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Wildberg
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Stadt Wildberg
Marktstraße 2
72218 Wildberg

http://www.wildberg.de

Wildberg (Schwarzwald)

160pxAbb. 1 Wappen von Wildberg (Schwarzwald)
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Höhe 395 m
PLZ 72218
Vorwahl 07054
Gliederung 5 Stadtteile
Adresse der Verwaltung Marktstraße 2
72218 Wildberg
Website www.wildberg.de
Bürgermeister Ulrich Bünger ()
Wildberg ist eine Stadt im Landkreis Calw in Baden-Württemberg.

Geographie

Wildberg liegt im Nagoldtal in 350 bis 630 Meter Höhe. Der alte Ortskern schmiegt sich in eine Ω-förmige Schleife des Flusses.

Stadtgliederung

Zur Stadt Wildberg gehören die Teilgemeinden Effringen, Gültlingen, Schönbronn und Sulz am Eck. Zu Effringen gehören das Dorf Effringen, das Gehöft Trölleshof und die Häuser Ziegelhütte, die mit Effringen eine bauliche Einheit bilden. Zu Gültlingen gehören das Dorf Gültlingen, das Gehöft Haselstall und die Häuser Lerchenberg, Obere Papiermühle, Untere Papiermühle und Untere Sägemühle. Zu den Teilgemeinden Schönbronn und Sulz am Eck gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zur Stadt Wildberg in den Grenzen von 1970 gehören die Stadt Wildberg, die ehemalige Klosteranlage Reutin und die Höfe Käpfleshöfe und Kengelhöfe.Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Gültlingen liegen die Wüstungen Berfeldingen und Weiler sowie die abgegangene Burg Gaisburg und im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Sulz am Eck liegt die Wüstung Weiler.

Geschichte

In Gültlingen wurde das Grab eines alamannischen Adeligen aus der Völkerwanderungszeit (Datierung etwa um 460–480 n. Chr.) gefunden. Unter den Grabbeigaben war ein prächtiger Spangenhelm und eine Goldgriffspatha. Die Fundstücke werden heute im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart aufbewahrt. Derartige Waffen waren der Führungsschicht vorbehalten, was auf eine bedeutende Stellung des Ortes in dieser frühen Zeit hinweist.

Wildberg wurde 1237 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als es von der Herrschaft der Tübinger Pfalzgrafen an die Grafen von Hohenberg kam. 1364 wurde Wildberg kurpfälzisch und 1440 württembergisch; bis 1807 war es Sitz eines württembergischen Amts. 1618 wurde die Burg nach einem Brand, der durch einen Blitzschlags ausbrach, zerstört. Sie wurde erst 1698 als Schloss wiederaufgebaut und am 22. Februar 1945 bei einem Luftangriff erneut zerstört.

1838 gründete der aus Simmozheim stammende Pfarrer Karl Georg Haldenwang (1803–1862) in Wildberg mit dem „Rettungshaus für schwachsinnige Kinder“ die erste behindertenpädagogische Einrichtung in Süddeutschland.

Die heutige Stadt wurde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Stadt Wildberg und der Gemeinden Effringen, Gültlingen und Sulz am Eck neu gebildet. Bereits am 1. April 1971 wurde Schönbronn nach Wildberg eingemeindet.

Religionen

Wildberg ist seit der Reformation evangelisch geprägt. Die evangelischen Kirchengemeinden von Wildberg sowie der Ortsteile Effringen, Schönbronn, Gültlingen und Sulz am Eck gehören zum Kirchenbezirk Nagold.Die katholische Kirche Wildberg gehört zur Kirchengemeinde St. Petrus und Paulus Nagold und damit zur Seelsorgeeinheit Oberes Nagoldtal und zum Dekanat Calw.

Entwicklung der Einwohnerzahlen

Jahr Einwohner¹
1871 4.713
1880 4.790
1890 4.640
1900 4.423
1910 4.551
1925 4.609
1933 4.486
1939 4.561
Jahr Einwohner¹
1950 4.938
1961 5.056
1970 6.138
1975 6.874
1980 7.755
1985 8.347
1990 9.315
1995 10.153
Jahr Einwohner¹
2000 10.192
2005 10.128
2010 9.889
2011 9.723
2014 9.685

¹ laut Statistisches Landesamt Baden-Württemberg; bis 1970 Volkszählungsergebnisse, ab 1975 Fortschreibungen jeweils zu einem Quartalsende oder zum 31. Dezember des Jahres.

Politik

Gemeinderat

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 50,6 % (− 2,0) zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Stimmenanteil +/− %p Sitze +/−
CDU 43,3 % − 1,3 10 − 3
SPD 14,6 % − 1,8 3 − 2
Grüne 8,7 % + 8,7 2 + 2
FDP 4,6 % − 2,5 1 − 1
FWV 28,8 % − 3,0 7 − 2

Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In geteiltem Schild oben in Silber eine liegende schwarze Hirschstange, unten in Rot der silberne lateinische Großbuchstabe W.“

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Wildberg ist durch die Nagoldtalbahn (Pforzheim – Horb am Neckar – Tübingen) an das überregionale Schienennetz angebunden. Im 30/60-Minuten-Takt verkehren Züge nach Pforzheim und Tübingen.

Busse nach Gärtringen und Herrenberg fahren stündlich, somit besteht Anschluss zur S-Bahn Stuttgart und zur Ammertalbahn Richtung Tübingen und Reutlingen.

Die wichtigste Durchgangsstraße ist die gleichfalls dem Verlauf des Nagoldtals folgende Bundesstraße 463. Über die an Deckenpfronn und Gärtringen vorbeiführende Landstraße L357 sowie die L358 über Sulz am Eck und Herrenberg ist die A 81 in wenigen Minuten erreicht.

Zwischen Mai 2009 und Juli 2013 betrieb die Stadt ein Pilotprojekt Stadtbus, das vor allem die Mobilität von Senioren und gehandicapten Menschen fördern sollte. Tagsüber verband ein behindertengerechter Mini-Niederflurbus im Stundentakt alle Siedlungen und Ortsteile Wildbergs miteinander. In den Wohngebieten war ein „Halt auf Zuruf“ möglich, im Stadtzentrum wurden feste Haltestellen angefahren. Mit finanzieller Unterstützung des Landkreises war der Stadtbus tariflich in die Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw mit Bahn und Regionalbussen eingebunden. Diese besondere Betriebsform wurde im Juli 2013 beendet, da der zwischen 7 Uhr bis 18 Uhr verkehrenden Stadtbus statt der anvisierten Senioren überwiegend durch junge Menschen am Nachmittag genutzt wurde. Danach setzte die Stadtverwaltung zum 1. September 2013 wieder auf einen normalen Linienfahrplan, mit einem Schwerpunkt auf der regionalen Anbindung an S-Bahn-Stationen im Nachbarkreis Böblingen.

Bildungseinrichtungen

Wildberg verfügt über eine Haupt- und eine Realschule, welche im „Bildungszentrum Wildberg“ zusammengefasst sind. Außerdem gibt es in der Kernstadt und den Ortsteilen Effringen, Sulz am Eck und Gültlingen jeweils eine Grundschule.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen

Das städtische Heimatmuseum befindet sich im ehemaligen Kloster Reuthin.

Bauwerke

  • Schlossruine
  • Reste der Stadtmauer mit Hexenturm und Arrestturm. Der Hexenturm wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum Denkmal des Monats Februar 2007 ernannt.
  • Kirche (1464 erbaut)
  • Rathaus (1480 erbaut)
  • Marktbrunnen
  • Hirschbrücke
  • Kirche in Effringen
  • Lützenschlucht
  • Kloster Reuthin
  • Michaelskirche Sulz am Eck

Auf dem Lerchenberg, an der Gemarkungsgrenze zu Deckenpfronn, befindet sich die Funkstelle Lerchenberg der Landespolizeidirektion Karlsruhe. Zu ihr gehören ein 81 Meter hoher Fernmeldeturm und ein unterirdischer Bunker.

Regelmäßige Veranstaltungen

Der damalige Landesherr Herzog Eberhard Ludwig zu Württemberg errichtete im Jahre 1723 für die Besorgung berufsständischer Anliegen der Schäfer eine sogenannte Nebenlade zur Hauptlade in Markgröningen. Seit dieser Zeit findet immer am dritten Juli-Wochenende in den geraden Jahren in Wildberg der Schäferlauf statt, ein Brauchtums- und Heimatfest rund um die Schäferei. Eröffnet wird der Schäferlauf mit dem Heimatspiel „Der Klosterschäfer und des Teufels Puppenspieler“ von Eugen Memminger. Dieses Stück wird seit 1954 durch eine Laienspielschar aufgeführt.

Vereine

  • Liederkranz Schönbronn (gemischter Chor mit ca. 35 aktiven Mitgliedern), gegründet 1899
  • Stadtkapelle Wildberg (ca. 40 aktive Musiker), gegründet 1884
  • Trachtengruppe Wildberg (ca. 40 Mitglieder), gegründet 1953
  • TSV Wildberg:gegründet 1861
  • Schwarzwaldverein Wildberg, gegründet (1898),1948
  • Narrenzunft Wildberg 1992 e.V.
  • Sportverein Sulz am Eck
  • Sportverein Schönbronn, gegründet 1912
  • Dorfgemeinschaft Schönbronn, (ca. 60 Mitglieder), gegründet 2014
  • Fotofreunde Wildberg, (gegründet 2015, 26 Mitglieder)

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Albert Kappis (1836–1914), Maler und Lithograf
  • Georg Jakob Roller (1774–1857), Pädagoge und Gründer einer Taubstummenschule in Friedberg (Hessen)
  • Dieter Dengler (1938–2001), US-amerikanischer Kampfflieger
  • Werner Nestle (* 1939 im Ortsteil Gültlingen), Professor an der Pädagogischen Hochschule Reutlingen, Mitbegründer der sog. „Reutlinger Schule für Lernbehinderung“ (Hiller, Klein, Möckel, Schaible u. a.)

Mit Wildberg verbunden

  • Im 16. Jahrhundert wirkte der württembergische Reformator Andreas Cellarius in Wildberg als Pfarrer.
  • Die prominentesten Bürger der Stadt sind das Schauspielerehepaar Walter Schultheiß und Trudel Wulle.

Sonstiges

Nach der Stadt Wildberg ist der Asteroid Wildberg benannt, der 2005 am Observatorium Wildberg entdeckt wurde.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Wildberg (Schwarzwald)

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