Landkreis Neunkirchen
Wilhelm-Heinrich-Str. 36
66564 Ottweiler

http://www.landkreis-neunkirchen.de

Landkreis Neunkirchen

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Neunkirchen
Basisdaten
Bundesland Saarland
Verwaltungssitz Ottweiler
Adresse des Landkreises Wilhelm-Heinrich-Straße 36
66564 Ottweiler
Website www.landkreis-neunkirchen.de
Landrat Sören Meng (SPD)

Der Landkreis Neunkirchen ist ein Landkreis im Saarland. Der Landkreis ist seit 1985 Deutschlands erster und einziger Rosenkreis mit über 20.000 Rosenstöcken in neun Rosengärten.

Geografie

Nach dem hessischen Main-Taunus-Kreis ist der Landkreis Neunkirchen der flächenmäßig zweitkleinste Kreis in Deutschland, jedoch hat ersterer fast doppelt so viele Einwohner.

Lage

Die Landschaft des Landkreises Neunkirchen gehört hauptsächlich zum Saar-Nahe-Bergland. Der größte See des Landkreises liegt im Naherholungsgebiet Itzenplitz Heiligenwald.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an die Landkreise Kusel (in Rheinland-Pfalz), Saarpfalz-Kreis, Regionalverband Saarbrücken, Saarlouis und St. Wendel (alle im Saarland).

Geschichte

Der Grundstein für den heutigen Landkreis Neunkirchen wurde gelegt, als im Jahre 1545 die Grafschaft Saarbrücken unter den Söhnen des Grafen Johann Ludwig aufgeteilt wurde. Unter wechselnden Namen wie Herrschaft Ottweiler (1544 bis 1611), Amt Ottweiler bzw. Oberamt Ottweiler (1611 bis 1798) und unter napoleonischer Herrschaft Kanton Ottweiler (1798 bis 1800) existierte die Gebietseinheit bis 1814.

Mit Datum vom 30. Juni 1814 entstand im Rahmen einer Neugliederung der Landkreis Ottweiler. Er wurde von einem Kreisdirektor geleitet und erstreckte sich über eine Fläche von 1186 km2 mit 63.517 Einwohnern. Bereits zwei Jahre später, am 1. Juli 1816, wurde die umfangreiche Fläche auf Beschluss des Wiener Kongresses verändert. Es entstand der neue Kreis Ottweiler und es wurde gemäß preußischer Verwaltungsordnung an seine Spitze ein Landrat gestellt. Sitz der Kreisverwaltung war Ottweiler, wo auch der Wohnsitz des Landrates war.

Nach dem Ersten Weltkrieg (Versailler Vertrag) wurde das Saargebiet und mit ihm der Landkreis Ottweiler vom Deutschen Reich abgetrennt und 1920 unter Völkerbundmandat gestellt. 1946 wurde das Kreisgebiet verändert. Anlässlich der Gebiets- und Kreisreform des Saarlandes wurde der Landkreis am 1. Januar 1974 in Landkreis Neunkirchen umbenannt. Am selben Tag kam es zu einem Gebietsaustausch mit dem Landkreis St. Wendel. Der Landkreis gewann Ortsteile von Gemeinden des Landkreises Homburg hinzu und trat vier Gemeinden an den Landkreis Saarlouis ab. Die Kreisverwaltung verblieb in Ottweiler. Nach Abschluss der Gemeindereform umfasst der Landkreis Neunkirchen noch sieben Gemeinden, darunter zwei Städte. Die größte Stadt des Kreises ist die Kreisstadt Neunkirchen, zugleich zweitgrößte Stadt des Saarlandes, die kleinste Gemeinde ist Merchweiler.

Religion

Da in der gesamten Grafschaft Saarbrücken 1575 die Reformation nach dem lutherischen Bekenntnis eingeführt wurde, war ab diesem Zeitpunkt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung evangelisch. Erst in der Industrialisierung im Laufe des 19. Jahrhunderts begann sich durch den großen Zuzug von Bergleuten und Hüttenarbeitern das konfessionelle Verhältnis zu verschieben.Die evangelische Bevölkerung des Kreises gehört seit der Saarbrücker Union der ehemals lutherischen Landeskirche der Grafschaft mit den reformierten Gemeinden in Saarbrücken und Ludweiler im Jahre 1817 zur Evangelischen Kirche in Preußen (ab 1922 nannte sie sich Evangelische Kirche der Altpreußischen Union; APU), und dort zur Kirchenprovinz der Rheinprovinz mit dem Provinzialkonsistorium in Koblenz. 1947 wandelte sich die Kirchenprovinz in eine selbständige Landeskirche, die Evangelische Kirche im Rheinland, blieb danach aber Gliedkirche der APU, die 1953 bis 2003 unter dem vereinfachten Namen Evangelische Kirche der Union fortbestand.

Politik

Kreistag

Der Kreistag ist die kommunale Volksvertretung im Landkreis Neunkirchen. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
%
1994
%
1989
%
1984
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,9 14 41,2 14 43,0 16 50,2 51,5 50,7 50,7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,2 13 33,6 11 44,3 17 43,4 33,2 33,0 39,1
DIE LINKE DIE LINKE 7,4 2 14,2 5 3,6 0
AfD Alternative für Deutschland 6,3 2
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 4,4 1 5,0 1 5,0 0 3,9 6,3 5,3 5,6
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 2,9 1
FDP Freie Demokratische Partei 1,9 0 5,9 2 4,2 0 2,5 2,5 4,2 3,6
REP Die Republikaner
3,8 5,2
FWG Freie Wählergruppe
2,3
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands
0,9
gesamt 100,0 33 100,0 33 100,0 33 100,0 100,0 100,0 100,0
Wahlbeteiligung in % 50,1 58,1 54,8 59,1 73,1 77,9 77,1

Im Kreistag bilden SPD, Linke, Grüne und die Piraten eine Koalition.

Landräte

  • 1814–1815: Wilhelm (?) Karsch
  • 1815–1816: Philipp Siebenpfeifer
  • 1816–1825: Joseph Schönberger
  • 1825–1842: Carl von Rohr
  • 1842–1851: Richard Linz
  • 1851–1860: Otto Freiherr von Wittenhorst-Sonsfeld
  • 1860–1871: Eugen von Schlechtendal
  • 1871–1876: Ferdinand von Helldorff
  • 1876–1883: Hugo Freiherr von Richthofen
  • 1883–1885: Maximilian von Voss
  • 1885–1892: Woldemar Tenge-Rietberg
  • 1892–1895: Dietrich von Harlem
  • 1896–1909: Maximilian Laur von Münchhofen
  • 1909–1916: Carl von Halfern
  • 1916–1916: Herbert Besser (vertretungsweise)
  • 1916–1919: Waldemar Moritz
  • 1919–1920: Friedrich Vogeler
  • 1920–1945: Maximilian Josef Eugen Rech
  • 05/1945 - 07/45: Franz-Heinrich Strauß
  • 08/1945 - 06/1946: N. Steines
  • 07/1946 - 09/1946: Franz-Heinrich Strauß
  • 1946–1947: N. Buschlinger
  • 1948–1951: Peter Scherer
  • 1951–1961: Johannes Dierkes
  • 1965–1966: Rudolf Hock
  • 1966–1985: Günter Schwehm (CDU)
  • 1985–2011: Rudolf Hinsberger (SPD)
  • 2011–2015: Cornelia Hoffmann-Bethscheider (SPD)
  • seit 2015: Sören Meng (SPD)

Wirtschaft und Infrastruktur

Nach einem Sozialbericht der Kreisverwaltung sind ca. zehn Prozent der Bevölkerung des Landkreises von Armut bedroht. Mehr als acht Prozent bezogen Ende 2009 Arbeitslosengeld II. 2100 Menschen im Kreis sind trotz Erwerbstätigkeit auf staatliche Hilfe angewiesen.

Verkehr

Das Kreisgebiet wird von der Bundesautobahn 8 Pirmasens - Saarlouis berührt, ebenso bei Illingen und Eppelborn von der A 1 Saarbrücken - Koblenz. Ferner wird der Landkreis durch Bundes- und Landesstraßen erschlossen. Die wichtigste Bundesstraße ist die B 41 Neunkirchen - St. Wendel.

Bildung

Der Landkreis ist Träger von 15 weiterführenden Schulen:

Gymnasien
  • Gymnasium am Krebsberg (Neunkirchen)
  • Gymnasium am Steinwald (Neunkirchen)
  • Gymnasium Ottweiler
  • Illtal-Gymnasium (Illingen)

Gesamtschulen

  • Biedersbergschule Neunkirchen
  • Gesamtschule Neunkirchen
  • Gesamtschule Schiffweiler

Erweiterte Realschulen

  • Erweiterte Realschule Illingen
  • Freiherr-vom-Stein-Schule (Neunkirchen)
  • Anton-Hansen-Schule (Ottweiler)
  • Maximilian-Kolbe-Schule (Neunkirchen)
  • Kerpenschule Uchtelfangen
  • Erweiterte Realschule Merchweiler
  • Erweiterte Realschule Eppelborn
  • Erweiterte Realschule Spiesen - Elversberg

In der Kreisstadt Neunkirchen ist ein Technisch-Gewerbliches, Sozialpflegerisches und Kaufmännisches Berufsbildungszentrum (BBZ) angesiedelt.

Städte und Gemeinden

(Einwohnerzahlen vom )

Städte

  1. Neunkirchen, Kreisstadt ()
  2. Ottweiler ()

Gemeinden

  1. Eppelborn ()
  2. Illingen ()
  3. Merchweiler ()
  4. Schiffweiler ()
  5. Spiesen-Elversberg ()

Kfz-Kennzeichen

Am 1. März 1974 wurde dem neuen Landkreis das seit dem 1. Januar 1968 für die Mittelstadt Neunkirchen gültige Unterscheidungszeichen NK zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus der Stadt Neunkirchen Kennzeichen mit den Buchstaben A bis Z und den Zahlen von 1 bis 999 sowie mit den Buchstabenpaaren AA bis ZZ und den Zahlen von 1 bis 99. Die Fahrzeuge aus dem übrigen Landkreis erhielten Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren AA bis ZZ und den Zahlen 100 bis 999.

Das Unterscheidungszeichen OTW wurde bis zum 28. Februar 1974 ausgegeben.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Neunkirchen

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