Landratsamt
Schwäbisch Hall
Münzstr. 1
74523 Schwäbisch Hall

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Landkreis Schwäbisch Hall

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Schwäbisch Hall
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Regierungsbezirk Stuttgart
Region Heilbronn-Franken
Verwaltungssitz Schwäbisch Hall
Adresse des Landkreises Münzstraße 1
74523 Schwäbisch Hall
Website www.lrasha.de
Landrat Gerhard Bauer ()

Der Landkreis Schwäbisch Hall ist ein Landkreis in Baden-Württemberg. Er gehört zur Region Heilbronn-Franken im Regierungsbezirk Stuttgart.

Geographie

Lage

Der Landkreis Schwäbisch Hall hat Anteil an der Hohenloher Ebene, an den Höhen des Schwäbisch-Fränkischen Walds (Mainhardter Wald, Limpurger Berge, Ellwanger Berge u. a.) sowie an der Frankenhöhe. Die Jagst und der Kocher, die zwei größten rechten Nebenflüsse des Neckars, durchziehen den Landkreis.

Orte

Die Liste der Orte im Landkreis Schwäbisch Hall führt die ungefähr 800 Orte (Städte, Dörfer, Weiler, Höfe, Wohnplätze und Wüstungen) des Landkreises Schwäbisch Hall auf.

Nachbarkreise

Der Landkreis Schwäbisch Hall grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Main-Tauber-Kreis (in Baden-Württemberg), Ansbach (in Bayern), Ostalbkreis, Rems-Murr-Kreis, Heilbronn und Hohenlohekreis (alle wiederum in Baden-Württemberg).

Natur

Flächenaufteilung

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Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2015.

Naturschutzgebiete

Nach der Schutzgebietsstatistik der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) stehen im Kreis 1383,29 Hektar unter Naturschutz, das sind 0,93 Prozent der Kreisfläche. Die folgenden Naturschutzgebiete sind ausgewiesen:

  1. Ahorn-Lindenwald: 7,2 ha; Gemarkung Ruppertshofen
  2. Bärenwirtshalde-Steinklinge: 5,2 ha; Gemarkungen Sulzbach am Kocher und Laufen am Kocher
  3. Crailsheimer Eichwald: 6,3 ha; Gemarkung Crailsheim
  4. Feuchtfläche bei der Buchmühle: 4,7 ha; Gemarkungen Rechenberg und Matzenbach
  5. Gipsbruch Kirchbühl: 8,4 ha; Gemarkungen Großaltdorf und Unteraspach
  6. Grimmbachmündung: 8,4 ha; Gemarkungen Braunsbach und Geislingen am Kocher
  7. Hammersbachtal nordöstlich von Westgartshausen: 15,4 ha; Gemarkung Westgartshausen
  8. Jagsttal mit Seitentälern zwischen Crailsheim und Kirchberg: 492,6 ha; Gemeinden Crailsheim, Kirchberg an der Jagst, Satteldorf
  9. Kalksklinge: 6,0 ha; Gemarkung Geißelhardt
  10. Kochertal zwischen Westheim und Steinbach einschließlich Klingenbach sowie Geiß- und Eselsklinge: 221 ha; Gemarkungen Schwäbisch Hall, Michelbach an der Bilz, Uttenhofen und Westheim
  11. Kupfermoor: 3,7 ha; Gemarkung Übrigshausen
  12. Oberrimbacher Erdfälle: 71,2 ha; Gemarkungen Spielbach, Oberrimbach und Wildentierbach
  13. Reiherhalde bei Bächlingen: 80 ha; Gemarkung Bächlingen
  14. Reiherhalde Morstein: 7,2 ha; Gemarkung Dünsbach
  15. Reußenberg: 182,6 ha; Gemarkungen Rossfeld, Tiefenbach und Triensbach
  16. Schlucht des Großen Wimbachs: 3,1 ha; Gemarkung Laufen am Kocher und Frickenhofen
  17. Unteres Bühlertal: 306,0 ha; Gemarkungen Untersontheim, Vellberg, Sulzdorf, Unteraspach, Wolpertshausen und Geislingen am Kocher
  18. Wacholderberg-Geigerswasen: 30,8 ha; Gemarkung Westgartshausen

Geschichte

Der Landkreis Schwäbisch Hall geht zurück auf das alte württembergische Oberamt Hall, das infolge des Übergangs der ehemaligen Reichsstadt Schwäbisch Hall an Württemberg nach 1803 eingerichtet und danach mehrmals verändert wurde. 1938 wurde es in den Landkreis Hall überführt, der 1941 in Landkreis Schwäbisch Hall umbenannt wurde.

Bei der Kreisreform erweiterte man den Landkreis Schwäbisch Hall am 1. Januar 1973 um fast alle Gemeinden des aufgelösten Landkreises Crailsheim sowie um das Gebiet Gaildorf, das bis dato dem Landkreis Backnang angehört hatte. Der zugeschlagene Landkreis Crailsheim war ebenfalls 1938 entstanden und geht zurück auf das gleichfalls württembergische Oberamt Crailsheim; es war 1810 errichtet und danach mehrmals verändert worden. Das Gebiet um Gaildorf hatte ein eigenes Oberamt gebildet, ehe es im Jahr 1938 aufgelöst und auf die Landkreise Backnang und Schwäbisch Hall aufgeteilt wurde.

Bereits am 1. Januar 1972 wurden die beiden Gemeinden Eschental und Goggenbach in den Landkreis Öhringen umgegliedert.

Am 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde Stimpfach aus dem Ostalbkreis übernommen. Sie war am 1. Januar 1973 aus dem Landkreis Crailsheim dorthin umgegliedert worden.

Nach Abschluss der Gemeindereform in den 1970ern umfasst der Landkreis Schwäbisch Hall nun noch 30 Gemeinden, darunter sind neun Städte insgesamt und zwei Große Kreisstädte (Crailsheim und Schwäbisch Hall). Die meisten Einwohner im Kreis hat die Stadt Schwäbisch Hall, die wenigsten die Stadt Langenburg; die nichtstädtischen Gemeinden liegen dazwischen mit Mainhardt als größter und Bühlerzell als kleinster.

Einwohnerentwicklung

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg (nur Hauptwohnsitze).

Datum Einwohner
31. Dezember 1973 152.473
31. Dezember 1975 151.046
31. Dezember 1980 150.601
31. Dezember 1985 151.104
25. Mai 1987¹ 154.041
31. Dezember 1990 164.132
Datum Einwohner
31. Dezember 1995 180.648
31. Dezember 2000 185.728
31. Dezember 2005 189.580
31. Dezember 2010 188.420
9. Mai 2011¹ 186.355
31. Dezember 2015 191.614

Politik

Der Landkreis wird vom Kreistag und vom Landrat verwaltet. Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Dieses Gremium wählt den Landrat für eine Amtszeit von acht Jahren. Dieser ist gesetzlicher Vertreter und Repräsentant des Landkreises sowie Vorsitzender des Kreistags und seiner Ausschüsse. Er leitet das Landratsamt und ist Beamter des Kreises.Zu seinem Aufgabengebiet zählen die Vorbereitung der Kreistagssitzungen sowie seiner Ausschüsse. Er beruft Sitzungen ein, leitet diese und vollzieht die dort gefassten Beschlüsse. In den Gremien hat er kein Stimmrecht. Sein Stellvertreter in der Leitung des Landratsamtes ist der Erste Landesbeamte.

Kreistag

Der Kreistag wird von den Wahlberechtigten im Landkreis auf fünf Jahre gewählt. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
%
1994
Sitze
1994
%
1989
Sitze
1989
FREIE FREIE 27,16 17 28,9 19
WG Wählervereinigungen
29,3 20 32,7 21 30,8 18 30,4 16
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,50 16 29,1 17 33,4 20 35,4 22 33,5 20 36,5 20
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 19,58 11 17,5 9 16,9 9 20,4 11 22,1 12 24,8 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 13,01 7 10,5 5 9,2 5 7,5 4 9,9 5 8,4 4
FDP Freie Demokratische Partei 8,08 5 10,2 6 8,3 5
ÖDP Ökologisch-Demokratische Partei 3,67 2 3,8 2
REP Die Republikaner
1,4
Sonst. Sonstige
2,9 1 2,6 1 3,7 2
gesamt 100,0 58 100,0 58 100,0 60 100,0 59 100,0 57 100,0 52
Wahlbeteiligung 45,9 % 47,5 % 50,4 % 52,4 % 64,2 % 61,1 %
  • WG: Wählervereinigungen, da sich die Ergebnisse von 1989 bis 2004 nicht auf einzelne Wählergruppen aufschlüsseln lassen.
  • GRÜNE und ÖDP bilden eine Fraktionsgemeinschaft.

Landrat

Die Landräte des ehemaligen Landkreises Crailsheim von 1939 bis 1972 sind im Artikel Landkreis Crailsheim dargestellt.

Die Oberamtmänner des Oberamts Hall von 1808 bis 1939 sind im Artikel Oberamt Hall aufgeführt.

Die Landräte des Landkreises Schwäbisch Hall seit 1939:

  • 1939–1945: Wilhelm Winghofer (Amtsverweser)
  • 1945: Eduard Hirsch (Amtsverweser)
  • 1945–1949: Erich Dietz
  • 1949–1960: Hermann Müller
  • 1960–1987: Roland Biser
  • 1988–2003: Ulrich Stückle
  • seit 2004: Gerhard Bauer

Wappen

In Silber, schräggekreuzt aus von Silber und Schwarz geviertem Schildfuß wachsend, ein schwarzer Kesselhaken (Kräuel) und ein schwarzer Flößerhaken; dazwischen oben eine rote Scheibe, darin ein silbernes Kreuz (Wappen-Verleihung 25. April 1974).

Das gevierte Zollernwappen steht für das ehemalige Markgraftum Brandenburg-Ansbach, das im ehemaligen Landkreis Crailsheim große Gebietsanteile besaß. Der Kesselhaken ist das Wappenbild der Stadt Crailsheim. Der Flößerhaken entstammt dem Wappen der Grafen von Limpurg, welche im südlichen Kreisgebiet Anteil hatten. Die Scheibe stellt die „Heller-Münze“ dar. Die Stadt Schwäbisch Hall war seit der Stauferzeit Münzprägestätte und Geburtsort des nach ihr benannten Hellers.

Vor der Kreisreform hatte der alte Landkreis Schwäbisch Hall ein anderes Wappen. Es zeigte in Gold auf einem roten Dreiberg einen schreitenden säenden Landmann mit blauem, rot gefüttertem Rock, schwarzen Kniehosen, Schuhen und Hut, silbernen Strümpfen und silbernem umgehängtem Säsack. Dieses Wappen hatte das frühere Oberamt Hall am 29. November 1928 durch den Bezirksrat angenommen. Mit diesem Wappen sollte die landwirtschaftlich geprägte Gegend sowie die fränkische Tracht versinnbildlicht werden. Schwarz und Gold verwiesen auf die württembergischen Farben, Gold und Rot auf die Stadtfarben der Kreisstadt.

Siehe auch: Liste der Wappen im Landkreis Schwäbisch Hall

Kreispartnerschaften

Der Landkreis Schwäbisch Hall pflegt partnerschaftliche Beziehungen zum Landkreis Delitzsch in Sachsen und zum Landkreis Zamość in Polen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Schwäbisch Hall Platz 91 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „Zukunftschancen“.

Landwirtschaft

Im Landkreis ist die Hausschweinrasse Schwäbisch-Hällisches Landschwein beheimatet, aus dem Qualitätsschweinefleisch aus geschützter geographischer Herkunft gewonnen wird.

Verkehr

Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen nahmen 1862 zunächst die „Kocherbahn“ von Heilbronn bis nach Schwäbisch Hall in Betrieb, die 1867 bis Crailsheim weitergeführt wurde, das schon im Jahr zuvor durch die Obere Jagstbahn von Aalen her erreicht worden war. Vom Knotenpunkt Crailsheim aus ging 1869 die Tauberbahn in Richtung Bad Mergentheim und Lauda weiter; 1875 folgte auch die Verbindung nach Nürnberg über Ansbach ins bayerische Frankenland. Eine weitere Verbindung nach Stuttgart brachte die Murrtalbahn, die 1879/80 in Hessental bei Schwäbisch Hall nach Gaildorf und weiter nach Backnang abzweigte.

Erst im Jahre 1900 wurde die kleine Residenzstadt Langenburg von Blaufelden her über eine Nebenbahn an die Tauberbahn angebunden. Vom Bahnhof Gaildorf West führte seit 1903 die Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft ihre Obere Kochertalbahn ein Stück im Kochertal aufwärts bis Untergröningen. Sie ist im Jahre 2000 für den Personenverkehr stillgelegt worden. Auf der Strecke zwischen Blaufelden und Langenburg ruht er schon seit 1963. Das Netz der Hauptbahnen umfasst noch immer 112 km Länge.

Durch das südliche Kreisgebiet führt die A 6 Heilbronn–Nürnberg, im äußersten Südosten streift die A 7 Ulm–Würzburg kurz das Kreisgebiet bei Fichtenau. Ferner erschließen mehrere Bundes-, Landes- und Kreisstraßen den Landkreis. Wichtige Bundesstraßen sind die B 14 Schwäbisch Hall–Stuttgart, die B 19 Schwäbisch Hall–Würzburg und die B 290 Aalen–Bad Mergentheim.

Kreiseinrichtungen

Der Landkreis Schwäbisch Hall ist Schulträger folgender Beruflichen Schulen: Gewerbliche Schule Schwäbisch Hall, Kaufmännische Schule Schwäbisch Hall, Sibilla-Egen-Schule (Hauswirtschaftliche Schule) Schwäbisch Hall, Gewerbliche Schule Crailsheim, Kaufmännische Schule Crailsheim und Eugen-Grimminger-Schule (Hauswirtschaftliche und Landwirtschaftliche Schule) Crailsheim ferner folgender Sonderschulen: Fröbelschule für Geistigbehinderte mit Schulkindergarten Satteldorf, Wolfgang-Wendlandt-Schule für Sprachbehinderte Schwäbisch Hall und Schule für Sprachbehinderte Crailsheim.

Der Landkreis Schwäbisch Hall ist Träger des Klinikums Crailsheim.

Gemeinden

(Einwohner am )

Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaften und Gemeindeverwaltungsverbände

  1. Gemeindeverwaltungsverband Braunsbach-Untermünkheim mit Sitz in Braunsbach; Mitgliedsgemeinden: Braunsbach und Untermünkheim
  2. Gemeindeverwaltungsverband „Brettach/Jagst“ mit Sitz in Rot am See; Mitgliedsgemeinden: Stadt Kirchberg an der Jagst sowie Gemeinden Rot am See und Wallhausen
  3. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Crailsheim mit den Gemeinden Frankenhardt, Satteldorf und Stimpfach
  4. Gemeindeverwaltungsverband Fichtenau mit Sitz in Fichtenau; Mitgliedsgemeinden: Fichtenau und Kreßberg
  5. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Gerabronn mit der Stadt Langenburg
  6. Gemeindeverwaltungsverband Ilshofen-Vellberg mit Sitz in Ilshofen; Mitgliedsgemeinden: Städte Ilshofen und Vellberg sowie Gemeinde Wolpertshausen
  7. Gemeindeverwaltungsverband „Limpurger Land“ mit Sitz in Gaildorf; Mitgliedsgemeinden: Stadt Gaildorf sowie Gemeinden Fichtenberg, Oberrot und Sulzbach-Laufen
  8. Gemeindeverwaltungsverband „Oberes Bühlertal“ mit Sitz in Obersontheim; Mitgliedsgemeinden: Bühlertann, Bühlerzell und Obersontheim
  9. Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Schwäbisch Hall mit den Gemeinden Michelbach an der Bilz, Michelfeld und Rosengarten
Städte
  1. Crailsheim, Große Kreisstadt ()
  2. Gaildorf ()
  3. Gerabronn ()
  4. Ilshofen ()
  5. Kirchberg an der Jagst ()
  6. Langenburg ()
  7. Schrozberg ()
  8. Schwäbisch Hall, Große Kreisstadt ()
  9. Vellberg ()Weitere Gemeinden
  10. Blaufelden ()
  11. Braunsbach ()
  12. Bühlertann ()
  13. Bühlerzell ()
  14. Fichtenau ()
  15. Fichtenberg ()
  16. Frankenhardt ()
  17. Kreßberg ()
  18. Mainhardt ()
  19. Michelbach an der Bilz ()
  20. Michelfeld ()
  21. Oberrot ()
  22. Obersontheim ()
  23. Rosengarten ()
  24. Rot am See ()
  25. Satteldorf ()
  26. Stimpfach ()
  27. Sulzbach-Laufen ()
  28. Untermünkheim ()
  29. Wallhausen ()
  30. Wolpertshausen ()

Gemeinden vor der Kreisreform

Vor der Kreisreform am 1. Januar 1973 bzw. vor der Gemeindereform gehörten zum (alten) Landkreis Schwäbisch Hall seit 1938 insgesamt 46 Gemeinden, darunter 3 Städte.

Am 7. März 1968 stellte der Landtag von Baden-Württemberg die Weichen für eine Gemeindereform. Mit dem Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden war es möglich, dass sich kleinere Gemeinden freiwillig zu größeren Gemeinden vereinigen konnten. Den Anfang im alten Landkreis Schwäbisch Hall machte am 1. Juli 1971 die Gemeinde Gnadental, die sich mit der Gemeinde Michelfeld vereinigte. In der Folgezeit reduzierte sich die Zahl der Gemeinden stetig. Am 1. Januar 1972 verließen die Gemeinden Eschental und Goggenbach den Landkreis Schwäbisch Hall, weil sie in die Gemeinde Kupferzell, Landkreis Öhringen, eingegliedert wurden. Die noch verbliebenen Gemeinden des alten Landkreises Schwäbisch Hall gingen am 1. Januar 1973 im neuen vergrößerten Landkreis Schwäbisch Hall auf, doch gab dieser am 1. Januar 1974 noch die Gemeinde Finsterrot, die bis 1972 noch zum alten Landkreis gehört hatte, an den Landkreis Heilbronn ab, weil sich diese Gemeinde mit Wüstenrot vereinigte.

Die größte Gemeinde des alten Landkreises Schwäbisch Hall war die Kreisstadt Schwäbisch Hall, die seit dem 1. Oktober 1960 Große Kreisstadt ist. Die kleinste Gemeinde war Goggenbach.

Der alte Landkreis Schwäbisch Hall umfasste zuletzt eine Fläche von 568 km² und hatte bei der Volkszählung 1970 insgesamt 63.864 Einwohner.

In der Tabelle wird die Einwohnerentwicklung des alten Landkreises Schwäbisch Hall bis 1970 angegeben. Alle Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse.

Datum Einwohner
17. Mai 1939 42.980
13. September 1950 56.674
Datum Einwohner
6. Juni 1961 59.273
27. Mai 1970 63.864

In der Tabelle stehen die Gemeinden des alten Landkreises Schwäbisch Hall vor der Gemeindereform. Bis auf die drei Gemeinden Eschental, Goggenbach und Finsterrot gehören alle auch heute noch zum Landkreis Schwäbisch Hall. Eschental und Goggenbach gehören heute zum Hohenlohekreis, Finsterrot zum Landkreis Heilbronn.

frühere Gemeinde heutige Gemeinde Einwohner
am 6. Juni 1961
Ammertsweiler Mainhardt 379
Arnsdorf Braunsbach 265
Bibersfeld Schwäbisch Hall 995
Braunsbach Braunsbach 839
Bubenorbis Mainhardt 645
Bühlertann Bühlertann 2.004
Bühlerzell Bühlerzell 1.154
Döttingen Braunsbach 304
Eckartshausen Ilshofen 747
Eltershofen Schwäbisch Hall 365
Enslingen Untermünkheim 557
Eschental Kupferzell 250
Finsterrot Wüstenrot 338
Gailenkirchen Schwäbisch Hall 1.424
Geifertshofen Bühlerzell 424
Geislingen am Kocher Braunsbach 422
Geißelhardt Mainhardt 781
Gelbingen Schwäbisch Hall 794
Gnadental Michelfeld 428
Goggenbach Kupferzell 182
Großaltdorf Vellberg 1.038
Hütten Mainhardt 333
Ilshofen, Stadt Ilshofen 1.223
Jungholzhausen Braunsbach 325
Mainhardt Mainhardt 1.394
Michelbach an der Bilz Michelbach an der Bilz 1.721
Michelfeld Michelfeld 1.656
Mittelfischach Obersontheim 714
Oberfischach Obersontheim 631
Obersontheim Obersontheim 1.456
Obersteinach Ilshofen 560
Orlach Braunsbach 228
Rieden Rosengarten 766
Schwäbisch Hall, Große Kreisstadt Schwäbisch Hall 21.866
Steinkirchen Braunsbach 272
Sulzdorf Schwäbisch Hall 1.656
Tüngental Schwäbisch Hall 973
Übrigshausen Untermünkheim 525
Unteraspach Ilshofen 736
Untermünkheim Untermünkheim 1.012
Untersontheim Obersontheim 750
Uttenhofen Rosengarten 1.059
Vellberg, Stadt Vellberg 1.645
Weckrieden Schwäbisch Hall 273
Westheim Rosengarten 1.730
Wolpertshausen Wolpertshausen 1.434

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen SHA zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus dem Altkreis Crailsheim Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren PA bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 999.

Seit dem 28. März 2014 ist das Unterscheidungszeichen CR (Crailsheim) und seit dem 1. September 2018 das BK (Backnang) erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Schwäbisch Hall

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