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Neuss
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Stadt Neuss
Markt 2
41460 Neuss

http://www.neuss.de/

Neuss

160pxAbb. 1 Wappen von Neuss
Basisdaten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Kreis Rhein-Kreis Neuss
Höhe 40 m
PLZ 41460–41472
Vorwahl 02131, 02137, 02182
Gliederung 28 statistische Bezirke
Adresse der Verwaltung Markt 2
41460 Neuss
Website www.neuss.de
Bürgermeister Reiner Breuer (SPD)
Neuss (bis 1968 offiziell Neuß geschrieben, im regionalen Dialekt Nüss sowie ) ist eine Großstadt in Nordrhein-Westfalen. Sie liegt am linken Niederrhein auf der gegenüberliegenden Seite von Düsseldorf und ist mit über 150.000 Einwohnern Deutschlands größte kreisangehörige Stadt und als Mittelzentrum zugleich größte Stadt des Rhein-Kreises Neuss. Neuss ist vor allem für ihre römische Vergangenheit, den Rheinhafen und das Neusser Bürger-Schützenfest bekannt. 1984 beging die Stadt ihre 2000-Jahr-Feier und zählt damit zu den ältesten Städten Deutschlands.

Geographie

Neuss liegt am linken Niederrhein auf einer Niederterrasse gegenüber von Düsseldorf, an der Mündung der Erft in den Rhein. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet befindet sich in der Nähe des Stadtteils Holzheim und beträgt 67,5 m, die tiefste Stelle befindet sich im Bereich der südlichen Stadtgrenze und beträgt 30 m über NN. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 13,2 km und in West-Ost-Richtung 12,8 km. Auch wenn Neuss grundsätzlich am Ostrand des Rhein-Kreises Neuss liegt, befindet sich auch der geographische Mittelpunkt des Kreises noch innerhalb des Stadtgebietes von Neuss (bei Gut Hombroich).

Es gibt eine Reihe von Naturschutzgebieten und Landschaftsschutzgebieten, siehe Liste der Naturschutzgebiete im Rhein-Kreis Neuss und Liste der Landschaftsschutzgebiete im Rhein-Kreis Neuss.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Neuss. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten genannt:

Düsseldorf (kreisfreie Stadt) sowie Dormagen, Grevenbroich, Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch (alle Rhein-Kreis Neuss)

Stadtgliederung

Stadtbezirke gibt es in Neuss – anders als in kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens – nicht. Das Stadtgebiet ist in statistische Bezirke eingeteilt. Diese werden fortlaufend nummeriert und tragen jeweils auch einen besonderen Namen:

1 Innenstadt, 2 Dreikönigenviertel, 3 Hafengebiet, 4 Hammfeld, 5 Augustinusviertel, 6 Gnadental, 7 Grimlinghausen, 8 Uedesheim, 9 Weckhoven, 10 Erfttal, 11 Selikum, 12 Reuschenberg, 13 Pomona, 14 Stadionviertel, 15 Westfeld, 16 Morgensternsheide, 17 Furth-Süd, 18 Furth-Mitte, 19 Furth-Nord, 20 Weißenberg, 21 Vogelsang, 22 Barbaraviertel, 23 Holzheim, 24 Grefrath, 25 Hoisten, 26 Speck / Wehl / Helpenstein, 27 Norf, 28 Rosellen.

Zu einigen Bezirken gehören separat gelegene Wohnplätze mit eigenem, teilweise mit dem Bezirk übereinstimmendem Namen: Allerheiligen, Bettikum, Derikum, Dirkes, Elvekum, Erfttal Ost, Erfttal West, Gier, Grefrath, Gruissem-Ost, Helpenstein, Am Kreitz, Kuckhof, Lanzerath, Löveling, Minkel, Rheinparkcenter, Röckrath, Rosellerheide/Neuenbaum, Schlicherum, Speck, Stüttgen, Wehl und Rott.

Geschichte

Römische Zeit

Novaesium

Neuss ist eine der ältesten Städte Deutschlands. Bereits um das Jahr 16 v. Chr. errichteten römische Soldaten an der Mündung der Erft in den Rhein, etwa 2,5 km südöstlich der heutigen Altstadt, eine Befestigung aus Holz und Erde. Der Platz, an dem sich vermutlich schon eine kelto-germanische Vorgängersiedlung befand, war strategisch gewählt, lag er doch einerseits am Endpunkt einer römischen Fernstraße, die durch das von Caesar eroberte Gallien von Lyon über Trier und Zülpich bis an den Rhein führte, und bot andererseits einen verkehrsgünstigen Zugang zu den Wasserwegen von Rhein, Erft, Lippe, Ruhr und Wupper. Weitere, wohl ebenfalls nur saisonal genutzte Heerlager an dieser Stelle folgten einander (sogenannte „Lager A bis F“). Unter anderem dürften die Legio XIX und die Legio XX Valeria Victrix zeitweise hier stationiert gewesen sein. Um die Mitte des ersten Jahrhunderts nach Christus bauten römische Soldaten, unter anderem der Legio VI, nahe der Erftmündung in Neuss-Grimlinghausen erstmals ein steinernes Legionslager, das nach seinem Entdecker, dem Archäologen Constantin Koenen, auch als „Koenen-Lager“ bezeichnet wird. Während der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts n. Chr. war in dem Kastell dauerhaft eine ganze Legion mit fast 6.500 Soldaten stationiert. Ein großes, von H.-J. Graul nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gestaltetes Diorama des Kastells und der umgebenden Zivilsiedlung befindet sich heute im Freilichtmuseum Roscheider Hof.

Nachdem die zuletzt im „Koenen-Lager“ stationierte VI. Legion um etwa 100 n. Chr. nach Xanten verlegt worden war, baute man zu Beginn des 2. Jahrhunderts an seiner Stelle ein steinernes Auxiliarlager, das Platz für eine Besatzung von etwa 600 Mann bot. Als Ende des 3. Jahrhunderts die römische Grenzverteidigung als Reaktion auf die vermehrten Überfälle fränkischer Truppen auf das römische Reichsgebiet neu organisiert werden musste, gab man das Auxiliarlager an der Erftmündung auf.

Zivile Siedlung

Um das Militärlager herum entstanden ausgedehnte Gräberfelder und eine Lagervorstadt (canabae legionis), in der die Familien der Soldaten lebten, aber auch Händler, Gastwirte und Militärhandwerker arbeiteten. Aus dieser Lagervorstadt und ihrem Gräberfeld entwickelte sich eine Zivilsiedlung („vicus“), aus der im Laufe der Jahrhunderte das heutige Neuss erwuchs.

Frühes Mittelalter

Bei seinen Ausgrabungen an und um St. Quirin entdeckte Hugo Borger 1963 auch drei fränkische Gräber aus der Zeit um 500 n. Chr. Sie bezeugen, dass die frühmittelalterliche Besiedlung in Neuss unmittelbar an die Antike anknüpfte. Funde aus dem 8./9. Jahrhundert wurden am Obertor und an der Marienkirche gemacht.

Eine der ersten urkundlichen Nachweise für Neuss im Frühmittelalter stammt von 877. Urkundlich wurde die Befreiung des Klosters Werden für den Zoll an der Zollstätte in Neuss von König Ludwig dem Jüngeren erteilt, die einen Marktzoll betraf. Noch zu Beginn des Hochmittelalters ist eine fränkische Burg oder Reichshof im aktuellen Stadtgebiet von Neuss nachweisbar, da dort häufiger die kurzzeitige Anwesenheit deutscher Könige und Kaiser belegbar war. Vom 18. Juni 1023 stammt zum Beispiel eine Urkunde Kaiser Heinrich II., die bei dessen Anwesenheit in „Nuiss“ ausgestellt worden war. Weitere Urkunden liegen von Kaiser Konrad II. (1024 in Niuhsse) und Kaiser Heinrich IV. (1062 in Niusse) vor. Die weltliche Hoheit über das Gebiet von Neuss durch die Kölner Erzbischöfe ist erstmal unter Erzbischof Anno II. zu Beginn der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts nachweisbar. Davor hatten die Grafen von Kleve kurzzeitig Hoheitsrechte in Neuss, da von diesen eine Kirche in der Ortschaft errichtet wurde, die später zum Quirinus-Münster umgebaut und erweitert wurde. Vögte von Neuss waren zu dieser Zeit die Grafen von Kessel. In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts entstand neben der Kirche auch ein Benediktinerinnenkloster, gestiftet von einer hochadeligen Familie. In dieser Zeit wurden vermutlich auch die Reliquien des Hl. Quirinus von Neuss, des Patrons dieser Kirche, nach Neuss überführt.

Geschichte Mittelalter und Neuzeit

Stadtwerdung

Unter den Kölner Erzbischöfen entwickelte sich Neuss zu einer Handelsstadt. Der frühste urkundliche Beleg, dass Neuss eine Zollstätte für den Rheinzoll unter den Kölner Erzbischöfen geworden war, stammt von 1138. In einer Urkunde befreite Erzbischof Arnold I. von Köln das Bedburger Marienstift von der Zahlung dieses Rheinzolls. Bereits 1190 wurde Neuss erstmals offiziell als Stadt bezeichnet, und Heinrich VI. bestätigte den erzbischöflichen Städten zu Köln und Neuss Zollfreiheit für Kaiserswerth.

Um 1200 wurde die große Stadtmauer mit fünf Toren gebaut. 1209 legte Meister Wolbero unter Verwendung von Vorgängerbauwerken den Grundstein zum Quirinusmünster. 1222 bestätigte Erzbischof Philipp I. der Stadt ihre Privilegien. Bis Mitte des 13. Jahrhunderts war die Bedeutung von Neuss als bedeutende Handelsstadt am Niederrhein weiter gestiegen und sie wurde ein Mitglied der Hanse. Durch die 1270 bewilligte Zollfreiheit der Neusser in Dänemark vom dänischen König Erik V. wurde der Handel weiter verstärkt.

Zusätzlich versuchte Neuss seine Abhängigkeit vom Erzbistum Köln zu begrenzen und strebte die Reichsunmittelbarkeit an. 1254 erhielt man die Erlaubnis das befestigte Schloss des Erzbistums in der Stadt abzureißen. Zusätzlich erhielt die Stadt die Zusage, dass keine neue „Feste“ ohne Einwilligung von Neuss wieder errichtet würde. Diese Unabhängigkeit von Erzköln wurde 1259 durch Erzbischof Konrad von Hochstaden zusätzlich weiter ergänzt. Dieser bewilligte den Neussern die Wahl und Bildung eines Stadtrates mit zwölf bis vierzehn Ratsherren. Weiterhin sollten die städtischen Statuten frei abgefasst werden dürfen.

1271 verkauften die Grafen von Kessel ihre Vogteischaft für Neuss an den Kölner Erzbischof Engelbert II.

Über König Rudolf von Habsburg erhielt die Stadt im letzten Quartal des 13. Jahrhunderts die Reichsunmittelbarkeit. Da Neuss jedoch dem Hochstapler Tile Kolup alsKaiser Friedrich II. Schutz und Wohnsitz gewährte, wurde die Reichsunmittelbarkeit nach kurzer Zeit von Rudolf von Habsburg widerrufen und die Stadt dem Kölner Erzbischof wieder unterstellt.Bei der Bestätigung des Wahlrechtes und den Bedingungen von 1259 schränkte 1310 der Erzbischof Heinrich II. diese durch den Zusatz ein, dass die Wahl der Stadträte durch Erzköln bestätigt werden müssten.

Da die Spannungen zwischen der Stadt Neuss und Erzköln hinsichtlich dem Umfang der Stadtfreiheiten andauerten, beschloss der neue Erzbischof Friedrich III. sofort nach seiner Wahl im November 1370 den Rheinzoll von Neuss in die kleine rheinaufwärts gelegene kurkölner Ortschaft Zons zu verlegen. Hier waren keine Probleme durch Widerstände der Bewohner zu erwarten. Bereits im August 1372 wurde die Zollstätte Zons eröffnet und die in Neuss geschlossen. Der Protest der Neusser gegen die Verlegung der Zollstätte wurde vom Deutschen König Wenzel mit der Genehmigung dieser Aktion durch Kurköln am sechsten Juli 1376 abgelehnt.

1474/75 widerstand die Stadt der fast einjährigen Belagerung von Neuss durch Karl den Kühnen. Zur Belohnung verlieh Kaiser Friedrich III. Neuss das Münzprivileg, das Rotwachsprivileg, die Rechte einer Hansestadt und ein neues Wappen. Zusätzlich wurde die städtischen Gerechtsamen und Satzung mit der freien Wahl des Rates und Schöffen bestätigt, die in der Vergangenheit zwischen den Kölner Erzbischöfen und der Stadt strittig waren. Nach Ende der Belagerung wurden die umfangreichen Kriegsschäden umgehend beseitigt und die Stadt kam zu beträchtlichem Wohlstand.

Im Kölnischen Krieg eroberte 1585 der auf der Seite Gebhard I. von Waldburg kämpfende Graf Adolf von Neuenahr die Stadt Neuss und zerstörte eine Reihe kleinerer Burgen und befestigter Höfe im Neusser Umland. Im Juli 1586 belagerte die Flandrische Armee unter dem Statthalter der habsburgischen Niederlande Alessandro Farnese Neuss. Die Stadt wurde verteidigt durch eine Garnison von um die 1.600 Soldaten unter Leitung von Hermann Friedrich von Pelden. Am 26. Juli 1586 wurdte Neuss erobert und danach geplündert und in Brand gestochen. Das komplette Garnison wurde getötet. Daneben werden auch rund 3.000 vom etwa 4.500 Einwohner der Stadt ermordet. Nur acht Häuser wurden vom Brand verschont.

1635 wurde Hester Jonas Opfer der Hexenprozesse in Neuss.

19. Jahrhundert

Im Jahre 1794 besetzten französische Truppen Neuss. Am Rhein legten sie sofort mehrere Artilleriestellungen an. Überreste einer solchen Artilleriestellung sind noch heute im Uedesheimer Rheinbogen zwischen Uedesheim und der Fleher Brücke zu sehen. Sie sind bekannt als „Alte Batterie“. Während der von 1794 bis 1814 andauernden Franzosenzeit wurde in Neuss am Nordkanal gebaut, der eine schiffbare Verbindung zwischen Rhein und Maas schaffen sollte. Damit sollten die Flusszölle rheinabwärts umgangen werden. Der Kanal wurde nicht vollendet. 1816 wurde Neuss preußisch und Sitz eines Kreises. Im 19. Jahrhundert erlebte die Stadt neuen wirtschaftlichen Aufschwung, der wesentlich durch den Eisenbahnbau (u. a. Anschluss an das rechtsrheinische Eisenbahnnetz durch die Eisenbahnbrücke über den Rhein nach Düsseldorf-Bilk) und den Rheinhafen getragen wurde.

Kreisfreie Stadt

1913 schied Neuss aus dem Kreis Neuß aus und wurde eine kreisfreie Stadt. 1929 wurden die noch verbleibenden Teile der Kreise Neuß und Grevenbroich zum neuen Landkreis Grevenbroich-Neuß (später Kreis Grevenbroich) vereinigt. Während der Novemberpogrome 1938 wurde die Neusser Synagoge in Brand gesetzt und jüdische Geschäfte und Wohnungen demoliert. Anschließend wurden bis 1942 rund 130 Juden in Konzentrationslager deportiert. Im Zweiten Weltkrieg erlitt Neuss ab 1940 136 Luftangriffe; wie in vielen anderen rheinischen Städten wurden große Teile der historischen Altstadt durch britische Luftangriffe zerstört. Der erste Großangriff erfolgte in der Nacht vom 31. Juli auf den 1. August 1942, er forderte 279 Tote und 12.000 Obdachlose.

1944 erlebte Neuss sechs weitere Großangriffe. Hieraus resultierten 537 Tote und 544 Verletzte sowie 833 zerstörte Häuser. Das Quirinusmünster wurde von einer Sprengbombe getroffen und sehr schwer beschädigt. Zerstört wurden das Städtische Krankenhaus Preußenstraße, das Kamillushaus und das Alexianerkrankenhaus mit den Kirchen, die Kirchen Immaculata und Marienberg, Josephskloster und Annastift, am 31. Dezember auch das historische Rathaus.

Amerikanische Truppen – das 330. Infanterieregiment der 83. US-Infanteriedivision – besetzten im Rahmen der Operation Grenade am 1. und 2. März 1945 Neuss und die linksrheinischen Stadtgebiete Düsseldorfs.

1968 wurde die Schreibweise von „Neuß“ in „Neuss“ geändert.

Kreis Neuss

Mit der Gemeindereform 1975 wurden einige Gemeinden und Ortschaften, die Neuss umgaben (z. B. Holzheim, Norf und Rosellen), eingemeindet (siehe auch Eingemeindungen) und die kreisfreie Stadt Neuss mit dem Kreis Grevenbroich zum neuen Kreis Neuss vereinigt (seit 2003 Rhein-Kreis Neuss). Neuss erhielt kommunalrechtlich den Status Große kreisangehörige Stadt und wurde Sitz des neuen Kreises, obwohl sich große Teile der Kreisverwaltung in Grevenbroich befinden. Im Jahr 1984 feierte Neuss sein 2000-jähriges Jubiläum, zu dem (mit Genehmigung der französischen Rechteinhaber) ein Comic-Sonderband Asterix in Novaesium erschien.

Eingemeindungen

In die Stadt Neuss wurden im Laufe der Geschichte folgende Gemeinden bzw. Gemeindeteile eingegliedert: Anfang des 20. Jahrhunderts Teile von Heerdt, Büderich und Kaarst, 1929 Grimlinghausen, Uedesheim und Weckhoven sowie am 1. Januar 1975 Grefrath (Gemeinde Holzheim), Holzheim, Hoisten (Gemeinde Neukirchen), Norf, Rosellen und Speck (Gemeinde Neukirchen) sowie weitere Teile von Kaarst.

Einwohnerentwicklung

Im Jahre 1963 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Am 1. Januar 1975 stieg die Bevölkerungszahl von Neuss durch die Eingemeindung mehrerer Orte um 30.000 Personen auf 148.000. Ende Dezember 2012 lebten in Neuss nach Fortschreibung des Landesbetriebs für Information und Technik Nordrhein-Westfalen 151.486 Menschen mit Hauptwohnsitz, die Tendenz ist weiterhin steigend. Der Ausländeranteil lag bei 12,0 %.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1771 3.555
1798 4.423
1810 6.400
1831 7.888
1. Dezember 1840 9.057
3. Dezember 1855 9.690
3. Dezember 1861 10.300
3. Dezember 1864 10.700
3. Dezember 1867 12.600
1. Dezember 1871 13.996
1. Dezember 1875 15.564
1. Dezember 1880 17.500
1. Dezember 1885 20.074
1. Dezember 1890 22.635
2. Dezember 1895 25.026
Jahr Einwohner
1. Dezember 1900 28.472
1. Dezember 1905 30.440
1. Dezember 1910 37.224
1. Dezember 1916 35.463
5. Dezember 1917 35.483
8. Oktober 1919 39.819
16. Juni 1925 44.958
16. Juni 1933 55.771
17. Mai 1939 59.654
31. Dezember 1945 51.624
29. Oktober 1946 54.961
13. September 1950 63.478
25. September 1956 79.903
6. Juni 1961 92.916
31. Dezember 1965 111.104
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 114.613
31. Dezember 1975 148.198
31. Dezember 1980 149.334
31. Dezember 1985 143.512
25. Mai 1987 142.178
31. Dezember 1990 147.019
31. Dezember 1995 148.796
31. Dezember 2000 150.013
31. Dezember 2004 151.875
31. Dezember 2005 151.610
31. Dezember 2006 151.626
31. Dezember 2009 151.280
31. Dezember 2010 151.388
9. Mai 2011 150.568
31. Dezember 2011 151.070
Jahr Einwohner
31. Dezember 2012 151.486
31. Dezember 2013 152.252
31. Dezember 2014 152.644
31. Dezember 2015 159.672

Klima

Klimatisch zeichnet sich Neuss durch eine Gunstlage aus, die von der Nordsee und vom Golfstrom beeinflusst wird. Die Winter sind schneearm und der Frühling setzt recht früh ein. Im Jahresdurchschnitt fällt ein Niederschlag von ca. 805 mm.

Religion

Allgemeines

Die Neusser Bevölkerung ist zu 45,4 Prozent katholisch, zu 18,2 Prozent evangelisch.

Die katholischen Kirchengemeinden gehören zum Erzbistum Köln; die Katholiken waren zunächst der kirchlichen Gerichtsbarkeit des Dompropstes, später als Archidiakonat dem Domdechanten unterstellt. Die Zugehörigkeit der Stadt auch zum weltlichen Kurfürstentum Köln war Ursache dafür, dass die Reformation keinen Fuß fassen konnte. Dennoch gab es in den 1560er Jahren eine heimliche reformierte Gemeinde, die zu den größten Gemeinden unterm Kreuz gehörte. Nach 1586 gab es einen Umschwung, doch gab es bis 1620 noch einzelne reformierte Familien. Unter Kurfürst Ernst waren sie dann meist gezwungen auszuwandern. Erst im 19. Jahrhundert zogen wieder vermehrt Protestanten zu.

Die katholischen Gemeinden gehörten bis 1802 zum Erzbistum Köln. Nach dessen Auflösung kamen sie zum Bistum Aachen, das jedoch 1821/1825 bereits wieder aufgehoben wurde. Somit kam Neuss 1828 wieder zum Erzbistum Köln. Neuss wurde Sitz eines Dekanats, das später in die Dekanate Nord und Süd geteilt wurde. Sie bildeten das Stadtdekanat Neuss. Zum 1. Januar 2005 wurde dieses mit dem bisherigen Kreisdekanat Neuss zusammengelegt. Beide Dekanate bilden seitdem das Kreisdekanat Rhein-Kreis Neuss.

1805 bildete sich in Neuss wieder eine reformierte Gemeinde, die sich 1817 mit der lutherischen Gemeinde zu einer unierten Gemeinde vereinigte, die zur Evangelischen Kirche in Preußen bzw. zu dessen rheinischer Provinzialkirche gehörte. Innerhalb der heutigen Evangelischen Kirche im Rheinland gehören die evangelischen Gemeinden der Stadt Neuss zum Kirchenkreis Gladbach-Neuss.

Neben den evangelischen und katholischen Gemeinden gibt es in Neuss auch Freikirchen, darunter eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und die Immanuel-Gemeinden, die zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) gehört. Ferner sind in Neuss sowohl die Neuapostolische Kirche als auch die Zeugen Jehovas vertreten.

In Neuss gibt es mehrere Moscheen und Moscheevereine, zum Beispiel in der Nähe des Hauptbahnhofs, in der Innenstadt und in den äußeren Bezirken wie Weckhoven, Derikum, Erfttal, der Furth etc.

Stadtheilige

Schutzpatron von Neuss ist der heilige Quirinus von Neuss, seine Reliquien kamen um 1050 nach Neuss. Ihm zu Ehren wurde das Neusser Quirinusmünster gebaut, infolgedessen sich die Bedeutung von Neuss als mittelalterlicher Wallfahrtsort mit Pilgern aus ganz Europa entwickelte. Im Jahr 2009 wurde das Quirinusmünster durch Papst Benedikt XVI. zur päpstlichen Basilica minor erhoben.

Eine weitere Stadtheilige ist die hl. Hildegunde von Neuss.

Finanzen

Ende 2010 wies die Stadt Neuss eine Verschuldung von 735,6 Mio. Euro auf. Die Gewerbesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2011 bei einem Gewerbesteuer-Hebesatz von 445 % 139 Mio. €. Nachdem die städtische Ausgleichsrücklage bei ihrer erstmaligen Ermittlung (2007) einen Wert von 64,9 Mio. Euro aufwies, schmolz die Rücklage kontinuierlich ab und wird nach den Planungen der Stadtkämmerei (Stand 09/2011) im Jahr 2012 aufgebraucht werden.

Politik

An der Spitze der Stadt Neuss standen zunächst Schultheiß und Schöffen als erzbischöfliche Ministeriale. Im 13. Jahrhundert waren es 12 oder 14 Ministeriale. Unter Konrad von Hochstaden gab es auch einen Rat, deren Mitglieder die „officiati“ waren. Später gab es innerhalb des Rates Seniores und Subseniores. Die Mitgliedschaft im Rat bestand auf Lebenszeit. Die Zahl der Schöffen und Ratsmitglieder wurde im 18. Jahrhundert bis auf sechs reduziert. Ab 1771 gab es jeweils fünf Schöffen und fünf Ratsherren. In französischer Zeit stand ein Maire an der Spitze der Stadt. Dieser hatte zwei Beigeordnete und einen Gemeinderat mit 30 Mitgliedern an seiner Seite. Ab 1845 waren es nur noch 18 Ratsmitglieder. In preußischer Zeit (ab 1816) leitete der Bürgermeister und die Beigeordneten sowie der Stadtrat die Verwaltung von Neuss. 1856 wurde die Rheinische Städteordnung eingeführt. Nach dem Ausscheiden aus dem Kreis Neuss 1913 trug der Bürgermeister den Titel „Oberbürgermeister“.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein, und 1946 führte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnete. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt; dieser war ehrenamtlich tätig. Außerdem wählte der Rat ab 1946 einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. Nach dem Verlust der Kreisfreiheit 1975 trugen – nach einer Übergangszeit – der Ratsvorsitzende wieder den Titel Bürgermeister und der Leiter der Verwaltung den Titel Stadtdirektor. 1998 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Bürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.

Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister seit 1801

  • 1801–1805: Franz Joseph Jordans, Bürgermeister
  • 1806–1814: Franz Carroux, Bürgermeister
  • 1814–1822: Heinrich Momm, Bürgermeister
  • 1823–1828: Anton Josef Reuter, Bürgermeister
  • 1828–1843: Carl Conrad Loerick, Bürgermeister
  • 1843–1849: Adam Breuer, Bürgermeister
  • 1849–1851: Heinrich Thywissen, Bürgermeister
  • 1851–1858: Michael Frings, Bürgermeister
  • 1858–1882: Johann Joseph Ridder, Bürgermeister
  • 1882–1889: Carl Wenders, Bürgermeister
  • 1890–1902: Engelbert Tilmann, Bürgermeister
  • 1902–1921: Franz Gielen, Oberbürgermeister
  • 1921–1930: Heinrich Hüpper, Oberbürgermeister
  • 1930–1934: Wilhelm Henrichs, Zentrum, Oberbürgermeister
  • 1934–1938: Wilhelm Gelberg, NSDAP, Oberbürgermeister
  • 1938–1945: Wilhelm Tödtmann, NSDAP, Oberbürgermeister
  • 1945–1946: Josef Nagel, Oberbürgermeister
  • 1946: Josef Schmitz, Oberbürgermeister
  • 1946–1961: Alfons Frings, CDU, Oberbürgermeister
  • 1961–1967: Peter Wilhelm Kallen, Oberbürgermeister
  • 1967–1982: Herbert Karrenberg, CDU, Oberbürgermeister
  • 1982–1987: Hermann Wilhelm Thywissen, CDU, Oberbürgermeister (ab 1984 Bürgermeister)
  • 1987–1998: Bertold Reinartz, CDU, Bürgermeister
  • 1998–2015: Herbert Napp, CDU, Bürgermeister
  • seit 2015: Reiner Breuer, SPD, Bürgermeister

Stadtdirektoren bzw. Oberstadtdirektoren 1946–1998

  • 1946–1960: Josef Nagel, Oberstadtdirektor
  • 1960–1971: Günther Kuhnt, Oberstadtdirektor
  • 1971–1985: Franz Josef Schmitt, Oberstadtdirektor
  • 1985–1992: Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Stadtdirektor
  • 1992–1998: Bernhard Wimmer, Stadtdirektor

Sitzverteilung im Stadtrat

Bereits vor der konstituierenden Sitzung des Stadtrats ist ein AfD-Stadtverordneter aus der AfD ausgetreten und hat die Partei auf eigenen Wunsch verlassen. Dieses Ratsmitglied ist zugleich Kreistagsabgeordneter des Kreistags Rhein-Kreis-Neuss. In beiden Gremien hat sich dieser Stadtverordnete und Kreistagsabgeordnete der FDP-Fraktion angeschlossen. Mit Wirkung vom November 2014 ist das parteilose Rats- und Kreistagsmitglied der FDP beigetreten.

Die Fraktion UWG/PIRATEN hat sich bereits rund 3 Monate nach der Kommunalwahl wieder aufgelöst.

Aktuelle Sitzverteilung nach Fraktionen(Stand Oktober 2014)

CDU SPD GRÜNE FDP DIE LINKE AfD Fraktionslos Gesamt
27 19 7 7 3 2 3 68
FDP 6
Parteilos 1
PIRATEN 1
UWG(1) 1
BIG 1
(1)UWG: Unabhängige Wählergemeinschaft Neuss

Von 2009 bis 2014 haben CDU und FDP eine Koalition gebildet, die ihre Mehrheit bei der Wahl 2014 verloren hat. Für die Wahlperiode 2014–2020 haben sich CDU und GRÜNE zu einer Koalition zusammengeschlossen.

Wappen

Geschichte / Blasonierung des Neusser Wappens:Die Stadt Neuss zählt zu den ältesten rheinischen Städten, die ein Wappen und ein Siegel geführt haben. Das Wappen selbst ist eines der historisch bedeutsamsten deutschen Wappen und Sinnbild für die jahrhundertelange wechselvolle Geschichte.Das Wappen der Stadt Neuss zeigt in gespaltenem Schild vorn in Schwarz einen rot bewehrten und gezungten goldenen Doppeladler, hinten in Rot ein durchgehendes silbernes Kreuz. Auf dem Schild eine goldene Kaiserkrone. Der Schild wird von zwei Löwen gehalten. Die Stadtflagge ist rot-weiß, rechts das Wappen, links 9 goldene Kugeln (das so genannte Quirinus-Wappen).

Im ältesten Wappenschild, der bereits seit dem Jahr 1217 belegt ist, stand ein weißes Kreuz auf rotem Grund. Das Kreuz ist schon in alten Stadtsiegeln des 12. Jahrhunderts nachweisbar. Vermutlich handelt es sich um ein Kreuzfahrer- oder Geleitzeichen.

Nachdem Neuss die Belagerung durch Karl den Kühnen 1475 erfolgreich abgewehrt hatte, belohnte Kaiser Friedrich III. die Stadt und ihre Bürger mit zahlreichen Privilegien. Dazu zählte nicht nur das Recht, mit rotem Wachs zu siegeln. Neuss wurde auch ein neues Wappen verliehen, das die Stadt vor den meisten anderen deutschen Städten auszeichnete. Sie wurde zwar nicht wie Köln zur Reichsstadt erhoben, durfte aber fortan die Symbole des Reiches, den doppelköpfigen Adler im schwarzen Schild führen, bekrönt durch die Kaiserkrone (die damals nur an Neuss und Amsterdam verliehen wurde). Der Adler symbolisierte das Reich, wodurch die Verleihung des Wappens durch den Kaiser zum Ausdruck kam.

Nach 1550 wurden das alte und das neue Wappen in einem Schild vereinigt. Seitdem lautet die heraldische Beschreibung des Stadtwappens: „Das (sic) Schild von Schwarz und Rot gespalten, vorne (oder rechts) ein doppelköpfiger Adler, hinten (oder links) ein durchgehendes silbernes Kreuz. Das (sic) Schild ist bedeckt von der goldenen Kaiserkrone. Als Schildhalter zwei goldene Löwen“.

Die Löwen als Schildhalter sind eine Zutat, die nicht zum eigentlichen Wappen gehören, sich aber eingebürgert haben und um 1638 zum ersten Mal erschienen sind.

Städte- und Kreispartnerschaften

Neuss unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

  • 20px Châlons-en-Champagne, Frankreich, seit 1972
  • 20px Pskow, Russland, seit 1990
  • 20px Rijeka, Kroatien, seit 1990
  • 20px Saint Paul, Minnesota, seit 1999
  • Nevşehir, Türkei, seit 2007
  • 20px Bolu, Türkei (Städtefreundschaft), seit 2008

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Neusser Wirtschaft wird geprägt von der Industrie am Neusser Hafen, verarbeitendem Gewerbe und Dienstleistungsgewerbe. Im Hafen dominieren Ölmühlen, Massengut- und Containerumschlag, die früher bedeutende Landmaschinenproduktion gibt es heute nicht mehr. Seit 2003 werden die Häfen Neuss und Düsseldorf von einer gemeinsamen Gesellschaft mit Sitz in Neuss verwaltet. Dabei erfüllt die Neusser Eisenbahngesellschaft eine wichtige Funktion. Außer im Hafen gibt es größere Gewerbegebiete im nahen Hammfeld sowie im Süden der Stadt (Taubental).

In der Neusser Wirtschaft spielen Eisen-, Aluminium- und Papierverarbeitung eine große Rolle. Auch die Lebensmittelindustrie ist hier vertreten. Ein zunehmend stärkeres Gewicht bekamen in den letzten Jahrzehnten die Bereiche Technologie, Logistik und Handel. Ebenso für den Wirtschaftsstandort Neuss spricht die gute Anbindung an das Luftdrehkreuz Flughafen Düsseldorf International sowie den zur Zeit nicht in den Linienflugverkehr eingebundenen, aber von Privatmaschinen angeflogenen Flughafen Mönchengladbach. Im Jahr 2005 betrug die durchschnittliche Kaufkraft der Neusser Bürger 116 % des Bundesdurchschnitts. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2010 bei 8,1 % (6.434).

Nähere Information zu ansässigen Unternehmen, wirtschaftlichen Kennzahlen und genaueren Informationen sind im Hauptartikel aufgeführt.

Verkehr

Durch das Stadtgebiet von Neuss führt in nordsüdlicher Richtung die A 57 (Köln-Nimwegen), die sich im Westen und Süden der Stadt mit der A 46 (AK Neuss-West:Lüttich (Liège)/Aachen / Heinsberg/-AK Neuss-Süd:Wuppertal) kreuzt. Im Norden bildet die A 52 Mönchengladbach-Düsseldorf vom Kaarster Kreuz bis zur Abfahrt Büderich die Stadtgrenze.

Der Hauptbahnhof Neuss liegt sowohl an der Bahnstrecke Mönchengladbach–Düsseldorf als auch an der linksniederrheinischen Strecke Nimwegen–Krefeld–Neuss–Köln. Außerdem beginnen die Strecke nach Bedburg (ehemals nach Düren) und die Regiobahn-Strecke Neuss–Kaarst in Neuss. Die frühere Bedeutung von Neuss als Eisenbahnknotenpunkt ist nach der Aufgabe des Personenfernverkehrs, von einem einzigen ICE-Zug Berlin – Mönchengladbach pro Woche abgesehen (Sonntag nach Berlin, Freitag von Berlin), täglich fährt ein IC-Zug Berlin – Köln, und der Schließung des Rangierbahnhofs im teilweise zurückgebauten Güterbahnhof zurückgegangen. Letzterer ist aber dennoch heute der größte Güterbahnhof des Eisenbahnkomplexes Düsseldorf mit Anschlussbahn zum Hafen (Neusser Eisenbahn).

Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen zahlreiche Buslinien der Stadtwerke Neuss sowie die Stadtbahn U75 und die Straßenbahnlinie 709 der Rheinbahn. Pläne, die Linie 709 zugunsten einer reinen Fußgängerzone aus dem Hauptstraßenzug zu verlegen, wurden 1997 und 2007 mittels Bürgervoten verworfen.

Neuss ist mit den S-Bahn-Linien S8 (Mönchengladbach–Hagen), S11 (Düsseldorf–Bergisch Gladbach) und S28 (Kaarst–Mettmann) an das S-Bahn-Netz angeschlossen. Alle Linien sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) zu benutzen. Eine Ausnahme bildet die S11; im Haltepunkt Dormagen Chempark wird die Grenze zum Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) erreicht. Außerdem führen noch einige Regionalverkehrslinien durch Neuss.

Der Neusser Rheinhafen mit einem Güterumschlag von etwa 5 Millionen Tonnen pro Jahr ist der südlichste Rheinhafen, der nicht nur von Binnenschiffen, sondern auch von Küstenmotorschiffen angelaufen werden kann.

Der Radweg Fietsallee am Nordkanal beginnt in Neuss.

Medizinische Versorgung

Neuss hat folgende Kliniken und Krankenhäuser:

  • Städtische Kliniken Neuss mit dem Lukaskrankenhaus und der Rheintor-Klinik.
  • St.-Augustinus-Kliniken mit dem Johanna-Etienne-Krankenhaus und den Fachkrankenhäusern für Psychiatrie und Psychotherapie St.-Alexius-Krankenhaus und St.-Josef-Krankenhaus.

Bildung

Die Stadt hat 25 Grundschulen. Es gibt drei Hauptschulen, vier Realschulen, sechs Gymnasien, drei Gesamtschulen und zwei Förderschulen. Das Erzbischöfliche Gymnasium Marienberg, das Berufskolleg Marienberg und die Mildred-Scheel-Realschule sind reine Mädchenschulen. Zusätzlich befindet sich am Konrad-Adenauer-Ring die Internationale Schule am Rhein (ISR), die Grundschule und weiterführende Schule anbietet.

Weiterführende Schulen:

Hauptschulen Realschulen Gymnasien Gesamtschulen
  • Maximilian-Kolbe-Schule
  • Ganztagsschule Weißenberg
  • Geschwister-Scholl-Schule
  • Christian-Wierstraet-Schule
  • Realschule Südstadt
  • Ganztagsrealschule Norf
  • Realschule Holzheim
  • Quirinus-Gymnasium
  • Nelly-Sachs-Gymnasium
  • Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Neuss
  • Marie-Curie-Gymnasium
  • Gymnasium Norf
  • Gymnasium Marienberg
  • Janusz-Korczak-Gesamtschule
  • Gesamtschule an der Erft
  • Gesamtschule Nordstadt

Ergänzt wird das Angebot durch das Erzbischöfliche Friedrich-Spee-Kolleg, das Berufskolleg für Technik und Informatik, das Weiterbildungskolleg Theodor-Schwann-Kolleg mit Abendrealschule und Abendgymnasium in den Räumen des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums und im Neusser Norden sowie die Volkshochschule. Weiterhin gibt es mit der Neusser Privatschule eine Ergänzungsschule.

In Neuss besteht im Romaneum ein Studienzentrum der Fernuniversität Hagen. Am Hammfelddamm betreibt die FOM Hochschule für Oekonomie & Management einen ihrer Standorte. Die Fachhochschule für Wirtschaft, Verwaltung und Informatik ist auf der Weingartstraße in der Neusser Innenstadt angesiedelt. Die Räumlichkeiten der Rheinischen Fachhochschule Neuss für Internationale Wirtschaft befinden sich ebenfalls im Zentrum gegenüber dem Rathaus am Markt.

Die Katholische Arbeitsgemeinschaft für Weiterbildung e. V. unterhält in Neuss zwei Familienbildungsstätten, das Edith-Stein-Haus und das Willi-Graf-Haus.

Die medicoreha Welsink Akademie bietet mit ihren staatlich anerkannten Fachschulen für Physiotherapie und Ergotherapie über 300 Ausbildungsplätze und das duale Bachelor-Studium „Angewandte Therapiewissenschaften“ in Kooperation mit der Hochschule Niederrhein in der Akademie in Neuss an.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

  • Rheinisches Landestheater Neuss
  • Globe-Theater, ein Nachbau des Londoner Originals, in dem jährlich das Shakespeare-Festival Neuss stattfindet
  • Theaterkeller, das älteste freie Theater in Neuss
  • Theater am Schlachthof

Museen

  • Clemens-Sels-Museum (Kunstsammlungen und historische Sammlungen)
  • Stiftung Insel Hombroich mit Museum Insel Hombroich (zeitgenössische Kunst) und Langen Foundation (zeitgenössische Kunst)
  • Haus Rottels (mit dem Rheinischen Schützenmuseum Neuss sowie der Stadthistorischen Abteilung des Clemens-Sels-Museums)
  • „Historischer Rundgang“ durch das Areal der Römischen Militärlager in Gnadental mit Kybele-Kultstätte (heidnische Kultstädte der Kybele)
  • Botanischer Garten (Idyllischer Außenbereich mit zwei Pflanzenschauhäusern)
  • Kunst auf Selikum

Bauwerke

  • Quirinus-Münster: aus dem 13. Jahrhundert, dem Stadtpatron gewidmete spätromanische Kirche mit kuppelförmigem Ostturm (Wahrzeichen der Stadt) und historischer Seifert-Orgel (1907), seit 2009 Basilica minor.
  • Marienkirche: der Hl. Mutter Gottes geweihte neogotische Kirche des Neusser Architekten Julius Busch mit sehenswerten Fenstern von Emil Wachter
  • Obertor: mächtiges, um 1200 erbautes südliches Stadttor, heute Teil des Clemens-Sels-Museums. Letzte der ursprünglich sechs Torburgen der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Dazu die Obertorkapelle (heutige Form von 1712), an der am 21. April 1475 ein Gelöbnis um Frieden abgelegt wurde.
  • Blutturm: aus dem 13. Jahrhundert, der letzte erhaltene Rundturm der historischen Stadtmauer
  • Bunker in Neuss
  • Rekonstruktion eines römischen Wachturms am Reckberg in Grimlinghausen
  • Kybele-Kultstätte: in Neuss-Gnadental im Pavillon „Fossa sanguinis“ (unbekannte Bedeutung, evtl. Bluttaufkeller des Kybele-Kultes)
  • Nordkanal: aus der Zeit Napoleons
  • Zum „Schwatte Päd“: von 1604, ältestes Gasthaus am Niederrhein
  • Vogthaus „Haus zu den Hl. Drei Königen“: von 1597
  • „Alte Kaffeehaus“: ältestes erhaltenes Haus von Neuss (1571), in der Michaelstraße
  • Marien-Kapelle des Collegium Marianum: gestaltet vom Lichtkünstler Heinz Mack, (1988)
  • St. Sebastianus Kirche: in der Innenstadt
  • Christuskirche: Die späthistoristische Christuskirche ist die älteste evangelische Kirche der Stadt Neuss
  • Jever Fun Skihalle in Grefrath

Galerie

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Neusser Bürger-Schützenfest: um den letzten Sonntag im August; an den Umzügen nehmen etwa 7000 Schützen teil
  • Frühlingsfest der Kulturen: jährliches Frühlingsfest in der Neusser Innenstadt
  • Hansefest: am letzten Septemberwochenende mit Handwerkermarkt und verkaufsoffenem Sonntag in der Innenstadt
  • Seit 1982 der „Internationale Neusser Sommernachtslauf“, ein Stadtlauf, bei dem neben Freizeitläufern auch internationale Spitzenläufer starten.
  • „Tour de Neuss“, ein Fahrradrennen durch die Innenstadt mit Hobby-, Amateur-, und internationalen Profiradrennfahrern
  • Neusser Karneval
  • Equitana Open Air: im Mai gerader Jahre. Freiluftpferdesportmesse auf der Galopprennbahn
  • Neusser Eismärchen: nicht-erwerbsmäßige Show auf dem Eis; seit 1974 werden in der Eissporthalle im Südpark alle zwei Jahre vom Neusser Schlittschuh Klub e. V. Märchen auf dem Eis aufgeführt

Sonstiges

  • Barfußpfad Neuss
  • Neusser Alexianer, katholische Ordensgemeinschaft
  • Neusser Augustinerinnen, katholische Ordensgemeinschaft
  • Jüdische Kulturtage im Rheinland Beteiligung der Stadt am Projekt im März 2007

Sport

  • Sporthafen in Grimlinghausen (mit Ruder- Yacht- und Kanuverein)
  • Galopprennbahn am Rand der Innenstadt, erstes Rennen am 30. August 1875
  • Rennbahnpark auf dem Innengelände der Galopprennbahn
    • Discgolfparcour mit 12 Körben. Gestaltet wurde er vom eheml. Discgolf-Weltmeister Hartel. 2014 wurde der Parcour vom Disc Golf Niederrhein e. V. auf 18 Körbe plus Puttingkorb erweitert.
    • Skaterpark
  • Skihalle Neuss in Neuss-Grefrath mit Kletterwand/-park im Außengelände
  • Es gibt drei Schwimmbäder in Neuss
    • Stadtbad in der Innenstadt, Hallenbad mit Wellenanlage
    • Südpark-Bad in Neuss-Reuschenberg, Freizeitbad mit Außenbecken und „Cabriodach“. Daran angeschlossen ist die Saunalandschaft „WellNeuss“
    • Nordpark-Bad in Neuss-Furth, Freibad mit Schwimmhalle und „Cabriodach“
  • Im Südpark stehen dazu noch eine Eislauf-Mehrzweckhalle, Tennisanlagen, Skateranlage und eine Parkanlage mit Sportplätzen zur Verfügung.
  • Golfplatz in der Hummelbachaue bei Neuss-Norf
  • In fast allen Stadtteilen befinden sich Bezirkssportanlagen, auf denen sich heimische Fußball- und andere Sportvereine regelmäßig treffen.

Vereine

  • Turngemeinde Neuss von 1848, der größte Verein im Rhein-Kreis, bekannte Basketball- und Judoabteilung
  • VfR Neuss, Fußballverein aus dem Jahre 1906
  • HTC Schwarz-Weiß Neuss, Hockey und Tennis
  • Neusser Eishockey Verein e. V.
  • Neusser HV, Handballverein, dessen erste Männermannschaft in der 3. Liga spielt
  • TC Blau-Weiss Neuss, Tennis
  • KSK Konkordia Neuss, u. a. Ringen
  • TSG Quirinus Neuss e. V., Tanzsport
  • SVG Neuss-Weissenberg 1910 e. V. mit besonderem Gewicht auf Jugendarbeit Fußball und Frauenmannschaften
  • SV Uedesheim 1928 e. V., Fußballverein
  • Neusser Schwimmverein 1900. e. V.

Kulinarische Spezialitäten

Bekannt ist das seit 1861 hergestellte Sauerkraut des Neusser Herstellers Leuchtenberg Sauerkrautfabrik. Daraus ist auch die „Nüsser Kappeswoosch“ entstanden, eine Schweinefleischwurst mit Sauerkraut, die bisher als Grill- und Fleischwurst und auch in Form von Fleischkäse erhältlich ist.Neben weiteren Sauerkrautmarken wie „Neußer Stolz“ waren in Neuss mehrere Altbier-Brauereien beheimatet, die inzwischen in andere große Marken aufgegangen sind.

Persönlichkeiten

Weblinks

    Stadtgeschichte

    Anmerkungen

    Hinweis

    Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Neuss

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