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Crivitz
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Stadtplan Crivitz
Amt
Crivitz
Amtstr. 5
19089 Crivitz

http://www.amt-crivitz.de

Crivitz

160pxAbb. 1 Wappen von Crivitz
Basisdaten
Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
Höhe 41 m
PLZ 19089
Vorwahl 03863
Gliederung 9 Ortsteile
Adresse der Verwaltung Amtsstraße 5
19089 Crivitz
Website www.amt-crivitz.de
Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm ()

Crivitz ist eine Stadt im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie ist Verwaltungssitz des Amtes Crivitz, dem weitere 16 Gemeinden angehören. Der Ort ist ein Grundzentrum.

Geografie

Lage und Umgebung

Crivitz liegt rund 20 Kilometer östlich von Schwerin und rund 21 Kilometer nordwestlich von Parchim.

Größere Flächen im Stadtgebiet sind bewaldet, so liegt im Süden das Waldgebiet Bürgerholz mit dem Militzer See, im Westen das Waldgebiet Forst Gädebehn und im Osten das Eichholz. Im Eichholz befindet sich auch der höchste Punkt des Stadtgebiets mit über .

Im Norden durchfließt die Warnow das Stadtgebiet. Crivitz selbst liegt am kleinen gleichnamigen Crivitzer See. Im Norden grenzt das Stadtgebiet an den Barniner See und an die Warnow. Durch das Stadtgebiet fließt der Amtsgraben, der vom Militzer See über den Crivitzer See in den Barniner See führt.

Stadtgliederung

Crivitz besteht aus folgenden Ortsteilen:

  • Augustenhof
  • Badegow
  • Basthorst
  • Crivitz
  • Gädebehn
  • Kladow
  • Muchelwitz
  • Radepohl
  • Wessin

Geschichte

Name

Der Name Crivitz kommt aus dem Slawischen und bedeutet nach der altpolabischen Form Krivica so viel wie krumm oder gekrümmt; also Crivitz ist der „Ort an der Krümmung“. Möglicherweise ist damit die Lage der Stadt auf der Halbinsel (Seekrümmung) am Crivitzer See gemeint, oder vielleicht nur die gekrümmte damalige Straßenstruktur. Um 1273 wurde der Ortsname Kriwitz oder Kriwicz und im Stadtsiegel von 1329 Criwisc geschrieben.

Vom Mittelalter bis 1918

Schon früh befand sich auf der Halbinsel eine slawische Burg aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Die Stadt wurde wahrscheinlich 1251 von den Grafen von Schwerin um die damals vorhandene Burg gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Stadt 1302. Im Jahr 1357 fiel Crivitz an die Herzöge von Mecklenburg. Crivitz entwickelte sich zu einer typischen Landstadt in Mecklenburg und war als solche bis 1918 als Teil der Städte des Mecklenburgischen Kreises auf Landtagen vertreten. Die Reformation wurde an der Stadtkirche Crivitz erst 1561 mit dem Pfarrer Michael Bramburg eingeführt. Bis dahin hatte die katholisch bleibende Stadtherrin Herzogin Anna († 1567), Mutter des Herzogs Johann Albrecht I. dies hier und in Lübz verzögert, bevor ihr Sohn durchgriff.

Zwischen 1791 und 1918 gab es eine jüdische Gemeinde mit einer eigenen, bis heute erhaltenen Synagoge in der Fritz-Reuter-Straße 13. Sie wurde verkauft und seitdem als Wohnhaus genutzt.

1918 bis in die Gegenwart

Bereits 1935 erklärte sich die Stadt unter dem NS-Bürgermeister Dr. Otto Boueke als erste Kommune in Mecklenburg für „judenfrei“. Dies stimmte aber gar nicht, denn es gab in der Parchimer Straße noch das 1911 erbaute Kaufhaus (Manufaktur und Modewaren) Jacobson-Löwenstein. Dort wurden am 9. November 1938 die Scheiben zerschlagen, der jüdische Friedhof (Trammer Str. 1) verwüstet. Schließlich wurde das Kaufhaus unter Druck „arisiert“, dem Ehepaar gelang aber keine Ausreise aus dem Reich mehr, es wurde 1941 deportiert.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde auf dem Gelände des Friedhofs der jüdischen Gemeinde am Trammer Weg ein Barackenlager für sowjetische Kriegsgefangene errichtet, die Zwangsarbeit verrichten mussten. Auch hat es im Ort polnische Zwangsarbeiter gegeben. Von den Inhaftierten kamen mindestens 31 ums Leben. Gegen Ende des Krieges wurden Häftlinge des KZ Sachsenhausen von SS-Mannschaften auf einem Todesmarsch durch die Umgebung von Crivitz getrieben, wobei mindestens 41 von ihnen ihr Leben verloren.

In der DDR-Zeit errichtete das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) an der heutigen B 321 gegenüber dem Waldschlößchen eine Kommandozentrale (Ausweichführungsstelle der Bezirksverwaltung Schwerin). Das stacheldrahtumzäunte Objekt Waldschlößchen beherbergte Schießstände, unterirdische Bunkeranlagen, ein Waffenlager und eine abgesetzte Sendestelle. Im Sommer 1984 übernahm der emeritierte Bischof Heinrich Rathke die Pfarrstelle. Bereits vor seinem Umzug verwanzte das Ministerium für Staatssicherheit das Haus und staatliche Stellen legten Operativ-Pläne zur Eindämmung seines oft oppositionellen Wirkens an.

Im Zuge der Wende wurde die Politische Bürgerinitiative Crivitz gegründet, die durch Mahnwachen Anfang Januar 1990 die Übergabe des Objektes an die Nationale Volksarmee erreichte. In dieser Zeit gab es auch in Crivitz Friedensgebete in der Kirche und Demonstrationen mit bis zu 600 Teilnehmern.

Von 1952 bis 1994 gehörte Crivitz zum Kreis Schwerin-Land (bis 1990 im DDR-Bezirk Schwerin, 1990–1994 im Land Mecklenburg-Vorpommern). 1994 wurde die Stadt in den Landkreis Parchim eingegliedert, der 2011 mit dem Landkreis Ludwigslust zum Landkreis Ludwigslust-Parchim zusammengelegt wurde.

Am 1. Januar 2014 fusionierten die Ämter Banzkow, Crivitz und Ostufer Schweriner See zum jetzigen Amt Crivitz. Crivitz ist Amtssitz.

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde ab 1991 der historische Stadtkern mit Hilfe der Städtebauförderung grundlegend saniert.

Geschichte der Ortsteile

Basthorst: Das Gut war im 19. Jahrhundert im Besitz der Familie von Schack. Das Gutshaus entstand 1824 und wurde um 1910 erheblich neobarock überformt. Nach 1945 war hier die Betriebsakademie des Gesundheitswesens des Bezirkes Schwerin. Seit 1994 befindet sich hier ein Hotel- und Restaurantbetrieb.

Radepohl: Das Gut war im Besitz der Familien Ritter von Mallin (1337), Elderhorst zu Bissendorf (18. Jh.), evtl. von Stralendorff und Georg Froriep (bis 1945). Das ruinöse Gutshaus soll im Kern aus dem 17. Jahrhundert stammen.

Wessin gehörte seit 1230 zum Land Warnow. Die Wehrkirche Wessin vom Ende des 13. Jahrhunderts wurde erstmals 1391 genannt. Der Ort war u. a. Besitz der Familien von Restorff (14. bis 17. Jahrhundert), von Wenkstern (ab 1670), von Sperling (ab 1688), von Passow (ab 1723) und von Barner (ab um 1800).

Eingemeindungen

Seit dem 1. Januar 2003 gehört die vormals selbständige Gemeinde Gädebehn zur Stadt Crivitz. Am 1. Januar 2011 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Wessin mit den Ortsteilen Badegow und Radepohl nach Crivitz eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1990 4528
1995 4392
2000 4681
2005 4871
2010 4672
Jahr Einwohner
2015 4887
2016 4880
2017 4872
2018 4892
2019 4859
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres

Religion

Die historische Stadtkirche von Crivitz ist das Zentrum der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde. Eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, die von ihrer Tradition her der Brüderbewegung zuzurechnen ist, besitzt ebenfalls ein Gemeindezentrum in Crivitz. Zu ihr gehört auch das Seniorenwohnheim Elim. Die römisch-katholische Kirchengemeinde feiert ihre Gottesdienste in einer Hinterhofkirche, die in den 1970er Jahren durch den Umbau eines Stallgebäudes entstand.

Politik

Stadtvertretung

Die Stadtvertretung besteht aus 15 Mitgliedern und der Bürgermeisterin als Vorsitzender. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgender Zusammensetzung:

Partei/Bewerber Prozent Sitze
Crivitzer Wählergemeinschaft (CWG) 53,9 8
CDU 28,8 5
Einzelbewerber Hans-Jürgen Heine 7,4 1
Die Linke 5,4 1

Ortsteilvertretungen

Laut Hauptsatzung der Stadt haben die zwei Ortsteilvertretungen in allen wichtigen Angelegenheiten für das Gebiet der Ortsteile ein Vorschlagsrecht, ein Informationsrecht, ein Recht zur Stellungnahme sowie einen Anspruch auf Anhörung durch die Bürgermeisterin und die Stadtvertretung.

Für die Ortsteile Gädebehn, Kladow Basthorst, Augustenhof und Muchelwitz wird die „Ortsteilvertretung Gädebehn“ gewählt. Sie besteht aus fünf Mitgliedern, je Ortsteil ein Vertreter.

Für die Ortsteile Wessin, Badegow und Radepohl wird eine „Ortsteilvertretung Wessin“ gewählt. Sie besteht aus fünf Mitgliedern, je einem Vertreter der Ortsteile Badegow und Radepohl und drei Vertretern des Ortsteiles Wessin.

Bürgermeister

Seit 2014: Britta Brusch-Gamm (Crivitzer Wählergemeinschaft)

Brusch-Gamm wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 75,4 % der gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.

Wappen

; Historisches Wappen

Flagge

Die Flagge wurde am 26. Februar 2001 durch das Ministerium des Innern genehmigt.

Die Flagge ist gleichmäßig längs gestreift von Rot und Gelb. In der Mitte des Flaggentuchs liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des roten und des gelben Streifens übergreifend, das Stadtwappen. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.

Dienstsiegel

Das Dienstsiegel zeigt das Stadtwappen mit der Umschrift „STADT CRIVITZ“.

Städtepartnerschaften

  • Bönningstedt in Schleswig-Holstein
  • Crivitz in Wisconsin, USA
  • Seaford in East Sussex, England

Sehenswürdigkeiten

  • Stadtkirche, mittelalterliche dreischiffige Hallenkirche, spätgotischer Backsteinbau (spätes 14. Jahrhundert) mit gedrungenem Westturm
  • Schloss Basthorst
  • Stadtzentrum / Marktplatz
  • Ehemalige Synagoge an der Fritz-Reuter-Straße 13, 1922 aufgegeben, seither als Wohnhaus genutzt
  • Gymnasium am Sonnenberg, 1996 fertiggestellt, erhielt 1998 den „Architekturpreis Vormauerziegel und Klinker“ und den „Landesbaupreis Mecklenburg-Vorpommern 1998“
  • Dorfkirche Wessin, backsteingotische Feldsteinkirche
  • Arboretum südwestlich des Crivitzer Sees zwischen Amtsgraben und Eisenbahnlinie
  • Burgwall Crivitz, Bodendenkmal
  • Großsteingrab Radepohl
  • Grabanlage mit Gedenkstein auf dem Friedhof für 31 Opfer der Zwangsarbeit, darunter etliche Kinder
  • Grabanlage mit Gedenkstein von 1945 auf dem Friedhof für 41 Opfer des Todesmarsches vom April 1945 (1975 erneuert)
  • Kapelle des Todesmarsches der Häftlinge des KZ Sachsenhausen mit einer Pietà von Wieland Schmiedel
  • Gedenkstein von 1950 für die Opfer des KZ-Todesmarsches an der Weinbergstraße, 1961 durch Wieland Schmiedel erneuert
  • Gedenkstein von 1950 für die Opfer der Häftlingskolonnen durch alliierte Bombenangriffe am Ortsausgang nach Schwerin, Richtung Crivitz-Ausbau, Kiesgrube, 1961 von Wieland Schmiedel erneuert
  • Gedenkstein für die Opfer des Todesmarsches an der Straße Crivitz-Schwerin (Abzweigung nach Sukow)
  • Gedenkstele von 1996 bei der Stadtkirche entlang der Route des Todesmarsches als eine von 52 Stelen Wieland Schmiedels

Wirtschaft und Verkehr

Krankenhaus

Der Klinikbetreiber Mediclin übernahm 2001 die Mehrheit der Anteile an dem versorgungsnotwendigen Krankenhaus am Crivitzer See, einem Grund- und Regelversorger mit 74 Planbetten und Kliniken für Chirurgie und Orthopädie, für Innere Medizin, für Gynäkologie und Geburtshilfe, für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie für Radiologie.

Verkehr

Durch das Stadtgebiet Crivitz verläuft die Bundesstraße B 321 zwischen Schwerin und Parchim. Sie wird als Umgehungsstraße um die eigentliche Stadt geführt. In Crivitz beginnt die B 392 nach Goldberg. Die nächstgelegene Autobahnanschlussstelle ist in etwa elf Kilometern Entfernung Schwerin-Ost an der A 14 (Wismar–Kreuz Schwerin).

Seit 1888 hat Crivitz einen Bahnhof an der Bahnstrecke Schwerin–Parchim. Er wird von der Regionalbahnlinie RB 13 der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH Rehna–Schwerin–Parchim bedient.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Heinrich Rathke (* 1928), ehemaliger Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs, Pfarrer in Crivitz

Söhne und Töchter der Stadt

  • Friedrich Cleemann (1771–1825), Heimatforscher
  • Ulrich von Barner (1786–1846), preußischer Generalleutnant
  • Carl Laser Ladewig (1855–1926), Politiker (Freisinnige Volkspartei)
  • Johannes Maybaum (1864–1932), Landesschulrat
  • Ernst Krüger (1867–1926), Politiker (DVP)
  • Carl Friedrich Hansen (1875–1957), Dekorationsmaler
  • Hans Werner Ohse (1898–1991), Pfarrer
  • Edwin Bergner (1903–1980), Direktor der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald
  • Kurt Dunkelmann (1906–1983), Generaldirektor der Rostocker Neptunwerft
  • Ernst Lehnhardt (1924–2011), Mediziner
  • Georg Ihde (* 1943), Politiker (FDP)
  • Karla Mügge, geb. Roffeis (* 1958), Volleyballspielerin
  • Lutz Dettmann (* 1961), Schriftsteller
  • Christian Halbrock (* 1963), Historiker
  • Torsten Schmitz (* 1964), Boxtrainer und ehemaliger Amateurboxer
  • Ute Steppin, geb. Oldenburg (* 1965), Volleyballspielerin
  • Christoph Schulze (* 1965), Politiker (SPD bzw. BVB/Freie Wähler)
  • Heiko Mathias Förster (* 1966), Dirigent
  • André Keil (* 1967), Sportjournalist
  • Dirk Oldenburg (* 1967), Volleyballspieler
  • Armin Kremer (* 1968), Rallyefahrer
  • Matthias Breitkreutz (* 1971), Fußballspieler
  • Ralph Ertel (* 1972), Sänger
  • Stephan Möller-Titel (* 1977), Schauspieler
  • Anna Frenzel-Röhl (* 1981), Schauspielerin
  • Maria Heinig (* 1981), Sängerin
  • Kevin Wölbert (* 1989), Speedwayfahrer
  • Janine Völker (* 1991), Volleyballspielern
  • Sarah Scheurich (* 1993), Boxerin

Mit Crivitz verbundene Persönlichkeiten

  • Erwin Lademann (1923–2015), Schriftsteller, lebte in Crivitz
  • Wieland Schmiedel (* 1942), Bildhauer, lebt in Crivitz
  • Eberhard Otto (* 1948), Gründer der Immobiliengesellschaft Otto & Zapf Wohnland in Crivitz
  • Andreas Katz (* 1954), Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), lebt in Crivitz
  • Anne Sewcz (* 1958), lebte in Crivitz
  • Winfried Wolk (* 1941), Maler und Grafiker, lebt und arbeitet in Gädebehn

Trivia

  • Eine Besonderheit ist die durch den Vorschlag des in Crivitz geborenen Wissenschaftlers Stephan Gehrke vorgenommene Benennung eines 6,1 Kilometer großen Mars-Kraters nach der Stadt. Crivitz liegt innerhalb des wesentlich größeren Kraters Gusev, in welchem 2004 der amerikanische Marsrover Spirit landete.
  • Im USA-Bundesstaat Wisconsin liegt die Gemeinde Crivitz, 1883 durch den aus Crivitz gebürtigen Frederick John Bartels benannt.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Crivitz

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