Bürgermeisteramt
Grenzach-Wyhlen
Hauptstr. 10
79639 Grenzach-Wyhlen

http://www.grenzach-wyhlen.de

Grenzach-Wyhlen

160pxAbb. 1 Wappen von Grenzach-Wyhlen
Basisdaten
Bundesland Baden-Württemberg
Höhe 263 m
Fläche 17.32 km2
PLZ 79639
Vorwahl 07624
Gliederung 3 Ortsteile
Website www.grenzach-wyhlen.de
Bürgermeister Tobias Benz ()

Grenzach-Wyhlen ist eine Gemeinde im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg im äußersten Südwesten Deutschlands mit 14351 Einwohnern (Stand: 29. August 2014).

Geographie

Geographische Lage

Grenzach-Wyhlen liegt am Hochrhein im Dreiländereck von Schweiz, Frankreich und Deutschland an den südlichen Ausläufern des Südschwarzwalds. In direkter Nähe liegt der Dinkelberg.

Schutzgebiete

Auf dem Gemeindegebiet von Grenzach-Wyhlen liegen sowohl die Naturschutzgebiete

  • 3018-Buchswald bei Grenzach,
  • 3047-Altrhein Wyhlen,
  • 3150-Ruschbachtal und
  • 3167-Leuengrabenals auch das Landschaftsschutzgebiet
  • 3.36.003 Grenzacher Horn.Diese Schutzgebiete sind in das FFH-Gebiet 8411-341 Wälder bei Wyhlen integriert, das eine Größe von 693 Hektar hat. Ein kleiner Teil des 582 Hektar großen Vogelschutzgebiets 8311-441 Tüllinger Berg und Gleusen liegt ebenfalls auf der Gemarkung von Grenzach-Wyhlen.

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Norden an Inzlingen, im Osten an die Stadt Rheinfelden (Stadtteil Herten), ferner an die Schweizer Gemeinden Pratteln und Augst im Süden, an Muttenz und Birsfelden im Westen, alle im Kanton Basel-Landschaft und im Süden zudem an Kaiseraugst im Kanton Aargau sowie im Nordwesten an Riehen und Bettingen im Kanton Basel-Stadt.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Grenzach-Wyhlen besteht aus den ehemaligen Gemeinden Grenzach und Wyhlen. Zur ehemaligen Gemeinde Grenzach gehört das Dorf Grenzach. Zur ehemaligen Gemeinde Wyhlen gehören die Dörfer Rührberg und Wyhlen, die Siedlungen Karbidfabrik, Kraftwerk, Siedlung an der Rheinfelder Straße und Sodafabrik und die Häuser Am Schacht. Der zu Grenzach-Wyhlen gehörende Ort Rührberg liegt oberhalb von Wyhlen (). Er wurde etwa 1750 erstmals schriftlich erwähnt und um 1830 wurde er von Bauern besiedelt. Rührberg hat etwa 400–500 Einwohner.

Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Grenzach liegen die Wüstungen Bertlikon und Büttiken sowie die abgegangene Burg Burggraben. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Wyhlen liegen die Wüstungen Adaghiliniswillare, Angin, Ansoldowilare, das nicht genau lokalisiert ist und eventuell in Schopfheim liegt, Auhof, Gewert oder Gewörtinsel und Linda.

Geschichte

Die heutige Gemeinde Grenzach-Wyhlen entstand am 1. Januar 1975 aus den beiden selbstständigen Gemeinden Grenzach und Wyhlen im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform. Erste Siedlungen in der heutigen Gemarkung sind keltischen Ursprungs und gehen auf die Hallstattzeit im frühen 1. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurück. Der keltischen Besiedlung folgte die römische und ab dem 3. Jahrhundert eine alamannische.

Auf die alamannische Besiedelung geht der Name des Teilortes Wyhlen (ze wilon, bei den Gehöften) zurück.

Die römische Niederlassung hieß Carantiacum (Gut des Carantius). Aus diesem Namen ging der heutige Teilortname Grenzach hervor. Im Jahr 1982 fanden sich Reste einer römischen Villa und im Jahr darauf fanden sich erste Mauerreste eines Nebengebäudes. Diese wurden über zwei Jahre archäologisch untersucht. 1991 wurden weitere Mauern gefunden, die restauriert wurden und noch in den Becken sichtbar sind.

Die urkundliche Ersterwähnung der Siedlungen findet sich schließlich im 13. Jahrhundert. Grenzach und Wyhlen waren inzwischen unter fränkischer Herrschaft. Im späten Mittelalter trennte die Ortschaften eine Landesgrenze. Grenzach kam zur Markgrafschaft Baden, Wyhlen zu Vorderösterreich (Landschaft Rheintal in der Kameralherrschaft Rheinfelden). Seit etwa 1315 gab es in Grenzach ein Weiherschloss. Fast 250 Jahre (1491–1735) waren die Herren von Bärenfels, die in diesem Schloss residierten, ein bestimmender Faktor für das Dorf.

Im Dreißigjährigen Krieg und in späteren kriegerischen Auseinandersetzungen erlitten die Ortschaften schwere Verwüstungen. Mit der Gründung des Großherzogtums Baden wurde auch Wyhlen badisch, so dass die beiden Orte nach mehr als 500 Jahren wieder zur selben Territorialherrschaft gehörten.

Nordwestlich von Grenzach befindet sich der Rest einer prähistorischen Wehranlage, Burg Hornfels.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde in Wyhlen mit dem Kalkstein vom Dinkelberg und dem Salz aus der Saline Soda und Ammoniak produziert. Ein alter Bau der ehemaligen Saline ist heute noch zu sehen.

Am 26. Oktober 2014 wurde ein neuer Bürgermeister gewählt. Im ersten Wahlgang konnte sich Tobias Benz durchsetzen und gewann die Wahl mit 50,38 %. Sein Vorgänger war Jörg Lutz.

Politik

Gemeinderat

Die Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:

Partei Stimmenanteil Sitze +/–
CDU 25,4 % 6 + 1
SPD 23,5 % 5 ± 0
GRÜNE 20,0 % 4 ± 0
FWG 18,8 % 4 + 1
FDP 12,3 % 3 − 2
Gesamt 100 % 22

Bürgermeister

Seit der Fusion von Grenzach und Wyhlen gab es drei Bürgermeister:

  • 1975–1999 Hans-Joachim Könsler
  • 1999–2014 Jörg Lutz (parteilos)
  • seit 2014 Tobias Benz (CDU)

Von 1999 bis 2014 war der parteilose Jörg Lutz Bürgermeister von Grenzach-Wyhlen; er wurde 2007 mit etwa 98 % Stimmenanteil wiedergewählt, bis er im Juli 2014 zum Oberbürgermeister von Lörrach gewählt wurde, so dass am 26. Oktober 2014 wiederum eine Bürgermeisterwahl in Grenzach-Wyhlen stattfand. Der von der CDU, SPD und FDP unterstützte Kandidat Tobias Benz (CDU) erreichte im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit (50,38 %) bei einer Wahlbeteiligung von 49,97 %. Er hat das Amt am 1. Dezember 2014 angetreten.

; Bürgermeister von Wyhlen bis 1974
  • 1898–1908 Wilhelm Deschler
  • 1908–1911 Franz Xaver Böhler
  • 1911–1920 Kornel Böhler
  • 1920–1922 Herbert Pfeiffer
  • 1922–1934 Wilhelm Voegele
  • 1934–1943 Heribert Mutter
  • 1943–1945 Franz Anton Deschler
  • 1945–1948 Wilhelm Voegele
  • 1946–1968 Johann Boll
  • 1968–1971 Bernhard Schott (Amtsverweser)
  • 1971–1974 Hans-Joachim Könsler
;Bürgermeister von Grenzach bis 1974
  • 1872–1905 August Oertlin
  • 1906–1924 Johann Ernst Blubacher
  • 1924–1934 Hermann Barth
  • 1934–1937 Albert Karl Friedrich Schmidt
  • 1938–1945 Fridolin Philipp
  • 1945–1957 Jakob Ewelshäuser
  • 1957–1974 Walter Bertsch

Gemeindepartnerschaften

Grenzach-Wyhlen unterhält seit 1990 eine Partnerschaft mit dem italienischen Pietrasanta.

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Grenzach-Wyhlen zeigt hinten auf goldenem Grund einen schwarzen linksgewendeten, rotgezungten, aufrecht stehenden Bären auf zwei blauen Wellenleisten. Vorne ist eine stilisierte, schwebende blaue Traube mit grünem Stiel und Blatt zu sehen. Die Wellenbalken deuten die Nähe des Ortes zum Rhein an, die Trauben stehen für den Weinbau. Wappen und Flagge in den Farben Blau-Gelb hat das Landratsamt Lörrach am 10. Januar 1978 verliehen. Die goldene Wappenfarbe stammt vom alten Grenzacher Wappen. Der Bär war Teil des alten Wyhlener Wappens und ist dem Wappen der Herren von Bärenfels entlehnt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Besondere Erwähnungen verdienen das Grenzacher Schlössle, ein Wasserschloss, das Zehnthaus in Wyhlen, das ehemalige Prämonstratenser-Kloster Himmelspforte und das Kraftwerk Wyhlen.

Im Waldgebiet der Teilgemeinde Grenzach lag knapp oberhalb des Grenzüberganges „Riehener Weg“ (am Fußwanderweg Richtung Hornfelsen) der südlichste Bunker des sogenannten „Westwalls“, der allerdings schon kurz nach Kriegsende gesprengt wurde. Gleichwohl ist die Bunkeranlage nebst den Gräben noch gut erhalten. Der Bunker wurde aus Sicherheitsgründen vor einigen Jahren restlos eingeebnet und ist nicht mehr sichtbar.

Im Waldrandgebiet des Ortsteils Wyhlen (Nähe Engeltal) befand sich im Wald ca. 200 bis 300 m nach dem Ortsende in Wanderrichtung Markhof (Herten) ebenfalls eine stattliche Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Auch sie wurde nach dem Krieg gesprengt, lag lange als gefährliche Ruine (herausstehende Armierungseisen, etc.) herum und ist heute kaum noch sichtbar.

Der Ortsteil Rührberg liegt am Westweg des Schwarzwaldvereins, einem Fernwanderweg von Pforzheim nach Basel, der an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Kirchen

  • St. Leodegar (Grenzach)
  • St. Michael (Grenzach)
  • Friedenskirche (Wyhlen)
  • St. Georg (Wyhlen)

Museen

In Grenzach befindet sich das Regional-Museum Römervilla, das vom Verein für Heimatgeschichte betreut wird. Bei der Ausgrabung wurden über zwei Meter hohe Mauerteile einer römischen Peristylvilla freigelegt sowie ein großes Badebecken, Säulen, Marmorprofile von Türen und Fenstern und hochqualitätsvolle Wandmalereien.Mit der Umgestaltung 2011 wurde das Museum zum Regional-Museum aufgewertet und zeigt als Schwerpunkt römische Alltagskultur. Es ist das einzige Römermuseum im Landkreis Lörrach.

Naturdenkmäler

Der Buchswald von Grenzach-Wyhlen ist ein Naturschutzgebiet von internationaler Bedeutung, wird aber immer mehr eingedämmt durch den Buchsbaumzünsler sowie eine bestimmte Pilzart.

Sport

Bei den Handballern des TV Grenzach spielten die 1. Damenmannschaft in der 3. Liga. Der örtliche Ruderclub RC Grenzach konnte schon einige Weltmeisterschafts-Medaillen erringen und stellt aktuelle Welt- und Europameister im Ruder- und Drachenbootsport. Außerdem besitzt der TV Grenzach eine Basketball-Abteilung die innerhalb des Basketballverbands Nordschweiz spielt. Darüber hinaus gibt auch die SG Grenzach-Wyhlen die aus dem SV Wyhlen und dem 1. FC Grenzach hervorgegangen ist, momentan spielt sie in der Kreisliga B und vor allem durch die große Jugenabteilung mit mehr als 250 Kindern und Jugendlichen bekannt ist. Weitere Vereine sind der Judoclub Grenzach-Wyhlen, zwei Tennis Vereine und andere.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Gemeinde ist über die Hochrheinbahn (Basel – Singen) mit dem überregionalen Schienennetz verbunden. Darüber hinaus verfügt sie über einige lokale und regionale Busverbindungen. Sie gehört dem Regio Verkehrsverbund Lörrach an. Die Bundesstraße 34 nach Bodman-Ludwigshafen verknüpft Grenzach-Wyhlen mit dem überregionalen Straßennetz. Nächste Autobahnanschlussstellen sind Rheinfelden-Süd/Grenzach-Wyhlen/(B 34) (A 861), Lörrach-Ost (A 98) sowie in der Schweiz Basel-Ost/Wettstein (A 2)

Um mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern und damit umweltfreundlicher zu transportieren, ist bei der Gemeinde der „Hochrhein-Güterbypass“ geplant, gegen dessen Realisierung es jedoch Anwohnerproteste gibt.

Seit Dezember 2008 verbindet die Buslinie 38 Grenzach-Wyhlen mit Basel. Sie wird von der BVB und dem SBG gemeinschaftlich betrieben und fährt halbstündlich über die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz.

Ansässige Unternehmen

In Grenzach-Wyhlen ist die Roche Pharma AG mit über 1.200 Mitarbeitern ansässig, die für das Marketing und den Vertrieb verschreibungspflichtiger Arzneimittel auf dem deutschen Markt zuständig ist. Ebenso ist hier der Sitz der Roche Deutschland Holding GmbH – der Dachorganisation der verschiedenen deutschen Roche-Gesellschaften, die in Deutschland knapp 10.000 Arbeitsplätze unterhält. https://www.roche.de/about/standorte/grenzach/index.htmlAuch die NaturEnergie AG, einer der bundesweit größten Anbieter von Ökostrom hat in der Gemeinde ihren Sitz und betreibt an der Staustufe Augst/Wyhlen ein Wasserkraftwerk.

Bildung

In Grenzach-Wyhlen bestehen alle Schularten des dreigliedrigen Schulsystems. Am Lise-Meitner-Gymnasium kann das Abitur abgelegt werden. Auf dem gleichen Gelände in der Kantstraße besteht auch eine Realschule. Daneben gibt es mit der Bärenfelsschule in Grenzach und der Lindenschule in Wyhlen zwei Grundschulen. Seit dem Schuljahr 2010/2011 ist die Bärenfelsschule zur Werkrealschule ausgebaut worden. Die Hebelschule in Wyhlen (Grundschule), wurde 2012 aufgelöst und ging in der Lindenschule auf. Sie war eine der ersten Grundschulen die in Baden-Württemberg in Lerngruppen klassenübergreifend unterrichtet hat.

Für die Kleinsten gibt es zwei kommunale, zwei evangelische, zwei katholische und einen privaten Kindergarten.

Im Schulzentrum Wyhlen ist auch eine Außenstelle der Musikschule Rheinfelden (Baden) untergebracht.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

;Wyhlen:

  • 1930: Jakob Schaffner (1875–1944), Schriftsteller und Träger des Johann-Peter-Hebel-Preises 1943

;Grenzach-Wyhlen:

  • 1997: Erhard Richter (* 26. Juli 1927 in Grenzach), Oberstudiendirektor, Heimatkundler und Träger des Bundesverdienstkreuzes, der Ehrenmedaille in Gold des Landkreises, der Verdienstmedaille sowie der Heimatmedaille des Landes Baden-Württemberg (2008) für die Verdienste im Bereich der Heimatpflege

Mit Grenzach-Wyhlen verbundene Persönlichkeiten

  • Der Dramatiker Rolf Hochhuth lebte jahrelang abwechselnd in Grenzach-Wyhlen und Berlin.
  • Die ehemalige Fußballerin Alexandra Stegmann, FIFA-U-19-Weltmeisterschafts-Dritte, wuchs in Grenzach-Wyhlen auf.
  • Der deutsch-schweizerische Ruderer Simon Niepmann (* 1985) wuchs in Grenzach auf und lebt noch immer dort.
  • Der österreichische Schauspieler Klaus Maria Brandauer lebte als Jugendlicher in Grenzach, wo sein deutscher Vater Zollbeamter war.
  • Die österreichische Sängerin Miriam Feuersinger lebt hier.

Söhne und Töchter des Ortes

  • Ernst Bürgin (1885–1966), Chemiker, Wehrwirtschaftsführer und verurteilter Kriegsverbrecher
  • Mano Ziegler (1908–1991), deutscher Testpilot und Schriftsteller
  • Barbara Claßen (1957–1990), Judoka

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Grenzach-Wyhlen

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