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Schleswig
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Stadtplan Schleswig
Stadt
Schleswig
Rathausmarkt 1
24837 Schleswig

http://www.schleswig.de

Schleswig

160pxAbb. 1 Wappen von Schleswig
Basisdaten
Bundesland Schleswig-Holstein
Kreis Schleswig-Flensburg
Höhe 1 m
PLZ 24837
Vorwahl 04621
Adresse der Verwaltung Rathausmarkt 1
24837 Schleswig
Website www.schleswig.de
Bürgermeister Arthur Christiansen (parteilos)

Schleswig ({{IPA|ˈʃleːsvɪç}}, niederdeutsch: Sleswig, dänisch: ) ist eine Stadt im Norden Schleswig-Holsteins an der Schlei. Sie ist Kreisstadt des Kreises Schleswig-Flensburg, ehemalige Hauptstadt des Herzogtums Schleswig und wird auch als Justizhauptstadt des Landes bezeichnet, da sie Sitz des Landesverfassungsgerichts, dreier Obergerichte und der Generalstaatsanwaltschaft ist.

Der Stadtname kommt aus dem Altnordischen und bedeutet Bucht der Schlei oder Hafen der Schlei.

Nahegelegene Großstädte sind Kiel (etwa 50 km südöstlich) und Hamburg (etwa 120 km südlich).

Geographie

Die Stadt liegt an der Kleinen Breite und somit am westlichen Ende der Schlei, die als Ostsee-Meeresarm die Grenze der beiden Halbinseln Angeln und Schwansen bildet, und damit am westlichen Rand des Schleswig-Holsteinischen Hügellandes am Übergang zur Schleswigschen Geest.

Das Stadtgebiet umfasst Höhenlagen von 0 bis . Nordwestlich der Stadt erstrecken sich die Waldgebiete Tiergarten und Pöhler Gehege. Im nördlichen Teil der Stadt liegt der Brautsee.

Die nächsten größeren Städte sind Flensburg, Husum, Rendsburg, Eckernförde und Kiel. In unmittelbarer Nähe verläuft die Autobahn 7. In Schleswig endet die Bundesstraße 77 und die Bundesstraße 76, die als L 317 weiter nach Flensburg führt. Im Norden der Stadt verläuft die B 201. Der Schleswiger Bahnhof ist Haltepunkt für IC-Züge und liegt an den Bahnstrecken Hamburg–Neumünster–Flensburg und Husum–Kiel.

Klima

Das Klima ist feuchtgemäßigt und ozeanisch geprägt. Die Temperatur beträgt im Jahresmittel 8 °C, die Niederschlagsmenge 814 mm.

Stadtgliederung

Gegliedert ist Schleswig in verschiedene inoffizielle Stadtteile:

  • die Altstadt mit dem St.-Petri-Dom und dem Rathaus
  • der Holm (dänisch: Holmen) mit seinen kleinen Fischerhäusern an der Schlei und dem St.-Johannis-Kloster
  • der Lollfuß (Lolfod) mit dem Amtsgericht
  • der Hesterberg (Hestebjerg) nordwestlich vom Lollfuß
  • die Hühnerhäuser (Hønsehuse) nördlich vom Hesterberg
  • der Friedrichsberg (Frederiksberg) mit den Adelspalais, dem Oberlandesgericht und dem höchsten Wohngebäude der Stadt, dem 90 Meter und 27 Etagen hohen Wikingturm
  • die Neustadt mit Schloss Gottorf, dem Burgsee und dem barocken Fürstengarten
  • Sankt Jürgen (Sankt Jørgen) mit dem Gewerbegebiet der Stadt
  • Auf der Freiheit (Friheden) mit modernen Bauten im Bauhausstil, klassischen Satteldachhäusern und Schwimmhäusern
  • Klappschau (Klapskov)
  • Schleswig-Nord mit dem höchsten Bauwerk der Stadt, dem 139 Meter hohen Funkturm Schliekieker sowie dem nördlichen Gewerbegebiet der StadtZu der Stadt Schleswig gehört zudem die Möweninsel (Mågeøen) in der Mitte der Schlei.

Geschichte

Anfänge als Handelsmetropole der Wikinger

Schleswig wurde im Jahre 804 erstmals als Sliasthorp erwähnt (dänische Form: Sliestorp). Die Endung thorp (übersetzt Dorf) verweist darauf, dass es sich um eine Nebensiedlung handelt.

Die Haithabu genannte Siedlung am Haddebyer Noor wurde von König Gudfred (Göttrik) 808 zum Handelsplatz ausgebaut und 1066 von Slawen zerstört. Die Frage, ob die Keimzellen der gegenüberliegenden heutigen Stadt Schleswig erst nach der Zerstörung von Haithabu gegründet wurden oder schon einige Jahre Bestand hatten, wird bislang in der Forschung kontrovers diskutiert. Jedenfalls übernahm das mittelalterliche Schleswig das Erbe Haithabus als ein Zentrum des nordeuropäischen Handels – gemeinsam mit dem schon seit der Wikingerzeit bestehenden Westhafen bei Hollingstedt: hier war der Landweg zwischen Ost- und Nordsee besonders kurz.

Um 900 eroberten schwedische Wikinger unter ihrem König Olaf das Gebiet. 934 schlug der ostfränkische König Heinrich I. Olafs Sohn Knut I. und machte Haithabu tributpflichtig. König Otto I. gründete 947 das Bistum Schleswig. Im Jahre 983 eroberte der dänische Wikingerkönig Harald Blauzahn das Gebiet zeitweilig zurück. Einige Jahrzehnte später gaben die Kaiser die Mark Schleswig endgültig auf, und Schleswig fiel wieder an die dänische Krone.

Bischofsresidenz im Mittelalter

Der Chronist Adam von Bremen berichtete schon im Jahr 1076 ausführlich über die Bedeutung Haithabus und Schleswigs. So wurde unter Erzbischof Adalbert von Bremen in Schleswig eine Synode abgehalten, zu der Vertreter aus ganz Nordeuropa eingeladen waren. Die ersten Bischöfe Schleswigs waren Harald (Haroldus), Poppo und Rodolphus.

Für das Jahr 1134 wird von Saxo Grammaticus der Dom erwähnt. Er berichtet, dass sich der dänische König Niels vor den Brüdern der St. Knudsgilde in den Dom flüchten wollte, aber erschlagen wurde, weil er 1131 den Jarl Knud Lavard, den Sohn seines älteren Bruders Erik Ejegod, hatte töten lassen, der bei den Schleswigern beliebt gewesen war.

Die Residenz der Bischöfe war zunächst eine Burg, die heute unter dem Schloss Gottorf liegt und zuerst im Jahre 1161 erwähnt wurde, als der Schleswiger Bischof Occo nach der Zerstörung seiner nordwestlich von Schleswig gelegenen Burg Alt-Gottorf seinen Sitz auf die Schlossinsel verlegte. Besitz des Bischofs blieb die Burg bis zum Jahre 1268, danach kam sie im Tausch für die Burg Schwabstedt an die Herzöge von Schleswig und ging 1340 an die in Holstein regierenden Schauenburger Grafen über.Der Bischofspalast war darauf das Königsteinsche Palais in der Norderdomstraße 15, der Rumohrenhof. Solange das katholische Bistum Schleswig bestand, bildete der Hof den Mittelpunkt der bischöflichen Güterverwaltung.Die Ursprünge des Baus gehen auf die Mitte des 15. Jahrhunderts zurück. Der Erbauer soll Bischof Nicolaus Wulf (1429–1474) gewesen sein. Nach dem Tod des letzten katholischen Bischofs Gottschalk von Ahlefeldt 1541 hatte das Gebäude unterschiedliche Besitzer. Nach Auflösung des Domkapitels 1773 wurde der Hof an Baron Johann Ludwig von Königstein verkauft, der die alten Gebäude umbauen und ihnen die jetzige Gestalt geben ließ.

Schleswig hatte im 13. Jahrhundert seine Rolle als überregionale Handelsmetropole des Nordens an Lübeck abtreten müssen, war zu dieser Zeit aber noch immer ein Handelsplatz von regionaler Bedeutung, doch ging auch die regionale Vorrangstellung im Spätmittelalter auf Flensburg über: Für die damaligen Handelsschiffe war die Schlei vielfach nicht mehr tief genug.

1486 erscheint das von dem Drucker Steffen Arndes gesetzte Messbuch Missale Slesvicense für das Stift in Schleswig als bedeutender norddeutscher Frühdruck.

Mittelalterliche Hospitäler für Leprakranke

Ab 1344 sind insgesamt drei mittelalterliche Leprosorien in Schleswig nachweisbar; das erste entstand im heutigen Stadtteil St. Jürgen und gab dem Stadtteil seinen Namen, da St. Georg (niederdeutsch: St. Jürgen) der Schutzpatron aller Leprosorien in Schleswig-Holstein war. Ab 1392 ist ein weiteres Leprosorium am Gallberg nachweisbar, das Laurentius-Hospital und Sikenhus („Krankenhaus“) genannt wurde. Das dritte Leprosorium entstand im 15. Jahrhundert am Hesterberg.

Residenz der Herzöge von Gottorf

Nach der Reformation verschwanden bis auf wenige Ausnahmen nahezu alle der zahlreichen Kirchen und Klöster der Stadt. Teilweise wurden sie in überschäumendem Glaubenseifer gewostet, d. h. bis auf die Fundamente abgebrochen, was sich bei Ausgrabungen der Maria-Magdalena-Kirche des Dominikanerklosters zeigte. Es entstanden hingegen zahlreiche Adelspalais innerhalb der Stadtgrenzen, in denen die hohen Beamten des aufblühenden Herzogtums residierten.

Nach der Landesteilung im Jahr 1544 wurde die Stadt die Residenz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Gottorf. Diese blieben der dänischen Krone außenpolitisch zunächst eng verbunden, im 17. Jahrhundert führten sie jedoch eine zunehmend eigenständige Politik.

Bei Hexenverfolgungen in den Jahren 1548–1551 wurden mindestens 38 Frauen verurteilt und hingerichtet. Richtstätte war der Marktplatz. Die Prozessakten sind im Schleswiger Stadtarchiv erhalten geblieben. 2014 erinnerten Kirche und Bürgermeister Arthur Christiansen in einem Gedenkgottesdienst im Schleswiger Dom an die Opfer der Hexenprozesse.

Unter Herzog Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf kam es zu einer Blütezeit des Gottorfer Hofes. Kanzler war Johann Adolph Kielmann von Kielmannsegg. Folgende Künstler waren zu dieser Zeit auf dem Hof tätig: Maler Jürgen Ovens (Schüler Rembrandts), der Schnitzer Hans Gudewerdt der Jüngere. Der Hofgelehrte Adam Olearius beschrieb 1647 seine Reisen nach Moskau (1633) und Persien (1636). Die Herzöge erwirkten wenig später auch ein kaiserliches Privileg zur Gründung einer Universität, als deren Sitz zunächst auch Schleswig im Gespräch war, bevor sie schließlich in Kiel angesiedelt wurde.

1711 wurden die beiden Vorstädte Lollfuß und Friedrichsberg eingemeindet. Schleswig, Lollfuß und Friedrichsberg wurden zur „combinirten Stadt Schleswig“ zusammengeschlossen. Schleswig bekam einen ersten Bürgermeister für die ganze Stadt.

Nach dem Großen Nordischen Krieg (1700–1721) und dem damit verbundenen Sieg Dänemarks über das Herzogtum Schleswig-Holstein-Gottorf fielen die Gottorfer Anteile des Herzogtums Schleswig an den dänischen König, der zugleich Herzog von Schleswig war. Für die Stadt Schleswig bedeutete dies schwere wirtschaftliche Nachteile, da sie ihre Stellung als herzogliche Residenzstadt eines teilweise souveränen Staates einbüßte.

Regierungs- und Parlamentssitz des Herzogtums Schleswig

Nach dem Verlust der Residenzfunktion für die seit 1658 in ihren Anteilen im Herzogtum Schleswig faktisch souverän regierenden gottorfschen Herzöge wurde Schloss Gottorf nun Sitz des Obergerichts sowie der Regierungs- und Justizbehörde für das gesamte Herzogtum Schleswig, später (1834) im Zuge einer Justiz- und Verwaltungsreform auch Sitz einer gemeinschaftlichen Regierung für beide Herzogtümer (Schleswig und Holstein). Da der Herzog von Schleswig als dänischer König meist in Kopenhagen weilte, setzte er jedoch stets Statthalter auf Gottorf ein.

Unter dem Statthalter Landgraf Carl von Hessen (1744–1836) erlebte Schleswig erneut eine kulturelle Blütezeit. 1836/1843 wurden Regierung und Gericht getrennt und die Ständeversammlung des Herzogtums wurde wieder eingerichtet. Als Tagungsraum dieses „Parlaments“ diente der Ständesaal des Rathauses. Schleswig selbst besaß zu diesem Zeitpunkt ca. 11.000 Einwohner.

Ab 1840 wurde der deutsch-dänische Konflikt das beherrschende Thema in der Stadt, deren Bürger sich überwiegend auf die Seite der deutschen Schleswig-Holsteiner stellten. Unter anderem entstand das Schleswig-Holstein-Lied in Schleswig, es wurde vom 23. bis 25. Juli 1840 beim Sängerfest der schleswig-holsteinischen Liedertafeln in Schleswig begeistert gesungen. Der Text stammt von dem Schleswiger Advokaten Chemnitz, die Musik von C. G. Bellmann, Kantor am St. Johannis-Kloster. Gleichzeitig wurde das erste blau-weiß-rote (Schleswig-Holsteins Farben) Banner gezeigt.

1848 brach schließlich die Schleswig-Holsteinische Erhebung der deutsch gesinnten Bevölkerung Schleswigs und Holsteins gegen die Herrschaft des dänischen Königs in den Herzogtümern aus. Am 23./24. April 1848 kam es zur Schlacht bei Schleswig. In dieser „Osterschlacht“ genannten Auseinandersetzung wurden die dänischen Truppen zwar aus der Stadt Schleswig vertrieben, doch am Ende der kriegerischen Jahre 1851 stand ein Sieg des Königreichs Dänemark über die Schleswig-Holsteinische Bewegung. Folglich verblieben Schleswig und Holstein als Herzogtümer zunächst über eine Personalunion mit der dänischen Monarchie verbunden. Das Herzogtum Schleswig mit der Stadt Schleswig behielt seine Stellung als Lehen des Königreichs Dänemark, während Holstein indessen weiterhin Mitglied des Deutschen Bundes verblieb.

Die herzoglichen Behörden innerhalb des dänischen Gesamtstaates wurden abschließend neu geordnet. Schleswig verlor als Folge sämtliche herzoglichen Regierungsbehörden, die Schleswigsche Ständeversammlung tagte ab 1852 im Ständehaus in Flensburg.

Hauptstadt der preußischen Provinz Schleswig-Holstein

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wurden die Herzogtümer Schleswig und Holstein ein österreichisch-preußisches Kondominium. Nach dem Deutschen Krieg (1866) wurden sie von Preußen annektiert.

Mit der Gleichstellung der Juden im Norddeutschen Bund 1869 entstand eine kleine jüdische Gemeinde in Schleswig, die sich wegen der Abwanderung vieler ihrer Mitglieder in größere Städte bis zum Ersten Weltkrieg wieder auflöste.

Die Stadt Schleswig löste von 1879 bis 1917 Kiel als Sitz des Oberpräsidenten ab und war bis 1945 Hauptstadt der preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Der Provinziallandtag Schleswig-Holstein tagte bis 1904 weiterhin im alten Ständesaal. In der preußischen Zeit erfolgte von 1888 bis 1894 der Bau des 112 Meter hohen Schleswiger Domturmes.

Unter preußischer Herrschaft war Schleswig bis zum Ende des Ersten Weltkrieges auch Garnisonsstadt. Am 9. November 1866 kamen der Regimentsstab und das 3. Bataillon des neu aufgestellten preußischen Infanterieregiments 84 in die Stadt. Das 1. und 2. Bataillon folgten 1890 und 1892. Ein Bataillon lag im Schloss Gottorf, für die anderen Bataillone wurden die Kasernen an der Moltkestraße 1892 gebaut. Das Regiment erhielt 1867 den Namen „Schleswigsches Infanterie-Regiment Nr. 84“ und wurde 1888 zu Ehren des Generals von Manstein in „Infanterie-Regiment von Manstein (Schleswigsches) Nr. 84“ umbenannt. Es wurde nach der Revolution 1918 wieder aufgelöst.1866 kam auch das neu aufgestellte preußische Husarenregiment Nr. 16 nach Schleswig. Es erhielt 1867 den Namen „Schleswig-Holsteinisches Husaren-Regiment Nr. 16“. 1872 wurde Kaiser Franz Joseph I. von Österreich nominell Chef des Regiments, dessen Name in „Husaren-Regiment Kaiser Franz-Joseph von Österreich, König von Ungarn (Schleswig-Holsteinisches) Nr. 16“ geändert wurde. Das Schloss Gottorf war seine Kaserne bis zur Auflösung nach der Revolution von 1918.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 läuteten in Schleswig anlässlich der Mobilmachung von 7 bis 8 Uhr die Glocken der Kirchen und die Bevölkerung sah dem Waffengang zunächst begeistert entgegen. Die öffentlichen Gebäude der Stadt, wie der Sitz der Provinzialregierung, der Bahnhof, die Post, die Reichsbank und das Rathaus wurden vom Militär besetzt, und am 3. August rückte das Husarenregiment aus und am 8. August verließ auch das Regiment von Manstein die Stadt. Letztlich hatte Schleswig im Ersten Weltkrieg ca. 270 Gefallene zu beklagen, für die 1920 auf dem Domfriedhof ein Denkmal und 1926 an der Ecke Flensburger Straße/Neuwerkstraße ein Monument aus grauem Granit aufgestellt wurden.

In der Weimarer Republik wurde der Schleswiger Graf Ulrich von Brockdorff-Rantzau der erste Außenminister der jungen Deutschen Republik. Gewählt wurden überwiegend die Sozialdemokraten, die Nationalliberalen und die Deutschnationalen (als Beispiel das Ergebnis der Reichstagswahl am 20. Mai 1928 – Wahlberechtigte in Schleswig 11.557, Stimmen SPD 3.300, DVP 2.120, DNVP 1.313, DDP 810). Während des Kapp-Putsches kam es Anfang 1920 in Schleswig zu Gefechten zwischen der Garnison in Schloss Gottorf, die sich dem Umsturzversuch angeschlossen hatte, und bewaffneten regierungstreuen Arbeitern. 1936 errichtete man einen Gedenkstein am Schloss, der an die dabei getöteten Putschisten erinnert.

Auch die NSDAP verfügte in Schleswig schon früh über eine starke Basis. 1925 bildete sich die Schleswiger Ortsgruppe der Partei, deren Mitglieder zunächst meist aus dem ländlichen Umfeld (Fahrdorf, Busdorf, Tolk) kamen. Bei der Reichstagswahl vom Juli 1932 erhielt die NSDAP mit 50,7 Prozent der Stimmen mehr Stimmen als alle anderen politischen Gruppen zusammen. Ende 1932 hatte die NSDAP-Ortsgruppe 700 Mitglieder. Eine Ursache für diesen Erfolg war auch in der Situation des örtlichen Zeitungsmarkts begründet, der von den Schleswiger Nachrichten beherrscht wurde. Seit 1930 entwickelte sich die Zeitung zu einem Sprachrohr der NSDAP und trug so dazu bei, den Nationalsozialismus in Schleswig mehrheitsfähig zu machen. Hinzu kam die hohe Affinität der Agrarfunktionäre in Stadt und Kreis Schleswig zur NSDAP.

Schleswig unter dem Nationalsozialismus

Während der zwölf Jahre des „Dritten Reiches“ waren rund 4000 Schleswiger Mitglied der NSDAP.Von 1933 bis 1937 erfolgte der Bau der Kaserne auf der Freiheit. Ferner wurden 1935 die ursprünglichen Farben des Stadtwappens von Schleswig von blau-rot auf blau-gold geändert. Dafür sollen heraldische Grundsätze maßgeblich gewesen sein.

1935 wurde zudem die vom Wasser umgebene Fischersiedlung Holm mit der Fischbrückstraße verbunden und der Graben zugeschüttet. Durch den Bau der Knud-Laward-Straße als Zufahrt zur Kaserne ist der Holm seither keine Insel mehr.

Kommunisten, Sozialdemokraten und Juden wurden von den Nationalsozialisten verfolgt und in Konzentrations- oder Vernichtungslager deportiert. Auch mehrere Hundert Patienten der Heilanstalten Hesterberg und Stadtfeld, darunter über 200 Kinder, wurden im Rahmen des Euthanasie-Programms ermordet.

In der zweiten Kriegshälfte gab es in Schleswig 15 Lager für Zwangsarbeiter mit insgesamt rund 500 Plätzen. Die zumeist polnischen und sowjetischen Zwangsarbeiter waren überwiegend in kleineren Betrieben beschäftigt, doch etwa 80 von ihnen arbeiteten in der Tauwerk- und Fahrzeugplanenfabrik Oellerking vorwiegend für den Militärbedarf.

Von den Bombenangriffen der Alliierten blieb das militärisch unbedeutende Schleswig während des Zweiten Weltkrieges weitgehend verschont. Verschiedene Denkmäler (u. a. die überlebensgroße Bismarckstatue vom Rathausmarkt, das Kanonen-Denkmal Kaiser Wilhelm des I. beim Regierungsgebäude, die Bronzefiguren vom Reventlou-Beseler-Denkmal vor dem Amtsgericht, das Germania-Denkmal an der oberen Michaelis-Allee) wurden eingeschmolzen, um deren Metall für die Kriegsproduktion nutzen zu können. Die Denkmäler wurden auch nach Beendigung des Krieges nie wiederhergestellt. Anstelle des Bismarcks-Denkmals ziert inzwischen ein Brunnen den Marktplatz von Schleswig.

Am 4. Mai 1945 unterschrieb Hans-Georg von Friedeburg im Auftrag des letzten Reichspräsidenten Karl Dönitz, der sich zuvor mit der letzten Reichsregierung nach Flensburg-Mürwik abgesetzt hatte, die Kapitulation aller deutschen Truppen in Nordwestdeutschland, den Niederlanden und Dänemark. In den darauffolgenden Tagen wurde auch die Stadt Schleswig durch britische Truppen besetzt.

Schleswig unter den Besatzungsmächten der Nachkriegszeit

Ab dem 10. Mai 1945 beschlagnahmten die Briten zahlreiche Gebäude zur Unterbringung ihrer Soldaten, darunter auch viele Villen zur Unterbringung der englischen Offiziere. Am 12. Mai wurde Schloss Gottorf mit dem gesamten Inventar von den Briten beschlagnahmt, am 16. Mai der Seefliegerhorst auf der Freiheit, das Gewese Luisenbad nebst Badestrand, die Bootsschuppen des Schleisegelklubs und die Strandhalle. Ferner mussten die Besitzer privater Segelboote ihre Schiffe zur Verfügung stellen. Die Michaeliskirche diente seit dem 16. Mai als englische Garnisonkirche. Bis zum Februar 1948 beschlagnahmten die Briten insgesamt 151 Häuser mit 2490 Räumen und 73.556 m² Wohnraum, darunter 59 Privathäuser mit 456 Räumen. Durch die Beschlagnahmungen mussten 1800 Personen anderweitig untergebracht werden.

Schleswig zählte in der Nachkriegszeit 26.213 Einwohner. Dazu kamen 9767 Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und Evakuierte aus den zerbombten Städten, insgesamt also rund 36.000 Personen. Aufgrund von Nahrungsmittelknappheit herrschte im gesamten Stadtgebiet großer Hunger.

Am 12. Oktober 1945 verhängte die britische Besatzungsmacht zur Verhinderung eines Nationalitätenkonflikts ein Verbot des Flaggens mit dänischen oder schleswig-holsteinischen Farben. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es seitens der dänischen Minderheit Bestrebungen zum Anschluss an das Königreich Dänemark. Da die Angehörigen der dänischen Minderheit Lebensmittelhilfen aus Skandinavien erhielten, wurden Einwohner, die sich nach dem Ende des Nationalsozialismus zur dänischen Minderheit bekannten, von Deutschgesinnten verdächtigt, aus rein materiellen Motiven zu handeln, und als „Speckdänen“ beschimpft.

Durch die ab 1946 von der britischen Militärregierung betriebene Umwandlung der preußischen Provinz Schleswig-Holstein in ein deutsches Bundesland verlor Schleswig seine herausragende Rolle unter den Städten Schleswig-Holsteins, und Kiel wurde Landeshauptstadt. Pläne, dafür die Universität Kiel nach Schleswig zu verlegen, wurden nicht umgesetzt. Später wurden die britischen Soldaten durch norwegisches Militär als Besatzungsmacht ersetzt.

Justiz- und Kulturhauptstadt des Bundeslandes Schleswig-Holstein

Am 24. Oktober 1948 erfolgte die erste Gemeindewahl im neuen Bundesland Schleswig-Holstein. In Schleswig gewann ein Wahlbündnis von CDU und SPD. Dieses erzielte in Schleswig zusammen 12286 Stimmen. Der SSW, als Partei der dänischen Minderheit, erhielt unter der gesamten Bevölkerung hingegen 7187 Stimmen und die linksextremistische KPD 305 Stimmen.In die Stadtvertretung wurden hierdurch 20 deutsche und 7 dänischgesinnte Mitglieder gewählt. Von den 20 deutschen Vertretern gehörten 12 der CDU und 8 der SPD an. Aufgrund des eindeutigen deutschen Wahlsieges wurden vom Rathaus und vom Domturm daraufhin in den Folgetagen die von der Militärregierung erst kürzlich wieder zugelassenen blau-weiß-roten Landesfarben gehisst.

Als Ausgleich für den Verlust der politischen und administrativen Funktionen als Landeshauptstadt wurde Schleswig nach dem Zweiten Weltkrieg zudem Sitz des Oberlandesgerichts, des Landesarchivs, des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte und des Archäologischen Landesmuseums. Schleswig ist somit heute ein kulturelles und Justizzentrum des Bundeslandes Schleswig-Holstein.

Politik

Stadtrat

Die Wahl zur Stadtversammlung am 6. Mai 2018 führte bei einer Wahlbeteiligung von 41,7 % zu folgender Zusammensetzung der Ratsversammlung:

Partei / Liste Sitze
CDU 9
SPD 7
Bündnis 90/Die Grünen 6*
SSW 3
Die Linke 1
FDP 1
Freie Wähler für Schleswig e. V. 2
Bündnis für Bürger in Schleswig-Holstein e. V. 2
  • Die Fraktion von „Bündnis 90/Den Grünen“ besteht aufgrund von persönlichen Differenzen innerhalb der gewählten Ratsmitgliedern der Partei nur aus fünf Mitgliedern und einem fraktionslosen Mitglied.

Bürgermeister

Amtszeit Name
Beginn Ende
29. Dezember 1885 31. Dezember 1909 Julius Heiberg
1. Januar 1910 31. Dezember 1912 Wilhelm Brückner
1. April 1913 10. August 1933 Oscar Behrens
11. August 1933 23. Oktober 1933 Heinrich Blum, kommissarischer Bürgermeister
24. Oktober 1933 22. Januar 1934 Adolf Herting, kommissarischer Bürgermeister
22. Januar 1934 31. Oktober 1937 Franz Friedrich Freiherr von Baselli
11. Dezember 1937 Mai 1945 Helmut Lemke, NSDAP
15. Mai 1945 30. November 1945 Hans Hinrichs, kommissarischer Bürgermeister
1. Dezember 1945 19. November 1948 Hermann Clausen, bis Juli 1946 SPD, ab 1948 SSW, kommissarischer Bürgermeister, gewählter Bürgermeister vom 7. März bis 19. November 1948
19. November 1948 30. April 1950 Jakob Böhme, CDU
1. Mai 1950 30. Dezember 1954 Bruno Lorenzen
1. Juni 1955 9. August 1973 Werner Kugler, CDU
12. November 1973 18. Januar 1977 Bodo Richter, SPD
19. Januar 1978 18. Januar 1990 Heinz Bartheidel, CDU
19. Januar 1990 18. Januar 2002 Klaus Nielsky, SPD
19. Januar 2002 17. Januar 2014 Thorsten Dahl, zunächst CDU, später parteilos
17. Januar 2014 im Amt Arthur Christiansen, parteilos

Bundes- und Landespolitik

Schleswig gehört zum Bundestagswahlkreis Flensburg – Schleswig und zum Landtagswahlkreis Schleswig, die beide bei den Wahlen im Jahr 2009 von der CDU direkt gewonnen wurden. Die Stadt ist Verwaltungssitz des Kreises Schleswig-Flensburg.

Wappen und Flagge

Das Wappen der Stadt Schleswig entstand aus einem alten Siegel der Stadt, dass schon für das 13. Jahrhundert bezeugt ist. 1935 wurde der eingereichte Wappenvorschlag Schleswigs, der auf dem alten Siegel beruhte, für die Stadt genehmigt. Die Blasonierung wurde damit festgelegt: „In Blau über blauen und silbernen Wellen auf torloser goldener Zinnenmauer ein goldener Zinnenturm, den eine zugewendete goldene Mondsichel und ein sechsstrahliger goldener Stern begleiten.“

Die Schleswiger Flagge (Blasonierung: „Die Stadtflagge ist blau-gelb.“) ist nicht in der Kommunalen Wappenrolle Schleswig-Holstein eingetragen. Die Farben blau-gelb entsprechen denen des Herzogtums Schleswig (siehe auch: Schleswigsche Löwen).

Partnerstädte

  • (Vereinigtes Königreich), seit 1958
  • (Frankreich), seit 1958
  • (Dänemark), seit 1977
  • (Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern), seit 1990

Religionen

Die überwiegende Mehrheit der Schleswiger ist evangelisch-lutherisch. Die nach der Fusion der früheren Kirchengemeinden St. Michaelis, Friedrichsberg und der Domgemeinde im Jahr 2015 gebildete Ev.-Luth. Kirchengemeinde Schleswig gehört der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland an. Die dänische lutherische Gemeinde der Stadt (Slesvig og omegns danske Menighed) gehört der Dänischen Kirche in Südschleswig an und entstand 2014 aus der Fusion der früheren Gemeinden Ansgar, Frederiksberg und Treja-Øster Ørsted. Zudem besteht die pietistisch geprägte Gemeinschaft in der Evangelischen Kirche. Daneben finden sich auch Gemeinden der katholischen Kirche (St. Ansgar), der Baptisten (Evangelisch Freikirchliche Gemeinde), der Siebenten-Tags-Adventisten, der Pfingstler (Immanuel-Gemeinde), der Neuapostolischen Kirche und der Jehovas Zeugen. Mit Zuwanderung von vor allem türkischen Gastarbeitern ist inzwischen auch der Islam in Schleswig vertreten. Seit 2014 gibt es ein Gebetszentrum der Ahmadiyya im Husumer Baum, die Führungen und Veranstaltungen für die Öffentlichkeit anbietet. Zeitweise gab es auch eine kleine jüdische Gemeinde in der Stadt.

Kirchengebäude

Bereits seit 947 ist Schleswig Bischofssitz. Bis heute ist der Schleswiger Dom Bischofskirche für den Sprengel Schleswig innerhalb der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Relevante Kirchengebäude und Gemeindezentren sind:

  • St.-Petri-Dom (ev.-luth.)
  • Gottorfer Schlosskirche
  • Dreifaltigkeitskirche (ev.-luth.)
  • Michaeliskirche (ev.-luth.)
  • Pauluskirche (ev.-luth.)
  • Auferstehungskirche (ev.-luth.)
  • Ansgarkirke (ev.-luth. dänisch, im Ansgarhuset)
  • Kapelle der Baptisten in Schleswig (ev.-freikirchlich)
  • Ansgarkirche (kath.)
  • Neuapostolische Kirche

Klöster

  • St. Michaelis auf dem Berge (vor 1140–1192), Benediktiner-Doppelkloster
  • St.-Johannis-Kloster vor Schleswig (1194), Benediktinerinnenkloster, seit 1536 Frauenstift
  • Graukloster (1234–1517, eigentlich Kloster St. Paul), Franziskanerkloster
  • St. Maria Magdalena (1235–1528/29), Dominikanerkloster
  • Präsidentenkloster (1656–1932), Armenstift

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Kulturdenkmale in Schleswig stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale. Daneben prägt das Stadtbild als vergleichsweise moderner Gegenpol der Wikingturm aus den 1970er Jahren.

Museen

Die Stadt Schleswig ist Standort einer Reihe von Museen. Unter anderem hat die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf ihren Sitz in Schleswig. Im Schloss sind das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte und das Archäologische Landesmuseum untergebracht. Auf dem Hesterberg lag bis 2014 das Volkskunde Museum Schleswig, das Stadtmuseum befindet sich im Günderothschen Hof, das Museum für Outsiderkunst im Präsidentenkloster. In der Fischersiedlung Holm gibt es ein Holm-Museum. Vor den Toren der Stadt befinden sich das Wikinger-Museum Haithabu in Busdorf (Ortsteil Haddeby) und das von der dänischen Minderheit getragene Danewerkmuseum (Danevirkegården) in Groß Dannewerk. Das Teddy-Bär-Haus auf dem Areal des Stadtmuseums in der Schleswiger Friedrichstraße (Ortsteil Friedrichsberg) wird vor allem von Familien mit Kindern besucht. Im Präsidentenkloster am Stadtweg befinden sich zudem die Ostdeutschen Heimatstuben, in denen die Vertriebenenverbände an die ehemaligen deutschen Ostgebiete erinnern.

Theater

Das Schleswig-Holsteinische Landestheater und Sinfonieorchester ist die größte Landesbühne Deutschlands. Es besteht aus mehreren Spielstätten und geht regelmäßig auf Tournee durch das westliche Schleswig-Holstein. In Schleswig selbst war es in einem klassizistischen Bau im Stadtteil Lollfuß beheimatet. Der Saal dieses Theatergebäudes wurde im Juni 2011 vom Bauamt Schleswig wegen Einsturzgefahr geschlossen. Seitdem finden die Aufführungen im Slesvighus statt, das 1901 als Hotel gebaut und seit 1922 als dänisches Kulturzentrum genutzt wird. Das Stadttheater wurde im Frühjahr 2015 abgerissen, über ein neues Theatergebäude wird noch verhandelt.

Das Slesvighus ist auch Spielstätte für dänischsprachige Theateraufführungen.

Im Stadtteil Friedrichsberg gibt es zudem die seit 1961 bestehende niederdeutsche Bühne Schleswiger Speeldeel e. V.

Parks und Grünanlagen

Als zentraler Stadtpark bestehen die Königswiesen, die 2008 als Zentralfläche für die erste Landesgartenschau Schleswig-Holsteins modernisiert wurden. Die ca. 16 ha großen Königswiesen, die sich direkt am Nordufer der Schlei befinden, werden von der Bevölkerung als Naherholungsgebiet mit Badestelle benutzt. Ein ausgedientes Pumpwerk im Park wurde 2008 durch eine mit Holzlamellen bekleidete Stahlkonstruktion auf etwa 14 Meter erhöht und dient seither als Aussichtsturm.

Weiter befinden sich in Schleswig mehrere Parks. Hervorzuheben sind hier der Neuwerk-Garten sowie der barocke Fürstengarten, der originalgetreu wiederhergestellt wurde und bereits unter den Herzogen Gottorf über die Grenzen Europas bekannt war, mit dem Globushaus.

Büchereien und Archive

In Schleswig existieren eine deutsche Stadtbibliothek und eine dänische Bücherei sowie das Archiv des Kreises Schleswig-Flensburg und das Landesarchiv des Landes Schleswig-Holstein im Prinzenpalais.

Kunst und Ausstellungen

Von Mai bis Oktober 2008 wurde auf der Bucht der Schlei eine Kunstinstallation, Spiegel unserer Zeit in der Galerie auf der Schlei gezeigt. Sie wurde von der Stadt Schleswig und dem Kunst- und Kulturteam Erfundenes Land organisiert. Neun Künstler setzten sich hierbei mit den Themen des Wassers und der Klimaveränderung in Gedichtform und Objektkunst auseinander.

Ferner finden Schloss Gottorf stets Ausstellungen von Künstlern mit Weltrang statt.

Sprachen und Dialekte

In Schleswig werden Hochdeutsch, Niederdeutsch (als Schleswigsch, Angeliter Platt) und Dänisch (vorwiegend als Sydslesvigdansk) gesprochen, bis Mitte des 19. Jahrhunderts auch Sønderjysk („Plattdänisch“, in der angeldänischen Varietät).

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Schwahlmarkt: Der Schwahlmarkt findet jedes Jahr als vorweihnachtlicher Kunsthandwerksmarkt im Kreuzgang des St. Petri Domes zu Schleswig statt. Chöre und Musikgruppe gestalten das Rahmenprogramm.
  • Wikingertage: Die Wikingertage finden alljährlich im Sommer am Ufer des Ostseefjords Schlei auf den Königswiesen statt. Sie zählen zu den größten Wikinger-Veranstaltungen Europas.
  • Vortragsreihen: Sowohl im Prinzenpalais als auch im Oberlandesgericht finden regelmäßig Vortragsveranstaltungen statt. Referenten sind Buchautoren und Politiker.
  • Domkonzerte: Die Domkonzerte und die klassischen Konzerte im Rahmen des Schleswig-Holstein-Musik-Festivals finden im Sommerhalbjahr statt.
  • Schlossfestspiele: Regelmäßig werden in den Sommermonaten durch das Schleswig-Holsteinische Landestheater Freilichtaufführungen im Innenhof von Schloss Gottorf angeboten.
  • Gottorfer Landmarkt: Der Gottorfer Landmarkt im Mai erstreckt sich über das gesamte Areal der Schlossinsel und ist der größte ökologische Landmarkt der Region.
  • Årsmøder: Regelmäßig Ende Mai/Anfang Juni finden in Schleswig die Jahrestreffen (Årsmøder) der dänischen Minderheit statt, die mit einer Open-Air-Veranstaltung auf dem Gelände des dänischen Sportvereines (SIF) abschließen.
  • Weihnachtsmärkte: Sowohl auf dem Gelände des Stadtmuseums, am ersten Adventswochenende, als auch auf dem Capitolplatz finden jährlich traditionelle Weihnachtsmärkte statt.
  • Gottorfer Gartenfest: Im August findet jährlich das Gottorfer Gartenfest statt. Regelmäßige Bestandteile des Festes sind die Klänge einer Konzertharfe, Führungen zu den historisch überlieferten Pflanzen, ein freier Ausblick von der Dachterrasse des Globushauses und Tanzformationen in historischen Kostümen.
  • ''Baltic Open Air'': ein seit 2011 jährlich stattfindendes Festival, bei dem bereits Künstler wie z. B. Joe Cocker, Torfrock, Schandmaul und Helloween auftraten. Im ersten Jahr war der Veranstaltungsort noch auf den Königswiesen, in den Folgejahren auf dem ehemaligen Kasernengelände und neuem Stadtteil „Auf der Freiheit“.

Schleswig als Filmkulisse

  • Große Teile des Films Fünf Freunde (2012) wurden in Schleswig gedreht.
  • ZDF-Serie Unter anderen Umständen u. a. mit Natalia Wörner
  • ARD-Tatort Borowski und der brennende Mann, u. a. an der A. P. Møller-Skolen

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Stadt Schleswig verfügt kaum über nennenswerte Industriebetriebe. Jedoch befindet sich der Hauptsitz der Schleswiger Asphaltwerke (SAW) innerhalb der Stadtgrenzen. Im Norden der Stadt befindet sich zudem ein größeres Gewerbegebiet und es gibt etwas Küstenfischerei.

Der Fremdenverkehr hat in Schleswig einige Bedeutung. Die Schlei wird zum Wassersport genutzt. Weiters besuchen jedes Jahre tausende Touristen die Stadt und nutzen deren Fremdenverkehrsangebote.

Ferner haben sich zahlreiche Rechtsanwaltskanzleien in der Gerichtshauptstadt des Landes niedergelassen, deren Geschichte teilweise fast 100 Jahre zurückreicht.

Schleswig ist zudem Sitz der VR Bank Flensburg-Schleswig, der Schleswiger Volksbank und der Nord-Ostsee Sparkasse sowie der Sport-Tiedje GmbH.

Verkehr und Anbindung

Schleswig liegt an der Autobahn 7. Anschluss in die Stadt besteht über die Anschlussstellen Schleswig/Schuby Nr. 5 sowie Schleswig/Jagel Nr. 6. Außerdem liegt es an den Bundesstraßen B 76, B 77 und B 201.

Der Bahnhof Schleswig liegt an der Bahnstrecke Neumünster–Flensburg. Nach der Annexion des Landes Schleswig durch Preußen 1867 wurde diese Bahnstrecke nach Umstrukturierung des übernommenen Bahnnetzes erbaut und Schleswig erhielt seinen Bahnhof an der neuen Staatsbahnstrecke. Zusätzlich stellte die Schleswiger Kreisbahn bis zu ihrer Einstellung die Verbindung mit Friedrichstadt im Südwesten sowie Kappeln und Satrup im Nordosten her. Als weitere Verbindung von der Altstadt zum Bahnhof Schleswig diente von 1890 bis 1936 eine Straßenbahn, die als Städtische Straßenbahn Schleswig ab 1910 elektrisch angetrieben wurde. Von Schleswig bestehen Bahnverbindungen nach Hamburg, Flensburg und Dänemark sowie nach Husum und Kiel (Regionalbahn).

Der Ort wird ferner von Überlandbussen der Autokraft angefahren. Die Stadtbuslinien werden von den an der Verkehrsgemeinschaft Schleswig-Flensburg beteiligten Verkehrsbetrieben Schleswig-Flensburg (VSF) bedient.

Des Weiteren besitzt der Ort einen kleinen Stadthafen, der die Ostseeanbindung über die Schlei darstellt.

Die nächsten internationalen Flughäfen sind der Flughafen Hamburg und der dänische Flughafen Billund.

Öffentliche Unternehmen

Ein wichtiges Unternehmen sind die Stadtwerke Schleswig, ein Verbund aus vier Unternehmen, die überwiegend direkt im Besitz der Stadt Schleswig sind. Hierbei haben die Stadtwerke Schleswig GmbH eine zentrale Stellung mit den Aufgaben der Strom-, Ergas-, Wärme- und Trinkwasserversorgung. Im Bereich der Umweltdienste und Abwasserentsorgung gerieten die Stadtwerke im März 2017 in die Schlagzeilen, weil Millionen von kleinen Plastikteilchen aus den Anlagen der Stadtwerke in die Schlei gerieten und diese bis hin nach Arnis verschmutzten.

Öffentliche Einrichtungen

Justiz

Ordentliche Gerichtsbarkeit

  • Amtsgericht Schleswig, zugleich Zentrales Mahngericht Schleswig-Holstein
  • Schleswig-Holsteinisches OberlandesgerichtVerwaltungsgerichtsbarkeit
  • Schleswig-Holsteinisches Verwaltungsgericht
  • Schleswig-Holsteinisches OberverwaltungsgerichtSozialgerichtsbarkeit
  • Sozialgericht Schleswig
  • Schleswig-Holsteinisches LandessozialgerichtVerfassungsgerichtsbarkeit
  • Schleswig-Holsteinisches LandesverfassungsgerichtStaatsanwaltschaft
  • Schleswig-Holsteinische Generalstaatsanwaltschaft

Schulen

  • Grundschulen
    • Bugenhagenschule (Friedrichstraße 103)
    • Schule Nord (Schützenredder 16)
    • St.-Jürgen-Schule (Erlenweg 2)
    • Wilhelminenschule (Lutherstraße 11)
  • Grund- und Hauptschulen
    • Gottorp Skolen (dänische Grund- und Hauptschule, Erdbeerenberg 32)
  • Gemeinschaftsschulen
    • Gallbergschule (Gallberg 47)
    • Dannewerkschule (Erikstraße 50)
    • Bruno-Lorenzen-Schule (Spielkoppel 6)
  • Grund- und Realschulen
    • Hiort Lorenzen-Skolen (dänische Grund- und Realschule, Königsberger Straße 3)
  • Gymnasien
    • Domschule (ältestes Gymnasium Nordeuropas, Königsstraße 37)
    • Berufliches Gymnasium des Kreises Schleswig-Flensburg / inoffiziell Gymnasium am Fürstengarten (Flensburger Straße 19b)
    • Lornsenschule (Michaelisallee 1, Lutherstraße 9)
    • A. P. Møller-Skolen (dänisches Gymnasium, Fjordallee 1)
  • Förderschulen
    • Förderzentrum Schleswig-Kropp (Flensburger Straße 120)
    • Peter-Härtling-Schule (Holzredder 12)
    • Schule Hesterberg (Friedrich-Ebert-Straße 5)
    • Landesförderzentrum Hören, Georg Wilhelm Pfingsten Schule (Lutherstraße 14)
    • Landesförderzentrum Sehen (Lutherstraße 14)
  • Berufsschulen
    • Berufsbildungszentrum Schleswig (Flensburger Straße 19b)
    • Schulzentrum für Gesundheitsberufe Schleswig (Am Damm 1)
  • Sonstige Schulen
    • Erzieherfachschule
    • Landwirtschaftsschule
    • Kreismusikschule Schleswig-Flensburg

Die nächstgelegenen Universitäten befinden sich in Kiel und Flensburg. Von letztgennanter hat jedoch das Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte (IZRG) seinen Sitz in Schleswig.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Geboren im 11.–18. Jahrhundert

  • Ansverus (1038–1066), Benediktinermönch und Heiliger
  • Waldemar III. von Schleswig (1238–1257), Herzog von Schleswig
  • Waldemar IV. von Schleswig (1265–1312), Herzog von Schleswig
  • Christian III. von Dänemark (1503–1559), König der Dänemark
  • Hieronymus Cypraeus (1516/17–1573), Domherr
  • Johann Münden (1564–1638), Hamburger Oberalter und Senator
  • Sophia von Schleswig-Holstein-Gottorf (1569–1634), Regentin des Herzogtums Mecklenburg-Schwerin
  • Erasmus Sartorius (1577–1637), Komponist, Organist, Musikschriftsteller und Poet
  • Johann Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf (1579–1634), Erzbischof von Bremen, Fürstbischof von Lübeck und Bischof von Verden
  • Johann Adolf Cypraeus (1592–1636), Pastor
  • Friedrich III. von Schleswig-Holstein-Gottorf (1597–1659), Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
  • Adolf von Schleswig-Holstein-Gottorf (1600–1631), Prinz von Schleswig-Holstein-Gottorf
  • Johann von Schleswig-Holstein-Gottorf (1606–1655), Fürstbischof des Fürstbistums Lübeck
  • Magdalena Sibylla von Schleswig-Holstein-Gottorf (1631–1719), Herzogin zu Mecklenburg im Landesteil Mecklenburg-Güstrow
  • Marie Elisabeth von Schleswig-Holstein-Gottorf (1634–1665), Landgräfin von Hessen-Darmstadt
  • Friedrich Hans Gloxin (1635–1684), gottorfischer Rat und Kurator der Universität Kiel
  • Hedwig Eleonora von Schleswig-Holstein-Gottorf (1636–1715), Königin von Schweden
  • August Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf (1646–1705), Prinz von Schleswig-Holstein-Gottorf und Fürstbischof des Fürstbistums Lübeck
  • Ulrich Petersen (1656–1735), Rechtsanwalt und Historiker der schleswig-holsteinischen Geschichte
  • Christian Albrecht von Schleswig-Holstein-Gottorf (1641–1695), Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
  • Friedrich IV. von Schleswig-Holstein-Gottorf (1671–1702), Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
  • Claus von Reventlow (1693–1758), Probst des St.-Johannis-Klosters vor Schleswig ab 1736
  • Friedrich von Eyben, Jurist, Diplomat und Kanzler der königlichen Anteile Schleswig-Holsteins am Regierungssitz in Glückstadt
  • Karl August von Schleswig-Holstein-Gottorf (1706–1727), Prinz von Schleswig-Holstein-Gottorf sowie Fürstbischof von Lübeck
  • Ludvig Harboe (1709–1783), evangelisch-lutherischer Bischof in Island, Norwegen und Dänemark
  • Heinrich Christoph von Baudissin (1709–1786), kurfürstlich sächsischer General der Infanterie, Gouverneur von Dresden und der Festung Königstein sowie Gutsbesitzer in Schleswig-Holstein
  • Adolf Friedrich von Schweden (1710–1771), König von Schweden
  • Johanna Elisabeth von Schleswig-Holstein-Gottorf (1712–1760), Fürstin und Regentin von Anhalt-Zerbst sowie die Mutter der russischen Zarin Katharina II
  • Wilhelm Alexander Schwollmann (1734–1800), evangelischer Theologe
  • Jakob Friedrich Feddersen (1736–1788), Domprediger am Braunschweiger Dom und Propst in Altona
  • Johann von Bruyn (1739–1799), Major, Oberlandinspektor (Landreformer)
  • Johann Christian Jürgensen (1744–1823), Weißbäcker, Instrumentenbauer und Chronist
  • Asmus Jakob Carstens (1754–1798), Maler des Klassizismus
  • Adolf Christian Hensler (1779–1842), Pastor
  • Wilhelm Johann Theodor Mauch (1788–1863), Arzt und Bryologe
  • Friedrich Graf von Reventlou (1797–1874), schleswig-holsteinischer Politiker
  • Herman Wilhelm Bissen (1798–1868), Bildhauer des Klassizismus, Thorvaldsen-Schüler
  • Friedrich Georg Wieck (1800–1860), Schriftsteller und Industrieller

Geboren im 19. Jahrhundert

  • Margarete Binder (1801–1870), Theaterschauspielerin
  • Karl Christian Tadey (1802–1841), Pädagoge und Pastor
  • Nikolaus Thomsen (1803–1872), evangelischer Theologe
  • Johann Bröker (1806–1890), Politiker (Ständedeputierter der Geistlichkeit), Mitglied der Holsteinischen Ständeversammlung, Evangelisch-Lutherischer Theologe und Propst
  • Christian Friedrich Callisen (1806–1863), Beamter, Jurist und Bürgermeister von Flensburg
  • Johannes Christiansen (1809–1854), Professor der Rechtswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Politiker (Mitglied der deutsch-gesinnten Schleswig-Holsteinischen Bewegung), Mitglied der Holsteinischen Ständeversammlung
  • Friederike von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1811–1902), Herzogin von Anhalt-Bernburg
  • Georg Johann Theodor Lau (1813–1873), evangelischer Geistlicher und Kirchenhistoriker
  • Karl vonSchleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1813–1878), Standesherr
  • Christian Rauch (1813–1887), Pädagoge und Politiker
  • Friedrich von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1814–1885), Standesherr
  • Hermann Georg Krüger (1815–1897), Architekt und Bauinspektor
  • Franz Geerz (1816–1888), Generalstabsoffizier und Kartograf
  • Gustav Ferdinand Thaulow (1817–1883), Professor der Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Begründer des Thaulow-Museums
  • Karl Heinrich Keck (1824–1895), Schriftsteller
  • Heinrich Marquardsen (1826–1897), Rechtswissenschaftler und Politiker
  • Johann Adolph von Heintze (1829–1904), Landrat
  • Berend Wilhelm Feddersen (1832–1918), Physiker
  • Heinrich von Heintze-Weißenrode (1834–1918), Forst- und Hofbeamter, Mitglied des Preußischen Herrenhauses
  • Victor Hensen (1835–1924), Meeresbiologe
  • Edward Selig Salomon (1836–1913), Brigadegeneral im Amerikanischen Bürgerkrieg (Sezessionskrieg), Gouverneur des Territoriums Washington (1870–1872)
  • Hermann Heiberg (1840–1910), Schriftsteller
  • Johannes Hoffmann (1844–1920), Bildhauer und Diplomat
  • Karl Nikolai Jensen Börgen (1843–1909), Astronom
  • Bernhard Wieck (1845–1913), Ingenieur, Direktor der Berliner Grundrentengesellschaft, erster Amts- und Gemeindevorsteher von Grunewald
  • Julius Engel (1842–1926), Richter und Hamburger Bürgerschaftspräsident
  • Adolf Jacobsen (1852–1902), Lederfabrikant und Mitglied des Deutschen Reichstags
  • Heinrich Philippsen (1858–1936), schleswig-holsteinischer Heimatforscher
  • Hans von Seeckt (1866–1936), General im Ersten Weltkrieg, 1920 bis 1926 Chef der Heeresleitung der Reichswehr, Politiker (DVP), 1930 bis 1932 Mitglied des Deutschen Reichstags
  • Magda Wiegand-Dehn (1867–1938), Textilkünstlerin
  • Wolf Ernst Hugo Emil von Baudissin (1867–1926), Schriftsteller, Journalist und Verleger
  • Ulrich von Brockdorff-Rantzau (1869–1928), erster Außenminister der Weimarer Republik
  • Hans Roß (1873–1922), Architekt und Baukünstler
  • Fritz Engelke (eigentlich Friedrich Engelke; 1878–1956), lutherischer Theologe und 1934/35 „Vikar der Deutschen Evangelischen Kirche“
  • Hermann Föge (1878–1963), deutscher Jurist und Politiker (DDP, DStP, später FDP)
  • Hans-Otto de Boor (1886–1956), Rechtswissenschaftler
  • Niko Wöhlk (1887–1950), Kunstmaler
  • Hermann-Bernhard Ramcke (1889–1968), Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg
  • Carl von Lorck (1892–1975), Jurist und Kunsthistoriker
  • Elisabeth Sophie Dabelstein (1895–1976), Alpinistin und Schriftstellerin
  • Hermann Jensen (1895–1946), Arzt und Leiter des Reichsmutterhauses der NS-Schwesternschaft in Dresden
  • Anton Franzen (1896–1968), Politiker (NSDAP), Mitglied des Deutschen Reichstags, braunschweigischer Landesminister für Inneres und Volksbildung
  • Waldemar Augustiny (1897–1979), Schriftsteller
  • Heinrich Hoffmann (1899–1979), Parteifunktionär (SPD/SED), Thüringer Landespolitiker und Mitglied des 1. Deutschen Volksrates
  • Bernhard Rogge (1899–1982), Marineoffizier, Schiffskommandant, zuletzt Konteradmiral der Bundesmarine
  • Hilde Wernicke (1899–1947), Psychiaterin, die im Rahmen der Kinder-Euthanasie an NS-Verbrechen beteiligt war

Geboren im 20. Jahrhundert

  • Hans Kudszus (1901–1977), Schriftsteller und Aphoristiker
  • Erwin Hinrichs (1904–1962), Maler
  • Heinz Marten (1908–1991), Oratorien-Tenor und Liedersänger
  • Heinrich Wolff (1909–1975), Politiker (CDU), Abgeordneter im Landtag von Schleswig-Holstein
  • Erich Duggen (1910–1989), Maler
  • Uwe Sörensen (1920–2006), Marineoffizier, zuletzt Flottillenadmiral der Bundesmarine
  • Harald Kracht (1927–2018), Pädagoge und Gründer sowie langjähriger Vorsitzender der DLRG-Jugend
  • Erich Martensen (* 1927), Mathematiker
  • Manfred Hansen (1928–1987), Politiker (SPD), Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein
  • Jannpeter Zopfs (* 1934), Richter am deutschen Bundesgerichtshof
  • Jürgen Miethke (* 1935), Bankmanager, Vorsitzender des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein, Ehrenprofessor des Landes Schleswig-Holstein
  • Klaus Jepsen (1936–2005), Schauspieler und Synchronsprecher
  • Ingo von Bredow (1939–2015), Regattasegler, Weltmeister und Olympiateilnehmer
  • Heinz Kruse (1940–2008), Opernsänger (Tenor)
  • Volker Lemke (* 1942), Politiker (CDU), Mitglied des Landtages von Schleswig-Holstein
  • Ludwig Schmahl (* 1943), Professor der Rechtswissenschaften an der FH des Bundes, Leiter des Meisterstudiengangs „Europäisches Verwaltungsmanagement“, katholischer Diakon
  • Bernd Kröplin (1944–2019), Ingenieur
  • Christian Redl (* 1948), Filmschauspieler
  • Jobst Hirscht (* 1948), Leichtathlet
  • Hans-Hermann Tiedje (* 1949), Journalist, u. a. ehemaliger Chefredakteur „Bild“ und „Bunte“, Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, TV-Moderator, Vorstandsvorsitzender WMP EuroCom
  • Günter H. Seidler (* 1951), Professor der Medizin der Universität Heidelberg
  • Ralf Rothmann (* 1953), Schriftsteller
  • Sibylle Weischenberg (* 1954), Journalistin und Medien-Expertin
  • Norbert Nieszery (* 1960), Politiker (SPD), Abgeordneter im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern
  • André Bawar (* 1962), Schriftsteller und Journalist
  • Ekkehard Wölk (* 1967), Jazzmusiker
  • Kay Richert (* 1974), Politiker (FDP)
  • Marcus Werner (* 1974), Fernsehmoderator
  • Claas P. Jambor (* 1970er), christlicher Rock- und Popmusiker
  • Claudia von Lanken (* 1977), Fußballtrainerin
  • Florian Hossner (* 1982), Handballspieler
  • Annika Ernst (* 1982), Schauspielerin
  • Jan-Ingwer Callsen-Bracker (* 1984), Fußballspieler
  • Tim Wulff (* 1987), Fußballspieler

In Schleswig Aufgewachsene, an anderen Orten Geborene

  • Jacob Alberts (1860–1941), Professor der Kunst, Maler
  • Georg Asmussen (1856–1933), Schriftsteller
  • Adelbert Heinrich von Baudissin (1820–1871), Schriftsteller und Gründer bzw. Mitgründer der „Stadt Heilbrunn“ in den USA
  • Georg Beseler (1809–1888), Professor der Rechtswissenschaften an den Universitäten Basel, Rostock, Greifswald und Berlin, Politiker (Mitglied der deutsch-gesinnten Schleswig-Holsteinischen Bewegung / Casino-Fraktion), Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, Vizepräsident und Mitglied des Preußischen Herrenhauses sowie Abgeordneter des Deutschen Reichstags
  • Wilhelm Beseler (1806–1884), Politiker (Mitglied der deutsch-gesinnten Schleswig-Holsteinischen Bewegung / Casino-Fraktion), Mitglied der Schleswigschen Ständeversammlung, Abgeordneter und Vizepräsident der Frankfurter Nationalversammlung, Präsident und Statthalter der provisorischen Regierung von Schleswig-Holstein von 1848 bis 1851
  • Friedrich Bluhme (1797–1874), Professor der Rechtswissenschaften an den Universitäten Halle, Göttingen und Bonn
  • Johann Adrian Bolten (1742–1807), lutherischer Theologe, Historiker, Schriftsteller und Bibelübersetzer
  • Johann Leonhard Callisen (1738–1806), evangelischer Theologe und Generalsuperintendent von Holstein
  • Udo Corts (* 1955), Politiker (CDU), Abgeordneter im Landtag von Hessen, Staatssekretär im Innenministerium des Landes Hessen, Minister für Wissenschaft und Kunst in Hessen
  • Jürgen Drews (* 1945), Schlagersänger und „König von Mallorca“
  • Hans-Uwe Erichsen (* 1934), Professor der Rechtswissenschaftler und Rektor der Universität Münster, Altpräsident der deutschen Hochschulrektorenkonferenz
  • Johannes Ewald (1743–1781), Dichter
  • Asmus Finzen (* 1940), Professor der Psychiatrie an der Universität Hannover, Wissenschaftsjournalist
  • Lone Fischer (* 1988), Handballerin
  • Johannes Gaye (1804–1840), Kunsthistoriker
  • Hans Hensen (1786–1846), Vorsteher der königlichen Taubstummenanstalt Schleswig, Etatsrat und Professor
  • Hans Holtorf (1899–1984), Theatergründer, Schriftsteller und Maler
  • Ferdinand Hucho (* 1939), Professor der Biochemie an den Universitäten Konstanz und Berlin, Mitglied des Vorstandes der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Initiator und Mitautor des Ersten Deutschen Gentechnologieberichts
  • Uwe Jensen (* 1943), Politiker (SPD), Abgeordneter und Vizepräsident im Landtag von Schleswig-Holstein, Staatssekretär im Justizministerium des Landes Schleswig-Holstein
  • Christian Kortholt der Ältere (1633–1694), Professor für Griechisch und protestantische Theologie an den Universitäten Rostock und Kiel
  • Walter Prüschenk von Lindenhofen (1857–1916), Politiker (FRP – Freikonservative Partei), Mitglied des Deutschen Reichstags
  • Uwe Jens Lornsen (1793–1838), Vorkämpfer eines vereinten deutschen Schleswig-Holsteins
  • Heinrich Lysius (1670–1731), Professor der Theologie und Rektor an der Universität Königsberg
  • Nicolaus Mattsen (1847–1924), Politiker (NLP – Nationalliberale Partei), Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und Mitglied des Deutschen Reichstags
  • Christian Karl Meissner (1801–?), Theologe und Autor
  • Joachim Meyerhoff (* 1967), Schauspieler und Schriftsteller
  • Kay Nehm (* 1941), Jurist, Generalbundesanwalt a. D.
  • Berthold Otto (1859–1933), Reformpädagoge und Gründer der Hauslehrerschule in Berlin-Lichterfelde
  • Dierk Puls (1913–1994), Schriftsteller und Germanist
  • Edvard Rambusch (1846–1934), Politiker (Dänemark), Mitglied des Oberhauses des Dänischen Reichstags
  • Karl Friedrich Lucian Samwer (1819–1882), Professor der Rechtswissenschaften an der Universität Kiel
  • François Smesny (* 1968), Schauspieler
  • Hermann Tast (1490–1551), Reformator
  • Marcus Tönsen (1772–1861), Professor der Rechtswissenschaften an der Universität Kiel
  • Ekkehard Winterfeldt (1932–2014), Professor der Chemie an der Universität Hannover, Altpräsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker und Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina
  • Georg Friedrich Witte (1799–1865), Stadtsyndikus und Appellationsgerichtsrat

Personen mit Bezug zu Schleswig

  • Carl Gottlieb Bellmann (1772–1861), Organist und Komponist des Schleswig-Holstein-Lieds
  • Matthäus Friedrich Chemnitz (1815–1870), Jurist und Texter des Schleswig-Holstein-Lieds
  • Carl Diercke (1842–1913), Pädagoge und Kartograf
  • Friedrich Karl Gotsch (1900–1984), Maler und Grafiker, Friedrich Karl Gotsch-Stiftung, Schloss Gottorf
  • Daniel Hartnack (1642–1708), evangelischer Theologe, Schulmeister und Schriftsteller
  • Jürgen Hoika (1941–2005), ab 1971 am schleswig-holsteinische Landesmuseum für Vor- und Frühgeschichte, wo er 1981 wissenschaftlicher Oberrat wurde
  • Paul Holz (1883–1938), Zeichner
  • Friedrich Lübker (1811–1867), klassischer Philologe
  • August Mommsen (1821–1913), Lehrer und Historiker
  • Adam Olearius (1599–1671), Schriftsteller, Diplomat und Forschungsreisender
  • Friedrich Ernst Peters (1890–1962), Schriftsteller und Direktor der Landesgehörlosenschule in Schleswig (1946–1955)
  • Joachim Rachel (1618–1669), Satiriker
  • Johann Reinboth (1609–1673), Generalsuperintendent von Schleswig-Holstein-Gottorf
  • Christian Schlee (1579–1646), lutherischer Geistlicher, Theologe und Hochschullehrer
  • Hermann Siemonsen (1882–1958), lutherischer Geistlicher, Propst von Schleswig
  • Johann Skondelev († 1421), Bischof von Schleswig
  • Christian Sledanus (1579–1646), Geistlicher, Theologe und Hochschullehrer, Pastor und Propst am Schleswiger Dom, verstarb in Schleswig.
  • Zacharias Stampeel (1654–1731), lutherischer Theologe, Pädagoge und Bibliothekar
  • Carsten Redlef Volquardsen (1824–1875), klassischer Philologe und Lehrer
  • Karl Wilhelm Struve (1917–1988), Kustos und Direktor des Schleswig-holsteinischen Landesmuseum
  • Bendix Friedrich Zinck (1715–1799), Stadtmusikant und Organist im Schleswiger Dom, Komponist

Sonstiges

Am 8. Januar 2004 gab die Deutsche Post anlässlich des 1200-jährigen Bestehens von Schleswig eine Sondermarke mit dem Nennwert 55 Cent heraus. Sie zeigt Motive aus der Geschichte sowie bedeutende Bauwerke der Stadt.

Das Seenotrettungsboot Walter Merz der DGzRS ist in Schleswig stationiert.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Schleswig

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