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Simmelsdorf
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Stadtplan Simmelsdorf
Gemeinde
Simmelsdorf
Nürnberger Str. 16
91245 Simmelsdorf

http://www.simmelsdorf.de

Simmelsdorf

160pxAbb. 1 Wappen von Simmelsdorf
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 375 m
PLZ 91245
Vorwahl 09155
Gliederung 24 Gemeindeteile
Website www.simmelsdorf.de
Erster Bürgermeister Perry Gumann (Freie Wahlgemeinschaft)

Simmelsdorf ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Nürnberger Land.

Geographie

Geographische Lage

Die Gemeinde liegt in Nordbayern, 30 Kilometer nordöstlich von Nürnberg und gehört zur Metropolregion Nürnberg.Der Kernort Simmelsdorf liegt am Zusammenfluss der Haunach und der Achtel zur Schnaittach. Die anderen Ortschaften befinden sich im Schnaittachtal, an der Schnaittach und ihren Zuflüssen. Dort wurden mehrere Getreidemühlen und Holzsägewerke betrieben, die noch elektrifiziert in Betrieb oder als Museum zu besichtigen sind.

Nachbargemeinden von Simmelsdorf sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Betzenstein, Schnaittach, Weißenohe, Gräfenberg und Hiltpoltstein.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat 24 amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Ortstyp angegeben):

  • Au (Weiler)
  • Bühl (Pfarrdorf)
  • Diepoltsdorf (Dorf)
  • Großengsee (Dorf)
  • Hüttenbach (Dorf)
  • Ittling (Dorf)
  • Judenhof (Dorf)
  • Kaltenhof (Einöde)
  • Mittelnaifermühle (Einöde)
  • Oberachtel (Weiler)
  • Obernaifermühle (Einöde)
  • Oberndorf (Dorf)
  • Oberwindsberg (Weiler)
  • Rampertshof (Weiler)
  • Sankt Helena (Pfarrdorf)
  • Sankt Martin (Einöde)
  • Simmelsdorf (Dorf)
  • Strahlenfels (Dorf)
  • Unterachtel (Weiler)
  • Unternaifermühle (Weiler)
  • Unterwindsberg (Dorf)
  • Utzmannsbach (Dorf)
  • Wildenfels (Dorf)
  • Winterstein (Dorf)

Des Weiteren gibt es die Orte Ittlinger Mühle und Schindelrangen, die beide keine amtlich benannten Gemeindeteile sind.

Die Ittlinger Mühle gehört seit dem 19. Jahrhundert zu Ittling. Die Ortsbezeichnung des Weiles Schindelrangen wurde am 1. April 1986 aufgehoben, er ist nun ein Teil von Judenhof. Der größte Ort der Gemeinde ist Hüttenbach, der auch die beste Infrastruktur aufweist (Grundschule, Lebensmittel, Banken), gefolgt von Simmelsdorf mit dem Sitz der Gemeindeverwaltung und dem Bahnhof Simmelsdorf-Hüttenbach (siehe Verkehr).

Geologie und Hydrologie

Simmelsdorf und seine Ortsteile liegen im Schnaittachtal zwischen der Fränkischen Schweiz im Nordwesten und der Hersbrucker Schweiz im Südosten, die beide zur Fränkischen Alb gehören. Geologisch ist die Fränkische Alb eine Fortsetzung des Schweizer Jura und der Schwäbischen Alb. In den Steinbrüchen sind Versteinerungen aus der Zeit vor 150 Millionen Jahren zu finden, als das Gebiet noch von Meer überdeckt war und sich die Kalksteinfelsen durch Sedimente bildeten.

Das Gebiet der Gemeinde Simmelsdorf ist Quellgebiet der Schnaittach: von West nach Ost das Haunachtal, das Naifertal und das Achteltal. Die Gewässer haben ein gutes Gefälle und treiben mehrere Mühlen an.

Die Naifer entspringt in einem Quelltopf unterhalb von St. Helena und bildet das Naifertal mit den Ortschaften Obernaifermühle, Mittelnaifermühe, Unternaifermühle und Utzmannsbach. Der Ittlinger Bach entspringt unterhalb von Ittling und bildet das Ittlinger Tal mit den Orten Ittlinger Mühle, Oberachtel und Unterachtel. Die Naifer und der Ittlinger Bach bilden oberhalb von Diepoltsdorf die Schnaittach. Dort befindet sich eine größere Fischzuchtanlage. Die Haunach entspringt in einem Steinbruch nördlich von Oberndorf, fließt kurz danach durch Oberndorf und treibt dort eine Sägemühle an. Anschließend fließt sie durch Hüttenbach mit einer ehemaligen Getreidemühle, den Ortsteil Simmelsdorf, wo sie früher den Schlossgraben des Tucher-Schlosses bewässerte, und mündet unterhalb davon in die Schnaittach.

Die Schnaittach fließt durch Diepoltsdorf und betreibt dort eine Hammermühle und eine Getreidemühle. Früher füllte sie auch den Schlossgraben. Anschließend passiert sie Simmelsdorf, wo sie oberhalb des Ortes eine Mühle betreibt, und nimmt unterhalb des Ortes die Haunach auf. Nach ihrem weiteren Weg durch das Schnaittachtal mündet sie östlich der Stadt Lauf in die Pegnitz.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Simmelsdorf 1195 als „Sumilidorf“ und 1329 als „Symleinsdorf“, 1360 folgte eine weitere Nennung. 1366 kaufte Kaiser Karl IV. den Ort, ab dem 18. Mai 1598 war er im Besitz der Nürnberger Patrizierfamilie Tucher.

Ein ehemaliger Farbhammer wurde 1701 Papiermühle und 1861 Glasschleiferei. In einer Parkanlage an der Haunach stehen das aus einer mittelalterlichen Wasserburg entstandene Alte Tucherschloss und das in neugotischem Stil erbaute Neue Tucherschloss.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1931 wurde der Ort Au von der bis dahin selbständigen Gemeinde Rabenshof eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam Diepoltsdorf hinzu. Am 1. Januar 1972 erfolgte die Zusammenlegung mit der Gemeinde Hüttenbach. Großengsee folgte am 1. Juli 1972, Oberndorf und Wildenfels kamen am 1. Januar 1978 hinzu.

Bereits am 1. April 1971 hatte die Gemeinde Utzmannsbach ihre Selbständigkeit verloren und wurde in Diepoltsdorf eingemeindet.

Einwohner

2003 lebten 3318 Menschen in Simmelsdorf. 2010 hatten in der Gemeinde Simmelsdorf 3121 Einwohner ihren erstem Wohnsitz, 2012 waren es 3140 und im Jahr 2016 3431.:

Einwohnerzahlen
Ort 2010 2012 2016 2020
gesamte Gemeinde 3121 3140 3431 3464
Hüttenbach 992 1010 1069 1030
Simmelsdorf 557 577 686 700
Diepoltsdorf 307 300 310 308
Unterwindsberg 204 200 293 326
Großengsee 203 195 203 209
Ittling 172 182 186 186
Oberndorf 165 160 157 159
Winterstein 108 106 108 123
Wildenfels 50 48 57 41
St. Helena 49 51 51 53
Strahlenfels 49 52 51 59
Unterachtel 39 34 22 43
Oberachtel 37 36 38 33
Oberwindsberg 34 33 33 32
Utzmannsbach 34 33 33 37
Rampertshof 30 26 27 25
Bühl 19 19 20 24
Schindelrangen 17 25 30 30
Judenhof 16 14 11 12
Ober-, Mittel-, Unternaifermühle 14 14 15 14
Au 13 14 18 17
Ittlinger Mühle 8 8 9 9
Kaltenhof 2 2 2 2
St. Martin 1 1 2 2

Politik

Bürgermeister

von bis Bürgermeister
2008 Perry Gumann (FWG)
1988 2008 Andreas Kögel (CSU)
1988 Ria Vogler

Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 wurde Perry Gumann mit 79,58 % der Stimmen wiedergewählt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Simmelsdorf setzt sich aus 16 Gemeinderäten und dem Ersten Bürgermeister zusammen.

CSU FWG die UNABHÄNGIGEN FDP Grüne
1996 6 4 4 1 1
2002 6 5 5
2008 6 5 5
2014 6 6 4
2020 4 6 6
(Stand: Kommunalwahl am 15. März 2020)Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 2.768 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Simmelsdorf 1.788 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 64,60 % lag.

Städtepartnerschaften

  • Die Kleinstadt Scheibenberg im Erzgebirge (Sachsen)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Zwischen Simmelsdorf und Hüttenbach befindet sich das Tucher-Mausoleum
  • Die Talbrücke Schnaittach, mit 1288 m Länge die zweitlängste Autobahnbrücke Bayerns, bildet südlich von Simmelsdorf im Schnaittachtal eine optische Grenze zur Gemeinde Schnaittach.

Schlösser und Burgen

  • Sehenswert ist das Alte Tucherschloss in Simmelsdorf. Dieses alte Wasserschloss, 1830–41 gotisierend umgebaut durch Leonhard Schmidtner, ist noch der Stammsitz des Adelsgeschlechts derer von Tucher (auch bekannt durch die Tucher-Brauerei).
  • Das Schloss Hüttenbach, ein Barockschloss aus dem 16. Jahrhundert im Ortskern von Hüttenbach.
  • In Wildenfels befindet sich die Burgruine Wildenfels.
  • vom Burgstall Hienberg sind nur noch Reste vorhanden.

Kirchen

  • Barockkirche Mariae Heimsuchung, Bühl. Die katholische Pfarrkirche liegt auf einem Bergsporn oberhalb von Simmelsdorf. Erste Erwähnung war 1227. Die heutige barockisierte Kirche stammt aus dem Jahre 1472.

Theater

  • Simmelsdorfer Mühle-Theater (ehemals Fahrradmühle, ein überregionaler Fahrradhändler), später Veranstaltungsort unter wechselnder Organisation, heute Wohnhaus privat.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ansässige Unternehmen

  • Mehrere Kalksteinbrüche
  • Mehrere Mühlen und Sägewerke

Die seit 1908 ansässige Firma Albflor-Milchwerke, seit 1994 Tochter der Naabtaler Milchwerke, ist seit 2012 geschlossen. 2015 wurde das Gelände vollständig geräumt.

Die große Reitsportanlage Simmelsdorf, ehemals „Steckenpferd“, wurde 2018 geschlossen.

Verkehr

Schienenverkehr

Der Bahnhof Simmelsdorf-Hüttenbach ist Endstation der Bahnstrecke Neunkirchen an Sand–Simmelsdorf-Hüttenbach. Die Bahn führt über die Stadt Lauf an der Pegnitz (Landkreis) direkt nach Nürnberg. Vom Verzweigungsbahnhof Neunkirchen am Sand gibt es Verbindungen nach Hersbruck bis Prag.

Die Simmelsdorfer Ortsteile sind ab dem Bahnhof Simmelsdorf mit zwei Buslinien erreichbar.

Individualverkehr

Die Autobahn A 9 Nürnberg–Berlin berührt das Gemeindegebiet im Südosten, der Ort Simmelsdorf liegt drei Kilometer von der Ausfahrt Schnaittach (AS 48) entfernt. Am Hienberg, kurz nach der Autobahn Talbrücke Schnaittach teilt sich die A 9 in eine nordöstliche und eine südwestliche Fahrbahn auf; wegen der Steigung wird dieser Abschnitt im Winter regelmäßig in den Staumeldungen erwähnt.

Wanderwege

Durch Simmelsdorf verläuft der Fränkische Marienweg.

Einkaufsmöglichkeiten

In Hüttenbach gibt es drei Metzger. Weitere Einkaufsmöglichkeiten sind in der Gemeinde nicht vorhanden. Erst im drei Kilometer entfernten Schnaittach gibt es weitere Lebensmittelgeschäfte.

Medizinische Versorgung

In Unterwindsberg gibt e einen Tierarzt und in Hüttenbach einen Zahnarzt. Die langjährige Landarztpraxis im Tucher-Schloss wurde 2018 geschlossen.

Gaststätten

Der Landgasthof Lang am Bahnhof Simmelsdorf wurde als letzter Zeuge einer früher blühenden Wirtshaus- und Tourismuskultur 2016 geschlossen. Nur die Metzgerei Daut in Hüttenbach bietet sonntags in der ehemaligen Wirtschaft einen Mittagstisch. In Unternaifermühle befindet sich das Restaurant Zum Fichtenpark, in Utzmannsbach die Gaststätte Zu den Linden und in Winterstein das Gasthaus Scharrer.

Persönlichkeiten

  • Lorenz Horn (* 1880 in Gärtenroth bei Kulmbach, † 1956 in Hüttenbach), Sergeant der Ksl. Landespolizei von Deutsch-Südwestafrika / Unteroffizier der Kavallerie

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Simmelsdorf

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