Gemeinde
Bad Zwischenahn
Am Brink 9
26160 Bad Zwischenahn

http://www.bad-zwischenahn.de

Bad Zwischenahn

160pxAbb. 1 Wappen von Bad Zwischenahn
Basisdaten
Bundesland Niedersachsen
Höhe 7 m
PLZ 26160
Vorwahl 04403, 0441 (Ofen)
Gliederung 19 Bauerschaften
Website www.bad-zwischenahn.de
Bürgermeister Arno Schilling (SPD)
Bad Zwischenahn () ist die größte Gemeinde im Landkreis Ammerland in Niedersachsen und liegt westlich der Stadt Oldenburg.

Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde Bad Zwischenahn liegt im Südosten des Landkreises Ammerland. Hauptort der Gemeinde und deren Verwaltungssitz ist der gleichnamige Ort Bad Zwischenahn am Zwischenahner Meer. Er liegt 17 Kilometer westlich der Stadt Oldenburg. Die Nordsee ist rund 60 Kilometer und die niederländische Grenze rund 80 Kilometer entfernt.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde Bad Zwischenahn grenzt im Nordosten an die Gemeinde Wiefelstede, im Südosten an die Stadt Oldenburg, im Süden an die Gemeinde Edewecht und im Nordwesten an die Kreisstadt Westerstede.

Flächennutzung

Das Landschaftsbild wird geprägt durch die im gesamten Ammerland vorkommenden Baumschulen, die vor allem aufgrund des küstennahen Klimas (hohe Feuchtigkeit, milde Winter) in dieser Gegend hervorragende Voraussetzungen finden. Besonders Rhododendren, aus den regenreichen Gebieten des Himalaya kommende fleischblättrige Hartgehölze, finden hier die zur Aufzucht notwendige feuchte Luft.

10,3 % des Gemeindegebietes sind von Wäldern und Gehölzen bedeckt (Stand: 1993). Als größtes zusammenhängendes Waldgebiet ist hier der Wold bei Bloh zu nennen. Er ist circa 250 Hektar groß und bietet mit dem Baggersee Woldsee einen im Sommer gern besuchten Badepark. Etwa 35 % des Gemeindegebietes werden als Weideland oder Wiese genutzt. Besonders die kultivierten Gebiete der ehemaligen Hochmoore zählen zu diesen Flächen. Ackerland inklusive Baumschulen und Gartenbaubetriebe bildet etwa 23 % der Gemeindefläche. Anders als im Mittelalter findet man heute auch in den trockengelegten Moorflächen Äcker. Hier unterscheidet man zwischen den historischen Eschäckern und den neuzeitlichen Mooräckern.

Geologie

Die Gemeinde Bad Zwischenahn liegt im Gebiet der Nordoldenburgisch-Ostfriesischen Geest. Während in den Niederungen (Täler) feuchte Wiesen zu finden sind, wurden auf den sandigen Rücken Ackerflächen kultiviert. Auf diesen Rücken wurde bis zum Mittelalter vorwiegend Getreide angebaut. Durch den Mono-Anbau kam es zur Verarmung von Nährstoffen. Um dem verarmten Boden wieder Nährstoffe zuzuführen, stach man im humusreichen Grünland der Täler sogenannte Plaggen aus und brachte sie, angereichert mit Tierexkrementen, als Plaggendünger auf den Ackerflächen aus. Hierdurch wurden die Geestrückenflächen zum plaggengedüngten Esch. Durch das Aufbringen dieser Düngemittel wurden im Laufe der Zeit die Eschflächen deutlich erhöht. Die Talböden sind oft überschwemmt, was auf den unterhalb der Ammerländer Geest befindlichen Ton zurückzuführen ist.

Südlich der Ammerländer Geest befindet sich die Leda-Jümme-Niederung. Diese Niederung besteht hauptsächlich aus Moor. Die zur Gemeinde Bad Zwischenahn gehörenden großen Moore Ekerner Moor, Speckener Moor und Kayhauser Moor gehören als nördliche Ausläufer zum Vehnemoor. Durch das Vorhandensein von Moor konnte Bad Zwischenahn zum staatlich anerkannten Moorheilbad ausgebaut werden und auch durch den Abbau von Torf wirtschaftlich profitieren.

Zentrum der Gemeinde ist das Zwischenahner Meer, welches über einem weit in die Tiefe ragenden Salzstock liegt.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Bad Zwischenahn setzt sich aus 16 Bauerschaften mit insgesamt 19 Verwaltungsbezirken zusammen:

  • Bad Zwischenahn, gegliedert in die Verwaltungsbezirke I, II Ost und II West
  • Specken
  • Ekern
  • Dänikhorst
  • Ohrwege
  • Rostrup, gegliedert in die Verwaltungsbezirke Rostrup I und Rostrup II
  • Elmendorf
  • Helle
  • Aschhausen
  • Kayhausen
  • Kayhauserfeld
  • Petersfehn, gegliedert in die Verwaltungsbezirke Petersfehn I und Petersfehn II
  • Wehnen
  • Ofen
  • Westerholtsfelde
  • Bloh, kein eigener Verwaltungsbezirk, sondern zwischen Petersfehn I (Süd-Bloh) und Wehnen (Nord-Bloh) aufgeteilt

Geschichte

Ausgrabungsfunde in Querenstede bezeugen eine erste Besiedlung des heutigen Gemeindegebietes von Bad Zwischenahn auf die ausklingende Weichsel-Kaltzeit um etwa 10.000 v. Chr.. Systematische archäologische Ausgrabungen im Ammerland Mitte des 20. Jahrhunderts deuten auf eine durchgehende Besiedlung hin, die in der Zeit um etwa 500 n. Chr. plötzlich abbrach. Nach einer mehrere hundert Jahre andauernden Wüstungszeit begann im 9. Jahrhundert dann die Neubesiedlung der Region. In dieser Zeit entstanden überall Eschhöfe und an den Ausläufern ihrer Ländereien bildeten sich sogenannte Brinksiedlungen mit meist niederwertigerem Ackerboden. In diese Zeit lassen sich auch Ausgrabungsfunde aus einem Brunnen in der Nähe des heutigen Marktplatzes (heute Am Brink) datieren.

Erste schriftliche Zeugnisse über Zwischenahn gibt es im Jahr 1124 im Zusammenhang mit der Gründung der St.-Johannes-Kirche durch den oldenburger Grafen Egilmar. Auf dieses Jahr wird daher die Gründung Bad Zwischenahns offiziell festgelegt. Das sich um das Zwischenahner Meer erstreckende Kirchspiel Zwischenahn bildete nach dem Ende der Franzosenzeit ab 1814 mit dem Kirchspiel Edewecht das Amt Zwischenahn, das dann 1858 mit dem Amt Westerstede unter gleichem Namen zusammengelegt wurde. 1933 wurden die Ortschaften Ofen, Wehnen, Bloh, und Petersfehn aus der aufgelösten Gemeinde Ofen sowie der südliche Teil von Westerholtsfelde aus der Gemeinde Wiefelstede eingemeindet. Damit erhielt Bad Zwischenahn seine heutige Größe.

Ein schweres Zugunglück ereignete sich am 20. November 1944, als ein mit 1500 niederländischen Arbeitern besetzter Zug im Bahnhof von Bad Zwischenahn auf einen dort stehenden Zug auffuhr. Dabei starben 29 Menschen, verletzt wurden 67, darunter etwa 30 schwer.

Im März 1945 erfolgten schwere Bombardements des Fliegerhorsts Rostrup. Am letzten Apriltag 1945 forderten kanadische Flugblätter Bad Zwischenahn auf, letztes, sinnloses Blutvergießen zu vermeiden: „Wenn sich Zwischenahn nicht ergibt, wird es dem Erdboden gleichgemacht.“ Allerdings ließen die Kanadier hinter der Front auch durchblicken, „daß es unser Wunsch ist, dieses nette kleine Städtchen nicht dem Erdboden gleich zumachen.“ In der Nacht auf den 1. Mai 1945 erreichte der Edewechter Pastor Wilhelm Schulze – gebürtiger Zwischenahner – als Parlamentär den kampflosen Abzug deutscher Truppen. Die Kanadier dankten ihm mit den Worten: “You have done a great work this night”. Bad Zwischenahn war gerettet.

Mit dem Bau der Chaussee von Oldenburg über Zwischenahn nach Westerstede im Jahr 1837 sowie dem Bau der Bahnstrecke Oldenburg–Leer dreißig Jahre später nahmen die Bevölkerung und der Fremdenverkehr stetig zu. Zwischenahn erfreute sich bereits zu dieser Zeit zunehmender Beliebtheit als Naherholungsort. 1919 wurde Zwischenahn der Titel „Bad“ verliehen und 1964 das Prädikat „Staatlich anerkanntes Moorheilbad“. Ein Antrag auf Verleihung des Stadtrechts im Jahr 1974 blieb erfolglos.

2002 war Bad Zwischenahn als „Hauptstadt der Bäume“ Schauplatz der ersten Niedersächsischen Landesgartenschau, die über eine Million Besucher anzog. Das Gartenschaugelände wurde in der Folge zum Park der Gärten weiterentwickelt.

Der Ortskern von Bad Zwischenahn präsentiert sich heute wie eine moderne Kleinstadt mit Fußgängerzone, Promenade, Einkaufsläden und Gastronomie.

Namensentwicklung

Der Name ist höchstwahrscheinlich von dem Wort to-scentan abgeleitet, was auf ein Rodungsgebiet hindeutet. Das Wort bedeutet etwa so viel wie das Herausgeschnittene. Eine andere Theorie besagt, dass der Name auf die Lage zwischen mehreren kleinen Flüssen, den Auen herrührt. Demnach bedeutet Zwischenahn so viel wie zwischen den Auen.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1998 24.617
1999 25.013
2000 25.348
2001 25.634
2002 25.762
Jahr Einwohner
2003 26.236
2004 26.898
2005 26.958
2006 27.173
2009 27.647
Jahr Einwohner
2015 28.204

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat der Gemeinde Bad Zwischenahn besteht aus 36 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 25.001 und 30.000 Einwohnern. Die 36 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011 und endet am 31. Oktober 2016.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Arno Schilling (SPD).

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:

Partei  Anteilige Stimmen  Anzahl Sitze  Veränderung Stimmen  Veränderung Sitze
CDU 35,2 % 13 - 1,9 % 0
SPD 29,5 % 11 - 3,3 % - 1
Bündnis 90/Die Grünen 11,2 % 4 - 4,6 % - 2
UWG 7,8 % 3 - 1,6 % 0
FDP 6,7 % 2 + 1,9 % 0
Linke 3,8 % 1 + 3,8 % + 1
ALFA 3,0 % 1 + 3,0 % + 1
ÖDP 2,7 % 1 + 1,9 % + 1

Bürgermeister

Seit 2006 ist Arno Schilling (SPD) Bürgermeister der Gemeinde Bad Zwischenahn. Bei der letzten Bürgermeisterwahl vom 25. Mai 2014 wurde er mit 50,45 % der Stimmen wiedergewählt. Sein Gegenkandidat bei der Stichwahl Christian Wandscher (CDU) erhielt 49,55 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 55,51 %.

Wappen

Blasonierung: In goldenem Schild zwei rote Balken, belegt mit einem silbernen Brunnen und drei Reithkolben darüber.

Die roten Balken symbolisieren die Gemeinde Bad Zwischenahn als Gemeinde des Ammerlandes. Ihre Bedeutung geht der Überlieferung nach auf den Grafen Gerd den Mutigen zurück: sie stellen die sog. ammerländischen Blutbalken dar. Der Brunnen symbolisiert einen um etwa 900 entstandenen Brunnen im Ortskern von Bad Zwischenahn, der 1955 wieder freigelegt wurde. Die Reithkolben sind auf den Randbewuchs des Zwischenahner Meeres zurückzuführen. Dieses Reith wächst auch in den weiten Moorgebieten rund um Bad Zwischenahn. Die Moore bilden die Voraussetzung, dass Bad Zwischenahn den Status als staatlich anerkanntes Moorheilbad erhalten hat.

Flagge

Die Streifenflagge zeigt in der oberen Hälfte die Farbe Rot, in der unteren Hälfte die Farbe Gold. Die Mitte der Flagge ist mit dem Gemeindewappen belegt.

Städtepartnerschaften

Bad Zwischenahn unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

  • Izegem (Belgien), seit 20. September 1980
  • Centerville (Ohio, USA), seit August 1981
  • Goluchow (Polen), seit Juli 2006

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten und Bauwerke

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  • Zwischenahner Meer
  • St.-Johannes-Kirche
    Die protestantische, romanisch-gotische Kirche besitzt im Inneren barocke Emporen, eine barocke Kanzel, eine klassizistische Orgel und einen prächtigen gotischen Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert.
  • Altes Kurhaus
  • Wasserturm von Fritz Höger
  • Schüßlerdenkmal
  • Mühlen
    • Kappenwindmühle Bad Zwischenahn (1811)
    • Windmühle Ekern (1865)
    • Windmühle Querenstede (1802)
    • Rügenwalder Mühle in Kayhausen (2012)

Museen

Das seit 1910 bestehende Freilichtmuseum Ammerländer Bauernhaus ist eine Bauernhofanlage, die heute aus insgesamt 17 Häusern und Nebengebäuden besteht. Hauptgebäude ist ein original Ammerländer Buurnhus, das im Kern aus der Zeit um 1695 stammt. Weitere Gebäude kamen zwischen 1910 und 2013 von anderen Standorten der Gemeinde auf das Museumsgelände. Das Museum zeigt die bäuerliche Lebenskultur der Zeit um 1700.

Das Museum Specken befindet sich im Speckener Weg und gehört mit zum Freilichtmuseum Ammerländer Bauernhaus. Im sogenannten Museumskroog werden seit 1993 Exponate im Rahmen von wechselnden Ausstellungen und zeitlich begrenzte Sonderausstellungen gezeigt, die zeitlich nicht ins Freilichtmuseum passen oder überzählig sind.

Die Alte Pathologie Wehnen befindet sich auf dem Gelände der Karl-Jaspers-Klinik im Ortsteil Wehnen. Sie ist eine Gedenk- und Dokumentationsstätte für Opfer der Euthanasie im nationalsozialistischen Deutschland.

Parks und Grünanlagen

Im Ortsteil Rostrup befindet sich der Park der Gärten. Der Park entstand im Jahr 2002, als dort zum ersten Mal eine Niedersächsische Landesgartenschau veranstaltet wurde. 2003 wurde das Areal der Gartenschau in ihren heutigen Namen Park der Gärten umbenannt. Der rund 14 Hektar große Park setzt sich aus 43 verschiedenen Themengärten zusammen, die durch Hecken und großzügige Rasenflächen voneinander abgegrenzt werden. Im Jahr 2013 wurde das neue Besucherhaus des Parks eröffnet, das im Gegensatz zum Park der Gärten ganzjährig geöffnet hat. Unmittelbar neben dem Park der Gärten befindet sich ein Golfplatz.

Der Kurpark liegt im Ort Bad Zwischenahn direkt am Zwischenahner Meer. Er ist öffentlich und ohne Eintritt zu betreten.

Regelmäßige Veranstaltungen

Aus dem Bad Zwischenahner Veranstaltungskalender sind die folgenden regelmäßigen Veranstaltungen mit großer regionaler bzw. überregionaler Bekanntheit erwähnenswert:

  • August:
    • Jazz Festival – jeweils am ersten Wochenende im August
    • Bad Zwischenahner Woche (ZwiWo) – Volksfest mit „Tag der Heimat“, Umzug, Kunsthandwerkermarkt, Kunstausstellungen sowie einem Abschlussfeuerwerk (seit 1975)
    • Internationales Motorrad-Sandbahnrennen auf der Sandbahn im Sportstadion
  • Oktober:
    • Welsmarkt
    • Herbstlauf in Ofen - jeweils am Tag der deutschen Einheit

Wirtschaft und Infrastruktur

Tourismus

Die Wirtschaft des Ortes wird vom Tourismus geprägt. Zwischenahn ist bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein beliebtes Urlaubsziel. Hauptattraktion ist das Zwischenahner Meer mit seinen Wassersportmöglichkeiten und dem Rad- und Wanderwegenetz rund um das Meer. Auf dem Zwischenahner Meer verkehren die drei Schiffe der Weissen Flotte Bad Zwischenahn, die von der Reederei Herbert Ekkenga AG betrieben werden.

In der Gemeinde stehen vielfältige Übernachtungsmöglichkeiten u.a. auch Campingplätze sowie eine Jugendherberge zur Verfügung. 2011 besuchten 169.708 Gäste ohne Tagesbesucher die Gemeinde. Das waren 5.335 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen stieg von 628.106 im Jahr 2010 auf 633.758. Gäste sind im Durchschnitt 6,2 Tage in Bad Zwischenahn.

Kureinrichtungen

Bad Zwischenahn verfügt als staatlich anerkannter Kurort über verschiedene Kureinrichtungen, die von der 1956 gegründeten Kurbetriebsgesellschaft Bad Zwischenahn betrieben werden. Zu nennen sind das Reha-Zentrum am Meer mit der Klinik für Orthopädische und Rheumatologische Rehabilitation und der Klinik für Onkologische Rehabilitation, das Ambulante Reha-Zentrum am Meer, das Gesundheitszentrum am Meer, das Wellenbad mit Saunalandschaft und das Wellness-Dorf am Meer. Alle Kureinrichtungen befinden sich am Ufer des Zwischenahner Meeres.

Das nahe am See gelegene Alte Kurhaus wurde 1874 erbaut und steht heute unter Denkmalschutz. Es wurde zuerst als Kurhaus betrieben und im Zweiten Weltkrieg als Lazarett verwendet. Im Jahre 1997 wurde der Klinikbetrieb eingestellt, heute sind dort die "Bibliothek am Meer", sowie Büroräume und Veranstaltungsräume untergebracht.

Im Bad Zwischenahner Kurpark befindet sich seit 1996 der Kneippgarten mit einem frei zugänglichen Kneipptretbecken mit kaltem Brunnenwasser aus dem Kayhauser Moor sowie einem Kneipp-Kräutergarten mit verschiedenen Kräuter und Arzneipflanzen-Arten. Die Anlage wird von den Mitgliedern des Bad Zwischenahner Kneippvereins ehrenamtlich betreut.

Zur Finanzierung der Kureinrichtungen und dem Kurservice erhebt die Gemeinde einen ganzjährigen Kurbeitrag.

2007 erhielt Bad Zwischenahn in einem großen Qualitätsvergleichs zwischen 158 Heilbädern und Kurorten aus sieben Bundesländern die Auszeichnung Kurort Nummer 1 in Niedersachsen, im Gesamtvergleich erreichte der Kurort den Platz zwei.

Verkehr

Straßenverkehr

Bad Zwischenahn wird über die Landesstraßen L 815 und L 825 an die Bundesautobahn A 28 angeschlossen, die nordöstlich des Zwischenahner Meeres von Oldenburg nach Emden verläuft. Die Landesstraße L 815 von Westerstede zur Anschlussstelle Neuenkruge der A 28 führt durch den Ort. Der Verkehr wird durch eine neu gebaute, parallel zur Bahnstrecke Oldenburg–Leer verlaufende Umgehungsstraße am Ortskern mit den Kureinrichtungen vorbeigeführt und trennt den Ort in einen nördlichen und einen südlichen Teil.

Schienenverkehr

Der Bahnhof Bad Zwischenahn liegt an der Bahnstrecke Oldenburg–Leer. Er ist Halt von Intercity-Zügen der Linie 56 von Norddeich Mole über Oldenburg, Bremen, Hannover, Magdeburg nach Leipzig, siehe auch: Liste der Intercity-Bahnhöfe.

Des Weiteren wird die Station von Regional-Express-Zügen der Relation Norddeich Mole–Hannover bedient, gemeinsam mit den Fernzügen, die bis Bremen zuschlagfrei sind, ergibt sich ein Stundentakt.

Außerdem ist Bad Zwischenahn seit Dezember 2010 Endpunkt der Regio-S-Bahn Bremen/Niedersachsen, Linie RS 3.

Öffentlicher Personennahverkehr

Bad Zwischenahn wird von mehreren Bussen im Linienverkehr angefahren. Die Busse werden je nach Linie von Weser-Ems-Bus, Bruns Reisen aus Bad Zwischenahn und Gerdes-Reisen aus Westerstede betrieben. Es gelten die Tarife des Verkehrsverbunds Bremen/Niedersachsen.

  • 350 Westerstede – Bad Zwischenahn – Oldenburg
  • 370 Rastede – Wiefelstede – Bad Zwischenahn
  • 373 Bad Zwischenahn – Petersfehn – Wehnen – Ofen
  • 375 Bad Zwischenahn – Edewecht – Süddorf
  • 394 Bad Zwischenahn - Petersfehn

Flugplatz

Im nördlichen Gemeindegebiet liegt auf einem Teil des früheren Fliegerhorstes Zwischenahn der Wehrmacht das Segelfluggelände Rostrup. Der für Segelflugzeuge und Motorsegler zugelassene Flugplatz befindet sich an der nordwestlichen Ecke des Zwischenahner Meeres und wird durch den Luftsportverein Oldenburg – Bad Zwischenahn e.V. betrieben. Von April bis Oktober wird dort in Abhängigkeit vom Wetter geflogen.

Ansässige Unternehmen

In Bad Zwischenahn hat die 1834 von Metzgermeister Carl Müller im pommerschen Rügenwalde gegründete „Carl Müller Rügenwalder Wurstfabrik“ ihren Sitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Firma 1946 ins Ammerland verlegt und firmiert seitdem unter dem Namen Rügenwalder Mühle Carl Müller GmbH & Co. KG. Erkennungszeichen ist die Rügenwalder Mühle. Im Jahr 2012 wurde in Kayhausen eine Windmühle als Vergegenständlichung des Firmenlogos errichtet. Mit fast 400 Mitarbeitern erwirtschafte die Firma 2010 einen Umsatz von 166 Millionen Euro. Sie ist einer der großen Arbeitgeber in der Region.

Ein weiterer großer Arbeitgeber in Bad Zwischenahn ist die Hüppe-Gruppe, die weltweit in 22 Ländern tätig ist. Das Unternehmen beschäftigt in seinem Werk in Bad Zwischenahn rund 320 Mitarbeiter. 50 Prozent der Gesamtproduktion werden dort hergestellt.

Die Baumschule Bruns hat ihren Sitz in Bad Zwischenahn. Die Baumschule zählt zu den größten Baumschulen in Europa. Sie ist besonders auf den Bereich Großpflanzen und Export spezialisiert.

Die in der Frachtschifffahrt international engagierte Reederei Schepers hat ihren Firmensitz in Bad Zwischenahn.

Im Jagdhaus Eiden am Zwischenahner Meer ist seit 1976 eine Spielbank ansässig. Die Spielbank Bad Zwischenahn gehört zur Gruppe Casinos Austria.

Bildungseinrichtungen

;Grundschulen

  • Grundschule am Wiesengrund in Bad Zwischenahn
  • Erwin-Roeske-Grundschule Elmendorf/Aschhausen
  • Grundschule Ofen
  • Grundschule Petersfehn
  • Grundschule Rostrup
  • Katholische Grundschule Christophorus Rostrup

;Weiterführende Schulen

  • Oberschule Bad Zwischenahn
  • Gymnasium Bad Zwischenahn/EdewechtDie zwei weiterführenden Schulen der Gemeinde Bad Zwischenahn bilden räumlich ein Schulzentrum.

;Berufsbildende Schulen

  • Berufsbildende Schulen Ammerland in Rostrup
  • Bau-ABC, Bildungseinrichtung des Baugewerbes, ebenfalls in Rostrup;Berufliche Bildung
  • Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeitnehmerkammer Bremen gGmbH

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Jakob von der Specken (um 1390, letzte Erwähnung 1456), einflussreicher Drost der oldenburgischen Grafen Dietrich I. und Gerd; ließ 1428 das quellenhistorisch bedeutende „Oldenburger Salbuch“ verfassen
  • Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898), Begründer der „Biochemischen Heilweise“, der Therapie mit sogenannten Schüßler-Salzen
  • Diedrich Gerhard Roggemann (1840–1900), Bürgermeister von Oldenburg, Landtagspräsident und Reichstagsabgeordneter
  • Wilhelm Gleimius (1857–1950)
  • Heinrich Sandstede (1859–1951), Pflanzenforscher
  • Hermann Voß (1892–1934), Politiker (NSDAP)
  • Johann Roggemann (1900–1981), Politiker (Mitglied des Oldenburgischen Landtages) und NSDAP-Funktionär
  • Carsten Linke (* 1965), ehemaliger Fußballspieler von Hannover 96

Mit Bad Zwischenahn verbunden

  • Graf Gerhard (Gerd) der Mutige (1430–1500), See- und Straßenräuber, Regent von Bad Zwischenahn
  • Richard Friese (1854–1918), bedeutender deutscher Tiermaler und -Plastiker, verstorben in Bad Zwischenahn
  • Georg Bernhard Müller vom Siel (1865–1939), Maler, lebte 1909–1939 in Wehnen
  • Johann Friedrich Höger, genannt Fritz Höger (1877–1949), Architekt, baute 1928 den Wasserturm in Bad Zwischenahn
  • Sophie Charlotte von Oldenburg (1879–1964), lebte von 1951 bis zu ihrem Tod in einem kleinen Haus in Bad Zwischenahn.
  • Alma Rogge (1894–1969), Schriftstellerin, ihr Lustspiel De Vagentschooster wurde 1921 im „Ammerländer Bauernhaus“ in Bad Zwischenahn uraufgeführt
  • Adolf Georg Niesmann (1899–1990), Maler, starb hier
  • Karl Dieter Zoller (1921–1993), Archäologe, gründete 1965 die Siedlungsarchäologische Forschungsstelle in Bad-Zwischenahn
  • Dieter Nordholz (* 1926), Zahnmediziner und ehemaliger Inspizient Zahnmedizin der Bundeswehr
  • Wolf Gerlach (1928–2012), deutscher Bühnenbildner und Erfinder der Mainzelmännchen
  • Rolf Schmiederer (1928–1979), Politikdidaktiker, in Bad Zwischenahn verstorben
  • Horst Eckert (* 1931), bekannt als Janosch, Autor und Maler, lebte von 1946 bis 1952 und dann noch einmal von 1953 bis 1958 in Bad Zwischenahn
  • Udo Pastörs (* 1952), Politiker der NPD, ist hier aufgewachsen.
  • Horst Bösing (* 1954), Komponist und Musikproduzent komponierte hier die meisten seiner Werke, u. a. für die Landesgartenschau 2002
  • Michael Ramsauer (* 1970), Maler, machte hier sein Abitur
  • Ferdinand Rohde (* 1957), ehemaliger Bundesligaspieler, lebt in Bad Zwischenahn

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bad Zwischenahn

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