Stadt Ebersbach/Fils
Tiefbauamt
Marktplatz 1
73061 Ebersbach

http://www.ebersbach.de

Ebersbach an der Fils

160pxAbb. 1 Wappen von Ebersbach an der Fils
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Höhe 292 m
PLZ 73061
Vorwahl 07163
Gliederung 7 Teilgemeinden
Adresse der Verwaltung Marktplatz 1
73061 Ebersbach
Website www.ebersbach.de
Bürgermeister Sepp Vogler ()

Ebersbach an der Fils ist eine Stadt im Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg.

Geographie

Geographische Lage

Ebersbach liegt 32 Kilometer ostsüdöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart in 270 bis 480 Meter Höhe. Im Osten der Stadt mündet etwas oberhalb im Gebiet der Nachbarstadt die in tiefem Tal aus dem Schurwald kommende Nassach in die Fils, im Westen liegt die Kleine Schweiz, die vom Benfingbächle durchflossen wird.

Stadtgliederung

Neben der Hauptgemeinde Hauptort gehören zu Ebersbach die sechs Stadtteile Büchenbronn, Bünzwangen, Krapfenreut, Roßwälden, Sulpach und Weiler. Die offizielle Benennung der Stadtteile erfolgt durch vorangestellten Namen der Stadt und durch Bindestrich verbunden nachgestellt der Name der Stadtteile. Die Stadt ist zudem in die vier Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung Ebersbach einschl. Büchenbronn, Krapfenreut und Sulpach, Bünzwangen, Roßwälden und Weiler ob der Fils gegliedert. Die Stadtteile Bünzwangen, Roßwälden und Weiler ob der Fils bilden zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Im Stadtteil Bünzwangen liegt die abgegangene Ortschaft Stainboß.

Flächenaufteilung

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Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.

Geschichte

Frühe Geschichte

Das Stadtgebiet ist verkehrstechnisch günstig gelegen. Es wurde bereits in römischer Zeit von einer Durchgangsstraße passiert, die Italien mit den Niederlanden verband. Bedingt durch diese günstige Lage ist Ebersbach bereits seit 1523 als feste Poststation am Niederländischen Postkurs von Brüssel über Augsburg nach Innsbruck und Trient belegt.

Erstmals wurde Ebersbach im Jahr 1170 in der Ursperger Chronik erwähnt. Seit 1274 gehört es zu Württemberg. Vor 1477 bekam der Ort das Marktrecht. Ab 1500 lag Ebersbach im Schwäbischen Reichskreis.

19. und 20. Jahrhundert

Der Ort war vor allem vom Handwerk stark geprägt. Vertreten waren vor allem Leinenweber, Schmiede und Wagner. Eine Ebersbacher Besonderheit waren dabei die Sandler, die bis in die 1960er Jahre in den Ebersbacher Steinbrüchen Sand abgebaut haben. Etwa seit Mitte des 19. Jahrhunderts begannen sich in Ebersbach Industriebetriebe zu entwickeln. Die meisten waren im Textilbereich tätig.

Vielfach wird in der Literatur nach 1974 behauptet, dass gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in Ebersbach ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof errichtet worden sei. Zuerst hat vermutlich Julius Schätzle in Stationen zur Hölle (Frankfurt am Main 1974, S. 64 und Karte bei S. 80) dies publiziert. Die Recherchen des Stadtarchivs Ebersbach/Fils ergeben jedoch ein anderes Bild: Demnach gab es hier kein Arbeitskommando eines Konzentrationslagers. Die Errichtung eines solchen Außenlagers kann bislang archivalisch nicht nachgewiesen werden. Zeitzeugenaussagen von 1945 bis 1999, die Herkunft und die Aufsicht über die vielen hier in der Industrie eingesetzten Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs widerlegen die Vermutung von J. Schätzle von 1974.

Am 12. Februar 1975 wurde die Gemeinde zur Stadt erhoben.

Eingemeindungen

  • 17. Mai 1926: Krapfenreut
  • 1. April 1932: Sulpach
  • 1. Januar 1972: Roßwälden
  • 1. Januar 1975: Bünzwangen und Weiler ob der Fils

    Roßwälden

    Bünzwangen

    Weiler ob der Fils

Religionen

Seit der Einführung der Reformation 1537 ist Ebersbach evangelisch geprägt.

Einwohnerentwicklung

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg für die Daten ab 1961

Datum Einwohner
1837 2.738
1907 4.137
17. Mai 1939 5.711
13. September 1950 8.738
6. Juni 1961 11.470
27. Mai 1970 13.789
31. Dezember 1983 14.135
31. Dezember 1991 15.857
31. Dezember 1995 15.948
31. Dezember 2005 15.729
31. Dezember 2010 15.291
31. Dezember 2015 15.206

Politik

Gemeinderat

In Ebersbach wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat in Ebersbach hat nach der letzten Wahl 25 Mitglieder (vorher 24). Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
FWV Freie Wählervereinigung 34,73 9 31,6 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,30 7 26,6 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,18 7 27,1 7
Grüne Die Grünen 9,78 2 14,7 3
gesamt 100,0 25 100,0 24
Wahlbeteiligung 49,01 % 53,3 %

Bürgermeister

Der parteilose Managementberater Sepp Vogler aus dem Ebersbacher Teilort Roßwälden wurde im Juli 2009 im ersten Wahlgang mit 56,2 Prozent der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Die Wahl wurde nötig, da der Vorgänger Edgar Wolff zum Göppinger Landrat gewählt worden war.

Wappen

Die Blasonierung des teilredenden Wappens lautet: „In Rot auf grünem Grund ein stehender goldener Eber mit silbernen Hauern.“

Bereits im Jahre 1489 ist der Eber als Ortssiegel belegt. Die Darstellung des Wappentieres änderte sich im Laufe der Zeit: In einer farbigen Zeichnung aus dem Jahre 1535 wurde der Eber stehend dargestellt, so wie er auch seit 1937 im heutigen Ortswappen zu sehen ist. In manchen älteren Siegeln und auf einem Schlussstein der Kirche, ist der Eber schreitend oder springend abgebildet. In die Marksteine wurden früher, vermutlich zur Vereinfachung, Doppelhaken eingehauen, die seit dem Jahre 1686 belegt sind. Die rot-grüne Ortsflagge ist seit den 1920er-Jahren nachweisbar und verstößt mit dieser Farbkombination gegen die Farbregeln der Heraldik.

Partnerschaften

Ebersbach unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu

  • Bourg-lès-Valence in Frankreich seit 1980 und
  • Ebersbach-Neugersdorf in Sachsen seit 1991.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Stadt gehört zur Metropolregion Stuttgart.

Verkehr

Die Stadt ist über die Bundesstraße 10 oder mit der Filstalbahn (Stuttgart – Ulm) zu erreichen.

Bildung

Es gibt verschiedene Grundschulen:

  • Marktschule Ebersbach
  • Grundschule Bünzwangen
  • Grundschule Roßwälden
  • Grundschule Weiler
  • Hardtschule Ebersbach

Weiterführende Schulen:

  • Raichberg Schulzentrum:
  • Raichberg Gymnasium
  • Raichberg-Realschule
  • Förderschule: Hardtschule

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Jugendarbeit

Das Kinder- und Jugendzentrum E3 wurde mit ehrenamtlicher Hilfe erbaut und am 6. Juni 2008 eröffnet.

Musik

  • MV Ebersbach: Musikverein mit Großen Blasorchester (GBO), Jugendblasorchester (JBO), Nachwuchsorchester (NWO) und Ehemaligenorchester (Blaskapelle „D’ Ehemalige“ (EO)).
  • AOE: Akkordeon- Orchester Ebersbach mit zwei Jugend- und einem Erwachsenenorchester

Sport

  • SV Ebersbach: Ist 2009 aufgestiegen und spielt jetzt in der Fußball-Landesliga. Mit Abteilung Ringen: In der Saison 2009/2010 wird mit der 1. Mannschaft in der Verbandsliga WTB und mit der 2. Mannschaft in der Bezirksklasse Bezirk III Ostalb/Rems/Fils gerungen.
  • TSV Ebersbach: Der Türk. SV Ebersbach wurde im Jahre 1997 gegründet und spielt zurzeit in der Fußball-Kreisliga A.
  • TV Ebersbach: Mit verschiedenen Abteilungen wie Leichtathletik. Besonders erfolgreich ist die Sektion Sportakrobatik. 2012 fanden die Deutschen Meisterschaften in Ebersbach statt.
  • RMSV Ebersbach: Rad und Motorsportverein „Viktoria“ Ebersbach. Er ist im Kreis Göppingen der einzige Verein, der die Sportart Radball anbietet. Neben der Radballertruppe ist auch eine Breitensportgruppe aktiv. Im Jahr 2008 feiert der Verein sein 100-jähriges Jubiläum.
  • HSG Ebersbach-Bünzwangen: Handballspielgemeinschaft des TV Ebersbach und TV Bünzwangen. 2007 Aufstieg der ersten Frauenmannschaft in die Württembergliga, Aufstieg der ersten Männermannschaft in die Landesliga.

Museen

  • Jakob-Grünenwald-Gedächtnisstätte im Ortsteil Bünzwangen
  • Stadtmuseum Alte Post mit einer Gedenkstätte für den Kunstschriftsteller Fritz Alexander Kauffmann

Gebäude

  • Das Alte Pfarrhaus, erbaut 1581
  • Das Museumsgebäude „Alte Post“, erbaut 1596
  • Die spätgotische Veitskirche
  • Das Rathaus, das 1886 erbaut wurde
  • Die Herz-Jesu-Kirche
  • Die historische „Backhäusle“ in Roßwälden

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Matthäus Gottfried Hehl (1705–1787), Bischof der Herrnhuter Brüdergemeine in Pennsylvanien
  • Friedrich Schwahn, genannt „Sonnenwirtle“ (Vorbild für Schillers Christian Wolf aus Verbrecher aus verlorener Ehre)
  • Jakob Grünenwald (1821–1896), Genremaler
  • Johann Friedrich Reik (1836–1904),Maler und Zeichenlehrer
  • Wilhelm Häcker (1877–1959), Theologe und Philologe
  • Walther Holtzmann (1891–1963), Historiker
  • Fritz Wandel (1898–1956), späterer KPD-Bezirksvorsitzender in Reutlingen und einer der Anführer des Mössinger Generalstreiks 1933
  • Gustav Seebich (1899–1985), Bürgermeister, Landrat und Präsident des Deutschen Landkreistages.
  • Ernst Max Mohr (1910–1989), Mathematiker, leitete von 1946 bis 1978 das Institut für angewandte Mathematik an der TU Berlin.
  • Ulrich Schöllkopf (1927−1998), Chemiker an der Universität Göttingen
  • Augustin Schäfer (* 1935), Professor für Elektrotechnik und Regelungstechnik an der FHT Esslingen (bis 2000)
  • Martin Schrack (* 1951), Komponist und Pianist
  • Peter Reik (* 1955), Industriekaufmann, Diplomat, Lyriker und Schriftsteller
  • Eberhard Haußmann (1958–2006), Ethnologe (Erforscher der Mbirao/Guadalcanal), Leiter des Städtischen Museums bis 2006.
  • Dieter Haller (* 1962), Ethnologe, Professor für Sozialanthropologie an der Ruhr-Universität Bochum (zuvor New School University/New York, University of Texas/Austin).
  • Peter Widmann (* 1968), Zoologe und Leiter des Philippine Cockatoo Conservation Programme
  • Andreas Ingerl (* 1973), Designer, Professor für Multimedia und Screendesign an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
  • Alexander Neef (* 1973), Generaldirektor der Canadian Opera Company in Toronto, Kanada

Mit Ebersbach verbunden

  • Katharina Kepler (1546-1622), Mutter des kaiserlichen Astronomen Johannes Kepler, starb in Roßwälden.
  • Wilhelm Waiblinger (1804–1830), Aufenthalt im Ebersbacher Pfarrhaus 1808/09
  • Fritz Alexander Kauffmann (1891–1945), Kunstlehrer und Schriftsteller
  • Samuel Wülser (1897–1977), Schweizer Maler. Seine Familie mütterlicherseits stammt aus Ebersbach.
  • Hermann Diem (1900–1975), evangelischer Pastor und Theologe des radikalen Flügels der gegen den NS-Staat gerichteten Oppositionsbewegung Bekennende Kirche und von 1934 bis 1956 Pfarrer in Ebersbach, später Rektor der Universität Tübingen.
  • Andreas Tilp (* 1963), Jurist und Rechtsanwalt, wuchs in Ebersbach auf.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ebersbach an der Fils

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