Informationen
Strassen
Einrichtungen
Schliersee
Navigation
Markt Schliersee
Rathausstr. 1
83727 Schliersee

http://www.schliersee.de/

Schliersee (Gemeinde)

160pxAbb. 1 Wappen von Schliersee (Gemeinde)
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 784 m
PLZ 83727
Vorwahl 08026
Adresse der Verwaltung Rathausstraße 1
83727 Schliersee
Website www.schliersee.de
Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (CSU)
Schliersee ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Miesbach.

Geographie

Lage

Schliersee liegt am Nordostufer des gleichnamigen Sees und ist ein bekannter Urlaubsort in den bayerischen Alpen. Vom Ort Schliersee bietet sich ein malerischer Blick auf die Kulisse der Berge Aiplspitz, Jägerkamp, Brecherspitz und Bodenschneid, die zum Mangfallgebirge gehören. Der Gemeindeteil Spitzingsee liegt 1.090 Meter hoch und ist ein bekanntes Wintersport- und Bergwanderzentrum.

Gemeindegliederung

Der Markt Schliersee hat 19 amtlich benannte Gemeindeteile:

  • Hauptort Schliersee
  • Pfarrdorf Neuhaus
  • Kirchdörfer Fischhausen und Spitzingsee
  • Dörfer Abwinkl, Attenberg, Breitenbach und Josefsthal
  • Ort Westenhofen
  • Weiler Müller in Mühle und Valepp
  • Einöden Grünboden, Kalkgraben, Krainsberg, Kreit, Oberleiten, Pürstling, Riß und Schwaig.

Geschichte

In einer Urkunde des Hochstifts Freising vom 21. Januar 779 wird bestätigt, dass fünf Brüder am „Slyrse“ eine klösterliche Zelle samt einer kleinen vom Bischof Arbeo geweihten Kirche gegründet haben. Dieses Kloster lag auf dem Kirchbichl nördlich der heutigen Gemeinde. Während der Ungarneinfälle im 10. Jahrhundert wurde es vermutlich vernichtet, von Bischof Otto von Freising aber im Jahre 1141 am Ort der heutigen Kirche St. Sixtus in Schliersee neu gegründet und um 1260 in ein Kollegiatstift umgewandelt. Die Kanoniker wohnten auf kleinen Höfen, die um die Kirche lagen und mit denen sie ihren Lebensunterhalt sicherten. 1493/95 wurde das Stift gegen den Widerstand der Kanoniker an die Frauenkirche nach München verlegt und dort 1803 durch die Säkularisation aufgehoben.

Als weltliche Macht bildete sich ab dem 12. Jahrhundert die Grafschaft Hohenwaldeck heraus. In diese Zeit fällt auch die Bedeutung der Burg Hohenwaldeck oberhalb des Schliersees. Im 15. Jahrhundert konnte dem Bistum Freising die Oberherrschaft über das Gebiet abgerungen und 1454 die Reichsunmittelbarkeit erreicht werden. Hauptort der Grafschaft war allerdings Miesbach mit Schloss Wallenburg. Aber bereits 1483 erlosch das Geschlecht der Grafen von Waldeck. Nach Erbstreitigkeiten erwarb schließlich Wolfgang von Maxlrain 1516 das Gebiet. Die Herrschaft der Maxlrainer über Schliersee hielt bis 1734 an. Danach fiel die Grafschaft und mit ihr das Gebiet um Schliersee an das Kurfürstentum Bayern. Allmählich schwanden auch die Vorrechte der Grundherrschaften Kirche, Frauenstift München und Maxlrainer. Die Bewohner konnten Grund und Boden erwerben oder verkaufen, neue Häuser wurden gebaut, die Bevölkerungsstruktur wandelte sich, und es bildete sich nach und nach ein Gemeinwesen. Im Zuge der Umsetzung der bayerischen Verfassung von 1808 durch das erste Gemeindeedikt wurde Schliersee in diesem Jahr selbständige Landgemeinde. 1919 wurde Schliersee zum Markt erhoben.Auch Ansätze von Industrie gab es in Schliersee. Von 1867 bis 1914 produzierte im Ortsteil Breitenbach eine Glashütte.

Im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts entdeckten Münchner Künstler den stillen und romantischen Schliersee, und es verbreitete sich der Ruf Schliersees als idyllischer Urlaubsort. Am 1. August 1869 bekam Schliersee Eisenbahnanschluss nach München, was zu einem Aufschwung des Fremdenverkehrs führte. Es wurden Wanderwege angelegt, Badeanstalten errichtet, neue Gaststätten und Hotels entstanden, Freizeitanlagen wurden gebaut. 1888 entstand der örtliche Trachtenverein und 1892 das Schlierseer Bauerntheater als erstes bayerisches Bauerntheater. Im 20. Jahrhundert wählten zahlreiche Prominente Schliersee als Haupt- oder Zweitwohnsitz. Insbesondere in den 1930er-Jahren wurde die Gemeinde, wie auch das gesamte Schlierseer Tal ein Teil des als "Bonzenregion" bezeichneten benachbarten Tegernsees. Zur Jahreswende 1937/38 wurde in Schliersee die SA-Gruppenschule eingerichtet, die gegen Kriegsende zum Ausweichquartier der Obersten SA-Führung wurde. Während des Zweiten Weltkriegs dienten die Hotels und Pensionen zur Unterbringung verwundeter Soldaten und aus den Großstädten ausquartierten Müttern mit Kindern.

Ende der 1880er Jahre brachten Münchner das neue Wintervergnügen des Skilaufens in die Schlierseer Berge. Um die Wende zum 20. Jahrhundert entwickelte sich der bayerische Wintersport mit Schliersee als Vorreiter. 1902 wurde der erste offizielle Langlauf durchs Dorf organisiert, und vier Jahre später entstand der örtliche Skiclub. Ebenfalls 1906 fand die erste „Bayrische Ski-Meisterschaft“ mit einer Distanz von 25 km im „Dauerlauf auf Skiern“ im Gebiet um Schliersee statt. In Schliersee schlug auch die Geburtsstunde des Bergrettungsdienstes im Roten Kreuz: Eine Gruppe von Skifahrern gründete dort 1911 die „Erste deutsche skifahrende freiwillige Sanitätskolonne“.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 20 Sitze und setzt sich seit der Kommunalwahl vom 16. März 2014 wie folgt zusammen:

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CSU 36,9 % 7
SPD 11,5 % 2
Grüne 14,4 % 3
Die Schlierseer 24,4 % 5
Freie Wähler im Markt 12,8 % 3
Gesamt 100 % 20
Wahlbeteiligung: 51,4 %
Daneben gehört dem Gemeinderat auch der Erste Bürgermeister an.

Städtepartnerschaften

Partnergemeinde von Schliersee ist das italienische Barberino Val d’Elsa in der Toskana.

Wappen

Nach der Erhebung Schliersees zum Markt im Jahre 1919 bewarb sich der Markt um die Genehmigung zur Führung der Ortsfarben Kornblumenblau/Goldgelb. Dies stieß jedoch auf Schwierigkeiten, da nach Stellungnahme des Bayerischen Hauptstaatsarchivs die Hauptfarben des Schlierseer Wappens Blau/Weiß und nicht Kornblumenblau/Goldgelb sind.

Daraufhin beauftragte der Markt Prof. Otto Hupp, das Schlierseer Wappen zu überarbeiten und in den Wappenfarben so zu gestalten, dass die Führung der gewünschten Flaggenfarben möglich sei. Am 24. August 1926 genehmigte der Marktgemeinderat das neue Wappen.

Es hatte folgende Beschreibung:„Im blauen Feld auf einem Faldistorium sitzend der hl. Papst und Märtyrer Sixtus II. im goldenen Pluviale und mit der Tiara auf dem Haupt, erhebt die Rechte zum Segen und hält in der Linken das gesenkte Schwert.“

Dieses neue Gemeindewappen und die Ortsfarben „Kornblumenblau/Goldgelb“ wurden mit Entschließung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern vom 27. November 1926 genehmigt.

Verkehr

Der Ort Schliersee befindet sich an der B 307 rund 7 km südlich von Miesbach, 17 km von der Bundesautobahn 8 (Ausfahrt Weyarn), 32 km von Rosenheim sowie 53 km von der Landeshauptstadt München entfernt. Der Bahnhof Schliersee liegt an der Bahnstrecke Holzkirchen–Schliersee und der Bahnstrecke Schliersee–Bayrischzell und wird im Stundentakt von der Bayerischen Oberlandbahn bedient. Die Züge fahren von München über Holzkirchen nach Bayrischzell und halten am Bahnhof Schliersee (Kopfbahnhof) sowie in Fischhausen-Neuhaus. Zu Stoßzeiten fährt die Oberlandbahn zwischen München und Schliersee alle 30 Minuten (Pendler- und Ausflugsverkehr).Regelmäßig verkehrende Linienbusse von DB Oberbayernbus fahren in Richtung:

  • Spitzingsee, manche weiter zur Valepp
  • über Hausham und Gmund am Tegernsee nach Tegernsee (Stadt)
  • nach Bayrischzell und
  • über Miesbach nach Holzkirchen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

Theater

Das Schlierseer Bauerntheater (gegründet 1892) ist das älteste Theater dieser Art.

Museen

Im Schlierseer Heimatmuseum ist in einem der ältesten Häuser des Ortes (erbaut um 1500) das bäuerliche Leben und Arbeiten der letzten 500 Jahre dargestellt. Neben den Wohn- und Schlafräumen sind im Museum eine offene Rauchkuchel, ein Richtersaal und ein Gefängnis zu sehen. Die Sammlung umfasst Möbel und Gebrauchsgegenstände sowie eine Sammlung von Glaserzeugnissen aus der Glashütte Schliersee.

Das Markus Wasmeier Bauernhof- und Wintersportmuseum ist ein Freilichtmuseum am Südufer des Schliersees. Das Museum widmet sich dem bäuerlichen Leben zu Anfang des 18. Jahrhunderts. Alte Bauernhöfe aus dem bayerischen Oberland wurden hierzu am Originalstandort abgebaut, restauriert und im Museum wieder aufgebaut.

Kirchen und Kapellen

Auf dem Weinberghügel steht die gotische Kapelle St. Georg aus dem 14. Jahrhundert mit einem barocken Hochaltar von 1624. An der Nordwand stehen die Figuren des hl. Sixtus und der hl. Barbara. An der Außenfassade befindet sich eine Gedenktafel für die deutschen Gefallenen der Kämpfe am Annaberg 1921. Vom Weinberg aus hat man auch einen schönen Blick auf den Ort und den See. Am nördlichen Ortseingang befindet sich die Barockkirche St. Martin mit dem Jennerwein-Grab. Schließlich befindet sich im Ortszentrum die 1712 bis 1715 erbaute Pfarrkirche St. Sixtus mit Werken von Jan Polak, Erasmus Grasser und Johann Baptist Zimmermann.

Wirtschaft

In der Gemeinde Schliersee ist die Slyrs Bavarian Malt Whisky Destillerie beheimatet.

Freizeit

Seit Ende 2008 existiert am Seeufer die vitalwelt Schliersee. In dem ehemaligen Kurzentrum befindet sich heute neben der Tourist-Info, dem Restaurant „Charivari“ und einem Fitnessstudio das monte mare mit Hallenbad, Sauna- und Wellnessbereich.

Film

Im September 2007 wurde in Schliersee der Joseph-Vilsmaier-Film Die Geschichte vom Brandner Kaspar mit Franz Xaver Kroetz als Brandner Kaspar und Michael Bully Herbig als Boandlkramer gedreht. Der Film kam im Oktober 2008 in die Kinos.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Schliersee

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Minna Blüml (* 1920), Rennrodlerin
  • Charlotte Dietrich (* 1935), Künstlerin
  • Theodor Hummel (1864–1939), Maler
  • Sixtus Lampl (* 1941), Kunsthistoriker, Musikwissenschaftler und Publizist
  • Rolf Singer (1906–1994), deutsch-US-amerikanischer Mykologe und Hochschulprofessor
  • Markus Wasmeier (* 1963), Skisportler. Er wurde 1985 Weltmeister im Riesenslalom in Bormio (Italien), 1994 war er zweifacher Olympia-Sieger in Lillehammer (Norwegen) im Super-G und Riesenslalom.

Weitere Persönlichkeiten

  • Josef Achmann (1885–1958), Maler, lebte von 1940 bis zu seinem Tod in Schliersee.
  • Michael Ande (* 1944), Schauspieler, lebt in Schliersee.
  • Hans R. Beierlein (* 1929), Musikmanager, lebt in Schliersee.
  • Gustav Berauer (1912–1986), Weltmeister Ski nordisch 1939, starb in Schliersee.
  • Werner Bochmann (1900–1993), Komponist, lebte über 50 Jahre bis zu seinem Tod in Schliersee.
  • Wilhelm Grimm (1889–1944), Reichsleiter der NSDAP.
  • Hans Frank (1900–1946), nationalsozialistischer Politiker, lebte ab 1936 in Neuhaus am Schliersee.
  • Karl Haider (1846–1912), bayerischer Landschafts- und Porträtmaler, lebte von 1896 bis zu seinem Tod in Schliersee.
  • Vanessa Hinz (* 1992), Biathletin, wuchs in Schliersee auf und startet für den SC Schliersee.
  • Georg Jennerwein (1848–1877), legendärer Wildschütz, beerdigt in Schliersee-Westenhofen.
  • Birgit Lutz (* 1974), Schriftstellerin, Polarexpeditionsmitglied und Abenteuerreisende, lebt in Schliersee.
  • Hanns Oberlindober (1896–1949), Funktionär der SA und NSDAP, Leiter der NS-Kriegsopferversorgung.
  • Anton von Perfall (1853–1912), Jagdschriftsteller, lebte in Schliersee. Viele seiner Erzählungen spielen sich in der Umgebung Schliersees ab.
  • Gerhard Polt (* 1942), bayerischer Kabarettist, lebt in Schliersee.
  • Albert Singer (1869–1922), deutscher Tier- Jagd- und Landschaftsmaler. Lebte und wirkte in Schliersee.
  • Xaver Terofal (1862–1940), Schauspieler, Gründer des Schlierseer Bauerntheaters.
  • Wolfgang Vogel (1925–2008), Rechtsanwalt und Unterhändler der DDR im so genannten Häftlingsfreikauf. Lebte nach der Wende bis zu seinem Tod in Schliersee.
  • Georg Vogelsang (1883–1952), Volksschauspieler, starb in Schliersee.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Skifasching auf der Firstalm (Faschingssonntag)
  • Alpen-Triathlon (Juni/Juli)
  • Schlierseer Seefest (Juli/August)
  • Alt-Schlierseer Kirchtag (August)
  • Bergseefest am Spitzingsee (August)
  • Leonhardifahrt (November)
  • Schlierseer-Advent mit bayerischer Adventsmusik und Hirtenspiel (1. und 2. Advent-Samstag)

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Schliersee (Gemeinde)

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.

Deutschlandkarte
Stadtplan Schliersee