Stadt Neubrandenburg
Der Oberbürgermeister
Friedrich-Engels-Ring 53
17033 Neubrandenburg

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Gesundheitswegweiser Neubrandenburg/Neustrelitz

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Neubrandenburg

160pxAbb. 1 Wappen von Neubrandenburg
Basisdaten
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Höhe 18 m
PLZ 17033, 17034, 17036
Vorwahl 0395
Gliederung 10 Stadtgebiete
Adresse der Verwaltung Friedrich-Engels-Ring 53
17033 Neubrandenburg
Website www.neubrandenburg.de
Oberbürgermeister Silvio Witt (parteiunabhängig)
Neubrandenburg ist die Kreisstadt des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Die drittgrößte Stadt des deutschen Bundeslandes ist als eines der vier Oberzentren der Hauptort im Südosten mit einem Einzugsgebiet für etwa eine halbe Million Menschen. Sie liegt zwischen den Ballungsräumen von Stettin in östlicher, Rostock in nordwestlicher, Berlin in südlicher und Hamburg in westlicher Richtung.

Neubrandenburg ist für die besterhaltene Stadtbefestigung der Backsteingotik, für ihre Konzertkirche samt Philharmonie, als Sportstadt und für den zentrumsnahen Tollensesee in der Urlaubsregion Mecklenburger Seenland bekannt. Wegen der markanten vier mittelalterlichen Stadttore trägt Neubrandenburg auch den Beinamen „Vier-Tore-Stadt“ bzw. „Stadt der vier Tore“.

Geografie

Neubrandenburg liegt im Südosten Mecklenburgs in 18 m Höhe über NN (Stadtzentrum) am Nordufer des zur Stadt gehörenden Tollensesees und in den Flusstälern der hier beginnenden Tollense und Datze und der in den Tollensesee mündenden Linde, sowie den umliegenden Erhebungen der Grundmoränenplatten auf etwa halbem Wege zwischen Berlin und der Insel Rügen. Neben dem Tollensesee gehört auch die damit verbundene südlich gelegene Lieps zum Gebiet der Stadt, dieser See ist Teil des Naturschutzgebietes Nonnenhof. Die nächstgelegenen Ballungsräume sind Stettin 90 km in östlicher, Rostock 110 km in nordwestlicher, Berlin 140 km in südlicher und Hamburg 250 km in westlicher Richtung.

Neubrandenburg bildet neben der Regiopole Rostock, der Landeshauptstadt Schwerin und den beiden vorpommerschen Städten Stralsund und Greifswald eines der Oberzentren Mecklenburg-Vorpommerns und hat damit Bedeutung für den gesamten Südosten des Landes. Die Stadt ist seit 1995 Mitglied im länderübergreifenden Bund der Euroregion Pomerania.

Stadtgliederung

Stadtgebiete und Stadtgebietsteile nach der amtlichen Stadtgebietseinteilung vom 5. Oktober 1995:

Innenstadt (mit Jahnviertel)

Die heute als Innenstadt bezeichnete historische Altstadt von Neubrandenburg, die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts (von wenigen Ausnahmen abgesehen) der gesamten Stadtbevölkerung Wohnraum bot, ist auch heute das kulturelle und touristische Herz Neubrandenburgs.

In dem fast kreisrund angelegten Stadtzentrum sind die Straßen in einem rechtwinkligen Muster von Norden nach Süden sowie von Osten nach Westen parallel angeordnet.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die ursprüngliche, überwiegend aus dem 18. Jahrhundert stammende Bausubstanz der Altstadt überwiegend aufgrund einer systematischen Brandlegung durch die Rote Armee zu mehr als 80 Prozent zerstört. Dem Großbrand am 29./30. April 1945 fielen sämtliche öffentliche Gebäude der Altstadt und der überwiegende Teil der Wohn- und Geschäftshäuser innerhalb der Stadtmauer zum Opfer, darunter auch das (groß-) herzogliche Palais (''Stadtschloss'') und das alte Rathaus am Marktplatz.

Vom einstigen Stadtbild sind heute einige bedeutende Bauten erhalten, allen voran die mittelalterliche Wehranlage mit Stadtmauer, vier gotischen Stadttoren, einem (von ursprünglich zwei) Wehrtürmen (Fangelturm) und bislang 25 (von einst 56) neu errichteten Wiekhäusern der dritten Generation. Drei Wiekhäuser wurden im 20. Jahrhundert nach vorhandenen Baubefunden in ihrem mittelalterlichen Ursprungszustand als Wehrbauten rekonstruiert. Wiekhäuser der zweiten Generation, wie sie seit dem 17. Jahrhundert zu Wohnzwecken als einfache, verputzte Fachwerkbauten in der Stadtmauer errichtet worden waren, existieren heute nicht mehr. Bei allen Wiekhäuser in Fachwerkbauweise handelt es sich um historisierende Neubauten der 1970er und 1980er Jahre mit Sichtfachwerk, die sich nur sehr grob an Vorgängerbauten orientieren und völlig neue Gestaltungs- und Raumkonzeopte verfolgten. Historisch an diesen Wiekhäusern der dritten Generation sind meist nur noch die Stellen, wo sie in der Stadtmauer eingebaut sind.

Zudem sind die ehemalige Klosteranlage (der Nordflügel ist heute Teil des Regionalmuseums) mit Klosterkirche St. Johannis, die einstige Hauptpfarrkirche St. Marien (nach dem Wiederaufbau seit 2001 als Konzertkirche genutzt), das Schauspielhaus (Mecklenburgs ältestes Theater), sowie im Süden der Altstadt einige Ensembles mit barocken und klassizistischen Wohnhäusern erhalten (Große Wollweberstraße, Teile von Pfaffenstraße, Neutorstraße und Stargarder Straße).

Der Wieder- bzw. Neuaufbau der Innenstadt seit den 1950er Jahren veränderte das Stadtbild grundlegend. Die meisten Wohngebäude stammen heute aus der Zeit der DDR. Prägend waren dabei an der Vorkriegsarchitektur der mecklenburgischen Stadt orientierte historisierende Neubauten im Stil des sozialistischen Klassizismus, die in den 1950er Jahren entstanden. Einige Bauten kamen später hinzu, etwa der Kaufhof (Centrum Warenhaus) in den 1960ern, einzelne Wohnhäuser und das „Haus der Kultur und Bildung“ (HKB) mit dem stadtbildprägenden Hochhausturm. Nach der Wende wurden nach und nach fast alle Bauten der Innenstadt von Grund auf saniert, auf Brachflächen kamen meist kleinteilige Neubauten hinzu.

Einkaufsmöglichkeiten gibt es in der Innenstadt mit dem 1998 neu errichteten Marktplatz-Center an der westlichen Marktplatzseite und zwei Kaufhäusern sowie mit kleinen Geschäften, die sich vor allem in der Fußgängerzone Turmstraße („Boulevard“), Wartlaustraße und entlang der Stargarder und Treptower Straße befinden.

Der Marktplatz wurde bis 2009 komplett saniert und mit einer Springbrunnenanlage sowie einem neuen Beleuchtungskonzept ausgestattet. Im Zuge dieser Arbeiten erhielt die Innenstadt auch eine zusätzliche Tiefgarage unter dem Marktplatz.

In direkter Nachbarschaft zur Innenstadt befinden sich im Norden der Bahnhof und der Busbahnhof, im Osten das Neue Rathaus und im Süden der Eingang zum Kulturpark mit dem angrenzenden Tollensesee.

Im westlich und nordwestlich angrenzenden Jahnviertel (von den Neubrandenburgern gern als Nachtjackenviertel bezeichnet) dominieren repräsentative Bürgerbauten der Gründerzeit und aus den Jahren zwischen 1875 und 1914, ergänzt durch Neubauten aus der Nachwendezeit. Es ist eines der wenigen Viertel der Stadt, das in Teilen durch urbane Blockrandbebauung geprägt wird. Der offizielle Name des Viertels leitet sich von der zentral gelegenen Jahnstraße ab, die mitsamt dem dort stehenden Jahn-Denkmal an die Hauslehrerzeit von Turnvater Friedrich Ludwig Jahn in Neubrandenburg erinnert. Der Begriff Nachtjackenviertel hingegen weist darauf hin, dass diese Gegend der Stadt schon zu früheren Zeiten als Wohngegend sehr attraktiv gewirkt haben muss, denn die Villeneigentümer erschienen noch am späteren Morgen in der „Nachtjacke“ an der Tür.

Katharinenviertel

Direkt östlich der Innenstadt liegt das Katharinenviertel. Es ist mit annähernd 3000 Einwohnern (Stand 2014) das kleinste Viertel der Stadt. In diesem Stadtgebiet befinden sich u. a. die einstige Bürgerschule (heute: Regionale Schule Mitte "Fritz Reuter"), das kommunale Kino „Latücht“, die Musikschule und die Neue katholische Kirche. Vom „alten Friedhof“, dem 1804 eingeweihten, ab den 1960ern schrittweise aufgelassen und in den 1980ern vollständig bebauten ersten dezentralen Hauptfriedhof der Stadt sind heute nur noch die nach Plänen von Friedrich Wilhelm Buttel errichtete Friedhofskapelle und unmittelbar daneben ein letztes Familiengrabmal erhalten.

Vom Katharinenviertel aus kommt man direkt in das Waldgebiet Mühlenholz im Landschaftsschutzgebiet Lindetal. Dort befindet sich auch die Hinterste Mühle, ein historisches Gelände inmitten der Natur mit einem Streichelzoo, Naturlehrpfaden, Pferdehof und Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche. Im Katharinenviertel befindet sich auch das „Phönixeum“, ein Büro-Hochhaus mit außergewöhnlicher Farbgestaltung.

Stadtgebiet West (mit Rostocker Viertel, Broda und Weitin)

Das Stadtgebiet West ist neben dem Stadtgebiet Ost und dem Reitbahnviertel eines der größten Stadtgebiete. Hier leben ca. 8700 Menschen in zum Teil siebenstöckigen, größtenteils sanierten Plattenbauten, aber auch in Ein- oder Mehrfamilienhäusern (Broda, Weitin). In der Weststadt gibt es das Einkaufscenter Oberbach-Zentrum und weitere Geschäfte. Die Hochschule Neubrandenburg hat hier ihren Sitz. Das in diesem Stadtgebiet liegende Rostocker Viertel liegt in der Nähe des Tollensesees direkt am Oberbach, einem schon im Mittelalter angelegten künstlichen Ausfluss des Tollensesees. Der Tollensesee selbst gehört jedoch verwaltungsrechtlich zum Lindenbergviertel. Im Stadtgebiet West ist der Sportclub Neubrandenburg (SCN) ansässig. Die Kanuten trainieren regelmäßig auf dem Oberbach und dem Tollensesee.

Zum Stadtgebiet West gehören die ehemaligen Dörfer Weitin und Broda. Broda (westslawisch: Furt, Ort an der Furt) war ein mittelalterlicher Fährort am Nordufer des Tollensesees und zugleich Bezeichnung für das Kloster Broda des Prämonstratenser-Ordens, welches für die Kolonisation dieser Region von zentraler Bedeutung war. Nach der Säkularisation des Klosters Mitte des 16. Jahrhunderts wurde es herzoglich-mecklenburgisches Verwaltungsamt, das kurz vor 1800 aufgelöst wurde. Von den Klosteranlagen sind heute nur noch einzelne Kellerräume unter dem früheren Pächterhaus erhalten, die nur nach Voranmeldung oder bei gelegentlichen Führungen zugänglich sind (siehe auch Vorgeschichte).

Ab der Erschließung in den 1990ern werden die Wohngebiete unterteilt in Broda Dorf, Brodaer Höhe und Brodaer Holz.

Vogelviertel

Zwischen dem Stadtzentrum und dem Reitbahnviertel, direkt nördlich des Bahnhofs, erstreckt sich das Vogelviertel, wo ca. 4700 Menschen leben. Hauptsächlich prägen rote Backstein-Reihenhäuser und sanierte Neubaublöcke das Bild des beschaulichen Stadtteils. Die Straßen tragen, bis auf wenige Ausnahmen, die Namen von Vogelarten, wie beispielsweise die zentral gelegene „Kranichstraße“. Das Albert-Einstein-Gymnasium, das größte Gymnasium der Stadt, befindet sich im Osten des Stadtgebiets. Unweit davon entfernt hat die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde „St. Michael“ ihren Sitz.

Reitbahnviertel

Nördlich vom Stadtzentrum liegt das Reitbahnviertel. Hier entstanden in den 1980er Jahren 3.033 Wohnungen in Plattenbauweise für über 7500 Menschen. Momentan leben hier rund 4200 Menschen. Seit 1993 wurde das Wohnumfeld im Viertel im Rahmen der Städtebauförderung verbessert und die Wohnungen saniert. Es folgte ein weiterer Stadtumbau ab 2003.

Stadtgebiet Ost (mit Oststadt, Carlshöhe, Fritscheshof, Küssow)

Die Oststadt ist der mit rund 15.000 Einwohnern größte Stadtteil von Neubrandenburg. Sie ist ein Wohnviertel mit über 8700 Wohnungen in größtenteils sanierten Plattenbauten (1970 bis 1989 gebaut) und Eigenheimsiedlungen. In der Oststadt befinden sich mehrere Schulen, das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg, das Einkaufszentrum Lindetalcenter, die beiden städtischen Friedhöfe (Neuer Friedhof und Waldfriedhof) und, im Randgebiet der Stadt, größere Industriegebiete. Mit dem Ihlenpool hat die Oststadt ein Naherholungsgebiet mit einem eigenen kleinen Teich. Der DDR-weit erste Plattenbaublock vom Typ WBS 70 wurde in der Neubrandenburger Oststadt im Jahr 1973 in der Koszaliner Straße 1 errichtet.

An die Oststadt grenzen die ehemaligen Ausbauten (heute Eigenheimsiedlungen) Carlshöhe und Fritscheshof sowie das eingemeindete Dorf Küssow, ein kleiner Ort mit mittelalterlicher Kirchenruine. In Küssow befindet sich eine der größten Kleingartenanlagen Neubrandenburgs, die von fünf verschiedenen Kleingartenvereinen betrieben wird.

Stadtgebiet Süd (mit Südstadt, Fünfeichen)

RWN-Areal befindet sich direkt am Tollensesee zwischen Innenstadt und Augustabad. Es soll zu einem Szeneviertel entwickelt werden.<ref>Investoren kaufen halbes RWN-Gelände, Nordkurier, 18. März 2014</ref>">RWN-Areal befindet sich direkt am Tollensesee zwischen Innenstadt und Augustabad. Es soll zu einem Szeneviertel entwickelt werden.<ref>Investoren kaufen halbes RWN-Gelände, Nordkurier, 18. März 2014</ref>Die Südstadt ist ein südlich der Innenstadt gelegener Stadtgebietsteil. Ihr Erscheinungsbild wird von Altneubauten der frühen 1960er Jahre sowie durch eine Reihe von Hochhäusern aus den 1970er und 1980er Jahren (direkt an der B 96 Richtung Berlin) geprägt. In dem ca. 7000 Einwohner zählenden Stadtgebiet befinden sich u. a. das Sportgymnasium, weitere Schulen und Kindergärten, die städtische Schwimmhalle sowie der Sitz der Neubrandenburger Stadtwerke. Zur Südstadt gehört auch ein Teil des Kulturparks.

Der Stadtgebietsteil Fünfeichen ist aus einem früheren Gutshof entstanden und beherbergt heute neben einigen Wohnhäusern vor allem die Kasernenanlage des dort stationierten Fernmeldebataillons der Bundeswehr. — Zur Thematik des Kriegsgefangenen- bzw. Speziallagers in Neubrandenburg-Fünfeichen siehe den Artikel Stammlager Neubrandenburg/Fünfeichen.

Lindenbergviertel (mit Lindenberg, Tannenkrug und Landwehr)

Das Lindenbergviertel bildet den südlichen Abschluss des Neubrandenburger Stadtgebietes. Während im nördlichen Teil des Lindenbergs zunächst ein typisches DDR-Neubaugebiet mit überwiegend sechsstöckigen Plattenbauten entstanden war, wurde das Wohngebiet nach der Wende mit kleinteiliger Wohnbebauung und als Gewerbestandort und Behördensitz erweitert.

Datzeviertel (mit Datzeberg)

Das Datzeviertel, zu dem vor allem der „Datzeberg“ gehört, liegt auf einem nördlich der Innenstadt gelegenen Hügel und ist nach einem kleinen Flüsschen am Fuße des Berges benannt. Gegen Ende der 1970er Jahre (Fertigstellung des ersten Wohnblocks 6. März 1978) entstand hier ein typisches DDR-Neubaugebiet mit sieben Hochhäusern mit 14 Stockwerken sowie vorwiegend fünfstöckigen Plattenbauten mit zusammen 3474 Wohnungen für ca. 10.000 Menschen. Es umfasste weiterhin drei Polytechnische Oberschulen (19., 20. und 21. POS), eine HO-Kaufhalle und diverse Dienstleistungseinrichtungen. Mit der Innenstadt und den weiteren Stadtteilen war es durch einige Buslinien verbunden. Seit 1993 wurden das Wohnumfeld im Viertel im Rahmen der Städtebauförderung verbessert und Wohnungen saniert. Es folgte ein weiterer Stadtumbau ab 2003. Viele Plattenbauten wurden und werden abgerissen oder zurückgebaut.

Industrieviertel (mit Ihlenfelder Vorstadt, Monckeshof)

Das Stadtgebiet Industrieviertel umfasst ein Mischgebiet nordöstlich der Altstadt, in welchem sich seit Anfang des 19. Jahrhunderts verschiedene, heute überwiegend verschwundene Industriebetriebe (Brauerei, Energiekombinat, Reifenwerk) angesiedelt hatten. Der heutige Stadtgebietsteil Ihlenfelder Vorstadt wuchs nordöstlich der Altstadt im Zuge der Erweiterung von Neubrandenburg seit dem frühen 19. Jahrhundert. Der Stadtgebietsteil Monckeshof (zu DDR-Zeiten Monkeshof genannt) geht auf einen sogenannten Ausbau (ein landwirtschaftliches Gut innerhalb der Stadtfeldmark) zurück, welcher nach der Separation der Stadtfeldmark (1865) durch den Müllersohn Julius Moncke (1841–1901) auf den ihm zugewiesenen Ländereien gegründet worden ist.

Umland und Stadtregion

Als Oberzentrum erfüllt Neubrandenburg eine besonders herausgehobene Funktion für seine Region. Die unmittelbar die Stadt umgebende Region wird im Regionalen Raumentwicklungsprogramm von 2011 als „Stadt-Umland-Raum“ bezeichnet. Die darin organisierten Gemeinden sollen sich bei Planungen eng untereinander abstimmen (z. B. Wohnungsbau, Gewerbeansiedlung, Verkehr/ÖPNV, Bildung, Kultur, Tourismus, Freizeitangebote - koordiniert durch die Untere Landesplanungsbehörde). Wohnungsbauvorhaben beispielsweise sollen sich dabei künftig auf die Innenbereiche der Gemeinden konzentrieren.

Zum Neubrandenburger Stadt-Umland-Raum gehören folgende 14 Gemeinden bzw. Ortsteile: Alt Rehse, Blankenhof, Burg Stargard, Groß Nemerow, Groß Teetzleben, Holldorf, Neddemin, Neuenkirchen, Neverin, Sponholz, Trollenhagen, Woggersin, Wulkenzin und Zirzow. Weitere der Kernstadt Neubrandenburg nahe Grundzentren (Radius max. 30 km) neben Burg Stargard und Penzlin sind Altentreptow, Friedland, Stavenhagen und Woldegk, die nächstgelegenen Mittelzentren sind Neustrelitz, Demmin und Waren (Müritz).

Kreisstadt

Gemäß der Entscheidung des Landtags am 5. April 2006 sollte es im Zuge der Kreisgebietsreform Mecklenburg Vorpommern 2009 ab dem 1. Oktober 2009 einen Großkreis Mecklenburgische Seenplatte mit der Kreisstadt Neubrandenburg geben. Dieser Großkreis sollte die bisherigen Landkreise Müritz, Demmin und Mecklenburg-Strelitz sowie die bisherige kreisfreie Stadt Neubrandenburg umfassen. Nach dem Urteil des Landesverfassungsgerichtes vom 26. Juli 2007 konnte das Reformgesetz als mit der Verfassung des Landes unvereinbar nicht umgesetzt werden. Mit Beschluss den Landtages vom 7. Juli 2010 wurde das „Gesetz zur Schaffung zukunftsfähiger Strukturen der Landkreise und kreisfreien Städte des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Kreisstrukturgesetz)“ angenommen, das die Bildung eines Landkreises Mecklenburgische Seenplatte mit dem Kreissitz in Neubrandenburg anordnete.

Klima

Geschichte

Name

Namensgebend für die Stadt war die Mutterstadt Brandenburg an der Havel, deren Name sich von Brennaburg (939) und Brendanburg (948) zu Brandenburg (965) wandelte. Die von Widukind überlieferte Namensform könnte gedeutet werden für das altpolabische Wort Brenna, also für Schlamm, Ton oder Lehm. Aber auch das niederdeutsche Wort brennen in der Form Brand(e) als Brand(e)(en)burg kann die Bedeutung des Namens erklären. Insgesamt gesehen ist die Herkunft des Namens Brandenburg bis zum heutigen Tage sehr umstritten; eine „herrschende Meinung“ gibt es dazu nicht.

Neubrandenburg wurde am 4. Januar 1248 mit latinisierter Namensform als Brandenborch Nova gegründet und 1259/1261 als Brandenburg Nowa erwähnt. Als niederdeutsche Namensformen sind Nygen Brandenburg (1299), Nyen Brandenborch (1304) und Nyenbrandenborch (1439) überliefert. Im niederdeutschen Sprachgebrauch werden bis heute Nigen-Bramborg oder Bramborg benutzt.

Der Ortsname wird in historischen Dokumenten bis ins frühe 20. Jahrhundert häufig als Neu-Brandenburg, N. Brandenburg oder Brandenburg genannt.

Vorgeschichte

Am 18. August 1170 wurde bei der Wiederherstellung des Havelberger Domstifts von Herzog Kasimir I. von Pommern im jetzigen Stadtgebietsteil Broda ein Kloster gegründet, um die Christianisierung der ansässigen slawischen Bevölkerung zu beschleunigen. Der Baubeginn der Klosteranlage kann nach neuesten Forschungen jedoch kaum vor 1240 stattgefunden haben, er geht der Stadtgründung von Neubrandenburg also unmittelbar voraus.

Mittelalter und Frühe Neuzeit

Die Gründung der Stadt Neubrandenburg erfolgte am 4. Januar 1248 per Stiftungsbrief von Markgraf Johann I. von Brandenburg. Ob dabei tatsächlich ein Mitglied des uradeligen Geschlechts von Raven beteiligt oder gar ein sächsischer Ritter Ehrhardt Rave der Initiator gewesen ist, wie es eine uralte Legende behauptet, bleibt ungewiss. Als Name des Lokators nennt die Gründungsurkunde lediglich einen markgräflichen Vasallen Herbord, dem man erst Jahrhunderte später den Geschlechtsnamen von Raven zuordnete, ohne dass es dafür irgendwelche stichhaltigen Belege gegeben hätte. Die Ansiedlung des Franziskanerordens in Neubrandenburg bald nach der Jahrhundertmitte wird neuerdings als ein Indiz für eine besondere Funktion oder herausragende Stellung der Stadt unter den askanischen Markgrafen gewertet.

Nach der Gründung der Stadt blieben die Bürger Neubrandenburgs knapp sechs Jahre lang abgabenfrei und hatten verschiedene andere Vergünstigungen. Von einer Stadtbefestigung ist zunächst keine Rede. Die erste Nachricht über eine provisorische, hölzerne Wehranlage oder die Absicht der Neubrandenburger, eine solche zu errichten, findet sich in einer Urkunde von Markgraf Otto III. von Brandenburg aus dem Jahre 1261. Man nutzte dafür, was zur Verfügung stand: Holz, Erde und Wasser. Ein palisadenähnlicher Zaun, umgeben von Erdwällen und Wallgräben bildete den ersten Schutzgürtel. Da diese hölzerne Wehranlage schon bald nicht mehr ausreichenden Schutz bot, ersetzte man später den eichenen Plankenzaun durch eine steinerne Stadtmauer. Der genaue Zeitpunkt von deren Baubeginn ist jedoch nicht überliefert. Man vermutet in Anlehnung an Überlieferungen aus Friedland (Mecklenburg), dass mit dem Bau bald nach 1300 begonnen wurde. Gestützt wird diese Vermutung durch Ergebnisse dendrochronologischer Untersuchungen von Hölzern aus verschiedenen Stadttoren.

Ab etwa 1300 wurde auch der Bau von drei als Dipylon ausgelegten steinernen Stadttoren in Angriff genommen, die vermutlich schrittweise ältere Holzkonstruktionen ersetzten. Die Backsteinbauten der älteren drei Tore sind alle nach gleicher Art angelegt: Im Verlauf der Stadtmauer steht auf annähernd quadratischem Grund ein Torturm ohne Seitenbauten, im Zuge des äußeren Walles steht ein Außentor, mit dem Innentor durch Verbindungsmauern zu einer allseitig geschlossenen Torburg zusammengefasst. Die Wehranlagen bestehen aus einem annähernd kreisrunden, doppelten System aus Erdwällen und Gräben, die allerdings nur teilweise geflutet werden konnten, und der steinernen Mauer, welche mit 54 Wiekhäusern besetzt war (bis 2015 wurden 25 davon wiederaufgebaut). Später versuchte man die Wehrhaftigkeit der Stadt durch zwei Türme zu verstärken, welche die Mauer überragten (einer stürzte 1899 ein). Anfangs führten nur drei Tore in die Stadt, später erbaute man aus verkehrstechnischen Gründen ein viertes Stadttor („Neues Tor“). Um den natürlichen Schutz zu erhöhen, die früher so lebenswichtige Wasserversorgung der Stadt zu sichern und Mühlen vor den Toren der Stadt anlegen zu können, wurden zusätzlich umfangreiche Wasserbauten ausgeführt.

Wichtiger Zentralort blieb Neubrandenburg auch, als die Stadt 1298 mit der Herrschaft Stargard in die Hand der Mecklenburger gelangte und mit dieser ab 1347 schließlich als Reichslehen zum Besitz der Fürsten, Herzöge, zuletzt Großherzöge zu Mecklenburg zählte. Seit dem Spätmittelalter gehörte Neubrandenburg neben Güstrow und Parchim zu den wichtigsten Verwaltungszentren des mecklenburgischen Binnenlandes. Im 14. und 15. Jahrhundert war die Stadt Hauptresidenz des (Teil-) Herzogtums Mecklenburg-Stargard. Als Vorderstadt des Stargardischen Kreises hatte die Stadt im Rahmen der landständischen Verfassung Mecklenburgs unmittelbaren Einfluss auf die Landesverwaltung, ihre Bürgermeister zählten im altmecklenburgischen Ständestaat zu den ranghöchsten Politikern.

Bereits 1523 predigte der Stralsunder Johann Berckmann mit herzoglicher Hilfe in Neubrandenburg die lutherische Lehre. Das bedeutende und seit Stadtgründung bestehende Franziskanerkloster wurde um 1552 säkularisiert. Selbst der Guardian war zum Protestantismus übergetreten.

17. bis 19. Jahrhundert

1631 wurde die befestigte Stadt von kaiserlichen Truppen der katholischen Allianz unter General Tilly erobert und verwüstet. Hunderte Menschen wurden gefoltert, gequält und ermordet, Kirchen und Wohnhäuser ausgeraubt und zerstört. Selbst das Kircheninnere bot der wehrlosen Bevölkerung keinen Schutz. Noch Jahrhunderte später waren diese Ereignisse als Schreckenstage der Stadtgeschichte im Lebensalltag der Menschen präsent. Infolge des Dreißigjährigen Krieges musste Neubrandenburg 1671 als einzige mecklenburgische Stadt den Stadtkonkurs anmelden. Es brauchte mehr als eineinhalb Jahrhunderte, ehe sich Neubrandenburg von den Kriegsfolgen allmählich erholt hatte. Noch im 18. Jahrhundert lagen in Hauptverkehrsstraßen der Altstadt einzelne Hausgrundstücke wüst oder wurden temporär als Gärten genutzt.

Stadtbrände vernichteten 1676 und 1737 große Teile der historischen Bausubstanz. Seit Ende der 1730er Jahre entstanden alle nunmehr markanten Gebäude, die neben den mittelalterlichen Wehrbauten und Kirchen das Bild der Altstadt bis 1945 prägten. Dazu gehörte als Mittelpunkt des zentralen Marktplatzes ein spätbarockes Rathaus nach Entwürfen des herzoglichen Hofbaumeisters Julius Löwe.

Die Wahl zur fürstlichen Hauptresidenz und Hauptstadt des 1701 neu gebildeten (Teil-) Herzogtums Mecklenburg-Strelitz scheiterte am Bürgerstolz der Neubrandenburger und führte zur Gründung der neuen Residenzstadt Neustrelitz, wo fortan alle Behörden der (groß-)herzoglichen Landesverwaltung angesiedelt waren. Auch die seit der Reformation in Neubrandenburg beheimatete Superintendentur des Kirchenkreises Stargard wurde Mitte des 18. Jahrhunderts nach Neustrelitz verlegt.

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts festigte sich jedoch die Rolle Neubrandenburgs als Vorderstadt und politisches Zentrum innerhalb des Verfassungssystems des altmecklenburgischen Staates. Die förmliche Inthronisation neuer Herrscher im Strelitzschen Landesteil, vollzogen nach alten Gebrauch durch den „Handschlag“ (d. h. den Treueeid) der Ritter- und Landschaft, wurde traditionell in Neubrandenburg zelebriert. Hier trafen sich auch die parlamentarischen Gremien und es blieb bis zum Ende der Monarchie der Sitz ihrer Kreisbehörde.

In der zweiten Hälfte seiner Regierungszeit belebte Herzog Adolf Friedrich IV. die mittelalterliche Residenzstadtfunktion Neubrandenburgs neu. Ab 1774 entstand direkt auf dem Marktplatz ein fürstliches Residenzschloss (in Neubrandenburg traditionell als Palais bezeichnet, seit den 1920er Jahren in städtischem Besitz und vor der Zerstörung 1945 teilweise museal genutzt). Alljährlich während der Sommermonate wurde die Stadt fortan zum Mittelpunkt des höfischen Lebens im kleinen Landesteil Mecklenburg-Strelitz. Der landestypisch bescheidene Glanz monarchischer Prachtentfaltung endete 1794 mit dem Tod des Herzogs. Heute kündet nur noch das Schauspielhaus, der älteste erhaltene Theaterbau in Mecklenburg-Vorpommern, von dieser Zeit der Stadtgeschichte.

Trotz äußerem Schein blieb die wirtschaftliche Grundlage des Lebens dürftig. Der Niedergang des Landes im Dreißigjährigen Krieg, die Lage in einem der am dünnsten besiedelten Gebiete Deutschlands, vor allem aber der Fortbestand der landständischen Verfassung in Mecklenburg bis 1918 hemmten die Entwicklung der Stadt nachhaltig. Neben der Eigenversorgung beschränkte sich die wirtschaftliche Bedeutung Neubrandenburgs in der Folgezeit im Wesentlichen auf Nahmarktfunktionen für das Umland. Die Industrialisierung setzte im 19. Jahrhundert nur zögernd ein. Verarbeitungsbetriebe für landwirtschaftliche Erzeugnisse entstanden, Eisengießereien und Maschinenbaufabriken produzierten für Agrarbetriebe aus dem Umland. Weithin berühmt waren jedoch Neubrandenburger Pferde- und Wollmärkte. 1770 fand in Neubrandenburg die letzte öffentliche Hinrichtung statt (Goethe war 21 Jahre alt, als man in Neubrandenburg noch immer „räderte“).

Den Anschluss an die Moderne ermöglichte der Beitritt beider mecklenburgischer Landesteile zum Norddeutschen Bund. 1863 wurde die Tor- und Zollsperre aufgehoben. 1864 erhielt Neubrandenburg Bahnanschluss, 1867 begann der Betrieb auf der Linie Lübeck–Stettin, 1877 folgte die Linie Berlin–Stralsund. In der Stadt erwachte eine rege Bautätigkeit. In der Altstadt wurden vielfach alte Fachwerkbauten saniert oder durch Neubauten ersetzt. Zugleich wuchs die Stadt zügig über den mittelalterlichen Mauerring hinaus. Man bemühte sich im 19. Jahrhundert, die längst schadhaft gewordenen mittelalterlichen Wehrbauten instand zu setzen und nach dem historistischen Zeitgeschmack zu gestalten. Vor allem diese Leistungen früher Denkmalpflege in Neubrandenburg haben die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Stadt heute eine gut erhaltene mittelalterliche Wehranlage hat. Zu dieser Zeit entwickelte sich auch ein reger Tourismus in und um Neubrandenburg.

Eine jüdische Gemeinde bildete sich in Neubrandenburg um 1864. Die rasch steigende Mitgliederzahl führte 1877 zum Bau einer aufwändig orientalisch gestalteten Synagoge in der (heutigen) Poststraße. Bis zur Jahrhundertwende hatte die traditionelle Ausgrenzung der Juden in Neubrandenburg aufgehört und jüdische Mitbürger – vor allem Kaufleute – unterschieden sich kaum mehr von anderen Bewohnern der Stadt. 1914 wurde Neubrandenburg Sitz der jüdischen Landesgemeinde von Mecklenburg-Strelitz, der einzigen jüdischen Gemeinde in diesem Landesteil, mit Zuständigkeit für alle hier lebenden Juden. Jedoch blieb der Anteil jüdischer Mitbürger an der Stadtbevölkerung Neubrandenburgs weiterhin gering.

Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Obwohl die Nationalsozialisten im landwirtschaftlich geprägten Norden schon seit den 1920ern eine wachsende Anhängerschaft verzeichnen konnten, setzte antisemitische Propaganda in Neubrandenburg vergleichsweise spät ein, erst nach dem Wahlsieg der NSDAP als führende politische Kraft. Sie unterschied sich fortan jedoch kaum von zeittypischen Vorgängen wie überall im Reich.In der Nacht vom 31. Mai zum 1. Juni 1933 fand auf dem Marktplatz eine Bücherverbrennung statt, die in Nachahmung der „Aktion wider den undeutschen Geist“ der Deutschen Studentenschaft von der örtlichen NSDAP organisiert wurde, deren Ortsgruppenführer auch die Hauptrede hielt. Nach Abwanderungen zahlreicher Familien lebten 1938 noch 15 jüdische Einwohner in Neubrandenburg. In der Reichspogromnacht (1938) steckte der SA-Mann Klaus Reinke die Synagoge in Brand. Die Feuerwehr ließ sie ausbrennen und verhinderte lediglich ein Übergreifen der Flammen auf die anliegenden Häuser. Auch die Neubrandenburger Presse trug zur antisemitischen Hetze bei, indem sie unter anderem Schilder an Eingangstüren von Geschäften forderte, die Juden den Zutritt untersagten. Unter nationalsozialistischem Druck verzichtete die jüdische Gemeinde schließlich 1940 auf das Erbpachtrecht an ihrem Bestattungsplatz am Ende der Scheunenstraße vor dem Friedländer Tor und stimmte dessen Auflassung zu. Die nationalsozialistische Presse bejubelte die Verlegung des jüdischen Friedhofs mit den Worten: Damit verschwindet ein Schandfleck im Stadtbild!. Die vorhandenen Gräber wurden auf den sogenannten Alten Friedhof umgebettet, später baubedingt nochmals in einen anderen Friedhofsteil verlegt und mit ihm in den 1980er Jahren schließlich ganz aufgelassen. Während bei der Beräumung des Friedhofs nahezu alle erhaltenen Grabmale Neubrandenburger Bürgerfamilien vernichtet wurden, sorgte der um die Stadtgeschichte sehr verdiente Steinmetzmeister Dassow dafür, dass wenigstens die noch vorhandenen jüdischen Grabsteine erhalten blieben.

Ab 1933 wurde Neubrandenburg zunehmend als Militärstandort ausgebaut; 1936 entstand der Fliegerhorst Trollenhagen, 1938 die Panzerkasernen im Süden der Stadt und 1940/1941 die Torpedoversuchsanstalt an und auf dem Tollensesee. Auch konnten sich diverse Rüstungsbetriebe etablieren wie z. B. ab 1935 die ursprünglich in Berlin-Britz ansässige Firma Curt Heber (später Mechanische Werkstätten Neubrandenburg (MWN)), die u. a. Bombenabwurfgeräte produzierte. Im Zuge dieser Entwicklung stieg die Einwohnerzahl Neubrandenburgs auf 20.000. Seit 1939 war Neubrandenburg, aus dem Landkreis Stargard ausgegliedert, kreisfreie Stadt mit Sonderstatus.

Im April 1943 wurden die ersten 200 weiblichen Gefangenen aus dem KZ Ravensbrück zur Zwangsarbeit in die Mechanische Werkstätten deportiert. Die Gefangenen wurden nachts zunächst in einer leer stehenden Fabrikhalle eingesperrt. Das Barackenlager Ost in der Ihlenfelder Vorstadt, in dem osteuropäische Zwangsarbeiter der MWN untergebracht waren, wurde nun schrittweise geräumt und zu dem größten Außenlager des KZ Ravensbrück ausgebaut. Im August 1944 waren circa 5000 weibliche KZ-Gefangene in diesem so genannten „Stadtlager“ interniert. Es wurde nun geteilt, und ein zweites Außenlager entstand in einem Waldgebiet zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz, das so genannte „Waldbau-Lager“. Am Kriegsende waren ca. 7000 weibliche Gefangene in diesen beiden Lagern interniert. Im Januar 1945 wurden außerdem 200 männliche KZ-Häftlinge in der Fabrik eingesperrt. In dem unterirdischen Waldbau-Lager sollte die Produktion der MWN vor Alliierten Luftangriffen geschützt werden. In den letzten Kriegswochen musste die Produktion aber eingestellt werden, und die Gefangenen wurden zu Schanzarbeiten rund um Neubrandenburg gezwungen. Misshandlungen durch SS-Aufseherinnen und die Wachmannschaften waren alltäglich. Bis heute liegen keinerlei genaue Zahlen darüber vor, wie viele Gefangene in Neubrandenburg verstarben. Ein Großteil der kranken KZ-Häftlinge wurde in das KZ Ravensbrück deportiert und verstarb dort.

Am 29. April 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, wurde Neubrandenburg ohne Widerstand oder nennenswerte Kampfhandlungen von der Roten Armee eingenommen. Nach dem Einmarsch der Roten Armee wurde die Stadt Opfer von Zerstörung und Brandschatzung, welche die historische Altstadt zu mehr als 80 Prozent vernichteten. Ein Schicksal, wie es fast alle Städte im östlichen Mecklenburg und der angrenzenden Uckermark (z. B. Malchin, Friedland, Woldegk, Neustrelitz, Prenzlau, Gartz (Oder)) erlebten. Etwa 600 Neubrandenburger schieden in dieser Zeit durch Selbstmord aus dem Leben.

Die Verantwortung der Roten Armee für die Brandschatzung versuchte die SED-Propaganda in der Nachkriegszeit durch vielfältige Legenden zu vertuschen. So hieß es beispielsweise, dass sich in der Innenstadt einige Einheiten der Wehrmacht verschanzt hätten und die Stadt eine Kapitulation verweigerte (die Verteidigung der Stadt erfolgte durch das SS-Fallschirmjägerbataillon 600) oder dass der Umstand maßgeblich gewesen sei, dass Neubrandenburg die Geburtsstadt von Otto Ernst Remer war. Die moderne Stadtgeschichtsforschung konnte all diese Aussagen inzwischen zweifelsfrei als Propagandalügen belegen.

Kriegsbedingte Lager in Fünfeichen

1939 entstand auf dem Gelände des Gutes Fünfeichen, einem Ausbau innerhalb der Stadtfeldmark von Neubrandenburg, das Kriegsgefangenenlager „Stalag II A“. Geplant und gebaut für 10.000 Gefangene, waren 1944 im Lager 20.000 Kriegsgefangene untergebracht. Insgesamt wurden ca. 120 000 Kriegsgefangene aus zehn Ländern in den Gefangenenlagern zwischen 1939 und Ende April 1945 registriert.

Nach Kriegsende und Auflösung der Kriegsgefangenenlager wurde das Stammlager Neubrandenburg-Fünfeichen von Frühsommer bis Herbst 1945 als Repatriierungslager für befreite KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter genutzt, später als Internierungs- und Speziallager des NKWD unter dem Namen „Speziallager Nr. 9“ weitergenutzt. Interniert waren fast ausschließlich Deutsche, die meist ohne Untersuchung festgenommen wurden, keine Verurteilten und keine Kriegsgefangenen. Darunter waren viele Jugendliche, die meist unschuldig unter dem Vorwurf standen, zum „Werwolf“ zu gehören. Bis zur Schließung des Lagers 1948 zählte man ca. 18.000 Internierte, von denen über 5000, d. h. mehr als ein Viertel, an den Haftbedingungen gestorben sind. Der Höchststand lag im September 1946 bei 10.679 registrierten Häftlingen. Das sowjetische Lager gehörte zu den Tabuthemen in der DDR. 1993 wurde ein Mahnmal eingeweiht, zwei Gräberfelder sind zugänglich.

Entwicklung nach 1945

Der Wieder- oder vielmehr Neuaufbau des Stadtzentrums ab 1952 erfolgte in Neubrandenburg bis in die frühen 1960er Jahre hinein mit hohem gestalterischen Anspruch. Das historische Straßenraster wurde weitgehend beibehalten. Die Neubebauung dieser Zeit nahm Rücksicht auf die Wehrbauten des Mittelalters. Man bemühte sich, herausragende Bauformen aus dem historischen Stadtbild in den Neubauten zu zitieren und damit die Erinnerung an das zerstörte alte Stadtbild wach zu halten. Der Neubrandenburger Stadtkern erhielt im Zuge dieses Neuaufbaus ein neues Gesicht. Gleichwohl findet diese Neubrandenburger Aufbauleistung in der Fachwelt zunehmend mehr Anerkennung und Wertschätzung.

Ab den 1960ern wandte man sich jedoch von dieser Form des sozialistischen Klassizismus ab, der nachfolgende modernistische Städtebau nahm kaum noch Rücksicht auf das historische Stadtgefüge und wird demzufolge ungleich stärker kritisiert. So wurde der Marktplatz im Zuge des Wiederaufbaus um etwa ein Fünftel verkleinert. Viele stadtbildprägende Bauten wurden nicht wiedererrichtet. Etwa das Alte Rathaus, das seit dem 18. Jahrhundert als bestimmender Solitärbau mitten auf dem Marktplatz gestanden hatte und 1945 bis auf die Umfassungsmauern ausgebrannt war. Auch das (groß-) herzogliche Palais bzw. Stadtschloss, das rund eineinhalb Jahrhunderte die Ostseite des Marktplatzes begrenzte und dessen Reste nach dem Brand 1945 kaum noch wahrnehmbar waren, und zahlreiche weitere stadtbildprägende Gebäude, welche im Großbrand 1945 untergegangen waren, rekonstruierte man nicht.

Ab 1957 befand sich der Sitz des Kommandos des Militärbezirkes V (auch „Militärbezirk Nord“ genannt) der Landstreitkräfte der NVA in Neubrandenburg.

Von 1952 bis 1990 war Neubrandenburg wiederum Verwaltungszentrum und Behördensitz – nunmehr des gleichnamigen Bezirkes der DDR, (bis 1968) zugleich als Kreisstadt des gleichnamigen Kreises Neubrandenburg sowie seit dem 1. Januar 1969 als kreisfreie Stadt mit einem Oberbürgermeister als Stadtoberhaupt (seit den 1930er Jahren bis 1946 besaß Neubrandenburg schon einmal einen Oberbürgermeister als Stadtoberhaupt).

Ziel war es, die Stadt weiter zum wirtschaftlichen und politischen Zentrum im Norden der DDR auszubauen. Dazu war ein Ausbau auf mindestens 100.000 Einwohner sowie die Ansiedlung zahlreicher Industriebetriebe vorgesehen. Als große Neubaugebiete mit typischen Plattenbauten entstanden seit Mitte der 1960er Jahre die Stadtgebiete Ost und West, der Datzeberg mit rund 3500 Wohnungen, das Reitbahnviertel mit rund 3000 Wohnungen sowie die Erweiterungen des Stadtgebiets Süd, u. a. um den Stadtgebietsteil Lindenberg. Industrieanlagen wurden erweitert oder neu errichtet, darunter ein Reifenwerk und das Reparaturwerk Neubrandenburg, ein Reparaturwerk für Militärtechnik, sowie ein Containerbahnhof mit entsprechenden Abfertigungsanlagen.

Auf dem Lindenberg wurde zudem ein abgetrenntes Areal errichtet, das ab 1981 als Sitz der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi) für den Bezirk Neubrandenburg diente. 1987 wurde auch die zugehörige Untersuchungshaftanstalt (heute JVA Neubrandenburg) vom vorherigen BV-Standort in Neustrelitz nach Neubrandenburg verlagert. Das Gelände war unter anderem mit Wachtürmen und Bunkeranlagen durch ca. 220 Soldaten des Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ umfänglich gesichert.

Neubrandenburg wuchs zum Ende der 1980er auf etwas mehr als 90.000 Einwohner und ist trotz mehreren Jahren sinkender Einwohnerzahlen noch immer Oberzentrum und drittgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. 1989 wurde in Neubrandenburg eine Pädagogische Hochschule eröffnet, die ab 1990 zur breiter aufgestellten Hochschule Neubrandenburg umprofiliert wurde.

Nach 1991 wurde im Rahmen der Städtebauförderung mit der Sanierung des historischen Stadtkerns mit dem Schauspielhaus begonnen und der seit den 1970er Jahren laufende Wiederaufbau der Marienkirche mit geändertem Konzept fortgesetzt und mit der Eröffnung als „Konzertkirche“ 2001 zum Abschluss gebracht. Auch die Plattenbausiedlungen – vor allem das nördliche Vogelviertel, das Reitbahnviertel, die Oststadt und der Datzeberg sowie die Nordstadt mit der Ihlenfelder Vorstadt – werden seit 1993 bzw. 1999 durch Programme zum Stadtumbau und zur „Sozialen Stadt“ erheblich aufgewertet.

Durch die Kreisgebietsreform 2011 wurde Neubrandenburg am 4. September 2011 von der kreisfreien Stadt zur Kreisstadt des neu gebildeten Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, des flächengrößten Landkreises in Deutschland.

Eingemeindungen

  • 1. Juli 1950: Gemeinde Broda
  • 1. April 1959: Gemeinde Küssow
  • 1. Juli 1961: Gemeinde Weitin

Demographie

Im Jahre 1989 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt Neubrandenburg mit über 90.000 ihren historischen Höchststand. Seit der Wende und dem Ende der DDR hat die Stadt wegen der anfangs hohen Arbeitslosigkeit und des Geburtenrückgangs bis 2008 mehr als 23.000 Einwohner verloren. Am 31. Dezember 2008 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Neubrandenburg nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Mecklenburg-Vorpommern 65.526 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Nach einem verminderten Rückgang 2009 konnte Neubrandenburg im Jahr 2010 einen leichten Zuwachs von 264 Bürgern verzeichnen, von 64.962 auf 65.226 Einwohner.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1829 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der Staatlichen Zentralverwaltung für Statistik (bis 1989) und des Statistischen Landesamtes (ab 1990). Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Die Einwohner waren überwiegend evangelisch.

Jahr Einwohner
1800 4.711
1829 6.002
1. Dezember 1875 ¹ 7.495
1. Dezember 1880 ¹ 8.406
1. Dezember 1885 ¹ 9.134
1. Dezember 1890 ¹ 9.323
1. Dezember 1900 ¹ 10.559
1. Dezember 1905 ¹ 11.443
1. Dezember 1910 ¹ 12.348
1. Dezember 1916 ¹ 10.828
5. Dezember 1917 ¹ 11.062
8. Oktober 1919 ¹ 12.606
16. Juni 1925 ¹ 13.675
16. Juni 1933 ¹ 15.181
17. Mai 1939 ¹ 21.833
1. Dezember 1945 ¹ 16.007
Jahr Einwohner
29. Oktober 1946 ¹ 20.446
31. August 1950 ¹ 22.412
31. Dezember 1955 26.995
31. Dezember 1960 33.369
31. Dezember 1964 ¹ 37.939
1. Januar 1971 ¹ 46.087
31. Dezember 1975 64.011
31. Dezember 1981 ¹ 79.813
31. Dezember 1985 84.654
31. Dezember 1988 90.471
31. Dezember 1990 89.284
31. Dezember 1995 80.483
31. Dezember 2000 73.318
31. Dezember 2005 68.188
31. Dezember 2006 67.517
31. Dezember 2007 66.373
Jahr Einwohner
31. Dezember 2008 65.869
31. Dezember 2009 65.137
31. Dezember 2010 65.282
31. Dezember 2011 64.995
31. Dezember 2012 63.509
31. Dezember 2013 63.437
31. Dezember 2014 63.311
31. Dezember 2015 63.602

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Stadtvertretung

Die Stadtvertretung der Stadt Neubrandenburg besteht aus 42 Abgeordneten. Seit den Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern 2014 setzt sie sich wie folgt zusammen:

Partei Sitze
LINKE 12
CDU 11
SPD 9
GRÜNE 3
Einzelbewerber 2
AfD 2
FDP 1
NPD 1
Piraten 1

Kreistagswahlen

Bei der letzten Kreistagswahl des neu gebildeten Landkreises Mecklenburgische Seenplatte am 4. September 2011 stimmten die Wähler der Neubrandenburger Wahlbezirke insgesamt wie folgt ab: Die meisten Stimmen erhielt die SPD mit 35,2 %. Dahinter lagen die Linke mit 23,5 % und die CDU mit 22,9 %. Auf die Grünen entfielen 8 % der Stimmen, gefolgt von der NPD mit 4,3 % und der FDP mit 3,6 %.

Näheres zum Wahlverfahren und zu rechtlichen Bestimmungen: Kreistag (Mecklenburg-Vorpommern)

Landtagswahlen

Die Wähler der Neubrandenburger Wahlbezirke stimmten bei der zeitgleich mit den Kreistagswahlen abgehaltenen Wahl des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern am 4. September 2011 bei den Zweitstimmen folgendermaßen ab: 37,6 % erhielt die SPD, gefolgt von der Linken mit 21,6 % und der CDU mit 20,6 %. Dahinter lagen die Grünen mit 7,5 %, die NPD mit 4,9 %, die Piraten mit 2,7 %, die FDP mit 2,1 % und die Familien-Partei Deutschlands mit 1,4 %. Die meisten Stimmen der Parteien, die weniger als 1 % erhielten, bekamen die Freien Wähler mit 0,5 % Zustimmung.

Wappen

Das Wappen wurde am 11. Mai 1966 durch Beschluss der Stadtverordnetenversammlung bestätigt und unter der Nr. 40 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Silber ein rotes zweipfortiges, spitzbogiges Stadttor, bekrönt durch sechs Zinnen und zwei Spitztürme, zwischen denen ein blauer Kübelhelm mit rotem Adlerfluge steht.“

Das Wappen wurde 1994 neu gezeichnet.

Flagge

Die Stadtflagge zeigt auf silbernem (weißem) Untergrund die Figuren des Stadtwappens, die durch zwei senkrechte rote Streifen eingefasst werden. Die roten Streifen nehmen je ein Fünftel der Flaggenlänge ein. Die Länge der Flagge verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Bürgermeister

Oberbürgermeister der Stadt Neubrandenburg ist seit dem 1. April 2015 Silvio Witt. Nachdem der bisherige Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) aus Altersgründen bei der Bürgermeisterwahl 2015 nicht mehr antrat, setzte sich bei der Stichwahl am 15. März 2015 Silvio Witt (parteiunabhängig) gegen Torsten Koplin (Die Linke) mit 69,7 % zu 30,3 % der Stimmen durch.

Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister (seit Anfang des 19. Jahrhunderts):

  • (vor 1800)–1815: Hans Toll, Bürgermeister
  • 1815–1826: Friedrich Rahtkens, Bürgermeister
  • 1816–1830: Friedrich Müller, Bürgermeister
  • 1826–1847: Karl Moll, Bürgermeister
  • 1830–1883: Friedrich (II.) Brückner, Bürgermeister
  • 1847–1851: Ludwig (der Ältere) Roggenbau, Bürgermeister
  • 1851–1863: Hans Wulfleff, Bürgermeister
  • 1863–1889: Wilhelm Ahlers, Bürgermeister
  • 1883–1904: Gustav (III.) Brückner, Bürgermeister
  • 1889–1923: Adolf Pries, Bürgermeister
  • 1923–1933: Hubert Exss, Bürgermeister
  • 1933–1933: (N. N.) Lüder, Staatskommissar
  • 1933–1934: Ernst Retzlaff, Bürgermeister
  • 1934–1945: Walter Hamann, Bürgermeister, ab 1939 Oberbürgermeister
  • 1945–1945: Kurt Mücklisch, Oberbürgermeister
  • 1945–1950: Friedrich Schwarzer, Oberbürgermeister, ab 1946 Bürgermeister
  • 1950–1952: Charlotte Schlundt, Bürgermeisterin
  • 1952–1961: Walter Rösler, Bürgermeister
  • 1961–1963: Otto Prix, Bürgermeister
  • 1963–1967: Horst Jonas, Bürgermeister
  • 1967–1968: Ilse Höwe, Bürgermeisterin
  • 1968–1990: Heinz Hahn, Oberbürgermeister
  • 1990–1994: Klaus-Peter Bolick, Oberbürgermeister
  • 1994–2001: Gerd zu Jeddeloh, Oberbürgermeister
  • 2001–2015: Paul Krüger, Oberbürgermeister
  • seit 2015: Silvio Witt, Oberbürgermeister

Städtepartnerschaften

  • Collegno in Italien, seit 1965
  • Flensburg in Schleswig-Holstein, seit 1987
  • Gladsaxe in Dänemark, seit 1990
  • Koszalin (dt. Köslin) in Polen, seit 1974
  • Nazareth in Israel, seit 1998
  • Nevers in Frankreich, seit 1973
  • Petrosawodsk in Russland, seit 1983
  • Villejuif in Frankreich, seit 1966
  • Yangzhou in China, seit 1999

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Bauwerke

  • Die Neubrandenburger Stadtbefestigung ist „im Gebiet des Backsteinbaus das am vollständigsten erhaltene Beispiel einer mittelalterlichen Stadtbefestigung “. Auf etwa 2.300 Meter Länge umschliesst die mittelalterliche Stadtmauer bis zu sieben Meter Höhe noch heute das alte Stadtzentrum vollständig. Eingebettet in den fast kreisrunden Mauerring sind vier herausragenden spätgotischen Stadttore aus dem 13. bis 15. Jahrhundert: (Friedländer Tor, Stargarder Tor, Treptower Tor und Neues Tor), zahlreiche Wiekhäuser (Wachhäuser) und ein Fangelturm.
    Die aus rotem Backstein errichteten Tore gaben Neubrandenburg den Beinamen Stadt der vier Tore. Vor dem Zweiten Weltkrieg galt Neubrandenburg als Rothenburg des Nordens.
  • Die Hauptpfarrkirche ''St. Marien'', 1298 geweiht, nach etlichen Bränden im 19. Jahrhundert durch Friedrich Wilhelm Buttel saniert, im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt und seit den 1970ern bis 2001 zum Konzertsaal umgebaut, ist heute als Konzertkirche international renommiert. Der 90 Meter hohe Kirchturm beherbergt eine Ausstellung zur europäischen Backsteingotik, einen Raum mit 360°-Panoramavideo des alten Neubrandenburgs und einen Rundgang mit Aussicht über die Stadt.
  • Das Franziskanerkloster mit Klosterkirche St. Johannis. Der Klosterbau ist seit 2013 der größte Standort vom Regionalmuseum Neubrandenburg.
  • Das Haus der Kultur und Bildung ist ein 1965 fertiggestellter Komplex am Marktplatz mit Veranstaltungssaal, Stadtbibliothek, Einzelhandel und Gastronomie. Das zugehörige 56 Meter hohe Turmhochhaus bietet ein Panorama-Café und eine Aussichtsplattform. Bis 2015 wurde das Ensemble umfassend saniert.
  • Das Schauspielhaus stammt von 1794 und ist das älteste erhaltene Theatergebäude Mecklenburg-Vorpommerns.
  • Der Fürstenkeller in der Stargarder Straße 37 war einst herzogliches Gästehaus und seit Mitte des 18. Jahrhunderts Schankwirtschaft und Herberge. 1796 wurde darin die erste deutsche Hagelversicherung begründet, die „Hagelkasse“. Im 19. Jahrhundert kehrte der in der Nachbarschaft wohnende Schriftsteller Fritz Reuter dort gern ein, ebenso der Satiriker Adolf Glaßbrenner. Auch heute gibt es dort Gastronomie.
  • Die Vierrademühle, die seit der Stilllegung in den 1990er Jahren und nachfolgenden Umbauten mehrere gastronomische Einrichtungen beherbergt.
  • Die Kapelle St. Georg aus dem 14. Jahrhundert.
  • Am östlichen Rand des Kulturparks befindet sich die 1969 eröffnete Stadthalle, die vom bekannten DDR-Architekten Ulrich Müther entworfen wurde.
  • Im Wohngebiet Oststadt befindet sich der erste jemals gebaute WBS 70-Block des Neubrandenburger DDR-Wohnungsbau-Kombinates, der inzwischen unter Denkmalschutz steht.

Denkmale

Aussichtspunkte

In der Innenstadt kann man von zwei hohen Aussichtsplattformen ganz Neubrandenburg überblicken:

  • vom Turm der Konzertkirche
  • von der obersten Etage des HKB-TurmsMehrere Orte in der näheren Umgebung erlauben Ausblicke auf die gesamte Stadt und die Landschaft der Umgebung:
  • das großherzogliche Belvedere am Westufer des Tollensesees, nördlich dem Strandbad Broda
  • der Aussichtsturm Behmshöhe am Ostufer des Tollensesees, nördlich dem Augustabad
  • die Aussichtsplattform im Landschaftsgarten Broda im Westen der Stadt (nördlich der B 192)

Museen und Galerien

  • Regionalmuseum Neubrandenburg, eines der ältesten bürgerlichen Museen in Mecklenburg-Vorpommern (gegründet 1872)
  • Kunstsammlung Neubrandenburg (gegründet 1982)
  • Das „wahrscheinlich kleinste Versicherungsmuseum der Welt“ der Mecklenburgischen Versicherungsgruppe (gegründet 2007)
  • Ehemaliger Modellpark: Vom Mai 2000 bis zum November 2011 befand sich südöstlich der Innenstadt der „Modellpark Mecklenburgische Seenplatte“, eine von Arbeitslosen errichtete 1,4 ha große Miniatur-Schauanlage mit 250 Bauten nach historischen Vorbildern im Maßstab 1:25. Mangels weiterer öffentlicher Förderung musste die Anlage abgebaut werden. Die Miniaturen sind teilweise dem Bestand des Miniaturenparks Kalkhorst im Klützer Winkel hinzugefügt worden, ein Teil der Bauwerke wurde allerdings weiterverkauft. Zehn für den Modellpark Mecklenburger Seenplatte angefertigte Miniaturen, die bereits 2009 verkauft worden waren, sind in der Anlage „Die Welt steht kopf“ in Trassenheide auf Usedom ausgestellt.

Theater und Musik

  • Schauspielhaus: Das Schauspielhaus Neubrandenburg ist eine Spielstätte der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz. Auf dem Spielplan stehen vor allem Schauspiele aller Epochen und Genres, aber auch Musiktheaterinszenierungen mit kleiner Orchesterbesetzung, szenische Liederabende, Kammerkonzerte, Lesungen und vieles mehr. Der Theatersaal bietet 180 Zuschauern Platz. Außerdem gibt es auch Kindervorstellungen auf der Probebühne und Soiréen im Theaterfoyer. Das 1787 als „Neues Komödienhaus“ erbaute Schauspielhaus ist das älteste erhaltene Theatergebäude in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2006 ist es Teil des von der EU anerkannten schützenswerten kulturellen Erbes und Mitglied von PERSPECTIV, der „Gesellschaft der historischen Theater Europas“.
  • Konzertkirche: Die Konzertkirche Neubrandenburg gilt seit der Eröffnung 2001 als einer der modernsten Konzertsäle des Landes. Sie ist die Stammspielstätte der Neubrandenburger Philharmonie, die hier jede Saison an die dreißig Konzerte gibt. Außerdem ist die Konzertkirche ein fester Spielort der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Viele international renommierte Künstler und Orchester waren hier zu Gast. Seit einigen Jahren findet hier im Sommer das NB JOT statt, ein Jugendorchesterfestival, zu dem junge Musiker aus ganz Europa in Neubrandenburg zu Gast sind. Im Jahr 2011 war die Konzertkirche einer der zentralen Veranstaltungsorte des Bundeswettbewerbes „Jugend musiziert“ in Neubrandenburg und Neustrelitz.

;Veranstaltungen

  • Neubrandenburger Jazzfrühling: Im gesamten Stadtgebiet finden im März und April Konzerte und Veranstaltungen rund um den Jazz statt. Künstler und Bands treten sowohl im großen Konzertformat als auch in kleinen Sessions auf. Dem voraus geht (meist Anfang März) der jährliche Internationale Jugend-Bigband-Workshop mit der JazzNacht, welche von der Hochschul-Bigband organisiert werden.
  • Neubrandenburger Orgeltage: Die Kirchenmusik der St. Johanniskirche richtet jedes Jahr im Mai (2012 zum 20. Mal) ein Orgelfestival aus, zu dem Organisten und andere Musiker eingeladen sind und in verschiedenen Ensembles und Projekten geistliche und weltliche Musik präsentieren.
  • Neubrandenburger Jugendorchestertreffen (NB JOT): Seit 2004 sind im Juli Jugendorchester aus ganz Europa in der Konzertkirche zu Gast und musizieren gemeinsam mit berühmten Solisten und Dirigenten. Zum Abschluss gibt es jedes Jahr ein Gemeinschaftskonzert mit zuweilen mehr als 150 Musikern auf der Bühne.

Parks und Freizeitanlagen

  • Der Kulturpark Neubrandenburg südwestlich der Innenstadt hält gastronomische und touristische Angebote bereit (Hotels, Gaststätten, Eisdielen, Gokart, Streichelzoo, Zirkus, Volksfeste) und ist die Verbindung von Innenstadt und Tollensesee (Bademöglichkeiten am Strandbad Broda und am Augustabad, Fahrgastschifffahrt, Bootsverleih).
  • Der Landschaftsgarten Brodaer Teiche ist ein ca. 40 ha großes Areal im Westen der Stadt, das als Ausflugsziel und Erholungsstätte sehr beliebt ist und Informationstafeln zur Botanik und Geologie, verschiedene Themenbereiche und eine Aussichtsplattform enthält. Im Jahr 2003 war hier ein Außenstandort der Internationalen Gartenschau Rostock.
  • Im Landschaftsschutzgebiet Lindetal befindet sich die Freizeitanlage Hinterste Mühle mit Angeboten für Kinder und Familien.

Kino

  • Im kommunalen Kino Latücht laufen Programme der anspruchsvollen Filmunterhaltung, mit Filmreihen wie etwa den Deutsch-Deutschen Filmwelten, Veranstaltungen zum Thema Gourmet und Film oder den DEFA-Filmreihen. Hier findet jedes Jahr im Herbst das internationale Dokumentarfilmfestival ''dokumentART'' statt. Das Gebäude ist eine ehemalige katholische Kirche aus dem Jahr 1907 und wurde 1996 zum Kino- und Veranstaltungssaal ausgebaut.
  • Das Multiplex-Kino Cinestar Neubrandenburg mit acht Kinosälen zeigt überwiegend aktuelle Filme.

Veranstaltungen

Überregional bedeutende Veranstaltungen in Neubrandenburg sind:

  • Vier-Tore-Fest: Jedes Jahr am letzten Wochenende im August findet das Neubrandenburger Stadtfest mit zahlreichen Veranstaltungen, Aktivitäten, gastronomischen Angeboten und Ausstellungen statt. Anlässlich des Vier-Tore-Festes ist traditionell die NDR-Sommertour mit einer abendfüllenden Open-Air-Show und musikalischen Gästen in Neubrandenburg zu Gast.
  • Volksfeste im Kulturpark: Traditionell finden jedes Jahr im Kulturpark das Osterfest, das Pfingstfest und das Oktoberfest statt, die jeweils als größte Veranstaltungen dieser Art im Nordosten Deutschlands gelten.
  • Weberglockenmarkt: Der Neubrandenburger Weihnachtsmarkt findet alljährlich von der ersten bis zur vierten Adventswoche in der Turmstraße, auf dem Marktplatz, und auf dem Rathausvorplatz statt. Der Name des Weberglockenmarktes reflektiert die Sage von einem Weber, der am Weihnachtsabend nur durch den Klang einer Kirchenglocke von St. Marien den Weg durch den Schneesturm nach Neubrandenburg fand.
  • Festbälle: Mehrere festliche Bälle finden alljährlich im Herbst unter anderem in der Stadthalle statt. Neben dem Ball der Polizei ist vor allem der Philharmonieball ein festes Kulturereignis der Stadt, zu dem die Neubrandenburger Philharmonie unter wechselnden Themen einlädt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Neubrandenburg ist das Oberzentrum eines ca. 400.000 Einwohner zählenden Einzugsgebietes. Die Metropolregion Stettin und die Berliner Metropolregion überschneiden sich mit dem Neubrandenburger Einzugsgebiet, daher gibt es innerhalb dieser Region vielfältige wirtschaftliche Verflechtungen.

In Bezug auf BIP pro Einwohner, Arbeitsplatzdichte und Pro-Kopf-Steuereinnahmen nimmt die Stadt Neubrandenburg eine führende Position unter den großen und mittleren Städten im Osten Deutschlands ein. In Neubrandenburg sind namhafte Unternehmen des Fahrzeug- und Maschinenbaus ansässig.

Überregional bzw. global tätige Unternehmen am Standort Neubrandenburg sind z. B.: die Deutsche Post mit ihrem Logistikzentrum am Standort Weitin (mit über 3000 Arbeitnehmern größter Arbeitgeber der Region), Webasto, Weber Maschinenbau, SMW (Maschinenbau), Weka-Holzbau, Spheros und die Bäckerei De Mäkelbörger.Ein wachsendes Segment sind Callcenter, die Stadt ist das Zentrum der Branche in Norddeutschland. So hat z. B. Telegate seinen deutschlandweit größten Standort im Stadtgebiet. Ebenso betreiben die weltweit agierende Bertelsmann-Gesellschaft Arvato und SNT Deutschland Niederlassungen in Neubrandenburg.Auch die Informationstechnologie ist eine Wachstumsbranche in Neubrandenburg, genannt seien Unternehmen wie Data Experts, E-PATROL north GmbH, Computron GbR, Netik, Webbyte Systems, manageminds GmbH und die GTA Geoinformatik GmbH. Einige der IT-Unternehmen kooperieren mit der Hochschule Neubrandenburg und über die „Software-Initiative Neubrandenburg“. In der Neubrandenburger Innenstadt betreibt der Verein Entität e.V. einen Hackerspace.

Weitere große Arbeitgeber in Neubrandenburg sind die Stadtwerke Neubrandenburg, die WSN Sicherheit und Service GmbH, die Piepenbrock Dienstleistungen Gruppe, die Sparkasse Neubrandenburg-Demmin, die Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft mbH und das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum gGmbH. Im Umkreis gibt es ferner z. B. MediClin Mecklenburg-Vorpommern in Waren, die E.DIS AG in Demmin, das NETTO Logistikzentrum in Stavenhagen, die Euro Cheese Vertriebs GmbH und Deutsches Milchkontor eG in Altentreptow, die Durtrack GmbH in Möllenhagen, die optimal media GmbH in Röbel, die SYKES Enterprises Support Services B.V. & Co. KG und Unser Heimatbäcker GmbH in Pasewalk, sowie die Darguner Brauerei GmbH in Dargun.

Neubrandenburg ist Standort der Industrie- und Handelskammer (IHK) für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. Mit dem „Haus der Wirtschaft“ in Stettin gibt es eine Institution der IHK Neubrandenburg zur Förderung der Wirtschaftsbeziehungen im deutsch-polnischen Raum.

Verkehr

Neubrandenburg liegt 85 Kilometer westlich von Stettin, 135 Kilometer nördlich von Berlin, 150 Kilometer östlich von Schwerin und 100 Kilometer südöstlich von Rostock (Luftlinie). Bis zur Ostseeküste beträgt der kürzeste Abstand knapp 60 Kilometer.

An der nördlichen Stadtgrenze auf dem Gemeindegebiet von Trollenhagen, an der Landesstraße 35, befindet sich der Flughafen Neubrandenburg.

Östlich und nördlich von Neubrandenburg verläuft die A 20. Um die Innenstadt laufen die Bundesstraßen B 96 (Sassnitz – Stralsund und Neubrandenburg – Berlin – Zittau) und B 104 (Lübeck – Neubrandenburg – Linken) in einem etwa vier Kilometer langen Kreisverkehr um das Stadtzentrum (Friedrich-Engels-Ring) zusammen. Im Westen der Stadt beginnt die B 192 (Neubrandenburg – Wismar) und acht Kilometer östlich der Stadt die B 197 (Neubrandenburg – Anklam).

In Neubrandenburg kreuzen die beiden Eisenbahnlinien Berlin – Stralsund in Nord-Süd-Richtung und Lübeck – Stettin in Ost-West-Richtung. Dadurch ist der Neubrandenburger Bahnhof ein Umsteigepunkt von überregionaler Bedeutung, Neubrandenburg verfügt im Osten der Stadt sogar über eine eigene Werkstatt der DB. Weiterhin gibt es die Bahnstrecke Neubrandenburg–Friedland, auf der seit der Einstellung des regulären Personenverkehrs im Jahr 1994 noch gelegentlich Sonderzugfahrten angeboten werden. Bis 1945 war Neubrandenburg außerdem der Ausgangspunkt der Mecklenburgischen Südbahn Richtung Waren/Müritz – Parchim.Neubrandenburg war neben Cottbus und Frankfurt (Oder) eine der wenigen Bezirksstädte der DDR, die nicht vom Städteexpress der Deutschen Reichsbahn angefahren wurden.

Das gesamte Stadtgebiet ist mit Linienbussen erschlossen. Vom zentralen Busbahnhof in direkter Nachbarschaft des Bahnhofs fahren elf Linien in alle Stadtviertel. Sie werden von der Neubrandenburger Verkehrsbetriebe GmbH (NVB), einem Tochterunternehmen der Neubrandenburger Stadtwerke, betrieben. Ebenfalls am Busbahnhof starten die regionalen Buslinien, die das Oberzentrum Neubrandenburg mit den weiteren Städten und Dörfern im Umland verbinden.

Auf dem Tollensesee wird von Mai bis September Fahrgastschifffahrt angeboten, als Rundfahrten und im Linienverkehr. Beliebt ist die Fahrt bis in die benachbarte Lieps im Süden des Tollensesees, die inmitten des Naturschutzgebiets Nonnenhof liegt.

Energie

Neubrandenburg verfügt über eine Geothermische Heizzentrale und den weltweit modernsten geothermischen Wärmespeicher.

In Neubrandenburg gab es zwei Heizkraftwerke, deren Schornsteine mit 180 Metern Höhe einst die höchsten Bauwerke der Stadt waren. Das Heizkraftwerk Neubrandenburg-Nord befand sich im Nordosten des Stadtgebiets bei , das Heizkraftwerk Süd . Beide Schornsteine wurden 2002 gesprengt.„Heute wird in das zentrale Fernwärmenetz der Stadt Neubrandenburg hauptsächlich Fernwärme eingespeist, die im Gas- und Dampfturbinenkraftwerk im Kraft-Wärme-Kopplungsverfahren (KWK) erzeugt wird.“ Der Standort des Kraftwerkes liegt auf .

Öffentliche Einrichtungen

Allgemein

  • Rathaus Neubrandenburg, Friedrich-Engels-Ring 53
  • Kreissitz Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Platanenstraße 43
  • Der Brandschutz- und Rettungsdienst Neubrandenburg sorgt insbesondere durch die Berufsfeuerwehr für die Sicherheit der Bürger im Brandschutz, bei medizinischen Notfällen, Gefahrensituationen, Umwelt- und Tierschutz und führt spezifische Dienstleistungen aus. Unterstützt wird er dabei von den ehrenamtlichen Helfern der Freiwilligen Feuerwehren Innenstadt und Oststadt sowie den Katastrophenschutzzügen und Notfallseelsorgern.
  • Justizzentrum: Mit dem Sozialgericht und dem Arbeitsgericht sind zwei Fachgerichte in der Stadt ansässig, außerdem sind mit dem Amtsgericht und dem Landgericht zwei Instanzen der ordentlichen Gerichtsbarkeit in Neubrandenburg vertreten. Alle Gerichte befinden sich im Justizzentrum in der Nähe des Bahnhofs.

Bildung

;Grundschulen

  • Grundschule Mitte „Uns Hüsung“ (Europaschule), im Katharinenviertel
  • Grundschule West „Am See“, im Rostocker Viertel
  • Grundschule Ost „Hans Christian Andersen“ (Europaschule), in der Oststadt
  • Grundschule Nord am Reitbahnsee, im Reitbahnviertel
  • Grundschule Süd, in der Südstadt
  • Grundschule Datzeberg
  • BIP-Kreativitätsgrundschule, in der Ihlenfelder Vorstadt

;Regionale Schulen

  • Regionale Schule Mitte „Fritz Reuter“, im Katharinenviertel
  • Regionale Schule Am Lindetal, in der Oststadt
  • Regionale Schule Nord, im Reitbahnviertel

;Gymnasien

  • Albert-Einstein-Gymnasium, im Vogelviertel
  • Sportgymnasium, Eliteschule des Sports (mit dem 2009 angegliederten ehemaligen Lessing-Gymnasium), im Kulturpark
  • Abendgymnasium, im Vogelviertel

;Gesamtschulen

  • Integrierte Gesamtschule „Vier Tore“ (Europaschule), in der Südstadt
  • Evangelische Schule St. Marien, in der Innenstadt und an der Neustrelitzer Straße
  • Kooperative Gesamtschule „Stella“, im Jahnviertel (seit 2012)

;Förderschulen

  • Landesschule für Körperbehinderte, im Nachtjackenviertel
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache - Sprachheilpädagogisches Förderzentrum, am Lindenberg
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung „Kranichschule“, im Vogelviertel
  • Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung Pestalozzischule, im Katharinenviertel

;Berufliche Schulen

  • Berufliche Schule für Wirtschaft & Verwaltung, auf dem Datzeberg
  • Berufliche Schule Wirtschaft, Handwerk und Industrie mit sonderpädagogischem Zweig, in der Ihlenfelder Vorstadt
  • Berufliche Schule am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, in der Oststadt

; Weitere Schulen und schulische Angebote

  • Evangelische Schule St. Marien, in der Innenstadt
  • BIP-Kreativitätsgrundschule, in der Ihlenfelder Vorstadt
  • Kooperative Gesamtschule mit Grundschule „Stella“, im Reitbahnviertel
  • Landesschule für Körperbehinderte, im Nachtjackenviertel
  • Berufliche Schule am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum, in der Oststadt
  • Leistungsorientiertes Schulzentrum RegioGym „das andere gymnasium“ Neubrandenburg, in der Ihlenfelder Vorstadt
  • Schulstation „Das Boot“, in der Oststadt
  • Bildungsinstitut für Umweltschutz und Wasserwirtschaft Neubrandenburg e. V. (BUW), in der Oststadt
  • Volkshochschule Neubrandenburg, im Katharinenviertel
  • Musikschulzweckverband „Kon.centus“ Neubrandenburg/Neustrelitz, im Katharinenviertel

;Hochschulen

  • Hochschule Neubrandenburg, im Rostocker Viertel

Sport

Neubrandenburg hat sich bereits im frühen 19. Jahrhundert einen Namen als Sportstadt gemacht. Der „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn unterwies mehrere Schüler von 1802 bis 1804 in verschiedenen sportlichen Disziplinen wie Wettläufen, Spielen, Gymnastik, Schwimmen und Klettern im Brodaer Holz am Tollensesee. Zum 150. Geburtstag Jahns wurde 1928 auf der Jahnshöhe nahe dem Belvedere der Jahn–Stein aufgestellt, um an diese Anfänge der weltweit einflussreichen Turnbewegung zu erinnern. Zwischen der Jahnstraße und dem heutigen Friedrich-Engels-Ring wurde 1904 eine Jahn-Büste aus Bronze aufgestellt, die von Martin Wolff geschaffen wurde. Eine weitere Büste wird als Teil des Regionalmuseums im Franziskanerkloster ausgestellt.

Zu DDR-Zeiten und seit der Wiedervereinigung machte Neubrandenburg durch mehrere Olympiagewinner und Weltmeister global auf sich aufmerksam, etwa im Kanusport, im Kugelstoßen, im Diskuswurf und im Siebenkampf. Viele der erfolgreichen Athleten gehören dem SC Neubrandenburg an. Die Stadt ist offizieller Olympiastützpunkt in den Disziplinen Leichtathletik, Kanusport und Triathlon.

Insgesamt gingen im Jahr 2012 rund 13.500 Personen und etwa 40 Prozent der minderjährigen Neubrandenburger in 47 Sportarten organisiert sportlichen Aktivitäten nach. Der Dachverband ist der Kreissportbund Mecklenburgische Seenplatte e. V.

Sportveranstaltungen

Regelmäßige große Sportveranstaltungen sind etwa das alljährliche Festival des Sports, der Tollensesee Cup im Segeln, die Mecklenburger Seenrunde im Radsport, der Tollensesee-Lauf als Marathon und das Tischtennis-Turnier der Tausend. Die DDR-Leichtathletik-Meisterschaften fanden 1989 in Neubrandenburg statt. Die Nachwuchsspiele der Baltic Sea Youth Games wurden 2007 ebenfalls in der „Vier-Tore-Stadt“ veranstaltet. Im Jahr 2010 wurde die Wakeboard-Weltmeisterschaft auf dem Neubrandenburger Reitbahnsee mit seiner Wasserski-Seilbahn ausgetragen.

Sportstätten

  • Das Jahnsportforum ist Neubrandenburgs größte Sporthalle. Viele große Sportereignisse wie Box-Weltmeisterkämpfe werden hier ausgetragen, darunter auch das jährlich stattfindende Knabenturnier, das größte Hallenfußballturnier Deutschlands für Kinder unter 14 Jahren. Die Mehrzweckarena wird u. a. auch für Konzerte genutzt.
  • Das Jahn-Stadion (10 000 Zuschauer) ist das größte Stadion in Neubrandenburg. Vorwiegend finden darin Leichtathletikveranstaltungen statt. Es ist das Heimatstadion des SC Neubrandenburg.
  • Der Ligaplatz am Jahnstadion befindet sich direkt neben dem großen Jahnstadion. Hier werden Fußballspiele ausgetragen. Die Trainingsmöglichkeiten befinden sich hinter dem Ligaplatz. Die Zuschauerkapazität liegt bei ca. 2 500, knappe 2 000 auf der Haupttribüne und knapp 500 Stehplätze gegenüber. Es ist das Heimatstadion des 1. FC Neubrandenburg. Im Jahr 2015 wurde ein Stadionausbau mit Modernisierung der Haupttribüne und dem Bau von Katakomben für Spieler und Funktionäre durchgeführt.
  • Auch die Stadthalle Neubrandenburg dient verschiedenen Sportveranstaltungen, wie etwa dem alljährlichen Tischtennis-Turnier der Tausend des TTSV 90.

Vereine

  • Dem SC Neubrandenburg (SCN) gehören einige Olympiasieger und Top-Athleten an, wie der Kanadierfahrer Andreas Dittmer (mehrfacher Olympiasieger), Kajakfahrer Martin Hollstein (Goldmedaille im Kajak-Zweier in Peking 2008), die Kugelstoßerin Astrid Kumbernuss, der Kugelstoßer Ralf Bartels, die Diskuswerferin Franka Dietzsch (mehrfache Weltmeisterin), die Läuferin Katrin Krabbe und die Siebenkämpferin Sonja Kesselschläger. Der SCN ist nicht nur in Leichtathletik, Kanu oder Triathlon angesehen. Auch in den Abteilungen Volleyball, Tanzen, Behindertensport, Fußball sowie Gesundheits- Breiten- und Seniorensport wird erfolgreiche Arbeit geleistet.
  • Der 1. FC Neubrandenburg 04 spielt derzeit in der Landesliga, war aber auch schon in der Fußball-Oberliga Nordost aktiv. In der Saison 1964/1965 spielte der Club unter dem Namen „SC Neubrandenburg“ ein Jahr in der höchsten Spielklasse der DDR, der DDR-Oberliga. Zudem unterhält der Verein eine Frauenmannschaft, die seit der Saison 2009/2010 aus dem FFV Neubrandenburg heraus eingegliedert wurde. Nach Jahren in der 2. Bundesliga, kicken die Damen momentan in der Regionalliga.
  • PSV Neubrandenburg, der 1990 gegründete Polizeisportverein ist mit 1800 Mitgliedern der zweitgrößte Verein in Mecklenburg-Vorpommern. Zum Verein gehören u.a. die Abteilungen Football, Judo, Boxen, Ringen, Drachenboot, Segeln, Volleyball und Radsport. Der Football-Verein Tollense Sharks konnte sich in der Saison 2013 den Meistertitel in der Regionalliga Ost („3. Bundesliga“) sichern.
  • Der SV Motor Süd Neubrandenburg wurde 1953 als BSG Motor Süd Neubrandenburg gegründet. 1990 wurde er in SV Motor Süd Neubrandenburg e. V. umbenannt. 1988 gab es zehn Sportsektionen mit fast 1000 Mitgliedern, derzeit (Stand 2012) gibt es die drei Abteilungen Fußball, Kanu, Badminton sowie die allgemeine Sportgruppe mit insgesamt etwa 300 Mitgliedern.
  • Der SV Turbine Neubrandenburg bietet u. a. Cheerleading, Turnen, Le Parkour, Schach, Tischtennis, Klettern, Streetdance, Volleyball und Basketball an. Die Basketballabteilung der Männer spielt unter dem Namen Tollense Flyers.
  • Zu DDR-Zeiten existierten weitere Fußballvereine wie z. B. die ASG Vorwärts Neubrandenburg und die ASG Vorwärts Fünfeichen; im Dritten Reich gab es den LSV Neubrandenburg.
  • In der Landesschule für Körperbehinderte Neubrandenburg trainiert die Rollstuhltanzgruppe Neubrandenburg.
  • Der Freizeit- und Sportverein für Behinderte e. V. FSVB

Persönlichkeiten

Stadtchroniken

  • Gottlob von Hacke: Geschichte der Vorderstadt Neubrandenburg. Band I: Vom Jahr 1248 bis 1711 (kein weiterer Band erschienen). Neubrandenburg 1783. (Digitalisat)
  • Franz Boll: Chronik der Vorderstadt Neubrandenburg. Neubrandenburg 1875 (mehrfach nachgedruckt).
  • Wilhelm Ahlers: Historisch-topographische Skizzen aus der Vorzeit der Vorderstadt Neubrandenburg. Neubrandenburg 1876. nachgedruckt
  • Karl Wendt: Geschichte der Vorderstadt Neubrandenburg in Einzeldarstellungen. Neubrandenburg 1922. nachgedruckt
  • Eleonore Wolf: Neubrandenburg. Chronologische Stadtgeschichte und Firmenportraits. (1995, 1997)

Weblinks

    Hinweis

    Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Neubrandenburg

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