große Teile des Umlandes, insbesondere des Landkreises Flensburg, der Kollunder Wald an Dänemark; Flensburg wurde Grenzstadt.

Die Stadt Flensburg erhielt von der deutschen Reichsregierung als Dank für das pro-deutsche Stimmverhalten das Deutsche Haus. Borgerforeningen und Flensborghus entwickelten sich zu Zentren der dänischen Flensburger.

Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde die Stadtverwaltung auch in Flensburg gleichgeschaltet und mit Wilhelm Sievers ein langjähriges NSDAP-Mitglied zum Oberbürgermeister ernannt. Dieser wurde nach einer parteiinternen Intrige Ende 1935 durch Ernst Kracht ersetzt, der 1937 den Bismarckbrunnen aus ideologischen Gründen entfernen ließ. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Menschen mit jüdischen Hintergrund verfolgt. Am 9. November 1938 wurde der Hof Jägerslust von der Polizei und SS überfallen, wonach fast die gesamte jüdische Familie Wolff, die dort lebte, in ein Konzentrationslager überführt und dort ermordet wurde (vgl. Hof Jägerslust). Heute zeugen 23 Stolpersteine in Flensburg von diesen Verfolgungen. Im Zuge der Aufrüstung wuchs Flensburgs Bedeutung als Marinestützpunkt und Heeresgarnison. Im Jahr 1938 war zudem in der alten Oberrealschule und Landwirtschaftsschule, dem Vorgängerbau der Goethe-Schule, die Zollschule Flensburg eingerichtet worden.

Während des Zweiten Weltkriegs erlitt die Stadt dennoch nur punktuell Kriegsschäden durch 41 Bombenabwürfe, die insgesamt 176 Tote forderten und die Stadt zu 4,7 % zerstörten. Am 19. Mai 1943 starben 15 Kinder und 2 Mitarbeiter eines dänischen Kindergartens, als der Luftschutzkeller an der nahe bei Werft und Kraftwerk gelegenen Batteriestraße einen Volltreffer erhielt. Durch die 41 Luftangriffe auf Flensburg wurden rund 1000 Wohnungen völlig zerstört. Ab 1943 bildeten sich in der Stadt einige Widerstandsgruppen, denen der Pächter des Borgerforeningen, Hanni Matthiesen, angehörte. 1944 wurde das Internierungslager Frøslev angelegt, das nicht sonderlich weit entfernt hinter der Grenze lag. Am 30. November 1944 wurde der in Flensburg aufgewachsene Jens Jessen als Teil des Widerstandes in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Kurz nach dem Krieg, am 14. Juni 1945 forderte in Flensburg ein Explosionsunglück bei einem Munitionslager in Kielseng zahlreiche Opfer. 60 Menschen starben sofort durch die Explosion, insgesamt gab es 88 Tote und mindestens 200 Verletzte.

Sitz der letzten Reichsregierung

Nach dem Suizid Adolf Hitlers am 30. April 1945 und der Eroberung von Berlin im selben Jahr war Flensburg-Mürwik im Mai 1945 für einige Wochen Sitz der letzten Reichsregierung unter der Leitung von Großadmiral Karl Dönitz, dessen Stab Quartier im militärischen Bereich nahm. Zeitgleich kamen über die sogenannte Rattenlinie Nord eine ganze Anzahl von NS-Größen nach Flensburg – mit dem Ziel, an der Regierung beteiligt zu werden oder um der Strafverfolgung der Alliierten zu entgehen und unterzutauchen. Die provisorische Regierung befand sich am Rande der Marineschule Mürwik in der Marine-Sportschule. Dort wurden ihre Mitglieder am 23. Mai 1945 von britischen Truppen abgesetzt und verhaftet.

Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Flensburg zur Britischen Besatzungszone. Die britische Militärverwaltung richtete in Flensburg zwei DP-Lager zur Unterbringung so genannter Displaced Persons ein. Die Mehrzahl von ihnen waren ehemalige Zwangsarbeiter aus Polen, der Ukraine, dem Baltikum und Jugoslawien.

In der Zeit nach dem Krieg gelangten viele Vertriebene in die Stadt, so dass die Einwohnerzahl 100.000 überschritt und Flensburg für einige Jahre Großstadt war. In dieser Zeit entstand in Flensburg der DRK-Suchdienst. Wie im übrigen Landesteil Schleswig auch entwickelte sich nach 1945 in Flensburg eine relativ starke prodänische Bewegung, die an die Ideen der Eiderdänen anknüpfte. Ziel vieler Anhänger war der Anschluss der Stadt an Dänemark. Flensburg hatte so noch einige Jahre nach 1945 Bürgermeister aus der dänischen Minderheit (vgl. Sozialdemokratische Partei Flensburg).

1956 wurde die Zollschule Flensburg, die zuletzt in der Marineschule Mürwik beheimatet war, aus Flensburg heraus verlegt. Die innerdeutsche Grenze hatte an Bedeutung gewonnen. Der Kalte Krieg hatte begonnen und die Marine benötigte das Gebäude an der Förde wieder und bezog es noch im selben Jahr.

Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland profitierte Flensburg zunehmend von der Ansiedlung militärischer Einrichtungen, die die wirtschaftlichen Nachteile der Randlage der Stadt kompensieren sollten. Seit der deutschen Wiedervereinigung nahm die Zahl der Soldaten jedoch wieder um über 8000 ab, da Militäreinrichtungen abgebaut oder in die östlichen Bundesländer verlagert wurden. Insbesondere die größeren schwimmenden Einheiten wurden zusammen mit den landgestützten Versorgungseinrichtungen nach Mecklenburg-Vorpommern verlegt. So entfiel der zeitaufwändige Marsch der Flotteneinheiten durch die Flensburger Förde in ihre Einsatzgebiete in der Ostsee. Heute werden die ehemaligen Hafenanlagen der Bundesmarine durch Sportboote zivil genutzt (Marina Sonwik).

Eine große Rolle spielt bis heute der deutsch-dänische Grenzhandel. Einige dänische Unternehmen wie Danfoss siedelten sich aus steuerlichen Gründen direkt südlich der Grenze in Flensburg und seinen Nachbargemeinden an.

1970 wurde der Kreis Flensburg-Land um die Gemeinden des Amtes Medelby im Kreis Südtondern erweitert und 1974 mit dem Kreis Schleswig zum neuen Kreis Schleswig-Flensburg vereinigt, dessen Kreissitz die Stadt Schleswig wurde. Damit verlor Flensburg seine Funktion als Kreisstadt, blieb selbst aber eine kreisfreie Stadt.

Während der Schneekatastrophe in Norddeutschland zum Jahresende 1978 war Flensburg von der Außenwelt abgeschnitten. Selbst Bergungspanzern der Bundeswehr gelang es nicht, die Autobahn 7 freizuräumen und der Zugverkehr nach Kiel war lahmgelegt. Begleitet wurde die Katastrophe von einem Hochwasser, das mit 1,60 m ü. NHN die Hafenstraßen überschwemmte.

21. Jahrhundert

Bundesweit Beachtung fand von 2004 bis 2008 ein Projekt des Vereins Flensburger Baukultur, bei der Flensburger Stadtdenker die Stadt aus einem unvoreingenommenen Blickwinkel betrachteten und mit neuen Ideen zur stadtplanerischen Entwicklung beitrugen.

Bundesweit in die Schlagzeilen geriet im April 2010 der Hells Angels MC Chapter Flensburg, ein Chapter der Hells Angels Deutschland, als der damalige Innenminister Klaus Schlie (CDU) sowohl den Flensburger Hells Angels als auch den Neumünsteraner Bandidos ein Vereinsverbot aussprach, weil „Gastwirte um Schutzgeld erpresst, ein verfeindeter Bandido auf einer Autobahn attackiert und Waffen gehortet“ worden sein sollen. Das Oberverwaltungsgericht Schleswig bestätigte das Verbot im Juni 2012. Trotz des Verbotes blieben die Rocker weiter aktiv. Daher leiteten zwei Jahre später im Juni 2014 die Staatsanwaltschaft Flensburg und das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein eine Großrazzia ein, bei der 13 Wohnungen in Flensburg und Umgebung, das Vereinsheim in der Batteriestraße (mit dem Schild Red Devils, später Red and White) und eine Gaststätte an der Schiffbrücke durchsucht wurden.

Heute ist Flensburg die größte Stadt im Landesteil Schleswig und Zentrum des deutsch-dänischen Grenzlandes. Die Stadt ist Universitäts- und Fachhochschulsitz und bis heute geprägt von Marine, Grenzhandel sowie ihrer Geschichte als Rumstadt. Aufgrund der schlechten Finanzlage der Stadt beschloss der Rat im Jahr 2006 den Verkauf des Kollunder Waldes an eine Privatperson.

Eingemeindungen

Von 1398 ist die erste Eingemeindung überliefert, die Eingemeindung der Rude. Zum Ende und Anfang des 19. Jahrhunderts wurden große Teile des Ostufers eingemeindet, womit Flensburgs Fläche erheblich wuchs. In den 1970er-Jahren wurden die bei Adelby liegenden Gemeinden, außer Tastrup eingemeindet.

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts umfasste das Stadtgebiet von Flensburg eine Fläche von insgesamt 2639 Hektar. Im Laufe der Zeit wurden folgende Gemeinden bzw. Gemarkungen in die Stadt Flensburg eingegliedert:

Jahr Orte Veränderung in ha
1398 Rude
3. März 1874 Süder- und Norder-St. Jürgen 36
1874 Fischerhof 3
27. Juli 1875 Duburg 10,5
1877 Hohlwege 5,5
1. Dezember 1900 Jürgensby 205
1. April 1909 Klues 19
1. April 1910 Engelsby, Fruerlund, Twedt und Twedterholz 1458
1916 Teil des Kluesrieser Forstes (incl. Wasserfläche) 146,5
26. April 1970 Adelbylund (Gemeinde Adelby) 132
1. November 1971 Ausgemeindung des Strandes von Wassersleben 147,5
1972 Anpassung der Grenze zwischen Flensburg und Harrislee, weitgehend auf den Verlauf der Westtangente
24. März 1974 Sünderup und Tarup (Gemeinde Adelby) 494,58
1975 ein Teil von Meierwik der Gemeinde Glücksburg
2007 Flächenübernahme eines Gebietes östlich von Kattloch bei Tarup von der Gemeinde Tastrup

Bevölkerung und Einwohnerentwicklung

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in Flensburg ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten in der Stadt 1835 etwa 12.000 Menschen, so waren es 1900 bereits rund 50.000. Im Jahr 1945 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Flensburg die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1949 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit 108.585 (mit Flüchtlingen) ihren historischen Höchststand. 1952 sank die Zahl wieder unter die Grenze von 100.000 und war danach weiter gefallen. Im Jahr 2000 zählte Flensburg nur noch 84.281 Einwohner.

Allerdings scheint die Einwohnerzahl der Stadt in den folgenden Jahren nicht korrekt erfasst und daher deutlich zu niedrig angesetzt worden zu sein: Am 31. Dezember 2012 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ nach Fortschreibung des Statistischen Amtes Hamburg und Schleswig-Holstein 83.462 Einwohner. Nach dem Zensus 2011, dessen Ergebnisse 2013 bekanntgegeben wurden, zählte die Statistik 82.258 Einwohner, das Melderegister der Stadt wies zu jener Zeit hingegen 88.807 Einwohner auf – eine Differenz von rund 6500 Menschen. Weil Flensburg dadurch jährlich auf 3,5 Millionen Euro an Finanzzuweisungen verzichten müsste, kündigte die wachsende Stadt im April 2015 an, nach Vorliegen des Widerspruchsbescheids gegen die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes Klage einzureichen, denn die Statistikstelle der Stadt Flensburg gab nach einer eingehenden Überprüfung für das Monatsende September 2016 sogar insgesamt 93.879 Einwohner bekannt. „Flensburg soll Großstadt werden!“ beziehungsweise Flensburg 100.000 ist eine Vision, die den Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl 2016 vorschwebte.

Aktuell weist die Statistikstelle der Stadt Flensburg (Stand 10. Januar 2017) 94.227 Einwohner aus. Eine Prognose der Landesregierung von 2016 erwartete, dass Flensburg um 2030 100.000 Einwohner zählen und damit zur Großstadt werden wird.

In der Fördestadt leben Menschen aus fast 150 Nationen (Stand 2017). Von den mehr als 90.000 Einwohnern (Stand 2014) stellen die Dänen mit Stand zum 31. Dezember 2013 (mit 2305 Personen) den größten Anteil an der ausländischen Bevölkerung, gefolgt von Türken (861), Polen (737), Griechen (255), Russen (250), Irakern (155), Bosniern (136) und Kroaten (136), Rumänen (112), Bulgaren (111), Afghanen (108), Italienern (105), Kosovaren (103) und Iranern (101). Die meisten der 7565 Ausländer kommen aus Europa (insgesamt 6108; Stand 31. Dezember 2013) und leben in der Nordstadt (insgesamt 1748; Stand 2014).

In der Agglomeration Flensburg leben etwa 108.000 Einwohner (Stand Ende 2012). Neben Flensburg gehören zu diesem 170,28 km² großen Siedlungsgebiet die Gemeinden Harrislee (11.000 Einwohner), Handewitt (10.800 Einw.), Tastrup (knapp 400 Einw.) und Wees (2200 Einw.). Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 634,2 Einw./km².

Flensburg ist „bei Frauen und Männern Schlusslicht bei der mittleren Lebenserwartung“ in Schleswig-Holstein (Stand 2016). So werden Männer in der kreisfreien Stadt im Durchschnitt 75,2 Jahre alt, Frauen hingegen 80,8 Jahre.

Sprachen

Da im mehrsprachigen Flensburg seit dem Mittelalter verschiedene Sprachen und Dialekte gesprochen wurden, vollzogen sich Sprachwechsel drastischer als in den ländlichen Gegenden des Landesteils Schleswig. Wird im 14. Jahrhundert noch Sønderjysk (Plattdänisch) als Hauptsprache angenommen, so setzte sich im 15. Jahrhundert zunächst Niederdeutsch durch. Später beeinflusste mit dem Einzug der Reformation hochsprachliches Deutsch (Standarddeutsch) die Flensburger Stadtsprache.

Bis heute zeichnet sich der in Flensburg hauptsächlich gesprochene hochdeutsche Dialekt durch einen niederdeutsch gefärbten Akzent aus, auffällig in Sprachmelodie und Tonhöhe. Das Flensburger Plattdeutsch ist eine von Danismen durchsetzte Schleswigsche Variante des Nordniedersächsischen.

Größeren Stellenwert als das Niederdeutsche nimmt im städtischen Flensburg jedoch die dänische Sprache ein, und das nicht nur als identitätsstiftendes Merkmal der dänischen Minderheit. Dänischunterricht wird als eigenständiges Schulfach an den allgemeinbildenden deutschen Schulen in der Regel nach Englisch als zweite (oder dritte) Fremdsprache angeboten, an den vom Dänischen Schulverein für Südschleswig betreuten Schulen (und Kindertagesstätten) ist es Unterrichtssprache. Die deutsche Sprache beeinflusst(e) hierbei das in Flensburg gelehrte Reichsdänisch (rigsmål), so dass vor allem die standarddänische Varietät Sydslesvigdansk verbreitet ist; Angeldänisch, eine Varietät von Sønderjysk, gilt inzwischen als nahezu ausgestorben.

Von den aus Nordfriesland zugewanderten Friesen sprechen heute nur noch wenige ihr Nordfriesisch. Die Herkunft der im Flensburger Raum weit verbreiteten Begrüßungsanrede Moin Moin wird unter anderem in der niederdeutschen und ostfriesischen Sprache vermutet.

Eine Besonderheit, ein Sprachkontaktphänomen ist das Flensburger Petuh, welches Elemente von hochsprachlichem Deutsch, Niederdeutsch, Reichsdänisch und Sønderjysk verbindet. Zwar wird diese Mischsprache in ihrer Reinform nur noch von wenigen Flensburgern wie etwa den Petuhtanten gesprochen, aber im Flensburger Stadtjargon sind noch heute zahlreiche Petuh-Ausdrücke enthalten.

Weltreligionen

Christentum und Kirchen

Evangelisch-lutherische Kirchen

Flensburg und das Umland der Stadt waren traditionell Teil des bereits im Jahr 948 gegründeten Bistums Schleswig. 1526 wurde mit der ersten lutherischen Predigt in Sankt Nikolai die Reformation eingeführt. 1540 entstand in den Herzogtümern schließlich die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schleswig-Holstein, die sich 1977 mit den Landeskirchen in Lübeck und Hamburg zur Nordelbischen Kirche vereinigte und 2012 in der Nordkirche aufging.

Die Stadt liegt im Sprengel Schleswig und Holstein mit Bischofssitz in Schleswig und im Kirchenkreis Schleswig-Flensburg mit einem Büro ebenfalls in Schleswig. Der Kirchenkreis ging am 1. Mai 2009 aus einer Fusion der bisherigen Kirchenkreise Flensburg, Schleswig und Angeln hervor. Ihm gehören 24 Kirchengemeinden innerhalb der Propstei Flensburg an, dessen Gebiet sich ungefähr von Flensburg über Schafflund bis Eggebek erstreckt. Die drei Hauptkirchen der Altstadt (Sankt Nikolai, Sankt Marien und Sankt Johannes) gehören der Nordkirche an.

Parallel zur deutschen Landeskirche entstand 1920 die Dänische Kirche in Südschleswig, die die kirchliche Arbeit innerhalb der dänischen Minderheit bündelt. Deren Hauptkirche ist die Heiliggeistkirche in der Altstadt. Zudem besteht eine kleine Gemeinde der altkonfessionellen Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

Römisch-Katholische Kirche

Im 19. Jahrhundert siedelten wieder Katholiken in der Stadt, wo sie 1899 die katholische Pfarrkirche St. Marien Schmerzhafte Mutter erbauten. Da das Bistum Schleswig seit der Reformation nicht mehr existierte, gehörten die katholischen Gemeinden Flensburgs zum Apostolischen Vikariat der Nordischen Missionen. 1930 wurde das Gebiet Schleswig-Holsteins auf Grund des Preußischen Konkordats von 1929 dem Bistum Osnabrück eingegliedert. Aus den nördlichen Gebieten dieses Bistums entstand 1993 das neue Erzbistum Hamburg. Innerhalb des Erzbistums Hamburg gehören zum Dekanat Flensburg die fünf Pfarrgemeinden St. Marien Schmerzhafte Mutter (in der Flensburger Innenstadt), St. Ansgar (in Mürwik) sowie St. Anna (im Vorort Harrislee), St. Laurentius (in Glücksburg) und St. Martin (in Tarp). In Fruerlund betreiben die Ursulinenschwestern als eines von wenigen Zweigstellen in Deutschland ein Säkularinstitut der heiligen Angela Merici, deren Grundsätze auf denen der heiligen Angela Merici (1474–1540) basieren.

Evangelische Freikirchen

Neben den genannten Kirchen bestehen in Flensburg Gemeinden evangelischer Freikirchen. Diese sind Baptisten, Methodisten, Siebenten-Tags-Adventisten, Die Freie Christengemeinde Flensburg, die Kirche in Bewegung (Apostolische Kirche) und die Arche – Evangelische Freikirche in Flensburg-Weiche.

Sonstige Kirchen

An sonstigen Kirchen sind in Flensburg vertreten: seit 1899 die Neuapostolische Kirche mit zwei Gemeinden, Die Christengemeinschaft, die Urchristliche Gemeinde, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und die Zeugen Jehovas mit zwei Gemeinden.

Judentum

1933 lebten 39 Juden in Flensburg. Mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus verschlechterten sich die Lebensbedingungen und die Sympathie für die der bis dahin integrierten Bürger – die Fördestadt galt als ein „typisches Beispiel in Deutschland“, was den ausgeprägten Antisemitismus betraf. Nichtsdestotrotz eröffnete im Herbst 1934 auf dem 47 Hektar großen Gut Jägerslust im heutigen Stiftungsland Schäferhaus das Kibbuz Flensburg, welches vom Hamburger Büro der zionistisch-sozialistisch ausgerichteten Jugendorganisation Hechaluz betreut worden war. Auf dem Gutshof der Familie Wolff verbrachten die Kibbuzniks oder Chawerim einen Teil ihrer Hachscharah. In dieser Zeit durchliefen bis zu 100 junge Praktikanten und Eleven aus dem gesamten Reichsgebiet eine land- und hauswirtschaftliche Ausbildung oder Umschulung, um sich auf die Emigration, auf ein „Pionierleben in Eretz Israel“ vorzubereiten. Dazu gehörte „das Erlernen der hebräischen Sprache, die Beschäftigung mit der zionistischen Idee und der Palästinakunde sowie das Studium der jüdischen Religion, Kultur und Geschichte.“ Der Gutsherr Alexander Wolff und seine Mutter schulten die Neuankömmlinge in Ackerbau und Viehzucht. Die zionistische Auswandererlehrfarm erfuhr durch die antijüdischen Novemberpogrome 1938 ein abruptes Ende, als Nazischergen in der Nacht zum 10. November den Hof überfielen. Während einigen Praktikanten die Auswanderung nach Palästina oder über Dänemark nach Schweden gelang, erlitten andere ebenso wie Angehörige der Gutsfamilie Wolff den Holocaust.

Seit 1999 besteht wieder eine kleine jüdische Gemeinde mit über 50 Mitgliedern, die größtenteils nach dem Zerfall der Sowjetunion in den 1990er-Jahren nach Flensburg kamen. Ihr Gemeindezentrum liegt in der Toosbüystraße.

Islam

In Flensburgs Norden, dem „kulturellen Schmelztiegel der Stadt“, gibt es drei Moscheevereine, die über eine eigene Hinterhof- beziehungsweise Freitagsmoschee verfügen. Zur 2009 eröffneten Masjid As-Sunna Moschee in der Harrisleer Straße, in der sich Muslime aus über 20 Ländern treffen und zum Tag der offenen Moschee besucht werden kann, gehört ein Islamisches Kulturzentrum, das Religionsunterricht in Deutsch und Arabisch anbietet und mit einer Bibliothek ausgestattet ist. Die Aktivitäten beinhalten soziale Dienste und Integrationsarbeit in den Bereichen „Jugendarbeit, Hausaufgabenbetreuung, Studentenbetreuung, allgemeine Beratung im Islam (Familie, Scheidung etc.), Flüchtlingsbetreuung, Gefängnisbesuche, Krankenbesuche und Bestattungshilfe sowie Deutschkurse.“

In der Norderstraße 129 gehört die Eyüp-Sultan-Moschee zum Verein Flensburg Camii Integration und Bildung, der als Schwerpunkt seiner Arbeit die Bildung in den Vordergrund stellt, wie zum Beispiel Hausaufgabenhilfe oder Deutsch- und Computerkurse. Sein Dachverband, der Verband der Islamischen Kulturzentren mit Sitz in Köln, vertritt den sunnitischen Islam.

In der Meiereistraße 7 praktizieren die rund 130 Muslime des Vereins DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde zu Flensburg Fatih ihren Glauben in der 1990 gegründeten Moschee Flensburg-Fatih-Camii. Der Ortsverein ist einer von 34 Moscheegemeinden der İslamischen Religionsgemeinschaft DITIB Hamburg und Schleswig-Holstein (kurz DITIB Nord), ein Landesverband des ebenfalls in Köln ansässigen Vereins DITIB – Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion.

Buddhismus

In der Norderstraße orientiert sich das Buddhistische Zentrum Flensburg nach der Karma-Kagyü-Linie.

Hinduismus

Bei dem aus dem Hinduismus stammenden Holi-Festival, dem Fest der Farben, wird alljährlich auf dem Campusgelände der Europa-Universität Flensburg der Sommer begrüßt. Nach Ganesha, der beliebtesten Form des Göttlichen im Hinduismus, ist ein Shop im Fördepark benannt.

Politik

Politische Gremien

An der Spitze der Stadt Flensburg stand seit Jahrhunderten der Rat, mit zwei Bürgermeistern, je einer für die Nordstadt (Sankt Marien) und einer für die Südstadt (Sankt Nikolai und Sankt Johannis). Die Mitglieder des Rates und die Bürgermeister wurden vom Rat selbst bestimmt. Schieden Ratsmitglieder aus, wurden von den verbliebenen Ratsherren Nachfolger bestimmt, wobei jede der beiden Stadthälften gleich viele Mitglieder im Rat hatte. Die Ratsherren trugen meist den Titel „Senator“.

Der Rat bestand in Flensburg bis 1742; danach wurde der „Bürgermeister des Nordens“ zum „Dirigierenden Bürgermeister“ und vom Landesherrn, also dem König von Dänemark, ernannt. Aus diesem „Dirigierenden Bürgermeister“ wurde später der „Erste Bürgermeister“. Der „Zweite Bürgermeister“ trug lediglich den Titel „Bürgermeister“. Nach dem Übergang der Stadt an Preußen wurden ab 1870 die Bürgermeister von den Bürgern der Stadt gewählt, wobei der Erste Bürgermeister meist den Titel „Oberbürgermeister“ () erhielt. Während der Zeit des Nationalsozialismus erfolgte die Ernennung des Stadtoberhauptes direkt durch die NSDAP.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nach britischem Vorbild eine zweiteilige Verwaltungsspitze eingeführt. An der Spitze der Stadt stand zunächst als Vorsitzender des Rates und des Magistrats der vom Rat gewählte Oberbürgermeister. Daneben gab es als Leiter der Verwaltung einen „Oberstadtdirektor“. 1950 trat die neue schleswig-holsteinische Gemeindeordnung in Kraft. Danach wurde der Titel „Oberbürgermeister“ (wieder) auf den Leiter der Verwaltung übertragen. Er wurde zunächst weiterhin vom Rat gewählt. Der Vorsitzende des Rates trägt seither den Titel „Stadtpräsident“. Dieser wird ebenfalls nach jeder Kommunalwahl vom Rat gewählt. Seit 1999 wird der Oberbürgermeister jedoch wieder von der Bevölkerung direkt gewählt.

Oberbürgermeister

Der erste direkt gewählte Oberbürgermeister Hermann Stell (CDU) verstarb am 4. Mai 2004, nachdem er zwei Tage zuvor vor dem Finalspiel des DHB-Pokals einen Schlaganfall erlitten hatte. Zu seinem Nachfolger wurde mit 59 Prozent der Stimmen am 14. November 2004 der parteilose, von der CDU vorgeschlagene Klaus Tscheuschner gewählt. Dieser konzentrierte sich auf Sparmaßnahmen, Infrastrukturprojekte wie den Abschluss der Osttangente und die Entbürokratisierung der Verwaltung.

Am 31. Oktober 2010 wurde ein neuer Oberbürgermeister in Flensburg gewählt. Es traten insgesamt neun Kandidaten an. Dabei qualifizierten sich Elfi Heesch (mit 25,1 Prozent, CDU/Grüne) und Simon Faber (19,4 Prozent, SSW) für die Stichwahl am 21. November 2010. In dieser siegte Faber mit 54,8 Prozent über Heesch (45,2 Prozent).

Fünfeinhalb Jahre später trat Faber erneut zur Oberbürgermeisterwahl an, verlor am 5. Juni 2016 jedoch mit 22,8 % der Stimmen gegen seine Herausforderin Simone Lange (SPD), die neben ihrer eigenen Partei auch von CDU sowie Bündnis 90/Die Grünen unterstützt wurde und 51,4 % der Stimmen erhielt. Lange übernahm das Amt am 15. Januar 2017.

Ratsversammlung

Die Ratsversammlung (Petuh und ) ist die kommunale Volksvertretung der Stadt Flensburg. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 6. Mai 2018 statt.

Rathaus

Das ursprüngliche Rathaus der Stadt befand sich auf dem ehemaligen Thingplatz in der Nähe des jetzigen Stadttheaters in der Rathausstraße. Später wurde der ehemalige Regierungshof am Holm als provisorisches Rathaus genutzt. Beide Gebäude stehen heute nicht mehr, das letztere wich in den 1960er-Jahren einem größeren Kaufhausbau. 1964 erfolgte der Einzug der Stadtverwaltung in das von Carl-Friedrich Fischer entworfenen neue Rathaus, einem 17-stöckigen, grauen Betonbau, der Mitte der 1990er-Jahre für rund 50 Mio. Mark saniert wurde. In direkter Nachbarschaft zum Rathaus am Pferdewasser steht an der Ecke zur Friesischen Straße die Besenbruchvilla, in der das Standesamt untergebracht ist.

Wappen

Blasonierung: „Im goldenen Schild übereinander zwei blaue Löwen nach rechts schreitend, halb bedeckt von einem an schrägfließendem Wasser stehenden roten Turm mit blauem spitzen Dach; inmitten des Schildhauptes der rote Schild mit der silbernen Nessel.“

Die beiden Schleswigschen Löwen symbolisieren das Wappentier des ehemaligen Herzogtums Schleswig. Das Nesselblatt steht für Holstein und wurde erstmals während der Pfandherrschaft der Schauenburger Grafen über Schleswig im 15. Jahrhundert eingeführt, doch erst in der Kaiserzeit wieder als fester Bestandteil des Wappens übernommen. Der Turm weist auf die alten Stadtrechte Flensburgs und auf die frühere Burg hin, die der Stadt möglicherweise ihren Namen gab. Die Wellen deuten auf die Lage an der Flensburger Förde hin.

Die älteste Darstellung des Wappenzeichens Flensburgs stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Im Laufe der Zeit entfernte sich die Wappen-Darstellung zeitweise jedoch etwas von ihrer Ursprungsgestalt. Das Recht zum Führen des Wappens wurde durch König Wilhelm II. von Preußen im Jahre 1901 verliehen und in einer überarbeiteten Form am 19. Januar 1937 durch den Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein neu genehmigt. Diese heutige Form orientiert sich wieder an der Ursprungsgestalt des Wappens. Das Logo der Flensburger Brauerei, welches sich auf den Bieretiketten des Flens abgebildet ist, greift die wesentlichen Elemente des Flensburger Wappens auf.

Als Alternative zur Versinnbildlichung Flensburgs durch das Flensburg-Wappen dient zuweilen das Wahrzeichen der Stadt, das Nordertor. Weitere Wahrzeichen Flensburgs sind außerdem der Mürwiker Wasserturm als Wahrzeichen des Ostufers und das Dampfschiff Alexandra als maritimes Wahrzeichen. Ältere Versinnbildlichungen der Stadt sind zudem der Ritter Fleno und die Flensburgia sowie der Kaakmann, ein städtischer Büttel. Die Stadtverwaltung verwendet heutzutage anstelle des Wappens häufig ein Logo, das aus dem Schriftzug des Stadtnamens mit beigefügten Wellenzeichen besteht.

Flagge

Blasonierung: „Auf blauem Flaggentuch das Stadtwappen, etwas zur Stange hin verschoben.“ Eine häufig gesehene Variante der Stadtflagge ist das blaugelb-gestreifte Flaggentuch von Fahnen-Fischer, einer 1950 gegründeten Flaggenfabrik an der Schiffbrücke.

Hymne

Neben diesen Hoheitszeichen existiert auch noch das Flensburg-Lied, welches mit den Wortlaut: „Stadt im Tal, umkränzt von Hügeln“ beginnt. Das Lied wurde 1909 von der Lehrerin Ida Marquardsen (1868–1941), die an der Auguste-Viktoria-Schule lehrte, geschrieben. Im Jahr 1993 wurde der Text des Liedes aktualisiert. Die Strophe „Treu das Deutschtum hoch zu halten“ wurde gegen die Strophe „Auch die Freundschaft zu den Dänen sei Dir eine heilge Pflicht“ ersetzt. Bei dieser Aktualisierung wurde auch die Passage „Schlank und stark, gleich jungen Buchen“, welche sich auf die Frauen Flensburgs bezog, modernisiert.

Im Jahre 2009 versuchten sich die Musiker Andreas Fahnert, Frank Weiner und Michael Backens an einer größtenteils in deutscher Sprache gehaltenen Neukomposition, die auch zwei dänische Liedzeilen enthält. Themen ihres Liedes sind das Zu-Hause-Sein, die Hügel der Stadt, die Größe Flensburgs sowie Handball und Baden, Sex und Verkehr, Rum und Bier, deutsche und dänische Sprache. Die Komposition traf auf ein geteiltes Echo. Darüber hinaus gibt es noch weitere weniger bekannte Lieder in denen Flensburg besungen wird oder in denen Flensburg eine besondere Erwähnung findet. Große Bekanntheit erlangte insbesondere in den 1980er-Jahren der Jingle des ZDF Ferienprogramms, mit der Liedzeile: „Hallo! Leute, es sind Ferien! Alle machen blau von Flensburg bis nach Oberammergau!

Verwaltungsgemeinschaft

Flensburg führt seit dem 1. Januar 2008 im Rahmen einer Verwaltungsgemeinschaft die Verwaltungsgeschäfte von Glücksburg.

Städtepatenschaft und Städtepartnerschaften

In den Jahren 1954 bis 1956 wurde Flensburg Patenstadt von Swinemünde. Der Patenstadtstatus basierte nicht auf Verhandlungen mit der polnischen Stadtverwaltung, sondern auf Verhandlungen mit geflohenen und vertriebenen deutschen Bürgern der Stadt Swinemünde, die weiterhin Swinemünder genannt wurden. In Folge richteten die Swinemünder ihre Treffen in Flensburg aus. Das erste Treffen fand im Jahr 1956 im Deutschen Haus statt. Das Treffen im Jahre 1965 widmete sich dem 200-jährigen Bestehen der Stadt. Am 3. Juni 1765 hatte Friedrich der Große Swinemünde das Stadtrecht verliehen. 1986 fand das 11. Bundestreffen der Swinemünder in Flensburg statt, welches zugleich das 30-jährige Jubiläum der Patenschaft markierte. Infolge der Patenschaft richtete das Stadtarchiv Flensburg das Swinemünder Archiv ein, welches Fotos, Zeitungen und weitere Erinnerungsstücke der Swinemünder enthält und die ehemalige deutsche Stadt dokumentiert. Die eingegangene Städtepatenschaft hat damit eine andere Ausgestaltung als eine Städtepartnerschaft und ist daher nicht mit dieser zu verwechseln.

Flensburg unterhält Städtepartnerschaften mit Carlisle in England (seit 1961), mit Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern (seit 1987) und mit Słupsk, dt. Stolp, in Polen (seit 1988). Carlisle, Flensburg und Słupsk bilden eine Dreieckspartnerschaft. Nach der englischen Partnerstadt ist 1988 der Carlisle-Park, ein Hektar großer Bahnhofsvorplatz, benannt worden. Im Mai 2014 wurde abermals ein Park nach einer Partnerstadt benannt, wobei der in Fruerlund gelegene Slupsk-Park im Gegensatz zur polnischen Stadt Słupsk {{IPA|ˈswupsk}} vereinfacht mit dem Buchstaben l und nicht mit ł geschrieben wird.

Zur namensgleichen Kleinstadt Flensburg im US-Bundesstaat Minnesota unterhält die Stadt Flensburg keine offiziellen Kontakte. Außer Flensburg Minnesota gibt es noch ein Stadtgebiet im Malmöer Stadtteil Södra Innerstaden (Südliche Innenstadt) mit dem Namen Flensburg.

Dänisches Generalkonsulat

Neben der Nordischen Botschaft in Berlin, jeweils einem Generalkonsulat in Hamburg und München sowie elf weiteren honorarkonsularischen Auslandsvertretungen in Deutschland unterhält Dänemark am Nordergraben ein weiteres Generalkonsulat, das Kongelig Dansk Generalkonsulat (Königlich Dänisches Generalkonsulat). Rund einen Monat nach der Volksabstimmung in Schleswig richtete der dänische Staat im Juli 1920 ein Büro für Pass- und Visaangelegenheiten in der Rathausstraße ein, wo im Oktober 1920 der Obergerichtsanwalt Neergaard-Møller die Stelle als erster Konsul wahrnahm. Im März 1922 zog die Vertretung in die 1883/1884 erbaute Villa Burg Schöneck (1990/91 umgebaut), die seit 1987 den Status eines Generalkonsulats innehat. Fünf Mitarbeiter kümmern sich dort um die Belange der dänischen Minderheit. Der Konsularbezirk entspricht in etwa Südschleswig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Flensburg stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Theater

Vorläufer

Vorläufer des Theaterlebens in Flensburg waren – abgesehen von fahrenden Leuten wie Gauklern und Puppenspielern – ein Passionsspiel in der Marienkirche im Jahr 1450 und ab 1560 Aufführungen der evangelischen Lateinschule, heute Altes Gymnasium, die bisweilen den lateinischen Stücken deutschsprachige Schulkomödien beifügte. Ab 1732 erteilte der Magistrat Konzessionen an umherreisende Schauspielertruppen, deren Theaterstätte sich bis 1795 zumeist im ersten Saal des Alten Rathauses (1445–1883) an der Westseite des Straßenzuges Holm-Große Straße befand.

Im Rathaushof an der Stelle des heutigen Stadttheaters öffnete am 17. September 1795 Flensburgs erstes eigenes Theatergebäude, das Schauspielhaus, seine Pforten, in dem am Anfang vor allem die Hofschauspielergesellschaft aus Gottorf Gastspiele gab. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden zwei weitere Theaterunternehmungen, deren Stücke ausschließlich im Sommer aufgeführt wurden und deren Namen sich am Vorbild des Tivolis in Kopenhagen orientierten: für das erste, alte Tivoli errichtete der Graveur Andresen neben einem zweistöckigen Wohnhaus an der Friesischen Straße 97 auch eine offene Bühne; für das zweite, das Neue Tivoli, erschufen Flensburger Geschäftsleute am oberen Südergraben einen Bühnenanbau in Nölcks Biergarten, einem beliebten Ausflugslokal, das 1877 um eine gewaltige Sängerhalle erweitert wurde. Bis die Halle 1906 durch ein Feuer zerstört wurde, fanden dort neben Theateraufführungen auch Großkonzerte statt.

Zuvor, im Jahr 1883, entschied sich die Stadt für den Abriss des Schauspielhauses, welches elf Jahre später an gleicher Stelle durch das Stadttheater (Petuh: Thiater) ersetzt wurde. Sein erster Intendant, Emil Fritzsche, eröffnete am 23. September 1894 mit einem Festakt das im Stil der italienischen Renaissance errichtete Gebäude und etablierte ein festes Theaterensemble.

GegenwartDie Flensburger Theaterszene spiegelt die sprachliche und kulturelle Vielfalt der Stadt wider und umfasst rund ein halbes Dutzend Theater mit fester Spielstätte, allesamt zentrumsnah in historischen Gebäuden einquartiert. Die Bühne des Stadttheaters in der Rathausstraße ist eines der Aufführungsorte des 1974 gegründeten Schleswig-Holsteinischen Landestheaters und Sinfonieorchesters, der größten Landesbühne Deutschlands, dessen Stücke sich den drei Sparten Oper, Schauspiel und Ballett widmen. Theater in plattdeutscher Sprache (in Trägerschaft eines Vereins) spielt das in den 1920er-Jahren entstandene Ensemble der Niederdeutschen Bühne Flensburg, welches seit 1982 in einem Studio mit rund 100 Sitzplätzen in der Augustastraße 3–5 ansässig ist.

Freies, professionelles Theater im Programm bietet seit Anfang der 1980er-Jahre die Theaterwerkstatt Pilkentafel, die seit 1998 in einem Haus von 1771 in der gleichnamigen Straße (Pilkentafel 2) am Ostufer in Jürgensby eine eigene, feste Spielstätte hat. In nicht weit entfernter Nachbarschaft befindet sich die Theaterschule Flensburg, in dessen Gebäude, dem umgenutzten Kino Palast-Theater, ebenfalls häufig Stücke aufgeführt werden. Theaterstücke, Kabarett, Konzerte und Lesungen im Repertoire hat das am 9. März 1991 eingeweihte Orpheus Theater, das mit 60 Sitzplätzen zu den kleinsten Theatern Deutschlands zählt. Untergebracht ist es in einem alten Fachwerkhaus an der Ecke Große Straße/Marienstraße oberhalb Flensburgs ältester Kneipe, dem Porticus von 1740 (ehemals Om de Eck). Unweit davon, in der Marienstraße 20, liegt Det lille Teater (Hjemmet), ein dänischsprachiges Amateurtheater und feste Institution seit 1966, in dessen Räumen rund 80 Zuschauer Platz finden. Ein weiteres kleines Theater mit Raum für 60 Gäste ist das Krimmelmokel Puppentheater, das im November 2011 Unterschlupf im Deutschen Haus fand und sich an Kinder im Vorschul- und Schulalter wendet.

Theater ohne feste Spielstätten sind die Russisch-Deutsche Bühne, das Improvisationstheater „ImProGramm“ und seit 1996 die Broschmann & Finke Theater-Compagnie.

Kinos

Geschichte

Im Jahr 1896 nahm die Geschichte des Kinos in Flensburg ihren Anfang, als in der Großen Straße 1 Filmbetrachter von Edison, sogenannte Kinetoskope, ausgestellt wurden. Erste Kurzfilme lockten noch im selben Jahr Besucher in verschiedene Varietés: zunächst ab dem 5. Dezember 1896 ins Colosseum, einen Tag später ins Tivoli und in darauffolgender Zeit in den Nordischen Hof (Norderstraße 76) sowie in die Harmonie in der Toosbüystraße 21.

Am 8. September 1906 eröffnete das erste feste Kino der Stadt, das Kosmorama in der Nikolaistraße 10 mit 123 Sitzplätzen. Zahlreiche weitere Kinoeröffnungen folgten, darunter die des Palast-Theaters mit 230 Plätzen im Holm 35 und des Lichtspielhauses Opera, des ersten Kino-Neubaus, das später als Germania und Central-Tonfilmtheater von 1911 bis 1969 fast 60 Jahre lang bestand. Nach dem Ersten Weltkrieg eröffneten das Edens (später Corso) im Holm 19/21, das Colosseum in der Großen Straße 12 (mit rund 1000 Plätzen das größte Kino der Stadt), das Gloria (später Kammerlichtspiele beziehungsweise Roxy, Abriss 2008) und 1929 das Schauenburg (später Capitol) in der Neustadt 50.

Am 4. März 1930 präsentierte der Gloria-Palast mit Atlantis von E. A. Duponts erstmals einen Tonfilm in Flensburg. Zur Zeit des Nationalsozialismus bestimmten überwiegend Unterhaltungsfilme das Programm, die vor allem im Colosseum aufgeführt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg gaben viele Kinobetreiber auf. Die, die sich gegenüber dem Fernsehen behaupten konnten, waren neben dem Colosseum (bis 1984) die Mürwiker Park-Lichtspiele (später Pali), welches bis 1980 im Hotel Seewarte in der Mürwiker Straße untergebracht war, das Palast-Theater am Adelbyer Kirchenweg zur Bismarckstraße hin, welches als neugebautes Kino von 1955 bis 2003 bestand, das Odeon, welches bis 1986 als Programmkino ein Quartier im Flensburger Bahnhof fand, und das City in der Toosbüystraße 21, das sich von 1984 bis 2001 hielt.

Gegenwart

In Flensburg gibt es zwei Kinos. Das im Dezember 1996 eröffnete Programmkino 51 Stufen im alten Musiksaal des Deutschen Haus zeigt Filme abseits des Mainstreams, hat 120 Sitzplätze und ist zugleich Spielstätte der Flensburger Kurzfilmtage. Der Name des Filmtheaters bezieht sich auf den „mühsamen“ Treppenaufstieg hinauf ins 2. Obergeschoss und ist eine Anspielung an den frühen Alfred Hitchcock-Klassiker Die 39 Stufen von 1935.

Seit 2000 gibt es ein Multiplex-Kino am ZOB, welches sich zunächst im Besitz der Kinobetreiberkette Kinopolis befand und nach dieser benannt war. 2004 wurde das Kino von der Kette Kinoplex übernommen und trug den Namen der neuen Kinobetreiberkette. Nach einer weiteren Übernahme durch die UCI Kinowelt wurde der Name abermals gegen den Namen des neuen Betreibers ausgetauscht. Das Kino ist mit knapp 2000 Sitzplätzen in acht Sälen das größte der Stadt.

Flensburg als Filmkulisse

Serien

Der Flensburger Hafen diente der 1986–2012 produzierten ZDF-Serie Der Landarzt als Kulisse für Außen- und Stadtaufnahmen. Die ebenfalls für das ZDF produzierte Vorabendserie-Serie Da kommt Kalle (ab 2006) wurde dagegen sogar überwiegend in Flensburg gedreht. Häufig fungierte hier der Hafen, vielfach aber auch andere Bereiche der Stadt als Drehorte.

Comicfilme

Einige Realfilm-Sequenzen der Comicverfilmung Werner – Beinhart! von 1990 spielen in Flensburg. Im Film Werner – Volles Rooäää!!! aus dem Jahr 1997 wird die Stadt „Knöllerup“ genannt. Der Name setzt sich zusammen aus dem Wort Knöllchen und der ortsüblichen Endung „-rup“ für ein „Dorf“. Der Film handelt von Abrissplänen am alten Flensburger Hafen.

Spielfilme

Vor dem Krieg war Flensburg Filmkulisse für den 1937 erschienen Film Ein Volksfeind, den ein Jahr später erschienenen Propagandafilm Kameraden auf See und den 1939 herausgebrachten Film Brand im Ozean von Günther Rittau mit Hans Söhnker und Winnie Markus.

2004 drehte der in Flensburg geborene Regisseur Till Franzen seinen ersten abendfüllenden Spielfilm Die blaue Grenze (Deutschland 2004/2005) in der Fördestadt und in der angrenzenden Region Syddanmark. Ungefähr im gleichen Zeitraum übernahmen für die Dokufiktion Flensburg, Minnesota Franzen die Regie und der ebenfalls gebürtige Flensburger Christian Theede die Kamera. Filmkulisse ist die gleichnamige Stadt Flensburg in Minnesota.

In der ZDF-Krimikomödie Das geheime Leben meiner Freundin (Deutschland 2004/2005) spielten Mariele Millowitsch und Jürgen Vogel die Hauptrollen. Für diese Literaturverfilmung des Krimis Die Sonnenuhr oder das geheime Leben meiner Freundin Roos von Maarten ’t Hart wählten die Filmemacher den Kurstrand in Glücksburg, die Flensburger Altstadt und die Marineschule Mürwik als Location aus. Auch Teile des Films Nimmermeer (2006) wurden in Flensburg gedreht. Des Weiteren wurde der Fernsehfilm Ich heirate meine Frau (2007), mit Elmar Wepper und Gila von Weitershausen in den Hauptrollen, in Flensburg gedreht.

Ende 2011 wählte Peter Heinz die Stadt als Kulisse für sein Kinodebüt Der Schatten. Der „durch familiäre Bande mit der Förde verwurzelte“ Regisseur drehte unter anderem in der Fußgängerzone, in der Kapelle des Friedhofs Friedenshügel, beim Museumshafen Flensburg, bei der Baustelle des Büro- und Wohnhauses Klarschiff am Ostufer und in der Szenekneipe Porticus 1740 sowie in Handewitt im Einkaufszentrum Scandinavian Park und auf den dänischen Ochseninseln. Eine Uraufführung des Films im Kino oder im Fernsehen ist nicht bekannt.

Musikfilm Flensburg Beats

Ein Spiegelbild der hiesigen Musik- und Kunstszene zeigt der Kinofilm Flensburg Beats aus dem Jahr 2014. Es handelt sich um einen Dokumentarfilm in dem Flensburger Musikgrößen, wie unter anderem Andreas Fahnert von Santiano oder der Sänger der ehemaligen Flensburger Band Echt, Kim Frank, interviewt werden. ebenfalls porträtiert werden weitere Flensburger Kulturschaffende, wie zum Beispiel der Comic-Zeichner Kim Schmidt. Die Uraufaufführung fand am 26. Dezember 2014 im ausverkauften Großen Saal des Deutschen Hauses statt.

Imagefilme

Als Drehkulisse fungierte die Stadt ebenfalls bei verschiedenen unternehmensnahen Imagefilmproduktionen. Einzelne unter Ihnen wurden verschiedentlich ausgezeichnet, so unter anderem der Film Our Mission für die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft mit dem Silver Dolphin – Cannes Corporate Media Awards im Jahr 2012.

Der im August 2013 gegründete Verein Die schönste Förde der Welt, ein Zusammenschluss von Flensburger Unternehmern und Bürgern, veröffentlichte 2015 den Imagefilm Flensburg – Zwischen Himmel und Förde. Oberbürgermeister Simon Faber nannte die Stadt- bzw. Wirtschaftskampagne als eine seiner wichtigsten Initiativen während seiner Amtszeit (2011–2017).

Archive und Bibliotheken

Flensburg ist Sitz mehrerer Bibliotheken und Archive: Das Stadtarchiv Flensburg, das seit 1964 im Untergeschoss des Rathauses am Pferdewasser untergebracht ist, besitzt umfangreiche Sammlungen zur Geschichte Flensburgs. Die Stadtbibliothek Flensburg in der obersten Etage des Einkaufszentrums Flensburg Galerie verfügt über 120.000 Medien. Mit Hilfe der Leihverkehrs- und Ergänzungsbibliothek (LEB) (ehemals Landeszentralbibliothek Flensburg) in der Waitzstraße können Bücher über Fernleihe beschafft werden.

An der dänischen Minderheit interessierten Lesern steht die Dänische Zentralbibliothek für Südschleswig in der Norderstraße offen. Dort hält die Schleswigsche Sammlung (Den Slesvigske Samling) Literatur zur Geschichte Nord- und Südschleswigs in den Sprachen Deutsch, Dänisch, Niederdeutsch, Friesisch, Sønderjysk und Petuh bereit. Eine eigene Bibliothek haben die Studenten der Flensburger Hochschulen, die zu Studienzwecken wissenschaftliche Literatur in der Zentralen Hochschulbibliothek Flensburg (ZHB) ausleihen können. Ein Bestand von über 60.000 Medien beherbergt zudem die Bibliothek der Marineschule Mürwik.

Öffentliche Bücherschranke mit Büchern zum tauschen oder mitnehmen finden sich mindestens drei im Stadtgebiet: einen in Fruerlund, einen in der Neustadt und einen in der Nähe des Twedter Placks.

Museen und Historischer Hafen

Museumsberg

In der Flensburger Museumslandschaft spielen zwei Ausstellungskomplexe eine entscheidende Rolle für den Tourismus der Stadt. Ein erster Komplex ist der westlich an die Innenstadt angrenzende Museumsberg. Die Ausstellungen des 1876 gegründeten städtischen Museums befassen sich in zwei Gebäuden mit der schleswigschen Kunst- und Kulturgeschichte vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Das Spektrum reicht von Bauernstuben wie Döns und Pesel über Werke aus der Jugendstilära bis hin zu Malereien von Emil Nolde und Erich Heckel.

Im Erdgeschoss des Heinrich-Sauermann-Hauses ist seit 2001 zudem das Naturwissenschaftliche Museum untergebracht, das die Tier- und Pflanzenwelt des nördlichen Schleswig-Holsteins veranschaulicht. In dem ebenfalls vom Museum getragenen Christiansenpark befindet sich in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude von 1920 das Eiszeit-Haus, das Sammlungen zur Erdgeschichte beherbergt. Zum Museumsareal gehört der Alte Friedhof, auf dem der Idstedt-Löwe von 1862 an vergangene Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Dänen erinnert. Als Zeichen der Versöhnung kehrte das Denkmal nach einer Odyssee über Berlin (ab 1868) und Kopenhagen (ab 1945) im Jahr 2011 an seinen ursprünglichen Standort zurück.

Historischer Hafen

Ein zweiter Komplex und bedeutsamer Tourismusfaktor ist der Historische Hafen auf der Westseite der Förde am Flensburger Hafen, vor allem im Sommer ein Besuchermagnet und zugleich Ort regelmäßiger Veranstaltungen. 1984 eröffnete hier in einem ehemaligen Zollpackhaus das Schifffahrtsmuseum, das sich wie der Museumsberg in städtischer Hand befindet und das 2012 nach knapp zweijähriger Umbauphase neu eröffnet wurde. Seitdem ist auch das ehemalige Zollamtsgebäude im Museumshof Bestandteil des Schifffahrtsmuseums. Im Keller dokumentiert das Rum-Museum die jahrhundertelange Geschichte des Flensburger Rumhandels, inklusive des Sklavenhandels. Bis zur Eröffnung des Braasch Rum Manufaktur Museums 2014 in der Roten Straße war es Deutschlands einziges Rum-Museum.

Gegenüber wird seit 1979 in Vereinsarbeit der Museumshafen von Flensburg betrieben, in dem sich entlang eines Holzstegs eine Vielzahl historischer Berufssegler aneinanderreiht. Ständiger Gast ist hier der 1931 erbaute Haikutter Dagmar Aaen, mit dem Arved Fuchs die Nordost- und die Nordwestpassage durchfahren hat. Am Ende des Stegs wurde 1991 ein Nachbau des Flensburger Hafenkrans errichtet, der von 1726 bis 1889 bestand. Auf der Landseite erhalten Besucher der Museumswerft seit 2001 einen Einblick in den Segelschiffbau vergangener Zeiten. Ein Stück weiter südlich in Höhe des Kompagnietors hat der Salondampfer ''Alexandra'' von 1908 seinen ständigen Liegeplatz mit eigener Brücke und Pavillon. Deutschlands letzter seegehender Passagierdampfer gilt als maritimes Wahrzeichen Flensburgs. Der Dampferbrücke schließt sich seit 2006 eine Sammlung Klassischer Yachten an, die von gelben Holzhütten flankiert wird. In einer der Hütten, die auf Initiative des 2005 gegründeten Vereins Klassische Yachten Flensburg entstanden, sind in einem winzigen Yachtmuseum, der sogenannten Schaubude, Exponate über das Bordleben und die Geschichte des Yachtsports zu sehen und maritime Geräusche zu hören.

Fischereimuseum

Touristisch vermarktet werden die Attraktionen des Historischen Hafens über den fiktiven Flensburger Kapitänsweg, ein kultureller Rundgang, der an weiteren Sehenswürdigkeiten in der Flensburger Innenstadt vorbeiführt. Eine Station des Weges ist der alte Fischereihafen am Ostufer, in dem das kleine Fischereimuseum Zeugnis über den einst so geschäftigen Fangbetrieb ablegt, der zu seinen Blütezeiten rund 150 Familien ernährte. Es entstand auf Initiative des 1872 gegründeten Flensburger Fischerei-Vereins, in dem die heute noch 80 verbliebenen Nebenerwerbsfischer organisiert sind (Stand 2012). Zu besichtigen sind in dem 50 m² großen Schauraum altes Fischerei-Zubehör sowie ein mit 1500 Liter gefülltes Aquarium, das einen Einblick in die Fauna und Flora der Ostsee gibt, darunter Steinbutt, Dorsche, Schollen, Aale, Seesterne und Krebstiere.

Weitere Ausstellungen

In modernem Gewand gibt sich die Phänomenta, ein Science Center der Universität Flensburg, das seit Mitte der 1990er-Jahre Natur und Technik erleb- und begreifbar macht. Ein umstrittener Erweiterungsbau sorgt seit seiner Eröffnung im Jahr 2008 für einen scharfen Kontrast zum angrenzenden Nordertor.

Weiter nördlich steht auf einem Hügel die denkmalgeschützte Bergmühle von 1792. Die letzte von einst 30 mahlfähigen Windmühlen der Stadt öffnet mehrmals im Jahr ihre Pforten.

Im Stadtteil Mürwik besteht einmal wöchentlich Zugang zum Wehrgeschichtlichen Ausbildungszentrum in der Kommandeursvilla, das in seiner Lehrsammlung seit 1991 anderthalb Jahrhunderte Marinegeschichte präsentiert. Ein sehr kleiner Bereich beschäftigt sich zudem mit der Regierung Dönitz, welche in Mürwik verhaftet wurde. Die Kommandeursvilla gehört zum Ensemble der Marineschule Mürwik, dem „Roten Schloss“ das in der Regel Zivilisten verschlossen bleibt.

Im Stadtteil Fruerlund eröffnete im Oktober 2016 beim Industriehafen das Robbe & Berking Yachting Heritage Centre, das sich mit Yachtgeschichte beschäftigt.

Bauwerke

Altstadt

Flensburg verfügt über eine gut erhaltene Altstadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten früherer Jahrhunderte. Charakteristisch ist die Lage parallel zum Wasser. Drei der vier Altstadtkerne erstrecken sich entlang dieser Nord-Süd-Achse an der Förde. Der Bauboom der Kaiserzeit führte zu einer teilweisen Verbauung der Altstadt, ohne deren Struktur zu zerstören, und brachte bemerkenswerte Stadterweiterungen mit sich. Im Zweiten Weltkrieg fast unzerstört geblieben, setzte sich in Flensburg wie andernorts in der Nachkriegszeit eine Baupolitik durch, die sich von den altstädtischen Strukturen lösen und die Innenstadt im Stil der Zeit neu gestalten und mit überdimensionierten Verkehrsbauten überziehen wollte. Dies konnte zwar wegen Geldmangels verhindert werden, doch führte die Planungsunsicherheit zum Verfall insbesondere der nördlichen und der östlichen Altstadt. Zahlreiche Altbauten verschwanden und wurden durch unangepasste Neubauten ersetzt. Erst gegen Ende der 1970er-Jahre geriet dieser Trend ins Stocken. Dennoch wurden später noch bedeutsame alte Gebäude abgerissen oder durch beigefügte moderne Bebauung in ihrer historischen Wirkung gehemmt. Trotz erheblicher Verluste besteht Flensburg noch weiterhin aus einer Altstadt im Tal, an der sich die Erweiterungen der Gründerzeit bis auf die Anhöhen hin anfügen. So entstanden nach Ende des Ersten Weltkrieges am Rande der Altstadt oberhalb der Hänge eine ganze Anzahl von Schulbauten, von denen das Alte Gymnasium die älteste ist. Ihr Schulgebäude und die Gebäude dreier weiterer Schulen dominieren heute die Skyline des Flensburger Innenhafens. Außer einiger Nebengebäude wurden sie im Stil des Heimatschutzes errichtet. Zu den Gebäuden auf dem Marienberg, die einen Teil der Silhouette am Westufer prägen, gehören die dreigieblige Schloss-Duburg-Schule der HLA auf dem Platz der ehemaligen Duburg und die eingieblige Duborg-Skolen am Rande des Burgareals.

Erhaltene Bauten

Gefährdete Bauten

Folgende Bauten sind in ihrem Zustand gefährdet, stark baulich verändert und nicht mehr historisch wirkend:

  • Flensburger Hafenbahn von 1854, die älteste, heute noch erhaltene, aber inzwischen stillgelegte Bahntrasse Deutschlands, bestehend aus dem stadtmauerähnlichen Bahndamm, der Fußgängerunterführung Mauseloch sowie ihrem Gleis zum Hafen
  • Kaysers Hof mit angrenzenden alten Hafenhäusern und dem Herrenstall. Im Zuge der Abbruch- und Sanierungsarbeiten, die dort bis 2016 geplant sind, verschwand 2014 im Hinterhof die ehemalige Diskothek Rockpalast Speicher und das Eckhaus Schiffbrücke 36/Herrenstall (ehem. Gaststätte Move).
  • St.-Johannis-Mühle, bisher eine von zwei erhaltenen Windmühlen in Flensburg. Einzige Windmühle Flensburgs auf der Ostseite, die zugleich im Gebiet Angeln liegt.
  • Zombeck-Türme. Während der nördliche Turm im Trollseeweg noch als einfaches Kulturdenkmal eingetragen ist, gilt insbesondere der südliche Turm in der Steinstraße als gefährdet.
  • Lagergebäude von 1908 am Holm 53/Reismühlenhof, gelegen im 1879 begonnenen Käte-Lassen-Hof. Als Grund des 2014 angekündigten Abrisses des viergeschossigen Werkstatt- und Lagergebäudes wurden drohende Einsturzgefahr und Leerstand genannt, obwohl die gesamte Hofanlage als Kulturdenkmal in der Denkmaltopographie von 2001 gelistet wird.
  • Marinelazarett in Mürwik (später auch Klinik Ost genannt) – entstand zusammen mit den Gebäuden der Marineschule und dem Marine-Wasserturm in den Jahren 1906 bis 1910.

Verlorene Bauten

  • Eddeboe, Burganlage aus dem Mittelalter, von der jedoch noch einige Wallreste existieren
  • Duburg, Stadtburg aus dem 15. Jahrhundert
  • Gertrudenkirche, Kirche der Ramsharde, nach Reformation eingegangen, Friedhof bis 1822 erhalten
  • St. Jürgen-Hospital, nach Reformation aufgegeben, heute steht dort die neue St. Jürgen-Kirche
  • Altes Rathaus, entstand im 15. Jahrhundert auf dem Thingplatz, 1883 abgerissen
  • große Teile der Stadtbefestigung wie beispielsweise das Rote Tor oder das Friesische Tor
  • Duburg-Kaserne, erste preußische Kasernenanlage der Stadt von 1872/76 bis 1989/90. Auf dem Gelände befindet sich heute das Arbeitsamt.
  • Bismarckbrunnen, Südermarktbrunnen (1903–1937)
  • Regierungshof, 1851–1864 politisches Zentrum des Herzogtums Schleswig, als solches mit Ständehaus ausgestattet. Ab 1882 provisorisches Rathaus; 1964 einem Kaufhausneubau gewichen
  • Backensmühle, auch Mühle St. Pauly, die in der Südstadt stand. Eine Ölmühle aus den 1830er Jahren, die zum Mühlentyp der Holländerwindmühlen gehörte. Sie wurde 1942 durch einen abgestürzten brennenden Bomber zerstört.
  • Speicher des Margarethenhofes in der Johannisstraße 78, 1945 durch Bombe zerstört
  • Englischer Bahnhof, Preußischer Staatsbahnhof und ab 1955 UFO-artiges Bahnhofsgebäude auf dem Gelände des heutigen ZOB
  • Wasserturm in Weiche, ehemaliges Wahrzeichen des Stadtteils
  • Indigohof, Angelburger Straße, heute C&A, abgebrochen in den 1970er-Jahren
  • Töpferstraße (auch Potterstraße), Straße in der Flensburger Töpfer ihre Werkstätten hatten und an deren Ende die Potterporte lag (vgl. dort). Wurde im 20. Jahrhundert abgerissen und mit modernen Anbauten des Franziskanerklosters bebaut. Einige Straßenkarten verzeichnen sie noch, jedoch an einer etwas falschen Stelle.
  • Margarethenburg, prachtvolle Villa des Weinhändlers Jens Stadsholt aus dem Jahr 1873. Nach mehrfacher Brandstiftung im Jahre 1984 abgerissen.
  • Bleistift, 216 m hoher Sendemast, der von 1957 bis 1990 „auf Jürgensby“ stand.
  • Roxy Music Hall in der Norderstraße 45. Noch in den 1970er-Jahren war hier das Kino Roxy angesiedelt; in den 1980er- und 1990er-Jahren eine Rock-Diskothek abseits des Mainstreams; in der Parterre die Metal-Kneipe Understation. Am 24. Oktober 2002 schloss das Roxy mit einem Konzert der hessischen Band Disbelief. 2008 erfolgte der Abriss des Gebäudes.
  • Rockpalast Speicher, vorher Crypton, 2014 abgerissene Diskothek an der Schiffbrücke 32c
  • Burghof-Brunnen mit Fischer-Jungen, zerstört durch Vandalismus im Februar 2016.

Bedeutende Denkmale

Das wohl älteste Denkmal stellt der Friedenstein auf dem Friedenshügel dar, der an einen alten Streit zwischen dem Kirchspiel St. Nikolai und dem Kirchspiel St. Marien erinnert. An die Gefallenen in der Schlacht von Bau 1848 erinnern in der Neustadt ein Obelisk und an der Bergmühle das Turnerdenkmal, welches 1873 von der Flensburger Turnerschaft von 1865, dem Vorläufer des TSB Flensburg, zum „Andenken der am 9. April 1848 gefallenen Turner“ errichtet wurde.

Das bekannteste Denkmal der Stadt ist der Idstedt-Löwe auf dem Alten Friedhof (). Das Denkmal wurde 1862 enthüllt, 1867 nach Berlin abtransportiert, stand von 1945 bis 2011 in Kopenhagen und ist seit September 2011 wieder in Flensburg auf dem Alten Friedhof.

1903 errichtete Helmuth Schievelkamp zu Ehren von Otto von Bismarck auf dem Südermarkt ein Bismarckdenkmal in Gestalt des Bismarckbrunnens. Der Brunnen wurde in der Zeit des Nationalsozialismus aus ideologischen Gründen entfernt. Ebenfalls 1903 wurde das Wrangeldenkmal des Bildhauers Adolf Brütt im Stadtpark enthüllt und auf dem Mühlenfriedhof erinnert das Blücher-Denkmal an die Explosion des Schiffes Blücher am Stützpunkt Flensburg-Mürwik im Jahr 1907. Den Gefallenen der ehemaligen Gemeinde Twedter Holz im Ersten Weltkrieg gedenkt ein Denkmal von 1920 in Gestalt einer zwei Meter hohen Pyramide und mit den Inschriften der 15 Opfer.

Namentlich aufgeführt werden auch die Flensburger Gefallenen im Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 an einem Ehrendenkmal auf dem Christian-Friedrich-Voigt-Platz zwischen Südergraben und Friesischer Straße (). Der Obelisk mit einem geflügelten Adler an der Spitze enthält nationalpatriotische Inschriften, die schon mehrfach von Unbekannten bei Farb-Anschlägen – zuletzt im Januar 2015 – vandaliert worden sind. Ein ähnliches Schicksal erlitt das inzwischen verschollene Mahnmal Auf der Wacht, welches an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten des Füsilier-Regiments „Königin“ (Schleswig-Holsteinisches) Nr. 86 erinnerte und von 1926 bis 1974 auf dem Burgplatz stand.

Aus dem öffentlichen Raum verschwand 2014 auch ein sechs Meter hohes Technikdenkmal mit Gasmotor, das Uwe Appold zu Ehren der Mitarbeiter des Flensburger Klärwerks in Kielseng 1993 entwarf. Nach Angaben des Flensburger Tageblattes passierte das dem kontroversen Künstler nicht zum ersten Mal: „Unlängst verschwanden Appoldsche Reliefteile mit Küchengeräten an einem Gebäude des Jugendaufbauwerks am Dammtor ehemaliges JAW-Haus Dammhof, zuvor schon demontierte die Verwaltung einen Brunnen in der Fußgängerzone, das Licht am Wasserrad und an den Stelenleuchten an Holm und Zob wurde schnöde ausgeknipst.“ Als Folge des Umgangs der Stadt mit Kunst im öffentlichen Raum – in dem Fall die von Appold, der sonach „die Faxen dicke“ hatte – stellte die Stadt Flensburg im Frühjahr 2016 einen Kunst- beziehungsweise Kulturkataster zusammen, der eine Übersicht von mehr als 200 Kunstwerken im öffentlichen Raum liefert.

Zwischen 2003 und 2013 sind insgesamt 23 Stolpersteine in Flensburg verlegt worden, die meisten in der Innenstadt. An die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnert auch ein 1969 aufgestellter Gedenkstein im Carlisle-Park sowie ein 2,35 Meter hohes Denkmal auf einer Freifläche an der ZOB-Kreuzung (), entworfen von dem Weiseler Bildhauer Clemens M. Strugalla und enthüllt von der schleswig-holsteinischen Ministerin für Justiz, Kultur und Europa Anke Spoorendonk am 1. September 2013. Im Januar des darauffolgenden Jahres nahm Spoorendonk an der feierlichen Errichtung des Denkmals für Deserteure teil. Das bereits 1994 erschaffene Relief-Denkmal von Miloudi Assila fand nun – nachdem es 20 Jahre in einem Hinterhof an der Schleswiger Straße lag – auf dem Platz der Gärtner an der Roten Straße einen neuen Standort. ()

Ein Gedenkstein an der Schiffbrücke ehrt die „Flensburger Seeleute, die in Ausübung ihres Seemannsberufes auf den Weltmeeren geblieben sind“ (). An die 1973 aus dem Stadtbild verschwundene Flensburger Straßenbahn erinnern ebenfalls Denkmäler.

Parks, Grünanlagen und Strände

Insgesamt 197 Hektar sind in Flensburg als Erholungsflächen ausgewiesen, das entspricht 3,5 % der Gesamtfläche der Stadt, davon machen 129 Hektar (2,3 %) Grünanlagen aus (Stand 2011).

Parks

Größte Parkanlage ist mit 75 Hektar der Volkspark, der 1925 oberhalb des östlichen Fördehangs eröffnet wurde. Weitere Parks sind unter anderem der 1797 angelegte Christiansenpark (4,2 ha), der ein Überrest eines großen Landschaftsparks ist, der Stadtpark (2,2 ha) von 1903, der nach der englischen Partnerstadt benannte Carlisle-Park (1 ha) und der Collundtspark (1 ha), eine wie der Rummelgang und der Lutherpark versteckt liegende grüne Oase am Westhang. Der kleinste Park der Stadt ist der Fleno-Park.

Wälder und Friedhöfe

Größter Wald ist die Marienhölzung, im Westen der Stadt gelegen, in der Überreste der Burganlage Eddeboe zu finden sind. Der Klueser Wald, ebenfalls im Westen, verläuft bis nach Wassersleben.

Als eine der ältesten, heute noch erhaltenen kommunalen Begräbnisstätten Nordeuropas gilt der 2,6 Hektar große Alte Friedhof, heute eine Parkanlage, die bemerkenswerte Grabdenkmäler des 19. Jahrhunderts aufweist. Von 1813 bis 1953 fanden dort Beerdigungen statt. Aus Platzmangel wurde 1872 ein neuer, der Mühlenfriedhof, angelegt, der heute 11 Hektar misst und 4.000 Grabstellen bereithält. Ein weiterer, der Friedhof Friedenshügel, eröffnete 1911. Er ist mit 12.000 Grabstellen auf 25 Hektar Gesamtfläche der größte Friedhof der Stadt, der 8 Hektar große Friedhof Adelby ist der kleinste. In den historischen Friedhofskapellen auf dem Mühlenfriedhof und auf dem Friedhof Friedenshügel werden Trauerfeiern abgehalten. Die Gestaltung des Friedhofes Friedenshügel ist an einem Seiteneingang zudem auf moslemische und jüdische Bestattungstraditionen zugeschnitten. Außerdem liegt dort ein Großsteingrab (Hünengrab), und zwar der dem Friedhof namensgebende Friedenshügel.

Natur- und Landschaftsschutzgebiete

Das seit 2003 erste und einzige Naturschutzgebiet Flensburgs, das Twedter Feld (89 ha), liegt im Stadtteil Mürwik. Weiterhin sind 14 Areale als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, darunter im Osten der Landschaftsteil Vogelsang (ca. 278 ha) und das Osbektal (62 ha), im Westen das Marienautal (137 ha) und das größte Waldgebiet der Stadt, die Marienhölzung (250 ha), sowie im Nordwesten das Klusrieser Gehölz (106 ha).

Strände

In Flensburg gibt es drei Strände: Das Ostseebad ist ein 1873 angelegtes Strandbad am nordwestlichen Fördeufer. Später angelegt wurde 1924 das Strandbad Solitüde am nordöstlichen Fördeufer. Von dort aus zu Fuß erreichbar ist Fahrensodde, ein kleinerer Strandabschnitt beim gleichnamigen Yachthafen. Als beliebtes Naherholungsziel außerhalb der Stadt gilt aber auch der 1971 ausgemeindete Ortsteil Wassersleben, ein im selben Jahr durch Sandaufspülungen stark erweiterter Strandabschnitt, der rund sechs Kilometer vom Zentrum der Flensburger Innenstadt entfernt liegt und über einen Uferweg mit dem Ostseebad verbunden ist.

Die DLRG Flensburg mit Hauptquartier in Fahrensodde unterhält Rettungswachstationen seit 1982/83 am Ostseebad und seit 1999 in Solitüde. Während die 1950 gegründete Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (1976 wiedergegründet) im Sommer die Badeaufsicht (Strandwache) an den Stränden übernimmt, setzte noch bis 2011 das Jobcenter bis zu 20 Strandranger ein. Die sogenannten Ein-Euro-Jobber sorgten für Ruhe und Ordnung, „sammelten Glasscherben, machten Hundebesitzer auf das Hundeverbot aufmerksam und achteten auf die Sicherheit“ an den Flensburger Fördestränden.

Für die angemeldeten 3554 Hunde in Flensburg (Stand 2016) besteht westlich vom Solitüder Badestrand auf einem Streifen am Ewoldtweg ein ganzjähriger Hundestrand, einen weiteren Hundestrand gibt es am Ostseebad zwischen Seebrücke und nördlich der Werft. Im Winterhalbjahr (1. Oktober bis 31. März) dürfen Hunde an allen Stränden mitgenommen werden und unterliegen dort – soweit nicht anders ausgewiesen – nicht der Anleinpflicht.

Weitere Naherholungsziele sind in Dänemark der Lille Strand von Kollund (13 km), außerdem am Südufer der Förde die Strände in Glücksburg von Quellental (7 km), Sandwig (8 km), von den Holniser Ortsteilen Schausende (15 km) und Drei (15 km) sowie in Munkbrarup der Strand von Bockholmwik (14 km) und in der Gemeinde Langballig der Strand von Langballigau (17 km).

Regelmäßige Veranstaltungen

Hafenfeste und Regatten

Einen zentralen Platz regelmäßiger Veranstaltungen nimmt der Flensburger Hafen ein, hierbei vor allem die Promenade am Westufer, die sich vom Volksbad über den historischen Hafen bis zur Hafenspitze erstreckt. Größtes Hafenfest waren – mit rund 400.000 Besuchern allein im Jahr 2010 – die Flensburg Nautics, ein internationales Großseglertreffen, das von 2004 bis zuletzt 2014 alle zwei Jahre im August veranstaltet wurde und an Fregatten, Barken, Briggen und Brigantinen erinnerte, die sich vor 200 Jahren im Hafen der Fördestadt tummelten.

Ein weiteres Großereignis ist das seit 1993 in ungeraden Jahren stattfindende Dampf Rundum, auf dem z. B. 2009 etwa 350.000 Besucher gezählt wurden. Bei Europas größtem Treffen von Dampfschiffen und -lokomotiven (nach PS) fungiert der heimische Salondampfer Alexandra als Gastgeberschiff.

Alljährlich zum Himmelfahrtswochenende wird vom Flensburger Museumshafen aus die Rum-Regatta ausgerichtet, der die Zubringer-Regatta Flensburg-Fjord-Regatta vorausgeht. Mit rund 120 teilnehmenden Schiffen (2012) gilt die 1980 initiierte Rum-Regatta als größtes Gaffelseglertreffen in Nordeuropa. Daneben gibt es noch einige kleinere Regatten, wie beispielsweise die Kongelig Classic 1855 Ende August, die von Flensburg aus über Sønderborg nach Aabenraa führt, sowie die Flensburger Regatta (von) 1855 Ende September, heute durchgeführt vom Verein Klassische Yachten Flensburg. Die erste Regatta von 1855 begründete den organisierten internationalen Regattasport in der westlichen Ostsee. Vom Verein des Museumshafens werden außerdem die eher beschauliche Apfelfahrt im Oktober (seit 1980) und der Grogtörn, eine winterliche Regatta am 2. Weihnachtstag, organisiert.

Der Innenhafen ist zudem regelmäßig Schauplatz des Drachenbootcups im August (seit 2004), dem 2011 mehrere Dutzend Mannschaften und rund 12.000 Zuschauer beiwohnten, sowie eines Entenrennens im darauffolgenden Monat, an dem im selben Jahr fast 5.000 Kunststoffenten teilnahmen.

Volksfeste und Märkte

Flensburgs größtes Altstadtfest ist das von mehreren Hunderttausend besuchte Tummelum, dessen Name sich aus der Mischsprache Petuh herleitet und etwa „Unruhe“ bedeutet. Das dreitägige Fest entsprang dem 700-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 1984 und wird alle zwei Jahre im Frühjahr/Sommer von der IG Flensburg Innenstadt organisiert.

Im November/Dezember wird in der Innenstadt der Weihnachtsmarkt abgehalten. Vom Südermarkt über Holm, Große Straße bis zum Nordermarkt säumen eine Reihe von – auch Punsch feilbietenden – Glühweinständen den Weg, weshalb der Volksmund dem Abschnitt den Namen „Punschmeile“ gab. An dieser Strecke war es für einige einheimische Besucher des Marktes zur Tradition geworden, während der Punschrally an allen Punschbuden zwischen dem Start am Südermarkt und dem Ziel am Nordermarkt ein alkoholisches Heißgetränk zu sich zu nehmen – ob „mit Schuss“ oder „ohne Schuss“ (Glühwein oder Punsch mit oder ohne Rum). An der Holmnixe wird am Erbsensuppenstand der Bundeswehrstandorte Flensburg (Marineschule Mürwik und Schule für Strategische Aufklärung der Bundeswehr), Meierwik (Flottenkommando) und Kropp (Kai-Uwe-von-Hassel-Kaserne) seit 1985 Erbsensuppe und Punsch verköstigt. Die Einnahmen von jährlich rund 10.000 Euro gehen an soziale Einrichtungen in Flensburg und Glücksburg. Bis 2015 konnte die Stadt Flensburg damit 297 Projekte fördern. Freiwillig sammelten so über 2000 Soldaten in mehr als 30 Jahren über 338.000 Euro „für den guten Zweck.“

Die Exe (Kurzform von „Exerzierplatz“) im Stadtteil Friesischer Berg ist Standort des zweimal jährlich stattfindenden Jahrmarkts. Auf dem sonst als Großparkplatz genutzten Gelände wurden bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts Viehmärkte und ab 1880 Krammärkte abgehalten. Ferner organisierte die damalige Fremdenverkehrsgesellschaft der Stadt, Flensburg Fjord Tourismus, bis 2013 den Flensburger Fischmarkt, dessen 60 Verkaufsstände im Sommerhalbjahr Besucher an die Hafenpromenade lockte. Danach übernahm das Schönberger Hansen event-team Silke Henning die Organisation des ;Marktes, der nun (2015) von März bis Oktober einmal im Monat stattfindet.

Musik- und Kulturveranstaltungen

Zu den nennenswerten Musikveranstaltungen in der deutsch-dänischen Grenzregion zählen das internationale Folkfestival Folkbaltica im April/Mai (seit 2005), an dem sich auch dänische Minderheitsinstitutionen beteiligen, und im Sommer das Orgelfestival Sønderjylland-Schleswig, 2003 von der Kirchengemeinde Sankt Nikolai und der dänischen Kirchenmusikschule in Løgumkloster gegründet. Eine weitere bedeutende Veranstaltungsreihe der Stadt ist die Flensburger Hofkultur im Spätsommer. Bei dem 1995 gegründeten Kulturfestival dienen die Kaufmannshöfe der Altstadt als Kulisse für Veranstaltungen unterschiedlichster Art. Live-Musik wird außerdem bei Flensburg unplugged im März und in Flensburg seit 1999 auf dem Kneipenfestival Honky Tonk im September gespielt. An Filmliebhaber richten sich die Flensburger Kurzfilmtage (seit 2000), die zusammen mit dem Animationsfestival tricky (seit 2005) jedes Jahr im Oktober veranstaltet werden. Gemeinsame Spielstätte ist das Programmkino 51 Stufen im Deutschen Haus.

Eine Zusammenarbeit von Deutschen und Dänen ist das 2010 ins Leben gerufene, internationale Literaturfestival litteraturfest.nu, zu dem bekannte Autoren aus den nordischen Ländern eingeladen werden. Autoren mit einer Verbindung zum Meer halten seit 2013 im Rahmen des Bücherfestivals Literaturboot Festival Lesungen oder Vorträge ab, die an Bord des Salondampfers Alexandra und im Laderaum des gegenüberliegenden Kümos Gesine stattfinden.

Die dänische Minderheit versammelt sich im Mai/Juni auf den Årsmøder (Jahrestreffen). Der Südschleswigsche Verein (dän. Sydslesvigsk Forening) ist Veranstalter des alljährlichen Treffens, das in Flensburg erstmals ein Jahr nach der Volksabstimmung von 1920 ausgerichtet wurde.. Die Årsmøder bestehen aus einer Reihe von Veranstaltungen im gesamten Landesteil und drei größeren Open-Air-Abschlussveranstaltungen in Flensburg, Schleswig und an der Westküste. In Flensburg findet traditionell ein Umzug vom Nordermarkt über die Toosbüystraße zu den Sportanlagen an der Marienhölzung (Frueskovens idrætspark) statt, wo die Jahrestreffen mit kulturellen Auftritten, Grüßen des dänischen Königshauses und Reden prominenter Gäste aus Dänemark und Deutschland enden.

Kulinarische Spezialitäten

Speisen

Unter den kulinarischen Spezialitäten Flensburgs finden sich überwiegend Gerichte wieder, die in der norddeutschen, insbesondere der Schleswig-Holsteinischen aber auch der dänischen Küche beheimatet sind, darunter Braatkantüffeln, Labskaus, Grünkohl, dänische Hotdogs, Rote Grütze, Schnüsch und Schwarzsauer. Die von Touristen gefragten Fischbrötchen werden unter anderem seit 2008 bei Bens Fischbude in der Wachhütte auf dem Steg des Museumshafens Flensburg, bei Jessens Fischperle am Ballastkai, bei der 2014 neueröffneten Flensburger Fischkate am Twedter Plack und bei Nordsee (Holm und Fördepark) an den Mann gebracht. Auch Otto von Bismarck soll einer Flensburger Sage nach schon während eines Frontbesuches im deutsch-dänischen Krieg 1864 bei einem Flensburger Wirt Hering genossen haben und den Fisch nach dem Verzehr als „grandios“ bezeichnet haben. Der von Bismarck für den zubereiteten Fisch besonders gelobte Wirt habe seinem Hering einen neuen Namen gegeben und ihn seitdem auf der Speisekarte als Bismarckhering geführt. Eine lokale Fischspezialität ist zudem die Flensburger Fischsuppe, zubereitet seit 1886 im Restaurant Piet Henningsen an der Schiffbrücke.

Gelegentlich werden die „Flensburger Punkte“ als Pralinen vermarktet, so von der Touristeninformation an der Roten Straße, die die Punkte von der Flensburger Dragee-Fabrik herstellen lässt, einer Schokoladenfabrik am Harnishof, die zum Werksverkauf besucht werden kann. Eine mittlerweile offenbar kaum noch zu erhaltende Flensburger Spezialität ist der Kuchenschmull, eine matschige und bröcklige, klebrige Masse aus Kuchenresten, die früher Flensburger Bäcker auf Nachfrage für wenige Pfennige in Tüten verkauften.

Bier

Getrunken wird „ Flens“, berühmt wegen seines „Plopps“ und aus den ersten ''Werner''-Comics. Selbstgebrautes Bier bietet das an der Schiffbrücke gelegene Gasthaus Hansens Brauerei an; weitere weniger bekannte Brauspezialitäten von Mikrobrauereien sind Urstrom, CerVino, Pure Malt No.1 und Vintage Bier von der 2011 gegründeten Sauer & Hartwig GmbH in der Südstadt sowie seit 2007/08 das hochpreisige Gourmetbier Sylter Hopfen (Alkoholgehalt: 7,1 Vol.-%) von der Westindien Compagnie.

Flensburger RumEbenso gehören Rum und Punsch dazu, da die Stadt eine lange Tradition als führende Rumhandelsstadt aufweist, exemplarisch seien die (ehemals) in Flensburg produzierten Marken Pott („Der gute Pott“), Hansen Präsident von Hansen Rum (Wortspiel: „Red’ nicht rum, sag’ gleich Hansen.“), Balle-Rum von Dethleffsen („Der milde, Echt Übersee“) und Boddel-Rum von Sonnberg genannt. Nach dem Niedergang Flensburgs als Rumstadt Ende des 20. Jahrhunderts verblieben in der Stadt von den einst 200 Rumhäusern heute nur noch das Wein- und Rumhaus Braasch in der Roten Straße, das Rumhaus Johannsen Rum (Aquavit No. 6) in der Marienstraße 6, das Rumhandelshaus H.H. Pott Nfgr. Vertriebsgesellschaft mbH in Wasserloos mit der Rummarke Pott und die Westindien Compagnie Seehandelsgesellschaft mbH mit der Marke Übersee Rum. An die Blütezeit des Flensburger Rumhandels erinnern das Rum-Museum, das Braasch Rum Manufaktur Museum, die Rum & Zucker Meile und die Rum-Regatta.

Flensburger Rumtopf

Als eine populäre kulinarische Spezialität etablierte sich ab den 1950er-Jahren der Flensburger Rumtopf, als ein Fernsehkoch, der zugleich für einen Rumhersteller der Stadt warb, das Dessert in seinen Sendungen bundesweit bekannt machte. Nach einer Legende entdeckten Seefahrer in Rum getränkte Beeren, die in ein Rumfass hineingefallen waren, und fanden Geschmack daran. Zur Herstellung werden frische Früchte der Saison in Zucker und Flensburger Rum eingelegt und bei Bedarf mit Eis und Sahne kombiniert.

Flensburger Grog

Aus Flensburger Rum lässt sich nach einem einfachen Rezept ein Flensburger Grog zubereiten: „Rum mutt, Szucker kann, Water bruukt nich.“ Aber – so wird von den Petuhtanten stets ermahnt: „Mach ihn mich nich sso sswach; von den sswachen wird mich immer sso schlecht.“ Der Grog ist eng verknüpft mit der gemütlichen At­mosphä­re, die die „Stadt der Supergroggianers“ ausstrahlt:

Sonstige alkoholische Getränke

Als geographischer „Anlieger“ zur Landschaft Angeln steht zudem Angler Muck, ein Mischgetränk aus Wasser und Rum oder Korn, auf der Speisekarte. Einer der berühmtesten Hausschnäpse der Stadt ist seit den 1950er-Jahren der in den drei Farben geschichtete Helgoländer in der Bärenhöhle am Norderhofenden, ganz nach dem bekannten Wappenspruch: „Grün ist das Land, rot ist die Kant, weiß ist der Sand: Das sind die Farben von Helgoland.“ Außerdem wurde Bommerlunder (Werbespruch seit 1967: „Der große Klare aus dem Norden“) bis 2000 in Flensburg produziert. Die Düsseldorfer Punkband Die Toten Hosen setzte dem Kümmelbranntwein mit dem Trinklied Eisgekühlter Bommerlunder 1983 ein Denkmal.

Subkultur

Die subkulturelle „Szene“ trifft sich zu Veranstaltungen an mehreren Orten, häufig über eine Basisförderung von der Stadt Flensburg ermöglicht. Vertreter der linksalternativen Szene, die sich 1981 zum Verein zur Förderung der Kultur und Kommunikation in Flensburg e. V. zusammengeschlossen haben, präsentieren im Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Volksbad Kulturevents verschiedenster Art, darunter Konzerte und Tanzveranstaltungen. Ein ähnliches Kulturprogramm stellt der Verein Kulturwerkstatt Kühlhaus e. V. auf die Beine. Seinen Sitz hat der Verein im 1994 zum Kulturzentrum umfunktionierten Kühlhaus, einem ehemaligen Obst- und Kühllager am Flensburger Güterbahnhof. Zum Auftakt eröffnete der Verein das Haus mit einem Konzert von Fischmob, einer Band mit Flensburger Wurzeln. Weitere bekannte Bands, die dort vor insgesamt 199 zugelassenen Besuchern auftraten, waren Die Sterne, Deichkind, Eins Zwo und Beginner.

Das 1990 nach einer Hausbesetzung entstandene Wohn- und Kulturprojekt Hafermarkt, Treffpunkt der hiesigen Punkerszene, veranstaltet in erster Linie Punk-Konzerte. Dort am Hafermarkt gleich nebenan begreift sich Die ganze Bäckerei in der Entstehung als ein neues Kollektiv, dessen Ideen wie zum Beispiel einer Hörbuchstunde über den Kneipenbetrieb finanziert werden. Der alternative Jugendverband Fördebande nennt seit 2001 Pauls Eck, einen 110 m² großen Laden in der Norderstraße, sein Eigen und nutzt die Räumlichkeiten zu Info-Treffs und Feiern. In der Senffabrik, ein Wohnprojekt in der Norderstraße, werden seit 2002 Konzerte veranstaltet und Künstler des Kunst- und Kultur-Initiativen-Laboratoriums (KKI Laboratorium) nutz(t)en seit 2006 zwischenzeitlich ein altes Schulgebäude in der Duburger Straße, um dort Projekte und Ausstellungen durchzuführen.

Programmhinweise zur subkulturellen Szene Flensburgs veröffentlicht seit Mitte der 1980er-Jahre die Partout, ein von der Neumünsteraner Verlagskontor Schleswig-Holstein GmbH herausgegebenes Kulturmagazin mit einer Druckauflage von 11.000 Exemplaren. Die Grenzgäng nannte sich ein weiteres alternatives Programmheft. Weitere Informationen zur Szene hält der Infoladen Subtilus in der Norderstraße bereit, der seit Januar 2004 eine Gegenöffentlichkeit herstellt und zu deren Zweck auch ein Archiv zur Geschichte linker Bewegungen in Flensburg betreibt.

Luftschlossfabrik

Neuestes Alternativprojekt war das alternative Kulturzentrum der Luftschlossfabrik. 2013 nahm eine autonome Kulturinitiative eine vermeintliche Investitionsruine am Harniskai im Flensburger Industriehafen in Beschlag, um dort Kunst-, Kultur und Gemeinschaftsprojekte wie z. B. Konzerte zu verwirklichen. Zuvor stellte eine britische Firma namens Highship Industries Ltd. unter Teilhabe einer deutschen Gesellschafterin der Stadt in Aussicht, dass dort Flugboote gebaut werden sollten. Die von den Besetzern genutzte Brachfläche, welche ab Frühjahr 2015 von der Räumung bedroht war, geriet Anfang Februar 2016 zum Schauplatz einer später scharf kritisierten Zwangsräumung, angeordnet von Oberbürgermeister Simon Faber (SSW). In deren Verlauf kam es – so nach Anfrage an das Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein – zu einem 327.000 Euro teuren Einsatz mit nahezu 300 Polizisten sowie Ermittlungen gegen 18 Besetzer und Unterstützer. Da es nach der Räumung des Geländes zunächst keine geeignete Ausweichfläche gab, stellten einige Bewohner der Luftschlossfabrik ihre Wagen erst an der nahe gelegenen Europawiese auf und zogen von dort im Juni 2016 auf ein Privatgelände am Friedensweg.

Sport

Sportvereine

Im Jahr 2012 waren über 22.500 Mitglieder in 76 Sportvereinen angemeldet, zu den mitgliederstärksten Sportarten zählt(e) dabei in erster Linie das Turnen, wovon acht Vereine Mitglied im Kreisturnverband Nord sind; danach Fußball (11 Vereine im Kreisfußballverband) sowie Segeln (8 Vereine im Kreisseglerverband), Handball (6 Vereine im Kreishandballverband), Tennis (6 Vereine im Kreistennisverband Flensburg – Schleswig e. V.) und der Schwimmsport (2 Vereine im Kreisschwimmverband Flensburg / Schleswig-Flensburg e. V.).

Größter Sportverein der Stadt ist mit über 4.500 Mitgliedern der TSB Flensburg (Stand 2013). Er initiierte im Jahr 1990 zusammen mit dem Handewitter SV die SG Flensburg-Handewitt und trat damit die Nachfolge der zuvor bestehenden SG Weiche-Handewitt an. Die Handball-Herrenmannschaft der SG, die bekannteste Sportmannschaft Flensburgs, ist mehrfacher deutscher und europäischer Pokalsieger, errang 2004 sowie 2018 in der Handball-Bundesliga die deutsche Meisterschaft und gewann 2014 die EHF Champions League. Sie trägt ihre Heimspiele in der Mehrzweckhalle Flens-Arena aus.

Weitere Sportvereine mit über 1.000 Mitgliedern sind der SV Adelby, die Flensburger Betriebssportgemeinschaft und der PSV Flensburg. Letzterer ist der Heimatverein der American Football-Mannschaft Flensburg Sealords. Diese wurde 1987 gegründet.

Sportstätten

Größte Sportstätte ist im Volkspark das 1927 eingeweihte Flensburger Stadion, Spielstätte von Flensburg 08. Im Stadion finden bis zu 10.000 Zuschauer Platz, davon können 1.000 auf der Tribüne einen Sitzplatz einnehmen. Ein weiteres Stadion ist das Manfred-Werner-Stadion in Weiche, wo der ETSV Weiche Flensburg seine Heimspiele austrägt. Benannt ist das Stadion 2002 nach dem ehemaligen Spieler und Kassenwart Manfred Werner (* 1936), der als 1. Vorsitzender erst von 1970 bis 1972 im TSV Weiche-West und danach von 1972 bis 2002 im ETSV über 30 Jahre lang die Geschicke des Eisenbahner-Vereins lenkte. Beim Rekordspiel des ETSV gegen den Bundesligisten Hamburger SV Ende Juni 2014, das der HSV mit 3:2 gewann, zählten die Veranstalter dort 2824 zahlende Zuschauer. Fußballspiele des TSB Flensburg laufen wiederum auf dem Eckener Platz (Stadionkapazität: 8000 Zuschauer) bei dessen Vereinsheim über die Bühne.

Größte Mehrzweckhalle ist die Flens-Arena, bis 2012 Campushalle, am Campus der Europa-Universität Flensburg auf dem Sandberg. Zur Spielstätte des SG Flensburg-Handewitt pilgern bis zu 6500 Handball-Fans aus Deutschland und Dänemark, um dem Aushängeschild des Flensburger Profi-Sports bei ihren Heimspielen zuzujubeln. Bis zum Umzug in die Campushalle wanderten von 1991 bis 2001 bis zu 3500 Fans der Spielgemeinschaft in die Fördehalle auf den Friesischen Berg, wo 1997 auch der Sieg des EHF-Cups gefeiert werden konnte. In der als Hölle Nord bezeichneten Handball-Hochburg Flensburg sorgten die Ultras der SG häufig schon für tumultartige Zustände, bei denen etwa nach Polizeiangaben Bierbecher von den Rängen flogen.

Der dänische Handballverein DHK Flensborg spielt in der 1967 eingeweihten Idrætshallen (dt.: „Die Sporthalle“) auf der Westlichen Höhe, begleitet von bis zu 1200 Schlachtenbummlern, von denen 648 einen Sitzplatz finden. Im selben Stadtteil hat der DGF Flensborg seit 1948 seinen Stammsitz. Der Frueskovens Idrætspark (Sportpark der Marienhölzung), kurz Idrætsparken, verfügt über drei Fußballplätze, eine Tennisanlage sowie ein Vereinsheim und ein Klubhaus.

Fußball

Zu Beginn des Fußballsports in Flensburg stand die Platzfrage im Vordergrund. Bis 1914 konnte der 1908 gegründete Flensburger Fußballverein F.F.C, der Vorläufer von Flensburg 08, nur auf einem einzigen Sportplatz spielen. Das Fußballfeld des Männer Turnvereins (MTV) lag innerhalb der großen Zement-Radrennbahn am Schützenhof und wurde überwiegend von Turnern für ihre Schlagball- und Faustballspiele genutzt. Zur Ausübung des Schlittschuhsports stand die Spielfläche im Winter gar unter Wasser. Um nicht mit den Turnern aneinanderzugeraten, spielten die Fußballer daher auf der Exe, auf der Waldwiese an der Marienhölzung oder auf dem Kasernenhof an der Junkerhohlweg-Kaserne. Nach Ende des Ersten Weltkrieges, der den Fußball zum Erliegen brachte, wuchs die Mitgliederzahl von 14 auf 640 an und der F.F.C. weihte am 22. Mai 1921 die am Adelbyer Kirchenweg gelegene vereinseigene Sportplatzanlage Am Sender ein – mit zwei Spielfeldern, einem Spielfeld mit Aschenbahn, einem Vereinsheim und zwei Tennisplätzen. Um die Spielstärke des Fußballsports zu fördern, fusionierten 1925 die Vereine FFC 08 und der Flensburger Sportverein der Geher (SVdG) zur Sportvereinigung Eintracht. 1935 erfolgte eine weitere Fusion: Der VfL Nordmark und die SV Eintracht schlossen sich zur heutigen Flensburger Sportvereinigung von 1908 e. V. (FSV 08) zusammen. Die wenigen Spiele fanden im 1927 eingeweihten Flensburger Stadion statt, bis die NS-Zeit und der Zweite Weltkrieg den Fußball fast zum Stillstand brachte.

Nach dem Krieg war Flensburg 08 Gründungsmitglied der Landesliga Schleswig-Holstein 1947/48 und gewann die Vizemeisterschaft.

Seit dem Aufstieg in die Regionalliga Nord im Jahr 2012 ist der ETSV Weiche Flensburg der höchstklassige Fußballverein Flensburgs. Im Zuge der Auflösung des Vereins Flensburg 08 wurden dessen Mitglieder im Juli 2017 vom ETSV Weiche Flensburg aufgenommen, der damit in SC Weiche Flensburg 08 umbenannt wurde.

Zudem spielt seit 2015 der TSB Flensburg in der Schleswig-Holstein-Liga.

Schwimmsport

Die Keimzelle des Schwimmsports in Flensburg war die Herrenbadeanstalt Ostseebad an der Flensburger Innenförde vor den Toren der Stadt, wo Anfang der 1920er-Jahre der Schwimmverein Flensburg (kurz SVF) trainierte. Der 1923 im Hotel Union gegründete SVF war der Vorläufer des Flensburger Schwimmklubs von 1930 e. V. (kurz FSK), der am 27. August 1930 im Woest´s Hotel am Neumarkt gegründet wurde. Nach Abriss der Badeanstalt 1941 setzte sich der FSK für den Bau einer neuen Trainings- und Wettkampfstätte ein, bis 1964 das Hallenbad Flensburg an der Bahnhofsstraße eingeweiht werden konnte. Eine weitere Trainingsmöglichkeit bot sich ab 1975 an, als die Schwimmer beim Bundesverteidigungsminister Georg Leber anfragten, um Zugang zur Bundeswehrschwimmhalle auf dem Gelände der Marineschule Mürwik zu erhalten.

2010 eröffnete das Campusbad auf dem Sandberg mit einem 50-Meter-Wettkampfbecken und acht bzw. nach Verschieben der Wendebrücke 16 Bahnen sowie einer 5 m-Sprunganlage. Das Sport- und Freizeitbad, welches mit der Fördeland Therme (25-Meter-Becken) in Glücksburg konkurriert, verzeichnete 2014 über 250.000 Badegäste. Der FSK veranstaltet dort das Internationale Förde-Masters-Schwimmfest, auf dem seit 1982 zahlreiche Schwimmrekorde aufgestellt wurden, so purzelten allein 2011 insgesamt 4 Weltrekorde, 1 Europarekord, 3 deutsche und 6 dänische Rekorde. Erfolgreiche Mitglieder des FSK wie die Deutsche Meisterin der Masters Haide Klüglein nahmen an WM, EM und deutschen Meisterschaften teil oder wie Regina Nissen an den Olympischen Spielen 1976. Ebenfalls erfolgreich sind die Fördenixen des TSB Flensburg, der als einer von drei Vereinen in Schleswig-Holstein professionelles Synchronschwimmen anbietet; so war der Verein ab 2009 Bundesstützpunkt für den Olympia-Duett-Kader 2012 in London.

Ein weiteres Schwimmbad ist das auf 26 °C erwärmte Freibad Weiche in Weiche. Während des Zweiten Weltkriegs entstand nahe einem Fliegerhorst ein Feuerlöschbecken der ehemaligen Reichsluftwaffe, das nach dem Krieg die englischen Besatzer 1946 zu einem Freibad umbauten. Das Bad mit einem 22,90 m langen und 9,15 m breiten Schwimmbecken ging 1950 in den Besitz der Stadt Flensburg über. In Trägerschaft des Förder- und Trägervereins Jugendtreff Weiche e. V. wird dort Schulschwimmen, Ferienschwimmen, Kind-Mutter-Schwimmen, Seniorenschwimmen, Wassergymnastik, Ferienpassaktion, Tauchschule, Familienschlüsselbaden mit Kindern und Schlüsselbaden durchgeführt.

Segelsport

Der Segelsport auf der Flensburger Förde – „Heimat der Segelsportfreunde“ – nahm am 6. September 1855 mit der ersten Regatta für „Lustböte“ seinen Anfang. Die Flensburger Regatta von 1855 mit Rennstrecke auf einem der „schönsten Segelreviere Deutschlands“ gilt als „Ursprung des organisierten internationalen Regattasports in der westlichen Ostsee.“

Ältester und mit 735 Mitgliedern (Stand 2013) größter Verein ist der 1890 gegründete Flensburger Segel-Club (FSC), dem 1901 eine Hafenanlage an der Ziegeleibrücke in Flensburg errichtet wurde.1937 erfolgte der Umzug in den fertiggestellten Hafen von Glücksburg-Quellental, wo auch die größte und älteste Yachtschule Deutschlands, die Hanseatische Yachtschule beheimatet ist. Höhepunkt der Wettfahrtgeschichte des Vereins war der One-Ton-Cup 1978 mit 36 Weltklasseyachten aus vier Erdteilen.

Standort der Segler-Vereinigung Flensburg e. V. (SVF) und seiner rund 450 Mitglieder ist der Anfang der 1960er-Jahre angelegte Yachthafen in Fahrensodde, den sich der Verein mit dem 1946 gegründeten Flensborg Yacht Club (253 Mitglieder, Stand 2013) teilt. Der 1977 gegründete Wasserportclub Flensburg e. V. (194 Mitglieder, Stand 2013) pachtet seit 1980 Plätze im ehemaligen Freihafen, heute Industriehafen, in Kielseng. und der 1945 gegründete Wassersportverein Galwik (WVG) und seine 123 Mitglieder (Stand 2013) haben ihren Heimathafen am Strandweg in der Flensburger Innenhafenbucht von Galwik. Die Schiffe des 1931 gegründete Segel-Sport Flensburg-Harrislee e. V. (kurz SSFH, 175 Mitglieder, bis 1990 Segel Sport Flensburg e. V.) liegen im 1992 eingeweihten Sportboothafen von Wassersleben in Harrislee. Segelsport betreibt auch der 2006 gegründete Sonwik Yachtclub (123 Mitglieder, Stand 2013) in Sonwik und die Marine-Jugend mit ihren mehr als zwei Dutzend Mitgliedern (Stand 2013).

Jedes Jahr im Juni nehmen mehr als 200 klassische Motor- und Segelyachten an der Robbe & Berking Classics – zugleich Europameisterschaft der 12mR-Yachten – teil. Flensburg ist auch Starthafen der Classic Week, einer Regatta klassischer Yachten, die zusammen mit dem Robbe & Berking Sterling Cup von der Flensburger Robbe & Berking Yachtwerft veranstaltet wird und von Flensburg über Sønderborg, Kappeln und Eckernförde nach Kiel verläuft. Die Regatta löste die Flensburger Klassiker-Regatta von 1994 ab und findet seit 2006 alle vier Jahre statt.

Zielhafen war die Stadt zur Sail 2000 der Cutty Sark Tall Ships' Races. Die internationale Großsegler-Regatta – welche mit der Sail 84 bereits zum 700-jährigen Stadtjubiläum in Flensburg stattfand – startete im Sommer 2000 in Danzig und führte über Helsinki, Mariehamn in Åland und Stockholm nach Flensburg, wo die Schiffe am 4. August 2000 einliefen. Im Juli 2016 fand mit dem dreitägigen Sail Flensburg – das maritime Bürgerfest (Sail 2016) ein weiteres Seglertreffen statt.

Regelmäßige Regatten mit dem Charakter eines Hafenfestes sind fernerhin das von der Firma „Volldampf“ ausgerichtete Dampf Rundum sowie die Veranstaltungen des Museumshafens Flensburg, allen voran die Rum-Regatta.

BMX und Skateboarding

Flensburg verfügt über „eine der größten Anlagen für Skater und BMXer in Europa.“ Der Verein Sportpiraten Flensburg, der dem Jugendring zugeordnet ist, schuf bis 2008 nach einem sieben Jahre dauernden Beteiligungsverfahren unmittelbar neben dem Galwik-Park in der Neustadt den heute 2000 Quadratmeter großen BMX- und Skatepark Schlachthof. Die zwei Hauptamtlichen, die Honorarkräfte und die Freiwilligen organisieren Wettbewerbe und Shows im BMX-Fahren und Skateboarding. Für ihre (ehrenamtliche) Arbeit gewannen die Sportpiraten 2012 den Deutschen Bürgerpreis. Deren größte Veranstaltung und „wichtigstes Pfingstfestival der Grenzregion“ (Flensburger Tageblatt) ist das dreitägige 72,5 hours Schlachthof – Butcher Jam – Dockyard Festival (kurz Butcher Jam), welches 2009 zum 725-jährigen Jubiläums der Stadt seinen Anfang nahm. Allein 2015 führten 209 meist junge Fahrer aus dem gesamten Bundesgebiet, Nord- und Mitteleuropa sowie aus Australien, Grönland und den USA vor rund 15.000 Zuschauern auf Rampen und Halfpipes ihre Kunststücke vor. Das internationale Sportfest wird mit dem Dockyard Musikfestival untermalt. Im Schlachthof trainiert Lara Lessmann, Bronzemedaillengewinnerin bei den BMX-Weltmeisterschaften 2013 in Köln.

Eissport

Wintersport wird begrenzt in Flensburg angeboten. Möglich wird dies durch die Eissporthalle Gletscher (zwischenzeitlich wurde der "Gletscher" geschlossen 2016/2017) in der Nachbargemeinde Harrislee. Hier kann man in den Wintermonaten Schlittschuhlaufen. Deutschlands nördlichster Eishockeyclub, der Flensburger EC, existiert derzeit nur auf dem Papier, Eisstockturniere werden alljährlich durchgeführt; Eisstockschießen wird beim SV Adelby angeboten. Damit ist Flensburg die nördlichste Stadt Deutschlands, die Winter- bzw. Eissport anbietet.

Printmedien

Die Presselandschaft entwickelte sich rasant nach der Gründung der Flensburger Norddeutschen Zeitung im Jahr 1864. Ein Jahr später erschienen erstmals die Flensburger Nachrichten, der Vorläufer des Flensburger Tageblattes. Diesen beiden auflagenstärksten Blättern, die sich an Leser aus dem deutschsprachigen Bürgertum wendeten, folgte 1869 die Flensborg Avis, eine Tageszeitung eigens für die dänischen Minderheit. Für die Dänen im damaligen Herzogtum Schleswig gab es bereits die dänische Tageszeitung Dannevirke, die dort ab 1838 als erste dänischsprachige Zeitung erschien und bis 1975 herausgegeben wurde. Deutschsprachige Blätter für dänischgesinnte Südschleswiger waren das von 1948 bis 1974 herausgegebene Presseorgan des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW), die Südschleswigsche Heimatzeitung, anfangs eine Konkurrenz zu den beiden Flensburger Tageszeitungen, sowie die 1980 bis 2010 erschienene, zweisprachige Zeitschrift für Kultur und Geschichte Slesvigland. Auf regionale Berichterstattung konzentrierte sich ab 1872 das Flensburger Annoncenblatt. Als ein ausdrücklich sozialdemokratisches Blatt verstand sich ab 1911 ein Ableger der Kieler Volks-Zeitung, die Flensburger Volks-Zeitung, und ab 1912 vervollständigte das Wochenblatt Flensburger Frauen-Zeitung die Presselandschaft.

Flensburg ist seit den 1980er-Jahren Sitz des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (kurz sh:z), bei dem auch das Flensburger Tageblatt (Auflage über 30.000 Exemplare) erscheint. In der Petuhsprache ist die 1865 gegründete Zeitung als Tante Maaß bekannt. Im April 2016 gab das Bundeskartellamt seine Zustimmung zur einhundertprozentigen Übernahme des sh:z durch die NOZ Mediengruppe aus Osnabrück. Zweite Tageszeitung ist die überwiegend dänischsprachige Flensborg Avis (Auflage 5.200), ein Sprachrohr der dänischen Minderheit, das zu einem Drittel in Deutsch veröffentlicht. Der Nordschleswiger, das Sprachrohr der deutschen Minderheit in Dänemark ist vereinzelt auch in Flensburg erhältlich. Kostenlos verteilt werden das Monatsmagazin Flensburg Journal (Auflage 48.000) sowie die Anzeigenblätter Die Wochenschau der sh:z und die MoinMoin, ein 1977 entstandenes Wochenblatt, das zusammen mit den Wochenblättern Nordfriesland Palette und Anzeiger mittlerweile eine wöchentliche Gesamtauflage von 225.000 Exemplaren erreicht.

Rundfunk und Onlinemedien

Mit dem Offenen Kanal Flensburg gibt es in der Stadt ein Bürgerfernsehen. Der Norddeutsche Rundfunk betreibt zudem im ehemaligen Musikpavillon des Deutschen Hauses ein Studio für Hörfunk (seit 1950) und Fernsehen (seit 2000) mit rund einem Dutzend Mitarbeitern. Hier im NDR-Studio Flensburg in der Friedrich-Ebert-Straße 1 entstehen werktags Regionalnachrichten und Reportagen, die zum Beispiel für NDR 1 Welle Nord oder das Schleswig-Holstein Magazin produziert werden. Von dem seit 2007 denkmalgeschützten Gebäude übertrug der NWDR bereits am 23. Dezember 1950 als erstes Studio nördlich von Hamburg seine erste Sendung und der Standort blieb bis zur Eröffnung des Kieler Studios 1965 die zentrale Rundfunkstation für Schleswig-Holstein.

Von 1990 bis 1996 sendete Förde Fetz Radio jeden Freitagabend ein Programm mit Rockmusik und Szeneberichten aus Flensburg. Ausgestrahlt wurde es über ein Lokalradio im dänischen Gravenstein. Über dieselbe Station sendete von 1993 bis 1996 Radio Flensburg täglich ein dreistündiges Programm. Ziel war es, ein Stadtradio zu etablieren. Das Projekt musste jedoch aufgrund finanzieller Probleme des dänischen Senders wieder eingestellt werden. Seit dem 1. Oktober 2006 sendet Radio Flensburg als Internetradio und seit März 2011 läuft das 24-Stunden-Musikprogramm von Foerde Radio.

Im Frühjahr 2017 erhielt das „Freie Radio Flensburg“ (Freies Radio Fratz) die Zulassung von der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH). Schleswig-Holstein zweites nichtkommerzielles Lokalradio (NKL) startete 2018 sein Programm für Flensburg, Glücksburg und Tastrup.

Zu den nennenswerten Online-Magazinen mit Nachrichten aus der Region zählen seit Juli 2012 Fördeschnack, seit November 2012 Flensburger Stadtanzeiger, seit 1996 das Angebot der Stadtbuch-Redaktion Flensburg, Flensburg-online. Seit 2004 liefert das regionale Onlinemagazin Flensburg Szene Informationen zur Stadt, zu Veranstaltungen, Kultur, Tourismus, Musik und Partys.

Sendemasten

Auf dem Fuchsberg in Flensburg-Engelsby betreibt der NDR den Sender Flensburg, eine Sendeanlage für UKW, TV und Mittelwelle. Daneben existiert in Freienwill (rund 4 km südlich von Flensburg) der Fernmeldeturm Freienwill, von dem Flensburg und Umgebung versorgt werden. Darüber hinaus senden vom nahen Sender Wassersleben einige Programme für Flensburg.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Jahr 2016 erbrachte die in Flensburg ansässige Wirtschaft ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 8,243 Milliarden Euro und belegte damit Platz 75 innerhalb der Rangliste der deutschen Städte nach Wirtschaftsleistung. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 42.827 Euro (Schleswig-Holstein: 31.294 Euro, Deutschland 38.180 Euro) und damit über dem regionalen und nationalen Durchschnitt. In der Stadt gab es 2016 ca. 59.900 erwerbstätige Personen. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 bei 7,3 %.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte die kreisfreie Stadt Flensburg Platz 147 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählte damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“.

Wirtschaftsstruktur

In ihrer Funktion als Oberzentrum, Verwaltungsstadt und Hochschulstandort ist die wirtschaftliche Struktur Flensburgs geprägt vom öffentlichen und privaten Dienstleistungssektor, in dem rund die Hälfte der Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten arbeiten. Den Industriesektor bestimmen Unternehmen, die tätig sind in den Bereichen Kälte- und Wärmetechnik, der Elektrotechnik, der Telekommunikation, der Nachrichtentechnik, des Maschinenbaus, der feinmechanischen Industrie und der Papierverarbeitung. Rund 40.000 Mitarbeiter sind in den knapp 5000 Unternehmen beschäftigt, wobei auf 2,2 Einwohner ein Arbeitsplatz kommt.

Zu verkraften war der Abzug von Marineeinheiten in den 1990er-Jahren. Für eine der ehemals bedeutendsten Garnisonsstädte Westdeutschlands erwies sich dieser Wegfall von Arbeitsplätzen als herber Rückschlag für den Arbeitsmarkt, auf dem noch Jahre danach eine hohe Arbeitslosenquote zu vermelden war. Im Laufe der Zeit erholte sich der Arbeitsmarkt. So sank die Quote im Juni 2015 erstmals seit Einführung der Hartz-IV-Reformen 2005 unter die historische Marke von 10 %. Insgesamt 4822 Menschen waren arbeitslos, was einer Quote von 9,8 % entsprach. Solch ein niedriger Stand ist in den Archiven der Arbeitsagentur an der Waldstraße mindestens seit 1989 nicht verzeichnet.

Grenzhandel

Die Wirtschaft profitiert vom Grenzhandel und vom Waren- und Dienstleistungsexport in das Nachbarland Dänemark. Dadurch konnte sich die Stadt 2006 den Titel Exportmeister Schleswig-Holsteins sichern. Das Technologiezentrum in Flensburg-Rude trägt seinen Teil dazu bei, indem es studierten Jungunternehmern Räumlichkeiten und Labors zur Entwicklung von Innovationen bereitstellt.

Zahlreiche Geschäfte beraten ihre Kunden auf dänisch; skandinavische Unternehmen eröffnen Niederlassungen an der Förde. Beliebt bei den Dänen sind die ortsansässigen Grenzshops, in denen es eine Vielfalt an dänischen Produkten zu günstigeren deutschen Preisen gibt und wo auch einheimische Kunden gerne ein und aus gehen. Die 60 Grenzläden südlich der deutsch-dänischen Grenze mit ihren 3000 Arbeitnehmern machen etwa rund 800 Millionen Euro Umsatz im Jahr.

Aus den grenznahen Gebieten (in 0 bis 25 km Entfernung) erledigen gemäß einem Gutachten von 2002 rund 70 % der Dänen ihre Einkäufe im südlichen Nachbarland. Eingekauft werden in überwiegendem Maße Tabak und Süßigkeiten, aber auch Bier und Wein stehen ganz oben auf dem Einkaufszettel der Dänen. Es werden von ihnen Erfrischungsgetränke und jährlich allein 650 Millionen Dosen Bier – seit Jahrzehnten ein Verkaufsschlager – im Grenzhandel erworben. Vom Dosenpfand bleibt der Grenzhandel bis 2018 ausgenommen, was dazu führt(e), dass Millionen unreceyclelter Dosen zumeist dänischer Brauereien die Umwelt in Dänemark belasten. Weiters kaufen die Nachbarn in Flensburg und Umgebung Haushaltsgeräte, Radio- und Fernsehartikel, Fotozubehör und Bootsausrüstung.

Einkaufszentren

Um die Gunst sowohl dänischer als auch deutscher Kunden buhlen die beiden größten Einkaufspassagen in der Flensburger Innenstadt: Die Flensburg Galerie mit 70 Shops auf 20.000 m² und die Holmpassage mit 15 Shops. Der Handel in der Innenstadt konkurriert hierbei mit den Einkaufszentren an den Randlagen, darunter im Süden der Fördepark mit 50 Geschäften auf 36.290 m², im Westen der Citti-Park mit 55 Shops auf 25.000 m², und weiter westlich in Handewitt der Scandinavian Park mit 15 Geschäften. Mehrere neue Stadtteilzentren mit Supermärkten, Discountern und reichlich Parkplätzen ergänzen die alten Einkaufsstraßen in den Stadtteilen, die die Kaufkraft aus der Flensburger Innenstadt zu einem nicht unerheblichen Teil abschöpfen, so beispielsweise am Ende der Friesischen Straße/Ecke Marienallee und am Twedter Plack in Mürwik.

Tourismus

Die Stadt Flensburg, bisher über die Flensburg Fjord Tourismus GmbH vermarktet, kooperiert seit Januar 2015 in einer Lokalen Tourismus-Organisation (LTO) mit den Nachbargemeinden Glücksburg, Harrislee und Langballig. Das Büro der Tourismus Agentur Flensburger Förde GmbH (TAFF), zugleich Sitz der Touristeninformation, liegt an der Roten Straße.

Jedes Jahr besuchen rund sieben Millionen Menschen die Fördestadt und geben dort von 230 Millionen Euro die Hälfte im Einzelhandel und in der Gastronomie aus. Für die Gäste standen in Flensburg 2013 in 20 Beherbergungsstätten – darunter Hotels, Gasthöfe, Pensionen und die Jugendherberge – insgesamt 1450 Betten bereit, die für über 230.000 Übernachtungen genutzt wurden, wobei die durchschnittliche Verweildauer 1,8 Tage betrug.

Das Image der Stadt ist geprägt von den „Flensburger Punkten“, die nach Angaben des ehemaligen Tourismus-Chefs Finn Jensen die meisten Bundesbürger mit Flensburg assoziieren, noch vor „Beate Uhse, Marineschule, Spitzenhandball oder dem Pils mit dem Plopp.“

Bereits 2007 regte der Flensburger Stadtdenker Udo Wachtveitl an, abseits von „Plopp, Punkten und Beate“ „einen Imagewandel einzuleiten“. Die Touristeninformation an der Roten Straße wirbt damit, und vermarktete die Punkte ab 2012 als eine kulinarische Spezialität Flensburgs. Als weiterer Clou gelten die vier Themenzimmer des Hotels „Alte Post“, die mit dem Image der Stadt kokettieren. Ein Zimmer hat die Flensburger Brauerei als Partner, eingerichtet mit Hunderten bunter Bierflaschen; eins ist vom Erotik-Unternehmen Orion; ein weiteres ist von der SG Flensburg-Handewitt und der SHZ mit gepressten Zeitungsstapeln und ein Zimmer vom Entsorgungsfachbetrieb Nord-Schrott mit Heavy-Metal-Zimmertür und farbig beleuchtetem Kleinschrott.

Öffentliche Einrichtungen

Weithin bekannt ist das 1958 eingerichtete Fahreignungsregister (bis 2014 Verkehrszentralregister), die sogenannte Flensburger Verkehrssünderdatei, die vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg geführt wird. Mit rund 900 Beschäftigten ist das Bundesamt, das seit 1952 seinen Dienstsitz in Flensburg hat, einer der größten öffentlichen Arbeitgeber der Stadt. Zwei internationale Einrichtungen mit Sitz an der Schiffbrücke sind zum Einen die Föderalistische Union Europäischer Volksgruppen und zum Anderen das Europäische Zentrum für Minderheitenfragen im Kompagnietor, das 1996 von den Regierungen Deutschlands, Dänemarks und Schleswig-Holsteins gegründet wurde. Zwei weitere Körperschaften des öffentlichen Rechts sind die Industrie- und Handelskammer zu Flensburg in der Heinrichstraße, welches zuständig für rund 44.000 Mitgliedsunternehmen im Norden und Westen Schleswig-Holsteins ist und Geschäftsstellen in Heide, Husum und Schleswig unterhält, sowie die Handwerkskammer Flensburg, die in ihrem Kammerbezirk über 10.000 Handwerksbetriebe betreut.

Eines von vier Landgerichten (LG) im Bezirk des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichtes und Nachfolger des Kreisgerichtes Flensburg (1867–1879) ist das Landgericht Flensburg am Südergraben. Deutschlands nördlichstes Landgericht ist im selben Gebäude wie das Amtsgericht Flensburg, die Staatsanwaltschaft und eines Justizmuseums untergebracht. Zu dessen Bezirk gehört die angrenzende Justizvollzugsanstalt Flensburg von 1882. Im Bezirk des Kieler Landesarbeitsgerichtes (LAG) Schleswig-Holstein befindet sich das gegenüber liegende Arbeitsgericht Flensburg, zu dem eine Nebenstelle in Husum zählt.

Gesundheitswesen

Zwei in der Nähe des Burgplatzes gelegene Krankenhäuser bilden seit 2006 einen Verbund.

Das Diakonissenkrankenhaus Flensburg, seit 1874 zwischen Knuthstraße und Marienhölzungsweg residierend, hat rund 2500 Mitarbeiter ist die zentrale Notaufnahme in Flensburg (ZNA), gehört zu den Lehrkrankenhäusern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und behandelt jährlich rund 25.000 Fälle in rund 600 Betten. Der Träger, die Ev.-Luth. Diakonissenanstalt Flensburg, kurz DIAKO, beschäftigt knapp 3500 Mitarbeiter.

Das Malteser-Krankenhaus St.-Franziskus-Hospital (kurz Franziskus-Hospital; Petuh: Franzisko), mit seinen rund 1100 Maltesern verfügt über 316 Betten und behandelt im Jahr rund 10.000 Fälle. Dank einer Gesundheitskooperation mit der Region Syddanmark nehmen dort eine Vielzahl von Patienten aus Dänemark unter anderem eine Strahlentherapie in Anspruch. 1902 zog das Hospital von der Marienstraße an die Dorotheenstraße.

Den dänischen Flensburgern steht der Dänische Gesundheitsdienst für Südschleswig zur Verfügung.

Ansässige Unternehmen

Nachfolgend sind die 30 größten privaten Arbeitgeber und weitere bedeutsame Unternehmen der Stadt in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Wenn nicht anders angegeben liegt der Hauptsitz in Flensburg.

Unternehmen, die ihren Sitz in Flensburg hatten, sind oder waren unter anderen die 1905 gegründete Schiffswerft Flensburger Maschinenbau-Anstalt Johannsen & Sörensen, die Eisenbahnverkehrsunternehmen Flex Verkehrs-AG (bis 2003) und die Versandbuchhandlung Neuland-Verlag (1889–2001).

Bildung

Schulen

Hochschulen

An der Europa-Universität Flensburg waren im Wintersemester 2014/2015 mehr als 5000 Studenten eingeschrieben. Vorläufer der Uni war die 1946 gegründete Pädagogische Hochschule, die 1994 zur Universität erhoben wurde.

Die Hochschule Flensburg ist eine Fachhochschule mit mehr als 4100 Studenten (WS 2014/2015). Sie entstand 1886 als Königliche Seedampf-Maschinisten-Schule, die sich zu einer Schiffsingenieurschule entwickelte. Aus dieser ging wiederum die Fachhochschule für Technik hervor, die 1973 in die Fachhochschule Flensburg umgewandelt wurde, nachdem auch der Fachbereich Wirtschaft gegründet worden war. 2016 verkürzte die Fachhochschule Flensburg ihren Namen auf Hochschule Flensburg, ohne den Status einer Fachhochschule zu verlieren. Sowohl für Studenten der Europa-Universität Flensburg als auch für die der Hochschule Flensburg gibt es seit dem 10. Juni 2014 eine campusübergreifende Studentenverbindung. Deutschlands nördlichste Studentenverbindung, ZΔΩ Flensburg, benannte sich nach den drei Buchstaben Zeta, Delta und Omega aus dem griechischen Alphabet und „eint Studenten des männlichen Geschlechts mit stattlicher Trinkfestigkeit.“

Eine dritte Hochschule in der Stadt ist die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein mit Hauptsitz in Kiel, die in Flensburg einen Standort in den Pekohöfen unterhält. Hier wird neben vielen beruflichen Weiterbildungen zudem die theoretische Ausbildung der Flensburger Studenten an der Berufsakademie durchgeführt. Eine weitere Hochschule war die Nordische Universität (NU). Deutschlands dritte private Hochschule mit Sitz in Flensburg und Neumünster wurde 1985 gegründet und bereits vier Jahre später wieder geschlossen.

Schulen der Bundeswehr

  • Marineschule Mürwik: Hier werden die Offizieranwärter der Deutschen Marine ausgebildet
  • Schule für Strategische Aufklärung, am Standort der ehemaligen Marinefernmeldeschule

Volkshochschulen

  • Die Volkshochschule Flensburg bietet wie in anderen Städten ein breites Spektrum an Kursen innerhalb der Erwachsenenbildung an.
  • Voksenundervisning (zu deutsch Erwachsenenbildung) ist das Bildungsangebot der dänischen Volksgruppe und wird vom dänischen Schulverein für Südschleswig getragen.

Verkehr

Eisenbahn- und Omnibusverkehr

Flensburg wird im Eisenbahnverkehr heute im Nah- und Fernverkehr über die Bahnstrecke Neumünster–Flensburg, sowie die Bahnstrecke Kiel–Flensburg erreicht. Der Bahnhof Flensburg bildet jeweils den nördlichen Start-/Endpunkt dieser beiden Strecken. Der Bahnhof befindet sich am südlichen Rand der Altstadt.

Direktverbindungen im ÖPNV des Nahverkehrsverbunds Schleswig-Holstein existieren von und nach Hamburg Hbf über Schleswig, Rendsburg, Neumünster und Elmshorn (RE 7), sowie von und nach Kiel Hbf über Eckernförde (RE 72) jeweils im Stundentakt.

Der Anschluss im Intercity-Linienverkehr erfolgt auf den IC-Linien 26.2, 30 und 76. Die Linie 76 bindet Flensburg dabei im Zweistundentakt an und wird aktuell (Stand: Fahrplanjahr 2019) vom Unternehmen Danske Statsbaner betrieben. Die beiden weiteren Linienverbindungen werden nur noch mit einem Verstärkerzugpaar Freitags und Sonntags über Hamburg hinaus nach Flensburg durchgebunden. Diese Linien werden von DB Fernverkehr betrieben.

Die zwischenzeitlich durchgeführten Fahrten auf der ICE-Linie 76 mittels ICE-TD zwischen Aarhus und Berlin wurden ab dem Fahrplanjahr 2016 durch die EC-Linie 76 abgelöst und seit dem Fahrplanjahr 2019 auf Fahrten von/nach Hamburg eingeschränkt. Hier verkehren aktuell die dänischen IC3-Triebfahrzüge.

Die Regionalzüge in Richtung Neumünster verkehrten bis 2014 auch mit Halt in Flensburg-Weiche.

Die ehemalige RegionalExpress-Verbindung mit der Bezeichnung Schleswig-Holstein-Express führte nach Hamburg Hauptbahnhof.

Als Ersatz für die früheren Eisenbahnstrecken nach Niebüll und nach Husum und die früheren Strecken der Flensburger Kreisbahn nach Kappeln und Satrup fahren heute Schnellbusse.

Nach Stilllegung der letzten Linie der ehemaligen Städtischen Straßenbahn Flensburg (ab 1881 private Pferdebahn, ab 1907 elektrisch) wurde der ÖPNV ab dem 2. Juni 1973 mit Bussen der Gesellschaften Aktivbus Flensburg (1881–1999 „Stadtwerke Flensburg“), der AFAG, der Autokraft, des Gorzelniaski Omnibusbetriebes und anderer Verkehrsunternehmen durchgeführt. Busunternehmen aus dem Kreis Schleswig-Flensburg sind in der Verkehrsgemeinschaft Schleswig-Flensburg (VGSF) zusammengeschlossen. Es gilt der Schleswig-Holstein-Tarif.

Schifffahrt

Die Fördeschifffahrt hat stark an Bedeutung verloren, da die früher häufig durchgeführten Butterfahrten mit ihren preisgünstigen Einkaufsmöglichkeiten an Bord der Ausflugsschiffe aufgrund von EU-Beschlüssen entfallen sind. Regelmäßige Schiffsverbindungen bestehen in den Sommermonaten unter anderem nach Glücksburg und rund um die Ochseninseln.

Die Bedeutung des Flensburger Hafens geht weiter zurück: 2011 wurden mit 319 Seeschiffen rund 510.000 Tonnen Güter umgeschlagen, 2012 waren es bei 287 Schiffen (553.900 BRZ) nur noch 466.501 Tonnen. Wenn das Flensburger Futtermittelwerk im Sommer 2013 geschlossen wird, wird mit einem weiteren starken Rückgang gerechnet, weil damit ein Viertel des Ladungsaufkommen verbunden ist. So wurden 2013 nur noch 398.229 Tonnen umgeschlagen; 227 Schiffe liefen den Flensburger Hafen an. Im Jahr 2016 belief sich der Güterumschlag beim Hafenbetreiber Flensburger Hafen GmbH nur noch auf 306.175 Tonnen (2015: 360.734 t, 2014: 367.883 t).

Durch die deutliche Reduzierung der Umschlagzahlen und damit der Bedeutung des Güterhafens gibt es 2018/2019 Überlegungen, diesen in den nächsten Jahren zu schließen. Am Ostufer könnte stattdessen Wohnungsbau in bester Lage erfolgen.

Seltenen Besuch erhält Flensburg von Kreuzfahrtschiffen. Im Jahr 2016 liefen drei Kreuzfahrer den Harniskai an, darunter ein Kreuzfahrer des norwegischen Kreuzfahrtunternehmens Fred. Olsen Cruise Lines, die Braemar mit maximal 929 meist britischen Passagieren und das neue ZDF-Traumschiff Amadea mit maximal 600 meist deutschen Gästen.

Straßenverkehr

Die Bundesautobahn 7 aus Richtung Hamburg passiert Flensburg westlich, sie wird in Dänemark als Europastraße 45 weitergeführt. Ferner führen die Bundesstraßen B 199 und B 200 (Westtangente) durch das Stadtgebiet. An die Abfahrt Flensburg-Süd der B 200 schließt die nach langer und zeitweise heftig umstrittener Planung 2006 eingeweihte Osttangente (B 199) an, die am Schnittpunkt der Stadtteile Jürgensby, Fruerlund und Engelsby in die Nordstraße mündet.

Flensburg zählt zu den Gemeinden, in denen zur Verbesserung der Mobilität von Personen ohne Auto (wie Ältere, Jugendliche) als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr einige Mitfahrbänke aufgestellt wurden. Hierdurch werden beispielsweise ab dem Neumarkt zusätzliche, kostenlose Fahrmöglichkeiten in verschiedene Richtungen ermöglicht.

Fahrradverkehr

Flensburg ist an einige nationale und internationale Radwanderwege angeschlossen, darunter an den Ostseeküsten-Radweg, der als EuroVelo-Route 10 die Ostsee umrundet. Die Fördestadt ist dadurch mit Städten wie Kiel, Danzig, Riga, Sankt Petersburg und Kopenhagen verbunden. Ebenso verläuft durch Flensburg die EuroVelo-Route 3, die sog. Pilgerroute von Norwegen bis nach Spanien.

Die Stadt hat einen Radverkehrsplan zur Förderung des Fahrradverkehrs z. B. durch Schaffung attraktiver Wegeverbindungen und Errichtung von Abstellanlagen beschlossen.

Luftverkehr

Im Westen der Stadt liegt der Flugplatz Flensburg-Schäferhaus, von dem aus Geschäfts-, Privat- sowie Rund- und Fotoflüge angeboten werden. Während Zeppeline zu Anfang des 20. Jahrhunderts am Flensburger Himmel kein ungewohnter Anblick mehr waren, begann die eigentliche Geschichte des Flugplatzes Schäferhaus am 8./9. Juli 1910, als ein Aviatiker auf Veranlassung der Ortsgruppe des Vereins für Motorluftschifffahrt Schauflüge mit einem Motorflugzeug unternahm. 1923 wurde der Deutsche Luftfahrtverein Flensburg gegründet, der bis 1937 bestand und 1950 durch den Luftsportverein Flensburg wiederbelebt wurde. Der Verein und seine rund 240 Mitglieder sind aktiv in den Sparten Motorflug, Segelflug und Fallschirmsprung. In Schäferhaus war auch der Heimatflughafen der Fluggesellschaft Northern Air Charter, deren Flotte von 1991 bis 2003 überwiegend für den Frachtflugverkehr eingesetzt worden war, um Bauteile des Mobilfunkherstellers Motorola zwischen Flensburg und dem schottischen Edinburgh zu befördern.

Vom Wasserlandeplatz in Sonwik starten Maschinen des Unternehmens Clipper Aviation, das auch eine Flugschule betreibt.

Flensburg auf Briefmarken

Der Briefmarken-Jahrgang 1966 der Deutschen Bundespost und der Deutschen Bundespost Berlin enthielt innerhalb der Dauermarkenserie Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten jeweils zwei 30-Pfennig-Werte mit dem Nordertor, davon jeweils eine Briefmarke in grün und eine in rot. Außerdem existieren vom nahgelegenen Schloss Glücksburg zwei Briefmarken: Jeweils eine 10-Pfennig-Ausgabe der Dauermarkenserie ''Burgen und Schlösser'' von der DBP 1977 und der DBP Berlin 1977 sowie eine 45-Cent-Sondermarke von 2013. Eine weitere Briefmarke zeigt auf einer 55-Cent-Sondermarke von 2008 das Segelschulschiff Gorch Fock, das dem Kommando der Marineschule untersteht und daher zu besonderen Anlässen in Flensburg liegt. Darüber hinaus veröffentlichte die Deutsche Bundespost 1985 eine 80-Pfennig-Marke zum 30. Jahrestag der Bonn-Kopenhagener Erklärungen, in der die deutsch-dänische Grenzregion einschließlich der Flensburger Förde als Landkarte grafisch abgebildet ist.

Namenspatenschaften

Flensburg war Namenspate des Radarempfängers FuG 227 „Flensburg“ von 1944 und ist es vom Asteroiden (14632) Flensburg, benannt nach der Geburtsstadt des Entdeckers Norbert Ehring. Das Feuerschiff Noorderlicht, welches von 1910 bis 1963 in der Geltinger Bucht stationiert war, trug bis 1992 ebenfalls den Namen Flensburg. In zahlreichen Städten existieren nach der Stadt benannte Straßen, Plätze und Wege, beispielsweise im Berliner Hansaviertel die Flensburger Straße, in Kopenhagen-Vesterbro die Flensborggade oder in Leyland bei Preston in England der Flensburg Way. Außerdem gibt es in der isländischen Stadt Hafnarfjörður eine Bushaltestelle mit dem Namen Flensborg, benannt nach der dort liegenden Flensborgarskólinn. Die Schule wurde 1877 als Grundschule gegründet und erhielt den Namen von einem Ladengeschäft, dass sich dort zuvor befand – und aufgrund der Herkunft seiner Händler – als Flensborg-Shop bekannt war. Die Lufthansa benannte zudem zwei ihrer Flugzeuge nach der Fördestadt. Die erste Maschine, eine Boeing 737, trug ein Flensburg-Wappen am Heck. Die zweite der beiden Maschinen ist heute noch im Einsatz. Der besagte Airbus A321 D-AIRY wurde dadurch bekannt, dass die Fernsehfigur „Die Maus“ an ihrem Heck zu finden ist, da dessen Inbetriebnahme im Jahr 1999 von der Sendung mit der Maus dokumentiert wurde.

Dennoch, als besonders kurios gilt das Beispiel der winzigen Kleinstadt Flensburg im US-amerikanischen Bundesstaat Minnesota, in der der Flensburger Albert Bülow 1892 eine Poststelle gründete, was Einfluss nahm auf die Benennung des Ortes mit rund 225 Einwohnern (Stand 2010).

Als Familienname ist Flensburg in Dänemark und Schweden verzeichnet. Bekannte Namensträger sind der dänische Handballspieler Claus Flensborg und der Offizier Carl Julius Flensborg (1804–1852), von 1851 bis 1852 dänischer Kriegsminister. Das schwedische Geschlecht Flensburg entstammt von dem in der Fördestadt geborenen Hans Grederson (1583(?)–1618). Sein Sohn, Johan Hansen Flensburg (1615–1693), baute sich in Malmö eine neue Existenz als Schuhmacher auf. Dort kaufte ein späterer Nachkomme, Mathias Flensburg (1779–1851), im Jahr 1847 ein Handels- und Wohnhaus (gebaut 1595), das sich seither Flensburgska huset bzw. Flensburgska gården (Flensburgischer Hof) nennt. Darüber hinaus gibt es in der südschwedischen Stadt ein Büro-, Geschäfts- bzw. Wohnviertel, das den Namen Flensburg trägt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Unter den rund ein Dutzend Ehrenbürgern sind die bekanntesten Otto von Bismarck (1815–1898), wie in über 400 Städten auch im Verlauf seiner Huldigung mit einer Ehrenbürgerschaft bedacht, und Hugo Eckener (1868–1954), ein Pionier der deutschen Zeppelin-Luftfahrt, der 1932 sogar als Kandidat für die Reichspräsidentenwahl gehandelt wurde. Der einzige Bürgermeister der Stadt, der sich die Ehrenbürgerwürde Flensburgs verdiente, war Hermann Bendix Todsen. Unter ihm vergrößerte sich das Stadtgebiet um das gesamte Ostufer, insbesondere Mürwik.

Söhne und Töchter der Stadt

Zu den bekannten Persönlichkeiten, die in Flensburg geboren wurden, zählen unter anderen Christian V. (1646–1699), König von Dänemark und Norwegen, der Historiker Georg Waitz (1813–1886), der Kunsthandwerker und Jugendstil-Begründer Hans Christiansen (1866–1945), die Malerin Berta Katharina (Käte) Lassen (1880–1956) und die Schriftstellerin und Dadaistin Emmy Hennings (1885–1948). Als Flensburger Originale gelten die beiden Petuhtanten, Buchautorinnen und Schauspielerinnen Gerty Molzen (1906–1990) und die 2015 zur Ehrenbürgerin ernannte Renate Delfs (1925–2018), wobei Molzen auch als Kabarettistin und noch im hohen Alter als Popsängerin Karriere machte. Ebenso geboren sind hier der Präsident und Ehrenpräsident des Deutschen Sportbundes Hans Hansen (1926–2007), der Jurist und Direktor von Europol, Jürgen Storbeck (* 1946), die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn, von 1995 bis 2005 NRW-Umweltministerin, und der Rekord-Handballtorhüter Jan Holpert (* 1968).

Gebürtiger Flensburger ist auch der Fernsehmoderator und Sänger Dieter Thomas Heck (1937–2018), allerdings zogen seine Eltern mit ihm von der Tirpitzstraße 109 im Stadtteil Mürwik nach Hamburg, als er vier bis sechs Wochen alt war. Der Schiffbauingenieur Ernst Nicol (* 1923) erfand das unsinkbare geschlossene Rettungsboot. Es ist heute verpflichtender Standard für jedes Seeschiff weltweit. Ulrich Beier (1928–1981) war ein Bildhauer, der in der Region Schleswig-Holstein und Hamburg eine beachtliche Reputation genoss. Er schuf u. a. die Brunnenskulptur Holm-Nixe. Der Bassist Martin Wind (* 1968), der heute von New York aus als Jazzmusiker international tätig ist, wurde 2004 zum „Flensburg-Botschafter“ ernannt.

Persönlichkeiten, die in Flensburg gewirkt haben

Weitere Persönlichkeiten, die in Flensburg gewirkt haben, sind unter anderem Wilhelm Mensinga (1836–1910), Arzt und Wegbereiter der Geburtenkontrolle, und Adalbert Kelm (1856–1939), Architekt der Marineschule Mürwik. Der Maler und Bildhauer Emil Nolde (1867–1956) wurde von 1884 bis 1888 als Schnitzer und Zeichner an der Kunstgewerbeschule in Flensburg (heute Museumsberg Flensburg) ausgebildet. Die Bauten des Flensburger Magistratsbaurat und Architekten Paul Ziegler (1874–1956) prägen bis heute das Stadtbild Flensburgs, allen voran das Deutsche Haus und die Schulgebäude der Auguste-Viktoria-Schule, der Goethe-Schule und der Schloss-Duburg-Schule am Schloßwall für die Städtische Handelslehranstalt. Elsa Oehmigen (1908–1995) galt als letzte Drehorgelspielerin als ein Flensburger Original. Beate Uhse (1919–2001), Pilotin und Unternehmerin, gründete 1962 mit dem Institut für Ehehygiene in der Angelburger Straße 58 den ersten Sexshop der Welt. Später erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und durfte sich zum 80. Geburtstag im Goldenen Buch der Stadt Flensburg verewigen. Rötger Feldmann (* 1950) alias Brösel, Schöpfer der Comicfigur Werner, arbeitete als Lithograf in Flensburg.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Flensburg

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