Strassen
Einrichtungen
Sulz am Neckar
Navigation
Deutschlandkarte
Gemeinde Vöhringen (Neckar)
Stadtverwaltung
Sulz am Neckar
Obere Hauptstr. 2
72172 Sulz

http://www.sulz.de

Sulz am Neckar

160pxAbb. 1 Wappen von Sulz am Neckar
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Höhe 443 m
PLZ 72172, 72160, 72186
Vorwahl 07454
Gliederung 9 Ortsteile
Adresse der Verwaltung Obere Hauptstraße 2
72172 Sulz am Neckar
Website www.sulz.de
Bürgermeister Gerd Hieber ()
Sulz am Neckar ist eine Stadt in Baden-Württemberg am Oberlauf des Flusses Neckar.

Geographie

Lage

Die Stadt liegt zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb sowie zwischen Stuttgart und dem Bodensee am Neckar auf einer Höhe von 410 bis . Sulz hat mit einer Größe von 87,60 km² das größte Gemeindegebiet im Landkreis Rottweil.

Stadtgliederung

Die Stadt Sulz gliedert sich in die Kernstadt Sulz mit ihren zwei Stadtbezirken Sulz-Kastell und Sulz-Schillerhöhe sowie in die neun Ortsteile Bergfelden, Dürrenmettstetten, Fischingen, Glatt, Holzhausen, Hopfau, Mühlheim, Renfrizhausen, Sigmarswangen.

Geschichte

Frühe Geschichte

Die ersten Siedlungsspuren datieren aus der Keltenzeit, belegt durch eine Reihe von Grabhügeln und eine Viereckschanze.

Ein römisches Kastell (Kastell Sulz) wurde um das Jahr 74 n. Chr. auf einer südlich des heutigen Stadtkerns liegenden Anhöhe erbaut. Heute befindet sich dort der Stadtbezirk Sulz-Kastell mit einem Industriegebiet.

Die erste urkundliche Erwähnung datiert in das Jahr 790 als „villa publica Sulza“. Den Namen verdankt die Stadt ihren Salzquellen, die über Jahrhunderte hinweg die Stadtgeschichte prägten. Die ersten Besitzer der Saline waren im 11. Jahrhundert die Grafen von Sulz. Wohl ab 1250 herrschten die Herren von Geroldseck über die Stadt und die Salinen, während die Grafen von Sulz auf Randbesitzungen zurückgedrängt wurden; der Vorgang ist noch nicht restlos erhellt. Zum Herrschaftsbereich der Grafen von Sulz gehörten auch Lossburg und die Täler hinter Schenkenzell.

Die Herren von Geroldseck waren auch die Erbauer der Burg Albeck südwestlich der Stadt. 1284 verlieh König Rudolf von Habsburg Sulz das Stadtrecht. Die Stadt war zwischen 1301 und 1473 Sitz der hier residierenden Linie der Geroldsecker, die allerdings im 15. Jahrhundert trotz einiger Erbschaften einen steten wirtschaftlichen Niedergang erlebten und schließlich unter massivem Druck 1473 an Württemberg verkaufen mussten.

Die Herrschaft der Geroldsecker nach der 1519 erfolgten Vertreibung Herzogs Ulrich von Württemberg durch den Schwäbischen Bund war nur ein Zwischenspiel, das 1534 mit der Rückkehr des Herzogs endete. Den Geroldseckern blieb nur der Titel „von Geroldseck und Sulz“. Die Stadt brannte innerhalb der Stadtmauern zweimal (1581 und 1794) fast komplett nieder. Es dauerte zwei Jahre, sie wieder aufzubauen; in der Zwischenzeit wurde sie immer wieder von französischen Soldaten geplündert.

Der Ortsteil Mühlheim wurde bereits 772 als Muliheim urkundlich im Lorscher Codex erwähnt.

19. und 20. Jahrhundert

Im württembergischen Sulz befand sich lange Zeit die einzige Saline des Landes. Als 1803 die viel ergiebigeren Salzwerke am Kocher württembergisch wurden, verlor die Stadt ihren wirtschaftlichen Rang als Salzstadt, blieb aber Sitz des Oberamts Sulz, das in den Anfangsjahren des 1806 gegründeten Königreichs Württemberg im Zuge der neuen Verwaltungsgliederung Württembergs erheblich an Umfang hinzugewann. 1867 erfolgte mit dem Ausbau der Oberen Neckarbahn auf dem Abschnitt Horb bis Talhausen der Anschluss an das Streckennetz der Württembergischen Eisenbahn.

1938 wurde der aus dem Oberamt Sulz 1934 hervorgegangene Kreis Sulz aufgelöst und Teil des Landkreises Horb. 1973 kam Sulz zum Landkreis Rottweil.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde in Sulz am Neckar ein Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof errichtet. 1944 vernahmen und folterten im ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis Gestapoleute polnische Zwangsarbeiter, die verdächtigt wurden, im Zusammenhang mit einer Widerstandsorganisation zu stehen. Dabei fanden mindestens sieben der Inhaftierten den Tod.Von 1963 bis 1993 gab es in Sulz ein Bundeswehrdepot.In Erinnerung an die frühere Bedeutung der Salzgewinnung aus Sole wird seit dem Neubau des Freibads das Schwimmbecken mit Sole gefüllt und ist damit das einzige Solefreibad im Umkreis.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden folgende Gemeinden nach Sulz am Neckar eingemeindet:

  • 1. Januar 1972: Bergfelden, Hopfau und Mühlheim am Bach
  • 1. März 1972: Fischingen
  • 1. Januar 1974: Holzhausen, Renfrizhausen und Sigmarswangen
  • 1. Januar 1975: Dürrenmettstetten und Glatt

Religionen

Seit der Reformation ist Sulz evangelisch. Die evangelische Kirchengemeinde Sulz verfügt über sieben Pfarrämter, zudem haben die Stadtteile Fischingen und Glatt eine eigene evangelische Kirchengemeinde. Alle zusammen gehören zum evangelischen Dekanat Sulz. Die Stadt ist zudem Sitz des Kirchenbezirks Sulz der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Der Dienstsitz des für den evangelischen Kirchenbezirk Sulz a. N. zuständigen Schuldekans befindet sich in Freudenstadt. Die Berneuchener Bewegung innerhalb der evangelischen Kirche besitzt ihr Zentrum im ehemaligen Kloster Kirchberg.

Die Römisch-katholische Kirche ist in den reformatorischen Umwälzungen des 16. Jahrhunderts zunächst aus Sulz verschwunden. Mit dem erneuten Zuzug von Katholiken wurde jedoch ein katholisches Stadtpfarramt gegründet.

Zudem sind in der Stadt die Volksmission entschiedener Christen, die Freie Baptisten Gemeinde Sulz, eine Neuapostolische Kirchengemeinde, die Zeugen Jehovas und eine Islamische Gemeinde vertreten.

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgender Verteilung der 24 Sitze (+4) im Gemeinderat:

  • FWV: 41,1 % 10 Sitze (+1)
  • CDU: 31,5 % 7 Sitze (±0)
  • GRÜNE 15,4 % 4 Sitze (2009 nicht angetreten)
  • SPD: 12,0 % 3 Sitze (+1)
  • nicht mehr angetreten: Grüne Liste (2009: 12,9 % 2 Sitze)

Bürgermeister

Im März 2015 wurde Gerd Hieber (* 1962) zum zweiten Mal wiedergewählt.

Städtepartnerschaften

Die Stadt Sulz unterhält eine Städtepartnerschaft mit
  • Montendre, Département Charente-Maritime (Frankreich)
  • Altenberg (Sachsen)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Sulz liegt an der Gäubahn (Stuttgart–Singen) und ist Regional-Express- sowie Intercity-Halt. Es verkehren stündlich Züge nach Stuttgart und Rottweil und zweistündlich weiter nach Singen. Vereinzelt bestehen auch direkte Verbindungen nach Konstanz und Villingen.

Sulz ist über die Bundesautobahn 81 (Würzburg – Gottmadingen) und die Bundesstraße 14 (Stockach – Waidhaus) zu erreichen. Die Stadt ist 60 km von Stuttgart und 100 km vom Bodensee entfernt.

Sulz verfügt über ein Ultraleichtfluggelände. Außerdem befindet sich hier das Drehfunkfeuer (VOR) Sulz (116,10 MHz).

Bildungseinrichtungen

  • Albeck-Gymnasium
  • Lina-Hähnle-Realschule
  • Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule
  • Elly-Heuss-Knapp Schule, Kaufmännische Schulen Sulz mit Wirtschaftsgymnasium
  • Volkshochschule

Freizeit- und Sportanlagen

  • Freibad susolei (Schwimmbecken mit Sole (Salzwasser) gefüllt)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sulz liegt an der Hohenzollernstraße und an der Römerstraße Neckar-Alb-Aare, die beide an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen.

Museen

  • Gustav Bauernfeind-Museum im Gebäude Untere Hauptstraße 5
  • Kultur- und Museumszentrum im Wasserschloss Glatt
  • Römerkeller-Museum im Bereich des ehemaligen römischen Kastells Sulz
  • Das Atelier der Kunststiftung Paul Kälberer im Ortsteil Glatt enthält eine Ausstellung mit Gemälden und Grafiken Kälberers

Bauwerke

  • Die Burg der heutigen Ruine Albeck wurde Ende des 13. Jahrhunderts durch den Freiherr von Geroldseck errichtet und am 30. Dezember 1688 durch ein französisches Streifkorps zerstört und angezündet.
  • Das Kloster Kirchberg ist ein ehemaliges Dominikanerinnenkloster. Heute dient es als evangelisches Tagungs- und Einkehrhaus.
  • Die Bernsteinschule, ehemalige Kunstakademie im früheren Kloster der Franziskaner-Brüder in Bernstein.
  • Der 1998 errichtete 24 m hohe Aussichtsturm Mettstetten steht unweit westlich des Sulzer Ortsteils Dürrenmettstetten. Seine Aussichtsplattform befindet sich genau auf .

Persönlichkeiten

  • Guth von Sulz, im 16. Jahrhundert bedeutendste Salzgesödsverwandte der Stadt Sulz.
  • Jacob Georg Schäffer (1745–1814), Oberamtmann von Sulz und erster moderner Kriminalist, fing den Konstanzer Hans und den Hannikel.
  • Friedrich von Alberti (1795–1878), Geologe, lebte und wirkte lange Zeit in Sulz.
  • Paul Kälberer (1896–1974), Kunstmaler und Grafiker, Gründer der Bernsteinschule lebte und wirkte von 1926 bis 1974 in Sulz-Glatt. Nach ihm ist dort ein Weg benannt.
  • Evelyne Marie France Neff (* 1941), Politikerin im Ruhestand, lebt in Sulz.
  • Dieter Kleinmann (* 1953), FDP-Politiker, lebte in Sulz.

Ehrenbürger

  • Paul Schmid, geboren am 28. Februar 1895 in Sulz am Neckar, gestorben am 27. Dezember 1977 in Sulz am Neckar. Literat, Schriftsteller, Mundartdichter und Kunstmüller. Verleihung der bislang letzten Ehrenbürgerwürde im Jahre 1966.

Söhne und Töchter der Stadt

  • um 1447, Sixtus Riessinger; † 1506 oder später in Straßburg, Geistlicher und Inkunabeldrucker in Rom, Neapel und Straßburg
  • 1526, Heinrich Schweickher; † 28. Juni 1579 in Sulz, Notar, Waisenvogt und Kartograph
  • 1551, 30. März, Salomon Schweigger; † 21. Juni 1622, Gesandtschaftsreisender in den Orient, Erste deutsche Koranübersetzung
  • 1616, Christoph Fahrner; † um 1688, Schultheiß von Löchgau, Speyerischer Domstiftschaffner, Heilmittelhersteller und Chemiker
  • 1727, 6. September, Magnus Friedrich Roos; † 19. März 1803, Prälat und Schriftsteller
  • 1733, 27. April, Joseph Gottlieb Kölreuter; † 11. November 1806 in Karlsruhe, Botaniker, Professor der Naturgeschichte
  • 1784, 6. Oktober, Carl Ferdinand Heinrich von Ludwig, † 27. Dezember 1847 in Kapstadt, Apotheker, Unternehmer und Botaniker in Kapstadt
  • 1796, 28. August, Johann Gottlieb Meebold; † 21. September 1871 in Heidenheim an der Brenz, Mitbegründer der Württembergischen Cattunmanufactur
  • 1815, 4. August, Carl Reinhold August Wunderlich; † 25. September 1877 in Leipzig, Internist
  • 1843, 16. Oktober, Theodor Hofmann; † 22. April 1914 in Urlau, Pfarrer und Reichstagsabgeordneter (Zentrum)
  • 1848, 4. September, Gustav Bauernfeind; † 24. Dezember 1904 in Jerusalem, Orientmaler
  • 1851, 3. Februar, Lina Hähnle; † 1. Februar 1941 in Giengen an der Brenz, Gründerin des „Bund für Vogelschutz“ (BfV) heute Naturschutzbund Deutschland (NABU)
  • 1884, 12. Juni, Reinhold Schaad; † Januar 1946 in Schwäbisch Hall, Musiker, Komponist und Dichter
  • 1899, 31. März, Richard Schmid; † 1. Januar 1986 in Stuttgart, Jurist, Richter, Politiker (SPD) (Staatssekretär im Justizministerium) und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • 1900, 16. November in Hopfau, Helene Müller; † nicht ermittelt, Schriftstellerin
  • 1933, 24. Juli, Ulrich Lang, † 16. Februar 2018 in Michelbach an der Bilz, Pädagoge und Politiker (SPD), MdL Baden-Württemberg
  • 1968, 12. Juli, Heike Kloss, Theater-, Musical- und Fernsehschauspielerin; lebt heute in Berlin
  • 1952, 13. Februar, Hans-Joachim Fuchtel, Politiker (CDU), MdB, Parlamentarischer Staatssekretär
  • 1976, 28. März, Nazli Ekici, Biathletin

Bilder

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Sulz am Neckar

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.