Landratsamt
Miesbach
Rosenheimer Str. 1-3
83714 Miesbach

http://www.landkreis-miesbach.de/

Landkreis Miesbach

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Miesbach
Basisdaten
Bundesland Bayern
Regierungsbezirk Oberbayern
Verwaltungssitz Miesbach
Adresse des Landkreises Rosenheimer Str. 3
83714 Miesbach
Website www.landkreis-miesbach.de
Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne)
Der Landkreis Miesbach (bairische Mundart: Miaschboch) liegt im Süden des bayerischen Regierungsbezirks Oberbayern. Zusammen mit Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau bildet er das Bayerische Oberland. Mit seinen knapp unter 100.000 Einwohnern gehört der Landkreis zu den kleineren in Oberbayern, genießt aber weit über die Landesgrenzen hinaus Bekanntheit wegen seiner herausragend schönen Landschaft und den damit verbundenen touristischen Attraktionen, wie den Tegernsee, den Schliersee oder die Gipfel des Mangfallgebirges.

Betrachtet man den Immobilienmarkt, zählt der Landkreis Miesbach zu den fünf teuersten Landkreisen Deutschlands.

Geographie

Lage

Der Landkreis im bayerischen Oberland umfasst sowohl alpines als auch voralpines Gelände. Er grenzt sich im Südosten bis in den Norden durch eine Geländestufe (200 m ü.NHN Unterschied) ab, die das Oberland vom sogenannten "Unterland" trennt. Im Norden und Westen ist der Übergang in die Nachbarlandkreise dagegen landschaftlich weniger auffällig. Im Süden bildet die Hauptkette der Bayerischen Voralpen die Grenze zu Tirol. Die größten Seen sind der Tegernsee, der Schliersee, der Seehamer See und der Spitzingsee. Gegliedert wird das Landkreisgebiet durch die drei Täler der Mangfall, der Schlierach und der Leitzach sowie durch das zur Münchner Schotterebene gehörende Gebiet um Holzkirchen und Otterfing.

Berge

Der höchste Berg ist die Rotwand mit 1884 m, der bekannteste der Wendelstein mit 1838 m.

Berg Höhe ü. NN Gebirge
1 Rotwand 1884 m Mangfallgebirge
2 Hochmiesing 1883 m Mangfallgebirge
3 Dürrmiesing 1863 m Mangfallgebirge
4 Halserspitz 1862 m Mangfallgebirge

Nachbarkreise

Der Landkreis grenzt im Uhrzeigersinn im Westen beginnend an die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, München und Rosenheim. Im Süden grenzt er an die Tiroler Bezirke Kufstein und Schwaz in Österreich.

Geschichte

Der Landkreis Miesbach setzt sich aus den historischen Gebieten der ehemaligen freien Reichsgrafschaft Hohenwaldeck, aus Teilen der ehemaligen Fürstabtei Tegernsee, aus dem Gebiet des Klosters Weyarn und der Grafschaft Valley sowie des ehemals zum Landgericht Aibling gehörenden Leitzachtales zusammen.

Landgerichte

Grundlage war das 1803 begründete Landgericht Miesbach, das an die Stelle des Gerichtsbezirks der Grafschaft Hohenwaldeck trat. 1818 entstand aus dem Herrschaftsgericht Tegernsee das gleichnamige Landgericht. Beide Landgerichte gehörten zum Isarkreis, der 1838 in Oberbayern umbenannt wurde. In diesem Jahr wurde auch das Landgericht Aibling errichtet. Hierzu musste das Landgericht Miesbach zwölf Gemeinden abgeben.

Bezirksamt

Das Bezirksamt Miesbach wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Miesbach und Tegernsee neu gebildet.

Landkreis

Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Miesbach.

Im Rahmen der Gebietsreform wurde der Landkreis Miesbach am 1. Juli 1972 nur geringfügig verändert, und zwar wurde die Gemeinde Otterfing vom bisherigen Landkreis Wolfratshausen dem Landkreis Miesbach zugeordnet.

Einwohnerentwicklung

Der Landkreis Miesbach gewann von 1988 bis 2008 knapp 13.000 Einwohner hinzu bzw. wuchs um rund 15 %.

Die nachfolgenden Zahlen beziehen sich auf den Gebietsstand vom 25. Mai 1987.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 18.752 33.799 48.014 76.626 70.420 73.142 80.840 88.640 91.654 94.970 95.641 98.286

Politik

Landrichter

  • 1803–06: Franz Xaver Steyrer
  • 1806–13: Max Graf von Preysing
  • 1813–46: Joseph Wiesend
  • 1846–48: Wolfgang Knorr
  • 1848–51: Alois Schmid
  • 1851–62/74: Carl Bollweg

Bezirksamtmänner

  • 1851/62–74: Carl Bollweg
  • 1874–88: Ludwig Mayr
  • 1888–90: Uhl
  • 1890–1911: Carl Riezler
  • 1911–29: Bernhard de Rudder
  • 1929–38/43: Hermann Kopp

Landräte

  • 1929/39–1943: Hermann Kopp
  • 1943–1944: Kemnitzer
  • 1944–1945: Frick
  • 10. Mai 1945–1. August 1945: von Wehner
  • 1. August 1945–10. Mai 1946: Schindler
  • 11. Mai 1946–27. Mai 1946: Friedrich Roith
  • 28. Mai 1946–11. Juni 1946: Freiherr von Schoen
  • 11. Juni 1946–25. September 1946: Friedrich Roith
  • 26. September 1946–31. Mai 1948: Süß
  • 5. Juni 1948–14. Dezember 1948: Meissner
  • 1949–1951: Simon Beck
  • 1952–1955: Anton Bauer
  • 1955–1972: Walter Königsdorfer
  • 1972–1987: Wolfgang Gröbl
  • 1987–2008: Norbert Kerkel
  • 2008–2014: Jakob KreidlBei der Landratswahl am 30. März 2014 setzte sich Wolfgang Rzehak (Bündnis 90/Die Grünen) mit 53,46 % gegen Norbert Kerkel (FWG) in der Stichwahl durch.

Kreistag

Die vergangenen Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:

2002 2008 2014
CSU 29 28 21
FWG 14 15 16
SPD 12 9 9
GRÜNE 4 6 9
BP 3
FDP 1 2 2
Gesamt 60 60 60

Kreispartnerschaften

Es bestehen Partnerschaften mit dem Borough of Tewkesbury in England, dem Landkreis Zwickauer Land in Sachsen und der Bezirkshauptmannschaft Schwaz in Tirol.

Wappen

Blasonierung: „In Silber oben ein gestümmelter, goldbewehrter, roter Falke mit ausgebreiteten Schwingen über zwei schräggekreuzten roten Stäben, unten über blauen Wasserwellen zwei mit den Stängeln gekreuzte grüne Seeblätter.“

Die Zustimmung des Bayerischen Staatsministerium des Innern zur Annahme und Führung eines Wappens wurde mit Entschließung vom 15. September 1955 erteilt. Der Vorschlag, für die Gestaltung des Wappens die geschichtlichen Wahrzeichen von Hohenwaldeck und Tegernsee heranzuziehen, ging seinerzeit vom Kreisausschuss und Kreistag aus.

Wappenbedeutung: Der gestümmelte rote Falke über zwei schräg gekreuzten Stäben ist das Symbol für Hohenwaldeck. Die Waldecker entstammen dem bayerischen Uradel der Faganen, der seinen Sitz im heutigen Vagen im Mangfalltal hatte. Es ist das alte Stammwappen der Waldecker. Der Falke ist das Wappensymbol des alten Rittergeschlechts der Neuburg-Falkensteiner, deren neue Burg bei Vagen den Namen "Falkenstein" trug. Die gekreuzten Stäbe können auf die Gerichtsbarkeit, aber auch auf die Tätigkeit der Waldecker bei der Rodung des Gebietes um den Schliersee im 12./13. Jahrhundert hinweisen. Die mit den Stängeln gekreuzten so genannten Seeblätter über Wellen sind das älteste bekannte Stiftwappen von Tegernsee. Das Wappenbild bezieht sich auf Namen und Lage des Klosters am See.

Flagge

Beschreibung: Grün und Weiß stehen für die Farben des Klosters Tegernsee. Die Farben Silber (oder auch Weiß) und Rot steht für das Adelsgeschlecht der Waldecker. Das geht darauf zurück, dass der westliche Landkreis das Gebiet des Klosters Tegernsees war und der östliche Landkreis zur Grafschaft Hohenwaldeck, die bis 1806 unabhängig war, gehörte.

Die Flagge ist seit dem 23. Oktober 2011 die offizielle Flagge des Landkreises Miesbach und soll bei offiziellen Anlässen und Sitzungen gehisst werden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Einkommensteuerkraft je Einwohner lag im Jahr 2004 bei 325 Euro (Bundesdurchschnitt 216). Die Kaufkraft je Einwohner im Jahr 2005 lag bei 9.366 Euro (Bundesdurchschnitt 8.523). Im Juli 2011 lag die Arbeitslosigkeit im Landkreis bei 2,6 % und damit erheblich unter dem Bundesdurchschnitt.

Der wirtschaftliche Schwerpunkt des Landkreises ist der Tourismus, vorwiegend am Tegernsee und in geringerem Anteil am Schliersee. Der Landkreis hat 2,7 Millionen Übernachtungen und rund 7 Millionen Tagesbesucher im Jahr (Stand: 2015). Zusammen machen die Gäste einen Umsatz von 435 Millionen Euro in Gastronomie, Hotellerie und Handel. Übernachtungsgäste geben dabei im Schnitt 121 Euro pro Tag aus.

Verkehr

Bedeutend für das Verkehrsgeschehen im Landkreis Miesbach sind einerseits Berufspendler Richtung München und andererseits der Ausflugsverkehr ins Gebirge. Im Landkreis Miesbach befinden sich die drei Anschlussstellen Holzkirchen, Weyarn und Irschenberg der Bundesautobahn 8 München–Salzburg.

Im Jahre 1857 eröffnete die staatliche Bayerische Maximiliansbahn ihre Strecke München – Rosenheim über Holzkirchen. In Holzkirchen zweigte die von der „Miesbacher Steinkohlengewerkschaft“ 1861 erbaute Holzkirchen-Miesbacher Eisenbahn ab, die 1869 durch die Bayerische Staatsbahn bis Schliersee und 1911 bis Bayrischzell verlängert wurde. Die zweite Staatsbahnstrecke in das Alpenvorland führte ab 1874 von Holzkirchen bis Bad Tölz und seit 1924 weiter bis Lenggries. In Schaftlach begann ab 1883 die Stichstrecke der Tegernsee-Bahn nach Gmund, die 1902 bis Tegernsee verlängert wurde. Sie wird seit 1998 ebenso wie die Strecken nach Bayrischzell und Lenggries von der Bayerischen Oberlandbahn GmbH durchgehend von und bis München betrieben.

Der Regionalverkehr Oberbayern betreibt eine Reihe von Buslinien. Auf dem Tegernsee bietet die Bayerische Seenschifffahrt Ausflugsfahrten an.

Im Mai 2013 waren im Landkreis Miesbach 58.300 Pkw und rund 7.000 Motorräder zugelassen. Mit 615 Pkw je 1000 Einwohner liegt der Motorisierungsgrad dabei erheblich über dem Bundesdurchschnitt von 517. Speziell in den ländlich geprägten Gemeinden ohne direkten Bahnanschluss liegt der Pkw-Bestand zum Teil bei über 650 je 1000 Einwohner. Mit einem Anteil von 19,6 % hat der Landkreis Miesbach zudem die höchste Dichte allradgetriebener Pkw in Deutschland.

Städte und Gemeinden

(Einwohner am )

Städte

  1. Miesbach ()
  2. Tegernsee ()

Märkte

  1. Holzkirchen ()
  2. Schliersee ()

Keine Verwaltungsgemeinschaften

Gemeinden

  1. Bad Wiessee ()
  2. Bayrischzell ()
  3. Fischbachau ()
  4. Gmund a.Tegernsee ()
  5. Hausham ()
  6. Irschenberg ()
  7. Kreuth ()
  8. Otterfing ()
  9. Rottach-Egern ()
  10. Valley ()
  11. Waakirchen ()
  12. Warngau ()
  13. Weyarn ()

Städte und Gemeinden des Landkreises vor der Gebietsreform 1971/78

Bis zur Gebietsreform 1971/78 hatte der Landkreis Miesbach 29 Gemeinden (siehe Liste unten).

Im Süden grenzte der Landkreis an das österreichische Bundesland Tirol. Im Westen grenzte der Landkreis an den Landkreis Bad Tölz, im Nordwesten an den Landkreis Wolfratshausen, im Norden und Nordosten an den Landkreis Bad Aibling und im Osten an den Landkreis Rosenheim.

Die Gemeinden des Landkreises Miesbach vor der Gemeindereform 1971/78. (Gemeinden, die es heute noch gibt, sind fett geschrieben.)

frühere Gemeinde heutige Gemeinde heutiger Landkreis
Bad Wiessee Bad Wiessee Landkreis Miesbach
Bayrischzell Bayrischzell
Dürnbach Gmund am Tegernsee
Fischbachau Fischbachau
Föching Holzkirchen
Gmund am Tegernsee Gmund am Tegernsee
Gotzing Weyarn
Hartpenning (Großhartpenning und Kleinhartpenning) Holzkirchen
Hausham Hausham
Holzkirchen (Markt) Holzkirchen
Holzolling Weyarn
Hundham Fischbachau
Irschenberg Irschenberg
Kreuth Kreuth
Miesbach (Stadt) Miesbach
Niklasreuth Irschenberg
Parsberg Miesbach
Reichersdorf Irschenberg
Rottach (heißt seit 1951 Rottach-Egern) Rottach-Egern
Schaftlach Waakirchen
Schliersee (Markt) Schliersee
Tegernsee Tegernsee
Valley Valley
Waakirchen Waakirchen
Wall Warngau
Warngau Warngau
Wattersdorf Weyarn
Wies Miesbach
Wörnsmühl Fischbachau

Schutzgebiete

Im Landkreis befinden sich elf Landschaftsschutzgebiete, neun FFH-Gebiete und mindestens 22 vom Bayerischen Landesamt für Umwelt ausgewiesene Geotope (Stand April 2016).

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen MB zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Miesbach

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.

Deutschlandkarte
Karte Landkreis Miesbach