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Mainburg
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Stadtplan Mainburg

Mainburg

160pxAbb. 1 Wappen von Mainburg
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 422 m
PLZ 84048
Vorwahl 08751
Adresse der Verwaltung Marktplatz 1–4
84048 Mainburg
Website www.mainburg.de
Bürgermeister Josef Reiser (Stadt-Land-Union)
Mainburg ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Kelheim.

Die Herkunft des Namens konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Philipp Apian leitete den Namen von Marrenberg (Kastanien-Berg) ab, Michael Wening von Maien (Birken) – für die erste Deutung spricht das Wappen mit dem Baum (nachzuweisen seit 1374). Der Name Mainburg könnte aber auch vom Grafen Mainhard von Rotteneck, dem Erbauer der Burg, abgeleitet worden sein.

Geographie

Geographische Lage

Die Stadt liegt am Flüsschen Abens im Zentrum der Hallertau, dem größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebiet der Welt, und wird daher auch als Mittelzentrum oder "Herz der Hallertau" bezeichnet.

Ortsgliederung

Es gibt die Ortsteile Aignerhof, Aufhausen, Auhof, Axenhofen, Bachmühle, Beslmühle, Brandmühle, Dirschengrub, Ebrantshausen, Frauenberg, Götzenberg, Grabmühle, Gschwellberg, Gschwellhof, Gumpertshofen, Haid, Holzmannshausen, Kleingundertshausen, Köglmühle, Leitenbach, Leuchtenburg, Lindkirchen, Marzill, Massenhausen, Meilenhausen, Meilenhofen, Mittermühle, Neumühle, Oberempfenbach, Obermühle, Öchslhof, Petermühle, Pettenhof, Plankmühle, Puttenhausen, Ried, Rohnstorf, Rothmühle, Sandelzhausen, Seemühle, Steinbach, Straßhof, Streichmühle, Unterempfenbach, Unterwangenbach, Wambach, Weihmühle und Wolfertshausen.

Geologie

Bei Mainburg finden sich umfangreiche Bentonit-Vorkommen.

Geschichte

Hopfenmetropole

Ende des 14. Jahrhunderts verlieh Herzog Stephan II. von Bayern-Ingolstadt das Recht, auf den St. Margarethentag und den St. Gallentag Jahrmärkte abzuhalten. Jahrhundertelang war Mainburg ein Marktflecken, bis der Ort 1847 das Recht erhielt, Hopfen zu siegeln.

Erst 1954 zur Stadt erhoben, verzehnfachte sich im Zuge der Gebietsreformen der 1970er Jahre das Gebiet der ehemaligen Kreisstadt Mainburg durch die Eingemeindung der ehemals selbständigen Gemeinden Ebrantshausen, Holzmannshausen, Lindkirchen, Oberempfenbach, Steinbach und Sandelzhausen.

Heute ist Mainburg das kulturelle und gesellschaftliche Zentrum der Region.

Historischer Stadtkern

Architektonischer Mittelpunkt der Stadt ist der Marktplatz mit dem historischen Rathaus, der Liebfrauenkirche und dem Marienbrunnen, einem der Wahrzeichen der Stadt. Das Rathaus, mit seiner schönen Giebelfassade, den Rundbogenarkaden und dem Erkerturm, entstand 1756, nachdem das alte Rathaus an dieser Stelle niedergebrannt war. In dem Gebäude waren in früheren Zeiten noch der Bürgerarrest, später eine Schulklasse, Läden im Erdgeschoss, die Schranne (der Getreidemarkt) und bis 1964 die Hopfenwaage untergebracht.

Entstehung

Die Stadt Mainburg in ihrer heutigen Form entwickelte sich aus vier Siedlungskernen, nämlich Schleißbach, Englmarsdorf, Mainburg und Schüsselhausen.Schleißbach, bereits 825 als „Slegelpach“ zum ersten Mal urkundlich erwähnt, an der Anhöhe des westlichen Abenstales gelegen, war eine eigenständige Pfarrei mit einer dem Heiligen Laurentius geweihten Kirche und befand sich in grundherrlicher Abhängigkeit zum Hochstift Freising. Im Jahre 1272 gelangte Schleißbach durch Tausch in den Besitz des Wittelsbacher Herzogs Ludwig II.; kurz darauf wurde es in das Bistum Regensburg eingegliedert. Der zweite Siedlungskern entstand um 1220, als Graf Meinhard von Rotteneck gegenüber auf dem so genannten Hofberg, an der östlichen Anhöhe des Abenstals gelegen, die Feste Mainburg errichtete. Der letzte Herr von Rotteneck, der Regensburger Bischof Heinrich II. von Rotteneck, veräußerte am 21. August 1279 die Burg Rotteneck mit allen Besitzungen, darunter auch die Feste Mainburg, an Herzog Ludwig II. zu Gunsten seiner Domkirche. In Schüsselhausen, dem in der Flussniederung gelegenen dritten Siedlungskern, ist eine dem Herzog urbare Mühle urkundlich erwähnt. Die einheitlichen Besitzverhältnisse zu Gunsten der Wittelsbacher Landesherren dürften den Zusammenschluss der drei Einzelsiedlungen zu einem Gemeinwesen ermöglicht haben.

Der Markt Mainburg im heutigen Bezirk Niederbayern war vor 1800 Pflegamt und gehörte zum Rentamt München des Kurfürstentums Bayern. Mainburg besaß ein Marktgericht mit weitgehenden magistratischen Eigenrechten. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Beim Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Versuch eines Bürgers von Ebrantshausen, mit einer weißen Fahne an der Kirche den US-Truppen den Ort kampflos zu überlassen, dem katholischen Pfarrer Benefiziat Augustin Wagner zum Verhängnis. Er wurde denunziert und am 28. April 1945 von Angehörigen der Waffen-SS erschossen. An der Mordstelle in einem Wald zwischen Holzmannshausen und Meilenhausen wurde zu seinem Gedenken 1955 die Wagner-Kapelle errichtet.

Im Jahre 1954 wurde Mainburg zur Stadt erhoben. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern büßte Mainburg am 1. Juli 1972 seinen Status als Kreisstadt ein. Wie die meisten Gemeinden des Altlandkreises wurde Mainburg in den Landkreis Kelheim eingegliedert.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Ebrantshausen (bis 1865 Ebertshausen) und Sandelzhausen eingegliedert. Holzmannshausen folgte am 1. Januar 1976. Lindkirchen mit dem am 1. Januar 1972 eingegliederten Meilenhofen, Oberempfenbach und Steinbach kamen am 1. Januar 1978 hinzu.

Politik

Stadtrat

Die Kommunalwahlen in Bayern 2014 führten zu folgender Sitzverteilung im Stadtrat:

Liste CSU SPD FDP FWM1 Junge Liste SLU2 ÖDP Gesamt
Sitze 7 3 1 4 3 4 2 24
1 Freie Wähler Mainburg   2 Stadt Land Union

Ebrantshausen und Holzmannshausen sind durch Ortssprecher im Stadtrat vertreten.

Bürgermeister

Josef Reiser von der Stadt Land Union (SLU) löste mit einem Wahlergebnis von über 67 % 2008 Josef Egger (FWG) als 1. Bürgermeister ab, der von 1990 bis 2008 amtiert hatte und nicht mehr kandidierte.

Städtepartnerschaften

  • : Moriya, seit 1989
  • : Liancourt, seit 1997
  • : Zaros auf Kreta, seit 2003

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten

Auf dem Salvatorberg über dem Rathaus steht das Kloster Mainburg.

Kirchen

  • Katholische Stadtpfarrkirche - Zu Unserer Lieben Frau, Architekt Hans Beckers (1958)
  • Katholische Pfarrkirche - St. Laurentius
  • Katholische Klosterkirche - Salvatorkirche St. Peter und Paul
  • Evangelische Erlöserkirche

Mainburg Kath. Stadtpfarrkirche 2018.jpg|Kath. Stadtpfarrkirche
Zu Unserer Lieben FrauMainburg Stadtpfarrkirche Innenraum 01.jpg|Kath. Stadtpfarrkirche
Zu Unserer Lieben Frau
InnenraumMainburg Pfarrkirche St. Laurentius.jpg|Kath. Pfarrkirche
St. LaurentiusSalvatorkirche Mainburg 05.jpg|Kath. Salvatorkirche
St. Peter und PaulSt. Salvator Kirche2.jpg|Kath. Salvatorkirche
St. Peter und Paul
InnenraumMainburg Evangelische Erlöserkirche.jpg|Evangelische ErlöserkircheMainburg Evangelische Erlöserkirche 01.jpg|Evangelische Erlöserkirche Innenraum

Theater und Museen

  • Das LSK-Theater Mainburg bietet Inszenierungen im April und November sowie ein Kindertheater zur Weihnachtszeit und ein Freilichttheater im Juni.
  • Hallertauer Heimat- und Hopfenmuseum

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Hopfenfest: am zweiten Wochenende im Juli (mit Eisenmarkt)
  • Altstadtfest: Mitte August
  • Mainburger Gallimarkt: am zweiten Wochenende im Oktober (mit Landwirtschafts-Ausstellung)
  • Christkindlmarkt (zweites Adventwochenende)

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

Drei große Hopfenverarbeitungs- und Hopfenhandelsunternehmen haben Niederlassungen in Mainburg. Der Heizanlagenhersteller Wolf und der Spezialschuhhersteller Haix (v. a. Feuerwehrstiefel) haben ihren Sitz in Mainburg. Mainburg zählt mit Druckunternehmen wie Böhm & Partner Druckerei GmbH und Pinsker Druck & Medien GmbH zu den führenden Zentren der graphischen Industrie.

Bildung

Das Gabelsberger-Gymnasium Mainburg ist ein naturwissenschaftlich-technologisches, sprachliches, wirtschafts- und sozialwissenschaftliches Gymnasium. Mit 1059 Schülern und 69 Lehrern (Stand: Schuljahr 2017/18) ist es zu einer der größten Schulen im Bezirk Niederbayern geworden. Die Schule wurde 1968 nach Franz Xaver Gabelsberger, dem Erfinder der Kurzschrift, benannt. Die Familie Gabelsberger war seit 1636 hier ansässig, der Großvater väterlicherseits stammte aus Mainburg.

Seit dem Schuljahr 2012/2013 existiert in Mainburg eine Realschule, die mit zwei fünften Klassen startete und seit dem Schuljahr 2017/18 voll ausgebaut ist (Jahrgangsstufen fünf bis zehn) und drei Wahlpflichtfächer anbietet. Unterrichtet wurden 339 Schüler von 21 Lehrern (Schuljahr 2017/18).

Die Hallertauer Mittelschule in Mainburg ist die größte Mittelschule im Regierungsbezirk Niederbayern; im Schuljahr 2017/18 wurden 493 Schüler von 45 Lehrkräften unterrichtet; es gibt gebundene und offene Ganztagsklassen.

In der Stadt bestehen die Grundschulen Mainburg und Sandelzhausen.

Weiter bestehen die Berufsfachschulen Mainburg für Krankenpflege und für Krankenpflegehilfe des Instituts für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Gesundheitswesen e.V.

Verkehr

Mainburg befindet sich nahe der Autobahn A 93 München–Regensburg und ist über die B 301 mit Abensberg und Freising verbunden. Von Mainburg gibt es eine Busverbindung mit der MVV-Linie 602 (MVV-Tarif) nach Freising. Die Hallertauer Lokalbahn, die Mainburg mit Freising und Wolnzach verband, wurde 1973 stillgelegt und z. T. in Fahrradwege, z. B. die Hallertauer Hopfentour, umgebaut.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Christoph Thomas Scheffler (1699–1756), Rokokomaler
  • Felix Anton Scheffler (1701–1760), Rokokomaler
  • Georg Johann Scharf (1788–1860), Maler und Bildchronist in London
  • Rupert Mittermüller (1814–1893), Historiker und Mönch
  • Alois Brummer (1926–1984), Produzent, Drehbuchautor und Regisseur
  • Sebastian Anneser (1939 in Unterwangenbach – 2018), römisch-katholischer Prälat und Domkapitular im Erzbistum München und Freising.
  • Dietmar Gaiser (* 1943), deutscher Journalist
  • Johannes Hofmann (* 1950), römisch-katholischer Theologe
  • Karl Müllner (* 1956), General der Luftwaffe der Bundeswehr
  • Gerhard Gschlößl (* 1967), Jazzmusiker
  • Markus Krojer (* 1994), Schauspieler

Ehrenbürger

  • Hans Bachner (1910–1990),Träger des Bundesverdienstkreuzes, Ehrenbürger
  • Alfons Brandl (1924–2011), Träger des Bundesverdienstkreuzes, Ehrenbürger

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Mainburg

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