Strassen
Einrichtungen
Mechernich
Navigation
Deutschlandkarte
Stadtplan Mechernich
Stadt Mechernich
Bergstr. 1
53894 Mechernich

http://www.mechernich.de

Mechernich

160pxAbb. 1 Wappen von Mechernich
Basisdaten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Kreis Euskirchen
Höhe 290 m
PLZ 53894
Vorwahl 02443, 02256, 02484
Gliederung 44 Ortsteile
Website www.mechernich.de
Bürgermeister Hans-Peter Schick (CDU)

Mechernich ist eine kreisangehörige Stadt im Kreis Euskirchen. Sie befindet sich im Süden von Nordrhein-Westfalen im Naturpark Nordeifel und ist ein Tor zum Nationalpark Eifel. Im Bildungsbereich und in der medizinischen Vorsorge erfüllt die ehemalige Bergbaustadt wichtige Funktionen für die Region Nordeifel.

Geografie

Stadtgliederung

Mechernich besteht aus 44 Ortschaften mit insgesamt rund 27.000 Einwohnern:

Antweiler, Berg, Bergbuir, Bergheim, Bescheid, Bleibuir, Breitenbenden, Burgfey, Denrath, Dreimühlen, Eicks, Eiserfey, Firmenich, Floisdorf, Gehn, Glehn, Harzheim, Heufahrtshütte, Holzheim, Hostel, Kalenberg, Kallmuth, Katzvey, Kommern, Kommern-Süd, Lessenich, Lorbach, Lückerath, Mechernich, Obergartzem, Rißdorf, Roggendorf, Satzvey, Schaven, Schützendorf, Strempt, Urfey, Voißel, Vollem, Vussem, Wachendorf, Weiler am Berge, Weißenbrunnen, Weyer und Wielspütz.

Lage

Die Stadt Mechernich grenzt an folgende Gemeinden:

Stadt Zülpich, Kreisstadt Euskirchen, Stadt Bad Münstereifel, Gemeinde Nettersheim, Gemeinde Kall, Stadt Schleiden (alle im selben Kreisgebiet) und die Stadt Heimbach (Eifel) (im Kreis Düren)

Geschichte

Ortsgeschichte

Mechernich wurde im Jahre 1308 erstmals unter dem Namen „Megchernich“ im „Liber valoris“, dem „Werte-Buch der Kirchen der Diözese Köln“, urkundlich erwähnt. 1394 wird zum ersten Mal der Bergbau auf dem Mechernicher Bleiberg schriftlich erwähnt. Möglicherweise geht dieser Bergbau bis in römische und keltische Zeit zurück, sichere Belege hierfür fehlen aber bislang.

Die jüdische Bevölkerung in Mechernich wuchs ab Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem durch den Zuzug aus umliegenden Dörfern an, 1885 zählte die zum Synagogenbezirk Schleiden-Malmedy gehörende örtliche jüdische Gemeinde 64 Mitglieder. Eine 1883 eingeweihte Synagoge in der damaligen Heerstraße (heutige Rathergasse) war 1930 offenbar schon baufällig. Das Gotteshaus wurde im Zuge der Novemberpogrome 1938 schwer beschädigt und 1939 abgerissen.

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1969 wurde Mechernich durch die Eingemeindung der bis dahin selbständigen Gemeinden Berg, Bleibuir, Breitenbenden, Eicks, Floisdorf, Glehn, Harzheim, Holzheim, Hostel, Kallmuth, Lorbach, Vussem-Bergheim und Weyer vergrößert. Im Zuge der nordrhein-westfälischen, kommunalen Neugliederung wurden am 1. Januar 1972 die Kreise Euskirchen und Schleiden vereinigt. Die Gemeinden Veytal (vorher Altkreis Euskirchen) und Mechernich (vorher Altkreis Schleiden) wurden ebenfalls zusammengeführt. Außerdem wurden Teile der Gemeinde Kall (früher: Gemeinde Wallenthal) mit 390 Einwohnern nach Mechernich umgegliedert. Die neu gebildete Gemeinde Mechernich im neuen Kreis Euskirchen umfasst 44 Ortschaften. Sie bekam am 23. Juli 1975 die Stadtrechte verliehen.

Politik

Bürgermeister

Bürgermeister der Stadt Mechernich ist seit 1999 Hans-Peter Schick (CDU). 2004 wurde er mit 59,27 Prozent, 2009 mit 63,48 Prozent, 2014 mit 71,36 Prozent und 2020 mit 58,33 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

Stadtrat

Die bisher 32 Sitze des Stadtrats wurden durch Überhang- und Ausgleichsmandate auf nun 38 aufgestockt und verteilen sich seit der Kommunalwahl am 13. September 2020 wie folgt:

  • CDU: 16 Sitze (+3)
  • SPD: 7 Sitze (±0)
  • UWV: 5 Sitze (−1)
  • GRÜNE: 5 Sitze (+2)
  • FDP: 2 Sitze (±0)
  • LINKE: 1 Sitz (±0)
  • AfD: 2 Sitze (+2)

Wappen

Städtepartnerschaft

Mechernich unterhält seit 1967 eine Partnerschaft mit der südfranzösischen Stadt Nyons. Seit 2016 besteht zudem eine Städepartnerstadt mit der polnischen Stadt Skarszewy.

Sehenswürdigkeiten und Tourismus

  • Durch die südlichen Ortsteile der Stadt führt die Eifelwasserleitung. Sie ist einer der längsten Aquädukte des Römischen Reiches, der das antike Köln mit Trinkwasser versorgte.
  • Im Stadtteil Satzvey befindet sich eine der besterhaltenen Wasserburgen der Eifel, die gleichnamige Burg Satzvey.
  • Kakushöhle, ein Höhlensystem im Ortsteil Dreimühlen, das schon in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte besiedelt wurde. Die Höhlen entstanden durch Auswaschungen vor etwa 250.000 bis 500.000 Jahren. In vorgeschichtlicher Zeit wurden die Höhlen durch einen künstlich angelegten Wall gesichert.
  • Der Herkelstein, eine 434,5 m hohe Erhebung im nordöstlichen Teil der Eifel (NRW, Deutschland) bildet den höchsten Punkt des Eschweiler Höhenzuges und liegt im Naturpark Nordeifel.
  • Bruder-Klaus-Kapelle von Peter Zumthor
  • Hochwildpark Rheinland
  • Erlebniswelt Eifeltor, ein 500.000 m² großer Erlebnispark mit vielen Attraktionen für jung und alt
  • Historischer Ortskern von Kommern

Burgen und Schlösser

Auf dem Stadtgebiet von Mechernich befinden sich sieben Burgen und zwei Schlossanlagen: Antweiler, Berg, Firmenich, Kommern, Zievel, Heistard, Satzvey. Die Burg Satzvey ist durch ihre Mittelalter-Events weit über das Kreisgebiet bekannt. Die Schlossanlagen sind Schloss Eicks, das seine Wurzeln im Mittelalter hat, da es aus einem burgartigen Fronhof entstand, und Schloss Wachendorf im gleichnamigen Ortsteil. Zwischen Roggendorf und Strempt befand sich das Haus Rath. Burgvey ist noch als Ruine vorhanden.

Museen

  • Rheinisches Freilichtmuseum in Kommern
  • Bergbaumuseum und Besucherbergwerk Grube Günnersdorf
  • Atomschutzbunker der Landeszentralbank Nordrhein-Westfalen

Kirchen

Mehrere Kirchen in Mechernich und seinen Ortsteilen sind Johannes dem Täufer geweiht:

  • die Alte Kirche in Mechernich, die schon im 11. Jahrhundert als ein flachgedeckter Bau mit ungegliedertem Turm bestand,
  • die 1953 nach Plänen von Peter Salm gebaute Neue Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Mechernich,
  • die Filialkirche St. Johannes im Ortsteil Roggendorf, die nach den Plänen des Architekten Richard Abel 1890 im neostaufischen Stil erbaut wurde. In ihrer Apsis steht der Roggendorfer Schnitzaltar, ein dreiteiliger Schnitzaltar, 235 × 280 cm, von etwa 1500. Er stammt aus Bad Kreuznach und ist ein Geschenk der Bergwerksfamilie Kreuser.
  • die Pfarrkirche St. Johann Baptist in Antweiler gehört zum Seelsorgebereich Veytal.

Im etlichen Kirchen der Stadt Mechernich befinden sich Kunstwerke aus dem Mittelalter:

  • Die Floisdorfer Pfarrkirche St. Pankratius geht auf Pläne des Kölner Baumeisters Theodor Kremer zurück und wurde am 1. August 1895 geweiht. Die Madonna mit Kind stammt von 1400 und ist damit das wohl älteste Kunstwerk aus dem Stadtgebiet Mechernich. Sie ist ohne Krone 80 cm hoch und wurde 1912 in Aachen neu gefasst, instand gesetzt und vergoldet. Vorher stand sie in einem offenen Bethäuschen zwischen Berg und Hergarten. Ihr Kleid ist mit Lilien punziert. Der rechten Hand sind leider Daumen und Zeigefinger abgebrochen.
  • Die heutige Pfarrkirche zum Heiligen Märtyrer Georg in Kallmuth ist ebenso nach Plänen von Theodor Kremer 1888 fertiggestellt worden. Die Kallmuther Pietà steht auf einem Seitenaltar links der Apsis aus Holz misst eine Höhe von 79 cm ist vermutlich um das Jahr 1475 entstanden. Sie wurde erstmals 1656 renoviert und wird umrahmt von Bildern des Simeon und des Jeremias.
  • In der Kapelle zu den Drei heiligen Mauren und dem heiligen Hubertus in Hostel ist das Paxtäfelchen zu sehen, ein Schmerzensmann, Öl auf Nussbaum, 19,2 × 11,3 cm, dicke: 2,2 cm aus dem 15. Jahrhundert (Einordnung aus dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege). Auf der Rückseite ist ein schwalbenschwanzförmiger Griff eingezapft, der auch als Ständer dient.
  • In der Kirche St. Rochus befindet sich die Strempter Pietà. Das Gotteshaus wurde in den Jahren 1879/80, auch nach den Plänen von Theodor Kremer errichtet. Sie ist eine dreischiffige neuromanische Basilika ohne Turm aus Backstein. Die Pietà mit einer Höhe von 74 cm stammt aus dem 15. Jahrhundert. Bemerkenswert ist, dass der Heiland an der linken Bauchseite eine Beule, wohl Pestbeule aufweist.

Radwege

Durch die Stadt führen die Radwanderwege:

  • Eifel-Höhen-Route, der als Rundkurs um und durch den Nationalpark Eifel verläuft.
  • Tälerroute, sie erschließt touristisch interessante Orte in Nordrhein-Westfalen auf familienfreundlicher Strecke.
  • Wasserburgenroute, sie verbindet mehr als 130 Burgen am Rand der Eifel und in der Kölner Bucht.
  • D-Route 4: Mittelland-Route: Von Aachen über Bonn und Siegen, Erfurt, Jena und Chemnitz nach Zittau.
  • D-Route 7: Pilgerroute: Von Aachen über Köln, Düsseldorf, Duisburg, Münster, Osnabrück, Bremen und Hamburg nach Flensburg.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Schienenverkehr

Der Bahnhof Mechernich liegt an der Eifelstrecke (Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier), auf der im Schienenpersonennahverkehr

  • der Eifel-Mosel-Express (RE 12) Köln–Euskirchen–Gerolstein–Trier
  • der Eifel-Express (RE 22) Köln–Euskirchen–Gerolstein mit Durchbindung nach Trier (RB 22) und
  • die Eifel-Bahn (RB 24) Köln–Euskirchen–Kall, in der Hauptverkehrszeit bis Gerolsteinverkehren.
Linie Verlauf Takt

Ein weiterer Halt ist in Satzvey. Er wird nur stündlich von der Eifel-Bahn bedient.

Der Schienenpersonennahverkehr wird von der DB Regio NRW unter dem Markennamen Vareo durchgeführt, die für den Eifel-Express und die Eifel-Bahn Diesel-Triebwagen der DB-Baureihe 620 und 622 in teilweise gemischter Ein- bis Dreifachtraktion für Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h einsetzt. Aktuell werden jedoch nur maximal drei zweiteilige oder zwei dreiteilige Triebwagen zusammengekoppelt.

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Busverkehr

Zentraler Umsteigepunkt in Mechernich ist Mechernich Bf. Von dort verkehren die VRS-Buslinien 773, 808, 809, 811, 826, 830, 887, 888 und 897, teilweise als TaxiBusPlus im Bedarfsverkehr. Zusätzlich verkehren einzelne Fahrten der auf den Schülerverkehr ausgerichteten Linien 827, 867, 868, 893, 896 und 898.

Linie Betreiber Verlauf

Straßen

Mechernich liegt an den Bundesstraßen 266 und 477. Am östlichen Rande des Stadtgebietes verläuft die Eifelautobahn A 1 mit der Anschlussstelle Bad Münstereifel/Mechernich.

Der Ort liegt an der alten Römerstraße Trier–Neuss.

Bildung

Schulbildung

Die Schulen im Stadtgebiet Mechernich decken mit den Schulformen Grundschule, Gesamtschule, Gymnasium und Waldorfschule alle Bildungsstufen bis einschließlich Sekundarstufe II ab.

Kernort
  • Katholische Grundschule Mechernich
  • Gymnasium Am Turmhof
  • Gesamtschule Mechernich
Kommern
  • Katholische Grundschule Kommern
Lückerath
  • Katholische Grundschule Lückerath
Satzvey
  • Gemeinschafts-Grundschule Satzvey
  • Waldorf Nordeifel - Freie Veytalschule Satzvey

Weitere Bildung

Eine Musikschule wird durch den Musikschulzweckverband Schleiden angeboten. Verschiedene Weiterbildungen erfolgen durch die VHS Kreis Euskirchen.

Bibliotheken

  • Stadtbibliothek Mechernich
  • Katholische Bibliothek Kommern

Krankenhaus

In Mechernich befindet sich das 413 Betten starke Kreiskrankenhaus Mechernich mit insgesamt 9 Fachabteilungen, einer Belegabteilung und zwei nicht Betten führenden Abteilungen. Die Kreiskrankenhaus Mechernich GmbH wurde 1909 gegründet. Die Geschichte reicht jedoch bis ins 19. Jahrhundert zurück, als verunglückte Bergarbeiter in einem eigens dafür eingerichteten Ort zur Versorgung behandelt wurden. Dies war wohl der Grundstein für die heutige Abteilung der Unfallchirurgie im Kreiskrankenhaus Mechernich.

Persönlichkeiten

  • Bernhard Clemens August Eick (1814–1868), Bergbeamter, Altphilologe und Altertumsforscher
  • Adolf Meyer (1881–1929), Architekt
  • Josef Linden (1926–2017), Landrat des Kreises Euskirchen von 1976 bis 1994
  • Tom Krey (* 1947), Maler
  • Dieter Engels (* 1950), Jurist und Präsident des Bundesrechnungshofes
  • Hans-Peter Salentin (* 1961), Jazztrompeter und Professor für Jazztrompete an der Musikhochschule Würzburg
  • Ursula Weidenfeld (* 1962), Wirtschaftsjournalistin
  • Martina Havenith-Newen (* 1963), Hochschullehrerin und Physikerin
  • Volker Mießeler (* 1966), Politiker (CDU), Bürgermeister von Bergheim
  • Bettina Wiegmann (* 1971), Fußballspielerin
  • Dirk Moritz (* 1979), Schauspieler
  • Thomas Metzen (* 1981), DFB-Schiedsrichter
  • Birthe Wolter (* 1981), Schauspielerin
  • Katrin Schmidt (* 1986), Fußballspielerin
  • Klaus Vater (* 1946), ehem. Regierungssprecher

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Mechernich

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.