Deutschlandkarte
Stadtplan Saarbrücken-Dudweiler
Landeshauptstadt Saarbrücken
Stadtbezirk Dudweiler
Der Bezirksbürgermeister
Rathausstr. 5
66125 Saarbrücken-Dudweiler

http://www.saarbruecken.de/de/rathaus/stadtpolitik/bezirksraete_und_bezirksbuergermeister/stadtbezirk_dudweiler

Dudweiler

Dudweiler ist seit dem 1. Januar 1974 ein Stadtteil der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken und hat (Stichtag 30. September 2018) 23.490 Einwohner und eine Fläche von 1670 Hektar. Zu Dudweiler gehören die Ortsteile Jägersfreude und Herrensohr. Vor der Eingemeindung nach Saarbrücken war Dudweiler eine selbständige Stadt.

Geographie

Geographische Lage

Dudweiler liegt im Sulzbachtal zwischen der Saarbrücker Innenstadt (St. Johann ) und der Stadt Sulzbach/Saar.

Nachbarorte

Die Nachbarorte (im Uhrzeigersinn) sind: Saarbrücken-St. Johann, Saarbrücken-Malstatt, Quierschied, Sulzbach, Sulzbach-Neuweiler, St. Ingbert, St. Ingbert-Rentrisch, Saarbrücken-Scheidt.

Geschichte

Auf dem Gebiet des heutigen Dudweiler wurden etliche stein-, bronze- und eisenzeitliche Funde gemacht. Aus der Keltenzeit stammen zwei Hügelgräber in der Nähe des Dreibannsteins. Überreste eines römischen Tempels fanden sich auf dem Alten Büchel. Die Grühlingsstraße, heute die Autobahn A 623, führt zum Teil über die Trasse einer Römerstraße.

977 wird Dudweiler erstmals urkundlich erwähnt: Kaiser Otto II. bestätigte dem Nonnenkloster St. Peter in Metz den Besitz der Kapelle in Duodonisvillare (Weiler des Dudo). Dudo wird vielfach als fränkischer Edelmann beschrieben, der hier ein Landgut betrieb. Diese Auffassung ist allerdings umstritten und durch nichts bewiesen. Vielmehr gibt es starke Indizien, dass der Namenspatron Herzog Liudolf (Schwaben) gewesen sein könnte. Er war der Halbbruder von Kaiser Otto II. und wurde auch Dudo genannt.

1542 hatte Dudweiler nur 23 Haushalte, also etwa 150 Einwohner. Im Nebenerwerb wurde bereits nach Kohlen gegraben, doch blieb der kleinbäuerliche Charakter des Dorfes die nächsten zweihundert Jahre erhalten. Ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gewann der Steinkohlenbergbau immer mehr an Bedeutung. Der sogenannte Nassauer Hof in der Saarbrücker Straße war Mitte des 19. Jahrhunderts für einige Jahre Sitz eines preußischen Bergamtes. Durch den Zuzug von Arbeitskräften in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Dudweiler rasant.

Während des Völkerbund-Mandats über das Saargebiet (1920-1935) bestand in Dudweiler eine Domanialschule.

Noch 1950 standen drei Steinkohlenbergwerke in voller Blüte. Das Ende des Bergbaus markierte die Schließung des, nun auf Quierschieder Bann gelegenen, Bergwerkes Camphausen im Jahre 1990. Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis 1944 hatte Dudweiler eine eigene, parteilose Zeitung, die Dudweiler Zeitung.

Um 1960 wurde Dudweiler mit seinen damals 29.000 Einwohnern innerhalb der Region als „das größte Dorf Europas“ bezeichnet. Am 12. September 1962 erhielt Dudweiler die Stadtrechte.

Am 1. Januar 1974 führte die saarländische Gebiets- und Verwaltungsreform zum Verlust der Selbstständigkeit und zur Zwangseingemeindung in die Landeshauptstadt Saarbrücken. Allerdings behielt Dudweiler als einziger Stadtbezirk den Sonderstatus eines hauptamtlichen Bezirksbürgermeisters. Mit 35:26 Stimmen stimmte der Saarbrücker Stadtrat am 29. Januar 2013 für die Abschaffung dieses Postens. Dadurch sollten ab Ende 2014 acht Stellen wegfallen und über 700.000 Euro eingespart werden. Am 1. Juli 2014 wurde Dudweiler ein normaler Stadtbezirk Saarbrückens ohne eigene Verwaltung.

Eine Vielzahl unterschiedlichster Handwerksbetriebe und Dienstleistungsunternehmen prägen heute die Wirtschaft. Echte Industriearbeitsplätze sind nur noch relativ wenige vorhanden. Eine Fußgängerzone befindet sich in der Ortsmitte. Die Nähe zum Campus der Universität des Saarlandes im Saarbrücker Stadtwald macht Dudweiler für die Studentenschaft zu einem beliebten Wohnsitz.

Einwohnerentwicklung von Dudweiler (ohne Scheidt)

Jahr Einwohner
1961 28.854
1970 27.659
1974 29.727
1990 25.909
2008 24.067
2014 23.590

Die Zahl von 1974 beinhaltet 1.192 Einwohner aus dem Teil von Jägersfreude, der früher schon zu Saarbrücken gehörte. Die anderen setzten sich wie folgt zusammen:

1990 - 21.137 Dudweiler, 2.309 Jägersfreude, 2.463 Herrensohr

2008 - 19.881 Dudweiler, 1.972 Jägersfreude, 2.214 Herrensohr

2014 - 19.527 Dudweiler, 1.931 Jägersfreude, 2.132 Herrensohr

Zur korrekten Bewertung der Bevölkerungsentwicklung muss man wissen, dass die Zahlen vor 1990 die Einwohner mit Nebenwohnsitzen beinhalten, ab 1990 wurden nur noch die Hauptwohnsitze in der Statistik erfasst. Seit 1990 hat Dudweiler demnach ein Einwohnerminus von 9,3 %.

Politik

Stadtbezirk Dudweiler

Dudweiler mit seinen Ortsteilen Herrensohr und Jägersfreude sowie dem Teil von Jägersfreude, der vorher schon zu Saarbrücken gehörte und die ehemals selbständige Gemeinde Scheidt wurden nach der Gebietsreform zum 1. Januar 1974 zu einer Verwaltungseinheit innerhalb der Stadt Saarbrücken, dem Stadtbezirk Dudweiler zusammengefasst.

Der Stadtbezirk hatte am 30. November 2018 einen Einwohnerbestand von 27.574, davon entfielen auf:

  • Dudweiler – 19.640
  • Jägersfreude – 1.973
  • Herrensohr – 2.086
  • Scheidt – 4.096

Als Besonderheit erhielt der Stadtbezirk Dudweiler 1974 eine eigene Bezirksverwaltung und einen hauptamtlichen Bezirksbürgermeister. Seit dem 1. Juli 2014 wurde die Bezirksverwaltung Dudweiler aufgelöst. Dudweiler hat nunmehr denselben Status, wie die anderen Saarbrücker Stadtbezirke.

Der Bezirksrat Dudweiler ist das untere kommunalpolitische Gremium mit 21 gewählten, stimmberechtigten Mitgliedern. Er wählt aus seiner Mitte den ehrenamtlichen Bezirksbürgermeister.

In seiner konstituierenden Sitzung am 7. Juli 2019 wurde Ralf-Peter Fritz (CDU) zum neuen Bezirksbürgermeister gewählt. Der Bezirksbeigeordnete und somit sein Stellvertreter ist Karsten Schade (B`90/Die Grünen)..

Die Bezirksratswahlen vom 26. Mai 2019 brachten folgendes Ergebnis und folgende Sitzverteilung:

  • CDU 30,4 % = 6 Sitze
  • SPD 27,4 % = 6 Sitze
  • B`90/Die Grünen 19,4 % = 4 Sitze
  • Die Linke 13,9 % = 3 Sitze
  • FDP 8,8 % = 2 Sitze

Bildung

  • Grundschule Süd, Albert-Schweitzer
  • Grundschule Theodor Heuss, Herrensohr
  • Grundschule Turmschule
  • Gemeinschaftsschule Saarbrücken Dudweiler
  • Förderschule Geistige Entwicklung
  • Kath. Fachschule für Sozialpädagogik

Sehenswertes

  • Der Alte Turm auf dem Schulhof der Turmschule, ein ehemaliger Kirchturm (13./14. Jahrhundert). Eines der ältesten, nie zerstörten, Gebäude im Saarland.
  • Kath. Kirche St. Marien (19. Jahrhundert) mit einer Pietà aus dem 14. Jahrhundert und einem großformatigen Gemälde von August von Heyden: Die Heilige Barbara erscheint einem verunglückten Bergmann.
  • Ev. Christuskirche (19. Jahrhundert).
  • Ev. Heilig-Geist-Kirche (20. Jahrhundert) nach den Plänen der Architekten Rudolf und Klaus Krüger 1966 bis 1967 ausgeführt und mit Glasarbeiten von Ferdinand Selgrad
  • Kath. Kirche St. Barbara (20. Jahrhundert) mit Kirchenfenstern von Gabriel Loire.
  • Kath. Kirche St. Bonifatius (20. Jahrhundert).
  • Bürgerhaus Dudweiler (1984) (Architekten Entwurf Gottfried Böhm, Köln, Planung und Bauüberwachung Alfred Werner Maurer)
  • Bürgerzentrum Dudweiler mit Kaufhauspassage, Wohn- u. Geschäftsbauten (Architekten Entwurf Gottfried Böhm, Köln, Planung und Bauüberwachung Alfred Werner Maurer).
  • Ehrenmal in der Saarbrücker Straße von Heinrich Otto (1926). Denkmal für die Opfer beider Weltkriege.
  • De Monn mit da long Stong un zwei Dudwiller Kinner von Zoltan Hencze. Ein Denkmal für die Gaslaternenanzünder auf dem Alten Markt (1989).
  • Skulptur "Bergmann vor Ort" von Zoltan Hencze (1992) aus Stahl in der Fischbachstraße beim Feuerwehrhaus.
  • Brennender Berg. Ein in Brand geratenes Kohleflöz, das bereits von Goethe besucht und beschrieben wurde.
  • Ritterburg von H.R. Schönewolf, 50 × 50 m², hat Brüstungen, Zinnen und Türme, es kommen Besucher aus aller Welt.
  • Rathaus Dudweiler erbaut 1875 (rechter Flügel, Architekt Neufang) 1907 erweitert (linker Flügel und Turm Architekt Sturm)

Krankenhaus

Das Krankenhaus St. Josef der cts-Schwestern v. Hl. Geist gGmbH in der Klosterstraße wurde 1899 eröffnet. Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich ein überregionales Gesundheitszentrum. Zusammen mit der -Klinik St. Theresia (Saarbrücken Rastpfuhl) bildet St. Josef heute das CaritasKlinikum Saarbrücken als Verbundkrankenhaus mit zwei Standorten. Die Klinik wird von den Einheimischen nur "Kloster" genannt. Am 19. März 2019 wurde allerdings nach 152 Jahren der Konvent Dudweiler der "Schwestern vom Heiligen Geist" aufgelöst, da die Anzahl der Schwestern immer weniger wurde.

Partnerschaften/Patenschaft

Partnerschaften bestehen seit 1959 mit dem pfälzischen Duttweiler und seit 1964 mit Saint-Avold in Lothringen (Frankreich). Von 1969 bis 2016 war Dudweiler patenschaftlich mit dem Bundeswehrstandort Merzig (Luftlandeunterstützungsbataillon 262) bis zu dessen Auflösung verbunden.

Vereine

Fastnacht

  • Festausschuss Dudweiler Faasenacht (FDF)
  • Dudweiler Carneval Club e. V. (DCC)
  • Geisekippcher Buwe unn Määde e. V.
  • Heimat- und Kulturverein Dudweiler-Nord 1970 e. V. (HKV)
  • Große Dudweiler Karnevalsgesellschaft Grüne Nelke e. V.
  • Kaltnaggischer Gardisten Corps 2000 e. V. (KGC)

Kultur

Musik

  • Liederchor Thalia (Gemischter Chor)
  • Männerchor Harmonie 1896 e.V. Dudweiler
  • Musikzug 1968, Dudweiler
  • Schalmeien- und Kulturverein Dudweiler e.V.
  • Männerchor 1882 Herrensohr e.V.
  • Freier Fanfarenzug 1992 Dudweiler e.V

Sonstige

Sport

  • ASC Dudweiler
  • ATV Dudweiler
  • DJK Dudweiler
  • HSG Dudweiler-Fischbach (Handball)

Staatliche Institutionen

Der Stadtbezirk Dudweiler ist Sitz folgender staatlicher Institutionen:

  • Fachhochschule für Verwaltung des Saarlandes (Dudweiler), im September 2012 nach Quierschied-Göttelborn umgezogen
  • Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen – Karten- und Geodatenvertrieb (Scheidt)
  • Landesarchiv Saarbrücken (Scheidt)
  • Landesinstitut für Pädagogik und Medien (Dudweiler)
  • Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes (Dudweiler)
  • Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass (Dudweiler)
  • Unfallkasse Saarland (Dudweiler)

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • 1965: Wilhelm Kehr (1888–1972), Dechant
  • 1966: Carl August Hertel (1899–1976), Pfarrer
  • 1967: Heinrich Jenewein (1887–1968), Fabrikant

Söhne und Töchter von Dudweiler

  • Johann Georg Jaberg (1697–?), hochgräflicher Jäger zu Dudweiler
  • Franz Friedrich Christian Fauth (1841–1905), Pädagoge
  • Liesbet Dill (1877–1962), Schriftstellerin
  • August Hey (1897–1978), Politiker (KPD)
  • Walter Jung (1898 – nach 1931), Nationalsozialist und „Alter Kämpfer“ der NSDAP
  • Jakob Welter (1907–1944), KPD-Mitglied, von den Nationalsozialisten hingerichtet
  • Hans Dietz (1908–1993), Arzt und SS-Sturmbannführer
  • Ernst Kunkel (1908–1984), saarländischer Politiker (SPD/SPS)
  • Friedrich Nickolay (1909–1953), SED-Funktionär
  • Karl Kuhn (1910–1984), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Hilla Jablonsky (* 1922), Malerin, Zeichnerin und Lyrikerin
  • Franz Carl Loch (1924–2002), HNO-Arzt und ärztlicher Standespolitiker
  • Hermann Schon (* 1928), Politiker (SPD)
  • Arnold Morkramer (* 1929), Bildhauer
  • Hans-Walter Herrmann (* 1930), Historiker und Archivar
  • Bertram Frisch (1931–2006), Materialwissenschaftler
  • Hermann Josef Vogt (1932–2015), römisch-katholischer Geistlicher, Theologe, Althistoriker und Patrologe
  • Hans Paus (1937–2011), Physiker
  • Charly Lehnert (* 1938), Schriftsteller, Verleger, Redakteur, Designer
  • Eike Ullmann (* 1941), Rechtswissenschaftler
  • François de Sarre (* 1947), Zoologe und Evolutionsforscher
  • Joachim Bitterlich (* 1948), Diplomat
  • Max Fuchs (* 1948), Bildungs- und Kulturwissenschaftler, langjähriger Deutscher-Kulturrats-Vorsitzender
  • Harald Fuchs (* 1951), Physiker
  • Wolfgang Paul (* 1951), Informatiker
  • Dieter Finkler (* 1952), ehemaliger Fußballspieler
  • Wolfgang Schild (* 1952), Politiker (CDU)
  • Ingrid Peters (* 1954), Sängerin
  • Margret Grewenig (* 1955), Goldschmiedin und Schmuckdesignerin
  • Kurt Sier (* 1955), Altphilologe
  • Benedikt Maria Trappen (* 1961), Philosoph, Dichter und Lehrer
  • Beate Pfeiffer (* 1963), Schauspielerin und Synchronsprecherin
  • Heike Greis (* 1964), Hörfunk- und Fernseh-Moderatorin
  • Markus Rothhaar (* 1968), Bioethiker
  • Michael Friemel (* 1974), Radio- und Fernsehmoderator und Autor
  • Anja Wagner-Scheid (* 1974), Politikerin (CDU)
  • Christian Hohenadel (* 1976), Rennfahrer
  • Miriam Michel (* 1979), Regisseurin, Dramaturgin, Dokumentarfilmerin und Performancekünstlerin
  • Marc Birkenbach (* 1987), Fußballspieler
  • Fiona Erdmann (* 1988), Fotomodell, Schauspielerin
  • Pauline Schäfer (* 1997), Kunstturnerin
  • Laura Müller (* 1995) Leichtathletin Läuferin

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Dudweiler

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