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Karte Odenwaldkreis
Odenwaldkreis
Der Kreisausschuß
Michelstädter Str. 12
64711 Erbach

http://www.odenwaldkreis.de

Odenwaldkreis

160pxAbb. 1 Wappen Odenwaldkreis
Basisdaten
Bundesland Hessen
Regierungsbezirk Darmstadt
Verwaltungssitz Erbach
Adresse des Landkreises Michelstädter Straße 12
64711 Erbach
Website www.odenwaldkreis.de
Landrat Frank Matiaske (SPD)

Der Odenwaldkreis ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Darmstadt in Hessen. Mit etwas weniger als 100.000 Einwohnern ist er der bevölkerungsärmste Landkreis Hessens.

Geografie

Lage

Der Odenwaldkreis ist der einzige Landkreis, der mit dem gesamten Kreisgebiet im Odenwald liegt, somit dessen Kerngebiet umfasst. Zentraler Landschaftsteil des Odenwaldkreises ist das in Süd-Nord-Richtung verlaufende Mümlingtal und die dieses östlich und westlich begleitenden Höhenzüge. Entlang der Mümling sind die größten Städte des Kreises aufgereiht: Beerfelden, Erbach, Michelstadt, Bad König und Höchst. Im Nordwesten reicht das Kreisgebiet in einen Teil der Gersprenzniederung hinein und im Süden gibt es jenseits der Hauptwasserscheide von Main und Neckar einige Täler, die nach Süden dem Neckar zustreben: der Finkenbach, der Gammelsbach, der Sensbach und die Itter.

Die höchsten Erhebungen des Odenwaldkreises sind der Kohlwald () nordwestlich von Bullau, die Sensbacher Höhe () und der Krähberg (), beide in der Gemarkung Ober-Sensbach. Würzberg und Bullau sind mit 515 Meter die beiden höchstgelegenen Ortschaften des Kreises. Die tiefstgelegene ist Hainstadt an der Mümling kurz vor der bayerischen Grenze mit .

Nachbarkreise

Der Odenwaldkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Darmstadt-Dieburg (in Hessen), Miltenberg (in Bayern), Neckar-Odenwald-Kreis und Rhein-Neckar-Kreis (beide in Baden-Württemberg) sowie Bergstraße (wiederum in Hessen).

Geschichte

Bis zur Mediatisierung 1806 war das Gebiet des Odenwaldkreises, in ähnlichen Grenzen wie seit der Kreisreform, ein reichsunmittelbares Territorium der Grafen von Erbach, gehörte als Exklave zum Fränkischen Reichskreis und kam dann zum Großherzogtum Hessen. Nach Verkündung der Verfassung des Großherzogtums am 17. Dezember 1820 folgte am 14. Juli 1821 eine umfassende Verwaltungsreform. Statt der Ämter wurden nun Landratsbezirke eingesetzt. Diese waren die Vorläufer der Kreise.In Erbach wurde 1822 für die Gräflich Erbachischen und Erbach-Fürstenauischen Ämter der Landrats- und Gerichtsbezirk Erbach gegründet. Ebenfalls 1822 entstand ein Landrats- und Gerichtsbezirk Breuberg mit Sitz in Neustadt (ab 1847) bzw. Höchst im Odenwald. Mit Gesetz vom 31. Juli 1848 wurden die Verwaltungseinheiten ein weiteres Mal vergrößert. An die Stelle der Kreise und Landratsbezirke traten Regierungsbezirke, wobei die bisherigen Landratsbezirke Breuberg und Erbach zum Regierungsbezirk Erbach vereinigt wurden. Hinzu kam der Landratsbezirk Wimpfen, eine Exklave in Baden. Bereits vier Jahre später kehrte man aber zur Einteilung in Kreise zurück, wodurch neben dem Kreis Erbach, der Kreis Neustadt und der Kreis Wimpfen gegründet wurden. Am 1. Juli 1874 wurde der Kreis Neustadt wieder aufgelöst und der größte Teil der Gemeinden wurden in den Kreis Erbach integriert. Ebenso wurde der Kreis Lindenfels aufgelöst und gab 16 Gemeinden an den Kreis Erbach ab.

Im Zuge der 1874 im Großherzogtum Hessen nach preußischem Vorbild vorgenommenen Reform der Kreisverfassung kam es auch zu einer neuen Kreiseinteilung. Die damals geschaffene Gliederung des Großherzogtums in sieben die Provinz Starkenburg bildende Kreise (Bensheim, Darmstadt, Dieburg, Erbach, Groß-Gerau, Heppenheim, Offenbach) hatte mehr als sechs Jahrzehnte Bestand.

Nach der 1936 erfolgten Auflösung der Provinzial- und Kreistage im nunmehrigen Volksstaat Hessen (ab 1918) und der 1937 durchgeführten Aufhebung der drei Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen brachte das Jahr 1938 eine Überprüfung der Kreisgrenzen. Am 1. November 1938 wurde in Hessen eine einschneidende Gebietsreform durchgeführt. In jeder der drei hessischen Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen wurde jeweils ein Kreis aufgelöst. In Starkenburg war davon der Kreis Bensheim betroffen. Dieser wurde zum größten Teil dem Kreis Heppenheim zugeschlagen, der auch zum Rechtsnachfolger des Kreises Bensheim wurde. Die neue Verwaltungseinheit wurde in Landkreis Bergstraße umbenannt. Gleichzeitig wurden die Städte Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms als Stadtkreise verselbständigt. Diese so geschaffene Kreiseinteilung des Volksstaates hatte zunächst bis zum Kriegsende 1945 Bestand.

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen kam am 1. Juli 1971 die Gemeinde Laudenau aus dem Kreis Bergstraße nach einer Bürgerbefragung zum Landkreis Erbach, als sie sich der Gemeinde Reichelsheim (Odenwald) anschloss. Mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Erbach vergrößerte sich das Kreisgebiet am 1. August 1972 um die Gemeinden Fränkisch-Crumbach und Brensbach (mit Wersau) aus dem Landkreis Dieburg. Zugleich erhielt der Kreis den Namen Odenwaldkreis.

Am 1. Januar 2018 schlossen sich die Gemeinden Beerfelden, Hesseneck, Rothenberg und Sensbachtal zur neuen Stadt Oberzent zusammen.

Einwohnerentwicklung

Datum Einwohner Quelle
1972 81.800
1975 82.300
1980 84.200
1985 85.900
1990 91.300
1995 98.305
2000 99.667
2005 100.174
2010 97.198
2015 96.047

Politik

Kreistag

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Diagrammdarstellung von Wahlergebnis und Sitzverteilung
Wahlvorschläge %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 35,1 18 34,1 17 43,6 22 45,8 23
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 21,3 11 25,4 13 29,3 15 28,7 15
ÜWG Überparteiliche Wählergemeinschaft für den Odenwaldkreis 13,7 7 17,5 9 10,6 5 12,0 6
AfD Alternative für Deutschland 12,6 6
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 7,6 4 14,6 7 6,3 3 7,0 4
FDP Freie Demokratische Partei 6,0 3 3,1 2 3,8 2 2,9 1
DIE LINKE. DIE LINKE. 3,7 2 2,9 2 3,1 2
REP Die Republikaner 2,4 1 3,3 2 3,5 2
Gesamt 100,0 51 100,0 51 100,0 51 100,0 51
Wahlbeteiligung in % 52,0 51,3 52,6 59,8

Landrat

  • 21. Juni 1865 – 20. Juni 1877: Kreisrat Wilhelm Christoph Adolf Schenck zu Schweinsberg
  • 20. Juni 1877 – 7. August 1886: Kreisrat Johann Karl Jost
  • 7. August 1886 – 20. September 1888: Kreisrat Hermann von Bechtold
  • 10. Oktober 1888 – 16. Juli 1894: Kreisrat Andreas Breidert
  • 16. Juli 1894 – 19. August 1897: Kreisrat Gustav Weiprecht von Gemmingen
  • 6. September 1897 – 30. September 1901: Kreisrat Friedrich Wilhelm Fey
  • 1. Oktober 1901 – 28. Februar 1910: Kreisrat Karl Schliephake
  • 1910–1913: Kreisrat Adalbert Rinck von Starck
  • 1. Oktober 1913 – 30. April 1920: Kreisrat Eugen Kranzbühler
    • Als Vertreter des zum Wehrdienst eingezogenen Kreisrates:
    • Kreisdirektor Wilhelm Anton Diehl
    • Oberregierungsrat Hermann Stammler
  • 1. Oktober 1920 – 15. Juni 1923: Kreisdirektor Ernst Merck
  • 16. Juni 1923 – 30. April 1932: Kreisdirektor Leopold von Werner
  • 16. Mai 1932 – 30. September 1937: Kreisdirektor Hermann Braun
  • 1. Oktober 1937–1938: Kommissarischer Kreisdirektor Hellmuth Scheer
  • 1. Juni 1938 – 31. März 1945 Kreisdirektor, ab 1939 Landrat Dieter Stammler
  • (1942–1945): Kommissarischer Kreisdirektor Hans Bornscheuer
  • 1945–1951: Karl Neff, SPD
  • 1951–1963: Georg Ackermann, SPD
  • 1963–1979: Gustav Hoffmann, SPD
  • 1979–1991: Baldur Nothhardt, SPD
  • 1991–2009: Horst Schnur, SPD
  • 2009–2015: Dietrich Kübler, ÜWG
  • Seit 1. September 2015: Frank Matiaske, SPD

Wappen, Flagge und Banner

Der Odenwaldkreis führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Landratsamt

Das Gebäude des Landratsamtes wurde 1902–1904 vom Wormser Stadtbaumeister und späteren Professor der Technischen Hochschule Darmstadt Karl Christian Hofmann (1856–1933) im Renaissancestil entworfen und vom Bauunternehmer und Steinmetz Adam Hild aus Hetzbach errichtet. Erweiterungsbauten wurden 1960 und 1989 notwendig.

An dieser Stelle befand sich ehemals die Gerichtsstätte der Erbacher Zent und danach eine Ziegelhütte.

Partnerschaften

Der Odenwaldkreis unterhält eine Partnerschaft mit der Region Falkirk, die im Zentrum Schottlands zwischen Edinburgh und Glasgow liegt.

Kultur

  • Das Deutsche Elfenbeinmuseum Erbach präsentiert der Öffentlichkeit an diesem bedeutenden europäischen Standort der Elfenbeinschnitzerei eine einzigartig umfangreiche Sammlung von mehr als 2000 Exponaten unterschiedlichster Herkunft und Entstehungszeit.
  • Breuberger Bildhauerinnen, der Kunstverein Breuberg und die Bürgerstiftung laden seit 2002 jedes Jahr Bildhauer zu einem Treffen ein, um Kunstwerke für das Skulpturenfeld auf der Breuberger Aue zu schaffen. 2010 standen 18 Skulpturen auf dem Feld.

Gemeinden

(Einwohner am )

Städte

  1. Bad König ()
  2. Breuberg ()
  3. Erbach ()
  4. Michelstadt ()
  5. Oberzent ()

Weitere Gemeinden

  1. Brensbach ()
  2. Brombachtal ()
  3. Fränkisch-Crumbach ()
  4. Höchst i. Odw. ()
  5. Lützelbach ()
  6. Mossautal ()
  7. Reichelsheim (Odenwald) ()

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Vorgänger des Odenwaldkreises, dem Landkreis Erbach, das Unterscheidungszeichen ERB zugewiesen. Dieses wurde auch nach der am 1. August 1972 erfolgten Umbenennung in Odenwaldkreis weiter genutzt und wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Odenwaldkreis

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