Stadt Bad Langensalza
Der Bürgermeister
Marktstr. 1
99947 Bad Langensalza

http://www.badlangensalza.de

Bad Langensalza

160pxAbb. 1 Wappen von Bad Langensalza
Basisdaten
Bundesland Thüringen
Höhe 185 m
PLZ 99947
Vorwahl 03603, 036042 (Nägelstedt)
Gliederung Kernstadt; 12 Stadtteile
Website www.badlangensalza.de
Bürgermeister Bernhard Schönau (FDP)

Bad Langensalza ist eine Kurstadt im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen (Deutschland). Sie ist nach der Kreisstadt Mühlhausen die zweitgrößte Stadt im Kreis und bildet das Mittelzentrum für dessen südöstlichen Teil sowie für einige Gemeinden im nördlichen Landkreis Gotha.

Bad Langensalza gehört zu den historisch bedeutendsten Städten im Thüringer Becken, wovon die reichhaltige historische Bausubstanz in der Altstadt zeugt. Sie ist mit einer ummauerten Fläche von gut 50 Hektar nach denen der Nachbarstädte Erfurt und Mühlhausen die drittgrößte Altstadt in Thüringen. Als eine der Waidstädte war Bad Langensalza sehr wohlhabend, sodass große Kirchen und eine mächtige Stadtmauer aus Langensalzaer Travertin, der direkt im Südwesten der Altstadt abgebaut werden konnte, errichtet wurden. Seit 1990 wurde die Altstadt zu einem großen Teil restauriert.

Später wurden in der Stadt Heilquellen erschlossen, die bis heute dem Kurbetrieb dienen. Damit einher ging die Anlage mehrerer Parks, wie Rosengarten und Japanischer Garten.

Geographie

Bad Langensalza liegt im Thüringer Becken, dem fruchtbaren Tiefland entlang der Unstrut. Durch die Stadt selbst fließt die Salza, die etwa zwei Kilometer östlich der Stadt in die Unstrut mündet. Bad Langensalza liegt in einer unbewaldeten, intensiv landwirtschaftlich genutzten flach-welligen Landschaft, die nach Westen zum Hainich, nach Norden zu den Heilinger Höhen und nach Südosten zu den Fahner Höhen ansteigt. Bedingt durch diese Lage ist das Klima in Bad Langensalza verhältnismäßig mild und mit Jahresniederschlägen von etwa 500 Millimetern sehr trocken.

Die Stadt selbst gliedert sich in den relativ großen Altstadtkern, dessen Begrenzung die historische Stadtmauer darstellt, sowie mehrere städtische Erweiterungsgebiete aus der Zeit ab 1850. Zunächst dehnte sich die Stadt Richtung Bahnhof nach Süden und Südosten aus. Hier entstanden auch die ersten Industriegebiete. Es folgte eine Ausdehnung nach Südwesten, wo sich das 1950 eingemeindete Dorf Ufhoven befindet, das mittlerweile vollständig mit der Kernstadt zusammengewachsen ist. Seit 1950 dehnte sich die Stadt vor allem nach Norden aus, wo mehrere Wohn- und Gewerbegebiete entstanden. Durch die Kommunalreformen Anfang der 1990er-Jahre wurde das administrative Stadtgebiet stark vergrößert und erstreckt sich jetzt von den Wäldern des Nationalparks Hainich bis auf die östliche Seite der Unstrut.

Nachbarstädte von Bad Langensalza sind Mühlhausen, 20 Kilometer nordwestlich, Eisenach, 30 Kilometer südwestlich, Gotha, 20 Kilometer südlich, Erfurt, 30 Kilometer südöstlich, Sömmerda, 35 Kilometer östlich und Sondershausen, 35 Kilometer nordöstlich. Angrenzende Gemeinden sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen): Schönstedt, Großengottern, Altengottern, Bothenheilingen, Neunheilingen, Kleinwelsbach, Kirchheilingen, Sundhausen, Klettstedt und Großvargula im Unstrut-Hainich-Kreis, Tonna, Ballstädt, Westhausen, Hochheim und Wangenheim im Landkreis Gotha sowie Hörselberg-Hainich im Wartburgkreis.

Stadtgliederung

Bad Langensalza gliedert sich in insgesamt 13 Ortsteile:

Ortsteil Einwohner
Kernstadt und Ufhoven 13.690
Aschara 491
Eckardtsleben 246
Großwelsbach 315
Grumbach 286
Henningsleben 257
Illeben 274
Merxleben 481
Nägelstedt 730
Thamsbrück 1.041
Waldstedt 108
Wiegleben 390
Zimmern 351

Wappen

Beschreibung: In Rot drei gezinnte silberne Rundtürme mit je vier Schießscharten, drei Fenstern und blauen Spitzdächern mit goldenen Knäufen und nach rechts wehenden goldenen Fahnen; jeder Turm mit einem schräg gestellten Wappen belegt: links in Gold ein schwarzer, in der Mitte in Blau ein Weiß-rot gestreifter Löwe, rechts in Gold zwei blaue Pfähle.

Symbolik: Die drei Schilde zeigen den Meißner und den Thüringer Löwen und die Landsberger Pfähle. Die drei Türme sollen die Umschließung von drei Vorstädten mit gemeinsamer Stadtmauer symbolisieren.

Geschichte

Ersterwähnung bis 1800

Zu Beginn des 9. Jahrhunderts wurde erstmals ein Ort namens Salza – im lateinischen Text Salzaha – im Breviarium Sancti Lulli, dem Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld zur Zeit des Erzbischofs Lullus von Mainz († 786), urkundlich erwähnt. Das Kloster besaß im Ort zwei Hufen und zwei Höfe.

Am 1. Juni 932 erfolgte die erste sichere urkundliche Erwähnung des Dorfes Salzaha (Langensalza) in der Urkunde über einen Gütertausch im Westergau zwischen dem deutschen König Heinrich I. und dem damaligen Abt des Klosters Hersfeld, Megingoz.

Im Jahr 1070 stiftete Ludwig der Springer aus dem Geschlecht der Ludowinger die Liebfrauenkirche in Salza. Drei Jahre später wurde im Reichshof Homburg an der Unstrut eine Fürstenversammlung abgehalten. Im Rahmen des Sachsenkriegs Heinrichs IV. fand am 9. Juni 1075 die Schlacht bei Homburg und Nägelstedt an der Unstrut statt. Das königliche Heer siegte über das vereinte aufständische sächsisch-thüringische Heer. Der Halberstädter Bischof Burchard II., einer der Anführer der Aufständischen, wurde in der Homburg festgesetzt.

1136 wurde die Stiftung des Benediktinerklosters Homburg erneuert. Kaiser Lothar III. bestimmte die Umwandlung des Nonnenklosters in ein Mönchskloster. Das Kloster gehörte zur Erzdiözese Mainz und wurde unter den Schutz von Papst Honorius gestellt.

Im Jahr 1196 verliehen Bernhard III. von Sachsen (?) und Heinrich V., Pfalzgraf bei Rhein, dem Kloster Homburg die Kirche St. Stephan in Salza samt Patronat und Grundbesitz.

Im staufisch-welfischen Thronstreit kam es 1212 zur Belagerung der Dryburg in Salza durch Kaiser Otto IV. Nach kurzem Widerstand gaben die Belagerten auf. Noch im selben Jahr soll der Kaiser dem Dorf das Stadtrecht verliehen haben. Die erste zuverlässige Nennung Salzas als Stadt („oppidum“) ist in einer Urkunde Werner von Eppsteins belegt. Der Erzbischof von Mainz verlängerte darin ein über die Stadt verhängtes Interdikt und untersagte den Bewohnern den Handel in Erfurt.

Die ersten Nachweise einer Münzstätte Langensalza (Salza) sind mit Brakteaten der Herren von Salza, geprägt von etwa 1255 bis 1300, erbracht worden.

Um 1300 wurde die Stadtmauer mit vier Eingangstoren fertiggestellt. Heute sind von der ältesten Stadtbefestigung noch vier Stadtmauertürme erhalten.

1325 gründeten Günther IV. von Salza und seine Söhne das Weißfrauenkloster.

Wegen eines Besitzstreites zwischen dem Landgrafen von Thüringen, Friedrich II., und dem Mainzer Erzbischof Heinrich von Virneburg (Thüringer Grafenkrieg) wurde die Stadt 1346 belagert und zerstört. 1356 schlossen sich Jacobstadt, Neustadt und Altstadt zusammen und bildeten einen gemeinsamen Rat. Es wurde eine Stadtmauer mit sieben Toren und mehr als dreißig Wachtürmen errichtet.

Nach der sächsischen Erbteilung im Jahr 1485 gehörten Stadt und Amt Salza zum albertinischen Herzogtum Sachsen.

Am 25. April 1525 begann ein Aufstand der Handwerker und Bauern im Zuge des Bauernkrieges. Die Aufständischen erzwangen zwölf Sitze im Stadtrat. 1578 wurde die Stadt erstmals als „Langensalza“ urkundlich erwähnt. Die Pappenheimer plünderten und brandschatzten Langensalza 1632 im Zuge des Dreißigjährigen Krieges.

Langensalza war 1584–1670 von Hexenverfolgung betroffen. Zwölf Frauen und ein Mann gerieten in Hexenprozesse. Drei Frauen starben unter der Folter bzw. im Gefängnis, drei wurden verbrannt. Die letzte Hinrichtung wurde 1670 an Maria Göldner vollzogen, die unter dem Vorwurf des Hostienmissbrauchs angeklagt worden war.In den Stadtteilen Grumbach, Nägelstedt, Thamsbrück und Zimmern gerieten 1658–1692 elf Frauen und ein Mann in Hexenprozesse, drei Frauen wurden hingerichtet.

Die Stadt lag an der 1700 eingerichteten Fahrpostroute Leipzig–Kassel im Rahmen der Fernpostlinie Moskau–Amsterdam.

Ein verheerender Stadtbrand legte 1711 Teile der Altstadt in Schutt und Asche. Die im prachtvollen Barockstil an ihrer Stelle entstandenen Bürgerhäuser prägen noch heute das Bild der Stadt. 1751 wurde das Friederikenschlösschen für die Herzoginwitwe Friederike von Sachsen-Weißenfels (1715–1775) errichtet. 1811 wurden Schwefelquellen entdeckt. Schon im Folgejahr eröffnete das erste Schwefelbad im Badewäldchen.

Geschichte ab 1800

Bregazzi Langensalza KAB 042, Massengrab im Badewäldchen, Kabinettfotografie 1891.jpg|mini|links|„Massengrab im Badewäldchen“;<br /><small>für die Toten der Schlacht bei Langensalza; Kabinettfoto Nummer ''42'' von Christian Gottfried Bregazzi, handschriftlich datiert 1891</small>">Bregazzi Langensalza KAB 042, Massengrab im Badewäldchen, Kabinettfotografie 1891.jpg|mini|links|„Massengrab im Badewäldchen“;<br /><small>für die Toten der Schlacht bei Langensalza; Kabinettfoto Nummer ''42'' von Christian Gottfried Bregazzi, handschriftlich datiert 1891</small>

Nach dem Wiener Kongress kam Langensalza 1815 durch die Aufteilung Sachsens zu Preußen. Im Deutschen Krieg wurden am 27. Juni 1866 in der Schlacht bei Langensalza preußische Truppen aus Minden und Hamburg von der Armee des Königreichs Hannover geschlagen, welche gleichwohl zwei Tage später vor der überlegenen preußischen Armee kapitulierte.

Im Juni 1938 wurde im Reinhardbrunner Hof eine antisemitische Hetzausstellung gezeigt, die einen propagandistischen Beitrag zur Verfolgung von Langensalzaer Juden gab. Ebenso wurden Sinti- und Roma-Familien verfolgt, von denen einige im KZ-Außenkommando Langensalza inhaftiert waren. Dort haben insgesamt etwa 1300 ausländische Frauen und Männer Zwangsarbeit verrichten müssen.

Am 24. März 1944 erfolgte ein Luftangriff auf die Stadt. Eine Luftmine detonierte an der Treischmühle und beim Hotel "Zum Schwan", führte zu schweren Zerstörungen im Umkreis, und weite Teile der Innenstadt verloren Dächer und Fenster. Beginnende Brände durch Hunderte von Stabbrand- und Phosphorbomben quer durch die Stadt konnten gelöscht werden. Die Presse meldete acht Tote und acht vermißte Personen. Wahrscheinlich hatte ein (angeschossenes?) schweres britisches Bombenflugzeug den Angriff geflogen.

Am 5. April 1945 wurde Langensalza durch amerikanische Truppen besetzt und Anfang Juli an die Rote Armee übergeben. So wurde es Teil der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und ab 1949 der DDR.

1952 wurde der Kreis Langensalza im Bezirk Erfurt gebildet. Durch die Zusammenlegung der Kreise Mühlhausen (MHL) und Langensalza (LSZ) zum Unstrut-Hainich-Kreis (UH) verlor Langensalza im Jahr 1994 aber wieder den Status einer Kreisstadt.

Seit dem 28. Juni 1956 trägt Langensalza den Namenszusatz Bad. Nach der Entdeckung von Sole und Mineralwasser im Jahr 1996 wurden die Kurgesellschaft Bad Langensalza mbH Thermalsole- und Schwefelbad (1997) und der Nationalpark Hainich (31. Dezember 1997) gegründet, die Rehaklinik an der Salza (1998), das Kurmittelhaus (Friederiken-Therme) (21. Mai 1999), der Rosengarten mit Rosenmuseum (Juli 1999), der Botanische Garten auf dem Gelände des ehemaligen Freibades (22. Juni 2002) und der Japanische Garten (16. August 2003) eröffnet.

Seit dem 22. Juni 2002 nennt sich Bad Langensalza „Rosenstadt“. Am 21. März 2005 erhielt Bad Langensalza von Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz während einer Festveranstaltung im Kultur- und Kongresszentrum die Anerkennungsurkunde als Schwefel-Sole-Heilbad. Damit gilt Bad Langensalza endgültig als staatlich anerkannter Kurort nach bundesdeutschen Kriterien. Am 26. August 2005 wurde der Baumkronenpfad im Hainich eröffnet.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Eingemeindungen

In den Jahren 1992 bis 1994 gab es drei Eingemeindungswellen und damit zusammenhängend Einwohnerzuwächse:

  • 1. Januar 1992: Eckardtsleben und Illeben
  • 6. Mai 1993: Grumbach (bei Bad Langensalza), Henningsleben, Waldstedt und Wiegleben
  • 8. März 1994: Aschara, Großwelsbach, Merxleben, Nägelstedt, Thamsbrück (Stadt) und Zimmern

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl :

  • 1831: 5.996
  • 1875: 9.855
  • 1880: 10.538
  • 1890: 11.501
  • 1925: 11.979
  • 1933: 12.759
  • 1939: 14.539
  • 1946: 16.013 1
  • 1950: 18.245 2
  • 1960: 16.143
  • 1981: 16.563
  • 1984: 16.843
  • 1994: 20.992
  • 1995: 20.996
  • 1996: 20.952
  • 1997: 20.441
  • 1998: 20.118
  • 1999: 20.123
  • 2000: 19.917
  • 2001: 19.709
  • 2002: 19.861
  • 2003: 18.994
  • 2004: 18.814
  • 2005: 18.689
  • 2006: 18.567
  • 2007: 18.392
  • 2008: 18.296
  • 2009: 18.150
  • 2010: 17.986
  • 2011: 17.744
  • 2012: 17.683
  • 2013: 17.577
  • 2014: 17.521
1 29. Oktober
2 31. August Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember

Politik

Stadtrat

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 46,1 % zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CDU 29,4 % 7
Die Linke 20,2 % 5
SPD 14,7 % 3
FDP 20,4 % 5
WIR 15,3 % 4

Städtepartnerschaften

  • Oostkamp (Westflandern, Belgien)
  • Bad Nauheim (Hessen, Deutschland)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bad Langensalza verfügt über eine Altstadt mit reichhaltiger historischer Bausubstanz. Außerdem gehören die Kuranlagen, Gärten und Parks zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Museen

Das Stadtmuseum Bad Langensalza befindet sich am Augustinerplatz in der historischen Altstadt, in den Räumen des einstigen Augustiner-Klosters. Die geologische Sammlung besitzt zahlreiche Zeugnisse pleistozäner Pflanzen. Diese finden sich häufig in dem Travertin-Gestein, welches noch immer am Stadtrand abgebaut wird. Einen Schwerpunkt der heimat- und stadtgeschichtlichen Ausstellung bilden die Kämpfe und Ereignisse des Jahres 1866.

Im Haus Rosenthal, einem der ältesten Gebäude der Stadt, ist seit Mai 2014 das Apothekenmuseum Bad Langensalza öffentlich zugänglich.

Bauten in der Altstadt

Dominierendes Bauwerk in der Altstadt ist die Marktkirche. Sie wurde im gotischen Stil aus Langensalzaer Travertin errichtet und gehört zu den größten Stadtkirchen in Thüringen. Zudem ist ihr 81 Meter hoher Turm eine weithin sichtbare Landmarke. Die zweite große Pfarrkirche der Altstadt ist die Bergkirche, eine spätgotische, dreischiffige Basilika, die der historischen Jacobsvorstadt als Pfarrkirche dient.

Im Westen der Altstadt befinden sich zwei ehemalige Klöster. Im Augustinereremitenkloster ist heute das Stadtmuseum untergebracht. Vom Barfüßerkloster sind nur noch einige Gebäude erhalten.

Die beiden prägendsten Profanbauten der Altstadt sind das Rathaus und das Schloss Dryburg. Das Rathaus steht frei in der Mitte des Neumarkts. Die Vorgängerbauten wurden 1530 und 1742 durch Brände zerstört, lediglich der gotische Turm blieb erhalten. Dieser wurde beim Bau des heutigen Rathauses zwischen 1742 und 1751 mit einbezogen. Das Rathaus wurde ebenfalls aus Langensalzaer Travertin errichtet. Das Schloss Dryburg befindet sich nah dem Rathaus im Zentrum der Altstadt. Es wurde um 1200 als Stadtburg der Herren von Salza errichtet. Seine heutige Gestalt erhielt das Schloss zwischen 1694 und 1712 im Rahmen mehrerer Umbauten. Es diente den Herzoginnen von Sachsen-Weißenfels als Witwensitz. Neben diesen öffentlichen Gebäuden sind in der Altstadt auch zahlreiche Fachwerk- und Stein-Bürgerhäuser aus der frühen Neuzeit erhalten.

Umgeben wird die Altstadt von der in großen Teilen erhaltenen Stadtmauer. Sie wurde 1365 nach einer Stadterweiterung angelegt und umfasste ursprünglich 24 Wehrtürme und sieben Tore. Davon sind neun Türme erhalten, darunter auch das Klagetor. Die Wallanlagen wurden teilweise zu Promenaden, Parks und Gärten umgestaltet.

→ Siehe auch St. Trinitatis (Bad Langensalza)

Gärten

Bad Langensalza ist bekannt für seine Kuranlagen, zum Beispiel die Friederiken-Quelle. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Rosengarten mit dem Rosenmuseum. Außerdem gibt es in Bad Langensalza ein Arboretum, einen botanischen Garten, einen Magnoliengarten, einen Travertingarten und den japanischen Garten ''Kofuko no Niwa'' (Garten der Glückseligkeit) mit dem authentisch japanischen Teehaus "Sei Sen An".

Im Friederikenschlösschen ist das Haus des Gastes untergebracht. Das Friederikenschlösschen ist ein spätbarockes Lustschloss, das 1749/50 für Friederike von Sachsen-Gotha-Altenburg vor der östlichen Stadtmauer errichtet wurde.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Am letzten Wochenende im August findet in Bad Langensalza eines der größten Mittelalterfeste in Thüringen statt.

Zwei Fragmente Kursächsischer Postmeilensäulen von 1729, des Viertelmeilensteines Nr. 63 und der Ganzmeilensäule Nr. 64, im Museum sowie eine Nachbildung der Ganzmeilensäule Nr. 64 in der Marktstraße (markierter Originalstandort: Ortsausgang Richtung Mühlhausen/Thüringen) erinnern an die damalige Zugehörigkeit zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels und die Lage am 1700 eingerichteten Fahrpostkurs Leipzig–Kassel.

In der näheren Umgebung befindet sich der Nationalpark Hainich mit einer Vielzahl von Wanderwegen und dem Baumkronenpfad Hainich an der Thiemsburg.

Geschichtsdenkmale

  • Ein Gedenkstein in der Flur Mittelharth erinnert an einen unbekannten KZ-Häftling, der beim Todesmarsch Richtung KZ Flossenbürg ermordet wurde.
  • Ein Mahnmal an der Ecke Friedrich-Hahn-Straße/ Feldstraße erinnert seit 1984 an alle Opfer des KZ-Todesmarsches
  • Ein Gedenkstein auf dem Gelände der Thüringer Kammgarnwerke mahnt seit 1965, 22 ermordete Zwangsarbeiter des KZ-Außenkommandos nicht zu vergessen
  • Im Ehrenhain auf dem Neuen Friedhof Im Jacobifelde wird mit einem Obelisken über den Gräbern der sowjetischen Soldaten und umgekommenen Zwangsarbeiter(innen) gedacht
  • Ein Gedenkstein auf dem Neuen Friedhof erinnert an vier umgekommene polnische Zwangsarbeiter

Sport

Bekannteste Vereine der Stadt sind der Thüringer Handball Club Erfurt/Bad Langensalza in der Handball-Bundesliga der Frauen sowie der ehemalige Fußball-Gau- und DDR-Ligist FSV Preußen Bad Langensalza. Zudem findet jährlich ein international besetztes Weitsprung-Meeting statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bad Langensalza war jahrhundertelang vor allem eine Handelsstadt, in der Erzeugnisse aus der Umgebung verkauft wurden. Ergänzt wurde die städtische Struktur durch Handwerker und Ackerbürger. Mit der Industrialisierung nach dem Eisenbahnanschluss 1870 siedelten sich auch Fabriken in der Stadt an, vor allem aus der Nahrungsindustrie, später auch aus dem Maschinenbau/Elektroindustrie. Die schon 1802 begonnene maschinelle Textilverarbeitung verlor schon im frühen 20. Jahrhundert an Bedeutung. Heute prägen insbesondere mittelständische Betriebe sowie der Tourismus mit den Kuranlagen und dem Nationalpark Hainich das wirtschaftliche Bild der Stadt.

Verkehr

Die Stadt verfügt über keinen direkten Autobahnanschluss, ist aber über drei Bundesstraßen mit den wichtigsten Nachbarstädten verbunden. Die Bundesstraße 84 führt von Eisenach im Südwesten nach Sondershausen im Nordosten, die Bundesstraße 176 schließt östlich am Andislebener Kreuz an die Bundesstraße 4 an und führt dann weiter nach Sömmerda im Osten, wobei die Bundesstraße 4 auch den Anschluss nach Erfurt im Südosten darstellt und die Bundesstraße 247 führt nach Mühlhausen im Nordwesten und Gotha im Süden. Landesstraßen führen nach Bad Tennstedt im Osten, nach Schlotheim im Norden und in den Hainich im Westen.

An das Eisenbahnnetz ist Bad Langensalza seit 1870 angeschlossen. Die Bahnstrecke Gotha–Leinefelde und die Bahnstrecke Erfurt–Bad Langensalza befinden sich in Betrieb, während die Bahnstrecke Bad Langensalza–Haussömmern seit 1969 stillgelegt ist. Bedient wird der Bahnhof im südlichen Stadtgebiet von Regionalexpress-Zügen der Linie Göttingen – Bad Langensalza – Gotha – Erfurt – Glauchau (Zwei-Stunden-Takt) und von Regionalbahn- und Regionalexpress-Zügen auf der Linie Kassel – Bad Langensalza – Erfurt (Zwei-Stunden-Takt) sowie Regionalbahn-Zügen auf der Linie Bad Langensalza – Gotha (Zwei-Stunden-Takt).

Bad Langensalza verfügt über ein eigenes Stadtbus-Netz, welches mit zwei Linien von Montag bis Samstag im Taktverkehr betrieben wird. Zentraler Treffpunkt der Stadtbuslinien ist der Bus-"Treffpunkt" am Wiebeckplatz im Zentrum. Betreiber ist das örtliche Busunternehmen "Salza Tours König".Seit Juni 2016 kommen auf den Stadtbuslinien Bad Langensalzas erstmals in Thüringen dauerhaft und planmäßig Elektrobusse (Typ Sileo S10) zum Einsatz.

Der öffentliche Personennahverkehr zu weiteren Orten wird durch neun Regionalbuslinien der Regionalbus-Gesellschaft Unstrut-Hainich- und Kyffhäuserkreis sichergestellt. Für den Regionalbusverkehr besteht ein Zentraler Omnibusbahnhof direkt neben dem Bahnhof.

Des Weiteren verfügt die Stadt über einen Flugplatz. Der nächste Verkehrsflughafen ist der Flughafen Erfurt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Hermann von Salza (um 1170–1239), 4. Hochmeister des Deutschen Ordens
  • Esaias Stiefel (1561–1627), Theologe
  • Jeremias Spiegel (1589–1637), lutherischer Theologe
  • Georg Neumark (1621–1681), Komponist
  • Johann Christian Wiegleb (1732–1800), Naturforscher und Apotheker
  • Johann Gottlob Schulze (1755–1834), Architekt
  • Christoph Wilhelm Hufeland (1762–1836), Arzt, Begründer der Makrobiotik
  • Johann Philipp Christoph Schulz (1773–1827), Komponist und Gewandhauskapellmeister
  • Johann August Heinrich Tittmann (1773–1831), Philosoph und Theologe, Domherr zu Meißen
  • Friedrich von Sydow (1780–1845), Offizier und Schriftsteller
  • Carl Friedrich Göschel (1781–1861), Theologischer Schriftsteller
  • Hermann Bonitz (1814–1888), Philologe und Pädagoge
  • Ernst Keil (1816–1878), Publizist
  • Alexis Bravmann Schmidt (1818–1903), Journalist, Philosoph und Freimaurer-Ordensmeister
  • Hermann Frobenius (1841–1916), Offizier
  • Hermann Gutbier (1842–1936), Autor zur Langensalzaer Regionalgeschichte
  • Hermann Zimmermann (1845–1935), Bauingenieur
  • Otto Klauwell (1851–1917), Komponist
  • Adolph Witzel (1847–1906), 1896 erster a. o. Professor für Zahnheilkunde an der Universität Jena
  • Oskar Witzel (1856–1925), Mediziner
  • Theodor Ludwig Karl Krieghoff (1879–1946), Musiker und Komponist
  • Ulrich Kleemann (1892–1963), General der Panzertruppe im Zweiten Weltkrieg
  • Carl Nacken (1894–1962), Lehrer und Landrat sowie Direktor der Landesversicherungsanstalt Westfalen
  • Oskar Trübenbach (1900–?), NSDAP-Reichstagsabgeordneter und Kreisleiter
  • Paul Hockarth (1902–1974), Schriftsetzer, Zeitungsherausgeber, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, Parteifunktionär (KPD/SED), Gewerkschaftsfunktionär und Generaldirektor der Zentrag
  • Curt Ludwig (1902–1989), Politiker (NSDAP)
  • Rudolf Batz (1903–1961), SS-Sturmbannführer, als Führer des Einsatzkommandos 2 für den Massenmord an Juden im Baltikum verantwortlich
  • Dieter Fromm (* 1948), Leichtathlet
  • Harald Rockstuhl (* 1957), Verleger und Sachbuchautor
  • Uwe Barth (* 1964), Politiker (FDP)
  • Olaf Rahardt (* 1965), Marinemaler
  • Radost Bokel (* 1975), Schauspielerin
  • Claudia Schramm (* 1975), Bobfahrerin
  • Enrico Kühn (* 1977), Bobfahrer
  • Marco Engelhardt (* 1980), Fußballspieler
  • Silvio Heinevetter (* 1984), Handballtorwart
  • Matthias Rahn (* 1990), Fußballspieler

Weitere Persönlichkeiten

  • Friedrich Trauboth (um/vor 1520, nach 1607), burggräflicher, später anhaltischer Kanzler
  • Erich Volkmar von Berlepsch (1525–1589), ab 1562 Oberhauptmann von Thüringen mit Sitz in Langensalza
  • Henning Dedekind (1562–1626), Komponist, Kantor und Diakon in Langensalza
  • Friederike Elisabeth von Sachsen-Eisenach (1669–1730), ab 1712 lebte sie im Alterssitz Schloss Dryburg in Langensalza
  • Johann Christian Ernesti (1695–1769), Theologe, war hier Superintendent
  • Friedrich Gottlieb Klopstock (1724–1803), Dichter, arbeitete zwei Jahre in Langensalza als Hauslehrer
  • Karl Gottlob Leisching (1725–1806), Superintendent von Langensalza
  • Johann Christian Kittel (1732–1809), Komponist, arbeitete als Lehrer an der Mädchenschule in Langensalza
  • Ernst Gottfried Baldinger (1738–1804), Mediziner, arbeitete als Arzt in Langensalza
  • Karl Christian Tittmann (1744–1820), evangelischer Theologe, Diakon in Langensalza
  • Carl Ludwig Willdenow (1765–1812), Botaniker, absolvierte in Langensalza eine Lehre zum Apotheker
  • Karl Gottlieb Richter (1777–1847), Regierungsbeamter, starb in Langensalza
  • Otto Ruppius (1819–1864), Schriftsteller, lebte lange Zeit in Langensalza

Anmerkungen

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bad Langensalza

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