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Karte Germersheim
Kreisverwaltung
Germersheim
Luitpoldplatz 1
76726 Germersheim

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Landkreis Germersheim

160pxAbb. 1 Wappen Landkreis Germersheim
Basisdaten
Bundesland Rheinland-Pfalz
Verwaltungssitz Germersheim
Adresse des Landkreises Luitpoldplatz 1
76726 Germersheim
Website www.kreis-germersheim.de
Landrat Fritz Brechtel (CDU)

Der Landkreis Germersheim ist eine Gebietskörperschaft im Südosten von Rheinland-Pfalz. Sitz der Kreisverwaltung und zugleich bevölkerungsreichste Kommune ist die gleichnamige verbandsfreie Stadt Germersheim. Der Landkreis umfasst 31 Ortsgemeinden, die zum großen Teil Verbandsgemeinden angehören.

Geographie

Lage

Der Rhein (Oberrhein) bildet die östliche Kreisgrenze und gleichzeitig die Landesgrenze zu Baden-Württemberg, mit Ausnahme eines Teils der Insel Elisabethenwörth und des Brückenkopfs bei Germersheim, die als rechtsrheinische Gebiete zum Landkreis gehören. Die Lauter ist größtenteils die südliche Grenze, welche gleichzeitig auch die Staatsgrenze zu Frankreich ist. Der Landkreis liegt vollständig im Rheingraben. Er gehört zur Metropolregion Rhein-Neckar und zur grenzüberschreitenden Region Pamina.

Nachbarkreise und -städte

Angrenzende Kreise und kreisfreie Städte sind:

Geschichte

Der Landkreis Germersheim geht auf das am 1. April 1818 vom bayerischen König Maximilian I. gebildete Landkommissariat Germersheim zurück, das 1862 zum Bezirksamt und 1939 in den Landkreis Germersheim überführt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Landkreis Teil der französischen Besatzungszone. Die Errichtung des Landes Rheinland-Pfalz wurde am 30. August 1946 als letztes Land in den westlichen Besatzungszonen durch die Verordnung Nr. 57 der französischen Militärregierung unter General Marie-Pierre Kœnig angeordnet. Es wurde zunächst als „rhein-pfälzisches Land“ bzw. als „Land Rheinpfalz“ bezeichnet; der Name Rheinland-Pfalz wurde erst mit der Verfassung vom 18. Mai 1947 festgelegt.

Der Verwaltungsbezirk selbst wurde im Laufe seiner Geschichte kaum verändert. Einzige Grenzkorrektur im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform war die Eingemeindung von Hayna nach Herxheim am 16. März 1974, das dadurch den Landkreis verließ und Bestandteil des Landkreises Landau-Bad Bergzabern (seit 1978: Landkreis Südliche Weinstraße) wurde. Ab Ende der 60er-Jahre verringerte sich die Gemeindeanzahl geringfügig: Ober- und Niederlustadt wurden am 7. Juni 1969 zur Gemeinde Lustadt zusammengelegt, Sondernheim wurde am 22. April 1972 nach Germersheim eingemeindet und Büchelberg, Maximiliansau sowie Schaidt schlossen sich am 10. Juni 1979 auf freiwilliger Basis der Stadt Wörth am Rhein an.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1864 50.980
1885 53.066
1900 52.796
1910 56.958
1925 57.437
1939 63.467
1950 67.515
1960 76.200
1970 92.500
1980 100.300
1990 109.000
2000 123.400
2010 124.838
2016 128.205

Religion

Ende Februar 2015 waren 42,4 % der Einwohner im Landkreis katholisch und 26,1 % evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos. Im Jahr 1871 waren von insgesamt 52286 Einwohnern im damaligen Bezirksamt Germersheim 33077 katholisch (63,3 %), 18129 evangelisch (34,7 %) und 1069 jüdisch (2,0 %). Von den übrigen 11 Personen waren 8 Mennoniten und 3 Reformierte.

Politik

Landräte

Dem Bezirksamt Germersheim stand ein Bezirksamtmann vor, vergleichbar einem Landrat. Ab 1. April 1920 lautete die Amtsbezeichnung Bezirksoberamtmann.

  • 1862–1867Joseph Megele (war zuvor seit 1853 Landkommissär des Landkommissariats Germersheim)
  • 1867–1884Emmerich Joseph von Moers
  • 1884–1907Gustav Ott (Liberale Vereinigung)
    • 1901–1903Friedrich Rösinger (als Geschäftsaushilfe)
    • 1903–1904Wilhelm Eller (als Geschäftsaushilfe)
  • 1907–1920Eduard Stumm
  • 1920–1924Karl Müller
  • 1924Karl Rieth
  • 1924–1930Wilhelm Keiler
  • 1930–1933Josef Endres
  • 1933–1934Beckenkamp
  • 1934–1937Dr. Stumm
  • 1937–1939Ludwig Schmitt (NSDAP; war anschließend bis 1945 Landrat)Quelle: Schriftenreihe zur Geschichte des Landkreises Germersheim, Band 1.

Seit 1939 stand dem Landkreis ein Landrat vor:

  • 1939–1945Ludwig Schmitt (NSDAP; war zuvor seit 1937 Bezirksoberamtmann von Germersheim)
    • 1942–?Hermann Schug (in Vertretung, Landrat im Kreis Speyer)
  • 1945Regierungsoberinspektor Rösch (kommissarisch)
  • 1945–1953Friedrich Jüllig
  • 1954–1969Georg Weiß
  • 1969–1976Walter Hoffmann
  • 1976–1991Joachim Stöckle (CDU)
  • 1991–2001Gottfried Nisslmüller (SPD)
  • 2001–Fritz Brechtel (CDU)Quelle: Schriftenreihe zur Geschichte des Landkreises Germersheim, Band 1.

Seit 2001 ist Fritz Brechtel (CDU) Landrat des Landkreises Germersheim. Brechtel wurde nach seiner ersten Wahl im Jahr 2001 nach acht Jahren Amtszeit 2009 erneut gewählt. Er konnte sich dabei mit 69,3 % der Stimmen gegen den Mitbewerber Rainer Strunk (SPD), der 30,7 % der Stimmen erhielt, durchsetzen. Am 14. Mai 2017 wurde Brechtel mit 65,6 % für eine dritte Amtszeit gewählt, die Gegenkandidatin Nicole Zor von SPD erreichte 34,4 %.

Kreistag

Der Kreistag des Landkreises Germersheim besteht aus 46 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählten Kreistagsmitgliedern und dem Landrat als Vorsitzendem.

Wegen der Besonderheiten des rheinland-pfälzischen Wahlsystems bei den Kommunalwahlen (personalisierte Verhältniswahl) sind die angegebenen prozentualen Stimmanteile als gewichtete Ergebnisse ausgewiesen, die das Wahlverhalten nur rechnerisch wiedergeben.

Die letzten Kommunalwahlen führten zu den folgenden Sitzverteilungen im Kreistag:

Parteien und Wählergruppen %
2019
Sitze
2019
%
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
CDU 31,2 15 40,6 18 39,0 18 44,4 19 46,1 19
SPD 20,0 9 26,6 12 28,3 13 25,3 11 32,3 14
Grüne 13,6 6 8,0 4 7,8 3 7,1 3 5,9 2
AfD 13,5 6 6,0 3
FWG 10,5 5 10,8 5 12,4 6 11,8 5
FDP 5,8 3 3,6 2 7,9 4 5,6 2 3,6 2
Linke 2,8 1 2,6 1
PARTEI 2,5 1
REP
1,8 1 4,5 2 5,7 2 4,8 2
Gesamt 100 46 100 46 100 46 100 42 100 42
Wahlbeteiligung in % 61,9 56,3 57,1 60,6 67,3

Wappen und Flagge

Der Landkreis Germersheim führt ein Wappen sowie eine Hiss- und Bannerflagge.

Partnerschaft

Zum polnischen Landkreis Krotoszyn besteht eine Partnerschaft.

Gemeinden

(Einwohner am )

Verbandsfreie Gemeinden/Städte:

  • 1. Germersheim, Stadt ()
  • 2. Wörth am Rhein, Stadt ()

Verbandsangehörige Ortsgemeinden und Städte, gegliedert nach ihrer Zugehörigkeit zu den Verbandsgemeinden:

  • 1. Verbandsgemeinde Bellheim
  • Bellheim* ()
  • Knittelsheim ()
  • Ottersheim bei Landau ()
  • Zeiskam ()
  • 2. Verbandsgemeinde Hagenbach
  • Berg (Pfalz) ()
  • Hagenbach, Stadt* ()
  • Neuburg am Rhein ()
  • Scheibenhardt ()
  • 3. Verbandsgemeinde Jockgrim
  • Hatzenbühl ()
  • Jockgrim* ()
  • Neupotz ()
  • Rheinzabern ()
  • 4. Verbandsgemeinde Kandel
  • Erlenbach bei Kandel ()
  • Freckenfeld ()
  • Kandel, Stadt* ()
  • Minfeld ()
  • Steinweiler ()
  • Vollmersweiler ()
  • Winden ()
  • 5. Verbandsgemeinde Lingenfeld
  • Freisbach ()
  • Lingenfeld* ()
  • Lustadt ()
  • Schwegenheim ()
  • Weingarten (Pfalz) ()
  • Westheim (Pfalz) ()
  • 6. Verbandsgemeinde Rülzheim
  • Hördt ()
  • Kuhardt ()
  • Leimersheim ()
  • Rülzheim* ()
*) Sitz der Verbandsgemeinde

Listen zu dem Begriff „Gebietsveränderungen“ siehe Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz.

Denkmäler

Kulturdenkmäler im Landkreis:

Naturdenkmäler im Landkreis:

Verkehr

Straßen

Durch das südliche Kreisgebiet führt die Bundesautobahn 65 Karlsruhe-Ludwigshafen. Mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen durchziehen das Kreisgebiet, darunter die mehrspurig ausgebaute Bundesstraße 9 Karlsruhe-Speyer und die Bundesstraße 272.

Bei Germersheim (Rudolf-von-Habsburg-Brücke) und bei Wörth (Rheinbrücke Maxau) führen zwei Brücken über den Rhein.

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen GER zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Schienenverkehr

Hier eröffnete die Pfälzische Maximiliansbahn-Gesellschaft im Jahre 1855 die Strecke von Neustadt an der Weinstraße über Landau–Winden bis ins elsässische Weißenburg. Von ihr zweigt in Winden seit 1864/65 die Strecke nach Karlsruhe ab, die von Maximiliansau durch die Stadt Karlsruhe erbaut worden war.

Die Kreisstadt Germersheim erhielt 1864 ihre erste Bahnverbindung durch die Pfälzische Ludwigsbahn von Schifferstadt über Speyer her. Sie wurde erst 1876 bis Wörth weitergeführt und zwar durch die Pfälzische Maximiliansbahn, die auch die weiteren Bahnen im Kreis errichtete:

  • 1870 von Winden nach Bad Bergzabern
  • 1872 von Germersheim nach Landau
  • 1876 von Wörth nach Lauterburg im Elsass
  • 1877 von Germersheim über den Rhein nach Bruchsal (Bruhrainbahn)
  • 1905 von Speyer nach Neustadt

Damit hatte das Schienennetz im heutigen Landkreis eine Ausdehnung von 92 km erreicht. Davon wurden für den Personenverkehr dauerhaft die folgenden Strecken stillgelegt:

  • 1956: Speyer – Schwegenheim – Neustadt (8 km; Meterspur)
  • 1984: Landau – Zeiskam – Germersheim (11 km)Zeitweise waren noch drei weitere Linien (19 km) betroffen, die jedoch inzwischen wieder reaktiviert wurden.

Das im Jahr 2003 eingerichtete S-Bahn-System RheinNeckar umfasst mehrere Linien und Haltestellen im Landkreis. Im gesamten Landkreis gelten die Tarife des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar und des Karlsruher Verkehrsverbunds. Wichtige Eisenbahnknotenpunkte im Kreisgebiet sind Germersheim, Wörth und Winden.

Bei Germersheim führt die Rheinbrücke über den gleichnamigen Fluss.

Schifffahrt

Mehrere Gemeinden des Landkreises liegen direkt am Rhein und verfügen dort über Hafenanlagen bzw. Anlegeplätze. Bei Leimersheim und bei Neuburg führen kostenpflichtige Rheinfähren über den Fluss.

Ehrenbürger

Am 12. Januar 2017 wurde Benno Heiter (CDU), ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter und Stellvertreter des Landrats (von 2001 bis 2014) und zuvor hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Germersheim (von 1982 bis 2002), zum bisher ersten Ehrenbürger des Landkreises ernannt.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis Germersheim

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