Kreis Kleve
Der Oberkreisdirektor
Nassauer Allee 15-23
47533 Kleve

http://www.kreis-kleve.de

Kreis Kleve

160pxAbb. 1 Wappen Kreis Kleve
Basisdaten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk Düsseldorf
Verwaltungssitz Kleve
Adresse des Landkreises Nassauerallee 15–23
47533 Kleve
Website www.kreis-kleve.de
Landrat Wolfgang Spreen (CDU)

Der Kreis Kleve liegt am unteren Niederrhein im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Er gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf und ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland. Sitz des Kreises ist die Stadt Kleve.

Geografie

Kreisgebiet

Teile des Kreises gehören zum Naturpark Maas-Schwalm-Nette.
Im Kreisgebiet befindet sich eine Reihe nicht zerstörter Bunkeranlagen des ehemaligen Westwalles.

Kreisangehörige Gemeinden

Der Kreis Kleve gliedert sich in 16 kreisangehörige Gemeinden, von denen fünf Mittlere kreisangehörige Städte sind. Für ihre örtlichen Angelegenheiten sind diese Gemeinden grundsätzlich selbst zuständig, während der Kreis für kleinere Kommunen örtliche und ansonsten überörtliche Aufgaben übernimmt.

(In Klammern die Einwohnerzahlen zum )

Städte
  1. Emmerich am Rhein ()
  2. Geldern ()
  3. Goch ()
  4. Kalkar ()
  5. Kevelaer ()
  6. Kleve ()
  7. Rees ()
  8. Straelen ()
Gemeinden
  1. Bedburg-Hau ()
  2. Issum ()
  3. Kerken ()
  4. Kranenburg ()
  5. Rheurdt ()
  6. Uedem ()
  7. Wachtendonk ()
  8. Weeze ()

Siehe auch: Liste der Orte im Kreis Kleve

Nachbarkreise bzw. -provinzen

Der Kreis Kleve grenzt im Uhrzeigersinn im Nordosten beginnend an die Kreise Borken, Wesel und Viersen. Im Westen grenzt er an die Provinz Limburg, im Norden und Nordwesten an die Provinz Gelderland (beide in den Niederlanden).

Geschichte

Am 23. April 1816 wurde im Zuge der Preußischen Verwaltungsorganisation der Kreis Kleve als einer von 29 Kreisen der Provinz Jülich-Kleve-Berg, der späteren Rheinprovinz gebildet. Das Kreisgebiet setzte sich aus den in der Franzosenzeit gebildeten Kantonen Kalkar, Kleve und Kranenburg sowie einem Teil des Kantons Goch zusammen. Vor der Franzosenzeit hatte das Kreisgebiet zum Herzogtum Kleve gehört, das seit 1666 zu Preußen gehörte und 1815 auf dem Wiener Kongress erneut Preußen zugeschlagen wurde.

Der Kreis gehörte bis zu dessen Auflösung 1822 zum Regierungsbezirk Kleve und seitdem zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Er umfasste ein Gebiet von Goch im Süden, entlang der deutsch-niederländischen Grenze nach Norden bis zum Rhein im Osten und nach Süden bis Kalkar. Nach dem Inkrafttreten der Gemeindeordnung für die Rheinprovinz von 1845 und der Rheinischen Städteordnung von 1856 für die beiden Städte Goch und Kleve war der Kreis wie folgt gegliedert:

Bürgermeisterei Städte und Gemeinden (1885)
Appeldorn Appeldorn, Hanselaer, Hönnepel, Niedermörmter
Asperden Asperden, Hassum, Hommersum, Hülm
Goch Goch (Stadt)
Grieth Bylerward, Emmericher Eyland, Grieth, Huisberden, Wissel, Wisselward
Griethausen Brienen, Griethausen, Kellen, Salmorth, Schenkenschanz, Warbeyen, Wardhausen
Kalkar Altkalkar, Kalkar, Neulouisendorf
Keeken Keeken, Rindern
Keppeln Keppeln, Uedemerbruch
Kessel Kessel
Kleve Kleve (Stadt)
Kranenburg Kranenburg
Materborn Donsbrüggen, Hau, Materborn
Niel Mehr, Niel, Wyler, Zyfflich
Pfalzdorf Pfalzdorf
Till Louisendorf, Schneppenbaum, Till-Moyland
Uedem Uedem, Uedemerfeld
Die Gemeinde Schenkenschanz wurde 1911 in die Gemeinde Salmorth eingegliedert. Die aus mehreren Gemeinden bestehenden Bürgermeistereien wurden seit 1927 als Ämter bezeichnet. Im Jahre 1952 wurden die beiden neuen Gemeinden Reichswalde und Nierswalde gegründet. Danach besaß der Kreis Kleve bis 1969 die folgende Verwaltungsgliederung:
Amt Städte und Gemeinden (1968)
amtsfrei Goch, Kleve, Materborn, Pfalzdorf
Asperden Asperden, Hassum, Hommersum, Hülm, Kessel, Nierswalde
Griethausen Brienen, Emmericher Eyland, Griethausen, Huisberden, Kellen, Salmorth, Warbeyen
Kalkar Altkalkar, Appeldorn, Bylerward, Grieth, Hanselaer, Hönnepel, Kalkar, Neulouisendorf, Niedermörmter, Wissel, Wisselward
Kranenburg Kranenburg, Wyler, Zyfflich
Rindern Donsbrüggen, Keeken, Mehr, Niel, Rindern, Wardhausen
Till Hau, Louisendorf, Reichswalde, Schneppenbaum, Till-Moyland
Uedem Keppeln, Uedem, Uedemerbruch, Uedemerfeld
Durch das Gesetz zur Neugliederung des Landkreises Kleve wurden zum 1. Juli 1969 in der ersten Phase der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen alle Ämter aufgelöst sowie die Gemeinden neu gegliedert. Seitdem bestand der Kreis Kleve aus den folgenden Gemeinden:
  • Stadt Kleve, gebildet aus der alten Stadt Kleve sowie Materborn, Donsbrüggen, Keeken, Rindern, Wardhausen, Brienen, Griethausen, Kellen, Salmorth, Warbeyen und Reichswalde
  • Stadt Kalkar, gebildet aus der alten Stadt Kalkar sowie Altkalkar, Appeldorn, Bylerward, Grieth, Hanselaer, Hönnepel, Neulouisendorf, Niedermörmter, Wissel, Wisselward und Emmericher Eyland
  • Stadt Goch, gebildet aus der alten Stadt Goch sowie Asperden, Hassum, Hommersum, Hülm, Kessel, Nierswalde und Pfalzdorf
  • Gemeinde Kranenburg, gebildet aus der alten Gemeinde Kranenburg sowie Wyler, Zyfflich, Mehr und Niel
  • Gemeinde Bedburg-Hau, gebildet aus Hau, Louisendorf, Schneppenbaum, Till-Moyland und Huisberden
  • Gemeinde Uedem, gebildet aus der alten Gemeinde Uedem sowie Keppeln, Uedemerbruch und Uedemerfeld

Am 1. Januar 1975 wurde in der zweiten Neugliederungsphase durch das Niederrhein-Gesetz der alte Kreis Kleve mit dem Kreis Geldern und Teilgebieten der Kreise Moers und Rees zum neuen Kreis Kleve zusammengefügt. Die südlichen acht Gemeinden werden auch als Südkreis Kleve bezeichnet.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1816 36.895
1835 44.203
1871 47.517
1880 50.532
1890 52.724
1900 59.642
1910 71.326
1925 80.810
1939 87.462
1950 89.013
1960 98.500
1970 107.900
1980 258.850
1990 269.149
2000 299.362
2010 307.807

Politik

Kreistag

Die Vertretung des Kreises Kleve, der Kreistag, besteht aus 58 Vertreterinnen und Vertretern.Seit der letzten Kommunalwahl am 25. Mai 2014 sind im Kreistag CDU (46,2 %, 27 Sitze), SPD (26,7 %, 16 Sitze), Grüne (10,6 %, 6 Sitze), FDP (6,0 %, 3 Sitze), AfD (2,9 %, 2 Sitze), Linke (2,8 %, 2 Sitze), FW (2,4 %, 1 Sitz) und Piraten (1,9 %, 1 Sitz) vertreten. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,3 %.

Nachdem die CDU bei der Kommunalwahl 2014 ihre absolute Mehrheit verlor, vereinbarte sie mit der FDP eine Kooperation.

Fraktionen im Klever Kreistag müssen aus mindestens zwei Kreistagsmitgliedern bestehen.

AfD und FW schlossen sich zu einer gemeinsamen Fraktion zusammen. Nach einer Unterlassungsverfügung der Freien Wähler änderte die neugebildete Fraktion AfD/FW ihren Namen in AfD/MH. MH sind dabei die Initialen des ehemaligen FW-Mitglieds. Im weiteren Verlauf bildete nach Austritt aus der AfD ein ehemaliger AfD-Abgeordneter und der ehemalige FW-Abgeordnete die Unabhängige Kreistagsfraktion (UKF). Das verbleibende AfD-Kreistagsmitglied ist nun fraktionslos.

Linke und Piraten schlossen sich zu einer gemeinsamen Fraktion zusammen. Ein Kreistagsmitglied ist Anfang 2015 aus der Partei DIE LINKE ausgetreten und der Piratenpartei beigetreten. Die gemeinsame Fraktion von Linken und Piraten besteht unverändert.

Der Kreistag tritt durchschnittlich fünf Mal im Jahr zu Sitzungen zusammen. Die nächste Kreistagswahl findet im Jahr 2020 statt.

Landrat

Landrat des Kreises Kleve ist seit 2004 Wolfgang Spreen (CDU). Bei der letzten Landratswahl am 13. September 2015 wurde er mit 58,2 % der abgegebenen gültigen Stimmen zum Landrat wiedergewählt. Die anderen Kandidaten waren Jürgen Franken (SPD) (26,7 %), Ludwig Ramacher (GRÜNE) (7,3 %), Dietmar Gorißen (FDP) (5,1 %) und Hans-Jürgen Preußer (LINKE) (2,8 %). Die Wahlbeteiligung betrug 43,0 %. Die nächste Landratswahl findet im Jahr 2020 statt.

Wappen

Kultur

Museen

  • Liste der Museen im Kreis Kleve

Jüdische Friedhöfe

Für den Kreis Kleve sind 14 Jüdische Friedhöfe dokumentiert: in Emmerich (3), in Geldern (1), in Goch (3), in Issum (1), in Kalkar (1), in Kleve (1), in Rees (2) und in Uedem (2). Es sind schützenswerte Kulturdenkmäler – steinerne Zeugen für ehemals existierende jüdische Gemeinden und eines regen jüdischen Gemeindelebens bis in die 1930er Jahre.

Verkehr

Flugverkehr

Die nächstgelegenen Flughäfen sind der Flughafen Weeze und der Flughafen Düsseldorf International.

Schienenverkehr

Der Kreis Kleve wird von zwei Eisenbahnstrecken erschlossen, rechtsrheinisch von der Hollandstrecke von Duisburg nach Arnheim, linksrheinisch von der Linksniederrheinischen Strecke von Krefeld nach Kleve.

Die Strecke Kleve – Spyck wurde 1969 stillgelegt. Die Strecken Kleve – Xanten und Kleve – Kranenburg – Nimwegen sind seit 1990 bzw. 1991 außer Betrieb.

Siehe auch Liste der Bahnhöfe im Kreis Kleve.

Straßen

Der Kreis Kleve wird von drei Bundesautobahnen und acht Bundesstraßen erschlossen:

  • der A 3 (E 35) Arnheim – (Hollandlinie) – Oberhausen – Köln – Frankfurt am Main – Passau
  • der A 40 Venlo – Dortmund
  • der A 57 (E 31) Nimwegen – Köln
  • den Bundesstraßen 8, 9, 57, 58, 67, 220, 221 und 510.

Rheinüberschreitend existieren im Kreis Kleve die Rheinbrücke Rees-Kalkar im Zuge der B 67 bei Rheinstrom-km 839 und die Rheinbrücke Emmerich im Zuge der B 220 bei Rheinstrom-km 853.

Wasserstraßen und Häfen

Der Rhein und der Spoykanal bei Kleve bilden die Grundlage für die im Kreisgebiet betriebenen Häfen in Emmerich, Rees und Kleve.

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Kleve bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen KLE zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 10. Juni 2014 ist auch das Unterscheidungszeichen GEL (Geldern) erhältlich.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Kreis Kleve

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