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Donauwörth
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Stadt Donauwörth
Rathausgasse 1
86609 Donauwörth

http://www.donauwoerth.de

Donauwörth

160pxAbb. 1 Wappen von Donauwörth
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 410 m
Fläche 77.02 km2
PLZ 86609
Vorwahl 0906
Gliederung 11 Ortsteile
Website www.donauwoerth.de
Oberbürgermeister Armin Neudert (CSU)

Donauwörth ist eine Große Kreisstadt im schwäbischen Landkreis Donau-Ries und Sitz des Landratsamts.

Geographie

Geographische Lage

Donauwörth liegt im nördlichen Schwaben, an den Mündungen von Kessel und Wörnitz (beide von Norden) sowie Zusam und Schmutter (beide von Süden) in die hiesig von Südwest nach Ost verlaufende Donau; in diesen Fluss mündet etwa 12 km östlich der Stadt der von Süden kommende Lech. Donauwörth liegt an den Südwestausläufern der Fränkischen Alb mit dem Naturpark Altmühltal und an den Ostausläufern (Riesalb) der Schwäbischen Alb. Jenseits der Donau befindet sich ein paar Kilometer südlich der Stadt der Naturpark Augsburg-Westliche Wälder.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Zur Stadt Donauwörth gehören die Orte und Ortsteile

  • Donauwörth (Einwohner: 7.304),
  • Auchsesheim (mit Schwadermühle) (Einwohner: 737),
  • Berg (mit Binsberg, Schöttle, Walbach, Kreuzhof und Ramhof) (Einwohner: 889),
  • Nordheim (Einwohner: 780),
  • Parkstadt (Einwohner: 4.226),
  • Riedlingen (mit Neudegg, Posthof, Quellhaus, Seibertsweiler, Spindelhof und Weiherhaus) (Einwohner: 4.127),
  • Schäfstall (mit Eckhof, Karweiserhof, Lehenhof, Neffsend und Schweizerhof) (Einwohner: 248),
  • Wörnitzstein (mit Dittelspoint, Felsheim, Huttenbach, Maggenhof, Osterweiler, Reichertsweiler und Schwarzenberg) (Einwohner: 815),
  • Zirgesheim (mit Lederstatt, Schellenbergerhof, Stillberghof und Schiesserhof) (Einwohner: 858) und
  • Zusum (Einwohner: 60).

Siedlungsgeographische Situation Donauwörths

Die Altstadt von Donauwörth liegt eingezwängt zwischen der Wörnitz und dem Schellenberg. Natürliche Erweiterungsmöglichkeiten im Anschluss an die Altstadt waren daher nur wenige gegeben: Lediglich im Norden setzt sich der Bebauungszusammenhang durch die Berger Vorstadt fort, die noch weiter nördlich durch den Stadtteil Berg abgelöst wird. Im Süden liegt gegenüber der Altstadt jenseits der Kleinen Wörnitz, eines Wörnitzarmes, die Rieder Vorstadt (im Allgemeinen nur „Ried“ genannt). Diese wird jenseits des Hauptarmes der Wörnitz durch die Bahnhofsvorstadt fortgesetzt. Diese jedoch erfährt eine massive Begrenzung durch die Bahnlinie. Östlich der Altstadt gibt es lediglich eine schmale Fortsetzung der Besiedlung, die Zirgesheimer Vorstadt. Diese liegt eingezwängt zwischen Donau und Schellenberg. Unmittelbar südlich der Südostspitze der Altstadt befindet sich die Mündung der Wörnitz in die Donau. Genauso wie das Gebiet westlich der Altstadt im Bereich der Wörnitz ist diese Gegend nicht nur durch den Fluss selbst ungünstig besiedelbar, sondern liegt auch im Überschwemmungsgebiet der Flüsse. Daher hat sich im Westen keine weitere Besiedlung ergeben, während im Süden beiderseits der Augsburger Straße nur eine dünne Besiedlung besteht und die Stadt selbst hier endet. Westlich der Bahnhofsvorstadt bestehen nördlich der Bahnlinie die Neudegger Siedlung und südlich die Rambergsiedlung. Weiter südlich liegt der Stadtteil Riedlingen, der mittlerweile einen bedeutenden Wohnstandort innerhalb des Stadtgebietes darstellt.

Wegen der Enge im inneren Siedlungsgebiet der Stadt und der geringen Erweiterungsmöglichkeiten entstand nach dem Zweiten Weltkrieg ein weiterer Siedlungsteil auf dem Rücken der Jurahöhe („Schellenberg“), die Parkstadt.Sie erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung und ist etwa 500 m breit und über 2 km lang.

Südöstlich an die Parkstadt schließt das Areal der früheren Alfred-Delp-Kaserne an und an dieses wiederum die am Südhang des Schellenberges liegende Siedlung an der Dr.-Loeffellad-Straße.

Die weiteren Stadtteile liegen räumlich getrennt von dem beschriebenen Siedlungsgefüge, wie es bei sehr vielen anderen Städten auch der Fall ist.

Die Zerrissenheit des Stadtgefüges macht sich in der Erscheinung der Stadt jedoch auch durch reizvolle Blickbeziehungen bemerkbar:

  • Die Heilig-Kreuz-Kirche liegt beherrschend oberhalb des Talrandes am westlichen Abhang des Stadtkerns. Der von Treuchtlingen kommende Bahnreisende kann die Westfassade der Kirche kilometerweit verfolgen, für ihn ist die Heilig-Kreuz-Kirche das charakteristische Bauwerk der Stadt.
  • Während die Altstadt in einer Höhe von etwa 410 m liegt, überragt die Parkstadt auf einer Höhe von etwa 500 m die ganze Umgebung. Auch sie kann von Westen gut wahrgenommen werden. Charakteristisch für die Parkstadt sind die Hochhäuser am Dr.-Michael-Samer-Ring. Vor allem aber für den von Süden kommenden Reisenden markiert die Parkstadt die Lage Donauwörths: Sobald man von Augsburg kommend die Jurahöhen erblickt, nimmt man auch deren Bebauung mit der Parkstadt wahr.

Geschichte

Mittelalter

Schon um 500 gab es erste Siedlungskerne im heutigen Ried. Im Zuge der Vorbereitungen zur Schlacht auf dem Lechfeld 955 entstand die erste Brücke über die Donau. Im Jahr 1049 wurde das Kloster Heilig Kreuz, damals noch in die Burg Mangoldstein integriert, von Papst Leo IX. geweiht. Im Jahre 1193 wurde Werd von Kaiser Heinrich VI. zur Stadt erhoben.

1178–1266 wurde die Stadt als Reichslehen direkt den herrschenden Staufern zugeordnet, die sie 1266 an das Herzogtum Bayern verpfändeten. Der einköpfige Stauferadler blieb im Stadtwappen bis 1530 vertreten, als er durch den doppelköpfigen Reichsadler ersetzt wurde.

1256 ließ der Wittelsbacher Herzog Ludwig II. in Schwäbischwerd seine Frau Maria von Brabant aus ungeklärten Motiven als Ehebrecherin enthaupten. Regelmäßige Theateraufführungen bringen die tragische Begebenheit auch heute noch in Erinnerung.

1301 wurde die Stadt Reichsstadt. Die Besetzung der Stadt durch Ludwig den Reichen von Bayern-Landshut war der Auslöser für den Bayerischen Krieg. 1376 wurde der Schwäbische Städtebund gegründet. Anlass dafür war, dass Karl IV. die Stadt wegen hoher Schulden an seine Gläubiger abtreten musste. In den Jahren 1444–1473 entstand die Stadtpfarrkirche Zu unserer Lieben Frau an Stelle der zu klein gewordenen Sankt-Ulrichs-Kirche. 1488 wurde Donauwörth Mitglied des Schwäbischen Bundes.

Neuzeit

Der „Rat der Stadt Donawerda“ unterstützte die Reformation und unterzeichnete die lutherische Konkordienformel von 1577. In der Folge der Religionswirren kam sie 1607 nach dem sogenannten Kreuz- und Fahnengefecht am Markustag 1606 unter Reichsacht und wurde von Herzog Maximilian von Bayern in bayerischen Pfandbesitz umgewandelt. Die Reichsexekution durch den bayerischen Herzog Maximilian geschah gegen geltendes Reichsrecht, da Donauwörth zum schwäbischen Reichskreis gehörte und der Kreishauptmann des schwäbischen Reichskreises damit hätte beauftragt werden müssen. Unter anderem als Reaktion auf diese Okkupation schlossen sich die protestantischen Reichsstände 1608 zur Protestantischen Union zusammen.

1632 wurde die Stadt von Gustav II. Adolf erobert.

Die Schlacht am Schellenberg fand am 2. Juli 1704 auf dem Schellenberg bei Donauwörth statt. Die Truppen der Großen Allianz unter dem Oberbefehl von John Churchill, 1. Duke of Marlborough, und Ludwigs von Baden-Baden besiegten die bayerische Armee. Durch diesen Sieg und die anschließende Einnahme Donauwörths wurde die Donaulinie durchbrochen und das Kurfürstentum Bayern dem Zugriff der Alliierten preisgegeben.

In Folge verlor das zur bayerischen Landstadt degradierte Donauwörth, wie es fortan genannt wurde, nicht nur seine Eigenständigkeit (1714 war die Stadt endgültig zu Bayern gekommen), sondern auch gut die Hälfte seiner Einwohner. Die ehemalige Bevölkerungszahl wurde erst im 19. Jahrhundert wieder erreicht. Zu Beginn des Jahrhunderts wurde die Stadt zum Sitz eines bayrischen Landgerichts, aus dem 1862, zusammen mit Teilen des Landgerichtsbezirks Monheim das Bezirksamt Donauwörth (ab 1939 Landkreis) gebildet wurde.

20. Jahrhundert

1940 verlor Donauwörth den Status einer kreisfreien Stadt.

Donauwörth erlitt kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges am 11. und 19. April 1945 zwei Luftangriffe der 8. bzw. 9. US-Luftflotte. Es waren fast 300 Tote zu beklagen. Die Umgebung des Bahnhofs und das Stadtzentrum wurden nahezu eingeebnet. Die Innenstadt wurde zu etwa drei Vierteln zerstört. 1946 begann der Wiederaufbau der historischen Reichsstraße.

Eingemeindungen

Im Rahmen der Gebietsreform wurden am 1. Juli 1971 die Orte Auchsesheim, Nordheim und Zirgesheim nach Donauwörth eingemeindet. Es folgten Riedlingen am 1. Januar 1972 und der Gemeindeteil Zusum der ehemaligen Gemeinde Zusum-Rettingen am 1. Juli 1972. Am 1. Juli 1973 kam Berg hinzu. Am 1. Januar 1978 wurde die Gebietsreform in Donauwörth mit den Eingemeindungen von Wörnitzstein und Schäfstall abgeschlossen.

Politik

Stadtrat

Die Wahl zum Stadtrat am 16. März 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 57,41 % zu folgendem Ergebnis:

Partei / Liste Stimmen % Sitze
CSU 27,29 % 7
SPD 19,17 % 5
PWG 12,68 % 3
GRÜNE 9,87 % 2
EBD 9,78 % 2
AL/JB 9,36 % 2
ÖDP 3,69 % 1
FW 3,61 % 1
BfD 2,78 % 1
FDP 1,75 % 0

Städtepartnerschaften

  • Perchtoldsdorf bei Wien, Österreich (seit 1. Oktober 1973)

Sehenswürdigkeiten

  • Das Liebfrauenmünster, eine dreischiffige gotische Backstein-Hallenkirche steht auf dem höchsten Punkt der Reichsstraße und wurde 1444 bis 1467 erbaut. Der Turm des Münsters trug bis 1732 einen gotischen Spitzhelm, der jedoch zweimal durch Blitzeinschläge zerstört wurde. Im Turm hängen fünf Kirchenglocken, darunter die Pummerin, die größte Glocke Schwabens. Die Kirche beinhaltet einige bemerkenswerte Kunstobjekte, darunter einen gotischen Christus aus dem Jahr 1513 über dem Hochaltar und eine Pieta über dem rechten Seitenaltar aus dem Jahr 1508. Das älteste Kunstwerk ist vermutlich eine Steinmadonna über dem Sakristei-Eingang, die auf etwa 1425 datiert wird. Das Münster wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben schwer beschädigt.
  • Das Deutschordenshaus in Donauwörth ist eine der ältesten Niederlassungen des Deutschen Ritterordens. Der Orden wurde 1197 gegründet. König Friedrich II. übergab 1214 den Hospitalbrüdern des Deutschen Ordens eine am Brückenkopf der alten Donaubrücke erbaute Kapelle, bei der Almosen für die Armen gesammelt wurden. Als der Komtur Heinrich von Zipplingen 1332 mit seinem ganzen Konvent nach Donauwörth zog, vergrößerte er das Haus und die Kapelle. Das Gebäude in seiner heutigen Form wurde von 1774 bis 1778 unter dem Komtur Freiherr von Riedheim errichtet. Es beherbergt heute die Städtische Kunstgalerie mit Gemälden mit Bezug zur Stadt sowie die Polizeiinspektion Donauwörth. Sehenswert ist auch der Enderlesaal, benannt nach dem Maler Johann Baptist Enderle. Die Kommende Donauwörth gehörte zur Deutschordensballei Franken.
  • Das Rathaus entstand ab 1236. Es wurde 1308 mit Quadern der abgetragenen Burg Mangoldstein vergrößert. Im Lauf des 14. Jahrhunderts brannte das Gebäude zweimal ab. Im 16. Jahrhundert wurde es um eine dritte Etage aufgestockt. Das charakteristische Mansarddach wurde Ende des 18. Jahrhunderts aufgesetzt. Bei der neugotischen Restaurierung 1853 wurden die Zinnen und Fialen angebracht. 1973/75 und 1985/86 wurde das Rathaus komplett renoviert. Anlässlich des Jubiläums „750 Jahre Rathaus Donauwörth“ wurde 1986 am Westgiebel des Rathauses ein Glockenspiel angebracht, das täglich Volkslieder spielt, die mit dem Schicksal der Stadt verknüpft sind, aber auch das Lied aus der Oper die „Zaubergeige“ von Werner Egk.
  • Kloster Heilig Kreuz, die Wallfahrtskirche ist ein Musterbeispiel der spätbarocken Wessobrunner Schule, dort wird eine Monstranz mit einem Partikel vom Kreuz Christi aufbewahrt.
  • Die katholische Stadtpfarrkirche Christi Himmelfahrt im Stadtteil Parkstadt.
  • Die Reichsstraße bildet das Kernstück der Stadt. Sie war im Heiligen Römischen Reich Teil der Straße zwischen den Reichsstädten Nürnberg und Augsburg. Sie ist heute Teil der Romantischen Straße. Entlang der Straße steht ein Ensemble bürgerlicher Giebelhäuser. Durch die Bomben am 11. und 19. April 1945 wurde die Reichsstraße in großen Teilen zerstört. Der originalgetreue Wiederaufbau begann 1946.
  • Das Tanzhaus wurde um 1400 erbaut. Zunächst diente es als städtisches Kauf- und Tanzhaus. Der Rat ließ dort sonntags für die Bürger zum Tanz aufspielen. Auch Kaiser Maximilian hat hier mit den Bürgern seiner Stadt gefeiert. Seit 1570 wurde es als Schranne (Kornspeicher) genutzt bis das Haus während des Spanischen Erbfolgekrieges 1704 gebrandschatzt wurde. 1872 wurde das Tanzhaus völlig restauriert. Bei einem Luftangriff 1945 wurde es bis auf die Grundmauern zerstört. In den Jahren 1973 bis 1975 wurde es wieder aufgebaut, um ein Stockwerk erhöht und mit zwei Tiefgaragen ausgestattet. Das Tanzhaus beinhaltet heute unter anderem einen Theatersaal mit 600 Plätzen und Restaurant. Im vierten Stock ist das Archäologische Museum untergebracht, das die Siedlungsgeschichte im Landkreis Donau-Ries von der Steinzeit bis zur Alemannenzeit dokumentiert.
  • Als letztes von vier großen Ausfalltoren der Stadtmauer ist das Rieder Tor erhalten geblieben. Das Gebäude in seiner heutigen Erscheinung stammt aus dem Jahr 1811 und wurde 1945 stark beschädigt. Es beherbergt heute das Museum Haus der Stadtgeschichte. Ein weiteres erhaltenes Stadttor ist das kleinere Öchsentörl im Nordosten der Altstadt.
  • Das repräsentative Fuggerhaus mit seinem markanten Giebel bildet das westliche Ende der Reichsstraße. Es wurde 1539 im Stil der Renaissance erbaut und beherbergt heute das Landratsamt des Landkreises Donau-Ries.
  • Freilichtbühne am Mangoldfelsen, jedes Jahr im Sommer jeweils zwei verschiedene Inszenierungen
  • Kreuzweg am Kalvarienberg
  • Ruine der „Burg zu Wörth“

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Donauwörth

Wiederkehrende Feste und Veranstaltungen

  • Schwäbischwerder Kindertag (jährlich im Juli mit Festumzug, alle zwei Jahre mit Historienspiel Bilderbuch der Stadtgeschichte, über 1000 Schüler in historischen Gewändern spielen die Geschichte der Stadt nach, zuletzt 2014)
  • Reichsstraßenfest (seit 1977, alle zwei Jahre, etwa Mitte Juli, zuletzt 2015)
  • Freilichtbühne am Mangoldfelsen (Juni bis August sowie andere Veranstaltungen)
  • Fischerstechen (alle zwei Jahre, zuletzt 2014)
  • Pitzbrunnen-Fest in Riedlingen (zuletzt 2015)
  • Öko-Markt Schwabens größter Öko-Markt im Heilig Kreuz Garten (letztes Sommerferien-WE sonntags; jährlich seit 1984)
  • Donauwörther Oldtimertag (seit 2004, alle zwei Jahre, am letzten Samstag im August)

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Bei Donauwörth kreuzen sich die Bundesstraßen 2 (Nürnberg – Augsburg), die von Augsburg bis Donauwörth autobahnartig ausgebaut ist, 16 (Ulm – Regensburg) und 25 (Uffenheim – Donauwörth).

Schienenverkehr

Der Bahnhof Donauwörth ist ein Eisenbahnknoten mit der Fernverkehrsstrecke von Augsburg weiter nach Treuchtlingen und Nürnberg, der Donautalbahn von Regensburg und Ingolstadt nach Ulm und ist der Ausgangspunkt der Riesbahn nach Aalen. Alle vier Richtungen werden unter der Woche stündlich, nach Augsburg halbstündlich, am Wochenende zweistündlich (nach Augsburg im 90-30-Takt) bedient. Wegen der schnelleren Verbindung über die Neubaustrecke von Nürnberg über Ingolstadt nach München halten nur noch wenig ICEs und InterCity-Züge in Donauwörth, dafür wird Donauwörth seit 10. Dezember 2006 von den schnellen Allgäu-Franken-Express-Zügen angefahren, die Nürnberg mit Lindau und Oberstdorf verbinden. Die Bahnstrecke von München nach Donauwörth wird wegen der Zulassung für 200 km/h oft für Versuchs- und Zulassungsfahrten benutzt, wie zum Beispiel für die Lokomotiven des Allgäu-Express im Jahr 2003 und teilweise für die Marschbahn-Züge der Nordostseebahn. Auf der Bahnstrecke Augsburg-Donauwörth wurde am 17. Oktober 1984 mit einem Sonderzug mit 250 t angehängter Last, gezogen von der Drehstromlokomotive 120 001-3, mit 265 km/h ein Geschwindigkeitsweltrekord für Drehstromfahrzeuge aufgestellt.

Öffentlicher Personennahverkehr

Am 1. August 2011 startete in Donauwörth ein neues Stadtbus-System. Seither verkehren zwei innerstädtische Linien im Halbstundentakt und eine Umland-Linie im Stundentakt. Morgens und abends verkehren zusätzlich noch einzelne Verstärkerbusse. Mit der Betriebsaufnahme des neuen Stadtbusses wurde auch ein neues Preissystem eingeführt, das unter anderem ein vergünstigtes Bürgerticket für die Einwohner von Donauwörth anbietet. Alle drei Linien werden von den Busunternehmen Osterrieder, Link und Schwabenbus betrieben. Im Einsatz sind dabei vier neue große Busse und zwei neue Kleinbusse, die auch optisch ein einheitliches Erscheinungsbild in den Stadtfarben gelb, blau und schwarz erhielten. Zudem ist auf jedem Bus ein bekanntes Motiv aus der Stadt Donauwörth zu sehen. Darüber hinaus wird die große Kreisstadt mit mehreren Regionalbuslinien der Verkehrsgemeinschaft Donau-Ries (VDR), die im Stadtgebiet verkehren, mit dem Umland verbunden. Am Samstag fahren alle drei Linien nur stündlich, sonntags und an Feiertagen ist kein Betrieb.Im Jahr 2012 fuhren täglich ca. 4.000 Fahrgäste mit dem Stadtbus Donauwörth.

Zum ersten Julie 2016 wird eine neue Linie 4 in Betrieb genommen, die bis Dillingen fahren soll. Außerdem werden die Fahrkartenpreise leicht angehoben und dafür das Fahrplanangebot am Abend verbessert.

Stadtbuslinien
Linie Laufweg Bedienungshäufigkeit
Parkstadt - Zentrum - Bahnhof - Donau-Ries-Klinik 30-Minuten-Takt
Bahnhof - Zentrum-Riedlingen - Bahnhof 30-Minuten-Takt
Schäfstall – Zirgesheim – Donauwörth – Nordheim - Auchsesheim 60-Minuten-Takt

Ansässige Unternehmen

  • Brückenstadt-Verlag Erwin Nier
  • Eduard Edel GmbH Bonbonfabrik
  • Airbus Helicopters: Die deutsche Zentrale des deutsch-französischen Hubschrauberherstellers hat ihren Sitz in Donauwörth; das Werk war bis 1992 Teil der Firma MBB.
  • Käthe Kruse: Puppenhersteller
  • Gubi: Lebensmittelkette und Fleischwerk (bis August 2000); wurde von Tengelmann übernommen
  • Staudigl-Druck: Großformat-Druckerei, Offset- und Digitaldruckerei mit vier Werken am Standort Donauwörth.
  • Vabeg Eventsafety Deutschland: Entwicklungsunternehmen von Sicherheitslösungen für Veranstaltungen und Versammlungsstätten
  • PowerBox Systems: Sichere Stromversorgungssysteme für den Modellbau

Garnison

In Donauwörth bestand von 1958 bis März 2013 die Alfred-Delp-Kaserne. Namenspatron war der Jesuit, Priester und Widerstandskämpfer Alfred Delp, der dem Kreisauer Kreis angehörte. 1945 war dieser vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. Die Truppenreduzierung nach dem Ende des Kalten Krieges wirkte sich auch auf Donauwörth aus. Unter anderem wurde das Panzerartilleriebataillon 305 aufgelöst. Nach Außerdienststellung des EloKa-Bataillon 922 im März 2013 im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde die Alfred-Delp-Kaserne geräumt.

Die Aufgaben des Systemzentrums 22 der Luftwaffe in der Liegenschaft der Firma Airbus Helicopters sollen ab 2015 an das Heer übergeben werden.

Öffentliche Sicherheit/Staatliche Einrichtungen

  • Bayerische Polizei
    • Polizeiinspektion Donauwörth
    • Verkehrspolizeiinspektion Donauwörth
  • Bayerisches Rotes Kreuz, Rettungswache Donauwörth
  • Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Ortsverband Donauwörth
  • Bundeswehr: Systemzentrum 22 der Luftwaffe
  • Freiwillige Feuerwehr Donauwörth

Bildung

  • Gebrüder-Röls-Schule, Grundschule in Riedlingen
  • Mangold-Schule, Grundschule
  • Sebastian-Franck-Schule, Grundschule, benannt nach Sebastian Franck
  • Ludwig-Auer-Schule, Mittelschule, benannt nach Ludwig Auer
  • Private Wirtschaftsschule Donauwörth
  • Realschule Heilig Kreuz Donauwörth, eine Knabenschule
  • Realschule St. Ursula Donauwörth, eine Mädchenschule
  • Gymnasium Donauwörth
  • Hans-Leipelt-Schule Donauwörth, Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule, benannt nach Hans Conrad Leipelt
  • Adolph-Kolping-Schule, Berufsschule zur Lernförderung, benannt nach Adolph Kolping
  • Ludwig-Bölkow-Schule, Staatliche Berufsschule, benannt nach Ludwig Bölkow
  • Volkshochschule Donauwörth
  • Werner-Egk-Musikschule Donauwörth, kommunale Musikschule, benannt nach Werner Egk

Sport

In den 1970er und 1980er Jahren spielte die Damenmannschaft der Tischtennisabteilung des Vereins VSC 1862 Donauwörth in der Tischtennis-Bundesliga. 1991 zog sich der Verein aus der BL zurück.

Der örtliche Fußballverein ist der FC Donauwörth 08.

Das städtische „Stadion im Stauferpark“ wurde am 13. Mai 1988 eröffnet und hat ein Fassungsvermögen von 10.000 Plätzen. Das Leichtathletikstadion war bereits mehrfach Spielstätte für überregionale Spiele. Es fanden mehrere Spiele des Fuji-Cups in diesem Stadion statt (unter anderem zwischen dem FC Bayern München und dem 1. FC Köln) sowie zahlreiche Länderspiele deutscher Jugendnationalmannschaften (unter anderem das U-21-Länderspiel zwischen Deutschland und Marokko 1991) sowie ein Spiel der U-18-Fußball-Europameisterschaft 2000 zwischen Frankreich und Tschechien.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • 1291 Margareta Ebner, dominikanische Mystikerin
  • ca. 1360 Ulrich Putsch, 1427–1437 Fürstbischof von Brixen
  • 1499 Sebastian Franck, deutscher Chronist, Publizist, Geograf und Sprichwortsammler
  • 1622 Stephan Kessler, Maler des Barock
  • 1730 Ernest Weinrauch, deutscher Benediktinerpater und Komponist
  • 1749 Ignaz Hübner, Jurist, Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, gest. 1815
  • 1751 Lorenz Hübner, Ex-Jesuit und katholischer Publizist, seit 1799 Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, gest. 1807 in München
  • 1792 Alois Dietrich, Brauer und bayerischer Landtagsabgeordneter
  • 1807 Bernhard Grueber, Architekt, Architekturschriftsteller und Kunsthistoriker.
  • 1838 Franz Hartmann, Theosoph, Freimaurer, Rosenkreuzer und Autor von esoterischen Werken
  • 1848 Michael Deffner, Altphilologe und Direktor der griechischen Nationalbibliothek
  • 1859 Carl Bezold, Orientalist, Ordinarius an der Universität Heidelberg
  • 1861 Ferdinand Bonn, Schauspieler und Schriftsteller
  • 1870 Centa Bré, Schauspielerin
  • 1875 Konrad Reßler, Fotograf, von dem u. a. berühmte Porträtdarstellungen Bertolt Brechts stammen
  • 1900 Georg Ernst, niedergelassener Internist in Dresden-Weißer Hirsch und Verdienter Arzt des Volkes der DDR
  • 1901 Werner Egk, Komponist, 1936 Olympiasieger in der Disziplin „Orchestermusik“ (geboren im heutigen Stadtteil Auchsesheim)
  • 1904(–1977) Franz Dirlmeier, Ordinarius für Klassische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, dort u.a. maßgeblicher akademischer Lehrer von Franz Josef Strauß
  • 1905 Pius Haugg, Gymnasiallehrer und Mitbegründer der CSU
  • 1933 Meinhart H. Zenk, Ordinarius für Pharmazeutische Biologie an der LMU München
  • 1936 Heinrich J. Völk, ab 1975 Direktor am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg
  • 1942 Werner Schnitzer, Schauspieler (unter anderem Jakob Hahne aus der ZDF-Krimiserie Siska)
  • 1948 Manfred G. Schmidt, deutscher Politologe
  • 1953 Georg Schmid, 2007–13 CSU-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag
  • 1957 Ludwig Kronthaler, langjähriger Kanzler der TU München, Richter am Bundesfinanzhof, seit 2010 Generalsekretär der Max-Planck-Gesellschaft
  • 1960 Marianne Schlosser, seit 2004 Ordinaria für Dogmatik an der Universität Wien
  • 1961 Jutta Stroszeck, klassische Archäologin
  • 1968 Thomas Gabriel Brogl O.P., seit 2015 Provinzial der Österreichisch-Süddeutschen Provinz des Dominikanerordens
  • 1968 Volker Hintermeier, deutscher Bühnenbildner
  • 1968 Hans-Peter Trojek, deutscher Journalist
  • 1977 Mitsch Oko, Musiker und Musikmanager
  • 1980 Carolin Hingst, deutsche Leichtathletin (Stabhochsprung)
  • 1980 Manuela Stöberl, Kajak, Weltmeisterin 2012
  • 1987 Raoul Strohhäker, Schachspieler
  • 1988 Veronika Eberle, Geigerin

Personen mit Bezug zur Stadt

  • 1136 Hugo von Liechtenstein, erstes urkundliches Mitglied der späteren Hochadelsfamilie, dessen Vorfahren aus Donauwörth kamen
  • 1197 Familie Nützel von Sündersbühl, tritt auf einem Zug von Kaiser Heinrich VI. nach Werd erstmals ins Licht der Geschichte
  • 1256 Maria von Brabant (1226–1256), Opfer des (Justiz-)Mordes durch ihren Ehemann Ludwig den Strengen
  • um 1455 Jakob von Linz, hebr. Jakow bar Jechiel (ca. 1435–1511), späterer Leibarzt von Friedrich III., zeitweise Kantor des Jüdischen Gemeinde zu Donauwörth
  • 1475–1498 Georg Feierabend, in dieser Zeit Kaplan und Pfarrer in Donauwörth
  • 1500 Kaiser Maximilian I., wurde bei einem Aufenthalt in Schwäbisch Werd die Nachricht von der Geburt seines Enkels Karl von Burgund überbracht, was er im Tanzhaus anschließend ausgiebig feierte
  • 1518 durchquerte Martin Luther die Stadt, unmittelbar nachdem er infolge seiner Unterredung mit Kardinal Cajetan aus Augsburg geflüchtet war
  • 1544 Wolfgang Musculus, hat die Reformation in Donauwörth – notabene nicht im Sinne Martin Luthers, sondern unter reformierten Vorzeichen
  • 1545 Ottmar Stab, zeitweilig evangelischer Pfarrer in Donauwörth, später kurpfälzischer Hofprediger in Heidelberg
  • 1606ff. Laurentius von Brindisi, Kapuziner und Apologet der Expeditio Thonawerdana Maximilians I. von Bayern
  • 1672ff. Johann Kasimir Röls, späterer Weihbischof in Augsburg
  • 1704 August Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel-Bevern, am 2. Juli d. J. in der Schlacht am Schellenberg gefallen
  • 1704 Hermann Otto II. von Limburg-Styrum, am 9. Juli d. J. infolge derselben Schlacht zu Tode gekommen
  • 1725 Johann Baptist Enderle, deutscher Barockmaler
  • 1738 Johann Georg Fux, Orgelbauer, geboren 1651, stirbt in Donauwörth
  • 1745 Roman Christoph von Bauer, Ritter von Heppenstein (1676–1765), Pflegskommissär in Donauwörth und Schwiegervater des Wiguläus von Kreittmayr
  • 1763 Jacob Hochbrucker, geb. 1673 in Mindelheim, Erfinder der Pedalharfe, seit 1699 in Donauwörth ansässig und dort auch gest.
  • 1764 Joseph II., stieg auf der Rückreise von seiner Krönung zum König zu Germanien in Frankfurt am Main nach Wien am Donauwörther Hafen mit seinem Gefolge auf Schiffe um
  • 1764–1770 Joseph von Weber, Theologe, Philosoph und Naturwissenschaftler, Ordinarius an den Universitäten Dillingen an der Donau, Ingolstadt und Landshut, besuchte in jenen Jahren die Lateinschule der Benediktiner von Heilig Kreuz
  • 1772 Pierre Michel d’Ixnard, Baumeister des Deutschordenshauses
  • 1795 Franz Xaver von Predl, bayerischer Adeliger und Offizier, Direktor der Bayerischen Armee-Veteranen-Anstalt und Platzkommandant von Donauwörth 1859–1866
  • 1839 Ludwig Auer, Volksschullehrer, Verleger, Unternehmer
  • 1883 Käthe Kruse, Puppenmacherin, Mutter des Schriftstellers Max Kruse.
  • 1878 Karl Mayer, Bürgermeister von Donauwörth, Oberbürgermeister von Neuburg an der Donau und Richter in Entnazifizierungsverfahren.
  • 1928 Franz Eirenschmalz, verurteilter Kriegsverbrecher, war im fraglichen Jahr als Bauleiter in Donauwörth tätig.
  • 1940 Melanie Faltlhauser, gebürtige Donauwörtherin, brachte in jenem Jahr in München-Schwabing ihren Sohn Kurt Faltlhauser zur Welt
  • 1943 Hans Leipelt, Mitglied der Weißen Rose
  • 1945 Günther Lützow, prominenter Jagdflieger der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg, am 24. April d. J. bei Donauwörth vermisst
  • 1948 Arno Breker, wurde – seit 1945 in Wemding wohnhaft – vor der Donauwörther Spruchkammer zum Mitläufer verurteilt
  • 1949 Wilfried Scharnagl, späterer Chefredakteur des „Bayernkurier“, besuchte von diesem Jahr an das Gymnasium Donauwörth
  • 1956 Ernst Freys, geb. 1863 in Fulda, Direktor an der Bayerischen Staatsbibliothek, in Donauwörth gest.
  • 1956/57 Johann Deisenhofer, Träger des Nobelpreises für Chemie 1988, besuchte die Knabenrealschule Heilig Kreuz
  • 1967–2000 Helmut C. Walter, „Bildermacher“
  • 1968 Helmut Grob, Profi-Tischtennisspieler
  • 1990–1994 Ilse Aigner, war in dieser Zeit beschäftigt mit „Entwicklung von Systemtechnik für Hubschrauber bei eurocopter
  • 2012 Bernd Meier, vormaliger Stammtorhüter des TSV 1860 München, in Donauwörth gest.

Ehrenbürger

  • Andreas Mayr (1898–1975), Bürgermeister vor und nach 1945, ernannt 25. Januar 1968
  • Werner Egk (1901–1983), Leiter in der NSDAP-Reichsmusikkammer, Olympiasieger in Berlin 1936, ernannt 11. November 1971
  • Artur Proeller (1898–1983), ernannt 27. April 1978
  • Alfred Böswald (* 1931), ernannt 7. Dezember 2001

Weblinks

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