Strassen
Einrichtungen
Bamberg
Navigation
Deutschlandkarte
Stadtplan Bamberg
Stadt Bamberg
Fremdenverkehrsamt
Geyerswörthstr. 3
96047 Bamberg

https://www.stadt.bamberg.de/

Bamberg

160pxAbb. 1 Wappen von Bamberg
Basisdaten
Bundesland Bayern
Höhe 262 m
PLZ 96047, 96049, 96050, 96052
Vorwahl 0951
Adresse der Verwaltung Maximiliansplatz 3
96047 Bamberg
Website www.stadt.bamberg.de
Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD)

Bamberg (mittelalterlich: Babenberg, bambergisch: Bambärch) ist eine fränkische kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken und Standort des Landratsamtes Bamberg. Sie ist die größte Mittelstadt Bayerns, Universitäts-, Schul- und Verwaltungsstadt, Sitz eines Oberlandesgerichts und der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, wichtiges Wirtschaftszentrum Oberfrankens sowie Sitz des gleichnamigen Erzbistums. Das bekannteste Bauwerk ist der viertürmige Bamberger Dom, einer der früheren Kaiserdome.

Die Stadt ist in der Landesplanung als Oberzentrum des westlichen Oberfrankens ausgewiesen und zählt zur Metropolregion Nürnberg. Bamberg hat gut 77.000 Einwohner und ist damit die größte Stadt Oberfrankens, die Agglomeration hat rund 112.000 Einwohner.

Die Altstadt ist der größte weitgehend unversehrt erhaltene historische Stadtkern in Deutschland und seit 1993 als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO eingetragen. Darüber hinaus ist Bamberg überregional bekannt für seine vielfältige Biertradition ebenso wie für die traditionellen Gärtnereibetriebe, die sich durch ihre großen Anbauflächen inmitten der Stadt auszeichnen.

Geografie

Geografische Lage

Die alte fränkische Kaiser- und Bischofsstadt Bamberg erstreckt sich über die Talsenke der Regnitz. Zwischen ihrem rechten und linken Arm – der rechte wurde zum Main-Donau-Kanal ausgebaut – liegt die sogenannte Inselstadt. Weitere zentrale Stadtteile sind der Domberg im Südwesten sowie die Gärtnerstadt im Nordosten und die Wunderburg im Südosten, wobei diese beiden in der genannten Senke liegen. Die Lage an den zwei Flussarmen prägt den Charakter der Altstadt.

Die Regnitz verlässt die Stadt in nordwestlicher Richtung und mündet an deren westlichster Grenze, fünf Kilometer vom Zentrum entfernt, bei Bischberg in den Main. Nach Süden erstreckt sich das Regnitztal bis nach Fürth, im Westen liegt der Steigerwald, im Nordwesten und Norden das Maintal und jenseits dessen der Naturpark Haßberge. Östlich von Bamberg befindet sich das Hügelland des Naturparks Fränkische Schweiz mit dem Geisberg () und Katzenberg (), bei gutem Wetter in Sichtweite.

Das Stadtgebiet grenzt an die umliegenden Gemeinden (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Gundelsheim, Memmelsdorf, Litzendorf, Strullendorf, Pettstadt, Stegaurach, Bischberg, Oberhaid und Hallstadt.

Ausdehnung des Stadtgebiets

Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 54,58 Quadratkilometern. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 9,6 Kilometer, die Ost-West-Ausdehnung 9,7 Kilometer. Die Altstadt liegt auf der Insel zwischen den beiden Regnitzarmen sowie westlich des linken Regnitzarmes (Domberg). Später dehnte sich die Stadt vor allem nach Osten aus.

Stadtgliederung

Bamberg gliedert sich in die Stadtteile: Berggebiet, Mitte (Inselstadt), Theuerstadt (Gärtnerstadt, St. Gangolf), Wunderburg, Gereuth, Nord (St. Otto), Ost (St. Heinrich), Gartenstadt (St. Kunigunda), Bruckertshof, Bug, Bughof, Gaustadt, Hirschknock, Kramersfeld und Wildensorg.

Zwischen 1750 und 1753 teilte die Verwaltung Bamberg in vier Viertel ein, die nach den Stadtheiligen benannt wurden: das Henriziviertel im Nordwesten, das Georgenviertel im Nordosten, das Kunigundenviertel im Südosten und das Ottonisviertel im Südwesten. Die Häuser wurden innerhalb jedes einzelnen Viertels durchnummeriert. Eine neue Einteilung in vier Distrikte, die den Pfarreien St. Martin, St. Gangolf, Unserer Lieben Frau und Dom entsprachen, erfolgte 1804. Zugleich wurden alle Häuser der Stadt fortlaufend durchnummeriert, beginnend mit dem Alten Rathaus. 1876 ging man zur straßenweisen Vergabe von Hausnummern über. Zu den bestehenden Distrikten kamen mit zunehmendem Stadtwachstum weitere, so 1909 der 5. Distrikt um die Pfarrei Maria Hilf in der Wunderburg und 1916 der 6. Distrikt um die Pfarrei St. Otto. Diese bis heute nicht offiziell abgeschaffte Einteilung dient nur noch als Grundlage für die Tätigkeit der 16 Bürgervereine, wobei es teilweise zwei Bürgervereine in einem Distrikt gibt. Die Bürgervereine Gaustadt und Kramersfeld-Bruckertshof-Hirschknock wurden gegründet, als Gaustadt noch selbständige Gemeinde war und Kramersfeld noch zu Hallstadt gehörte. Aktuell ist die Stadt in statistische Zählbezirke gegliedert, die sich an historischen und städtebaulichen Leitlinien orientieren.

Distrikt Bürgerverein Gründungsjahr des BV
I. Distrikt Bürgerverein Bamberg-Mitte 1905
II. Distrikt Bürgerverein Gangolf 1908
III. Distrikt Bürgerverein Kaulberg 1899
Bürgerverein Stephansberg 1953
IV. Distrikt Bürgerverein Sand 1891
V. Distrikt Bürgerverein Wunderburg, Bamberg Süd 1906
Bürgerverein Bamberg-Süd, Gereuth 1974
VI. Distrikt Bürgerverein Bamberg-Nord, St.Otto 1923
VII. Distrikt Bürgerverein Bamberg-Ost 1951
VIII. Distrikt Bürgerverein Gartenstadt 1951
IX. Distrikt Bürgerverein Kramersfeld-Bruckertshof-Hirschknock 1956
X. Distrikt Bürgerverein Bug 1972
XI. Distrikt Bürgerverein Gaustadt 1904
XII. Distrikt Bürgerverein Wildensorg 1979
XIII. Distrikt Bürgerverein Süd-West 1977
XIV. Distrikt Bürgerverein Am Bruderwald 1993

Bamberg hat ca. 650 Straßen, Plätze und Gassen.

Klima

Die Temperaturmittel betragen im kältesten Monat Januar −1,1 °C, im Sommermonat Juli +17,8 °C. Der Jahrestemperaturdurchschnitt liegt bei +8,5 °C.

  • Höchste je gemessene Temperatur: +38,2 °C (25. Juli 2019)
  • Tiefste je gemessene Temperatur: −30,1 °C (10. Februar 1956)

Schutzgebiete

In Bamberg gibt es zwei Naturschutzgebiete, vier Landschaftsschutzgebiete, vier FFH-Gebiete und zwei Geotope (Stand August 2016).

Siehe auch:

  • Liste der Naturschutzgebiete in der Stadt Bamberg
  • Liste der Landschaftsschutzgebiete in Bamberg
  • Liste der FFH-Gebiete in der Stadt Bamberg
  • Liste der Geotope in Bamberg

Geschichte

Historischer Überblick

Die ältesten Relikte der Bamberger Vorgeschichte sind vermutlich die im 19. Jahrhundert gefundenen Bamberger Götzen.

Im Jahre 902 wurde zum ersten Mal ein Castrum Babenberch auf dem heutigen Domberg genannt. Es gehörte dem ostfränkischen Geschlecht der älteren Babenberger, die das Lehen 903 in einer blutigen Fehde mit den rheinfränkischen Konradinern verloren. Bei der sogenannten Babenberger Fehde starben drei babenbergische Brüder. Die Besitzungen fielen an den König und blieben bis 973 Königsgut. Kaiser Otto II. schenkte das Castrum seinem Vetter, dem Herzog von Bayern, Heinrich dem Zänker.

1007 erfolgte die Gründung des Bistums durch König Heinrich II., den Sohn Heinrichs des Zänkers, und im gleichen Jahr ließ er den ersten Dom errichten, der aber zweimal abbrannte und durch den heutigen, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Bau ersetzt wurde. 1208 wurde König Philipp von Schwaben in Bamberg durch Otto VIII. von Wittelsbach ermordet.

Im Januar 1430 rückten die Hussiten auf Bamberg vor (siehe auch Hussitenkriege). Das Domkapitel floh mit dem Domschatz (heute im Diözesanmuseum Bamberg) auf die Giechburg, der Bischof selbst zog sich nach Kärnten zurück. Die wohlhabenden Bürger flüchteten nach Forchheim und Nürnberg. Die Hussiten nahmen Bamberg jedoch nicht ein. Als sie Scheßlitz erobert hatten, plünderten die in Bamberg verbliebenen Handwerker, Tagelöhner und Bauern erst die Weinkeller und dann die Bürgerhäuser und Klöster. Kurz darauf handelte Markgraf Friedrich von Brandenburg mit Andreas Prokop, Heerführer der Hussiten, auf Burg Zwernitz einen Waffenstillstand aus und Bamberg zahlte 12.000 Gulden Lösegeld, um der Brandschatzung zu entgehen.

Ein Aufstand der Bürger im 15. Jahrhundert gegen die fürstbischöfliche Macht, der sogenannte Immunitätenstreit, blieb erfolglos. Der Bauernkrieg 1524/1525 hinterließ in der Stadt seine Spuren.

Im Dreißigjährigen Krieg litt die Stadt sehr unter den schwedischen Truppen, im Siebenjährigen Krieg durch preußische und zu Zeiten Napoleons durch französische Truppen.

Unter den Fürstbischöfen Lothar Franz (1693–1729) und Friedrich Carl von Schönborn (1729–1746) erlebte die Stadt in der Barockzeit eine kulturelle Blüte.

Stadt und Stift wurden im Frieden von Lunéville dem Kurfürstentum Bayern als Kompensation für den Verlust der Pfalz an Frankreich in Aussicht gestellt. Noch vor der endgültigen Fixierung im Reichsdeputationshauptschluss begann Bayern am 2. September 1802 das Territorium des Hochstifts militärisch zu besetzen und erklärte das Gebiet am 29. November endgültig zu einer bayerischen Provinz. Fürstbischof Christoph Franz von Buseck trat zurück und besiegelte damit das Ende der Selbständigkeit Bambergs.

Während der Märzrevolution in den Jahren 1848/49 war Bamberg eine Hochburg der Demokraten, weshalb die Stadt bei der Regierung in München als besonders radikal galt. Bekannteste Persönlichkeiten waren die Anwälte Nikolaus Titus und Ignaz Prell, der Arzt Heinrich Heinkelmann und der Journalist Carl Heger. Dort wurden die sogenannten 14 Bamberger Artikel, ein Grundrechtekatalog, verlesen.

Am 25. und 26. Mai 1854 hielten acht deutsche Mittelstaaten (Bayern, Sachsen, Hannover, Württemberg, Baden, Kurhessen, Hessen-Darmstadt und Nassau) in Bamberg die Bamberger Konferenz ab, in der sie sich über ihre Stellung zu den beiden Großmächten Österreich und Preußen in der orientalischen Angelegenheit verständigten.

1909 wurde in Bamberg eine der ersten Pfadfindergruppen in Deutschland gegründet.

Nach dem Ersten Weltkrieg flüchtete am 7. April 1919 die kurz zuvor gewählte Bayerische Staatsregierung (Kabinett Hoffmann) in den Auseinandersetzungen um die Münchner Räterepublik nach Bamberg und forderte von dort aus militärische Unterstützung zur Niederschlagung der Räterepublik an. Nachdem die Räterepublik von Reichswehr und Freikorps gewaltsam beendet worden war, wurde am 14. August 1919 die Bamberger Verfassung als erste demokratische Verfassung für Bayern unterzeichnet.

Auch in Bamberg wurde 1933 die Macht an die Nationalsozialisten übergeben, und Bamberger Bürger beteiligten sich an der Verfolgung jüdischer Mitbürger. Willy Aron wurde am 10. März 1933 in „Schutzhaft“ genommen und dann in Dachau ermordet. Am 1. Juli 1933, sechs Wochen nach dem 10. Mai in Berlin, wurden auf der Hauptkampfbahn des Volksparks Bücher verbrannt. Der Unternehmer der Hofbräu Bamberg, Willy Lessing, wurde 1936 enteignet und bei den Novemberpogromen 1938 so schwer misshandelt, dass er kurze Zeit später starb. Durch zwei Luftangriffe, die insgesamt 310 Tote forderten und 708 Wohnungen vernichteten, wurde Bamberg zu 4,4 % zerstört. Unter anderem am 22. Februar 1945 wurde Bamberg als Ersatzziel von amerikanischen Flugzeugen angegriffen, wobei 17 Menschen ums Leben kamen und eine Kirche bis auf den Turm zerstört wurde.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Bamberg zur Amerikanischen Besatzungszone. Von der Militärverwaltung wurde ein DP-Lager für sogenannte Displaced Persons angelegt. In Bamberg befand sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis September 2014 eine Garnison der US Army.

Hochwasser

Die wechselnde Wasserführung der Regnitz stellt seit Jahrhunderten eine Bedrohung für die Stadt dar. Im Juli 1342 riss das Magdalenenhochwasser eine Brücke mit sich. Wohl das größte Hochwasser war am 27. Februar 1784, dem die Häuser am Ufer im Mühlenviertel zum Opfer fielen. Auch die Brücken wurden stark beschädigt. Insbesondere die erst 1756 fertiggestellte Seesbrücke, die heutige Kettenbrücke, mit ihrer barocken Ausstattung wurde durch Eisschollen und mitgerissene Baumstämme zerstört.

Im Stadtgebiet sind Hochwassermarken in der Langen Straße, am Hochzeitshaus, in der Fischerei, am Weegmannufer neben der Luitpoldbrücke und an der Walkmühle zu finden. Dort sind auch die Vergleichswerte des letzten großen Hochwassers von 2004 verzeichnet. Weitgehenden Hochwasserschutz bieten seit 1964 das Jahnwehr und das Hochwassersperrtor bei Bug.

Zeit der Hexenverfolgung

Das ehemalige Hochstift Bamberg war gemeinsam mit den Hochstiften Würzburg und Eichstätt sowie in Kurmainz, dem benachbarten protestantischen Fürstentum Bayreuth, der kleinen schwäbischen Herrschaft Wiesensteig und Ellwangen eines der Hauptzentren der frühneuzeitlichen Hexen- und Zaubererverfolgung in Süddeutschland.

In Bamberg wurde 1507 die „Constitutio Criminalis Bambergensis“ in Kraft gesetzt, die unter anderem die Strafe für Hexerei auf Tod durch Verbrennen festlegte:

Infolge lang anhaltender, teils gewalttätiger Machtauseinandersetzungen zwischen Bürgern und dem jeweiligen regierenden Fürstbischof Bambergs, einer durch Missernten in der Kleinen Eiszeit und Kriegseinwirkungen ausgelösten Hungersnot und eines starken persönlichen Hexenglaubens des regierenden Bamberger Fürstbischofs Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, genannt der Hexenbrenner (1623–1633), erreichten die Verfolgung und Hinrichtung von Personen und ganzer Familien unter dem Vorwurf der Hexerei in Bamberg in den 1620er und frühen 1630er Jahren ihren Höhepunkt. Der Weihbischof Friedrich Förner war der wichtigste Prediger und der eigentliche Scharfmacher der Hexenverfolgung. Johann Georg II. Fuchs von Dornheim errichtete speziell für die Inhaftierung von der Hexerei Beschuldigter im Jahr 1627 das einst im Bereich der heutigen Promenade gelegene sogenannte Drudenhaus, auch Malefizhaus genannt.

Neben zahlreichen anderen Bamberger Bürgern (beispielsweise Dorothea Flock und Christina Morhaubt, Georg Haan, Kanzler im Hochstift Bamberg) und Mitgliedern des Domkapitels wurde im August 1628 unter dem Vorwand der Hexerei auch der Bürgermeister der Stadt Bamberg Johannes Junius im Drudenhaus festgesetzt. Dieser schrieb dort vor seiner Hinrichtung in seinem Abschiedsbrief an seine Tochter:

Nach einer Liste mit den Namen der Opfer wurden bis 1632 weit über 300 Menschen in Bamberg als Hexen oder Hexer hingerichtet. Aus überlieferten Prozessakten geht hervor, dass von 1595 bis 1631 in drei Wellen über 880 Personen der Hexerei oder Zauberei angeklagt und hingerichtet wurden. Erst der Einmarsch schwedischer Truppen (1630–1635) im Februar 1632 setzte dem Treiben des Bischofs und seiner Häscher ein Ende. Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim floh nach Oberösterreich und starb dort 1633.

Die Hochzeit der Bamberger Hexenverfolgung ist durch die in großem Umfang, wenn auch sicherlich lückenhaft erhaltenen Prozessakten gut dokumentiert. Der wichtigste und bei weitem größte Quellenbestand befindet sich in der Staatsbibliothek Bamberg. Kleinere Konvolute sind erhalten im Stadtarchiv Bamberg (als Depositum des Historischen Vereins Bamberg), im Staatsarchiv Bamberg und in der Witchcraft Collection der Cornell University Library in Ithaca, New York (USA). Aus dem der Hexerei beschuldigten Personenkreis und den Prozessumständen wird deutlich, dass es bei den Bamberger Hexenprozessen in erster Linie um machtpolitische Auseinandersetzungen ging. Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim nutzte den Vorwand der Hexerei gezielt zur Ausschaltung machtpolitischer Gegner im Domkapitel sowie im städtischen Bürgertum Bambergs.

Im Oktober 2012 wurden in Bamberg Themenwochen zu den Hexenprozessen veranstaltet, um dieses Kapitel der Stadtgeschichte aufzuarbeiten. 2015 wurde auf einer Freifläche zwischen dem Ludwigskanal und dem Schloss Geyerswörth ein Mahnmal errichtet, geschaffen von den Essener Künstlern Miriam Giessler und Hubert Sandmann. Der Bürgerverein Bamberg-Mitte hatte das Projekt gemeinsam mit der Stadt Bamberg realisiert. Der Stadtrat hatte am 29. April 2015 einen Beschluss zu den Hexenprozessen im Hochstift Bamberg gefasst und einen Text für die Gedenktafel beschlossen: „Im Hochstift Bamberg wurden im 17. Jahrhundert etwa 1000 Frauen, Männer und Kinder unschuldig angeklagt, gefoltert und hingerichtet.“ Finanziert wurde das Mahnmal von der Stadt Bamberg, dem Erzbistum Bamberg, der Oberfrankenstiftung, dem Bürgerverein Bamberg-Mitte und vielen Einzelspendern.

Im ZDF-Spielfilm Die Seelen im Feuer nach dem gleichnamigen Roman von Sabine Weigand wird die Zeit der Hexenverfolgungen in Bamberg aufgegriffen.

Universitätsstadt 1647–1803 und ab 1979

Die 1647 gegründete Universität wurde im Zuge der Säkularisation des Hochstifts Bamberg durch die bayerischen Besatzer 1803 aufgehoben, bestand aber in reduzierter Form als Philosophisch-Theologische Hochschule fort. Erweitert mit allen universitären Fakultäten nahm sie im Wintersemester 1946/1947 in der Hoffnung, sich zur vierten bayerischen Landesuniversität entwickeln zu können, den Lehrbetrieb auf. Energischer Initiator war der damalige Rektor Benedikt Kraft. Er berief namhafte Professoren, die bisher in Königsberg oder Breslau gelehrt hatten, sowie Richter vom Reichsgericht in Leipzig. Viele aus dem Krieg zurückgekehrte ehemalige Soldaten begannen hier ihr Studium, das von Semester zu Semester erweitert wurde. Die Ausbaupläne zerschlugen sich dann, Regensburg wurde die vierte bayerische Landesuniversität. 1972 wurde die Bamberger Hochschule als Gesamthochschule wiedergegründet und 1979 zur Universität erhoben. Die nach ihren Gründern benannte Otto-Friedrich-Universität Bamberg beherbergt geistes- bzw. kultur-, human-, sozial- und informationswissenschaftliche Fakultäten.

Im Jahr 2009 wurde aufgrund von Sparmaßnahmen der Bayerischen Staatsregierung der Fachbereich Soziale Arbeit aufgelöst und in die Hochschule Coburg integriert. Die Gründungsfakultät Katholische Theologie wurde ebenfalls stillgelegt und zum Institut für Katholische Theologie innerhalb der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften umgewandelt.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt.

Militär vor 1803

In der Zeit vor der Säkularisation und den Gebietsreformen war der Fränkische Reichskreis, dem das Bistum Bamberg Truppen stellte, für die Verteidigung Bambergs zuständig. Es waren Teile der Regimenter Hohenlohe und Ferntheil sowie Truppen der fränkischen Kreisartillerie. Bamberg war relativ schlecht befestigt und wurde im Siebenjährigen Krieg dreimal von preußischen Verbänden eingenommen, unter anderem, um den Bamberger Fürstbischof zur Neutralität zu zwingen, der am kaiserlichen Hof viel Einfluss hatte.

Militär ab 1803

Bambergs „Hausregimenter“ waren das 5. Infanterie-Regiment (seit 1855) und das 1. Ulanen-Regiment mit dem Spitznamen Sekt-Ulanen (seit 1872) der Bayerischen Armee. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs waren die Bamberger Reiter an dem Gefecht bei Lagarde beteiligt. Beide Regimenter standen bis 1918 in Bamberg. Nach 1919 war es Garnison für das Reiter-Regiment 17 der Reichswehr. Die Wiederaufrüstung unter dem NS-Regime brachte Kasernenneubauten und die Stationierung von Teilen der 4. Panzer-Division der Wehrmacht mit sich. Nach 1945 befand sich kein deutsches Militär mehr in Bamberg. Stattdessen übernahm die US Army die Kasernen bis zu ihrem Abzug im September 2014.

Zeit des Nationalsozialismus

Die 1908 bis 1910 erbaute Bamberger Synagoge wurde während der Novemberpogrome 1938 zerstört und die Arisierung der jüdischen Wirtschaftsbetriebe abgeschlossen. Ab 1939 wurden die Bamberger Juden zur Zwangsarbeit meist in kommunalen Bereichen eingesetzt. Ab November 1941 begann man, die in Bamberg lebenden Juden zu deportieren. Der jüdische Friedhof wurde enteignet und das Taharahaus an die Firma Bosch vermietet, die es als Lagerhalle verwendete. Bis Mai 1945 blieben lediglich 15 Juden, die in sogenannten Mischehen lebten. Insgesamt fielen ca. 630 in Bamberg geborene oder längere Zeit dort wohnhafte Juden durch Deportation und Ermordung dem Holocaust zum Opfer. Am 14. April 1945 wurde Bamberg von Truppen der US Army eingenommen. Von deutscher Seite gab es nur geringen militärischen Widerstand, der aber amerikanischen Artilleriebeschuss zur Folge hatte. Insgesamt kamen dabei 23 deutsche Soldaten und vier Zivilisten ums Leben.

21. Jahrhundert

Gedenken an den Nationalsozialismus in Bamberg

In der Stadt Bamberg erinnern seit Ende des Jahres 2004 in den Bürgersteigen sogenannte Stolpersteine an die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft zwischen 1933 und 1945 in Deutschland. Für die Verlegung der Stolpersteine ist in Bamberg die Willy-Aron-Gesellschaft Bamberg e. V. zuständig. Namensgeber dieses im Jahr 2003 eingetragenen Vereins ist der Bamberger Willy Aron, der 1933 als erstes NS-Opfer überhaupt ums Leben kam. Bislang wurden in Bamberg und in Hallstadt 151 bis 160 Stolpersteine verlegt. Zum Gedenken an Willy Aron, Hans Wölfel und Claus Schenk Graf von Stauffenberg wurde 2016 im Bamberger Harmoniegarten ein Mahnmal eingeweiht.Zum Gedenken an die jüdischen NS-Opfer Willy Aron, Willy Lessing und Siegmund Bauchwitz trägt jeweils eine Straße deren Namen.

Die Neuentwicklung des ehemaligen US-Geländes ab 2014

Planungen für die entstandene Konversionsfläche werden öffentlich diskutiert. Im Januar 2014 wurde zwischen der Stadt Bamberg und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ein Gestattungsvertrag geschlossen, der es ermöglicht, fünf Teilflächen aus der Konversionsfläche schon im März 2015 an die Stadt zu übergeben.

Anfang Oktober 2014 wurde die „Nato-Siedlung“ des ehemaligen US-Armeegeländes mit 149 Wohneinheiten zur zivilen Nutzung übergeben. Eine Erschließung durch die Stadt findet bereits statt.

Im September 2015 wurde eine zweite Ankunfts- und Rückführungseinrichtung neben Manching in Bayern auf dem Gelände eröffnet, die zur Abschiebung von Balkanflüchtlingen mit geringer Bleibeperspektive dient.

Am 18. Juli 2016 wurde die Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) auf klassische Asylbewerber ausgeweitet, in der Endausbaustufe wird sie auf 3400 Plätze ausgebaut. Derzeit sind mit Stand zum 1. Dezember 2016 1077 Plätze mit Flüchtlingen/Asylbewerbern belegt.

Am 1. September 2016 hat die Bundespolizei eine Schule auf dem Konversionsgelände errichtet, die große Teile in naher Zukunft in Anspruch nimmt. Der ursprünglich geplante Stadtteil mit 8000 Einwohnern durch die Stadt Bamberg wurde dadurch hinfällig.

Am 14. Februar 2017 erwarb die Stadt Bamberg die ehemalige US-Lagarde-Kaserne im Osten der Stadt, in der Nähe der vierspurigen Hauptverkehrsstraße Berliner Ring. Dort sollen Wohnungen, Arbeitsplätze und ein IT-Campus entstehen.

Am 1. August 2018 wurde in der Aufnahmeeinrichtung Oberfranken (AEO) ein sog. Ankerzentrum eingerichtet. Dies hat nach dem Willen der Staatsregierung zum Ziel, durch Konzentration der zuständigen Behörden und Gerichte schnellere Entscheidungen in Asylverfahren und sowie beschleunigte Abschiebungen zu ermöglichen. Der bayerische Innenminister Herrmann hat gegenüber der Stadtverwaltung zugesichert, die Kapazität von derzeit ca. 3400 Plätzen nicht auszuschöpfen und die Belegung auf 1500 Personen zu begrenzen.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1970 wurden die Ortsteile Kramersfeld und Bruckertshof der Gemeinde Hallstadt ins Stadtgebiet eingegliedert. Am 1. Juli 1972 folgten im Rahmen der Gebietsreform die Gemeinden Bug, Gaustadt, Wildensorg, der Ortsteil Bughof der Gemeinde Strullendorf und der Ortsteil Hirschknock der Gemeinde Gundelsheim.

Einwohnerentwicklung

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wuchs die Einwohnerzahl von Bamberg nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Während des Dreißigjährigen Krieges sank sie auf 7.000 im Jahre 1648. Vor dem Krieg waren es noch 12.000. Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. 1811 lebten 17.000 Menschen in der Stadt, 1900 waren es bereits 42.000.

Bis 1939 stieg die Bevölkerungszahl auf 59.000. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten der Stadt innerhalb weniger Monate einen Zuwachs um 16.000 auf 75.000 Einwohner im Dezember 1945. Im Jahre 1953 stieg die Einwohnerzahl auf den bis 2017 geltenden historischen Höchststand von 77.000. Bis Juni 1972 sank sie wieder auf 69.000. Eingemeindungen am 1. Juli 1972 brachten einen Zugewinn von 7.207 auf über 76.000 Einwohner. Am 30. Juni 2006 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Bamberg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 70.063 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Seit 2009 wuchs die Einwohnerzahl jährlich und erreichte am 31. Dezember 2017 mit 77.179 Einwohnern einen neuen historischen Höchststand.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1811 sind es meist Schätzungen, danach Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Stand Einwohner
1599 11.500
1618 12.000
1648 7.000
1795 16.000
1811 17.095
1. Juni 1830 ¹ 18.600
1. Dezember 1840 ¹ 20.900
3. Dezember 1852 ¹ 20.594
3. Dezember 1855 ¹ 22.391
3. Dezember 1858 ¹ 23.456
3. Dezember 1861 ¹ 23.500
3. Dezember 1864 ¹ 25.200
3. Dezember 1867 ¹ 26.100
1. Dezember 1871 ¹ 25.700
1. Dezember 1875 ¹ 26.951
1. Dezember 1880 ¹ 29.587
1. Dezember 1885 ¹ 31.500
Stand Einwohner
1. Dezember 1890 ¹ 35.815
2. Dezember 1895 ¹ 38.940
1. Dezember 1900 ¹ 41.823
1. Dezember 1905 ¹ 45.483
1. Dezember 1910 ¹ 48.063
1. Dezember 1916 ¹ 40.344
5. Dezember 1917 ¹ 41.395
8. Oktober 1919 ¹ 49.179
16. Juni 1925 ¹ 50.152
16. Juni 1933 ¹ 54.161
17. Mai 1939 ¹ 59.466
31. Dezember 1945 75.193
29. Oktober 1946 ¹ 74.733
13. September 1950 ¹ 76.180
25. September 1956 ¹ 75.116
6. Juni 1961 ¹ 74.115
31. Dezember 1965 72.869
Stand Einwohner
27. Mai 1970 ¹ 70.581
31. Dezember 1975 74.236
31. Dezember 1980 71.928
31. Dezember 1985 69.920
25. Mai 1987 ¹ 69.100
31. Dezember 1990 70.521
31. Dezember 1995 69.652
31. Dezember 2000 69.036
30. Juni 2005 69.934
30. Juni 2006¹ 70.063
31. Dezember 2006 69.574
31. Dezember 2007 69.884
31. Dezember 2008 69.989
31. Dezember 2009 69.827
31. Dezember 2010 70.004
31. Dezember 2011 70.084
31. Dezember 2012 70.863
Stand Einwohner
31. Dezember 2013 71.167
31. Dezember 2014² 72.194
31. Dezember 2015³ 73.331
31. Dezember 2016 75.743
31. Dezember 2017 77.179
30. Juni 2018⁴ 77.644

A¹ VolkszählungsergebnisA² Bamberg schlägt BayreuthA³ Flüchtlinge und Uni: Bambergs Einwohnerzahl steigtA⁴ Stadtverwaltung Bamberg

Politik

Stadtrat

Die Kommunalwahl am 16. März 2014 führte in Bamberg zu folgendem Ergebnis:

Die Sitzverteilung im Stadtrat seit 1946
Stadtratswahl 16. März 2014 2. März 2008 3. März 2002 10. März 1996 18. März 1990 18. März 1984 5. März 1978 11. Juni 1972 13. März 1966 27. März 1960 18. März 1956 30. März 1952 30. Mai 1948 26. Mai 19462
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) 125 15 19 19 20 25 26 22 21 18 15 15 15 28
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 10 10 9 9 13 13 13 18 17 15 14 8 7 9
Grün-Alternative Liste (GAL) 8 7 6 5 4 3
Bamberger Bürger-Block (BBB) 4 5 4 1
Freie Wähler (FW)3 44 3 3 6 2 2 3 2
Bambergs unabhängige Bürger (BuB) 34,5
Freie Demokratische Partei (FDP)1 1 1 1 1 2 1 2 2 2 1 1 1 2 3
Bamberger Realisten (BR) 1 2 1 1
Bamberger Linke Liste (BaLi) 1
Die Republikaner (REP) 1 1 1 2
Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) 1 1
Bayernpartei (BP) 1 2 5 7 12
Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) 1 3 3 5
Freie Liste 2 3 3
Deutsche Reichspartei (DRP) 1 1
Der Deutsche Block 1
Liste der Flüchtlinge, Ausgewiesenen und Kriegsgeschädigten (ÜFAK) 4
Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung (WAV) 1
Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1 1
gesamt6 44 44 44 44 44 44 44 44 42 42 42 42 42 41
1 1972 und 1978 FDP/Freie Wähler-Bamberger Liste; 1984 FDP/Freie Bürger; 1996 FDP und Freie Bürger 2 Ursprünglich waren nur 30 Sitze vergeben worden, die sich wie folgt verteilten: CSU 21, SPD 7, FDP 1 und KPD 0. Aufgrund eines Erlasses des Bayerischen Staatsministeriums des Inneren wurde die Anzahl der Mandate auf 41 erhöht. 3 bis 2003 Überparteiliche Bürger-Gemeinschaft (ÜBG) 4 ab Mai 2014: Freie Wähler 5 und BuB 2 Sitze 5 ab Januar 2018: CSU 13 Sitze und BuB 1 Sitz 6 Die Zahl beinhaltet hier nur die gewählten Stadträte. Dem Stadtrat gehört zusätzlich der Oberbürgermeister an. Die sonstige Sitzeverteilung richtet sich nach dem amtlichen Endergebnis und lässt zwischenzeitliche Veränderungen der Fraktionsgrenzen außer Betracht.

Oberbürgermeister

  • 1917–1924: Adolf Wächter (seit 1913 1. Bürgermeister)
  • 1924–1934: Luitpold Weegmann (von der BVP unterstützt)
  • 1934–1945: Lorenz Zahneisen (NSDAP)
  • 1945–1958: Luitpold Weegmann (CSU)
  • 1958–1982: Theodor Mathieu (CSU)
  • 1982–1994: Paul Röhner (CSU)
  • 1994–2006: Herbert Lauer (ÜBG, bei der OB-Wahl 2000 auch Kandidat der CSU)
  • seit 1. Mai 2006: Andreas Starke (SPD), 2006 Kandidat von SPD, FDP, Freie Wähler und Bamberger Realisten, 2012 Kandidat von SPD und FDP

2. Bürgermeister

  • 1946–1956: Anton Hergenröder (CSU)
  • 1956–1981: Franz Josef Schleyer (CSU)
  • 1981–1996: Rudolf Grafberger (CSU)
  • 1996–2000: Gustav Matschl (CSU)
  • 2001–2014: Werner Hipelius (CSU)
  • seit 2014: Christian Lange (CSU)

3. Bürgermeister

  • 1948–1956 und 1960–1972: Georg Grosch (SPD)
  • 1990–1996: Max Reichelt (SPD)
  • seit 2014: Wolfgang Metzner (SPD), ehrenamtlich

Wappen

Städtepartnerschaften

Die Stadt Bamberg unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Rodez (Frankreich)
Bedford (Vereinigtes Königreich)
Esztergom (Ungarn)
Feldkirchen in Kärnten (Österreich)
Villach (Österreich)
Prag 1 (Tschechien)

Auch Kirchdorf an der Krems in Österreich, Malborghetto, Montelabbate (beide in Italien), Nagaoka (Japan), Posen in Polen, Qufu in China, Tarvisio in Italien und Wolfsberg in Österreich sind „befreundete Städte“.

Patenstadt

1958 übernahm die Stadt Bamberg für die aufgrund der Beneš-Dekrete aus ihrer Heimat vertriebenen Sudetendeutschen aus dem Gebiet um die tschechische Stadt Troppau die Patenschaft. Auch Baunach und Hallstadt in Bayern sind Patenstädte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater und Kleinkunst

  • Anonyme Improniker: Die Improvisationstheater-Gruppe wurde 1992 vom Bamberger Kabarettisten Mäc Härder gegründet und tritt seitdem regelmäßig in und um Bamberg auf. Besonders bekannt ist sie durch den jährlichen „Impro-Marathon“, der in jüngerer Zeit im Rahmen des Festivals Bamberg zaubert stattfindet.
  • Bamberger Marionettentheater: 1962 richtete der aus Oldenburg stammende Klaus Loose in Bamberg ein Marionettentheater für Erwachsene ein, das er 2002 der Stadt Bamberg übergab.
  • Bamberg zaubert: Fand 1999 erstmals statt und zählt seither zu den größten eintrittsfreien Straßen- und Kleinkunstfestivals in Deutschland
  • Brentano-Theater
  • Chapeau Claque
    Das Kinder- und Jugendtheater „Chapeau Claque“ ist seit 1990 aktiv und nahm mehrfach erfolgreich an den Bayerischen Theatertagen teil. Neben der Inszenierung von Theaterstücken für Kinder auf der hauseigenen Bühne in der Grafensteinstraße und an prägnanten Außenspielstätten (Altenburg, Kloster Michelsberg, Hain u. a.) tritt der Verein vor allem durch mobile pädagogische Angebote wie Schulworkshops oder das „Spielmobil“ in Erscheinung
  • Ensemble SatiriuM
  • E.T.A.-Hoffmann-Theater
    1803 entstand aus dem hochstiftischen Theater das heutige städtische Theater
  • Kabarett Die ÄH-Werker
  • Puppenbühne Herrnleben Bamberg mit dem Bamberger Kasperl
    1945 wurde von Volksschauspieler Hans Herrnleben und seiner Frau Ottilie Herrnleben die Bamberger Puppenbühne Bamberger Kasperl gegründet.
  • Theater am Michelsberg (ehemals Galli-Theater)
  • Theater der Schatten 1984 von Norbert Götz gegründet. Es hat zwei feste Spielorte in Bamberg, die Katharinenkapelle in der Alten Hofhaltung und das Neue Palais in der Luitpoldstraße
  • Theater im Gärtnerviertel (TiG)
    Das Theater im Gärtnerviertel, kurz genannt TiG, ist ein freies Theater für Viertel, Stadt und Umland, das auf der künstlerischen Kreativität und dem kulturellen Engagement der Bürger des Gärtnerviertels aufbaut.
  • WildWuchs: Theater, Kunst, Varieté
  • Sommeroper: Opern- und Orchesterworkshop für junge Künstler

Museen

  • Ateliermuseum Bamberg
  • Museum für Büro- und Kommunikationsgeschichte, Sammlung Artur Kutz
  • Diözesanmuseum Bamberg
  • Historisches Museum (Stadtgeschichtliches Museum in der Alten Hofhaltung)
  • Neue Residenz mit Staatsgalerie
  • Naturkunde-Museum
  • Stadtgalerie Villa Dessauer, Kunstgalerie, wechselnde Ausstellungen
  • Fränkisches Brauereimuseum
  • Gärtner- und Häckermuseum
  • Sammlung Ludwig (Keramik- und Porzellan-Museum)
  • Bamberger Krippenmuseum
  • Polizeigeschichtliche Sammlung Bayern, Pödeldorferstraße – jetzt in Ingolstadt
  • E.T.A. Hoffmann-Haus (zweite Bamberger Wohnung von E. T. A. Hoffmann)
  • Feuerwehrmuseum
  • Missionsmuseum

Archive und Bibliotheken

  • Staatsbibliothek Bamberg, Domplatz 8
  • Staatsarchiv Bamberg, Hainstraße 37
  • Stadtbücherei Bamberg, Obere Königstraße 4a
  • Das Stadtarchiv Bamberg, Untere Sandstraße 30 A, hat Unterlagen zu Bambergs Geschichte und Verwaltung ab dem 13. Jahrhundert. Unterlagen sind in einem kleinen Lesesaal einsehbar.
  • Universitätsbibliothek der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Musik

  • Bamberger Symphoniker
  • Blues- & Jazzfestival Bamberg
  • Jugendspielmannszug St. Otto Bamberg e. V.
  • Jazzclub Bamberg e. V.
  • Konzert- und Kongresshalle
  • Internationales Künstlerhaus Villa Concordia
  • Gartenstädter Orgelsommer
  • Bamberger Klezmertage
  • Stadtkapelle Bamberg
  • Don Bosco Musikanten Bamberg

Zeitgenössische Kunst

  • Atelier Karlheinz Beer
  • Kunstverein Bamberg e. V. (gegr. 1823)
  • Kunstraum JETZT! e. V. (Ausstellungsort Kesselhaus)
  • Galerie Kunst im Gang (seit 1994)
  • Internationales Künstlerhaus Villa Concordia (1997)
  • Moderne Kunst im öffentlichen Raum: der Skulpturenweg in der Innenstadt (u. a. mit der Liegenden von Fernando Botero)

Bauwerke

Bamberg wurde wie Rom auf sieben Hügeln (Stephansberg, Kaulberg, Domberg, Michaelsberg, Jakobsberg, Altenburg, Abtsberg) erbaut und deshalb auch manchmal als Fränkisches Rom bezeichnet.

Da Bamberg im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Bombardierungen verschont blieb, bietet die Altstadt bis heute das nahezu unveränderte Bild der ursprünglichen Dreigliederung in geistliche Bergstadt (im Umfeld des Kaiserdoms), bürgerliche Inselstadt (zwischen den beiden Flussarmen der Regnitz) und der Gärtnerstadt. Überragt vom Dom stellt die Stadt ein denkmalgeschütztes Ensemble zwischen mittelalterlicher und barocker Baukunst dar.

1993 wurde die Altstadt in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. In der Begründung heißt es, Bamberg repräsentiere in einzigartiger Weise die auf einer Grundstruktur des Frühmittelalters entwickelte mitteleuropäische Stadt. Das in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommene Areal umfasst die drei historischen Stadtzentren Berg-, Insel- und Gärtnerstadt mit einer Gesamtfläche von etwa 140 Hektar.

Die deutsche 100-Euro-Gedenkmünze aus Gold des Jahres 2004 aus der Reihe UNESCO-Welterbe zeigt eine historische Stadtansicht.

Umfangreiche Aktivitäten im Bereich der Denkmalpflege haben zu einem guten Restaurierungszustand geführt. Im Juli 2005 richtete die Stadt Bamberg ein eigenes Dokumentationszentrum Welterbe als Koordinierungs- und Anlaufstelle zu allen Belangen des UNESCO-Welterbes ein.

Das Kreuz über Bamberg

Die Lage einiger Bamberger Kirchen bildet ein imaginäres Kreuz. Der Längsbalken besteht aus den Kirchen St. Jakob, Dom, St. Martin und St. Gangolf, der Querbalken aus St. Stephan, Obere Pfarre, Dom und St. Michael. Letztere vier Kirchen sind auch als der sogenannte Vierkirchenblick bekannt. Der Mittelpunkt dieses Kreuzes ist eine 1777 eingelegte Säule, die den Namen Tattermannsäule trug. An ihre Stelle trat zum tausendjährigen Jubiläum des Bistums Bamberg im Jahr 2007 ein „unterirdisches“ Denkmal, das ein Künstler aus Israel – mit familiären Wurzeln in Bamberg – schuf.

Die etwas außerhalb des Querbalkens stehende Kirche St. Jakob wird als das gesenkte Haupt Christi gedeutet.

Ein weiteres imaginäres Kreuz bildet der Grundriss des Doms; das gesenkte Haupt Christi wird durch einen außerhalb der Linie angeordneten Scheitelstein im Westchor des Domes dargestellt.

Welterbe und seine Baudenkmäler

Die im Jahr 1993 in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommene Stadt Bamberg besitzt in der Kernstadt über 1200 Baudenkmale.

Gotteshäuser und Klöster

Katholische Kirchen
  • Bamberger Dom (ca. 1190–1237 neu erbaut), mit Bamberger Reiter; Grablege des heiliggesprochenen Kaiserpaares Heinrich II. und Kunigunde, von König Konrad III. und Papst Clemens II., zugleich Bischof Suitger von Bamberg. Begräbniskirche der Bamberger Bischöfe
  • St. Jakob (1073–1109), das Innere wurde dem Dom nachempfunden, später kamen gotische und barocke Änderungen dazu
  • Obere Pfarre, gotische Pfarrkirche mit dem Gemälde der Himmelfahrt Mariens von Jacopo Tintoretto
  • St. Gangolf, Kirche eines ehemaligen Stifts mit der ältesten Bausubstanz der Bamberger Kirchen. Erhaltener Kreuzgang.
  • St. Martin (1686–1691), ehemals Jesuitenkirche zum Heiligsten Namen Jesu, Werk der Gebrüder Dientzenhofer
  • St. Stephan, geweiht 1020 durch Papst Benedikt VIII., seit 1808 erste evangelische Kirche Bambergs
  • St. Theodor, Karmelitenkloster am Kaulberg, Karmelitenkreuzgang, Kreuzgang der ehemaligen Zisterzienserinnenabtei. Grablege des im Rufe der Heiligkeit verstorbenen Fraters Alois Ehrlich
  • Kirche Heilige Dreifaltigkeit mit Kloster der Englischen Fräulein, mit angeschlossenem Internat und Schule.
  • Heilig-Grab-Kirche mit Dominikanerinnen-Kloster. Grablege der im Rufe der Heiligkeit verstorbenen Laienschwester Columba Schonath
  • St. Michael ist Grabkirche des achten Bischofs von Bamberg Otto I.; aufgrund seiner Missionsreisen 1124 und 1127 nach Pommern erhielt er den Beinamen Apostel der Pommern. Seinem Wunsch gemäß wurde er in dieser Kirche bestattet. Im Jahr 1189 wurde er heiliggesprochen. Des Weiteren beherbergt die Kirche auch die bei der Purifizierung des Domes dort entfernten Grabdenkmäler. In den Bauten des ehemaligen Benediktinerklosters befindet sich das Seniorenheim Bürgerspital und das Fränkische Brauereimuseum
  • St.-Getreu-Kirche, auch St. Fides, durch Bischof Otto 1123 gegründet. Das Langhaus wurde 1652 neu erbaut und 1733 dort ein langgestreckter Chorraum angebaut. Wohl zur selben Zeit wurde auch der Propsteibau errichtet. Dort wurde 1804 eine Heil- und Pflegeanstalt eingerichtet.
  • Maria Hilf
  • St. Otto, Einweihung 1913.
  • St. Sebastiani-Kapelle, Bau aus dem 16. Jahrhundert
  • Gönningerkapelle, eigentlich Marienkapelle, welche durch den Bürger Gönninger im 18. Jahrhundert erbaut wurde
  • Laurenzi-Kapelle, Kapelle des Antoni-Siechhofes, zerstört 1945, Neubau von 1954.
  • St. Kunigund, im Stadtteil Gartenstadt; Grundsteinlegung und dessen Segnung am Allerheiligentag, 1. November 1952. Am 18. Juli 1953 wurde Richtfest gefeiert. Erzbischof Josef Otto Kolb weihte die Kirche am 10./11. Oktober 1953
  • St. Heinrich, Grundsteinlegung 1927, Einweihung 1929. Errichtung eines neuen Glockenstuhls 1956
  • St. Anna, Grundsteinlegung 1978, Einweihung 1979
  • St. Josef
  • St. Urban
Evangelische Kirchen
  • St. Stephan, eingeweiht 1020 durch Papst Benedikt VIII., seit 1808 erste evangelische Kirche Bambergs
  • Erlöserkirche, eingeweiht 1934
  • Auferstehungskirche
  • Philippuskirche
  • Matthäuskirche
Evangelische Freikirchen
  • Ehemalige Marienkapelle, auf den Fundamenten der ersten Synagoge Bambergs erbaut, später Christus-Kirche der evangelisch-freikirchlichen Baptisten-Gemeinde
Moscheen
  • Selimiye Moschee der DITIB in der Coburger Straße
  • Merkezefendi Camii der VIKZ in der Jäckstraße
  • Deutsch-Arabische Moschee in der Pödeldorfer Straße
Synagogen
  • Erste Synagoge, Beschlagnahme ca. 1470–1478 durch den damaligen Fürstbischof, Umbau auf den Grundmauern der Synagoge in Marienkapelle, 1951–2008 Christus-Kirche der Baptisten-Gemeinde
  • Zweite Synagoge, Hellerstraße, es wurde im Zuge des Projektes Wohnen an der Stadtmauer eine Mikwe (jüdisches Ritualbad) entdeckt
  • Dritte und vierte Synagoge, Zinkenwörth 1, eingeweiht ca. 1660. Umbau/Neubau auf der gleichen Stelle 1853. Nach Umzug der Gemeinde in die fünfte Synagoge profaniert und verkauft. Synagoge (baufällig) wurde 1984 zugunsten des Wohnprojekts Theatergassen abgebrochen. Erinnerung durch Plakette auf der Höhe des früheren Eingangs zur Synagoge. Sandstein-Torbogen und Tür befinden sich heute in der siebten Synagoge.
  • Fünfte Synagoge, Herzog-Max-Straße, dort Gedenkstein zur Erinnerung an ihre frühere Gestalt
  • Sechste Synagoge, Willy-Lessing-Straße 7, Betsaal und Gemeindezentrum von 1951 (Umbau 1963) bis 2005; keine Erinnerung vorhanden, heute befindet sich dort ein Büro der Volksfürsorge, Bezirksdirektion Bamberg
  • Die siebte bzw. die neue Synagoge wurde am 1. Juni 2005 durch die Israelitische Kultusgemeinde eingeweiht. Sie befindet sich in der Willy-Lessing-Straße 7 a.

Säkularisierte und profanierte kirchliche Einrichtungen

  • Die Johanneskapelle auf dem oberen Stephansberg, profaniert, gilt als die Taufkapelle des Bamberger Raumes. Sie befindet sich heute im Besitz des Trägervereins Pro Capella und soll künftig unter anderem für Kunstausstellungen genutzt werden.
  • Dominikanerkloster mit Dominikanerkirche St. Christoph. Die Kirche war nach 1945 für viele Jahrzehnte die Heimat der Bamberger Symphoniker. Jetzt ist sie die Aula der Universität. Die Klostergebäude dienten nach der Säkularisation als Kaserne, später als Wohnungen. Heute ist dort der Sitz des Staatlichen Bauamtes.
  • Franziskanerkloster Bamberg, auch Barfüßer-Kloster oder Schrannenkloster genannt, mit der Kirche St. Anna, die abgebrochen wurde. Nach Umbau des aus dem Kloster hervorgegangenen Ämtergebäudes Schranne 3 ist dort (seit 1993) das Vermessungsamt Bamberg untergebracht.

Regierungsgebäude

  • Altenburg (erstmals 1109 erwähnt), ehemalige Residenz der Bamberger Fürstbischöfe
  • Alte Hofhaltung (1571–1576), ehemalige Kaiserpfalz und bischöfliche Verwaltung
  • Schloss Geyerswörth, ehemalige bischöfliche Residenz von 1586
  • Neue Residenz (1695–1704), Hauptwerk von Leonhard Dientzenhofer mit Rosengarten
  • Kapitelshaus – Bamberg – Dom, Domplatz 5
  • Erzbischöfliches Palais, Obere Karolinenstraße 3
  • Altes Rathaus, Brückenrathaus Obere Brücke 1, ein Wahrzeichen der Stadt, heute beherbergt das Haus die Porzellansammlung Ludwig
  • Neues Rathaus am Maxplatz, ehemaliges Priesterseminar

Stadtquartiere auswärtiger Klöster

  • Obere Karolinenstraße 8, Langheimer Hof. Stadtquartier der Zisterzienserklöster Ebrach (1127), Langheim und Heilsbronn (1132); ab 1274 war Kloster Langheim alleiniger Besitzer.
  • Unterer Kaulberg 4, Neuer Ebracher Hof, eigentlich der erste eigenständige Sitz des Klosters Ebrach seit 1200 – wurde 1764/65 durch den Bamberger Stadtmaurermeister Martin Mayer erbaut und ist das erste Haus des Klosters Ebrach in Bamberg.
  • Vorderer Bach 5, Alter Ebracher Hof. Das vorherige Haus zum Esel wurde 1560 vom Kloster Ebrach erworben und 1679 als Ebracher Hof durch den aus Zeil stammenden Baumeister Andreas Kestler neu – als zweites Haus des Klosters Ebrach in Bamberg – erbaut. Ein erster Ebracher Hof am Kaulberg wurde schon um 1200 erwähnt.

Die Domherrenhöfe

  • Domplatz 1 (Curia Sti. Hippolyti)
  • Domplatz 2 (Curia Stm. Sebastiani et Fabiani)
  • Domplatz 3 (Curia St. Laurentii)
  • Domplatz 4
  • Domstraße 2 (Curia Sti. Basii)
  • Domstraße 3 (Curia Stm. Mariae et Chunegundis)
  • Domstraße 5, (Curia St. Lamperti)
  • Domstraße 7, (Curia Stae. Elisabethae)
  • Domstraße 9, (Curia Stm. Johannis et Pauli)
  • Domstraße 11
  • Obere Karolinenstraße 1 (Curia Schönborniana)
  • Obere Karolinenstraße 2
  • Obere Karolinenstraße 4 (Curia Stm. Philipp et Jacobi)
  • Obere Karolinenstraße 5 (Curia Sti. Pauli), jetzt Erzbischöfliches Palais
  • Obere Karolinenstraße 6 (Curia Sti. Sebastiani)

Höfe der Stiftsherrn in den Immunitäten

Die Immunitäten waren geistliche Frei- oder Sonderbezirke der Stifte mit Ummauerung und eigener niederer Gerichtsbarkeit, in denen ab dem 12. Jahrhundert fast die Hälfte der Bamberger Bevölkerung lebte.

  • Immunität St. Gangolf: Gangolfsplatz 2, (Chorherrenhof „Zum Zuckmantel“); Gangolfsplatz 3 a, (Chorherrenhof „Zur Steinene Kemmeten“); Gangolfsplatz 4, (Chorherrenhof „Schindelhof“) Obere Königstraße 42, (Chorherrenhof „Scheckethof“); Obere Königstraße 46, (Chorherrenhof „Kleines Höflein“); Obere Königstraße 50, (Chorherrenhof „Zur Weinrebe“); Obere Königstraße 53, (Chorherrenhof „Schwanenhof“) Theuerstadt 5, (Chorherrenhof „Salerei“).
  • Immunität St. Stephan: Eisgrube 8 (Curia Kraftoni), Eisgrube 10, Eisgrube 12, Eisgrube 14 (Curia Braunwardi Coquinarii); Eisgrube 16 (Curia Aufsees); Eisgrube 18 (Curia Ottnandi); Eisgrube 20 (Curia Leupoldi) Oberer Stephansberg 1 (Curia apud salices); Oberer Stephansberg 2 (Curia Libhardi); Oberer Stephansberg 3 (Curia Hugonis); Oberer Stephansberg 4 (Curia Popponis); Oberer Stephansberg 5 (Curia Guntheri), Oberer Stephansberg 7 (Curia iuxta capellam) Stephansplatz 1 (Curia Habitatio Stae. Chunegundis); Stephansplatz 3 (Curia Volkmari)

Palais und profane Bauten

  • Concordiastraße 28, Wasserschloss Concordia (Böttingerhaus 2), zweites Böttingerhaus. Staatliches Forschungsinstitut für Geochemie seit 1956, an diesem Institut arbeiteten zeitweise Walter Noddack und seine Ehefrau Ida Noddack-Tacke, Chemikerin und Mitentdeckerin des Elements Rhenium. Das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia wurde 1997 gegründet.
  • Fischerei, die wasserseitige Ansicht dieser Anwesen ist Klein-Venedig, romantisch gelegene Fischer- und Schifferhäuser an der Regnitz
  • Geyerswörthstraße 3, Badeanstalt
  • Geyerswörthstraße 5, Stadtbad
  • Hauptwachstraße, Hauptwache (Bamberg)
  • Hochzeitshaus
  • Judenstraße 12, Stauffenberger-Hof
  • Judenstraße 14, Böttingerhaus, auch Prellshaus, barockes Bürgerhaus
  • Judenstraße 16, Haus zum Einhorn, erbaut 1746 durch die Rittergesellschaft zum Einhorn
  • Karolinenstraße 11, Bibra-Haus
  • Karolinenstraße 18, Marschalk von Ostheimsches Haus
  • Karolinenstraße 20, Hofapotheke
  • Karolinenstraße 24, Aufseß-Palais
  • Kasernstraße 1, Schrottenberg-Palais
  • Lange Straße 3, Aufseß-Palais, auch Haus zum Saal
  • Michelsberg 2, Hebendanz’sches Haus
  • Obere Sandstraße 6, Schrottenberg-Palais
  • Obere Sandstraße 36, Elisabethenspital, heute Justizvollzugsanstalt Bamberg im Volksmund „Café Sandbad“
  • Schillerplatz 5, Harmonie- und Theatergebäude
  • Schützenstraße 1 (Bamberg), Palais des 19. Jahrhunderts
  • Siechenstraße, fb. Jagdzeugstadel, genannt Siechenscheune, nun Feuerwehrmuseum
  • Untere Sandstraße 19, Schrottenberg-Palais
  • Unterer Kaulberg 30, Waisenhaus
  • Burgershof
  • Katharinenspital
  • Liebfrauensiechhof
  • Sebastianispital

Friedhöfe

  • Auf dem 1817 bis 1822 zum Hauptfriedhof erweiterten Städtischen Friedhof in der Hallstadter Straße befindet sich das Grab mit dem Denkmal für den Widerstandskämpfer der Katholischen Aktion Hans Wölfel, der 1944 in Görden ermordet wurde. In der Nähe des Ehrenfriedhofs für getötete Wehrmachtssoldaten befindet sich eine Grabanlage für 52 ausländische Zwangsarbeiter, die im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland verschleppt wurden und bei Zwangsarbeit zugrunde gingen. Ein Gedenkstein bezeichnet sie lediglich als Kriegstote, nicht als Opfer der NS-Gewaltherrschaft.
  • Portikus von 1822 in der ersten Abteilung des Hauptfriedhofes. Im Portikus befinden sich u. a. die Grablegen der Familie von Michel-Raulino und Messerschmitt.
  • In der zweiten Abteilung des Hauptfriedhofes befindet sich die Grablege der Familie Boveri.
  • Neben dem Hauptfriedhof liegt auch der 1851 eröffnete Friedhof der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg mit einem 1885 bis 1890 erbauten Taharahaus. Auf dem Areal erinnert ein Gedenkstein an die jüdischen Opfer der Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus und ihre Vernichtung in der Shoa. „Erneute barbarische Schändung des jüdischen Friedhofs in Bamberg“ – diesen Titel trägt ein Bild im Juni 1965. Weiter erfährt der Leser: „Bereits Anfang Juni 1965 war es in Bamberg vor der Enthüllung eines Gedenksteins für die 1938 von den Nazis niedergebrannte Synagoge zu antisemitischen Ausschreitung gekommen, die auf ein organisiertes Vorgehen schließen lassen.“
  • Weitere Friedhöfe befinden sich in den Stadtteilen Bug, Gaustadt und Wildensorg.

Öffentliche Brunnen

  • Brunnen gegenüber dem Spital, Untere Sandstraße
  • Concordiabrunnen, Rokokobrunnen von 1777, Concordiastraße
  • Düthornsbrunnen, auch Adlerbrunnen, Obere Brücke
  • Franziskus-Brunnen, Obere Sandstraße
  • Gabelmann, barocker Neptunsbrunnen von 1698, Grüner Markt
  • Grünhundsbrunnen
  • Karmelitenbrunnen, am Ende des Unteren Kaulbergs
  • Leschenbrunnen, Lugbank
  • Maienbrunnen
  • Marienbrunnen am Maienbrunnen
  • Maximiliansbrunnen von 1880 auf dem Maximiliansplatz
  • Otto-Brunnen, Am Ottobrunnen, unterhalb von St. Getreu
  • Merkur-Brunnen, barocker Brunnen von 1698, Michelsberg im Klosterhof

Religiöse Denkmäler

  • Der Kreuzweg zwischen St. Elisabethenkapelle und der Kirche St. Getreu, der älteste vollständig erhaltene Kreuzweg in Deutschland
  • Kreuzigungsgruppen: Obere Brücke; Würzburger Straße; bei der Altenburg
  • Statuen
    • Kaiserin Kunigunda auf der Unteren Brücke
    • St. Nepomuk im Hain; auf der Oberen Brücke; an der Abzweigung Unterer Kaulberg/Pfarrgasse; am Chor der Oberen Pfarre
    • St. Christopherus im Hain
    • Heiliger Otto, Bischof von Bamberg: Heinrichsdamm 32; Jäckstraße; Ottoplatz; Ottostraße; Siechenstraße
    • St. Sebastian: Denkmal von 1765 für seine in Moskau überstandene Pest-Krankheit von Johann Bonaventura Mutschelle als Dank geschaffen; in Bamberg-Theuerstadt
  • Martern, Flurdenkmäler
    • Bäckermarter, Egelseestraße
    • Rotenhan-Marter, Schweinfurter Straße
    • Luthermarter, Würzburger Straße
    • Metzgermarter, am Oberen Leinritt

Denkmäler, Gedenktafeln und Skulpturenweg

  • Denkmäler
    • Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal, Pödeldorfer Straße
    • Prinzregent Luitpold von Bayern am Schönleinsplatz
    • König Ludwig II. von Bayern im Hain, von Bildhauer Philipp Kittler
    • Anton Hergenröder, Bezirkstagspräsident, 2. Bürgermeister der Stadt Bamberg, langjähriger Vorstand des Altenburgvereins
    • E. T. A. Hoffmann und der redende Hund Berganza im Hain an der Schillerwiese
    • E.T.A. Hoffmann und sein Kater Murr vor dem Haus Schillerplatz 26
    • Johann Lukas Schönlein, Schönleinsplatz
    • Stauferstele vor dem ehemaligen Langheimer Hof in der Oberen Karolinenstraße 8.
  • Gedenktafeln
    • König Friedrich Wilhelm I. von Preußen und Kronprinz Friedrich, Memmelsdorfer Straße 2c
    • König Otto I. und Gemahlin Amalie von Griechenland im Rosengarten der Neuen Residenz
    • Christoph Clavius, An der Universität 3
    • Albrecht Dürer, Austraße 5
    • Hans Ehard, Wildensorger Straße 2
    • Johann Wolfgang von Goethe, Untere Königstraße 28
    • Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Pfahlplätzchen 1
    • Joseph Heller, Untere Brücke 2
    • E.T.A. Hoffmann, Altenburg 1, Schillerplatz 7, Lange Straße 13
    • Adalbert Friedrich Marcus, Lange Straße 27
    • Joseph Daniel Ohlmüller, Kapuzinerstraße 6
    • Georg Simon Ohm, An der Universität 7
    • Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Obere Brücke 1 und Domplatz 6
    • Johann Lukas Schönlein, Obere Königstraße 7
    • Friedrich Julius Heinrich von Soden, Schillerplatz 7
    • Marianne Strauß, Sankt-Getreu-Straße 1
    • Karl Freiherr von Thüngen, Domplatz 6
    • Hugo von Trimberg, Theuerstadt 4
    • Albrecht von Wallenstein, Lange Straße 3
    • NS-Gewaltherrschaft, Bronzetafel des Künstlers Bernd Wagenhäuser aus dem Jahre 1986 an der Unteren Brücke
  • Skulpturenweg, wurde angelegt durch das Internationale Künstlerhaus „Concordia“, erweitert zur Feier der Bistumsgründung 1007/2007 und durch Vereine der Stadt Bamberg.
    • Hexendenkmal, von den Künstlern Miriam Giessler und Hubert Sandmann, am Rialtosteg 2015
    • In die Tiefe gesetztes Denkmal am Domberg 2007

Zerstörte Bauwerke

  • Das in der heutigen Franz-Ludwig-Straße zum Zwecke der Hexenverfolgung und der peinlichen Befragung 1627 gebaute Drudenhaus verlor nach dem Einmarsch der schwedischen Truppen seine Funktion und wurde nach 1635 abgebrochen, die Steine wurden 1654 zum Bau des Kapuzinerklosters wiederverwendet.
  • Die an der Südostecke des Maxplatzes stehende, ehemals an die Friedhofsmauer angrenzende St.-Nikolaus-Kapelle wurde 1737 im Zuge der Neubauten des Katharinenspitals und des Priesterseminars (heute: Neues Rathaus) abgebrochen.
  • Die weit in den heutigen Straßenverlauf des Unteren Kaulbergs hineinragende St.-Katharinen-Kapelle an der Oberen Pfarre wurde 1762 zur Verbreiterung des Kaulbergs abgebrochen. Von der Innenausstattung hat sich nur das Altarblatt Martyrium der heiligen Katharina, das heute im Chorumgang der Oberen Pfarre hängt, erhalten.
  • Die Seesbrücke mit ihrer reichen Barockausstattung wurde durch das Hochwasser vom 2. Februar 1784 zerstört.
  • Die St.-Anna-Kirche, Klosterkirche der Franziskaner auf der Schranne (1810/11). Die im 13. Jahrhundert errichtete Kirche erhielt im 14. Jahrhundert einen neuen Chor. Die Kirche war Begräbnisort bedeutender Bamberger Bürger. Vom Inventar haben sich der Kreuzaltar und die Grabplatte des Weihbischofs Inzelerius erhalten, welche in den Besitz des Bayerischen Nationalmuseums in München (Reider-Sammlung) überging. In die Obere Pfarre gelangten sechs Bilder zum Leben Mariens und das Grabepitaph der Geschwister Schnappauf. Der Kreuzweg befindet sich in der Pfarrkirche in Hallerndorf.
  • Die Stadtbefestigung mit Mauern und Stadt- und Tortürmen ab etwa 1803.
  • Alt St. Martin auf dem Maxplatz (1805), diese Kirche wurde erstmals 1250 erwähnt und 1806 im Zuge der Säkularisation abgebrochen. Durch den Bau einer Tiefgarage 1968 wurden zwei Vorgängerbauten entdeckt: eine kleinere romanische Kirche und eine Kapelle mit rechteckigem Chor. Dieser Typus war zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert verbreitet. Von den Einrichtungsgegenständen ist das Gnadenbild dieser Kirche, eine Pietà, in die neue Martinskirche übernommen worden.
  • Zum Bau der Luitpoldstraße wurde 1863 die säkularisierte St.-Gertrauden-Kapelle abgebrochen, in der sich die Werkstatt des Bildhauers Bernhard Kamm befand.
  • Das 1626 bezogene Kapuzinerkloster in der Kapuzinerstraße wurde nach der Säkularisation als Aussterbekloster der Mönche eingerichtet. 1880 wurde die erhaltene Bauanlage zugunsten des heutigen Clavius-Gymnasiums abgebrochen.
  • Kaserne der Hochstifts Bamberg: Die 1698 gebaute Kaserne an der Westseite des Schönleinsplatzes zwischen Lange Straße und Zinkenwörth wurde 1896 zugunsten des Hotels Bamberger Hof, der Bayerischen Staatsbank und eines Wohnhauses abgebrochen. Der einzige Überrest ist der Marsbrunnen, der im Innenhof der Kaserne stand.
  • Das Klarissenkloster wurde nach der Säkularisation als Kaserne genutzt und verfiel danach. Die Klosterkirche wurde 1938 abgebrochen. Die noch vorhandenen ehemaligen Klostergebäude wurden Mitte der 1950er Jahre abgebrochen. An dieser Stelle wurde das Verwaltungsgebäude des Flurbereinigungsamtes Bamberg (heute Direktion für Ländliche Entwicklung) errichtet.
  • Fünfte Synagoge, Herzog-Max-Straße (1938)
  • Alte Maut: Grüner Markt, ein alter Verwaltungsbau mit hohem Renaissancegiebel fiel wie auch die umliegenden Häuser den alliierten Bombardierungen im Jahr 1945 zum Opfer.
  • Rothof: Dieser auf einem Ausläufer des Michaelsberger Waldes gelegene barocke Gutshof gegenüber der Altenburg, ein Bamberger Wahrzeichen, wurde um 1720 von einem Mitglied der Familie Böttinger erbaut und 1964 abgebrochen.
  • Pfahlplätzchen 5, das nach einer Mariendarstellung benannte Haus zum Marienbild, seit dem 17. Jahrhundert nachweisbar, war wohl das älteste Wohnhaus der Stadt Bamberg aus dem 14. Jahrhundert. Es wurde mit dem Nachbaranwesen Unterer Kaulberg 1 Anfang des Jahres 1968 abgebrochen. Der Abbruch dieser Anwesen war der Anlass für die Gründung der Schutzgemeinschaft Alt-Bamberg, eines Vereins zur Erhaltung der Altstadt.
  • Unterer Kaulberg 1: Wohnhaus des Malers Paul Lautensack, abgebrochen 1968
  • Dritte und vierte Synagoge, Generalsgasse 15 (1983)

Katakomben, Felsenkeller und Sandstollen

Im Bamberger Berggebiet gibt es ein recht ausgedehntes System von Katakomben und Felsenkellern, deren Ursprünge zum Teil bis in das Mittelalter zurückreichen. Während der Pest- und Choleraepidemien im 13. und 14. Jahrhundert wurden einige Stollen auch als Grabanlagen verwendet. Unter dem Lerchenbühl wurde um 1500 eine Felsenkapelle angelegt, das Heilige Loch. In der Regel allerdings angelegt als kühle, aber frostgeschützte Lagerkeller für Lebensmittel und Getränke, vor allem Wein und Bier, unter dem Kaulberg als Sandschürfstollen zur Gewinnung von Scheuersand, dienten sie im Lauf der Zeit verschiedenen Zwecken (Zufluchträume bei kriegerischen Auseinandersetzungen, Versammlungsstätten, Gefängnis, Trinkwasserversorgung, Verlagerung industrieller Produktionsstätten während des Zweiten Weltkriegs). Heute dienen einige der Stollen als Lagerräume, Zivilschutzräume sowie als touristische Attraktion der Stadt. Befahrungen der Stollen unter dem Stephansberg sind daher möglich und werden von der Stadt Bamberg organisiert.

Parks und Erholungsanlagen

  • Bruderwald
  • Hauptsmoorwald
  • Michaelsberger Wald
  • Stadtpark Hain mit botanischem Garten der Stadt Bamberg
  • Rosengarten der Neuen Residenz
  • ERBA-Park, Ausrichtungstätte der Landesgartenschau 2012
  • Rosengarten Geyerswörth auf der Tiefgarage Geyerswörth
  • Volkspark am Stadion
  • Groß’scher Garten, ehemals Besitz von Johann Ignatz Tobias Böttinger, nicht zugänglich
  • Terrassengarten des Klosters Michelsberg

Sport

Der Basketballverein Brose Bamberg wurde 2005 (als GHP Bamberg), 2007, 2010, 2011, 2012, 2013, 2015, 2016 (als Brose Baskets) und 2017 Deutscher Basketball-Meister, in den Jahren 1993 (als TTL Bamberg), 2003 (als TSK uniVersa Bamberg) und 2004 (als GHP Bamberg) Vizemeister und 1992 (als TTL Bamberg) sowie 2010, 2011, 2012 (als Brose Baskets), 2017 und 2019 Deutscher Pokalsieger. Aufgrund der fanatischen Anhänger des Vereins und der breiten Begeisterung innerhalb der relativ kleinen Stadt ist Bamberg bei den deutschen Basketball-Fans unter der Bezeichnung „Freak-City“ bekannt.

Erfolgreichster Fußballverein ist (historisch gesehen) der FC Eintracht Bamberg, dessen Vorgängerverein 1. FC Eintracht Bamberg 2006 aus der Fusion des 1. FC 01 Bamberg und dem TSV Eintracht Bamberg entstand. Nach zwei Jahren in der Bayernliga stieg der Verein 2008 in die Regionalliga Süd auf. 2010 nahm der FC Eintracht Bamberg den Platz des insolventen 1. FC Eintracht Bamberg ein, man musste 2016 jedoch ebenfalls Insolvenz anmelden. 2019/20 tritt man in der Bayernliga Nord an. Die erfolgreichste Zeit des Vorgängervereins 1. FC 01 Bamberg lag jedoch in den 1950er-Jahren. Zwischen 1990 und 1993 errang auch der zweitälteste Fußballverein SC 08 Bamberg einige bemerkenswerte Erfolge (Bayernliga und Achtelfinale im DFB-Pokal 1991/92). Zudem vertritt die DJK Don Bosco Bamberg den Fußballsport Bambergs in der Bayernliga Nord.

Die 1. Männermannschaft der SKC 1947 Victoria Bamberg ist neunfacher deutscher Meister im Kegeln, sechsmal Pokalsieger des DKBC, dreimal Champions-League-Sieger, fünfmal Europapokalsieger und viermal Weltpokalsieger. Die 1. Frauenmannschaft der SKC Victoria ist neunmal deutscher Meister, fünfmal Pokalsieger des DKBC, einmal Europapokalsieger, fünfmal Champions-League-Sieger und viermal Weltpokalsieger.

Die Schachspieler vom SC 1868 Bamberg waren dreimal Deutscher Meister (1966, 1976, 1977) und einmal Deutscher Pokalsieger (1983/84).

Die UW-Rugby-Mannschaft des TC Bamberg (Tauchclub) war 2004 Deutscher Vize-Meister, wurde von 2007 bis 2018 zwölfmal in Folge Deutscher Meister sowie 2008, 2011, 2013 und 2016 außerdem Vize-Champions-Cup-Sieger im Unterwasser-Rugby.

Der Bridgeclub „Bamberger Reiter“ gewann auch 2019 nach 1994, 1998, 2003, 2006–2010 und 2013–2016 die Team Bundesliga und ist nach dem Aufstieg von Bamberg3 in die 3. Bundesliga dann ab 2020 erstmals mit zwei Mannschaften auf Bundesebene vertreten. Weitere Erfolge: Deutscher Teammeister 2005, 2006 und 2008, Gewinner des Europäischen Championscup der Landesmeister 2006 (Sieg am 15. Oktober 2006 in Rom; 2007: 3. Platz; 2008: 4. Platz und 2009 2. Platz). 2008 stellte Bamberg mit Wilhelm Gromöller den Deutschen Meister der Senioren. Durch den 3. Platz bei den Europameisterschaften 2008, bei denen Bamberg die deutsche Nationalmannschaft stellte, war die Mannschaft als erste deutsche Herrenmannschaft überhaupt für die Weltmeisterschaften 2009 qualifiziert und belegte den 3. Platz im Transnations Cup.

Sabine Auken (geb. Zenkel) ist 3× Weltmeisterin, 2× Vizeweltmeisterin und bei den Damen seit vielen Jahren unter den besten Spielerinnen der Welt.

Auch 2017 spielte mit Sabine Auken wieder eine gebürtige Bambergerin mit um die Weltmeisterschaft. Der Bamberger Club ist damit der erfolgreichste deutsche Bridgeclub der letzten Jahre.

Seit der Saison 2009/2010 ist der VC Franken mit einer Herren-Volleyballmannschaft in Bamberg zuhause. Die Heimspiele des Vereins, der in der Deutschen Volleyball-Bundesliga der Herren spielt und auch am DVV-Pokal teilnimmt, finden in der Stechert-Arena statt.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Januar: Bamberger Kurzfilmtage
  • Februar: Bamberger Literaturfestival
  • März: Bamberger Klezmer-Tage in den Haas-Sälen
  • Mai: Weltkulturerbelauf (alle zwei Jahre seit 2003)
  • Mai–Juni: Bamberger Pfingstcup (eines von Deutschlands größten Basketball-Turnieren)
  • Mai–Juni: Kontakt – Das Kulturfestival (viertägiges, kostenloses Kunst- und Kulturfestival AStA Bamberg e. V.)
  • Juni: Bamberger Weinfest am Maxplatz
  • Juni: Hegel-Woche
  • Juni: Tage Alter Musik (alle 2 Jahre. Veranstalter Musica Canterey Bamberg e. V.)
  • Juni: Tage der Neuen Musik Bamberg (alle 2 Jahre. Veranstalter Neue Musik in Bamberg e. V.)
  • Juni: Bamberger Biertage (2008 nach 20-jähriger Unterbrechung wieder eingeführt)
  • Juni–Juli: Bamberger Sommernächte (Symphonische Musik im Kaiserdom und in der Konzert- und Kongresshalle)
  • Ende Juni/Juli: Calderón-Festspiele (Freilichtaufführungen des E.T.A.-Hoffmann-Theaters), Alte Hofhaltung
  • Juli: Altstadtfest der Otto-Friedrich-Universität am ersten Freitag im Juli
  • Juli: Bamberg zaubert. am 3. Wochenende im Juli, Kleinkunstfestival in der Altstadt, am Samstag der Impro-Marathon
  • Juli/August: Bamberger Antiquitätenwoche
  • Juli–September: Rosengarten-Serenaden
  • August: Sandkirchweih (fränkisch: Sandkerwa)
  • August: Blues- & Jazzfestival
  • 3. Oktober: Antikmarkt
  • 1. Advent–6. Januar: Bamberger Krippenweg und Weihnachtsmarkt am Maxplatz
  • Alle geraden Jahre: Verleihung des E.-T.-A.-Hoffmann-Preises (Literaturpreis)
  • Alle zwei bis drei Jahre: Verleihung des Volker-Hinniger-Preises (Kunstpreis)

Kulinarische Spezialitäten

Spezialitäten Bambergs sind die Bamberger Hörnla, womit sowohl ein Croissant-artiges Gebäck als auch eine Kartoffelsorte bezeichnet werden. Eine weitere Spezialität ist der Zwätschgabaamäs, (übersetzt etwa „Zwetschgenbäumernes“) ein luftgetrockneter Rinderschinken, der seinen Namen der Räucherung mit Zwetschgenholz verdankt. Des Weiteren ist die Stadt Bamberg auch für das fränkische Schäuferla sowie für seine Biertradition und das Rauchbier bekannt.

In Bamberg wird seit dem frühen sechzehnten Jahrhundert Süßholz angebaut. Heutzutage ist Bamberg der einzige Ort im Norden Europas, an dem diese Pflanze noch kultiviert wird. Diese Tradition wird von der Bamberger Süßholzgesellschaft gepflegt, die die Bamberger Gärtner beim Anbau unterstützt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Im Jahre 2016 erbrachte Bamberg, innerhalb der Stadtgrenzen, ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 4,462 Milliarden €. Das BIP pro Kopf lag im selben Jahr bei 59.859 € (Bayern: 44.215 €/ Deutschland 38.180 €) und damit deutlich über dem regionalen und nationalen Durchschnitt. In der Stadt gibt es 2017 ca. 75.200 erwerbstätige Personen. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember 2018 bei 3,7 % und damit über dem bayrischen Durchschnitt von 2,7 %, jedoch unter dem landesweiten Durchschnitt. Im benachbarten Landkreis Bamberg betrug die Arbeitslosenquote 2,0 %.

Im Zukunftsatlas 2016 belegte die kreisfreie Stadt Bamberg Platz 32 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Orten mit „sehr hohen Zukunftschancen“.

Im Jahr 2014 gab es in Bamberg etwa 50.253 (Stichtag: 30. Juni 2014) sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Wichtigste Industriebranche ist die Kfz-Zulieferindustrie, gefolgt von der Elektrotechnik und dem Ernährungsgewerbe. Ende Mai 2014 hat der Automobilzulieferer Brose Fahrzeugteile mit dem Bau eines Bürogebäudes mit Sozialtrakt in Bamberg begonnen und will bis März 2016 insgesamt 600 Arbeitsplätze schaffen. Der traditionelle Wirtschaftszweig der Gemüsegärtner, der die Stadt seit ihren Anfängen über Jahrhunderte prägte, ist nach wie vor vorhanden. Daneben spielt der Tourismus für die Wirtschaft der Stadt eine wichtige Rolle. Darüber hinaus existieren in Bamberg zahlreiche kleinere und mittelständische Unternehmen anderer Branchen. Eine weitere Besonderheit ist die seit Jahrhunderten gepflegte Tradition des Orgelbaus, die zurzeit von dem Meisterbetrieb Thomas Eichfelder fortgesetzt wird.

Die wichtigsten gewerblichen Arbeitgeber in der Stadt mit jeweils mehr als 400 Beschäftigten sind:

  • Bosch: Das Boschwerk kam 1939 nach Bamberg und hatte im Jahr 2014 7500 Mitarbeiter.
  • Sozialstiftung Bamberg
  • Wieland Electric
  • Sparkasse Bamberg
  • T-Systems International
  • Fränkischer Tag
  • Bäckerei Fuchs
  • BI-LOG (Logistikdienstleister)
  • Backfabrik Gramss
  • Brose Fahrzeugteile

Wasserversorgung

Die Wasserversorgung der Stadt war früher durch Brunnen gesichert.Es handelte sich hierbei überwiegend um Brunnen auf Privatgrund, von denen es ca. 300 gab. Des Weiteren versorgten öffentliche Brunnen, gebaut und unterhalten durch die öffentliche Hand, die Stadt mit Wasser. Daneben gab es bereits eine Art Fernwasserversorgung mit Leitungen aus Brunnen in der Umgebung, die vor allem von kirchlichen und klösterlichen Einrichtungen genutzt wurde.

Der Ausbau eines städtischen Rohrnetzes begann im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Seit den 1970er Jahren ist Bamberg – neben seinen eigenen Wasserbrunnen – an die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) angeschlossen. Diese speist seit Frühjahr 1975 Wasser aus der Ködeltalsperre in das städtische Wasserversorgungsnetz ein.

Seit dem Jahr 2003 findet die Fernwasserversorgung ausschließlich über den Zweckverband Wasserversorgung Fränkischer Wirtschaftsraum (WFW) statt. Das Wasser wird ab dem Übergabe-Behälter in Hüttendorf (Stadt Erlangen) an das Stadtnetz der Stadt Bamberg geliefert.

Brauereien

Die Stadt ist Teil der Bierregion Franken an der Grenze zwischen Wein- und Bierfranken. Besondere Spezialität ist das Rauchbier. Von ehemals 68 historischen Braustätten gibt es noch acht Brauereien mit alter Tradition in Bamberg: Brauerei Mahr, Brauerei Fässla, Brauerei Schlenkerla, Brauerei Spezial, Klosterbräu Bamberg, Brauerei Greifenklau, Brauerei Keesmann und die Brauerei Kaiserdom im ehemals selbständigen Stadtteil Gaustadt. Eine Gasthaus-Brauerei, das Ambräusianum, die Röstmalzbierbrauerei und die Versuchsbrauerei der Mälzerei Weyermann eröffneten 2004. Seit 2016 besteht mit dem „Kronprinz“ in Gaustadt eine weitere Gasthausbrauerei in Bamberg. Bis 2008 existierte noch die Maisel-Bräu. In der Stadt Bamberg bestehen daher derzeit elf Brauereien, die Bier verkaufen. Daneben gibt es noch die kleine zollrechtlich zugelassene Brauerei Robesbierre, die aber kein Bier verkauft.

Im Jahre 1907 gab es den so genannten Bamberger Bierkrieg, bei dem ein Boykott der Bevölkerung die Brauereien zwang, die Bierpreiserhöhung von zehn auf elf Pfennig wieder rückgängig zu machen.

Verkehr

Bamberg ist mit einem Binnenhafen am Main-Donau-Kanal (Regnitz), zwei Autobahnen (A 70/E48 und A 73) und einem Bahnhof ins Verkehrsnetz eingebunden. Außerdem verfügt die Stadt über einen Sonderlandeplatz für Flugzeuge (ICAO-Kennung:EDQA). Zum 1. Januar 2010 trat die Stadt dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg bei.

Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

Der Bahnhof Bamberg ist nördlicher Endpunkt der S-Bahn-Linie S1 des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg (VGN). Damit ist Bamberg im Nahverkehr direkt mit Erlangen, Fürth und Nürnberg verbunden. Die Züge fahren im Stundentakt bis ins 100 km südöstlich gelegene Hartmannshof. Mit dem versetzt fahrenden Regionalexpress fahren tagsüber jeweils zwei, zu den Pendlerzeiten teilweise auch drei Züge pro Stunde, von Bamberg nach Nürnberg und zurück.

23 Buslinien und 4 Nachtbuslinien decken nahezu das ganze Stadtgebiet ab und bedienen den Nahverkehr in die angrenzenden Gemeinden Bischberg, Gundelsheim, Hallstadt, Memmelsdorf, Stegaurach und den Ort Schammelsdorf. Außerdem verkehren in Bamberg einige Regionalbuslinien des Omnibusverkehrs Franken GmbH und weiterer privater Omnibusunternehmen. Am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) sind auch Haltestellen für Regionalbusse eingerichtet, um ein leichteres Umsteigen zu ermöglichen. Der ZOB ist der Mittelpunkt des Stadtnetzes.

Insgesamt befinden sich derzeit 60 Stadtbusse im Fuhrpark des Verkehrsbetriebes der Stadtwerke Bamberg, sie transportieren im Jahr durchschnittlich 10,2 Millionen Fahrgäste.Seit dem Wintersemester 2004/2005 erhalten alle Studenten der Universität Bamberg ein Semesterticket. Es gilt in allen Bussen und den Nahverkehrszügen der DB Regio und der Agilis in der Stadt und im Landkreis Bamberg.

Zwölf stark frequentierte Bushaltestellen wurden mit den sogenannten dynamischen Fahrgastinformationseinrichtungen versehen.Zum Fahrplanwechsel 2015 zeigen sie auch die wirkliche Ankunft der Busse in Echtzeit an.

Seit dem 23. März 2011 werden die Haltestellen von Kinderstimmen angesagt.

Von 1897 bis 1922 führte die Elektrische Straßenbahn Bamberg AG den Stadtverkehr durch.

Schienenregional- und -fernverkehr

Im Fernverkehr liegt Bamberg an der Nord-Süd-Strecke Leipzig – Nürnberg und wird im Zwei-Stunden-Takt von ICE-Zügen angefahren. Bis zur Fertigstellung der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt führte diese über Saalfeld und Jena, seit dem 10. Dezember 2017 wird die Verbindung über Erfurt geführt. Bamberg ist Endpunkt der Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg, des Weiteren beginnen in Bamberg die Bahnstrecke Bamberg–Hof sowie die Bahnstrecke Bamberg–Rottendorf.

Der Bahnhof Bamberg ist der Ausgangspunkt von Regionalexpress- und Regionalbahnlinien nach

  • Erlangen – Nürnberg
  • Lichtenfels – Hof/Bayreuth
  • Lichtenfels – Coburg – Sonneberg
  • Lichtenfels – Kronach – Saalfeld (Saale)
  • Schweinfurt – Würzburg – Frankfurt am Main
  • Breitengüßbach – Ebern, VGN-Gebiet
    Diese Strecke wird bis Breitengüßbach von DB Regio und von Agilis befahren. Von Breitengüßbach bis Ebern bedient sie ausschließlich Agilis im Stundentakt.
  • Die Bahnlinie nach Scheßlitz wurde 1988 stillgelegt, nachdem bereits 1985 der Personenverkehr eingestellt worden war.

Fernbusverkehr

In der Nähe des Bahnhofs halten mehrere Fernbuslinien. Betreiber ist Flixbus.

Staatsstraßen

in Hallstadt – Bamberg – Scheßlitz – Kasendorf – in Kulmbach
in Markt Erlbach – Emskirchen – Herzogenaurach – Erlangen – Forchheim – Hirschaid – Bamberg – – /
– Knetzgau – Trossenfurt – Stegaurach – Bamberg – in Geisfeld
– Stadtlauringen – Hofheim in Unterfranken – Königsberg in Bayern – Lauter – Stettfeld – Hallstadt – Bamberg – in Hollfeld

Die vierspurige Hauptverkehrsstraße Berliner Ring (St 2244), die im Osten durch die Stadt verläuft, ist die Verlängerung zur B 22.

Bundesstraßen

Bamberg ist an folgende Bundesstraßen angeschlossen:

Würzburg–Bamberg–Bayreuth–Cham
Riedstadt – Bamberg
Bamberg-Süd –Höchstadt

Autobahnen

Bamberg liegt an folgenden Bundesautobahnen:

Autobahnkreuz Schweinfurt/Werneck ()–Bamberg–Autobahndreieck Bayreuth/Kulmbach ()
Autobahndreieck Suhl– ()–Autobahnkreuz Bamberg–Autobahndreieck Nürnberg/Feucht

Fahrradverkehr

In der Bamberger Innenstadt wird aufgrund der relativ flachen Topographie zwischen Main-Donau-Kanal und Regnitz traditionell viel Fahrrad gefahren. Die relativ kompakte Innenstadtfläche, kurze Distanzen zwischen den Universitätsstandorten, Einbahnstraßen, Parkplatzknappheit und die schnellere Erreichbarkeit des Naherholungsgebietes im Hain begünstigen die Nutzung des Fahrrades als alltägliches Transportmittel.

Durch die unmittelbare Lage am Main-Radweg und der sogenannte „RegnitzRadweg“ ist Bamberg auch Ziel vieler touristischer Radreiserouten. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, eine Veränderung des Modal Splits zugunsten des Radverkehrs zu erreichen.

Das überörtlich ausgeschilderte Radwegenetz weist besonders im Altstadtbereich erhebliche Lücken auf. Der ADFC Bamberg sieht Nachbesserungsbedarf in der städtischen Verkehrspolitik.

Die Fahrradmitnahme in den DB-Regiozügen und den Bussen des VGN ist kostenpflichtig.

Auf dem Weg zu größerer urbaner Fahrradfreundlichkeit erhielt die Stadt im Jahr 2009 den Zuschlag beim Bundesmodellversuch Zero-Emission-Mobility des Bundesverkehrsministeriums. Im Sommer 2009 erfolgte dessen multimediale Umsetzung mit der Werbekampagne Kopf an: Motor aus. Für Null CO2 auf Kurzstrecken.

Seit 2019 sind in der Stadt zudem Elektro-Roller vertreten. Man kann diese an verschiedenen Stellen in der ganzen Stadt mieten.

Bundeswasserstraße

In Bamberg befindet sich die Bundeswasserstraße Main-Donau-Kanal, auch RMD- oder Europakanal genannt, der historisch als Nachfolger des Ludwig-Donau-Main-Kanals zu betrachten ist.

Luftverkehr

Der Flugplatz Bamberg-Breitenau ist einer der ältesten noch in Betrieb befindlichen Landeplätze Deutschlands. Bereits 1912 landete dort das erste Motorflugzeug. Das Jahr 1909 wird als tatsächlicher Beginn der Luftfahrt in Bamberg angesehen. Zu diesem Zeitpunkt begann Willy Messerschmitt zusammen mit dem Stadtbaumeister Friedrich Harth mit der Entwicklung von Fluggeräten. Von 1945 bis 2012 diente der Flugplatz als amerikanischer Militärflugplatz mit ziviler Mitbenutzung. 2013 wurde er nach umfangreichen Umbaumaßnahmen als deutscher Sonderlandeplatz wiedereröffnet.

Printmedien

Insgesamt erscheinen in Bamberg bzw. haben in Bamberg das Verbreitungsgebiet 13 Zeitschriften und Zeitungen verschiedensten Formates und Gattungen: Wochenzeitungen, Tageszeitungen, Kirchenmagazine, Kulturzeitschriften und Studentenzeitungen, die entweder von privaten Verlagen oder von der Stadt und Landkreis Bamberg verlegt werden.

Nachrichten
Fränkischer Tag

Der Fränkische Tag ist eine der größten Tageszeitungen Oberfrankens und hat seinen Sitz in Bamberg. Schwerpunkt liegt auf die lokale Berichterstattung inklusive eines regionalen und überregionalen Sportteils sowie eines Feuilletons. Nachrichten aus Deutschland, Europa und der Welt werden durch die Nachrichtenagentur dpa und durch Korrespondenten im In- und Ausland geliefert. Der Fränkische Tag geht auf die fürstbischöfliche Hofdruckerei des Kronacher Druckers Georg Andreas Gertner zurück.

WOBLA

Das Wochenblatt Bamberg ist eine lokale Wochenzeitung, die sich ausschließlich auf die Berichterstattung aus Bamberg und der Region konzentriert. Berichtet wird über Politik, Wirtschaft, Sport und Bamberger Ereignissen. Gegründet wurde die Zeitung 1981 in Bamberg als Wochenblatt Bamberg und erhielt im Volksmund den Namen Wobla genannt, was dazu führte, dass die Zeitung ihren heutigen Namen erhielt.

Sport
Sportecho Bamberg

Das Sportecho ist eine, seit November 2014 zweimonatlich erscheinende kostenlose Sportzeitschrift. Das Verbreitungsgebiet ist Bamberg und Umkreis. Der thematische Schwerpunkt liegt auf der regionalen Sportwelt und Berichterstattung über die sportliche Jugend. Des Weiteren existiert eine Rubrik, die bedeutende Persönlichkeiten der Bamberger Sportszene näher beleuchtet.

Kultur
ART. 5|III

2012 unter dem Namen Art. 5|III (Name mit Slogan: Art. 5|III – der Lieferant für Kunst und Kultur; auch geschrieben: Art.5/III) in Bamberg gegründet, erscheint seitdem die Zeitschrift zweimonatlich – jährlich in sechs Ausgaben – im Rheinischen Format in einer Auflage von 20 000 Exemplaren. Das Verbreitungsgebiet ist die Stadt und der Landkreis Bamberg, die Metropolregion Nürnberg, ganz Unterfranken und Thüringen. Als einzige Bamberger Zeitung beleuchtet sie gezielt kulturelle Phänomene von Kunst bis Kulturpolitik. Der Schwerpunkt liegt sowohl auf dem lokalen nordbayerischen Raum als auch auf Berichten und Artikeln über das nationale Kunst- und Kulturgeschehen aus den Metropolen Berlin oder München. Neben der regelmäßigen Berichterstattung über die Bamberger Kurzfilmtage oder das Erlanger Poetenfest führte die Zeitschrift immer wieder Interviews mit prägenden Persönlichkeiten der internationalen Kulturszene: Zu nennen sind die Geigerin Anne-Sophie Mutter, der Chefdirigent der Prager Philharmoniker Jakub Hrůša, die Bratschistin und Trägerin des Frankfurter Musikpreises Tabea Zimmermann, die Schriftstellerin und P.E.N. Mitglied Tanja Kinkel sowie die zeitgenössischen Sänger Max Herre, Milow und Joris.

Hörfunk

Radio Bamberg

Die Vorläufer Radio Regnitzwelle und das Jugendradio Fun Boy Radio nahmen am 10. Oktober 1987 auf der Bamberger UKW-Frequenz 88,5 MHz ihren Sendebetrieb auf. Da die beiden Sender für sich allein nicht genug Zuhörer anzogen, wurde am 1. Juli die Fusion beschlossen und kurze Zeit später umgesetzt. Das Programm war anfangs auf Hits der 1980er Jahre konzentriert. Inzwischen wurde das Musikspektrum auf die 1970er Jahre bis heute erweitert. Des Weiteren umfasst das Programm Weltnachrichten zur vollen Stunde, Regionalnachrichten zur halben Stunde, Verkehrsmeldungen, Service und Comedy. Verantwortet wird der Sender von der Mediengruppe Oberfranken.

Radio Galaxy

Der Sender ist in Bayern und Teilen Hessens empfangbar. Der Sitz liegt in Regensburg.Das Programm richtet sich mit seinem „Young-CHR“-Format, d. h. Black Music, Hip-Hop, Dance Music, House Music und Popmusik vor allem an 14- bis 26-Jährige. Betrieben wird Radio Galaxy von der „Digitale Rundfunk Bayern GmbH & Co. KG“, programmbeauftragt ist die „Funkhaus Regensburg GmbH & Co. Studiobetriebs KG“.

Fernsehen

TV Oberfranken

TV Oberfranken ist ein bayerischer Regionalsender mit Sitz in Hof/Saale der TV Oberfranken GmbH & Co. KG. Das Sendegebiet umfasst den gesamten Regierungsbezirk Oberfranken. Neben der Hauptsendeanstalt in Hof unterhält der Sender noch Regionalstudios in Bamberg, Bayreuth und Coburg.

Hilfsorganisationen

Feuerwehr

Bamberg verfügt über einen Stadtfeuerwehrverband. Die Freiwillige Feuerwehr Bamberg besteht aus 11 Abteilungen. Diese sind eine Ständige Wache, eine Spezialeinheit des ehemaligen Katastrophenschutzes, der ABC-Zug (Löschgruppe 51) und neun weitere Löschgruppen. Eine weitere Sondereinheit des ehemaligen Katastrophenschutzes war der Technische Zug/Ölwehr (Löschgruppe 21), der allerdings zum 31. Dezember 2013 aufgelöst und in die Löschgruppe 3 eingegliedert wurde. Der Großteil der Fahrzeuge des ABC-Zuges und des ehemaligen Technischen Zuges tragen die seltene orangefarbene Katastrophenschutzlackierung. Darüber hinaus existiert eine Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG ÖEL) Bamberg-Stadt.

Technisches Hilfswerk

Darüber hinaus existiert in Bamberg noch ein Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW). Dieser Ortsverband besteht aus dem Stab, einem Technischen Zug mit einer Fachgruppe Räumen, einer Fachgruppe Wassergefahren und einer Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen sowie weiteren intern beschafften Gerätschaften. Es existiert zudem eine Jugendgruppe. Zudem ist in Breitengüßbach bei Bamberg die Geschäftsstelle für den THW-Geschäftsführerbereich Bamberg ansässig.

Rettungsdienst

Der Rettungsdienst in Bamberg wird durch zwei Rettungswachen (eine vom BRK und eine vom Malteser Hilfsdienst) sichergestellt. Des Weiteren gibt es mehrere Notarztstandorte.

Schnelleinsatzgruppen

Für den zivilen Katastrophenschutz sind mehrere Einheiten der Hilfsorganisationen BRK, Malteser und JUH aktiv. Der Kreisverband Bamberg des Bayerischen Roten Kreuzes stellt zwei SEG Behandlung, eine SEG Betreuung sowie Facheinheiten UG SanEL, Technik und Sicherheit. Weiterhin wird die Sanitätseinsatzleitung (SanEL) durch organisatorische Leiter und Leitende Notärzte gestellt.

Öffentliche Einrichtungen

Gerichte

Als Sitz eines Oberlandesgerichts, eines Landgerichts, eines Amtsgerichts, eines Arbeitsgerichts und einer Justizvollzugsanstalt ist Bamberg ein überregional bedeutsamer Gerichtsstandort.

Ämter

  • Das Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei wurde im Mai 1998 von München in die Lagardekaserne in der Pödeldorfer Straße verlegt.
  • Das Vermessungsamt Bamberg hat seinen Sitz im umgebauten ehemaligen Franziskanerkloster Bamberg
  • Das Staatliche Bauamt hat seinen Sitz im Dominikanerkloster Bamberg
  • Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bamberg

Seniorenheime

In der Stadt gibt es elf Seniorenheime, die von verschiedenen Trägern betrieben werden.

Schwimmbäder

1953 wurde das Stadionbad eröffnet, das im September 2001 renoviert wurde.

Das Hainbad bietet seit 1972 die Möglichkeit im linken Regnitzarm zu schwimmen, dazu gehört eine Holzliegefläche.

Durch die Eingemeindung der Gemeinde Gaustadt nach Bamberg im Jahre 1972 kam das Freibad Gaustadt (Einweihung: 1956) in der Badstraße 17 hinzu.

Ende 2011 wurde das „Bambados“ in Bamberg eröffnet, ein modernes Freizeit- und Sportbad mit Wellness- und Saunalandschaft.

Bildung und Forschung

Universität

Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg gehört mit mehr als 13.000 Studenten zu den mittelgroßen Universitäten Bayerns. Die Gebäude der Universität sind über das gesamte Bamberger Stadtgebiet verteilt. Ein großer Teil liegt aber im Kern der Bamberger Altstadt. Sprach- und Literaturwissenschaften nehmen zum Teil Gebäude ein, die vorher zum Kaiser-Heinrich-Gymnasium gehörten. In den Altstadtstandorten befinden sich neben der Verwaltung die beiden Fakultäten der Geistes- und Kulturwissenschaften (GuK) und der Humanwissenschaften (Huwi). In der Feldkirchenstraße befinden sich das Rechenzentrum und die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät (SoWi). Dort befand sich auch die Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI), bis sie im Sommer 2012 in die neuen Gebäude auf der ERBA-Insel umzog. Die umfangreiche Universitätsbibliothek besitzt eine Zentralbibliothek, fünf Teilbibliotheken und die Zweigstelle ERBA-Bibliothek. Die Otto-Friedrich-Universität ist Mitglied des Netzwerkes Mittelgroßer Universitäten und wurde als Familiengerechte Hochschule und als Partnerhochschule des Spitzensportes ausgezeichnet. Sie gehört zu den führenden Universitäten für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Psychologie in Bayern.

Fachhochschule

Die private Fachhochschule des Mittelstands unterhält seit der Übernahme des Lehrbetriebs zum 1. September 2013 von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Bamberg einen Standort in Bamberg. Ihr Verwaltungssitz befindet sich in Bielefeld. Mit ihrem Angebot ist die Fachhochschule die einzige Hochschule in Bayern, die die beiden therapeutischen Berufe der Physiotherapie und Logopädie im Rahmen eines grundständigen Studiums anbietet.

Institut für Erdmessung

Das Bamberger Institut für Erdmessung – ein Forschungsinstitut für Höhere Geodäsie auf dem Domberg – wurde 1945 von der US-Heeresvermessung gegründet und bestand bis Anfang der 1950er-Jahre, als es in das Frankfurter Institut für Angewandte Geodäsie eingegliedert wurde. Seine Hauptaufgabe war die Fertigstellung des in der Zeit des Nationalsozialismus begonnenen Zentraleuropäischen Dreiecksnetzes über Mitteleuropa, das 1949 fertiggestellt war. Weitere Großprojekte waren das ED50-Koordinatensystem und eine astro-geodätische Geoidbestimmung Mittel- und Westeuropas. Es gab auch Kooperationen mit der Bamberger Remeis-Sternwarte.

Erster Direktor war Erwin Gigas, unter dem auch die Schriftenreihe Veröffentlichungen des Instituts für Erdmessung gegründet wurde.

Gymnasien

  • Clavius-Gymnasium
  • Dientzenhofer-Gymnasium
  • Eichendorff-Gymnasium
  • E.T.A. Hoffmann-Gymnasium
  • Franz-Ludwig-Gymnasium
  • Kaiser-Heinrich-Gymnasium
  • Maria-Ward-Gymnasium
  • Theresianum

Sonstige Schulen

Zwei Realschulen (darunter eine reine Mädchenschule), eine Wirtschaftsschule, Volks- und Förderschulen, fünf berufliche Schulen, zehn Privatschulen, Volkshochschule Bamberg, Bildungszentrum der Industrie- und Handelskammer, Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz), Erzbischöfliches Abendgymnasium für Berufstätige, Katholische Erwachsenenbildung in der Stadt Bamberg e. V. (KEB), neun berufliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsstellen, die Städtische Musikschule, von-Lerchenfeld-Schule / Privates Förderzentrum, Förderschwerpunkt Hören (ehemalige Taubstummen-Anstalt) mit Internat.

Internate

Das Aufseesianum wurde 1738 von Domkapitular Jodocus Bernhard Freiherr von Aufseß gestiftet. Hier wurde 1973 der Roman Das fliegende Klassenzimmer von Erich Kästner verfilmt.

Das Maria-Ward-Internat in Trägerschaft der Englischen Fräulein (ab 1717) wurde 2011 geschlossen.

Zwei weitere kirchliche Internate wurden Ende des 20. Jahrhunderts geschlossen: das Ottonianum (1866–1999, in diözesaner Trägerschaft) und das Marianum (1918–1988, in Trägerschaft der Karmeliten).

Film und Fernsehen

Bamberg ist Drehort bekannter Kinofilm- und Fernsehproduktionen wie z. B.:

  • die Kinder- und Jugendserie Endlich Samstag!
  • die Kinderfilme Das Sams, Sams in Gefahr, Sams im Glück mit Ulrich Noethen und Armin Rohde
  • Lola Montez von 1955 mit Peter Ustinov und Will Quadflieg
  • Heldinnen von 1960 mit Marianne Koch und Paul Hubschmid
  • Stadt ohne Mitleid von 1961 mit Christine Kaufmann und Kirk Douglas
  • Das fliegende Klassenzimmer (1973) mit Joachim Fuchsberger
  • die Kriminalserien Pfarrer Braun mit Ottfried Fischer und Der König mit Günter Strack
  • das Märchen Der Zwerg Nase mit Mechthild Großmann
  • der Kurzfilm die Unbedingten über August von Kotzebue
  • das Drama In der Welt habt ihr Angst von Hans W. Geißendörfer mit Anna Maria Mühe und Max von Thun
  • die Komödie Resturlaub von Tommy Jaud mit Maximilian Brückner und Mira Bartuschek
  • die Neuverfilmung des „Mantel- und Degenklassikers“ Die drei Musketiere mit Logan Lerman, Orlando Bloom, Milla Jovovich und Christoph Waltz
  • der vom Bayerischen Rundfunk produzierte Heimatkrimi– Bamberger Reiter
  • einige Folgen von Kunst und Krempel, einer Sendung des Bayerischen Rundfunks zur Antiquitätenberatung
  • der BR-Kinoproduktion Charleen macht Schluss mit Heike Makatsch
  • der ZDF-Verfilmung über die Hexenverfolgung Die Seelen im Feuer mit Axel Milberg
  • der ARD-Krimireihe Tatort (Folge: Am Ende geht man nackt) mit Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs

Der Film Engelchen oder Die Jungfrau von Bamberg thematisiert die in den späten 1960er Jahren empfundenen Gegensätze zwischen der fränkischen „Provinz“ und dem „freizügigen“ Schwabing.

Seit August 2008 gibt es ein eigenständiges Fernsehen für Bamberger Schulen.

Persönlichkeiten

Bamberger Bischöfe

Bürgermeister und Oberbürgermeister

Der hauptamtliche Bürgermeister wurde im Jahr 1818 erstmals von den Bürgern gewählt. Seit 1917 ist die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister.

Ehrenbürger

Die Stadt Bamberg verlieh bisher an 35 Personen die Ehrenbürgerschaft.

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die in Bamberg gewirkt haben

Literaten

  • Ezzo (Dichter) († wohl am 15. November um 1100) war in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts Kanoniker und Lehrer in der Domschule in Bamberg. Dichter des frühmittelhochdeutschen Ezzolieds, er schrieb einen Hymnus über die christliche Heilsgeschichte.
  • Ab 1260 wirkte Hugo von Trimberg (1230–1313) an der Lateinschule im damaligen Bamberger Vorort Theuerstadt. Von ihm stammt das moralische Lehrgedicht Der Renner, das 24.000 Verse gegen die sieben Todsünden umfasst.
  • Der Frühhumanist Albrecht von Eyb (1420–1475) lebte in der Bamberger Curia Sancti Sebastiani. Von ihm stammt das Loblied über die Anmut des Mägdeleins Barbara.
  • Einige Zeit später spielte Bamberg eine wichtige Rolle in der Entwicklung der deutschen Romantik. Wilhelm Heinrich Wackenroder (1773–1798) gilt als einer der frühesten Autoren dieser Kunstauffassung und entwickelte diese unter Mitarbeit von Ludwig Tieck (1773–1853) in den Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders unter anderem angeregt durch seine Aufenthalte in Bamberg.
  • Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770–1831) fand in Bamberg 1807 einen Verleger für sein Werk Phänomenologie des Geistes. Er wurde Chefredakteur der Bamberger Zeitung, geriet dort jedoch bald in Konflikt mit dem bayerischen Pressegesetz. Schließlich verließ Hegel 1808 ernüchtert die Stadt in Richtung Nürnberg. Sein journalistisches Engagement sollte eine Episode in seiner Biographie bleiben. 1810 übernahm Karl Friedrich Gottlob Wetzel (1779–1819) die Rolle des Chefredakteurs der in Fränkischer Merkur umbenannten Zeitung. Im Laufe seiner Tätigkeit in Bamberg entstanden zahlreiche Dramen, Gedichtbände und andere Werke.
  • Einer der berühmtesten Literaten der Stadt war E. T. A. Hoffmann (1776–1822), der 1808 eine Tätigkeit als Musikdirektor in Bamberg aufnahm. Wenig später musste er diesen Posten quittieren, arbeitete jedoch als Theaterkomponist weiter. 1809 verfasste er sein erstes literarisches Werk, den Ritter Gluck. Zudem begann er, Regie bei Theaterstücken zu führen und die Bühnenkulissen mitzugestalten. Prägend für sein literarisches Schaffen wurde seine Liebe zu seiner erst 15-jährigen Gesangsschülerin Julia Marc, auf die später zahlreiche Frauenfiguren in seinen Werken zurückzuführen sind. Doch insgesamt blieb sein Auskommen in Bamberg bescheiden, Hoffmann wurde wiederholt von finanzieller Not geplagt und verließ die Stadt schließlich 1813. Sein zweites Wohnhaus wird heute von der E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft betreut und steht als Museum offen.
  • Karl Friedrich Gottlob Wetzel (1779–1819), ab 1810 Chefredakteur des Fränkischen Merkur. Wurde als möglicher (Mit-)Verfasser der Nachtwachen des Bonaventura diskutiert.
  • Friedrich Deml (1901–1994), Angehöriger des Bamberger Dichterkreises
  • Hans Wollschläger (1935–2007) übersetzte in Bamberg den Roman Ulysses des irischen Dichters James Joyce ins Deutsche und machte die Stadt zum Schauplatz seines Avantgarde-Romans Herzgewächse oder Der Fall Adams.
  • Wulf Segebrecht (* 1935), Literaturwissenschaftler, Autor, Herausgeber, Verleger
  • Peter Schanz (* 1957), Autor, Dramaturg und Regisseur
  • Rolf-Bernhard Essig (* 1963), Autor, Journalist u. a. Sachbücher, Rundfunkbeiträge
  • Nora-Eugenie Gomringer (* 1980), Lyrikerin und Performancekünstlerin

Bedeutende Einwohner jüdischen Glaubens oder jüdischer Abstammung

  • Joseph Marquard Treu (1713–1796), konvertierte 1732 zum katholischen Glauben, Maler
  • Adalbert Friedrich Marcus (1753–1816), konvertierte zum katholischen Glauben; Mitbegründer und erster „Ärztlicher Direktor“ des 1789 von Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal gestifteten städtischen Krankenhauses, medizinischer Berater in bayerischer Zeit.
  • Franz Ludwig von Hornthal, konvertierte zum katholischen Glauben, Bürgermeister der Stadt Bamberg von 1818 bis 1821
  • August von Wassermann (1866–1925), deutscher Immunologe und Bakteriologe
  • Oscar Wassermann (1869–1934), deutscher Bankier und Wirtschaftsfachmann, aus alteingesessener Bankiersfamilie (Privatbank Wassermann mit Stammhaus in Bamberg)
  • Philipp Lederer (1872–1944), Numismatiker, Münz- und Antikenhändler
  • Martin Finkelgruen (1876–1942), Kaufhausinhaber in Bamberg, in Theresienstadt durch Anton Malloth ermordet
  • Willy Lessing (1881–1939), Unternehmer und Kommerzienrat, wurde in Bamberg totgeschlagen
  • Hedwig Bernet (1903–1976), eine von drei zurückgekehrten Bamberger Juden, Mitbegründerin der israelitischen Kultusgemeinde Bambergs, Verdienste um die Aussöhnung, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes.
  • Willy Aron (1907–1933), Rechtsanwalt, erster Bamberger Jude, der in das KZ Dachau kam und dort ermordet wurde
  • Hilde Marx (1911–1986), Dichterin, Journalistin
  • Josef Heller, Dirigent am Stadttheater

Weitere Ehrungen

Neben der Ehrenbürgerschaft vergibt die Stadt Bamberg noch weitere Ehrungen an verdiente Bürger, die „allgemeines Ansehen genießen“ und sich „besondere Verdienste erworben haben“:

  • Stadtmedaille Bamberg (seit 1989) – „besondere Leistungen um das allgemeine Wohl der Stadt und ihrer Bürger“
  • Bürgermedaille (seit 1962) – „hervorragende Leistungen um das allgemeine Wohl der Stadt Bamberg und ihrer Bürger“
  • Ehrenring (seit 1973) – „hervorragende Leistungen um das Ansehen und das allgemeine Wohl der Stadt Bamberg und ihrer Bürger“, etwa durch „außerordentliche Leistungen auf den Gebieten der Kunst, der Wissenschaft, der Wirtschaft, des Sozialwesens, des öffentlichen Lebens oder der Völkerverständigung“
  • Verdienstmedaille (seit 1980) – eine stadtratsinterne Auszeichnung

Plaketten und Medaillen

Hier sind die Plaketten und Medaillen in Bezug auf Bamberger Persönlichkeiten und Ereignisse aufgeführt.

  • Neustetter Taler von ca. 1629 (Neuprägung 1979)
  • Eröffnung der Ottoianischen Academie (1648)
  • Militär-Verdienstmedaille (1797), Konventionstaler (auch Neuprägung 1977)
  • Silber- und Goldmedaille der Vereinigung des Bistums Bamberg mit Bayern (1802)
  • 950. Todestag Papst Clemens II. (1997)
  • Michael von Deinlein (1875)
  • Geburt des Prinzen Luitpold von Bayern (1901)
  • Jacobus von Hauck (1915)
  • Bischof Otto I. der Heilige (1924)
  • 850 Jahre Pommernmission, Bischof Otto I. der Heilige (1974)
  • Lothar Franz von Schönborn (1988)
  • 800 Jahre Heiligsprechung Bischof Ottos I. (1989)
  • 950. Todestag Kaiser Heinrichs II. (1974)
  • 200. Geburtstag von E. T. A. Hoffmann (1976)
  • Adrian Ludwig Richter (1984)
  • Balthasar Neumann (1987)
  • 325. Geburtstag von Johann Dientzenhofer (1988)
  • 850 Jahre Heiligsprechung Kaiser Heinrich II. (1996)
  • Buchdruckerjubiläum (1840)
  • Eröffnung der Bahnstrecke Bamberg–Nuernberg (1844)
  • Eröffnung des Ludwig-Kanals (1845)
  • Fränkisches Bundes-Sängerfest (1863)
  • Bamberger Dom (ca. 1861)
  • Eröffnung der Zentralsäle (1890)
  • Seminarjubiläum und Mitschülerfest (1891)
  • Einweihung des Schützenhauses (1893)
  • 3. Oberfränkisches Zimmerstutzen-Bundesschießen (1898)
  • Geburt des Prinzen Luitpold von Bayern (1901)
  • 900 Jahre Bistum Bamberg (1907)
  • 900-Jahr-Feier der Stadt Bamberg (1924)
  • Eröffnung der Radrennbahn (1928)
  • Heinrichsfest (1935)
  • Reit- und Springturnier (1938)
  • Stadt Bamberg (1967)
  • 100 Jahre Schachclub Bamberg (1968)
  • 1000 Jahre Stadt Bamberg (1973)
  • 1. Altenburgertaler (1978)
  • 175 Jahre Bürgerspital Bamberg (1979)
  • Einweihung des Gärtner- und Häckermuseums (1979)
  • Wiedererrichtung der Universität Bamberg (1979)
  • 675 Jahre Bamberger Stadtrecht (1981)
  • Geschichtstaler der Stadt Bamberg (1981)
  • Erster Sebastiani-Taler (1982)
  • Fränkisches Brauereimuseum (1982)
  • Weihnachtstaler (1982)
  • Zweiter Sebastianitaler (1984)
  • 125 Jahre Freiwillige Feuerwehr Bamberg (1985)
  • St. Gangolf (Bamberg) (1986)
  • 400 Jahre Kaiser-Heinrich-Gymnasium (1986)
  • Renovierungstaler St. Stephan (1986)
  • 750 Jahre Bamberger Dom (1987)
  • 600 Jahre Obere Pfarre (1987)
  • Krippentaler (1987, alljährlich bis 1998)
  • Denkmalstadt Bamberg (1990)
  • 100 Jahre Franz-Ludwig-Gymnasium (1990)
  • Investitur-Feier von Neu-Familiaren des Deutschen Ordens (1991)
  • 300 Jahre St. Martin (1993)
  • 2. Altenburger–Taler (1993)
  • Pegnitz-Regnitz-Taler (1993)
  • Weihnachtstaler (1993)
  • 150 Jahre Eisenbahnlinie Bamberg-Nürnberg (1994)
  • 975 Jahre Einweihung der St. Michaelskirche (1995)
  • 150 Jahre Fertigstellung des Ludwig-Donau-Main-Kanals (1996)
  • Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes der Unesco (1996)
  • 350 Jahre Hochschule Bamberg (1997)
  • Serie Sehenswürdigkeiten in Bamberg. geprägt auf Silberbarren (1998 ff.)

Religionsgemeinschaften

Die Religionszugehörigkeit der Bamberger hat sich stark verändert. So zeigen die Zahlen über die Jahre hinweg eine deutliche Abnahme der Katholiken. Waren 2003 noch fast zwei Drittel der Bevölkerung katholisch, sind es im Jahr 2017 nur noch 49,5 Prozent. Deutlich geringer fällt der Rückgang bei der evangelischen Kirche aus: Ihr Anteil sank in der gleichen Zeit nur von 19,2 auf 18 Prozent.Im Jahr 2011 waren 40.570 Menschen in Bamberg römisch-katholisch, was einem Anteil von 57,7 Prozent entspricht. Der Anteil der evangelischen Bürger belief sich im selben Jahr auf 15.130 (21,5 Prozent). Unter Sonstige hat die Stadt 15.416 Personen gezählt (22,1 Prozent), dazu zählen nach Auskunft der Pressestelle der Stadt Bamberg „Juden, Moslems, Kirchenlose bzw. Angehörige anderer Religionen“. Die Gesamtzahl der Bamberger Bevölkerung betrug 2009: 69.827 Personen.

Insgesamt existieren in Bamberg folgende Religionsgemeinschaften:

  • Christen:
    • Römisch-katholische Kirche, zahlreiche Standorte, Domplatz (Diözesanverwaltung)
    • Evangelisch-lutherische Kirche, zahlreiche Standorte, Eisgrube (Dekanatsverwaltung)
    • Neuapostolische Kirche
    • Baptisten, Judenstraße
    • Freie evangelische Gemeinde, Hartmannstraße
    • Adventgemeinde, Siechenstraße
    • Christengemeinde, Unterer Stephansberg
    • Jesusgemeinde
    • Orthodoxe Kirchengemeinde
    • Zeugen Jehovas
    • Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Hainstraße
  • Israelitische Kultusgemeinde, Willy-Lessing-Straße (Gemeindezentrum)
  • Muslime, mehrere Standorte

Zusatznamen

Wegen seiner Lage auf sieben Hügeln wird Bamberg auch als Fränkisches Rom bezeichnet.

Klein Venedig nennt sich die ehemalige Schiffer- und Fischersiedlung an der Regnitz; siehe auch den Abschnitt Palais und profane Bauten dieses Artikels.

Die Einwohner Bambergs haben auch den Spitznamen Zwiebeltreter. Er geht auf die Bamberger Gärtner zurück, bei denen das Zwiebeltreten eine wichtige Tätigkeit im Zwiebelanbau war. Sie mussten die Schalotten bei einer bestimmten Größe umtreten, damit das Kraut nicht zu sehr in die Höhe wuchs, sondern die Nährstoffe für das Wachstum der unterirdischen Zwiebel genutzt wurden. Die Bauern banden sich dazu kleine Brettchen an die Schuhe, um nicht versehentlich auf die Zwiebeln zu treten, und gingen damit auf die Felder. Ein ähnlicher Spitzname ist Zwiebelfranken.

Sonstiges

Mehrere kleine Auswanderergruppen aus Bamberg ließen sich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in verschiedenen Orten in der Gegend von Posen nieder, wo sie als Bamber bezeichnet und bald auch geschätzt wurden.

Ein Marskrater mit einem Durchmesser von 58,3 km sowie der Asteroid (324) Bamberga, der 1892 von Johann Palisa an der Universitätssternwarte Wien entdeckt wurde, sind nach Bamberg benannt.

Die Bamberger Hörnchen, eine alte Kartoffelsorte aus Franken, ist nach Bamberg benannt.

Weblinks

Hinweis

Dieser Artikel wurde aus der deutschsprachigen Wikipedia entnommen. Den Originalartikel finden Sie unter http://de.wikipedia.org/wiki/Bamberg

Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar; Informationen zum Lizenzstatus eingebundener Mediendateien (etwa Bilder oder Videos) können im Regelfall durch Anklicken dieser abgerufen werden. Möglicherweise unterliegen die Inhalte jeweils zusätzlichen Bedingungen.

Wikipedia® ist eine eingetragene Marke der Wikimedia Foundation Inc.