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Gevelsberg
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Stadt Gevelsberg
Der Stadtdirektor
Rathausplatz 1
58285 Gevelsberg

http://www.gevelsberg.de

Gevelsberg

160pxAbb. 1 Wappen von Gevelsberg
Basisdaten
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Kreis Ennepe-Ruhr-Kreis
Höhe 170 m
PLZ 58285
Vorwahl 02332
Website www.gevelsberg.de
Bürgermeister Claus Jacobi (SPD)

Gevelsberg ist eine Stadt mit rund 31.000 Einwohnern im südlichen Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Sie gehört dem Ennepe-Ruhr-Kreis an.

Geografie

Geografische Lage

Die geographische Lage Gevelsbergs (Innenstadt) ist 7° 20 östliche Länge und 51° 19 nördliche Breite. Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 26,27 km². Die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 7,1 km und die größte West-Ost-Ausdehnung 7,15 km. Die Höhendifferenz innerhalb des Stadtgebiets beträgt etwa 200 Meter. Die tiefste Stelle liegt an der Ennepe bei Vogelsang mit , die höchste Stelle am Hageböllinger Kopf mit .

Kulturgeographisch befindet sich Gevelsberg in einer Übergangslage zwischen dem Ruhrgebiet im Norden sowie Sauerland und Bergischem Land im Süden.

Naturraum

Naturräumlich gehört das Stadtgebiet zum Süderbergland innerhalb des Rechtsrheinischen Schiefergebirges. Im Raum Gevelsberg wird das Süderbergland in mehrere Untereinheiten gegliedert:

  • Weite Teile des nördlichen Stadtgebiets (Asbeck, Berge und Silschede) zählen zum Niederbergisch-Märkischen Hügelland (mit den Einheiten Märkisches Schichtrippenland, Haßlinghauser Rücken und z.T. Linderhauser Rücken).
  • Das Stadtzentrum und Bereiche entlang der Ennepe werden zum Märkisch-Sauerländischen Unterland (mit der Einheit des Unteren Ennepetals) gerechnet.
  • Der Bereich des Gevelsberger Stadtwalds im Südosten zählt zum Märkischen Oberland (mit der Einheit der Hesterthardt).
  • An der Grenze zu Schwelm gehört ein geringer Teil des Stadtgebiets zu den Bergischen Hochflächen (mit der Einheit der Wupper-Ennepe-Hochflächen).

Kulturlandschaftlich zählt das gesamte Stadtgebiet zum Niederbergisch-Märkischen Land.

Stadtgliederung

In ihrem heutigen Umfang besteht die Stadt seit der kommunalen Gebietsreform am 1. Januar 1970. Damals wurden durch das Gesetz zur Neugliederung des Ennepe-Ruhr-Kreises die bis dahin selbstständigen, dem Amt Volmarstein zugehörigen und nördlich von Gevelsberg liegenden Gemeinden Asbeck, Berge und Silschede – mit Ausnahme kleiner Randgebiete, die zu den Städten Wetter (Ruhr) und Sprockhövel kamen – in die Stadt Gevelsberg eingemeindet. Im Zuge der Gebietsreform wurden des Weiteren geringe Teile von Haßlinghausen und Linderhausen in die Gemarkungen Gevelsberg und Asbeck eingegliedert.Vor der Gebietsreform besaß Gevelsberg eine Fläche von 11,26 km².

Seit der Gebietsreform von 1970 umfasst die Katasterfläche der Stadt 26,27 km². Sie ist in vier Gemarkungen mit insgesamt 44 Fluren unterteilt (Stand 2013). Die heutigen Gemarkungsgrenzen entsprechen weitgehend (abgesehen von kleinräumigen Anpassungen) den bis 1969 gültigen Gebietsgrenzen der ehemaligen Stadt Gevelsberg und der drei alten Gemeinden.

Verwaltungstechnisch ist die Stadt Gevelsberg seit 1970 in vier (mit den Gemarkungen übereinstimmende) Stadtteile gegliedert, zu denen jeweils mehrere Ortslagen gehören, d.h. unterschiedliche Siedlungsbereiche wie Stadtviertel, Weiler oder Einzellagen.

Übersicht der Gemarkungen/Stadtteile von Gevelsberg, Stand 2013
Gem.nr. Gemarkung Fläche Historie zugehörige Ortslagen
1310 Gevelsberg 12,47 km² bis 1969 Stadt Gevelsberg u. a. An der Maus, Börkey, Braken, Bruchmühle, Frielinghausen, Hagebölling, In der Aske, In der Bredde, Klostermark, Sauerbruch, Vogelsang
1343 Asbeck 3,42 km² bis 1969 Gemeinde Asbeck u. a. Sonnenschein, Vosshausen
1344 Berge 5,16 km² bis 1969 Gemeinde Berge u. a. Auf der Geer, Heck, Knapp
1348 Silschede 5,24 km² bis 1969 Gemeinde Silschede u. a. Behrenbruch, Büffel, Ellinghausen, Ilberg

Nachbargemeinden

Die direkten Nachbarstädte von Gevelsberg sind im Osten die kreisfreie Stadt Hagen sowie – weiter im Uhrzeigersinn – Ennepetal, Schwelm, Sprockhövel und Wetter (Ruhr) als Nachbarstädte im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Geschichte

Erste Spuren menschlichen Lebens auf dem heutigen Gevelsberger Stadtgebiet stammen aus der Steinzeit.

Der Ort Gevelsberg ist aus der früheren Bauerschaft Mylinghausen hervorgegangen. Urkundlich erwähnt wurde Milinchusen erstmals am 13. Dezember 1096. In dieser Urkunde überließ der Erzbischof von Köln dem Kloster von Siegburg unter anderem einen Hof in Mylinghausen. Aufgrund der Endung des Namens auf -inghausen wird angenommen, dass der Name Mylinghausen und damit die Besiedlung aus dem 9. Jahrhundert stammt.

  • 1102 musste Friedrich von Westfalen die Hälfte seiner Grafschaft an den Erzbischof von Köln abtreten. Zu dem abgetretenen Teil, mit dem die Edelherren von Volmarstein belehnt wurden, gehörte auch das Gebiet um Gevelsberg.
  • Ab 1180 wurden die Erzbischöfe von Köln als Herzöge von Westfalen auch weltliche Herrscher über Gevelsberg.
  • Bekannter wurde Gevelsberg 1225, denn am 7. November des Jahres wurde in einem Hohlweg am Hang des Gevelsbergs der Reichsverweser und Kölner Erzbischof Engelbert, Graf von Berg, von dem Sohn seines Vetters, dem Grafen Friedrich von Isenberg, überfallen und erschlagen. Am vormaligen Tatort wurde etwa um 1230 zur Sühne ein Zisterzienserinnenkloster errichtet, das die Keimzelle der heutigen Stadt wurde.
  • Ab 1324 gehörte Gevelsberg zur Grafschaft Mark.
  • Ab 1577 wurde das Zisterzienserinnenkloster in ein freiweltliches adeliges Damenstift umgewandelt. Es bestand bis 1812, als es unter Napoleon aufgelöst wurde.
  • 1609 kam Gevelsberg unter die Herrschaft des Churfürsten von Brandenburg, der die Grafschaft Mark erbte. Da die Erbteilung auf Schwierigkeiten stieß, erfolgte bis 1614 eine gemeinsame Verwaltung der Grafschaft Mark mit dem Herzog Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg. Nach 1614 gehört Gevelsberg nur noch zu Brandenburg.
  • 1805, also kurz vor Aufhebung des Klosters durch Napoleonisches Dekret, wurde noch das repräsentative Schieferhaus Im Stift 6 im Stil des Klassizismus für die Äbtissin fertiggestellt.
  • Während der napoleonischen Besatzung der Jahre 1807–1813 gehörte Gevelsberg zum Großherzogtum Berg.
  • 1815 wurde die preußische Provinz Westfalen geschaffen, zu der Gevelsberg fortan gehörte.
  • Am 1. Mai 1867 wurde die Landgemeinde Mylinghausen offiziell in Gevelsberg umbenannt.
  • Am 1. Februar 1886 wurden Gevelsberg aufgrund der Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen vom Kaiser Wilhelm I. als König von Preußen die Stadtrechte verliehen.
  • 1889/1890 wurde in Gevelsberg eines der ersten kommunalen Elektrizitätswerke in Deutschland errichtet. Als zweite Stadt in Deutschland (nach Berlin) führte Gevelsberg eine elektrische Straßenbeleuchtung ein.
  • Das Aufblühen der kleinindustriellen Wirtschaft (Wasserkraft nutzende Hammerwerke, Kleineisenprodukte) ließ die Bevölkerungsanzahl im 19. Jahrhundert stark ansteigen. Zahlreiche Wohnhäuser, Fabrikantenvillen und Fabrikanlagen entstanden in dieser Zeit, die das Stadtbild noch heute prägen.
  • Nach der Reichspogromnacht 1938 wurden die jüdischen Bürger in der folgenden Zeit verschleppt. Fedor und Johanna Rosenthal, die ein großes Textilkaufhaus in Gevelsberg betrieben, kamen im KZ Sachsenhausen und Ghetto Theresienstadt um.
  • 1946 wurde Preußen aufgelöst und Gevelsberg gehört seitdem zum Land Nordrhein-Westfalen.

Bergbaugeschichte

Im nördlichen Gevelsberger Stadtteil Silschede gab es schon früh, vermutlich ab Mitte des 15. Jahrhunderts, Bergbau. Wie in den Nachbargemeinden Wetter und Sprockhövel streichen dort die ältesten Flöze der Steinkohle an der Erdoberfläche aus. Erstmals urkundlich belegt ist der Abbau für 1641. Um diese Zeit gab es bereits einen alten Stollen in einem vor langer Zeit verlassenen Kohlenbergwerk. In dieser Gegend bauten die Zechen Dachsloch, Fuchsloch und Grevelsloch auf den Flözen Breite Bank, Schmale Bank und Striepen. Aus diesen Zechen entwickelte sich die Zeche Dachs & Grevelsloch. Der Hauptförderschacht war der Schacht Rudolph. 1871 wurde die Zeche Dachs & Grevelsloch von der Zeche Deutschland übernommen.

Im Jahre 1849 erbaute die Zeche Trappe in Silschede ihren neuen Tiefbauschacht Voerster. 1925 wurde dieses Bergwerk geschlossen. Nach dem Krieg gab es noch einzelne Zechen, die aber auch nach wenigen Jahren aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen wurden. So wurden zum Beispiel auf der Kleinzeche „Wilhelmsfreude“ in den alten Kohlenfeldern Restbestände abgebaut.

Im Süden und im Norden Gevelsbergs gab es unbedeutende Eisenerzvorkommen.

Politik

Gemeinderat

Sitzverteilung im Gevelsberger Stadtrat
Parteien u. Wählergemeinschaften Sitze
2014 2009 2004
SPD 26 23 20
CDU 8 9 15
FWG (seit 2014 mit FDP eine Liste) 3 3 6
GRÜNE 3 2 3
LINKE 2 2
FDP 2 2
NPD 1

Bürgermeister

  • 1886–1911: Fritz Knippschild
  • 1911–1919: Walter Leinberger
  • 1919–1929: Hermann Müller
  • 1930–1933: Konrad Rappold
  • 1933: Heinrich Hanholz (danach Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises)
  • 1933–1945: Günter Albitz
  • 1945: Hermann Hußmann
  • 1945–1961: Gustav Trost
  • 1961–1991: Helmut vom Schemm
  • 1991–2004: Klaus Solmecke
  • seit 2004: Claus Jacobi

Stadtdirektoren

Von 1946 bis zur Zusammenlegung der Funktion des Stadtdirektors mit der des Bürgermeisters im Jahre 1996 standen an Spitze der Stadtverwaltung folgende Stadtdirektoren:

  • 1946–1969: Erich Blumenroth
  • 1969–1981: Gerhard Borgemeister
  • 1981–1996: Volker Stein (danach Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises)

Wappen

Das historische Gevelsberger Stadtwappen war der Stadt durch Erlass des Preußischen Innenministeriums vom 9. März 1903 verliehen worden.

Auf einem goldfarben grundierten, rechteckigen Schild mit unten abgerundeten Ecken erhebt sich über einem grünen Hügel ein roter, von drei Rundbogenfenstern durchbrochener Backsteingiebel. Im Zentrum des Wappens befindet sich auf einem goldenen Herzschild ein schwarzes Kammrad.

Aus diesem ursprünglichen Stadtwappen wurde Mitte der 1950er-Jahre das aktuelle Gevelsberger Stadtwappen entwickelt, das seither bei allen offiziellen Anlässen verwendet wird. Am oberen Rand angebracht ist hier zusätzlich eine dreitürmige, sandsteingrauen Mauerkrone mit einem geschlossenen Stadttor unter dem Mittelturm, das Abzeichen der Stadtrechte. Das zentrale Herzschild mit dem Rad als Zeichen der Industrie ist hier farbig in das Rot des Gebäudes aufgenommen.

Städtepartnerschaften

Gevelsberg hat drei Partnergemeinden:

  • Vendôme ist eine französische Kleinstadt mit etwa 17.000 Einwohnern, die im Département Loir-et-Cher in der Region Centre-Val de Loire liegt. Die Partnerschaft besteht seit 1973.
  • Szprotawa (deutsch: Sprottau) ist eine polnische Stadt mit etwa 12 000 Einwohnern, die zur Woiwodschaft Lebus gehört. Der Ort liegt im ehemaligen Niederschlesien, rund 50 km entfernt von der deutsch-polnischen Grenze bei Cottbus. Die Partnerschaft besteht seit dem 17. Mai 1996.
  • Butera ist eine italienische Gemeinde mit rund 5000 Einwohnern im südwestlichen Sizilien. Knapp 1000 Italiener in Gevelsberg haben ihre familiären Wurzeln im Dorf Butera oder der umliegenden Region Caltanissetta. Die Partnerschaftsurkunde wurde am 8. Mai 2004 unterzeichnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

An der zentralen Hauptstraße der Stadt Gevelsberg, Mittelstraße 86/88, liegt das „Bürgerzentrum“, der Sitz des Volkshochschul-Zweckverbandes Ennepe-Ruhr Süd. Durch Seminare und Veranstaltungen trägt die VHS zur Weiterbildung der heimischen Bevölkerung bei. Außerdem haben im Bürgerzentrum mehrere Vereine eigene Räumlichkeiten.

Gevelsberg zeichnet sich darüber hinaus durch ein reges Kulturleben aus, das indes von den Bewohnern der Stadt im Wesentlichen selber organisiert wird. Das Kulturerleben der jüngeren Einwohner wurde in den letzten Jahren insbesondere vom Neuen Gevelsberger Kulturverein (NGK) geprägt. Anspruchsvolles Programmkino bietet regelmäßig „Filmriss“. Die Konzertgesellschaft Gevelsberg organisiert ein Programm klassischer Musik.

Bauwerke

In der Stadt gibt es etliche historische Bauwerke, von denen über einhundert unter Denkmalschutz gestellt wurden.

Zu den Baudenkmälern gehören unter anderem das Gut Rocholz in Berge, die evangelische Erlöserkirche und mehrere noch erhaltene ältere Häuser im Stift- und Klosterviertel.In Silschede sind noch Überreste der Trasse der ehemaligen von Friedrich Harkort gegründeten Schlebusch-Harkorter Kohlenbahn, die auch als Silscheder Kohlenbahn oder Hasper Kohlenbahn bezeichnet wird, zu sehen. Die Trasse führte vom Schlebuscher Revier zur Hasper Hütte.

Im 20. und 21. Jahrhundert wurden mehrere Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsmaßnahmen umgesetzt bzw. begonnen.

Ende der 1990er Jahre wurde zum Beispiel das an der Hagener Straße gelegene Ensemble der ehemaligen Kornbrennerei Niedernberg & Krüner zu einem Begegnungszentrum umgebaut.

Das „Gevelsberger Stadtzeichen“ auf der „Ennepe-Brücke“ im Stadtzentrum wurde 1989 von dem Künstler Janusz Hajduk-Gubalke geschaffen. Die Realisierung des Projektes war unter anderem durch die großzügige Spende des Mäzens Wasyl Seniw, der in Gevelsberg eine neue Heimat gefunden hatte, möglich. Auf dem Stadtzeichen ist eine Bronzetafel mit dem Sator-Quadrat eingelassen. Zielsetzung war es, zeitgenössische Kunst ins Stadtbild einzubringen. Neben diesem Objekt gehören auch die „Zeitschichten“ des Japaners Yoshiaki Watanabe am „Lusebrink“ zum Gesamtprojekt.

Zu den Großbauwerken jüngeren Datums gehört der 540 Meter lange Straßentunnel Engelbert-Tunnel im Stadtzentrum. Er wurde am 3. Dezember 2007 für den Verkehr freigegeben.

Der Ennepebogen, eine ehemalige Industriebrache, auf der auch das alte Gevelsberger Elektrizitätswerk stand, wurde ab 2006 in einen Wohn- und Freizeitbereich umgestaltet.

Sport

Das Schwimm-in ist ein modernes Sport- und Freizeitbad, das im Jahre 2011 umgebaut wurde. Es verfügt über ein Erlebnisbecken, vier Riesenrutschen, ein Freibad mit großzügiger Liegewiese und eine großzügige Saunalandschaft im afrikanischen Stil.Das Stadion Stefansbachtal wurde im Rahmen der vergeblichen Bewerbung als Trainingsstandort für die Fußball-WM 2006 in den Jahren 2004 bis 2006 modernisiert. Es verfügt über einen Echtrasen- und einen Kunstrasenplatz und das FSV-Gevelsberg-Vereinsheim.

Der Erlebnispark Gevelsberg ist eine kommerzielle Freizeitanlage für Kinder, die aus dem ehemaligen Kruiner Gußstahlwerk am Kruiner Tunnel an der B 7 entstanden ist. Nach einjähriger Planungs- und Bauzeit wurde der Erlebnispark 2005 mit etwa 5000 m² Hallenfläche zu einem der größten Hallenspielplätze im Ruhrgebiet.

Die HSG Gevelsberg/Silschede ist der höchstklassige Sportverein und spielt in der Handball-Oberliga Westfalen. Die Heimspiele werden in der Sporthalle West ausgetragen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Einen traditionellen Höhepunkt im Stadtleben stellt die alljährlich am letzten Juni-Wochenende seit 1934 stattfindende Gevelsberger Kirmes dar. Die „schrägste Kirmes Europas“ wird vom Gevelsberger Kirmesverein und 12 Kirmesgruppen organisiert. Im Stadtzentrum, entlang der Mittelstraße und der Elberfelder Straße, werden zur Kirmes zahlreiche Fahrgeschäfte, aber auch Getränkestände der heimischen Vereine aufgebaut. Höhepunkt der Veranstaltung ist der sonntägliche Kirmeszug, der jährlich von über 50.000 Zuschauern besucht wird. Zwischen der Kirmesgruppe Mühlenhämmer des Gevelsberger Kirmesvereins und der Kirmesgemeinde Rimbach der Mühlhäuser Kirmes (Thüringen) besteht eine Partnerschaft.

Ebenfalls traditionsgebunden sind Veranstaltungen in der Fußgängerzone wie das „Quellenfest“, erstmals 1988 und zuletzt 2008. Das Quellenfest wurde 2009 aufgrund der neugestalteten Mittelstraße – sie ist jetzt verkehrsberuhigte Zone – in „Boulevard Gevelsberg“ umbenannt. Es findet jeweils am Himmelfahrtswochenende statt.

Weitere regelmäßige Veranstaltungen sind:

  • Internationales Gitarrenfestival in der Woche vor Ostern
  • Weihnachtsmarkt Silschede am ersten Adventswochenende
  • Weihnachtsmarkt im Zentrum von Gevelsberg am zweiten Adventswochenende
  • Musikfestival Dickes G am letzten Samstag der Sommerferien

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Die mittelständisch geprägte Industrie Gevelsbergs (Metallindustrie, Maschinenbau, Zulieferer) hat sich bis in die Gegenwart als anpassungsfähig erwiesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, der hier nur vergleichsweise geringe Schäden anrichtete, zeigte sich, dass die Stilllegung großer, inzwischen konzernabhängiger Betriebsstätten und der Rückgang der Industriebeschäftigten auch Gevelsberg nicht verschonte.

Größere in der Stadt ansässige Unternehmen sind:

  • ABC Umformtechnik GmbH & Co. KG, eine Tochtergesellschaft von Altenloh, Brinck & Co (Ennepetal)
  • AVU Aktiengesellschaft für Versorgungs-Unternehmen
  • Paul Ferd. Peddinghaus GmbH (Werkzeugmaschinen)
  • Roigk Schwimmbadeinrichtungen
  • Stadtsparkasse Gevelsberg
  • Titan Intertractor (Maschinenbau, u. a. Laufwerkskomponenten und Unterwagen für Baumaschinen)
  • Vollmann Group

Ehemalige Unternehmen:

  • Krefft (Herdfabrik, Großküchen, später Bauknecht. In den späten 40er Jahren großes Engagement in Radio-und Fernsehtechnik unter dem Namen "Weltfunk". Annähernd jeder, der in den frühen 50er Jahren den TV Sender NWDR schaute, machte das über ein Empfangsgerät von Krefft.)
  • Bauknecht (Küchen)
  • Jeco-Jellinghaus GmbH (ein Unternehmen der Mahindra Forgings Europe AG)
  • Peddinghaus (Werkzeuge, u.a. Schraubstöcke)
  • Stube (Waagen)
  • Schürhoff (Fahrräder)
  • Gevelsberger Actien Brauerei (Später Andreas Brauerei in Hagen Haspe)

Im Stadtzentrum, entlang der B 7 und in geringerem Umfang in den Stadtteilen bestehen diverse Einkaufsmöglichkeiten. Ein Wochenmarkt findet vormittags jeden Mittwoch und Samstag auf dem Vendômer Platz statt.

Verkehr

ÖPNV

Gevelsberg liegt an mehreren Bahnstrecken, die bedeutendste ist die Bahnstrecke Düsseldorf-Derendorf–Dortmund Süd. Hier liegen die Stationen Gevelsberg-Knapp, Gevelsberg Hbf, Gevelsberg-Kipp und Gevelsberg West, welche an die S8 nach Hagen und über Wuppertal und Düsseldorf nach Mönchengladbach angebunden sind. Auch wenn der Gevelsberger Hauptbahnhof gern der „kleinste Hauptbahnhof der Bundesrepublik“ genannt wird, ist er nach strenger Definition nicht einmal ein Bahnhof, sondern lediglich ein Haltepunkt, da sich dort keine Weiche befindet.

Eine weitere Bahnstrecke ist die Ennepetalbahn, die allerdings nur von Museumszügen befahren wird. Die Stationen an dieser Strecke, Gevelsberg-Poeten und Gevelsberg-Nirgena sind im täglichen Bahnverkehr somit nicht von Bedeutung. Auf der Bahnstrecke Witten–Schwelm (Elbschetalbahn), die am Bahnhof Gevelsberg West abzweigte und in Asbeck eine weitere Station hatte, wurde der Personenverkehr am 30. November 1979 eingestellt, die Strecke ist nördlich von Gevelsberg West abgebaut. Des Weiteren befindet sich der Bahnhof Ennepetal (Gevelsberg) an der Bahnstrecke Elberfeld–Dortmund. Dieser trägt Gevelsberg im Namen, obgleich er vollständig auf dem Stadtgebiet der benachbarten Stadt Ennepetal liegt, da der alte Bahnhof Gevelsberg seit 1963 stillgelegt ist.

Gevelsberg gehört zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. Außerdem gilt der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Ruhr-Lippe für Fahrten in deren Gebiet. Der Tarif des Verkehrsverbund Rhein-Sieg kann als Übergangstarif bis Köln benutzt werden.

Straße

Ein Autobahnanschluss besteht über die Bundesautobahn 1 und den Bundesstraßen 7 und 234 und den Landesstraßen 527 (Elberfelder Straße, Wittener Straße und Eichholzstraße), 666 (Haßlinghauser Straße, Mittelstraße), 702 (Asbecker Straße), 891 (Rosendahler Straße).

Bildung

In der Stadt gibt es mehrere Schulen. Sechs Grundschulen (GS Am Strückerberg, GS Pestalozzi, GS Schnellmark, GS Silschede, GS Vogelsang und die private evangelische GS Georg-Müller-Grundschule) sind übers Stadtgebiet verteilt. Das Schulzentrum West im Gevelsberger Ortsteil Frielinghausen beherbergt die Hasencleverschule, eine Förderschule, die Hauptschule Gevelsberg und das städtische Gymnasium Gevelsberg. Die städtische Realschule Gevelsberg liegt nordöstlich des Stadtzentrums.

Weitere Bildungseinrichtungen sind die Volkshochschule Ennepe-Ruhr-Süd und die städtische Musikschule sowie die private Malschule Maldumal.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Folgende Persönlichkeiten wurden in Gevelsberg geboren oder leben in Gevelsberg:

  • Hans-Jürgen Abromeit (* 13. Oktober 1954), Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche
  • Ulrich Adrian (* 13. Februar 1958), Journalist, ARD-Korrespondent (ARD-TV-Studio Warschau)
  • Remigius Bäumer (* 11. Dezember 1918; † 26. Dezember 1998 in Kirchzarten), katholischer Theologe
  • Alfred Birnschein (* 12. Juni 1908 in Crossen (Oder); † 13. November 1990 in Gevelsberg), Maler, Grafiker und Kunsterzieher
  • Michael Cramer (* 16. Juni 1949), Politiker, Mitglied des Europäischen Parlaments
  • Dorothea Fischer (* 1937), Künstlerin
  • Rüdiger Frohn (* 1950), Jurist, Chef des Bundespräsidialamtes (1999–2004)
  • Norbert Gallinnis (* 26. August 1967 in Gevelsberg), Fernschachspieler
  • Otto Goetze (* 25. Juni 1886; † 19. Juli 1955 in Heidelberg), Namensgeber des Otto-Goetze-Preises für chirurgischen Nachwuchs
  • Sabine Hebenstreit-Müller (* 18. Juni 1952), deutsche Erziehungswissenschaftlerin
  • Hans Peter Hiby (* 1962 in Gevelsberg), Jazz- und Improvisationsmusiker
  • Elisabeth Höngen (* 7. Dezember 1906; † 6. August 1997 in Wien), Sängerin (Mezzosopran) an der Semperoper in Dresden, Professorin an der Wiener Musikakademie
  • Bert Hoppe (* 1970), Historiker, Journalist und Verlagslektor
  • Josef Horn (* 1. Januar 1902 in Gevelsberg, Mittelstr. 73; † 3. Dezember 1951 in Wuppertal), Maler
  • Sia Korthaus (* 1968), deutsche Kabarettistin und Schauspielerin
  • Ernst Krukowski (* 2. April 1918; † 22. Oktober 1982 in Berlin), Opernsänger (Bariton) an der Deutschen Oper, Berlin
  • Arthur Kulling (* 1926 in Gevelsberg; † 18. September 2009), Konzertmeister, Dirigent, Komponist, Präsident der Deutschen Johann Strauss-Gesellschaft, Träger des Bundesverdienstkreuzes
  • Ralph Kulling (* 1953), Leiter des Alt-Wiener-Strauß-Ensembles, Stuttgart, Inhaber des audiophilen Klassik-CD-Labels Edition HERA
  • Heinz Lohmann (* 1934), Konzertorganist
  • Jochen Luckhardt (* 1952), Kunsthistoriker und seit 1990 Direktor des Herzog Anton Ulrich-Museums in Braunschweig
  • Walter Oettinghaus (1883–1950), sozialistischer Politiker und Gewerkschafter, Reichstagsabgeordneter 1920–1924 und 1930–1933
  • Alexandra Popp (* 6. April 1991 in Witten, wohnhaft in Gevelsberg), Fußballspielerin (deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen)
  • Uwe Post (* 15. Juni 1968 in Gevelsberg), Autor
  • Ulrich Samm (* 1950), Lehrstuhlinhaber für Plasmaphysik in Düsseldorf/Jülich
  • Werner Schloemann (* 11. Juli 1904 in Gevelsberg; † 18. Dezember 1981 in Konstanz) war Rektor der Hochschule Konstanz von 1939 bis 1945 und 1958 bis 1966
  • Maik Schott (* 1969), Jazzmusiker
  • Peter Stangier (* 7. April 1898; † 12. Dezember 1962 in Münster), Politiker (NSDAP)
  • Klaus-Peter Thaler (* 14. Mai 1949 in Eckmannshausen, Netphen), Radrennfahrer, mehrfacher Amateur- und Profiweltmeister
  • Heinrich Theodor Vierhaus (* 14. Juli 1951), Leiter des Lehrstuhls Technische Informatik an der Universität Cottbus
  • Klaus Weiss (* 17. Februar 1942; † 10. Dezember 2008), Jazz-Schlagzeuger
  • Ernst Weisenfeld (* 21. August 1913; † 4. Januar 2009 in Hamburg), Buchautor und Frankreich-Korrespondent der ARD und des WDR in Paris
  • Lukas Klostermann (* 3. Juni 1996 in Herdecke, wohnhaft in Gevelsberg), Fußballspieler (deutsche U21-Fußball-Nationalmannschaft, RB Leipzig)

Ehrenbürger

  • Fritz Knippschild – Bürgermeister der Stadt Gevelsberg – gemäß Beschluss vom 6. September 1910Danach hat die Stadt Gevelsberg keine Ehrenbürger mehr ernannt. Die eingemeindeten Gemeinden Asbeck, Silschede und Berge hatten vor der Eingemeindung Ehrenbürger ernannt, die heute als Gevelsberger Ehrenbürger gelten. Dies sind:
  • Karl Hiby – Bürgermeister der Gemeinde Asbeck – gemäß Beschluss vom 12. Februar 1965
  • Friedrich Külpmann – Bürgermeister der Gemeinde Silschede – gemäß Beschluss vom 7. Mai 1969
  • Fritz Große-Oetringhaus sen. – Gemeindevertreter der Gemeinde Silschede – gemäß Beschluss vom 7. Mai 1969
  • Walter Behle – Bürgermeister der Gemeinde Berge – gemäß Beschluss vom 15. Juli 1969

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Gevelsberg

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