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Karte Mühldorf a. Inn
Landratsamt Mühldorf am Inn
Töginger Str. 18
84453 Mühldorf am Inn

http://www.landkreis-muehldorf.de

Landkreis Mühldorf am Inn

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Mühldorf am Inn
Basisdaten
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Oberbayern
Verwaltungssitz Mühldorf am Inn
Adresse des Landkreises Töginger Str. 18
84453 Mühldorf a.Inn
Website www.landkreis-muehldorf.de
Landrat Georg Huber (CSU)
Der Landkreis Mühldorf am Inn (amtlich: Landkreis Mühldorf a.Inn) ist ein Landkreis im Osten des Regierungsbezirks Oberbayern in Bayern.

Geographie

Lage

Die Landschaft des Landkreises ist durch drei Räume geprägt, die sich recht deutlich unterscheiden. Nördlich der Linie Inn/Isen erstreckt sich das tertiäre Isar-Hügelland, das um 100 bis 150 m die Talsohlen von Inn und Isen überragt. An dieses Hügelland schließen sich im Süden und Südosten das breite Becken des unteren Inntals sowie die Niederterrassenfelder und die Deckenschotter-Ebenen zwischen Isen und Inn an. Diese Niederungslandschaft erstreckt sich von Ampfing bis zur Landkreisgrenze. Südlich der Isen und westlich von Ampfing, aber auch südlich von Kraiburg und Mühldorf erhebt sich die Hügellandschaft der eiszeitlichen Moränen des Alpenvorlandes.

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Landshut, Rottal-Inn, Altötting, Traunstein, Rosenheim, Ebersberg und Erding.

Geschichte

Landgerichte

1802 wurde die Stadt Mühldorf, die seit 798 als Enklave zum Hochstift Salzburg gehörte, auf Grund der Pariser Mediationsakte Bayern einverleibt. 1803 wurde das Landgericht Mühldorf errichtet, das ab 1810 zum Isarkreis gehörte, der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde. Im gleichen Jahr wurde das Landgericht Neumarkt an der Rott (seit dem 1. April 1934 Neumarkt-Sankt Veit) errichtet.

Bezirksamt

Das Bezirksamt Mühldorf wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Mühldorf und Neumarkt an der Rott gebildet.

Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter erhielt das Bezirksamt Mühldorf am Inn am 1. Januar 1880 Gemeinden des Bezirksamtes Wasserburg am Inn.

Landkreis

Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Mühldorf am Inn.

Am 1. Oktober 1970 wurde die Gemeinde Mörmoosen des Landkreises Mühldorf am Inn in den Landkreis Altötting um- und in die Gemeinde Tüßling eingegliedert.

Zum 1. Juli 1972 wurden im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinden Gars am Inn, Haag in Oberbayern, Kirchdorf, Maitenbeth, Rechtmehring, Reichertsheim und Unterreit mit einer Gesamtfläche von 170,155 km² aus dem aufgelösten Landkreis Wasserburg am Inn in den Landkreis Mühldorf am Inn eingegliedert. Gleichzeitig gab der Landkreis Mühldorf die Gemeinden Eiting, Maisenberg und Peterskirchen an den Landkreis Traunstein sowie die Gemeinde Schwindkirchen an den Landkreis Erding ab.

Am 1. Mai 1978 wechselte die Gemeinde Felizenzell aus dem Landkreis Landshut in den Landkreis Mühldorf am Inn und wurde nach Buchbach eingemeindet. Damit erreichte der Landkreis seine heutige Ausdehnung.

Einwohnerentwicklung

Von 1988 bis 2008 gewann der Landkreis Mühldorf am Inn knapp 16.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um rund 17 %.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 35.238 46.085 53.553 77.512 73.060 83.915 92.882 100.695 105.793 108.480 110.930 110.282 112.034

Politik

Kreistag

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:

2002 2008 2014
CSU 32 29 28
Unabhängige Wählergemeinschaft 8 9 10
SPD 12 9 8
GRÜNE 3 4 6
Wählergemeinschaft Landkreis Mühldorf-West 4 5 5
ödp n.a 2 2
FDP 1 2 1
Gesamt 60 60 60

Wappen

Die amtliche Beschreibung des Landkreiswappens lautet:„Gespalten von Schwarz und Gold; vorne ein linksgewendeter rotgekrönter und bewehrter goldener Löwe, hinten ein rotbewehrter schwarzer Löwe.“

Das Wappen geht auf die geschichtliche Entwicklung, insbesondere die Gebiets- und Gerichtstreitigkeiten um Mühldorf zwischen dem Herzogtum Bayern und dem Fürsterzbistum Salzburg, ein. Der goldene Löwe, das kurbayerische Symbol, wird mit dem schwarzen Löwen, dem salzburgischen Erzstiftswappen, verbunden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Landkreis ist eine sehr ausgeglichene Struktur vorhanden.Wichtige Standorte der Industrie sind die Stadt Waldkraiburg, wo ein Großteil der Industrie angesiedelt ist, sowie die „Allgäuer Alpenmilch“ München (bis 2003 zur Nestlé-Gruppe gehörend, seither eine Tochter der Hochwald Nahrungsmittel-Werke) mit ihrem Zweigwerk in Weiding bei Mühldorf am Inn.

Verkehr

Drei Bundesstraßen durchqueren den Landkreis, die B 12 München – Mühldorf – Passau, die B 15 Regensburg – Haag – Rosenheim und die B 299 Vilsbiburg – Neumarkt-Sankt Veit – Altötting – Traunstein. Dem Durchgangsverkehr im Landkreis dienen 13 Staatsstraßen und 52 Kreisstraßen.
Entlastung insbesondere der überlasteten B 12 soll der Weiterbau der Bundesautobahn 94 von München zur Bundesautobahn 3 bei Passau bringen, die den Landkreis durchqueren wird. Diese ist bisher nur auf Teilabschnitten zwischen Marktl über Töging und weiter bis Heldenstein gebaut (Verkehrsfreigabe 4. Dezember 2012). Die Streckenführung der Verbindung von Heldenstein an das bereits gebaute Stück bei Pastetten war lange Jahre umstritten und bis in letzte Instanzen juristisch umkämpft. Obwohl mittlerweile Baurecht besteht und erste Brückenbaumaßnahmen erfolgten, bleibt eine zügige Autobahnanbindung Mühldorfs an München aufgrund weiterer Finanzierungsprobleme bis auf weiteres aus.

Ein weiterer geplanter autobahnähnlicher Neubau ist der Bau der Bundesstraße 15neu, welche von Rosenheim über Landshut nach Regensburg führen soll.

Unter der Bezeichnung Südostbayernbahn verkehren Züge der Deutschen Bahn AG vom Bahnhof der Kreisstadt, der erst 1871 eröffnet worden ist, in acht verschiedene Richtungen:

Von Anfang an war die Strecke München – Mühldorf – Simbach der Bayerischen Staatsbahn in Betrieb. Ihr folgte 1875 die Linie der AG der Bayerischen Ostbahnen nach Landau – Plattling über Neumarkt-St. Veit, wo 1879 die Staatsbahnverbindungen nach Passau und 1883 nach Landshut abzweigten.

Innaufwärts kam 1876 die Strecke nach Wasserburg–Rosenheim hinzu. Seit Mai 1994 ist sie nach einigen Jahren vorübergehender Stilllegung wieder in Betrieb.

Vom Jahre 1908 an fuhren auch Züge auf der Bahn in Richtung Freilassing, von der in der Folge auch Trassen nach Burghausen und Traunstein abzweigten.

Der Markt Haag in Oberbayern war von 1900 bis 1968 durch Personenzüge der Lokalbahn Thann-Matzbach–Haag mit der Hauptstrecke München – Mühldorf verbunden.

Das seit 1900 rund 96 km umfassende Eisenbahnnetz im Kreis wurde im Personenverkehr in den Jahren 1968/70 nur um 12 km reduziert, so dass ein relativ dichtes Angebot an Bahnstationen vorhanden ist.

Ein zum Teil zweigleisiger Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke München – Mühldorf – Burghausen sind geplant und im Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf vermerkt.

Der Güterverkehr wird überwiegend durch Railion und einige privaten Eisenbahnunternehmen betrieben.

Gemeinden

(Einwohner am )

Städte
  1. Mühldorf am Inn ()
  2. Neumarkt-Sankt Veit ()
  3. Waldkraiburg ()

Märkte

  1. Buchbach ()
  2. Gars am Inn ()
  3. Haag in Oberbayern ()
  4. Kraiburg am Inn ()

Weitere Gemeinden

  1. Ampfing ()
  2. Aschau am Inn ()
  3. Egglkofen ()
  4. Erharting ()
  5. Heldenstein ()
  6. Jettenbach ()
  7. Kirchdorf ()
  8. Lohkirchen ()
  9. Maitenbeth ()
  10. Mettenheim ()
  11. Niederbergkirchen ()
  12. Niedertaufkirchen ()
  13. Oberbergkirchen ()
  14. Oberneukirchen ()
  15. Obertaufkirchen ()
  16. Polling ()
  17. Rattenkirchen ()
  18. Rechtmehring ()
  19. Reichertsheim ()
  20. Schönberg ()
  21. Schwindegg ()
  22. Taufkirchen ()
  23. Unterreit ()
  24. Zangberg ()

Gemeindefreies Gebiet

  1. Mühldorfer Hart (11,00 km²)

Verwaltungsgemeinschaften

  1. Gars am Inn
    (Markt Gars am Inn und Gemeinde Unterreit)
  2. Heldenstein
    (Gemeinden Heldenstein und Rattenkirchen)
  3. Kraiburg am Inn
    (Markt Kraiburg am Inn und Gemeinden Jettenbach und Taufkirchen)
  4. Maitenbeth
    (Gemeinden Maitenbeth und Rechtmehring)
  5. Neumarkt-Sankt Veit
    (Stadt Neumarkt-Sankt Veit und Gemeinde Egglkofen)
  6. Oberbergkirchen
    (Gemeinden Lohkirchen, Oberbergkirchen, Schönberg und Zangberg)
  7. Polling
    (Gemeinden Oberneukirchen und Polling)
  8. Reichertsheim
    (Gemeinden Kirchdorf und Reichertsheim)
  9. Rohrbach
    (mit Sitz in Erharting; Mitgliedsgemeinden: Erharting, Niederbergkirchen und Niedertaufkirchen)
;Ehemalige Gemeinden
  • Altmühldorf, am 1. Mai 1978 zu Mühldorf am Inn
  • Aspertsham, am 1. Januar 1970 zu Schönberg
  • Eiting, am 1. Juli 1972 zu Engelsberg, Lkr. Traunstein
  • Elsenbach, am 1. Januar 1972 zu Neumarkt-Sankt Veit
  • Feichten, am 1. Januar 1972 zu Neumarkt-Sankt Veit
  • Flossing, am 1. Januar 1972 zu Polling
  • Forsting, am 1. Januar 1970 zu Polling
  • Fraham, am 1. Juli 1976 zu Aschau am Inn
  • Grünbach, am 1. Juli 1970 zu Polling
  • Gumattenkirchen, am 1. Januar 1972 zu Mettenheim
  • Guttenburg, am 1. Januar 1972 zu Kraiburg
  • Harpolden, am 1. Juli 1934 zu Egglkofen
  • Hart, am 1. Januar 1972 zu Mühldorf am Inn
  • Hörbering, am 1. Januar 1972 zu Neumarkt-Sankt Veit
  • Irl, am 1. Januar 1975 zu Oberbergkirchen
  • Lauterbach, am 1. Januar 1970 zu Heldenstein
  • Lochheim, am 1. Oktober 1934 zu Mettenheim
  • Maisenberg, am 1. Juli 1972 zu Engelsberg, Lkr. Traunstein
  • Maximilian, am 1. Februar 1935 zu Kraiburg am Inn
  • Mörmoosen, am 1. Oktober 1970 zu Tüßling, Lkr. Altötting
  • Mößling, am 1. Januar 1972 zu Mühldorf am Inn
  • Neumarkt an der Rott, am 1. April 1934 zu Neumarkt-Sankt Veit
  • Oberhofen, am 1. Mai 1978 zu Niederbergkirchen
  • Peterskirchen, am 1. Juli 1972 zu Tacherting, Lkr. Traunstein
  • Pürten, am 1. Januar 1974 zu Waldkraiburg
  • Ranoldsberg, am 1. Januar 1972 zu Buchbach
  • Roßbach, am 1. Mai 1978 zu Niedertaufkirchen
  • Salmannskirchen, am 1. Januar 1978 zu Ampfing
  • Sankt Veit, am 1. Mai 1920 zu Wolfsberg-Sankt Veit
  • Schwindkirchen, am 1. Januar 1972 zu Dorfen, Lkr. Erding
  • Stefanskirchen, am 1. Januar 1978 zu Ampfing
  • Tegernbach, am 1. Juli 1934 zu Egglkofen
  • Thambach, am 1. Mai 1978 zu Neumarkt-Sankt Veit
  • Walkersaich, 1973 zu Schwindegg
  • Weidenbach, am 1. Mai 1978 zu Heldenstein
  • Weilkirchen, am 1. Oktober 1937 zu Zangberg
  • Wiesbach, am 1. Januar 1972 zu Neumarkt-Sankt Veit
  • Wolfsberg, am 1. Mai 1920 zu Wolfsberg-Sankt Veit
  • Wolfsberg-Sankt Veit, am 1. April 1934 zu Neumarkt-Sankt Veit
  • Zeiling, am 1. Juli 1970 zu Taufkirchen

Schutzgebiete

Im Landkreis befinden sich ein Naturschutzgebiet, fünf Landschaftsschutzgebiete, sechs FFH-Gebiete und mindestens 16 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope (Stand August 2016).

Sonstiges

Der Landkreis ist Mitglied der Europäische Metropolregion München e.V.

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Mühldorf am Inn

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