Gemeinde
Fredersdorf-Vogelsdorf
Lindenallee 3
15370 Fredersdorf-Vogelsdorf

http://www.fredersdorf-vogelsdorf.de

Fredersdorf-Vogelsdorf

160pxAbb. 1 Wappen von Fredersdorf-Vogelsdorf
Basisdaten
Bundesland Brandenburg
Höhe 50 m
PLZ 15370
Vorwahl 033439
Gliederung 3 Ortsteile
Adresse der Verwaltung Lindenallee 3
15370 Fredersdorf-Vogelsdorf
Website www.fredersdorf-vogelsdorf.de
Bürgermeister Thomas Krieger (CDU)

Fredersdorf-Vogelsdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Sie entstand 1993 aus den vormals selbstständigen Gemeinden Fredersdorf und Vogelsdorf.

Gemeindegliederung

Für die Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf sind drei Ortsteile ausgewiesen:

  • Fredersdorf Nord
  • Fredersdorf Süd
  • Vogelsdorf

Hinzu kommet der Wohnplatz Kolonie Fredersdorf.

Das Fredersdorfer Mühlenfließ trennt Fredersdorf Süd von Vogelsdorf. Fredersdorf Nord wird von Fredersdorf Süd durch die Ostbahn getrennt.

Geschichte

1376 wurden die Dörfer Fredersdorf und Vogelsdorf im Landbuch von Kaiser Karl IV. erstmals erwähnt. Die wenigen bäuerlichen Einwohner wurden zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert mehrfach von Kriegen und Krankheiten heimgesucht, ihre Häuser und Kirchen zerstört. 1710 und 1714 bauten die Dörfler ihre Kirchen aus Stein neu auf. Im Jahre 1712 ließ Siegmund von Görtzke ein Rittergut mit Herrenhaus („Schloss Fredersdorf“) bauen. Als Gutsbesitzer traten in den beiden Dörfern die Familien von Görtzke, von Podewils, Henry, Torganey, Verdrieß, von Bothe und Bohm auf.

1835 erwarb Carl Gottlob Bohm die Fredersdorfer Mühle. Ab etwa 1840 baute er seinen Betrieb in Fredersdorf immer weiter aus, neben der Mühle entstanden nun eine Eisengießerei und eine Maschinenfabrik. Er baute in seiner Fabrik Maschinen etwa zum Glätten von Marmor oder für den Bergbau. Am bekanntesten war die Mitwirkung an der Errichtung der Berliner Siegessäule. Später stellte Bohm seinem Betrieb auf die Herstellung von Apparaturen für die Spirituosenherstellung um. Er beschleunigte die Entwicklung des Ortes. Er vererbte die Fabrik an seine Söhne Paul Bohm (Schloss-Bohm) und Otto Bohm (Fabrik-Bohm). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden der Schloss- und Gutsbesitzer Paul Bohm und der Fabrikbesitzer Otto Bohm enteignet. Das Schloss wurde bis 1962 von sowjetischen Truppen für Truppenübungen genutzt und 1990 abgerissen. Heute befindet sich hier das Seniorenheim "Katharinenhof im Schloßgarten".

1867 wurde die Preußische Ostbahn fertiggestellt. Am 15. September 1872 wurde die Station Petershagen (1875 in Fredersdorf umbenannt) eröffnet, wodurch auch Fredersdorf und Vogelsdorf einen Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz erhielten und ein industrielles und wirtschaftliches Wachstum begann. Fredersdorf baute für seine Kommunalverwaltung 1937 ein neues Rathaus.

1957 wurde ein kleiner Bereich von Altlandsberg (Altlandsberg-Süd) in die Gemeinde Fredersdorf einbezogen. 1993 erfolgte ein Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Dörfer zur Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf mit einer Gesamteinwohnerzahl von etwa 7000. Seitdem wuchs die Bevölkerung um etwa 85 Prozent.

Bevölkerung


Jahr

Fredersdorf

Vogelsdorf
1875 550 309
1890 677 307
1910 1 359 407
1925 1 876 794
1933 3 096 1 260
1939 4 063 1 489
1946 4 352 1 505
1950 4 332 1 556

Jahr

Fredersdorf

Vogelsdorf
1964 6 442 1 481
1971 6 558 1 478
1981 5 995 1 332
1985 5 889 1 291
1989 5 680 1 290
1990 5 568 1 297
1991 5 564 1 310
1992 5 548 1 316

Jahr
Fredersdorf-
Vogelsdorf
1993 7 052
1994 7 261
1995 7 740
1996 8 210
1997 8 999
1998 9 885
1999 10 638
2000 11 069
2001 11 359
2002 11 672
2003 12 000
2004 12 223

Jahr
Fredersdorf-
Vogelsdorf
2005 12 401
2006 12 549
2007 12 604
2008 12 678
2009 12 805
2010 12 801
2011 12 532
2012 12 626
2013 12 771
2014 12 879
2015 13 104

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik

Gemeindevertretung

Die Gemeindevertretung besteht aus 22 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister bei folgender Sitzverteilung:

  • Die Linke: 5 Sitze
  • CDU: 5 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • W.I.R. „Gemeinsam für Fredersdorf-Vogelsdorf“: 4 Sitze
  • AfD: 2 Sitze
  • Bürgerallianz (BA): 1 Sitz
  • Einzelbewerber Detlef Nagel: 1 Sitz(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014) Von 11.178 Wahlberechtigten gaben 44,0 % ihre Stimme ab.

Bürgermeister

Bei der Bürgermeisterwahl am 27. September 2015 wurde Thomas Krieger (CDU) als neuer Bürgermeister für eine Amtsdauer von acht Jahren gewählt. Er erhielt 52,4 Prozent der gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 44,3 Prozent. Der vorherige Amtsinhaber Uwe Klett (DIE LINKE) (seit 2007 im Amt) wurde abgewählt. Auf ihn entfielen 30,3 Prozent der gültigen Stimmen.

Wappen

Das Wappen wurde am 21. Juli 1994 genehmigt. Blasonierung: „Im von Gold und Grün gespaltenen Schild eine bewurzelte, mit Blättern und Früchten versehene Eiche in verwechselten Farben, belegt mit einer roten gestürzten und gekürzten Spitze, darin in Gold ein Vogel auf einem Ast.“

Partnerschaften

  • Marquette-lez-Lille (Frankreich) seit 1999
  • Sleaford (Großbritannien) seit 2009
  • Skwierzyna (Polen) seit 12. Oktober 2013Daneben existieren langjährige Kontakte zur polnischen Stadt Swarzędz.

Sehenswürdigkeiten

In der Liste der Baudenkmale in Fredersdorf-Vogelsdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

  • Dorfkirche Fredersdorf:
    Die Kirche existiert bereits seit dem 15. Jahrhundert, wurde im Dreißigjährigen Krieg jedoch zerstört. Der damalige Patron des Dorfes, Hans Sigismund von Görtzke, finanzierte in den Jahren 1708/09 den Wiederaufbau. Der Kirchturm wurde 1801 komplett renoviert. Vor der Südseite des Gotteshauses steht der Grabstein des 1712 verstorbenen Rittmeisters von Walwitz, daneben ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. In einer Gruft unterhalb des Turms befinden sich zehn Särge mit den verstorbenen Angehörigen des Görtzkeschen Geschlechtes. Bemerkenswert ist ein geschnitzter barocker Kanzelaltar im Kircheninneren.
  • Dorfkirche Vogelsdorf
  • Rathaus
  • Bahnhof Fredersdorf (b Berlin) mit Fußgängerbrücke (Verbindung von Fredersdorf Nord und Süd)
  • Mausoleum der Familie Heinrich Graf von Podewils
  • Taubenturm aus der Zeit der Erbauung der Dorfkirche. Er wurde restauriert, erhielt ein neues Dach und beherbergt heute ein kleines Museum für handwerkliche Geräte
  • Mahnmal von 1951 für die Opfer des Faschismus an der Lindenallee am Platz der Freiheit von dem Bildhauer Gente
  • Radrennbahn Fredersdorf, 1956 erbaut und inzwischen renoviert
  • Gutshof, ehemaliges Zentrum der Gemeinde, verfallen, wird von den Bürgern und Heimatverein in Eigenregie restauriert
  • Evangelischer Friedhof Fredersdorf-Süd: Friedhofskapelle, Erbbegräbnis der Familie Bohm und Lindenallee

Wirtschaft und Infrastruktur

Ein wichtiger Einzelhandelsstandort ist das Multicenter in Vogelsdorf. Unter anderen sind hier Filialen von Möbel Kraft, Hornbach, Kaufland und Aldi Nord ansässig. Als gesonderter Wirtschaftsfaktor haben sich die beiden Seniorenheime in Fredersdorf entwickelt. Der „Katharinenhof am Dorfanger“ ist ein Heim für demente Personen und besitzt eines von fünf Gütesiegeln in Deutschland für diese besondere Pflege.

Verkehr

Die Bundesstraße 1 / 5 verbindet Fredersdorf-Vogelsdorf nach Osten mit Küstrin in Polen und Frankfurt (Oder), nach Westen mit Berlin. Die Landesstraße L 30 zwischen Altlandsberg und Rüdersdorf durchquert das Gemeindegebiet in Nord-Süd-Richtung. Die Autobahnanschlussstelle Berlin-Hellersdorf der A 10 (östlicher Berliner Ring) befindet sich etwa vier Kilometer südwestlich des Ortszentrums.

Der Bahnhof Fredersdorf (b Berlin) an der Preußischen Ostbahn wird von der Linie S5 der Berliner S-Bahn von Berlin-Spandau nach Strausberg Nord bedient. Auf der Bahnstrecke Fredersdorf–Rüdersdorf, die hier abzweigte, ist der Personenverkehr seit 1965 eingestellt.

Der Ortsteil Vogelsdorf wird durch die Buslinie 951 der Busverkehr Märkisch-Oderland GmbH erschlossen.

Motorisierung 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.) 6 684 6 852 7 063 7 182 7 305 7 418 7 562
PKW je 1.000 Einwohner (31.12. des Vorjahres) 530 540 552 561 583 588 592

Persönlichkeiten

  • Joachim Ernst von Görtzke (1611–1682), kurbrandenburgischer Generalleutnant, Besitzer von Fredersdorf
  • Heinrich Graf von Podewils (1696–1760), königlich-preußischer Minister, Besitzer von Fredersdorf
  • Jean Balthasar Henry (1764–1813), preußischer Politiker, Besitzer von Fredersdorf
  • Carl Gottlob Bohm (1810 oder 1811–1883), Unternehmer in Fredersdorf
  • Adolph Hoffmann (1858–1930), sozialdemokratischer Politiker, Mitbegründer der USPD, wohnte in Vogelsdorf
  • Herbert Behrens-Hangeler (1898–1981), Maler und Grafiker, in Fredersdorf gestorben
  • Otto Winzer (1902–1975), Minister für Auswärtige Angelegenheiten der DDR, verbrachte seine Kindheit in Fredersdorf

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Fredersdorf-Vogelsdorf

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