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Ditzingen
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Stadtplan Ditzingen
Stadt Ditzingen
Große Kreisstadt
Am Laien 1
71254 Ditzingen

http://www.ditzingen.de

Ditzingen

160pxAbb. 1 Wappen von Ditzingen
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Höhe 303 m
PLZ 71254
Vorwahl 07156, 07152
Website www.ditzingen.de
Oberbürgermeister Michael Makurath (parteilos)
Ditzingen ist eine im Land Baden-Württemberg zentral gelegene Stadt, die an den Nordwesten Stuttgarts grenzt. Nach Ludwigsburg, Bietigheim-Bissingen, Kornwestheim, Vaihingen an der Enz und Remseck am Neckar ist Ditzingen die sechstgrößte Stadt des Landkreises Ludwigsburg und gehört zum Mittelbereich Stuttgart mit dem gleichnamigen Oberzentrum. Die Gemeinde Ditzingen erhielt am 26. April 1966 die Stadtrechte und ist seit dem 1. Oktober 1976 Große Kreisstadt.

Geografie

Geografische Lage

Ditzingen liegt im südwestlichen Neckarbecken im Strohgäu am Übergang zum sogenannten Langen Feld. Das Stadtgebiet liegt zwischen dem Strudelbach im Westen und der Glems im Osten. Die Glems, ein rechter Nebenfluss der Enz, durchfließt die Kernstadt Ditzingens. Die Innenstadt liegt rechts des Flusses.

Die Glems bildete früher die Stammesgrenze der Schwaben und Franken und war gleichzeitig Grenze der beiden Bistümer Speyer und Konstanz.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Ditzingen. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Osten genannt:

  • Stuttgart (Stadtteil Weilimdorf) (Stadtkreis)
  • Gerlingen (Landkreis Ludwigsburg)
  • Leonberg und Weissach (beide Landkreis Böblingen)
  • Eberdingen, Hemmingen und Korntal-Münchingen (alle drei im Landkreis Ludwigsburg)

Stadtgliederung

Zu Ditzingen gehören die ehemals selbstständigen und in den 1970er Jahren eingegliederten bzw. mit der Stadt Ditzingen vereinigten Gemeinden Heimerdingen, Hirschlanden und Schöckingen.

Die ehemaligen Gemeinden sind Stadtteile und zugleich Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung, das heißt, sie haben einen Ortschaftsrat, dem ein Ortsvorsteher vorsteht. Die Ortschaftsräte werden bei jeder Kommunalwahl von der wahlberechtigten Bevölkerung der Ortschaft gewählt. Ferner gibt es in jeder Ortschaft eine Verwaltungsstelle, die als Rathaus vor Ort dient.

Zur Stadt Ditzingen in den Grenzen vom 30. Juni 1970 gehören die Stadt Ditzingen, die Höfe Grüner Baum und Lerchenhöfe, die Wohnplätze Maurener Berg, Oberes Glemstal, Ölberg und Steinröhre sowie die Häuser Ferbermühle, Tonmühle und Zechlesmühle.

Zur ehemaligen Gemeinde Heimerdingen gehören das Dorf Heimerdingen sowie die abgegangene Siedlung Stetten.

Zur ehemaligen Gemeinde Hirschlanden gehören das Dorf Hirschlanden sowie die abgegangenen Ortschaften Holzheim und Rotweil.

Zur ehemaligen Gemeinde Schöckingen gehören das Dorf Schöckingen und der Wohnplatz Talmühle.

Flächenaufteilung

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Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Ditzingen wird in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch aus dem Jahre 769 unter der Bezeichnung Tizingen erstmals urkundlich erwähnt. 1295 besaß unter anderem das Kloster Reichenbach einen Hof in Ditzingen, über den es einen Vergleich mit den Ortsadeligen Johann und Balsam von Ditzingen schloss. Der Ort blieb über Jahrhunderte von geringer Bedeutung und fiel schon im 14. Jahrhundert unter die Herrschaft der Württemberger. 1524 bis 1527 war der Hirsauer Benediktiner und Chronist Nikolaus Basellius Inhaber der Ditzinger Marien-Pfarrei (Konstanzer Kirche).

Ditzingen zählte zum Oberamt Leonberg. Bei der Neugliederung des jungen Königreichs Württemberg am Anfang des 19. Jahrhunderts überstand das Leonberger Oberamt die Verwaltungsreform und Ditzingen blieb diesem bis 1938 zugeordnet. Mit dem Anschluss an das Streckennetz der Württembergischen Staatseisenbahn im Zuge des Baus der Schwarzwaldbahn im Jahre 1868 setzte die Industrialisierung ein, und der Ort wuchs stark, so dass er schließlich im Jahre 1966 zur Stadt erhoben wurde.

Bei der Verwaltungsreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Ditzingen 1938 zum neuen Landkreis Leonberg. 1945 wurde Ditzingen Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging.

1971 wurden die beiden Nachbargemeinden Schöckingen und Heimerdingen eingegliedert. Bei der Kreisreform zum 1. Januar 1973 wurde Ditzingen dem Landkreis Ludwigsburg zugeordnet. Zum 1. Januar 1975 fusionierte die Stadt Ditzingen mit der Gemeinde Hirschlanden zur neuen Stadt Ditzingen, die dadurch die 20.000-Einwohnergrenze überschritt. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die baden-württembergische Landesregierung dann mit Wirkung vom 1. Oktober 1976 beschloss.

Eingemeindungen

  • 1. Juli 1971: Eingemeindung von Schöckingen nach Ditzingen
  • 1. Dezember 1971: Eingemeindung von Heimerdingen nach Ditzingen
  • 1. Januar 1975: Vereinigung von Ditzingen und Hirschlanden zur neuen Stadt Ditzingen

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohner
1. Dezember 1871 ¹ 3.149
1. Dezember 1880 ¹ 3.504
1. Dezember 1890 ¹ 3.584
1. Dezember 1900 ¹ 3.653
1. Dezember 1910 ¹ 4.004
16. Juni 1925 ¹ 4.213
16. Juni 1933 ¹ 4.528
17. Mai 1939 ¹ 5.261
13. September 1950 ¹ 7.689
6. Juni 1961 ¹ 12.103
27. Mai 1970 ¹ 18.199
Jahr Einwohner
31. Dezember 1980 22.480
25. Mai 1987 ¹ 21.763
31. Dezember 1990 23.035
31. Dezember 1995 23.548
31. Dezember 2000 23.814
31. Dezember 2005 24.243
31. Dezember 2010 24.493
31. Dezember 2015 24.633
31. Dezember 2017 24.942
31. Dezember 2018 24.883

Religion

Die Gemeinde Ditzingen lag ursprünglich an der Grenze zweier Bistümer, Konstanz und Speyer, die durch den Fluss Glems gebildet wurde. Daher hatte Ditzingen ursprünglich auch zwei Pfarrkirchen, die Konstanzer Kirche, die zum Landkapitel Cannstatt gehörte, und die Speyerer Kirche, die zum Landkapitel Grüningen im Archidiakonat Trinitatis gehörte. Aufgrund der schon sehr frühen Zugehörigkeit zu Württemberg wurde in Ditzingen die Reformation eingeführt, infolgedessen der Ort über viele Jahrhunderte überwiegend protestantisch war. Die Konstanzer Kirche blieb bis heute die evangelische Hauptkirche des Ortes. Die Speyerer Kirche war 1347 vom Bischof dem Dominikanerinnenkloster Pforzheim übergeben und 1565 von Württemberg erworben worden. Sie diente danach (bis heute) als Friedhofskirche. Auch in den heutigen Ditzinger Stadtteilen wurde früh die Reformation eingeführt. Alle vier Kirchengemeinden gehörten zum Dekanat bzw. Kirchenbezirk Leonberg innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Im Jahr 1978 wurde aus Teilen der Dekanate bzw. Kirchenbezirke Ludwigsburg und Leonberg das neue Dekanat bzw. der neue Kirchenbezirk Ditzingen gebildet, der zunächst zur Prälatur Stuttgart, dann zur Prälatur Ludwigsburg und seit 1. Mai 2003 wieder zur Prälatur Stuttgart gehört. Heute umfasst das Dekanat Ditzingen 14 Kirchengemeinden, darunter die vier Kirchengemeinden im Ditzinger Stadtgebiet (Ditzingen, Heimerdingen, Hirschlanden und Schöckingen).

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen auch Katholiken nach Ditzingen. Sie konnten ab 1946 in der Speyrer Kirche ihre Gottesdienste halten, bevor sie 1961/64 ihre eigene Kirche St. Maria Königin des Heiligen Rosenkranzes bauen konnten. 1965 wurde Ditzingen eine eigene Pfarrei. Die Gemeinde gehörte von Anfang an zum Dekanat Ludwigsburg des Bistums Rottenburg-Stuttgart. In Hirschlanden wurde 1976 ebenfalls eine katholische Kirchengemeinde errichtet. Dort war bereits 1974 die Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit gebaut worden. Von der katholischen Kirchengemeinde Hirschlanden werden auch die Katholiken in Heimerdingen und Schöckingen betreut. In Heimerdingen gibt es eine eigene Kirche (Heilig-Geist-Kirche) aus dem Jahr 1964. Beide Kirchengemeinden (Ditzingen und Hirschlanden) bilden zusammen mit der Katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul Gerlingen die Seelsorgeeinheit Südliches Strohgäu.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es in Ditzingen die Süddeutsche Gemeinschaft in der Gartenstraße, deren Dachverband (Süddeutscher Gemeinschaftsverband), ebenfalls zur evangelischen Kirche gehört. Weiterhin gibt es mehrere Freikirchen, zum Beispiel Treffpunkt Leben e. V. (Ursprung des Verbandes Forum Leben) sowie Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden in Ditzingen und im Stadtteil Hirschlanden. Außerdem ist auch die Neuapostolische Kirche in allen Ditzinger Stadtteilen vertreten.

Politik

Große Kreisstadt

Als Große Kreisstadt untersteht Ditzingen der Rechtsaufsicht des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Ditzingen hat 26 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem vorläufigen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Oberbürgermeister als Vorsitzendem. Der Oberbürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,20 7 32,78 8
FW Freie Wähler 25,49 7 24,04 6
Grüne BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 20,46 5 13,99 4
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 13,02 3 17,90 5
UB Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit 7,94 2 3,37 2
FDP Unabhängige Bürger 6,90 2 3,15 1
Gesamt 100 26 100 26
Wahlbeteiligung 61,56 % 53,57 %

Bürgermeister

An der Spitze der Gemeinde Ditzingen stand ein Schultheiß bzw. Bürgermeister. Seit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. Oktober 1976 trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Sein allgemeiner Stellvertreter ist der 1. Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister.

Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister seit 1807:
Amtszeit Amtsinhaber
1807–1818 Jakob Mann
1818–1851 Johann Jakob Knapp
1851–1875 Johannes Pandtle
1875–1918 Wilhelm Stähle
1918–1923 Eugen Englert
1923–1933 Hans Veit
1933–1945 Gottlieb Diez
Amtszeit Amtsinhaber
1945–1954 Eugen Heimerdinger
1954–1960 Rudolf Döbele
1960–1974 Hans Scholder
1975–1981 Alois Lang
1981–1982 Volker Baehr
1982–1999 Alfred Fögen
seit 1999 Michael Makurath

Wappen und Flagge

Das Wappen der Stadt Ditzingen zeigt in gespaltenem Schild vorne in Silber zwei schräg gekreuzte rote Mauerhaken, hinten in Rot unter einem silbernen Kreuz mit Tatzenenden eine gestürzte silberne Pflugschar. Die Stadtflagge ist rot-weiß. Wappen und Flagge wurden von Ditzingen bereits vor der Gemeindereform geführt (die Flagge seit 1967). Die bei der Gemeindereform neu entstandene Stadt musste sich Wappen und Flagge neu verleihen lassen; dies geschah am 23. April 1976 durch das Landratsamt Ludwigsburg.

Das Kreuz war auch im Wappen der ehemals selbständigen Gemeinde Schöckingen zu finden. Die Pflugschar soll die Landwirtschaft symbolisieren, die für alle Stadtteile früher Haupterwerbszweig war. Die Mauerhaken sind ein altes Marksteinzeichen Ditzingens.

Die Wappen der Ditzinger Stadtteile waren wie folgt:

  • Heimerdingen: In Blau zwei schräggekreuzte gestürzte goldene Rechen, darunter ein goldener Lanzapfen.
  • Hirschlanden: In Gold unter einer liegenden schwarzen Hirschstange eine pfahlweis gestellte rote Wagenlanne.
    Flagge: rot-gelb. (Wappen und Flagge verliehen am 23. Januar 1961)
  • Schöckingen: Unter goldenem Schildhaupt, darin eine liegende schwarze Hirschstange, in Rot ein durchgehendes silbernes Kreuz, bewinkelt von vier goldenen Hufeisen.

Städtepartnerschaften

Ditzingen unterhält eine Städtepartnerschaft mit

  • in Ungarn seit 1991
  • , nahe Lyon, in Frankreich seit 2010

Wirtschaft und Infrastruktur

Ditzingen ist eine moderne Gewerbestadt. Besonders ausgeprägt sind der Maschinenbau, das Verlagsgewerbe (z. B. Reclam-Verlag) und das Druckgewerbe vertreten. Das größte Ditzinger Unternehmen ist die Maschinenbaufirma Trumpf. Sie erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr 2017/18 mit ca. 13.500 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 3,6 Milliarden Euro. Überregionale Bedeutung hat auch die Händlerkooperation Euronics Deutschland, die rund 1800 Mitglieder hat.

Ditzingen ist auch Standort für viele mittelständische Unternehmen, wie etwa die Ölmühle oder der Autoersatzteilgroßhandel Autoteile Ditzingen GmbH. Ditzingen ist auch Hauptsitz des Teigwarenherstellers Bürger. Zu den traditionsreichen Betrieben der chemischen Industrie gehört die 1922 gegründete Loba GmbH & Co KG.

2014 wurde in Ditzingen die neue Deutschland-Zentrale von Thales Deutschland eröffnet. Die Standorte Stuttgart, Korntal und Pforzheim wurden hier zusammengefasst. Für die über 1400 Mitarbeiter des Technologiekonzerns wurde ein neuer Gebäudekomplex mit einer Nutzfläche von 51.500 Quadratmetern an der Autobahn A 81 errichtet, der bis zu 1800 Mitarbeiter fassen kann und mit modernster Gebäudetechnik ausgestattet ist.

Verkehr

Ditzingen liegt in unmittelbarer Nähe der Bundesautobahn 81 Heilbronn–Stuttgart–Singen, direkt an der Ausfahrt Stuttgart-Feuerbach. Durch die Kernstadt führt auch die Bundesstraße 295 Stuttgart–Leonberg–Calw.

Über die Schwarzwaldbahn Weil der Stadt–Stuttgart, auf der die Linien S6 und S60 der S-Bahn Stuttgart verkehren, ist der Bahnhof Ditzingen an das Schienennetz angebunden. Der Bahnhof wird von über 8000 Pendlern täglich genutzt. Der Ortsteil Heimerdingen wird durch die Strohgäubahn angeschlossen.

Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen mehrere Buslinien. Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) wurde 2016 neu gestaltet und am 16. Dezember 2016 offiziell seiner Bestimmung übergeben. Alle Linien verkehren zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbunds Stuttgart.

Der internationale Flughafen Stuttgart befindet sich im etwa 25 km entfernten Leinfelden-Echterdingen.

Behörden und Einrichtungen

In Ditzingen befindet sich das Logistikzentrum Baden-Württemberg (LZBW). Es untersteht dem Innenministerium Baden-Württemberg und ist die zentrale Vergabestelle für den Zentraleinkauf und für die Beschaffungen für den Polizeibereich und für alle Landeseinrichtungen.

Ditzingen hat auch ein Notariat und ist Sitz des Kirchenbezirks Ditzingen bzw. eines Dekans der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Bildung

Ditzingen hat ein Gymnasium (Gymnasium in der Glemsaue), eine Realschule (Realschule in der Glemsaue), eine Förderschule (Wilhelmschule), zwei Grundschulen in der Kernstadt (Wilhelmschule und Konrad-Kocher-Schule) und eine weitere im Stadtteil Heimerdingen sowie zwei Grund- und Hauptschulen mit Werkrealschule, nämlich die Konrad-Kocher-Schule in der Kernstadt und die Theodor-Heuglin-Schule Hirschlanden-Schöckingen im Stadtteil Hirschlanden.

Ver- und Entsorgung

Das Strom- und Gasnetz in der Stadt wird von der EnBW Regional AG betrieben. Das Trinkwasser wird teilweise aus städtischen Brunnen gefördert (35 %), der Rest wird von der Bodensee-Wasserversorgung und von der Strohgäu-Wasserversorgung bezogen. Gemeinsam mit der Stadt Stuttgart betreibt Ditzingen ein eigenes Klärwerk im unteren Glemstal. Die Abfallentsorgung wird von der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises Ludwigsburg mbH (AVL) übernommen, einer 100%igen Tochtergesellschaft des Landkreises Ludwigsburg. Die AVL ist beauftragt, die Aufgaben zur Vermeidung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen im Auftrag des Landkreises Ludwigsburg zu erfüllen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Stadtmuseum

Sitz des Stadtmuseums ist das Alte Rathaus am Laien, das über eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte, einen Raum für Wechselausstellungen und eine "Egerländer Heimatstube" verfügt. Der Rundgang durch die stadtgeschichtliche Sammlung wurde 2009 neu gestaltet.

Stadtarchiv

Das Stadtarchiv wird seit 1985 hauptamtlich geleitet und war bis 2010 im Untergeschoss des Schulzentrums in der Glemsaue untergebracht. Nach einem verheerenden Hochwasser bezog es neue Räume im alten Schulgebäude am Laien 4, im Sommer 2017 schließlich eigene Räume im Ortsteil Hirschlanden. Es verwahrt die Schriftgutüberlieferung der vier Ortsteile seit dem 16. Jahrhundert und betreut umfangreiche stadtgeschichtliche Sammlungen.

Theater

Die Stadthalle Ditzingen ist das Veranstaltungszentrum der Stadt. Hier werden unter anderem auch Theatervorstellungen geboten.

Musik

Das musikalische Leben der Stadt prägen die zahlreichen Vereine, darunter der Musikverein Stadtkapelle Ditzingen, der Liederkranz in Ditzingen, Heimerdingen und Hirschlanden, der Handharmonika-Club 1932 Ditzingen und die Harmonikafreunde Schöckingen sowie das Evangelische Bezirkskantorat Ditzingen.

Bauwerke

In der Stadtmitte steht die 1477 geweihte Konstanzer Kirche, die evangelische Hauptkirche der Stadt. Daneben befindet sich das neue Rathaus mit dem Bürgersaal. Im Drei-Giebel-Haus, das als Wahrzeichen der Stadt bezeichnet werden kann, ist die Stadtbibliothek und die städtische Galerie, im benachbarten alten Rathaus das Stadtmuseum untergebracht. Im Stadtzentrum befindet sich auch das Ditzinger Schloss, ursprünglich eine mittelalterliche Burganlage, die im 15./16. Jahrhundert errichtet wurde und Sitz des Ortsadels war. Die etwas außerhalb der Innenstadt gelegene Speyrer Kirche (ehemals St. Lambertus) stammt aus dem 16. Jahrhundert und dient heute als Friedhofskirche.

Ein kleines Kuriosum ist, dass zu beiden Kirchen in Großserie angebotene H0-Modelle existieren; die Konstanzer von Vollmer, die Speyrer von Kibri. Insgesamt gibt es im deutschsprachigen Raum nur etwa ein Dutzend verschiedene Modelle realer Sakralbauten.

Die evangelische Kirche in Heimerdingen war ursprünglich dem Heiligen Petrus geweiht. Sie wurde 1776 nach einem Brand als klassizistische Saalkirche neu erbaut. Die katholische Heilig-Geist-Kirche wurde 1964 erbaut. In Hirschlanden gibt es eine romanische Kirche, die 1748 vergrößert wurde. Die katholische Heilige Dreifaltigkeitskirche wurde 1974 erbaut. Die evangelische Kirche in Schöckingen mit spätromanischen und spätgotischen Teilen beinhaltet Grabmäler der Herren von Nippenburg und von Gaisberg aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Das Gasthaus zum Lamm in der Marktstraße ist eine ehemalige Schildwirtschaft, die unter Denkmalschutz steht. Der Hirsauer Pfleghof an der Stegstraße ist ebenfalls als Kulturdenkmal ausgewiesen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Als regelmäßige Veranstaltung findet das Ditzinger Hafenscherbenfest im zweijährigen Rhythmus am letzten Sommerferienwochenende statt.

Sport

Größter Sportverein sind die TSF Ditzingen, die besonders im Fußball, Fechten und Schach erfolgreich sind. Die Fußballer der TSF Ditzingen spielten zeitweilig in der Regionalliga Süd bzw. Oberliga. Die Ditzinger Fechter gewannen 2003 und 2006 den Deutschlandpokal im Herrendegen, einen Mannschaftswettbewerb, der mit dem DFB-Pokal im Fußball vergleichbar ist. Zudem erreichte die Degen-Mannschaft der TSF 2004 und 2006 das Halbfinale der deutschen Meisterschaften. Die Damendegen-Mannschaft der TSF Ditzingen erreichte 2011 das Finale des Deutschlandpokals. 2011 gewannen die Ditzinger alle drei Titel bei den deutschen Degen-Meisterschaften der B-Jugend: Samuel Unterhauser holte den Einzel-Titel im Jahrgang 1997, Simon Greul gewann den Jahrgang 1998; Samuel Unterhauser und Fabian Heuer (5. im Einzel 1997) holten tags darauf mit der Auswahl Württembergs den DM-Mannschaftstitel. Die TSF stellten 2001 mit Bruno Kachur den Vize-Weltmeister Degen Senioren Ü50; dreimal waren die TSF-Senioren (Ü40) seit 2002 Deutscher Mannschaftsmeister im Herrendegen, zweimal gelang der DM-Sieg der Damendegen-Mannschaft Ü40.

Überregionale Bedeutung hat auch die Schützengilde Ditzingen, die 1997 zu den Gründungsmitgliedern der 1. Bundesliga Bogenschießen gehörte und mehrere herausragende Bogenschützen hervorgebracht hat.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Gemeinde bzw. Stadt Ditzingen hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:

  • 1887, 20. Juni: Andreas von Renner, Württembergischer Finanzminister (1814–1898)
  • 1917, 9. Juli: Wilhelm Stähle, Schultheiß
  • 1999: Alfred Fögen, Oberbürgermeister a. D.
  • 2001: Berthold Leibinger, Unternehmer

Söhne und Töchter der Stadt

  • 1740, Christoph Dionysius von Seeger, † 1808 in Blaubeuren, Lehrer und ein Hauptorganisator der Hohen Karlsschule
  • 1775, Ludwig von Gaisberg, † 1852 in Neudegg bei Donauwörth, Justizbeamter, Landtagsabgeordneter
  • 1786, Konrad Kocher, † 1872 in Stuttgart, Kirchenmusiker, Organist an der Stuttgarter Stiftskirche, später auch dortiger Musikdirektor
  • 1787, Johann Jacob Mann, Oberamtmann in Wangen, Münsingen und Vaihingen
  • 1810, Johann Ulrich Wirth, † 1879 in Winnenden, protestantischer Theologe und Philosoph
  • 1814, Andreas von Renner, † 1898 in Stuttgart, Finanzminister des Königreichs Württemberg.
  • 1815, Gottlieb Friedrich Krauß, † 1895 in Stuttgart, Lithograf, Vertreter der Arbeiterbewegung in Stuttgart
  • 1824, Theodor von Heuglin, geboren in Hirschlanden, † 1876 in Stuttgart, Ornithologe und Afrika-Forscher
  • 1849, Karl Immendörfer, geboren in Heimerdingen, † 24. März 1911 in Heimerdingen, Landwirt und Politiker
  • 1881, Jakob Wilhelm Hauer, † 1962 in Tübingen, Indologe und Religionswissenschaftler
  • 1940, Peter Gamper, Leichtathlet und Medienwissenschaftler
  • 1998, Jonas Hämmerle, Schauspieler, stammt aus dem Ortsteil Heimerdingen
  • 2002, Janna Schweigmann, Volleyballspielerin, stammt aus dem Ortsteil Heimerdingen

Sonstige Persönlichkeiten, die mit Ditzingen in Verbindung stehen

  • Nikolaus Basellius (ca. 1470–1532), Hirsauer Benediktiner und Chronist, 1524 bis 1527 Inhaber der hiesigen Marien-Pfarrei (Konstanzer Kirche)
  • Ludwig von Janowitz (1583–1641), Verwaltungsbeamter und Gesandter, Besitzer des Ditzinger Schlosses
  • Alfred Fritz (1860–1941), evangelischer Pfarrer, Archivar und Schriftsteller, Pseudonym Joseph Hahn
  • Erwin Starker (1872–1938), Maler des Impressionismus
  • Rudolf Hruschka (1881–1961), sudetendeutscher Lehrer und Heimatforscher, kam nach dem Zweiten Weltkrieg als Vertriebener nach Ditzingen
  • Robert Eberwein (1909–1972), Maler, Grafiker und Illustrator; lebte von 1950 bis 1972 in Ditzingen
  • Heinrich Eberhardt (1919–2003), Maler, Grafiker und Kunstpädagoge; lebte von 1926 bis 2003 in Ditzingen
  • Kurt Weinmann (1922–2007), Chemiker, geschäftsführender Gesellschafter der Loba-Holmenkol-Chemie Dr. Fischer und Dr. Weinmann KG in Ditzingen
  • Dieter Schnabel (* 1935), Rechtsanwalt, Kulturjournalist und Kommunalpolitiker
  • Günther Oettinger (* 1953), seit 2010 EU-Kommissar für Energie, von 2005 bis 2010 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, wuchs in Ditzingen auf und war dort Vorsitzender des CDU-Ortsverbands, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion im Gemeinderat und Mitbegründer der Jungen Union Ditzingen. 1982 kandidierte Oettinger erfolglos um das Amt des Ditzinger Oberbürgermeisters.
  • Konrad Epple (* 1963), Politiker, stellvertretender Oberbürgermeister von Ditzingen, Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg
  • Dietmar Haaf (* 1967), Leichtathlet, begann seine Karriere bei den TSF Ditzingen
  • Thomas D alias Thomas Dürr (* 1968), Mitglied der Hip-Hop- bzw. Rap-Band Die Fantastischen Vier, in Ditzingen aufgewachsen
  • Bastian Knittel (* 1983), Tennisprofi
  • Mario Mandžukić (* 1986), kroatischer Fußballspieler, lebte von 1992 bis 1996 in Ditzingen

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Ditzingen

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